Kleine Feuer überall

von Celeste Ng 
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Kleine Feuer überall
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Positiv (142):
L

Sehr interessante Charaktere! War mein erstes Buch der Autorin, würde gerne mehr von ihr lesen!

Kritisch (3):
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Ein über die Gesellschaft und über die Jugend und über Feuer...

Alle 158 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Kleine Feuer überall"

Der zweite unvergessliche Roman der internationalen Bestsellerautorin

Es brennt! In jedem der Schlafzimmer hat jemand Feuer gelegt. Fassungslos steht Elena Richardson im Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes draußen auf dem Rasen und starrt in die Flammen. Ihr ganzes Leben lang hatte sie die Erfahrung gemacht, »dass Leidenschaft so gefährlich ist wie Feuer«. Deshalb passte sie so gut nach Shaker Heights, den wohlhabenden Vorort von Cleveland, Ohio, in dem der Außenanstrich der Häuser ebenso geregelt ist wie das Alltagsleben seiner Bewohner. Ihr Mann ist Partner einer Anwaltskanzlei, sie selbst schreibt Kolumnen für die Lokalzeitung, die vier halbwüchsigen Kinder sind bis auf das jüngste, Isabel, wohlgeraten. Doch es brennt. Elenas scheinbar unanfechtbares Idyll – alles Asche und Rauch?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423281560
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:20.04.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 20.04.2018 bei Der Audio Verlag erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    PagesofPaddys avatar
    PagesofPaddyvor 15 Tagen
    Großartig

    Auch in ihrem zweiten Buch schafft es Celeste Ng eine beeindruckende Geschichte zu erzählen. Mir hat dieses Buch sogar nochmal etwas besser gefallen als ihr erstes Buch „Was ich euch nicht erzählte“. Das Haus einer gut situierten Familie brennt ab und Ng erzählt die Geschichte, wie es zu diesem Feuer kommt. Ng, die einfach weiß wie man eine Familiengeschichte erzählt, tut dies auch in ihrem neuen Buch wieder. Sie erzählt die Geschichte zweiter ziemlich unterschiedlicher Familien. Auf der einen Seite die Familie Robinson, wohlhabend, kontrolliert und sicherlich auch in ihren straff geplanten Leben gefangen und das Leben von Meg und ihrer Tochter Pearl. Meg, Künstlerin und Wandervogel, zieht von hier nach da und ist nicht wie Familie Robinson verwurzelt. Ng erzählt, wie diese beiden Familien kollidieren und welche Auswirkungen das alles hat.„Little fires everywhere“(Kleine Feuer überall) ist ein ganz starker Roman der sich mit einem hochinteressanten Thema beschäftigt. Hier geht es um Identität, um Zusammenhalt und im Endeffekt um die Fragen: Was macht eine Familie aus? Was bedeutet es eine Familie zu sein? Welche Verantwortung habe ich gegenüber meiner Familie? Verpackt in einen spannenden, intimen Roman schafft es Ng zu unterhalten und zum nachdenken anzuregen. Sprachlich toll geschrieben (man erkennt ihren Stil wieder wenn man ihr erstes Buch gelesen hat) und vor allem einfach spannend und fesselnd.

    Ein wunderbares Buch über Familie und deren Dynamik. Über Menschen und über die Frage was eine Familie ausmacht. Großartig geschrieben und spannend verpackt. Ein tolles Buch und eine klare Empfehlung!

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    KruemelGizmos avatar
    KruemelGizmovor einem Monat
    Rezension zu Kleine Feuer überall

    In wohlgeordneten Shaker Heights, wo alles bis ins Kleinste geregelt ist brennt das Haus der Richardson. In jedem Schlafzimmer hat jemand Feuer gelegt und Elena Richardson steht fassungslos vor ihrem brennenden Haus und versteht nicht wie das in ihrem geordneten Idyll geschehen kann.

    Kleine Feuer überall stammt aus der Feder von Celeste Ng.

    Elena Richardson lebt mit ihrer Familie in Shaker Heights, einem Vorort von Cleveland. In Shaker Heights ist alles geregelt von der Farbwahl des Außenanstrichs der Häuser, der Höhe des Rasens, die Platzierung der Garage usw. Auch die Bewohner führen ein durchgeregeltes Leben, von Kindheit an. Auch Elenas Kinder fügen sich bis auf die jüngste Isabel in dieses Gefüge ein. Aber mit der neuen Mieterin und Haushälterin Mia und ihrer Tochter Pearl gerät dieses Idyll ins Wanken.

