Die Kunst des Feldspiels

von Chad Harbach 
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Die Kunst des Feldspiels
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Positiv (67):
Naibenaks avatar

Ganz großes Kino! Tolle Charaktere, viel Baseball (und das macht gar nichts!), wunderbar einfühlsam und sehr fesselnd erzählt! Ich liebe es!

Kritisch (2):
E

Anstrengend, wirr, vulgär und unrealistisch. Und trotzdem, oder gerade deswegen, kaum aus der Hand zulegen. Baseball-Kenntnisse erforderlich

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Inhaltsangabe zu "Die Kunst des Feldspiels"

'Debütromane von solcher Vollkommenheit und Sogkraft sind sehr, sehr selten.' Jonathan Franzen

Chad Harbach hat den Traum von der 'Great American Novel' wahr gemacht: ›Die Kunst des Feldspiels‹ ist ein literarisches Wunder, ein magisches Debüt, ein so kluger wie zu Herzen gehender Roman über den Abschied von der Jugend, über Leidenschaft und Liebe, Freundschaft und Familie.
Der Gott des Spiels hat Henry Skrimshander ein Geschenk in die Wiege gelegt: Der schmächtige, unscheinbare Junge aus der Provinz ist das größte Baseball-Talent seit Jahrzehnten. Als er in die Mannschaft des Westish College aufgenommen wird, scheint sein Aufstieg in den Olymp vorprogrammiert. Monatelang macht er nicht einen Fehler. Doch dann geht ein Routinewurf auf fatale Weise daneben … und die Schicksale von fünf Menschen werden untrennbar miteinander verknüpft.
Henry hat einen neuen Gegner: den Selbstzweifel. Sein Mentor Mike Schwartz macht die bittere Erfahrung, dass er Henry zuliebe sich selbst vergessen hat. Henrys schwuler Mitbewohner Owen muss sich von einem herben Schlag erholen. Rektor Affenlight lernt spät im Leben die wahre Liebe kennen und schlittert in eine gefährliche Affäre. Und seine Tochter Pella flieht vor ihrem Mann nach Westish – um auf dem Campus mehr als nur Sex zu finden.
Während das dramatische Endspiel unerbittlich näher rückt, sind sie alle gezwungen, sich mit ihren tiefsten Wünschen und Abgründen auseinanderzusetzen. Am Ende wird einer von ihnen gleich zweimal bestattet, und die Leben der anderen werden nie mehr dieselben sein.
›Die Kunst des Feldspiels‹ erzählt von den Dingen, die uns ausmachen – den Fehlern wie den Obsessionen. Wer wissen will, was es bedeutet, hier und heute ein Mensch zu sein, der muss dieses Buch lesen.

'Wunderbar zu lesen, das reinste Vergnügen.' John Irving

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783832162528
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:550 Seiten
Verlag:DuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum:17.08.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    schokoloko29s avatar
    schokoloko29vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein gutes Buch über Freundschaft, Liebe und die Angst zu versagen.
    Baseball

    Henry Skrimshander ist ein junger Mann, der begnadet Baseball spielt. Er wird in seinem Dorf entdeckt und darf im Westish University Baseball spielen. Je mehr Menschen sein Talent entdecken, desto mehr hat er Angst zu versagen. Als dann auch die Talentscouts zu den Spielen kommen ist seine Unbefangenheit dahin. Er macht Fehler, spielt den Ball nicht ab und setzt sich immer mehr unter Druck. Er trainiert noch mehr und bestraft sich mit wenig essen etc. Am Ende kann er gar nicht mehr mit seiner Mannschaft auf den Platz gehen.
    Auf der anderen Seite geht es auch um seine Teamkollegen, dem Chef der Uni und seiner Tochter und den Unialltag.


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es geht im Endeffekt um den Aufstieg und Fall von Henry und wie sein soziales Umfeld damit umgeht. Es ist leicht geschrieben und mir sind die Figuren sehr ans Herz gewachsen. Und obwohl ich mich nicht mit Baseball auskenne sind diese Passagen sehr spannend geschrieben. Es war für mich nicht langweilig.

    Fazit:
    Ein sehr gutes Buch, was ich jedem empfehlen kann zu lesen.

    Kommentare: 1
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    ralluss avatar
    rallusvor 4 Jahren
    Kunst des Lebens

    "3. Es gibt drei Stadien. Gedankenloses Sein. Denken. Gedankenloses Sein.
    33. Verwechsle nicht das erste und das dritte Stadium. Das gedankenlose Sein kann jeder erreichen, die Rückkehr zum gedankenlosen Sein nur sehr wenige."

