Chad Harbach Die Kunst des Feldspiels

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Inhaltsangabe zu „Die Kunst des Feldspiels“ von Chad Harbach

Chad Harbach hat den Traum von der »Great American Novel« wahr gemacht: ›Die Kunst des Feldspiels‹ ist ein literarisches Wunder, ein magisches Debüt, ein so kluger wie zu Herzen gehender Roman über den Abschied von der Jugend, über Leidenschaft und Liebe, Freundschaft und Familie. Der Gott des Spiels hat Henry Skrimshander ein Geschenk in die Wiege gelegt: Der schmächtige, unscheinbare Junge aus der Provinz ist das größte Baseball-Talent seit Jahrzehnten. Als er in die Mannschaft des Westish College aufgenommen wird, scheint sein Aufstieg in den Olymp vorprogrammiert. Monatelang macht er nicht einen Fehler. Doch dann geht ein Routinewurf auf fatale Weise daneben … und die Schicksale von fünf Menschen werden untrennbar miteinander verknüpft. Henry hat einen neuen Gegner: den Selbstzweifel. Sein Mentor Mike Schwartz macht die bittere Erfahrung, dass er Henry zuliebe sich selbst vergessen hat. Henrys schwuler Mitbewohner Owen muss sich von einem herben Schlag erholen. Rektor Affenlight lernt spät im Leben die wahre Liebe kennen und schlittert in eine gefährliche Affäre. Und seine Tochter Pella flieht vor ihrem Mann nach Westish – um auf dem Campus mehr als nur Sex zu finden. Während das dramatische Endspiel unerbittlich näher rückt, sind sie alle gezwungen, sich mit ihren tiefsten Wünschen und Abgründen auseinanderzusetzen. Am Ende wird einer von ihnen gleich zweimal bestattet, und die Leben der anderen werden nie mehr dieselben sein. ›Die Kunst des Feldspiels‹ erzählt von den Dingen, die uns ausmachen – den Fehlern wie den Obsessionen. Wer wissen will, was es bedeutet, hier und heute ein Mensch zu sein, der muss dieses Buch lesen. »Debütromane von solcher Vollkommenheit und Sogkraft sind sehr, sehr selten.« Jonathan Franzen »Wunderbar zu lesen, das reinste Vergnügen.« John Irving

Anstrengend, wirr, vulgär und unrealistisch. Und trotzdem, oder gerade deswegen, kaum aus der Hand zulegen. Baseball-Kenntnisse erforderlich

— earthangel
earthangel

Ein unglaublich gutes Buch über fünf Personen und ein bisschen Baseball.

— DamonWilder
DamonWilder

Eine wunderschöne Geschichte!!! Sehr zu empfehlen!!!

— buchhase
buchhase

Ein hervorragendes Debut! Auch für jene, die lieber auf der Couch sitzen und lesen als Sport zu treiben :-)

— luegemol
luegemol

Ein schönes Buch über das Scheitern und den Umgang mit eigenen Fehlern.

— Larth76
Larth76

Auch ohne Baseball-Kenntnis lesbar.

— Eva84
Eva84

Ein sprachlich wundervoller Entwicklungsroman über das Erwachsenwerden, Druck und das persönliche scheitern.

— lyla82
lyla82

Großartiger Roman über Perfektionismus und seine Folgen sowie das Leben und seine Entscheidungen.

— Ituri
Ituri

ein sehr gelungenes Romandebüt!

— wandablue
wandablue

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    Die Kunst des Feldspiels
    schokoloko29

    schokoloko29

    Henry Skrimshander ist ein junger Mann, der begnadet Baseball spielt. Er wird in seinem Dorf entdeckt und darf im Westish University Baseball spielen. Je mehr Menschen sein Talent entdecken, desto mehr hat er Angst zu versagen. Als dann auch die Talentscouts zu den Spielen kommen ist seine Unbefangenheit dahin. Er macht Fehler, spielt den Ball nicht ab und setzt sich immer mehr unter Druck. Er trainiert noch mehr und bestraft sich mit wenig essen etc. Am Ende kann er gar nicht mehr mit seiner Mannschaft auf den Platz gehen.Auf der anderen Seite geht es auch um seine Teamkollegen, dem Chef der Uni und seiner Tochter und den Unialltag.Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es geht im Endeffekt um den Aufstieg und Fall von Henry und wie sein soziales Umfeld damit umgeht. Es ist leicht geschrieben und mir sind die Figuren sehr ans Herz gewachsen. Und obwohl ich mich nicht mit Baseball auskenne sind diese Passagen sehr spannend geschrieben. Es war für mich nicht langweilig.Fazit:Ein sehr gutes Buch, was ich jedem empfehlen kann zu lesen.