    Die Autorin erschafft in diesem Buch ein Vorstadtidyll, von dem es anscheinend kein Entkommen zu geben scheint. Mich als Leser überkam schon mal ein leichtes Grauen bei diesem „Idyll“ in der keine eigene Meinung zählt, sondern die wohlgeordnete Gemeinschaft mit ihren Regelungen und Erwartungen am wichtigsten zu sein scheint.

    Mit den Charakteren habe ich mich manchmal schwer getan. Ihre Gedanken wirkten teils ziemlich befremdlich und ihre Entscheidungen gedankenlos, was sich zwar gelungen in dieses scheinbare Idyll einfügte und passend wirkte, bei mir aber wenig Sympathie entlockte.

    Der Grund für das Drama erschließt sich erst nach und nach, dabei fügt sich die Geschichte langsam zu einem Gesamtbild zusammen, bei der die einzelnen Protagonisten mit ihren Entscheidungen im Laufe des Buches zum Entstehen dieses Feuer beitragen.

    Die Geschichte konnte mich trotz kleinerer Längen fesseln, auch durch den angenehmen Schreibstil der Autorin ließen sich die kleinen Längen für mein Empfinden verschmerzen.

    Mein Fazit:
    Eine Roman, der mich trotz kleinere Längen mit seiner Geschichte fesseln konnte. 

    Kommentare: 7
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    N
    NadineKaavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Dieses Buch hat mich nachhaltig berührt
    Eine wunderschöne Geschichte über die vielen Nuancen zwischen Schwarz und Weiß

    Über das Gewicht von Geheimnissen und den verheerenden Glauben, das bloße Befolgen von Regeln könne Katastrophen verhindern. 


    "Kleine Feuer überall" erzählt eine Geschichte, die zugleich alltäglich und besonders ist. Die gut situierte Familie Richardson führt ein Leben wie aus dem Bilderbuch in dem perfekten Vorort Shaker Heights. Sie nimmt die Künstlerin Mia und ihre Tochter Pearl als Untermieter auf und das Leben der so vollkommen unterschiedlichen Familien vermischt sich, bis alles Gewohnte aus den Bahnen gerät. 

    Celeste Ng kann wunderbar mit Worten umgehen und hat eine Geschichte erschaffen, in die man vollkommen eintauchen kann. Die Charaktere sind glaubhaft und wirken sehr "echt". Ich habe alle Protagonisten sehr ins Herz geschlossen, obwohl sie sicher nicht immer liebenswert erscheinen. Auf irgendeine Weise trägt jeder sein Päckchen mit sich herum und ist so, wie er es eben ist aus einem Grund. Das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht über Richtig und Falsch und darüber, dass nicht jeder diese Begriffe gleich auslegt. Elena Richardson und Mia Warren führen ein komplett unterschiedliches Leben und haben unterschiedliche Entscheidungen getroffen und doch sind sie beide Mütter, die ihre Kinder lieben und hoffen das Richtige zu tun. Inwiefern sie damit Erfolg haben wird wahrscheinlich jeder anders interpretieren. 

    Dieses Buch hat definitiv etwas bei mir hinterlassen und mich nachhaltig berührt, was ich nicht von vielen Geschichten behaupten würde. 

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    borgis avatar
    borgivor 2 Monaten
    Lesehighlight

    Es beginnt mit einem brennenden Haus und der fassungslosen Familie Richardson davor. Direkt im Anschluss erzählt uns Celeste Ng eine unglaubliche Geschichte. Shaker Heights, ein wohlhabender Vorort in Cleveland, ist eine Hochburg von Wohlstand, Regeln und Moral. Speziell Elena Richardson, die dort selbst aufgewachsen ist, hat diese Regeln alle verinnerlicht und ihre Ehe und Familie vollkommen darauf ausgerichtet. Alles beginnt, als die alleinerziehende Mutter Mia Warren mit ihrer Teenager-Tochter Pearl in ein kleines Mietshaus der Richardsons in Shaker Heights zieht.