    Henry Skrimshander ist Shortstop beim Westish-College in der Baseballmannschaft.
    Seit Monaten hat er die Kunst des gedankenloses Sein, die höchste dritte Stufe die im Buch "Die Kunst des Feldspiels" (Das Buch im Buch) seines Idols Aparicio Rodriguez geschildert wird, erreicht.
    Er kratzt sogar an dem Rekord der längsten fehlerlosen Spiele.


    Um Henry, als Auge im Sturm, versammelt Chad Harbach mehrere Figuren die um ihn, mit ihm kreisen, alle im College in der Kleinstadt in Wisconsin.


    Mike Schwartz, vom Leben gebeutelt, schon mit 14 von seinen Eltern alleingelassen, ist der 'Entdecker' von Henry und treibt ihn in unermüdlichen Trainingsstunden an, sein aktives Spiel zu verbessern.
    Sein Schulleben vor dem College war nicht einfach, doch er hat sich durchgebissen:
    "- gesetztes Ziel der Einrichtung war es, soweit Schwartz das sehen konnte, dreitausend potentielle Irre so lange mit Langeweile zu sedieren, bis eine Abfolge von Geburtstagen sie in Erwachsene verwandelt hatte."
    Trotzdem sieht er einen Sinn, ja ist es sein Lebensinhalt, der Kapitän der Baseball- UND Footballmannschaft im College zu sein.
    Das Sportlerleben fordert seinen Preis, seine Knie knacken und krachen, die Schmerzen werden mit Tabletten und weiterem Training verdrängt.


    Pella Affenlight, die Tochter des Universitätsprofessor, flieht in jungen Jahren in eine Heirat mit einem älteren Mann, von der sie ausgebrannt und depressiv nach Westish zurückkehrt:
    "Sie war so schnell vorgeprescht, dass es sie aus der Kurve getragen hatte und sie nun weit hinter den anderen zurücklag. (...) Das echte Leben hatte sie eingeholt und war an ihr vorbeigezogen."


    Ihr Vater - Guert Affenlight - freut sich über die Heimkehr der Tochter, sein Leben verläuft studierend in Schulen  über Harvard ist er nach Westish als angesehener Professor zurückgekehrt:
    "Einen Satz zu schreiben war einfach, wollte man hingegen ein Kunstwerk erschaffen, so wie Melville, musste jeder einzelne zu dem vorangegangenen passen und zu dem ungeschriebenen, der darauf folgen würde.", sinniert der junge Guert.
    Der Verweis zu Melville, der Moby Dick schrieb, zeigt auf das Idol der Universität hin, weitab vom Meer steht doch Melville als Statue und mit seinem Buch, übermächtig, am See von Westish.


    Das zentrale Thema ist das Feldspiel und wie Henry es betreibt, als gedankenloses Sein, und anfangs läuft noch alles rund für die Protagonisten im Buch.
    Solange Henry im gedankenlosen Sein verharrt, spielt er zwar Baseball wie ein Gott, doch vernachlässigt sein eigentliches Leben.
    Doch eines Tages zerbricht ein Wurf von ihm die schöne Ordnung und wie Kaskaden fallen alle anderen Figuren in ihr eigenes privates Chaos.
    Henry ist gepeinigt von seinem Mittelpunkt und verweigert das Zurückkehren vom Denken, ins gedankenlose Sein. Ja er verweigert das ganze Leben, das Leben,  was erst durch den Baseball für ihn als Einzelgänger überhaupt einen Sinn machte.
    Durch die Neuorientierung wird das Feldspiel, das eigentliche Leben plötzlich anders, jeder Charakter besinnt sich, kommt an seine Grenzen und überschreitet sie.
    Henry verzweifelt an seinem Denken was ihm ein gutes Spiel unmöglich macht, Schwartz verzweifelt am Festhalten von Henry, an seiner eigenen Zukunft, Guert Affenlight verliebt sich in einen Studenten, Pella kämpft mit ihrer Unabhängigkeit.


    Harbach liebt seine Figuren, er lässt sie nicht alleine zerbrechen an dem Feldspiel und gibt ihnen immer noch Hoffnung.
    Sensibel geht er mit dem Thema Homosexualität um: "Eine bestimmte Anzahl von Menschen ist schwul, so wie eine bestimmte Anzahl von Menschen blaue Augen hat. Oder Mumps.[..] Und ich weiß, dass Schwul sein keine Krankheit ist.
    Worauf ich hinauswill, ist, dass es nur um Wahrscheinlichkeiten geht. Um Zahlen. Wie kann man sich nur über Zahlen aufregen?"