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    • 2
    wandablue

    wandablue

    28. April 2016 um 23:19
  • Kunst des Lebens

    Die Kunst des Feldspiels
    rallus

    rallus

    "3. Es gibt drei Stadien. Gedankenloses Sein. Denken. Gedankenloses Sein. 33. Verwechsle nicht das erste und das dritte Stadium. Das gedankenlose Sein kann jeder erreichen, die Rückkehr zum gedankenlosen Sein nur sehr wenige." Henry Skrimshander ist Shortstop beim Westish-College in der Baseballmannschaft. Seit Monaten hat er die Kunst des gedankenloses Sein, die höchste dritte Stufe die im Buch "Die Kunst des Feldspiels" (Das Buch im Buch) seines Idols Aparicio Rodriguez geschildert wird, erreicht. Er kratzt sogar an dem Rekord der längsten fehlerlosen Spiele. Um Henry, als Auge im Sturm, versammelt Chad Harbach mehrere Figuren die um ihn, mit ihm kreisen, alle im College in der Kleinstadt in Wisconsin. Mike Schwartz, vom Leben gebeutelt, schon mit 14 von seinen Eltern alleingelassen, ist der 'Entdecker' von Henry und treibt ihn in unermüdlichen Trainingsstunden an, sein aktives Spiel zu verbessern. Sein Schulleben vor dem College war nicht einfach, doch er hat sich durchgebissen: "- gesetztes Ziel der Einrichtung war es, soweit Schwartz das sehen konnte, dreitausend potentielle Irre so lange mit Langeweile zu sedieren, bis eine Abfolge von Geburtstagen sie in Erwachsene verwandelt hatte." Trotzdem sieht er einen Sinn, ja ist es sein Lebensinhalt, der Kapitän der Baseball- UND Footballmannschaft im College zu sein. Das Sportlerleben fordert seinen Preis, seine Knie knacken und krachen, die Schmerzen werden mit Tabletten und weiterem Training verdrängt. Pella Affenlight, die Tochter des Universitätsprofessor, flieht in jungen Jahren in eine Heirat mit einem älteren Mann, von der sie ausgebrannt und depressiv nach Westish zurückkehrt: "Sie war so schnell vorgeprescht, dass es sie aus der Kurve getragen hatte und sie nun weit hinter den anderen zurücklag. (...) Das echte Leben hatte sie eingeholt und war an ihr vorbeigezogen." Ihr Vater - Guert Affenlight - freut sich über die Heimkehr der Tochter, sein Leben verläuft studierend in Schulen über Harvard ist er nach Westish als angesehener Professor zurückgekehrt: "Einen Satz zu schreiben war einfach, wollte man hingegen ein Kunstwerk erschaffen, so wie Melville, musste jeder einzelne zu dem vorangegangenen passen und zu dem ungeschriebenen, der darauf folgen würde.", sinniert der junge Guert. Der Verweis zu Melville, der Moby Dick schrieb, zeigt auf das Idol der Universität hin, weitab vom Meer steht doch Melville als Statue und mit seinem Buch, übermächtig, am See von Westish. Das zentrale Thema ist das Feldspiel und wie Henry es betreibt, als gedankenloses Sein, und anfangs läuft noch alles rund für die Protagonisten im Buch. Solange Henry im gedankenlosen Sein verharrt, spielt er zwar Baseball wie ein Gott, doch vernachlässigt sein eigentliches Leben. Doch eines Tages zerbricht ein Wurf von ihm die schöne Ordnung und wie Kaskaden fallen alle anderen Figuren in ihr eigenes privates Chaos. Henry ist gepeinigt von seinem Mittelpunkt und verweigert das Zurückkehren vom Denken, ins gedankenlose Sein. Ja er verweigert das ganze Leben, das Leben, was erst durch den Baseball für ihn als Einzelgänger überhaupt einen Sinn machte. Durch die Neuorientierung wird das Feldspiel, das eigentliche Leben plötzlich anders, jeder Charakter besinnt sich, kommt an seine Grenzen und überschreitet sie. Henry verzweifelt an seinem Denken was ihm ein gutes Spiel unmöglich macht, Schwartz verzweifelt am Festhalten von Henry, an seiner eigenen Zukunft, Guert Affenlight verliebt sich in einen Studenten, Pella kämpft mit ihrer Unabhängigkeit. Harbach liebt seine Figuren, er lässt sie nicht alleine zerbrechen an dem Feldspiel und gibt ihnen immer noch Hoffnung. Sensibel geht er mit dem Thema Homosexualität um: "Eine bestimmte Anzahl von Menschen ist schwul, so wie eine bestimmte Anzahl von Menschen blaue Augen hat. Oder Mumps.[..] Und ich weiß, dass Schwul sein keine Krankheit ist. Worauf ich hinauswill, ist, dass es nur um Wahrscheinlichkeiten geht. Um Zahlen. Wie kann man sich nur über Zahlen aufregen?" Vorsicht ist natürlich generell angebracht bei einem amerikanischen Buch über Baseball, dem "Ur-Sport" der Amerikaner. Ein wenig Vorwissen wird sicherlich benötigt, doch nicht viel, um den Sportszenen zu folgen, vielmehr ist das Spiel als Allegorie als Prüfung zu verstehen, die Trainings als Lernen, das Feldspiel ist das Leben. Ein träumerisches, positives, leichtfüßiges Debüt, trotz, oder gerade, wegen der menschlichen Tragödien die dort passieren. Die Figuren bewegen sich teils leichtfüßig wie Owen (mit Spitznamen Buddha) über die Bühne des Lebens, sie wachsen einem so ans Herz, sind durch kleine Begebenheiten sehr plastisch beschrieben, fügen sich wie ein Tetris-Stein in die Gesamtheit ein. Ein Sportbuch, ein Buch übers Aufwachsen, Erwachsenwerden, das normale menschliche Einerlei, er packt sehr viel in seine Geschichte hinein und fast schafft es Harbuch sich dem perfekten Buch zu nähern, wo ein Satz in den anderen übergreift. Fast sage ich, denn zu viel bewirkt hier doch manches Mal das Zerfasern der Geschichte, auch wenn der Autor immer noch die Kurve bekommt. Dabei benötigt der Leser auch das Hineingleiten in diese Geschichte, das transzendentale Bewusstsein den Rahmen zu umfassen und sich darauf einzulassen auf das unprätentiöse Beschreiben, auf die kämpfenden Figuren die sich wie beim Baseballspiel, mal mehr links oder rechts von den Bases aufstellen. Alle Figuren strahlen etwas positives, Leuchtendes aus, kleine Kapitel wie Pella feststellt, dass der Koch ein Fels im Sturm ist, jemand der sich im Leben gefunden hat, aber auch jemand der oft übersehen wird. Hier wird das Hingeben in das Leben, das Erleben, das Dasein, die Einfachheit protegiert, auch wenn es mit Schmerzen, Leid oder Irritation der Umwelt einhergeht. Ein großartiges Debüt und Charaktere die einem lange im Kopf bleiben!