    Schnell begegnen sich die Mitglieder beider Familien in ihrem Alltag und es gibt immer weitere enge Beziehungen von Mia und Pearl zu allen vier Richardson-Kindern. Bis sich aber im Umfeld beider Familien eine „Störung“ ereignet, deren Entstehung die Mutter Elena Richardson direkt Mia Warren zuschreibt. Von da an verfolgt Elena mit einer Verbissenheit und auch krimineller Energie Mias Leben. Für sich immer gerechtfertigt als Schutz ihres eigenen Umfelds und dem Einhalten ihrer moralischen Vorstellungen. Es ist unfassbar, was Elena damit an Schaden anrichtet. Es ist klar, dass sich das Bild der vielen kleinen Feuerstellen direkt auf das zerstörerische Treiben von Elena bezieht, die dies in ihrer Selbstherrlichkeit allerdings zu keinem Zeitpunkt wahrnimmt.

    Ich fand diese Begegnungen der beiden Familien Richardson und Warren perfekt erzählt und alle Charaktere perfekt gestaltet. Mich persönlich haben die beiden Töchter Izzy und Pearl besonders berührt, beide gleichermaßen ehrlich, empfindsam und sehr intelligent. Schon das erste Buch von Celeste Ng hatte ich begeistert gelesen und nun hat mich „Kleine Feuer überall“ in seinen Bann gezogen und ist mein Lesehighlight für dieses Jahr.

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    W
    WinfriedStanzickvor 2 Monaten
    Ein faszinierender und großer Roman


     

    Celeste Ngs neuer Roman „Kleine Feuer überall“ spielt in den Jahren 1997 und 1998 in einem Vorort von Cleveland in Ohio namens Shaker Heights. Vor Jahrzehnten gegründet, hat sich der Anfangsmythos der ersten Bewohner der Siedlung bis in die neunziger Jahre gehalten. Hier leben anständige gutbürgerliche Familien nach klaren Regeln des Zusammenlebens, an die sich nach wie vor alle halten, sei es die Länge des Rasens oder der Anstrich der Häuser.

     

    Hier in diesem relativ wohlhabenden Vorort einer eher tristen Industriestadt lebt auch Elena Richardson mit ihrer Familie. Ihr Mann ist erfolgreicher Partner einer Anwaltskanzlei, sie selbst hätte als Journalistin auch eine große Karriere machen können, hat ich aber nach der Geburt der Kinder entschlossen, nur für die Lokalzeitung Kolumnen zu schreiben. Aus ihrer Ausbildungszeit hat sie noch viele Kontakte zu Berufskollegen, die sie später im Laufe einer sehr spannenden Handlung nutzen wird. Mit ihren vier Kindern Lexie, Trip, Moody und Izzy ist die Familie schon lange ein fester Bestandteil einer Gesellschaft, in der das Aufregendste der Klatsch über Nicht-Angepasste ist.

     

    Das Buch beginnt mit einem Brand. In jedem der Schlafzimmer des Hauses hat jemand Feuer gelegt. Fassungslos steht Elena Richardson vor ihrem Haus. Ihr ganzes Leben lang hatte sie die Erfahrung gemacht, »dass Leidenschaft so gefährlich ist wie Feuer«. Deshalb passte sie so gut nach Shaker Heights. Celeste Ng lässt von Anfang an keinen Zweifel, dass es die jüngste Tochter der Richardsons war, die nach vielen „kleine Feuern überall“, wie sie später den Leser aufklärt, schlussendlich ein großes Feuer alles niederbrennen lässt. Aber warum hat Isabel, genannt Izzy, das getan, sie, die  zum Ärger ihrer nach außen hin perfekten und wohltätigen Mutter Elena nicht nur eigenständige Gedanken hat, sondern diese auch immer wieder unverblümt ausspricht.

     

    Die nach außen hin so perfekte Fassade der Richardsons beginnt langsam und im Verlauf der Handlung dann immer mehr zu bröckeln, als Elena ein Haus, das sie von ihren Eltern geerbt hat, an die alleinerziehende Künstlerin und Lebenskünstlerin Mia und deren Tochter Pearl vermietet.