    Vorsicht ist natürlich generell angebracht bei einem amerikanischen Buch über Baseball, dem "Ur-Sport" der Amerikaner.
    Ein wenig Vorwissen wird sicherlich benötigt, doch nicht viel, um den Sportszenen zu folgen, vielmehr ist das Spiel als Allegorie als Prüfung zu verstehen, die Trainings als Lernen, das Feldspiel ist das Leben.

    Ein träumerisches, positives, leichtfüßiges Debüt, trotz, oder gerade, wegen der menschlichen Tragödien die dort passieren.
    Die Figuren bewegen sich teils leichtfüßig wie Owen (mit Spitznamen Buddha) über die Bühne des Lebens,  sie wachsen einem so ans Herz, sind durch kleine Begebenheiten sehr plastisch beschrieben, fügen sich wie ein Tetris-Stein in die Gesamtheit ein.
    Ein Sportbuch, ein Buch übers Aufwachsen, Erwachsenwerden, das normale menschliche Einerlei, er packt sehr viel in seine Geschichte hinein und fast schafft es Harbuch sich dem perfekten Buch zu nähern, wo ein Satz in den anderen übergreift.
    Fast sage ich, denn zu viel bewirkt hier doch manches Mal das Zerfasern der Geschichte, auch wenn der  Autor immer noch die Kurve bekommt.


    Dabei benötigt der Leser auch das Hineingleiten in diese Geschichte, das transzendentale Bewusstsein den Rahmen zu umfassen und sich darauf einzulassen auf das unprätentiöse Beschreiben, auf die kämpfenden Figuren die sich wie beim Baseballspiel, mal mehr links oder rechts von den Bases aufstellen.
    Alle Figuren strahlen etwas positives, Leuchtendes aus, kleine Kapitel wie Pella feststellt, dass der Koch ein Fels im Sturm ist, jemand der sich im Leben gefunden hat, aber auch jemand der oft übersehen wird.


    Hier wird das Hingeben in das Leben, das Erleben, das Dasein, die Einfachheit protegiert, auch wenn es mit Schmerzen, Leid oder Irritation der Umwelt einhergeht.
    Ein großartiges Debüt und Charaktere die einem lange im Kopf bleiben!

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    Bris avatar
    Brivor 4 Jahren
    Die Kunst der Überwindung

    " Die Fähigkeit einen Baseball zu werfen hatte etwas Alchemisches, war wie die geheime Kraft eines Superhelden. Man konnte nie wissen, wer sie besaß."

    Mike Schwartz ist was seine eigene Spielkunst angeht eher der Typ des Kriegers, als ein Alchemist. Wahres Talent, spielerische Anmut und Brillanz erkennt er jedoch auch dort, wo andere sich von Äußerlichkeiten ablenken und gar täuschen lassen.

    Henry Skrimshander ist nicht das, was man sich landläufig unter einem Baseballstar vorstellt. Es sieht jünger aus, als er ist und er ist eindeutig zu schmächtig. Aber dieses gewisse Etwas, das Geheimnis des Alchemisten das besitzt er ohne Zweifel. Einmal von Schwartz erkannt, gibt es kein Entkommen für Skrimmer aus der Schwartz`schen Talentschmiede.

    Die Kunst des Feldspiels ist Henrys Bibel, Aparicio Rodriguez sein größter Held. Die Ratschläge oder vielmehr Anweisungen des größten Shortstop aller Zeiten, versucht er in seinem eigenen Spiel umzusetzen. Seit er denken kann. Nichts wünscht er sich sehnlicher, als auch nach Abschluss der Highschool eines tun zu können: Baseball spielen. Collegemannschaften jedoch setzen auf körperlich eindrucksvollere Spieler.

    " College - Coaches waren wie Mädchen: Ihre Augen richteten sich sofort auf die großen, muskulösen Typen, ganz egal, was sie tatsächlich taugten."

    Aber Mike Schwartz ist eben kein College-Coach ...

    Anfangs als Sportroman getarnt, entpuppt sich Die Kunst des Feldspiels - was für ein Titel! - als eine Geschichte über Zusammenhalt, Schwäche, Stärke und das, was man im wahren Leben manchmal auch braucht: Durchhaltevermögen, Standhaftigkeit und - Freunde.

