"Die hier gesammelten Gedichte schrieb ein Großstädter für Großstädter. Er versuchte sich zu besinnen. Denn man kann die Besinnung verlieren, aber man muss sie wieder finden. Man müsste wieder spüren: Die Zeit vergeht, und sie dauert, und beides geschieht im gleichen Atemzug. Der Flieder verwelkt um zu blühen. Und er blüht, weil er welken wird. Der Sinn der Jahreszeiten übertrifft den Sinn der Jahrhunderte."
Erich Kästners letzter Gedichtband ist ein kurzes, aber nichtsdestotrotz wunderschönes Zeugnis seines dichterischen Könnens. Und vor allem ist es ein Buch, das man immer wieder lesen kann, entweder den Text passend zur Jahreszeit, oder das ganze Büchlein, wenn man sich unglücklich oder fern jeder Magie und der Weltzusammenhänge fühlt. Es gibt nur wenige Bücher, die einem in solch einer Situation neue Flügelschläge verleihen, neue Aufwärtswinde - "Die dreizehn Monate" sind eines dieser seltenen, ausgewogenen, Lebenskraft spendenden Werke.
"Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott.
Aus Herrlichkeit wird Nahrung.
Aus manchem, was das Herz erfuhr,
wird, bestenfalls, Erfahrung.
Es wird, es war. Es war, es wird.
Aus Kälbern werden Rinder
und, weil's zur Jahreszeit gehört,
aus Küssen kleine Kinder."
-Aus dem Gedicht 'Der Juni'-
Man mag es bedauern und ich bedaure es sehr, dass Kästner nach 1945 nur noch zwei Gedichtbände veröffentlicht hat. Aber bedauern sollte man es ja gerade nicht, denn gerade diese zwei sind mir unersetzlich geworden (Die Gedichte des anderen, die genialen Epigramme , sind mir sogar schon sprichwörtlich geworden).
Ich kann also jedem nur empfehlen Kästner als Dichter zu entdecken, sowohl in diesen beiden Spätwerken, als auch in den kritischen Weimarer Republik-Gedichten (siehe Herz auf Taille ). Nicht nur besitzt seine Lyrik eine ganz eigene Art der Genialität, sie ist auch geradeheraus, munter und trotzdem filigran und nirgendwo, außer vielleicht bei Heine, hat sie eine solche Klarheit nebst formaler Heiterkeit erreicht.
"Nun hebt das Jahr die Sense hoch
und mäht die Sommertage wie ein Bauer.
Wer sät, muss mähen
und wer mäht, muss säen.
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.
Doch was, nun gar,
könnten ein paar
Verse vermögen, zu sehn?
Es hatte, wieder mal und wie so oft,
das letzte Wort - ganz unverhofft
jenes kleine Wort: Trotzdem."
Celestino Piatti
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Celestino Piatti
Die Legende vom vierten König
Piatti für Kinder (Limitierte Sonderausgabe)
Eulenglück
ABC der Tiere
Die Heilige Nacht
Neue Rezensionen zu Celestino Piatti
Wer kennt nicht Celestino Piatti? Nein? Bestimmt schon mal gesehen, wenn nicht gar gelesen! Er wurde 1922 in Wangen bei Zürich geboren. Seit 1948 arbeitete Piatti als freier Grafiker, Autor und Karikaturist. Insgesamt schuf Piatti über 6300 Buchumschläge, Bilderbücher und Buchillustrationen, Briefmarken, unter anderem für die Schweizerfibel. Die Eule war sein Kennzeichen, genau wie der grafische Stil mit den markanten schwarzen Linien. Die Gestaltung tausender Buchumschläge machte Celestino Piatti zur Ikone. Heute gehört er zu den bekanntesten Schweizer Künstlern. Seine Kinderbücher sind weltberühmt. Sein Werk wurde mehrfach ausgezeichnet. Im Jahr 2007 starb Celestino Piatti im Kanton Basel-Land. Der Nord Süd Verlag hat seine sieben Bilderbücher als Hommage an den großen Künstler als Gesamtausgabe herausgebracht. Ich zumindest kann mich an den Grafiken nicht sattsehen. Enthalten sind folgende Geschichten:
ABC der Tiere
Barbara und der Siebenschläfer
Eulenglück
Der kleine Krebs
Zirkus Nock
Der goldene Apfel
Die Heilige Nacht
Das ABC der Tiere ist in lustiger Reimform gestaltet, zu jedem Buchstaben wird ein Tier vorgestellt. Aber in den lustigen Reimen sind auch gute Informationen zum jeweiligen Tier verpackt.
Barbara und der Siebenschläfer: Barbara hat Angst, denn des Nachts rappelt es in ihrem Zimmer. Ein Siebenschläfer hat ein Winterquartier gesucht. Der Papa fängt ihn ein. Und das Tier erzählt Barbara etwas über den Siebenschläfer
Eulenglück: Eine wunderschöne Geschichte über ein Eulenpärchen, das nie streitet.