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    • 4
    rallus

    rallus

    12. May 2014 um 14:27
  • Die Kunst der Überwindung

    Die Kunst des Feldspiels
    Bri

    Bri

    01. May 2014 um 14:08

    " Die Fähigkeit einen Baseball zu werfen hatte etwas Alchemisches, war wie die geheime Kraft eines Superhelden. Man konnte nie wissen, wer sie besaß." Mike Schwartz ist was seine eigene Spielkunst angeht eher der Typ des Kriegers, als ein Alchemist. Wahres Talent, spielerische Anmut und Brillanz erkennt er jedoch auch dort, wo andere sich von Äußerlichkeiten ablenken und gar täuschen lassen. Henry Skrimshander ist nicht das, was man sich landläufig unter einem Baseballstar vorstellt. Es sieht jünger aus, als er ist und er ist eindeutig zu schmächtig. Aber dieses gewisse Etwas, das Geheimnis des Alchemisten das besitzt er ohne Zweifel. Einmal von Schwartz erkannt, gibt es kein Entkommen für Skrimmer aus der Schwartz`schen Talentschmiede. Die Kunst des Feldspiels ist Henrys Bibel, Aparicio Rodriguez sein größter Held. Die Ratschläge oder vielmehr Anweisungen des größten Shortstop aller Zeiten, versucht er in seinem eigenen Spiel umzusetzen. Seit er denken kann. Nichts wünscht er sich sehnlicher, als auch nach Abschluss der Highschool eines tun zu können: Baseball spielen. Collegemannschaften jedoch setzen auf körperlich eindrucksvollere Spieler. " College - Coaches waren wie Mädchen: Ihre Augen richteten sich sofort auf die großen, muskulösen Typen, ganz egal, was sie tatsächlich taugten." Aber Mike Schwartz ist eben kein College-Coach ... Anfangs als Sportroman getarnt, entpuppt sich Die Kunst des Feldspiels - was für ein Titel! - als eine Geschichte über Zusammenhalt, Schwäche, Stärke und das, was man im wahren Leben manchmal auch braucht: Durchhaltevermögen, Standhaftigkeit und - Freunde. Persönliche Niederlagen einstecken zu können ist schwer, viel schwerer aber ist es, das auch noch öffentlich tun zu müssen. Druck von außen erhöht zwangsläufig den Druck von innen. Zuweilen sogar bis zur vollkommenen Lähmung. Dabei geht es im Baseball, wie bei allem, was mit Leidenschaft und in Perfektion ausgeübt wird, darum, in den Fluß zu kommen " Der wahrhaftige Spieler lässt den Weg des Balls zu seinem eigenen werden, denkt sich in ihn hinein und lässt das eigene Ich, die Ursache allen Übels, auch einer schlechten Verteidigung, hinter sich." Überwindung, Wahrhaftigkeit, Demut, Opferbereitschaft oder der Dienst am Größeren - nicht nur für einen angehenden Baseballstar sind das hehre, ja fast buddhistische Ziele. Denn natürlich geht es in der Kunst des Feldspiels nicht nur um den bulligen, hart trainierenden Mike Schwartz, der schon lange komplett auf sich alleine gestellt leben muss oder den eher unscheinbaren aber hoch talentierten Henry Skrimshander, den neuen Shortstop der Collegemannschaft von Westish. Doch obwohl die Figur Henrys psychologisch relativ unausgeleuchtet bleibt, ist er der Dreh- und Angelpunkt, sein Schicksal untrennbar mit dem der anderen Haupt-Neben-Figuren - so eindeutig ist die Zuweisung an dieser Stelle nicht - verbunden. Das Netz der Beziehungen beginnt