    Persönliche Niederlagen einstecken zu können ist schwer, viel schwerer aber ist es, das auch noch öffentlich tun zu müssen. Druck von außen erhöht zwangsläufig den Druck von innen. Zuweilen sogar bis zur vollkommenen Lähmung. Dabei geht es im Baseball, wie bei allem, was mit Leidenschaft und in Perfektion ausgeübt wird, darum, in den Fluß zu kommen

    " Der wahrhaftige Spieler lässt den Weg des Balls zu seinem eigenen werden, denkt sich in ihn hinein und lässt das eigene Ich, die Ursache allen Übels, auch einer schlechten Verteidigung, hinter sich."

    Überwindung, Wahrhaftigkeit, Demut, Opferbereitschaft oder der Dienst am Größeren - nicht nur für einen angehenden Baseballstar sind das hehre, ja fast buddhistische Ziele. Denn natürlich geht es in der Kunst des Feldspiels nicht nur um den bulligen, hart trainierenden Mike Schwartz, der schon lange komplett auf sich alleine gestellt leben muss oder den eher unscheinbaren aber hoch talentierten Henry Skrimshander, den neuen Shortstop der Collegemannschaft von Westish.

    Doch obwohl die Figur Henrys psychologisch relativ unausgeleuchtet bleibt, ist er der Dreh- und Angelpunkt, sein Schicksal untrennbar mit dem der anderen Haupt-Neben-Figuren - so eindeutig ist die Zuweisung an dieser Stelle nicht - verbunden. Das Netz der Beziehungen beginnt sich mit einem unglücklichen Wurf zu entwickeln. Ein Wurf, der die einzelnen Personen miteinander in Beziehungen zu setzen beginnt und gleichzeitig Henry aus der Bahn wirft. So sehr aus der Bahn wirft, dass die enger geknüpften Fäden zu einem schwer zu lösenden Knoten werden.

    "Baseball war eine Kunst, doch um es darin zur Meisterschaft zu bringen, musste man sich in eine Maschine verwandeln. Es spielte keine Rolle, wie schön man 'ab und zu' spielte, was man an seinem besten Tag leistete oder wie viele spektakuläre Punkte man machte. Man war kein Maler oder Schriftsteller - arbeitete nicht im Verborgenen und konnte seine misslungenen Stücke verwerfen, und es waren längst nicht nur die Meisterwerke, die zählten. Für eine Maschine zählte Wiederholbarkeit. Momente der Inspiration waren nichts, verglichen mit der vollständigen Eliminierung von Fehlern."

    Beziehungen werden neu gemischt. Der Präsident des College, Guert Affenlight, dessen Tochter Pella, Henrys schwuler Mulattenmitbewohner und Teamkollege Owen, der omnipräsente Mike Schwartz - alle sind sie bemüht darum, etwas für Henry zu tun, was sie nicht zu leisten vermögen, denn jeder hat seine eigenen Aufgaben zu lösen.

    Wir Menschen sind eigenartige Wesen. Erkennen wir doch unsere Stärken und Schwächen meist nicht an uns selbst, sondern in unserem Gegenüber, welches uns widerspiegelt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Überwindung muss oft hart erkämpft werden und es bedarf der Loslösung von Autoritäten, um den eigenen Weg zu gehen.

    Triffst Du Buddha, töte ihn (oder gib ihm einen aus) - das ist für mich die Botschaft, die Chad Harbach in diese wunderbar unterhaltsam und sprachlich fein augearbeitete Geschichte gepackt hat.

    Wer Sätze wie diese

    " 3. Es gibt drei Stadien. Gedankenloses Sein. Denken. Gedankenloses Sein.

    33. Verwechsle nicht das erste und das dritte Stadium. Das gedankenlose Sein kann jeder erreichen, die Rückkehr zum gedankenlosen Sein nur sehr wenige. "


    formuliert, kann nur eine solche Botschaft im Sinn haben.

    Dennoch könnte man Harbach bei seinem Erstling ein paar Schwächen ankreiden: Einige wenige der geschickt verwobenen Fäden des Netzes finden keinen Anschluss. Sie flattern ein wenig verloren im Wind. Allerdings ohne den Fortlauf der Geschichte zu behindern. Und wenn man ehrlich ist, dann passiert so etwas im wahren Leben ja durchaus auch manchmal: Fäden werden aufgenommen, ohne einen Abschluss zu finden. Das Leben setzt sich ohne große Unterbrechung fort - genauso wie dieser Roman.