Der kleine Krebs: Ein kleiner Krebs, der nicht rückwärts laufen mag, ein Stinktier, das nicht mehr stinken mag, eine Kröte, die im Sonnenschein marschieren möchte, ein Biber, der mal faul sein möchte, ein Hase, der in Ruhe den Wald genießen möchte ... kann denn hier jeder machen, was er will?
Zirkus Nock: Wir lernen die Zirkusfamilie kennen und dann: Manege frei! Hier gibt es viel zu entdecken.
Der goldene Apfel: An einem prachtvollen Baum hängt auf einmal ein goldener Apfel, ganz hoch im Gipfel. Es kommt, wie es kommen muss, die Begierde ist groß; ein jeder will den Apfel haben – meint, er stehe ihm zu. Eine Reihe von Tieren zankt sich um den Apfel ...
Die Heilige Nacht: Zum Abschluss wird die Weihnachtsgeschichte präsentiert.
Neben den feinen Erzählungen sticht natürlich auf jeder Seite die Grafik heraus. Ein Augenschmaus nicht nur für Kinder. Piatti hat seinen einzigartigen Stil. Die Natur ist sein Thema und er ist ein sehr genauer Beobachter. Kräftige, leuchtende Farben zeichnen ihn aus und er ist ein Meister der Reduktion. In seinen ersten Werken arbeitet er mit extrem dicken, schwarzen Konturen. In späteren Werken, wie dem Krebs und dem Siebenschläfer wird er fragiler, benutzt Mischtechniken mit Aquarell und Zeichenfeder. Der Nord Süd Verlag gibt eine Altersempfehlung ab 5 Jahren für dieses Kinderbuch, was nicht falsch ist für die längeren Geschichten. Anschauen kann man die Bücher ab drei Jahren – die Texte fügt man später hinzu. Denn die sind auch in verschiedenen Altersstufen zu bewerten, die komplexeste ist die Weihnachtsgeschichte. Ein Buch, das sicher auch ein Erwachsener immer wieder zur Hand nimmt. Für Piatti ist man niemals zu alt. Ein Buch, das mit dem Kind mitwächst ... Als Geschenkidee die absolute Empfehlung!
https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/piatti-fur-kinder-rezension.html
Inhalt:
Eulenglück
ABC der Tiere
Barbara und der Siebenschläfer
Der kleine Krebs
Zirkus Nock
Der goldene Apfel
Die heilige Nacht
Das Buch hat einen Umschlag und der Einband besteht aus grauer Pappe ohne festen Rücken. Damit zeigt es schon seine Besonderheit. Auf der Seite 210 wird der Künstler Celestino Piatti vorstellt, dessen besondere Grafiken das Buch ausmacht. Sieben von ihm bebilderte Geschichten beinhaltet dieses Buch. Es beginnt mit dem „ABC der Tiere“ Zu jedem Tier gibt es ein kleines Gedicht und natürlich ein Bild von Piatti. Da gibt es bunte Chamäleons mit langer Zunge, der Löwe gemeinsam mit der Maus, die Schnecke und den Tiger. Am Schluss springt ein Zebra durchs Bild.
In der nächsten Geschichte lernen wir „Barbara und der Siebenschläfer“ kennen. Die Eltern fangen den Siebenschläfer, der im Haus eingezogen ist und setzten ihn in einen Käfig. Dort erzählt der Babara aus einem Leben und am Ende ist klar, dass sie ihn frei lassen muss. Die Bilder von Siebenschläfer sind weich und sehr schön.
„Eulenglück“ erzählt die Geschichte eines Eulenpaares. Sie beobachten die anderen Tiere in der Umgebung und erklären ihnen, wie sie die Welt sehen. Doch die Hühner, Enten und Gänse würde dieses Leben nicht glücklich machen, sie wollen weiter streiten. So ist das mit den weißen Eulen, sie leben ruhig und zufrieden, können aber die anderen nicht überzeugen.
„Der kleine Krebs“ wandert durch den Wald und trifft auf die unterschiedlichsten Tiere. Sie stellen fest, dass sie alle unterschiedlich sind und versuchen sich anzupassen. Doch am Ende wissen sie „Alle Tiere tun genau das, was am besten zu ihnen passt.“
Der „Zirkus Nock“ zeigt in schönen Bildern, wie es im Zirkus hergeht. „Der goldene Apfel“ hängt in einem Baum und der Löwe findet, er steht ihm als König der Tiere zu. Der Elefant, als schwerstes Tier erhebt auch Anspruch, auch andere Tiere finden eine Begründung, dass der Apfel ihnen gehöre.
In der letzten Geschichte wird die Geschichte um die Geburt Jesu erzählt. „Die heilige Nacht“ zeigt Bilder zur bekannten Geschichte.
Ein wunderschönes Buch, dass die Verschiedenheit der Werk Piattis sehr schön abbildet.
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