    Mia ist eine selbstbewusste Frau, deren Lebensgeschichte im Verlauf des Buches langsam deutlich wird. Nachdem sie zusammen mit ihrer Tochter Pearl (auch deren Geschichte wird langsam immer offensichtlicher)  jahrelang von einem Ort zum anderen gezogen ist,  hat sie ihrer Tochter nun aber versprochen, in Shaker Heights seßhaft zu werden. Alles scheint so weit in Ordnung. Pearl freundet sich mit einer Tochter von Elena an und verbringt schon bald jeden Nachmittag bei den Richardsons. Mia sieht das eher ungern, duldet es aber. Was diese selbstbewusste Individualistin aber nicht duldet, ist das Verhalten einer guten Freundin von Elena, die das Kind einer Arbeitskollegin von Mia adoptieren und es so seiner Mutter wegnehmen will. Die Heftigkeit des Engagements  Mias weckt schon früh im Leser den Verdacht, dass es hier biographische Hintergründe geben könnte.

     

    Elena beschließt, ihrer Freundin zu helfen, indem sie beginnt in der  Vergangenheit  Mias herumzuschnüffeln, um eine Waffe gegen sie in der Hand zu haben. Und schon bald gibt es viele „kleine Feuer überall“.

    Jeder einzelne Romancharakter ist von Celeste Ng genau ausgemalt und beschrieben mit einer unverwechselbaren Persönlichkeit ausgestattet. Insbesondere Elena verändert ihr zunächst durchaus sympathisches Wesen in eine Frau, die andere manipuliert und verleumdet.

     

    Im Hintergrund thematisiert Celeste Ng das Thema des Verhältnisses von Müttern zu ihren Kindern und ob sie in jedem Fall, auch wenn sie einmal in einer persönlichen Notlage anders entschieden haben, ein Recht auf ihr Kind haben.

     

    Durch den permanenten Wechsel der Erzählperspektive erzeugt sie nicht nur eine für einen normalen Roman sehr große Spannung, die sie bis zum Ende, das ja eigentlich vom Beginn schon bekannt ist, aufrechterhält, sondern sie schenkt allen Figuren eine unverwechselbare Persönlichkeit.

     

    „Kleine Feuer überall“ ist ein faszinierender und großer Roman, das faszinierende Psychogramm zweier Vorstadtfamilien. Ein mit Herzblut geschriebenes Buch, das viele große Fragen aufwirft, gewidmet all jenen „die eigene Wege gehen und überall kleine Feuer legen."

     

     



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    tine1211s avatar
    tine1211vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Intelligente Verknüpfung von Intrigen und Verrat vor spießbürgerlicher Kulisse
    Für die kleinen Feuer im Leben

    Kleine Feuer überall von Celeste Ng

    Es brennt! In jedem der Schlafzimmer hat jemand Feuer gelegt. Fassungslos steht Elena Richardson im Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes draußen auf dem Rasen und starrt in die Flammen.

    Ihr ganzes Leben lang hatte sie die Erfahrung gemacht, »dass Leidenschaft so gefährlich ist wie Feuer«. Deshalb passte sie so gut nach Shaker Heights, den wohlhabenden Vorort von Cleveland, Ohio, in dem der Außenanstrich der Häuser ebenso geregelt ist wie das Alltagsleben seiner Bewohner. Ihr Mann ist Partner einer Anwaltskanzlei, sie selbst schreibt Kolumnen für die Lokalzeitung, die vier halbwüchsigen Kinder sind bis auf das jüngste, Isabel, wohlgeraten. Doch es brennt. Elenas scheinbar unanfechtbares Idyll – alles Asche und Rauch?

     

    Zum Inhalt:

    In dem beschaulichen Vorort von Cleveland Shaker Heights ist alles perfekt. Alles ist geplant, angepasst und organisiert, es gibt keine bösen Überraschungen Klatschthemen betreffen eher die „Ausreißer“. Ein Paradebeispiel dieser Bewohner ist die Familie Richardson. Die Mutter Elena ist in Shaker Heights aufgewachsen und hat ein gutes Herz. Aus diesem Grund vermietet sie als gute Tat der alleinerziehenden Künstlerin Mia und ihrer Tochter Pearl eines ihrer Häuser. Pearl und Mia verstehen sich gut mit der Familie Richardson und so kommt es, dass sich Pearl mit Elenas Kindern anfreundet. Nur die Tochter Lizzie, der Rebell der Familie und Individualistin, sucht lieber den Kontakt zu Mia und verbringt viel Zeit mit ihr in ihrem Atelier. Denn beide sind anders als die Bewohner von Shaker Heights.

