Henry Skrimshander ist ein unscheinbarer dürrer Junge aus einem Kaff in South Dakota - mit einem riesen Talent. Als Baseballspieler wirft und fängt er Bälle wie kein Zweiter. Eine besondere Fähigkeit, derer er ich selbst gar nicht so bewusst ist. Bis Mike Schwartz, Collegestudent des Westish College, ihn nach einem gemeinsamen Spiel entdeckt und ihn Dank seines sportlichen Einflusses am gleichen College und damit in seiner Mannschaft unterbringt.
Henrys Zimmergenosse wird Owen - speziell, sehr schlau, ebenfalls ein Teamkamerad der College-Mannschaft und mit einer besonderen Beziehung zu Collegepräsident Guert Affenlight.
Dieser wiederum ist sehr beliebt auf dem Campus hat aber eine äußerst schlechte Beziehung zu seiner Tochter Pella. Diese ist mit 19 durchgebrannt und taucht nun, 4 Jahre später, wieder in ihres Vaters Leben auf.
Diese fünf Personen sind die Hauptprotagonisten dieser sehr bodenständigen, gut lesbaren, auf Grund des Settings und des Baseballs typisch amerikanischen Geschichte. Eine Geschichte, die sich beim Lesen so anfühlte als könnte das Geschehene der Realität entspringen (das reelle Ex-Sportler und Schriftsteller neben viel Fiktivem in die Handlung eingestrickt wurden, verstärkt den Effekt sicherlich).
Wir folgen den Personen über einen Zeitraum von 4 Jahren, aber mir wurden die zeitlichen Sprünge meistens erst bewusst, als das Collegejahr einzelner erwähnt wurde. Es ist eine Verknüpfung von Höhen und Tiefen fünf schwieriger Charaktere. Jeder davon trägt im Grunde einen Kampf mit sich selbst und seinem Schicksal aus. Druck, Depression, Sexualität, Unsicherheit, Zukunftsängste. . . Alle fünf sind im Laufe der Handlung auf irgendeiner Ebene emotional miteinander verbandelt.
Trotz der vielen Schwierigkeiten mit denen der Leser konfrontiert wird, fühlte ich mich in der Geschichte wohl.
Dennoch hatte ich ein, zwei Sachen die letztlich einen Stern Abzug gekostet haben. Als jemand der überhaupt nichts von Baseball versteht, waren die Kapitel auf dem Spielfeld mit all den spielspezifischen Fachbegriffen Großteils recht unspannend. Und da man eh nicht weiß worum es geht, ließt man da schnell drüber weg, ohne sich viel herausziehen zu können.
Zum Zweiten fand ich das Ende ein wenig zu theatralisch. Ich finde nicht, dass die Handlung das noch gebraucht hat, um einen runden Abschluss zu finden.
Keine Ahnung warum, aber das eigentlich schlicht gehaltene Cover hat mich damals beim Kauf einfach angezogen und ich habe es auch nicht bereut die Zeit für die etwas mehr als 600 Seiten investiert zu haben.
Wer realistisch und leise erzählte Geschichten mag und auch eine Sympathie für ein amerikanisches Setting hat wird hiermit gute Lesestunden verbringen.
4 Sterne.













