Cesarina Vighy

 3.7 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Mein letzter Sommer, Mein letzter Sommer und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Cesarina Vighy

Cesarina VighyMein letzter Sommer
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Mein letzter Sommer
Mein letzter Sommer
 (4)
Erschienen am 09.01.2012
Cesarina VighyMein letzter Sommer
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Mein letzter Sommer
Mein letzter Sommer
 (2)
Erschienen am 16.04.2016
Cesarina VighyEl ultimo verano / The Last Summer
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El ultimo verano / The Last Summer
El ultimo verano / The Last Summer
 (0)
Erschienen am 15.02.2011
Cesarina VighyL'ultima estate. Mein letzter Sommer, italienische Ausgabe
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L'ultima estate. Mein letzter Sommer, italienische Ausgabe
Cesarina VighyL'ultima estate
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L'ultima estate
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Erschienen am 23.02.2010

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Rezension zu "Mein letzter Sommer" von Cesarina Vighy

Mein letzter Sommer.
gsimakvor 2 Jahren

Meine Meinung
Mit "Mein letzter Sommer" ist der Autorin ein zu Herzen gehender Roman gelungen. Sie wird in dieser Geschichte Z genannt. Ein andere Person berichtet stets über ihren Zustand. Mit 70 Jahren ist sie an der Nervenkrankheit ALS erkrankt. Mit Galgenhumor beschreibt sie die Auswirkungen ihrer Krankheit. Dem Tode geweiht liegt sie in ihrem Bett und träumt von sämtlichen Verwandten. Den Reaktionen ihrer Umwelt begegnet sie mit bitterbösen Gedanken und Selbstironie. Sie selbst hat eine Abscheu, vor alten- und kranken Menschen; das, obwohl sie Beides selber ist.
Sehr gut haben mir die Beschreibungen von ihrer Kindheit bis ins Erwachsenenalter gefallen. Wir werden nach Venedig und Rom entführt. Ihren Großvater fand ich oftmals sehr hartherzig. Es ist für mich unvorstellbar, wie ein Vater seine Tochter beschimpfen kann, weil diese nun alle Anzeichen einer werdenden Frau hat. Das Leben von Amelias Mutter war mit Sicherheit nicht leicht.Amelia ist sehr in sich gekehrt, was auf viele Menschen den Eindruck erweckt, sie wäre eingebildet. 
Einerseits erleben wir das Sterben von Amelia- anderseits ihre ganzes Leben mit. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, die sich allen widrigen Lebensumständen stellt und ihren steinigen Weg bewältigt. Eine starke Frau, die eines Tages stolpert. Sie denkt sich nichts dabei. Dann passiert es immer wieder. Wir erleben mit, wie Amelia auf einmal auf Ärzte angewiesen ist. Aus jedem Wort die Wahrheit sucht. Langsam aber sicher ihre Selbstständigkeit verliert.
Fazit

In Venedig geboren und lange Zeit in Rom gelebt, erzählt uns Amelia aus dem zweiten Weltkrieg und seiner Vorgeschichte. Nie ohne Sarkasmus und Witz. Liebes- und Arbeitsleben sind auch mit einer kräftigen Prise Humor gewürzt.Wunderschöne Zitate und ein Schreibstil mit Erkennungswert, machen dieses Drama zu einem ganz besonderen Lesegenuss. "Mein letzter Sommer" ist ein kleines Büchlein, welches ich aber nicht auf einem Rutsch durchgelesen habe. Manche Sätze habe ich zweimal gelesen.>>Der Regen fällt wie feine Nadeln und beweist noch einmal. dass Silber so viel eleganter ist als Gold<<. (Seite 113)Schallend lachen musste ich, als Amelia von einem Tierarzt behandelt werden wollte, auf den sie sehr viel hielt.Aus der Perspektive einer Sterbenden erfahren wir, wie sie ihre Umwelt wahr nimmt. Welche Äußerungen für sie wenig hilfreich sind. Wie sie sich nach Ehrlichkeit sehnt und auch wiederum nicht. Ein Roman. mit biographischen Zügen, der einen beim Lesen nicht kalt lässt.Ein Leben, an dem so mancher zerbrechen würde.
Eine absolute Empfehlung von mir.
Danke Cesarina Vighy 

Mein Dank geht an den Atlantik-Verlag

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Claris avatar

Rezension zu "Mein letzter Sommer" von Cesarina Vighy

Rezension zu "Mein letzter Sommer" von Cesarina Vighy
Clarivor 8 Jahren

Spaziergang auf den Spuren der Vergangenheit.