    Als in einem erbitternden  Adoptionsstreit von Elenas Freundin Mia gegen die Interessen von Elena arbeitet und den Prozess zu gefährden droht, beginnt Elena, in Mias Vergangenheit zu stöbern und fördert ein großes und dunkles Geheimnis zu Tage. Mit dieser Waffe in der Hand verursacht Elena bereits kleine Feuer, die sich zu einem Großbrand innerhalb ihrer eigenen Familie ausdehnt. Denn auch innerhalb der Familie gibt es Geheimnisse und Verfehlungen, die die Fassade der Gutbürgerlichkeit von Shaker Heights gefährden. Und plötzlich verschwindet Lizzie spurlos…

    Celeste Ng, geboren und aufgewachsen unter anderem in Shaker Heights, der Kulisse ihres neuen Romans, wurde bekannt mit ihrem ersten Bestsellerroman „Was ich euch nicht erzählte“.

    Meine Meinung:

    Ich kannte bisher noch keinen Roman der Autorin und war sehr neugierig auf die Geschichte. Der Klappentext selber gab wenig Aufschluss über die Story und ich hatte völlig andere Erwartungen. Diese wurden allerdings mehr als positiv erfüllt. Die Geschichte handelt von der gutbürgerlichen Familie Richardson, allen voran Mutter Elena. Diese ist bereits in Shaker Heights aufgewachsen und die Zukunft der Kinder ist bereits durchgeplant. Als die eigenständige Mia mit ihrer Tochter Pearl in deren Leben tritt, bekommen diese plötzlich einen anderen Blick auf die Welt und ihren Möglichkeiten. Besonders Lizzie, die als Rebell der Richardsons einen dauernden Streit und Widerstand ausficht, fühlt sich deshalb von Mia angezogen.

    Der Blick in die Gutbürgerlichkeit und der Gegensatz des alternativen Künstlerdaseins, hat die Autorin auf intelligente Art miteinander verwoben. Beide Leben finden einen Gleichklang, der von Ereignissen und Geheimnissen überschattet wird. Der Kontrast und die Verflechtungen sind sehr gut nachzuvollziehen und ziehen den Leser in den Bann.

    Auch die brave und kokette Elena, die sich gerne als Retter und Verfechterin gegen Unrecht rühmt, zeigt plötzlich eine ganz andere Fassade, als Mia sich in einem Rechtsstreit einer Freundin gegen sie wendet.

    Der Leser erlebt einen unverfälschten Blick hinter die Fassade und Schein der amerikanischen Bürgerlichkeit. Für mich ein großartiges Buch, was zu Diskussionen animiert und zum Denken anregt.

    Für mich eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

     

    Erschienen 2018 im dtv Verlag

    ISBN 978-3-423-28156-0

    382 Seiten

     

     

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    R
    RubyKairovor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wunderbares Werk, sanfte und eindringliche Lektüre großartig erzählt.
    Der zweite unvergessliche Roman der internationalen Bestsellerautorin.