    Um diesen Roman zu mögen, muss man weder ein Spezialist für das durchaus komplizierte Feldspiel sein, noch sich tatsächlich für diese Sportart begeistern. Die detaillierten Beschreibungen der wichtigen Spielsentenzen halten sich absolut im Rahmen und haben in meinem Fall tatsächlich zum Verständnis beigetragen und Neugierde auf diese Art des Mannschaftssports geweckt. Und noch etwas habe ich gelernt: Baseball ist nichts für Dummköpfe, hier geht es um blitzschnelle Reaktionen und eiskalte Strategien ebenso, wie es manchmal einfach darauf ankommen zu lassen.

    In diesem Sinne: Lasst es darauf ankommen und spielt eine Runde mit.

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    Haeddlvor 4 Jahren
    Harbach – DIE KUNST DES FELDSPIELS


    Es geht um das aufstrebende Baseballwunderkind Henry Skrimshander, der in einem kleinen College in Westish (gemeint ist wohl Green Bay: "[...] jener kleinen Universtität in der Daumenfalte des Baseballhandschuhs names Wisconsin." (S. 9) Allein dieser Satz ist schon brillant.) drauf und dran ist, alle Rekorde zu brechen. Als sein Ruhm die College- und die Staatsgrenzen überschreitet und größere, namenhaftere Teams an ihm Interesse zeigen und mit viel Geld winken, kommt Henry ins Wanken. Erwartungsdruck und Selbstzweifel stoßen ihn in eine schwere Krise, an deren Beginn ein fataler Fehlwurf steht.
     
    Neben der Handlung auf dem Baseballfeld (es geht natürlich nur in zweiter Linie um den Sport) gesellen sich einige Figuren dazu, die alle mehr oder weniger im Fahrwasser von Henrys Krise zu ertrinken drohen. Uni-Präsident Affenlight, der zu spät in seinem Leben seine Bestimmung erkennt; seine Tochter Pella, die vor einer Beziehung flüchtet, um zwei neue zu beginnen; Trainer Mike, der alles auf Henry setzt und sich selbst dabei total vergisst; und Owen, Henrys schwuler Zimmergenosse, der immer die größten Opfer bringen muss.
     
    Chad Harbach (*1975) ist mit DIE KUNST DES FELDSPIELS ein grandioser Debütroman gelungen. Amerika hat einen neuen Storyteller; John Irving lässt grüßen. Ich stehe auf diesen amerikanischen Erzählstil und vergebe glücklich, satt und zufrieden 5 Sterne.

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    Iturivor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Großartiger Roman über Perfektionismus und seine Folgen sowie das Leben und seine Entscheidungen.
    Perfektionismus und seine Folgen

    Henry Skrimshander ist ein riesiges Baseball-Talent, welches von Mike Schwartz, einem ehrgeizigen Studenten, entdeckt wird. Er lockt ihn nach Wisconsin, zum Westish-College Baseball-Team. Dort startet Skrims nahezu fehlerlose Karriere. Alles läuft perfekt und wie im Traum bis zu einem bestimmten Moment. Ein Augenblick, der nicht nur ein, sondern mehrere Leben blitzartig verändern wird...

    Damit fängt dieser Roman an. Man ist geneigt darin einen normalen Sport-Roman zu vermuten, der mit einem talentierten Protagonisten beginnt, Höhen und Tiefen aufzeigt und am Ende wird alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.

    Doch "Die Kunst des Feldspiels" ist anders. Es ist ein großartiger Coming-of-Age-Roman. Fünf verschiedene Menschen und ihre Schicksale sind geschickt miteinander verknüpft. Der Sport spielt dabei nur am Rande eine Rolle und steht eher als Metapher für das Leben an sich. In diesem Fall vor allem für das Leben vier junger Menschen, die alle ihre eigenen Probleme haben und eines älteren Mannes, der seine Jugend wieder und die Liebe ganz neu entdeckt.

    Chad Harbach erschuf einen modernen, teils tragischen Roman über die Gefahren des Perfektionismus, verschiedene Arten von Leidenschaft und über Menschen, die nicht mehr scheitern wollen. Dies packt er in eine Sprache, die nicht nur staunen lässt, sondern vielmehr auch berührende Momente enthält und einen an der ein oder anderen Stelle auch mal zum Schmunzeln bringt.