Was in diesem kleinen biographischen Roman mit der Diagnose einer tödlichen Krankheit beginnt, das wandelt sich in der Erinnerung der Protagonistin in diesem kleinen Roman zu einem Spaziergang durch das vergangene Jahrhundert.

Mit der ausweglosen Diagnose ALS ( Amyotrophe Lateralsklerose) konfrontiert kann die Kranke diese mit Ironie, einem Schuss Selbstverleugnung und kritischen Bemerkungen zur Reaktion der Umwelt parieren.

Bald schon wenden sich ihre Gedanken rückblickend der eigenen Familiengeschichte zu. Der egoistische und harte Großvater bot nach dem frühen Tod der Mutter seiner eigenen Tochter außer Strafen und Drohungen nichts, so dass sie eines Tages das Weite suchte.
Ein verheirateter Rechtsanwalt wird ihr Partner und der Vater ihrer Tochter. Die Beziehung bleibt unlegalisiert. Z. ist das sehr geliebte Kind aus der Verbindung. Sie heißt Amelia und wird Pucci genannt.
Nun ist sie siebzig Jahre alt und sieht ihr Ende kommen.

Mit Humor und Selbstironie überspielt Cesarina Vighy ihre eigene Erkrankung mit ALS, in dem sie sich den Erinnerungen an Vergangenes hingibt. Was der Fantasie, und was der Wirklichkeit geschuldet ist, bleibt dahingestellt.

Herausgekommen ist eine skurrile Familiengeschichte in Italien, die einen Teil der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts umfasst. Von der Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs geht es über den Zweiten Weltkrieg bis zu den siebziger Jahren, als auch in Italien der Aufruhr herrschte, und die roten Brigaden Aldo Moro ermordeten. In leichtem Ton, frech und ohne Selbstmitleid berichtet die Erzählerin von sich und ihrer Familie und bietet Einblicke in das ferne Rom und die geliebte Stadt Venedig.
Der Vater, ein Sozialist, überlebte den Zweiten Weltkrieg, und die Eltern lebten vierzig Jahre glücklich zusammen, bis der Tod des Vaters dem Glück ein Ende bereitete.

Pucci ist ihren eigenen Weg gegangen. Anrührende Sätze gelingen der Autorin, wenn sie die Ambivalenz zwischen Eltern und Kindern beschreibt.
Das Hohelied des Vaters „ Er war pädagogisch, ohne je zu langweilen, und seine spontane Methode muss wirksam gewesen sein, wenn sie mir für immer den einzigen Reichtum geschenkt hat, den ich sogar noch heute genießen kann: die Neugier, die Liebe zu Dichtern, Erzählern und zur Schönheit“.

Töchter und Mütter werden in ihren komplexen Widersprüchlichkeiten zitiert, und es bleibt die Gewissheit, dass hier eine aus dem wahren Leben erzählt!

Die eigene Krankheit bildet den Rahmen um eine Geschichte, die den Reichtum, das Unglück und die Gegebenheiten eines langen Lebens umfassen, das nunmehr unweigerlich auf das Ende zusteuert. Anrührend, ehrlich und ausdrucksvoll weiß Cesarina Vighy über ihre Liebe zu den schönen Dingen des Lebens zu berichten. Aber auch die steten Ängste vor dem Morgen sind präsent. Kühl und sachlich aber nicht ohne Tiefenschärfe sieht sie sich mit ihrer eigenen Vergänglichkeit konfrontiert und lässt uns Gefühle spüren, die Sterbende bedrängen mögen. Feinsinnig und kunstvoll weiß sie ihre Worte so zu setzen, dass niemals Peinlichkeiten aufkommen.

Cesarina Vighy ist ein außerordentlich intensives und komprimiertes Werk von realistischer und aussagekräftiger Dichtkunst gelungen. Die hoch gelobte Maja Pflug hat das kleine Büchlein ins Deutsche übertragen.

Im Mai 2010 erlag die Autorin ihrer eigenen Erkrankung an ALS.

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