              Dieser Roman ist die Perle der Saison.  Die Künstlerin Mia die es nirgendwo lange aushielt und ihre 16 jährige Tochter Pearl sind weit gereist, sind moderne Nomaden in den USA und schlagen immer dort ihre Zelte auf, wo Mia gerade ein neues Projekt kreieren möchte. Das Fernweh der Mutter bestimmte weitgehend die Kindheit des Mädchens, nun soll sie ausgerechnet in einer spießigen Plansiedlung Wurzeln schlagen. Doch Mia weiß, dass Pearl wachsende Sehnsucht nach Sesshaftigkeit verspürt. Deshalb, in der Plangemeinde "Shaker Heights" bei Cleveland - sehr geordnet mit frisch getünchten Villen und von Menschen bewohnt, die nach außen hin perfekt wirken - mietet Mia kuzerhand eine Wohnung. Ihre Vermieter sind die Richardsons, ein erfolgreiches Paar - er Jurist, sie Journalistin - mit vier fast erwachsenen Kindern. Diese beiden absolut unterschiedlichen Welten prallen aufeinander, als sich Pearl mit den Kindern der Richardsons anfreundet. Neugier und wechselseitige Anziehung sind stark. Und so dauert es nicht lange, bis uneingestandene Gefühle hochkochen, lang gehütete Geheimnisse ans Licht kommen, tief verankerte Weltanschauungen ins Wanken geraten und überall viele kleine Feuer zu lodern beginnen.  "Kleine Feuer überall" ist psychologisch fesselnd; der Roman kommt wohl stilistisch als auch inhaltlich zunächst leichtfüßig daher, um ganz still und heimlich eine intensive, bleibende Wirkung zu entfachen. Er lebt von den wunderbaren und vielfältigen Charakteren. Ein großartiges Gesellschaftsbild, privilegierte und vermeintlich primitive Familie stoßen aufeinander. Beide Seiten stürzen ins Unglück und was war der Auslöser? Dieser Roman ist ein absoluter Glücksgriff. Es geht um Vorurteile, Kleinstadtleben, um Beginnen und Aufhören, um Liebe, um Familie und um Träume. Eine sehr ungewöhnliche und berührende Geschichte, zu empfehlen für Leser, die gern zwischen den Zeilen lesen und mitdenken. Er lässt sich so einfach lesen und ist doch so tiefsinnig und regt die eigenen Gedanken an. Was hat Izzy wohl dazu bewogen, das elterliche Haus im idyllischen Vorort anzuzünden? Es erscheint dem Leser zunächst so unwirklich und wird doch im Laufe der Geschichte so deutlich. Ein wunderbares Werk, sanfte und eindringliche Lektüre großartig erzählt.
           

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    GrauerVogels avatar
    GrauerVogelvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Cineastisch geschrieben, facettenreich und sehr aufmerksam beobachtet.
    Geheimnisse, Geschichten und Gefühle

    In Shaker Heights folgt alles klaren Regeln. Hier scheinen Mia und ihre Tochter Pearl so gar nicht hineinzupassen, denn Mia arbeitet als freie Künstlerin und ist die letzten Jahre mit Pearl wie eine Vagabundin durch das Land gereist. Bald schon freundet sich Pearl mit den Kindern der Familie Richardson an und hat zum ersten Mal in ihrem Leben Freunde. Nur die jüngste Tochter, Izzy, erscheint unangepasst und rebellisch. Wer wird am Ende - bzw. am Anfang - das Haus der Richardsons abbrennen und warum?


    Wie schon das erste Buch von Celeste Ng ist dieses wieder ein Puzzle aus Geheimnissen und persönlichen Geschichten. Und wieder erfahren wir ganz am Anfang, worauf alles hinauslaufen wird und im Folgenden geht es darum, wie es dazu kam. Obwohl diese deutlichen Parallelen vorhanden sind, ist die Geschichte ganz anders und ganz eigen. Dass man hier wieder die eindeutige Handschrift von Celeste Ng erkennen konnte, hat mir sogar sehr gefallen.

    Die Charaktere sind wieder sehr lebendig und real gestaltet. Mia hat mich etwas an eine ehemalige Kunstlehrerin erinnert und sie war mir sehr sympathisch.
    Pearl ist anfangs überfordert im Haus ihrer neuen Freunde, freut sich aber zunehmend über den Anschluss dort, was ich sehr glaubwürdig fand. Teilweise fand ich sie zu naiv, allerdings finde ich es nur real, dass ein Teenager, der noch nie wirklich Erfahrungen im Sozialleben gesammelt hat, sehr leicht beeinflussbar ist.
    Izzy ist mein absoluter Lieblingscharakter in diesem Buch und sie ist mir sehr ans Herz gewachsen. Sie hat einen starken Gerechtigkeitssinn und immer gute Gründe für ihr Handeln, jedoch hört ihr zuhause niemand wirklich zu. Ich hatte Mitleid mit ihr, wie es ihr zuhause ergangen ist.

    Die Nebencharaktere waren in manchen Fällen - wie etwa Mrs. Richardson oder Bebe - für mich sehr lebendig und mit ausreichend Hintergrund ausgestattet, gerade bei den Kindern Lexie, Trip und Moody fehlten mir aber ein wenig mehr Informationen. Man erfährt gerade mal von Lexie eine weitere Freundin, über Freunde der Jungs erfährt man nichts weiter von keinem der drei erfährt man überhaupt den vollen Namen, soweit ich mich erinnern kann. Auch ihr Privatleben außerhalb von Schule und Fernsehen wird kaum angesprochen, nur selten mal etwas erwähnt, das fand ich etwas schade.