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    *Arienette*s avatar
    *Arienette*vor 5 Jahren
    Die Kunst des Feldspiels

    Chad Harbach erzählt in seinem Roman "Die Kunst des Feldspiels" die Geschichte von Henry Skrimshander, einem begabten jungen Baseballspieler. Entdeckt wird er von Mike Schwartz. Aufgefallen ist Henry nur aufgrund seiner Statur:

    "Während des Spiels fiel Schwartz der Junge nicht auf. Beziehungsweise fiel ihm nur auf, was allen anderen auch auffiel - dass er der kleinste Spieler auf dem Feld war, ein dürrer Sonderling, schnell, aber schwach am Schläger. Erst als das Spiel vorbei war und der Junge auf das sonnenverbrannte Spielfeld zurückkehrte, um noch ein paar Aufsetzer zu üben, bemerkte Schwartz die Anmut, die in jeder Bewegung Henrys lag." Zitat S. 9


    Henry wird in die Mannschaft des Westish College aufgenommen, eine steile Karriere scheint vor ihm zu liegen. Henry, der aus der Provinz kommt, lernt eine völlig andere Welt kennen. In seinem Gepäck ist sein Handschuh, den er "Zero" genannt hat und sein Buch "Die Kunst des Feldspiels". Der Handschuh trägt diesen Namen deshalb, weil seine Mutter ihn immer nach seinen Fehlern fragte und er daraufhin "Zero" antworten konnte.

    Frühes Aufstehen und hartes Training bestimmen Henrys Tag. Bei einem Routinewurf geht ein Ball fatal daneben und löst eine Reihe von Ereignissen aus, die auch das Leben weiterer Menschen bestimmen.
    Denn nicht nur Henrys Geschichte wird erzählt, sondern auch die Schicksale weiterer College-Bewohner:
    College-Präsident Guert Affenlight, ein großer Verehrer von Melville, entdeckt eine bisher ungeahnte Seite an sich. Seine Tochter Pella kehrt nach gescheiterter Beziehung zurück und verliebt sich in Mike Schwartz und da ist noch Owen, der Zimmernachbar Henrys, der sich Henry mit den Worten: “Mein Name ist Owen Dunne. Ich bin dein schwuler Mulattenmitbewohner.” (Zitat S.27) vorstellt.
    Baseball spielt eine große Rolle in diesem Roman, aber es dennoch nicht nur ein Sportroman, sondern auch ein Roman über das Leben. Es geht um Freundschaften, Erwachsenwerden, Scheitern, Träume und "sich finden" - das Ganze liest sich sehr lebendig. Auch die Charaktere - allen voran Henry und Guert Affenlight - sind lebendig beschrieben. Der Roman entwickelt eine Sogkraft, der man sich kaum entziehen kann.
    Im Klappentext heißt es: "Chad Harbach hat dem Traum der Great American Novel" Leben eingehaucht. Jonathan Franzen und John Irving sprechen dem Roman ein Lob aus.

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    wandablues avatar
    wandabluevor 5 Jahren
    Kurzmeinung: ein sehr gelungenes Romandebüt!
    Unglaubliches Debüt von Chad Harbach

    Westish College, Wisconsin, Michigansee: Die Harpooners setzen zum ersten Mal in ihrer Geschichte dazu an, den UMSCAC  Titel zu holen. Doch vor den Erfolg haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt! Und der fließt reichlich. Beinahe halte ich mir ein parfumgetränktes Taschentuch an die Nase.

    Baseball ist Ehrgeiz, Träume, Schufterei, Qual und Begeisterung, ist Hingabe, Besessenheit, einzige Struktur des Daseins, Kraft und Ausdauer, Geschicklichkeit, Aufopferung und es ist Henry Skrimshanders Welt, des demütigen, begnadeten Shortstoppers, entdeckt und gedrillt vom Football Kapitän Mike Schwartz. Mike ist ein toller Typ, knallhart, gerecht, überlegen, einer, zu dem man aufschaut, einer, der alles überschlagen hat und mit allem zurechtkommt, nur mit einem hat er nicht gerechnet: mit dem Schicksal.

    Baseball ist Einzelkampf im Lampenlicht. Jeder sieht deine Schwäche. Wenn du eine hast! Aber Henry hat keine. Bis er „den Buddha“ mit einem Schlag ins Krankenhaus knockt. Das wirft den Ball und ihn aus der Bahn. Auch die Bälle von Guert Affenlight (was für ein Name!), dem Präsidenten des Westish College, und die seiner Tochter Pella fliegen hoch, fragt sich wohin.

    Chad Harbach hat kein Fachidiotenbuch geschrieben. Es geht nicht um Baseball, obwohl es nur um Baseball geht. Deshalb kann jeder dieses Buch lesen, derjenige, der sich für Sport und seine Geschichte(n) interessiert und auch der, der es nicht so tut, jeder wird grandios unterhalten. Die Frauen werden Mike Heiratsanträge machen und die Männer werden sich mit Henry fremdschämen und in den Boden versinken.