sich mit einem unglücklichen Wurf zu entwickeln. Ein Wurf, der die einzelnen Personen miteinander in Beziehungen zu setzen beginnt und gleichzeitig Henry aus der Bahn wirft. So sehr aus der Bahn wirft, dass die enger geknüpften Fäden zu einem schwer zu lösenden Knoten werden. "Baseball war eine Kunst, doch um es darin zur Meisterschaft zu bringen, musste man sich in eine Maschine verwandeln. Es spielte keine Rolle, wie schön man 'ab und zu' spielte, was man an seinem besten Tag leistete oder wie viele spektakuläre Punkte man machte. Man war kein Maler oder Schriftsteller - arbeitete nicht im Verborgenen und konnte seine misslungenen Stücke verwerfen, und es waren längst nicht nur die Meisterwerke, die zählten. Für eine Maschine zählte Wiederholbarkeit. Momente der Inspiration waren nichts, verglichen mit der vollständigen Eliminierung von Fehlern." Beziehungen werden neu gemischt. Der Präsident des College, Guert Affenlight, dessen Tochter Pella, Henrys schwuler Mulattenmitbewohner und Teamkollege Owen, der omnipräsente Mike Schwartz - alle sind sie bemüht darum, etwas für Henry zu tun, was sie nicht zu leisten vermögen, denn jeder hat seine eigenen Aufgaben zu lösen. Wir Menschen sind eigenartige Wesen. Erkennen wir doch unsere Stärken und Schwächen meist nicht an uns selbst, sondern in unserem Gegenüber, welches uns widerspiegelt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Überwindung muss oft hart erkämpft werden und es bedarf der Loslösung von Autoritäten, um den eigenen Weg zu gehen. Triffst Du Buddha, töte ihn (oder gib ihm einen aus) - das ist für mich die Botschaft, die Chad Harbach in diese wunderbar unterhaltsam und sprachlich fein augearbeitete Geschichte gepackt hat. Wer Sätze wie diese " 3. Es gibt drei Stadien. Gedankenloses Sein. Denken. Gedankenloses Sein. 33. Verwechsle nicht das erste und das dritte Stadium. Das gedankenlose Sein kann jeder erreichen, die Rückkehr zum gedankenlosen Sein nur sehr wenige. " formuliert, kann nur eine solche Botschaft im Sinn haben. Dennoch könnte man Harbach bei seinem Erstling ein paar Schwächen ankreiden: Einige wenige der geschickt verwobenen Fäden des Netzes finden keinen Anschluss. Sie flattern ein wenig verloren im Wind. Allerdings ohne den Fortlauf der Geschichte zu behindern. Und wenn man ehrlich ist, dann passiert so etwas im wahren Leben ja durchaus auch manchmal: Fäden werden aufgenommen, ohne einen Abschluss zu finden. Das Leben setzt sich ohne große Unterbrechung fort - genauso wie dieser Roman. Um diesen Roman zu mögen, muss man weder ein Spezialist für das durchaus komplizierte Feldspiel sein, noch sich tatsächlich für diese Sportart begeistern. Die detaillierten Beschreibungen der wichtigen Spielsentenzen halten sich absolut im Rahmen und haben in meinem Fall tatsächlich zum Verständnis beigetragen und Neugierde auf diese Art des Mannschaftssports geweckt. Und noch etwas habe ich gelernt: Baseball ist nichts für Dummköpfe, hier geht es um blitzschnelle Reaktionen und eiskalte Strategien ebenso, wie es manchmal einfach darauf ankommen zu lassen. In diesem Sinne: Lasst es darauf ankommen und spielt eine Runde mit.