    Der Schreibstil ist dafür wieder mal fantastisch. Celeste Ng schafft es, einfach immer wieder den Nagel auf den Kopf zu treffen. Ihre Formulierungen sind neu und absolut treffend und zeugen von unheimlich viel Weitsicht und einer gewissen Weisheit. Es ist die Sprache von jemandem mit viel Lebenserfahrung, der genau beobachtet. Loben muss man im Zuge dessen natürlich auch einmal die großartige Übersetzung, ohne die das gar nicht so grandios zu lesen wäre!

    Wieder ein wahres Meisterwerk der Autorin, die nach gerade mal zwei Veröffentlichungen nun offiziell meine Lieblingsautorin geworden ist. Ich hoffe, sie schreibt noch viele weitere Bücher!
    Wieder einmal sieht man hier, wie fatal Schweigen, Lügen und Geheimnisse werden können und das in einem sprachlich raffinierten Gewand und so bildgebend, als würde man eine Serie schauen. Da verwundert es nicht, dass es genau die bald geben soll.

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    S
    Streiflichtvor 3 Monaten
    Wieder unglaublich genau und berührend

    Wie schon in ihrem ersten Buch „Was ich euch nicht erzählte“ schreibt Autorin Celeste Ng auch in diesem Roman wieder unglaublich genau, berührend und authentisch. Der Leser erfährt aus erster Hand von dem Brand und erlebt mit, wie die Familie Richardson fassungslos vor dem kaputten, unbewohnbaren Haus steht. Dann der Sprung in die Vergangenheit, wie die neuen Mieter, eine alleinerziehende Künstlerin Mia mit ihrer Teenagertochter Pearl auftauchen, und wie sich die Lebenswelten der beiden so unterschiedlichen Familien immer mehr mischen.
    Celeste Ng schreibt sprachlich gekonnt, fast schon poetisch. Immer wieder taucht das Feuer im Buch auf. Sie seziert gleichsam die Vergangenheit, die im aktuellen Brand gipfelt. Lügen, Geheimnisse, Eifersucht, Liebe und Ängste und vieles andere mehr spielen eine Rolle und werden in das Geschehen eingebunden.
    Das anfangs so idyllische Familienleben der Richardsons zerfällt immer mehr, wie die Fassade des Hauses durch den Brand. Eine Ruine entsteht – das beschreibt die Autorin unglaublich nah. Die Charaktere sind genau gezeichnet und sorgen beim Leser für Mitgefühl, Ablehnung und un-glaubliche Spannung.
    Wie schon der erste Roman hat mich auch „Kleine Feuer überall“ sehr berührt und bewegt. Eine durchdringende, emotionsgeladene und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählte Geschichte, die bis zum Ende fesselnd ist.

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    anushkas avatar
    anushkavor 3 Monaten
    Faszinierendes Buch über die amerikanische Gesellschaft

    In der perfekt durchgeplanten Stadt Shaker Heights, ein Vorort von Cleveland; brennt ein Haus: das der Familie Richardson. Alle reden darüber, dass die jüngste Tochter, Isabelle, nun endlich durchgedreht ist und das Haus ihrer eigenen Familie angezündet hat. Doch wie konnte es so weit kommen?
    Schritt für Schritt entfaltet sich die Vorgeschichte. Wie die Mutter der Familie aus Herzensgüte ein kleines Mietshaus, das ihr gehört, an Bedürftige vermietet und dabei selbstverständlich erwartet, dass diese sich dankbar zeigen und wissen, wo ihr Platz im Leben ist. Dieses Mal hat sie sich die alleinstehende Künstlerin Mia ins Haus geholt, die mit ihrer Tochter Pearl nach jedem abgeschlossenen Kunstprojekt in eine neue Stadt zieht. Pearl ihrerseits sehnt sich nach Beständigkeit und Mia hat ihr versprochen, dass Shaker Heights der Ort ist, an dem sie sesshaft werden. In den Kindern der Richardsons findet Pearl direkt Freunde und diese wiederum sind sehr zu dem Mutter-Tochter-Gespann hingezogen. So verknüpfen sich die Leben und Schicksale immer weiter, bis sie fast voneinander unlösbar sind. Doch dann verstößt Mia gegen die Konventionen dieser kleinen perfekten Gemeinde, verlöst den Platz, den man ihr zugedacht hat und bringt damit alles ins Wanken ...