    Ein gutes Buch kommt völlig ohne Klischees und Phrasen aus – so hier.

    Der Autor ist 1975 geboren, wuchs in Wisconsin auf und studierte in Harvard und an der University of Virginia. 2011   brachte er „Die Kunst des Feldspiels“, seinen Erstling, auf den amerikanischen Markt. Chad ist ein Autor, von dem wir gewiß noch hören werden.

    Fazit: Chad Harbach gelingt mit seinem Debüt „Die Kunst des Feldspiels“ eine hervorragende psychologische Studie eines amerikanischen Mannschaftssports und des Collegelebens.

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    Jetztkochtsies avatar
    Jetztkochtsievor 5 Jahren
    Es hat mir gefallen.

    Ich wurde von einem Freund seit Wochen mit diesem Buch "genervt". Das ist toll, lies das mal. Du mußt das lesen. Bitte lies es. Willst du es wirklich nicht lesen?

    Letztlich hat er es mir, die ich mir nie Bücher leihe, sondern sie immer besitzen muß, geliehen und ich kam nun nicht mehr drumherum, es auch zu lesen.

    Grundsätzlich läßt sich sagen, daß mir Harbachs Schreibstil tatsächlich sehr zusagt. Er schreibt detailliert, ohne sich im Detail zu verlieren, seine Charaktere sind ausgereifte und sinnvoll handelnde Figuren. Die Geschichte ist eine spannende und interessante und der Leser wird ganz klar von dieser zumindest mir gänzlich fremden Welt der amerikanischen Colleges und des Baseball eingenommen. Zwar fehlte mir häufig das Verständnis, sei es über das amerikanische Schulsystem oder aber über die Abläufe beim Baseball, dennoch fand ich den Text von Harbach gut zu lesen und nachvollziehbar, wenn mich auch die englischen Begriffe etwas gestört haben, da hätte ich mir auch bei den Baseballfachbegriffen entweder eine Erklärung, ein Glossar oder aber eine verständliche Übersetzung gewünscht, so mußte ich doch recht häufig googlen, was denn nun ein Shotstop oder sonstiges ist.
    Das läßt sich aber verschmerzen, warum dieses Buch trotz seiner durchaus faszinierenden Handlung und des wirklich sehr angenehmen Stils von mir nicht die volle Punktzahl erhält, erkläre ich gern.
    Im Buch sind verschiedene Handlungsstränge miteinander verwoben, einer der zum Ende hin immer mehr Gewicht bekommt, ist der um die schwule Beziehung des Studenten Owen und den Westish Präsidenten Affenlight. Ich bin sicherlich nicht homophob veranlagt, ich mag auch Bücher um lesbische oder schwule Liebesbeziehungen, aber dies hier war für mich schlichtweg unrealistisch oder aber die Gefühle des Präsidenten nicht klar genug dargestellt. Ich konnte beim Lesen die Beweggründe für diese absurde Beziehung einfach nicht nachvollziehen und daher hat mich dieser Erzählstrang total gestört und mir auch viel vom bestehenden Lesegenuß genommen.

    Dennoch würde ich sagen, daß "Die Kunst des Feldspiels" ein wirklich guter Entwicklungsroman ist, der die ganzen Sehnsüchte, die Zerrissenheit, das Chaos von jungen Menschen wunderbar darstellt und der beim Lesen auch sehr viel Spaß gemacht hat, während er gleichzeitig zum Nachdenken und Verweilen einlud.

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    Jetztkochtsies avatar
    Jetztkochtsievor 5 Jahren
    jaja, ich fands gut.

    Ich wurde von einem Freund seit Wochen mit diesem Buch "genervt". Das ist toll, lies das mal. Du mußt das lesen. Bitte lies es. Willst du es wirklich nicht lesen?

    Letztlich hat er es mir, die ich mir nie Bücher leihe, sondern sie immer besitzen muß, geliehen und ich kam nun nicht mehr drumherum, es auch zu lesen.

    Grundsätzlich läßt sich sagen, daß mir Harbachs Schreibstil tatsächlich sehr zusagt. Er schreibt detailliert, ohne sich im Detail zu verlieren, seine Charaktere sind ausgereifte und sinnvoll handelnde Figuren. Die Geschichte ist eine spannende und interessante und der Leser wird ganz klar von dieser zumindest mir gänzlich fremden Welt der amerikanischen Colleges und des Baseball eingenommen. Zwar fehlte mir häufig das Verständnis, sei es über das amerikanische Schulsystem oder aber über die Abläufe beim Baseball, dennoch fand ich den Text von Harbach gut zu lesen und nachvollziehbar, wenn mich auch die englischen Begriffe etwas gestört haben, da hätte ich mir auch bei den Baseballfachbegriffen entweder eine Erklärung, ein Glossar oder aber eine verständliche Übersetzung gewünscht, so mußte ich doch recht häufig googlen, was denn nun ein Shotstop oder sonstiges ist.
    Das läßt sich aber verschmerzen, warum dieses Buch trotz seiner durchaus faszinierenden Handlung und des wirklich sehr angenehmen Stils von mir nicht die volle Punktzahl erhält, erkläre ich gern.
    Im Buch sind verschiedene Handlungsstränge miteinander verwoben, einer der zum Ende hin immer mehr Gewicht bekommt, ist der um die schwule Beziehung des Studenten Owen und den Westish Präsidenten Affenlight. Ich bin sicherlich nicht homophob veranlagt, ich mag auch Bücher um lesbische oder schwule Liebesbeziehungen, aber dies hier war für mich schlichtweg unrealistisch oder aber die Gefühle des Präsidenten nicht klar genug dargestellt. Ich konnte beim Lesen die Beweggründe für diese absurde Beziehung einfach nicht nachvollziehen und daher hat mich dieser Erzählstrang total gestört und mir auch viel vom bestehenden Lesegenuß genommen.

    Dennoch würde ich sagen, daß "Die Kunst des Feldspiels" ein wirklich guter Entwicklungsroman ist, der die ganzen Sehnsüchte, die Zerrissenheit, das Chaos von jungen Menschen wunderbar darstellt und der beim Lesen auch sehr viel Spaß gemacht hat, während er gleichzeitig zum Nachdenken und Verweilen einlud.

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    Leseratte87s avatar
    Leseratte87vor 5 Jahren
    Die Kunst des Feldspiels

    Für Henry Skrimshander gibt es nichts Wichtigeres im Leben, als Baseball. Er hat keinen anderen Wunsch, als in diesem Spiel perfekt zu sein. Und er ist es. Er spielt an der Shortstop Position und ist das vielversprechenste Nachwuchstalent seit langem. Dass er es aus der Provinz Illinois' schafft, ist Zufall. Doch schon bald besucht er das Westish College und macht in der dortigen Baseballmannschaft die Scouts auf sich aufmerksam.
    Guert Affenlight, Präsident des Colleges, ist stolz auf seine Mannschaft, doch gleichzeitig lernt er mit 60 Jahren noch die große Liebe kennen und lässt sich auf eine gefährliche, unkonventionelle Affäre ein. Seine Tochter Pella, die aus San Francisco vor ihrem Ehemann und den Depressionen floh, hofft, in Westish ein neues Leben beginnen zu können. Owen, der das Westish-Stipendium gewann, wird Henrys Mitbewohner und Freund, der auch in der Baseballmannschaft unverzichtbar wird. Diese 5 Leben werden in Westish miteinander verbunden, als Henry während eines Spiels ein fataler Fehler unterläuft. Von da an muss Henry sich mit einem für ihn ganz neuen Feind auseinander setzen: dem Selbstzweifel.
    Dieses Buch ist einfach unglaublich gut geschrieben! Ich war am Anfang etwas skeptisch, deswegen hat es auch länger ungelesen im Schrank gelegen, aber diese Zweifel haben sich schon nach den ersten Seiten in Luft aufgelöst! Harbach hat mit seinem Debüt einen tollen  Roman vorgelegt, der von Freundschaft, über Liebe, Verrat und Sexualität alles enthält. Die Beschreibungen des Spiels, die natürlich vorkommen, sind alles andere als langatmig. Im Gegenteil, dem Autoren ist es gelungen, dem Leser diese Vorgänge wirklich zu verbildlichen. Nachdem ich mit dem Lesen erstmal begonnen hatte, konnte ich kaum mehr aufhören. Besonders toll fand ich, dass Harbach nicht die "heile" Welt vorspielt, sondern zeigt, wie unbarmherzig es gerade im Profisport zugeht und dass man es ohne wirklich gute Freunde kaum schafft. Andererseits enthält dieses Buch soviel mehr als nur den Sport. Loyalität und die Suche nach sich selbst spielen auch eine sehr große Rolle. Harbach hat mich mit seinem Roman also vollkommen überzeugt!

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