    Mit "Kleine Feuer überall" ist Celeste Ng wieder ein spannender Roman gelungen, der zwar seinen Ausgangspunkt in einer Straftat hat, an sich aber kein Krimi oder Thriller ist. Vielmehr geht es um die vielen Arten zwischenmenschlicher Verwicklungen, Missverständnisse und unerfüllte Erwartungen. Und auch darum, was Menschen sich im Falle von wahrgenommenen Normverletzungen gegenseitig antun können, ohne dabei einmal die Normen selbst zu hinterfragen. Die Autorin hat die Figuren sehr feinsinnig entworfen und analysiert und sehr lebensnah dargestellt. Elena Richardsons "entitlement" oder Privileg ist sicherlich schon vordergründig erkennbar, aber wie tief ihr Denken und Handeln davon durchdrungen sind, welche Vorurteile und Doppelmoral sie hegt, offenbart sich erst nach und nach. Dabei ist das Buch gleichzeitig keine Hetzschrift gegen die privilegierte Elite, sondern versucht zu sezieren, wie sie funktioniert. Elena greift mit solch überzeugter Selbstverständlichkeit in das Leben anderer ein und ist ignorant gegenüber den Auswirkungen ihres Handelns auf andere, dass beim Lesen durchaus Beklemmung aufkommt und man Elena immer wieder kräftig durchschütteln möchte. Vor allem aber ist es ein Buch über die amerikanische Gesellschaft und die Probleme ihrer Mittelschicht. Die Geschichte selbst wirkt zwar eher klein und unspektakulär, und Leser, die ein hohes Tempo und einen atemberaubenden Spannungsbogen im Stile von Krimis oder Thrillern erwarten, dürften enttäuscht sein, aber die Charakterstudien sind faszinierend und meiner Meinung nach der eigentliche Kernpunkt. Und auch die Dynamik von Geheimnissen spielt eine erhebliche Rolle.

    Alles in allem ist "Kleine Feuer überall" ein sehr empfehlenswertes Buch, das hinter die wohl gehüteten Fassaden blickt und von der zwischenmenschlichen Tragik lebt. Es ist ein Buch, das definitiv zum Nachdenken anregt und jede Menge Diskussionsstoff bietet.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Daniliesings avatar

    Der zweite unvergessliche Roman von Celeste Ng


    Nach ihrem brillanten literarischen Thriller "Was ich euch nicht erzählte" erscheint nun endlich das neue Buch der US-amerikanischen Autorin Celeste Ng. "Kleine Feuer überall" ist ein fesselnder Gesellschaftsroman, der einen genauen Blick hinter die Idylle des Vorstädtchens Shaker Heights gewährt.

    “Zu sagen, dass ich dieses Buch fantastisch finde, wäre ein Understatement. Es ist ein tiefes psychologisches Mysterium über die Kraft des Mutterseins, die Intensität erster Liebe und die Gefahr von Perfektion. Es hat mich zu Tränen gerührt.“ Reese Witherspoon (die bereits eine Verfilmung des Romans als Serie plant!)

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    Es brennt! In jedem der Schlafzimmer hat jemand Feuer gelegt. Fassungslos steht Elena Richardson im Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes draußen auf dem Rasen und starrt in die Flammen. Ihr ganzes Leben lang hatte sie die Erfahrung gemacht, »dass Leidenschaft so gefährlich ist wie Feuer«. Deshalb passte sie so gut nach Shaker Heights, den wohlhabenden Vorort von Cleveland, Ohio, in dem der Außenanstrich der Häuser ebenso geregelt ist wie das Alltagsleben seiner Bewohner. Ihr Mann ist Partner einer Anwaltskanzlei, sie selbst schreibt Kolumnen für die Lokalzeitung, die vier halbwüchsigen Kinder sind bis auf das jüngste, Isabel, wohlgeraten. Doch es brennt. Elenas scheinbar unanfechtbares Idyll – alles Asche und Rauch?

    >> Gleich reinlesen: Leseprobe
    >> Special zur Autorin auf www.dtv.de/celesteng

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    hallolisas avatar
    Letzter Beitrag von  hallolisavor 4 Monaten
    Danke an alle fürs Mitlesen! :)
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