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  • Harbach – DIE KUNST DES FELDSPIELS

    Die Kunst des Feldspiels
    Haeddl

    Haeddl

    31. March 2014 um 15:51

    Es geht um das aufstrebende Baseballwunderkind Henry Skrimshander, der in einem kleinen College in Westish (gemeint ist wohl Green Bay: "[...] jener kleinen Universtität in der Daumenfalte des Baseballhandschuhs names Wisconsin." (S. 9) Allein dieser Satz ist schon brillant.) drauf und dran ist, alle Rekorde zu brechen. Als sein Ruhm die College- und die Staatsgrenzen überschreitet und größere, namenhaftere Teams an ihm Interesse zeigen und mit viel Geld winken, kommt Henry ins Wanken. Erwartungsdruck und Selbstzweifel stoßen ihn in eine schwere Krise, an deren Beginn ein fataler Fehlwurf steht.   Neben der Handlung auf dem Baseballfeld (es geht natürlich nur in zweiter Linie um den Sport) gesellen sich einige Figuren dazu, die alle mehr oder weniger im Fahrwasser von Henrys Krise zu ertrinken drohen. Uni-Präsident Affenlight, der zu spät in seinem Leben seine Bestimmung erkennt; seine Tochter Pella, die vor einer Beziehung flüchtet, um zwei neue zu beginnen; Trainer Mike, der alles auf Henry setzt und sich selbst dabei total vergisst; und Owen, Henrys schwuler Zimmergenosse, der immer die größten Opfer bringen muss.   Chad Harbach (*1975) ist mit DIE KUNST DES FELDSPIELS ein grandioser Debütroman gelungen. Amerika hat einen neuen Storyteller; John Irving lässt grüßen. Ich stehe auf diesen amerikanischen Erzählstil und vergebe glücklich, satt und zufrieden 5 Sterne.

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  • Ein Geschmack bleibt

    Die Kunst des Feldspiels
    JimmySalaryman

    JimmySalaryman

    Ja, kennt man: Gute Presse und all das, nächster großer oder gleich: DER Roman, die neue american novel. Naja. Harbach erzählt, geistreich, aber ohne rechten Tiefgang, seine Figuren wie aus dem Kabinett, geschnitzt. Und unglaubwürdig. Kann ein Student tatsächlich ein Talent vor den professionellen Scouts entdecken, kann es jemanden wie Skrimshander überhaupt in diesem Sujet, in dieser Konstellation geben? Freunde aus den USA verneinen dies. Realistisch ist es nicht. Es ist ein permanentes Wollen, was die Figuren durchdringt, sie alle scheinen jedoch keine Konsequenzen übernehmen zu wollen, alles ist fahrig ... Das Buch hat viele gute Momente, aber es ist, für meinen Geschmack, nie nahe genug an seinen Figuren, es sind immer nur kleine Spitzen, kleine Eisberge, die wir sehen, und nein, es ist nicht wie bei Hemingway, bei Harbach liest man nichts zwischen den Zeilen. Das Ende - man kennt es dann schon nach 200 Seiten, liest jedoch weiter. Immerhin - es ist ein Debüt. 

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    • 3
  • Unglaubliches Debüt von Chad Harbach

    Die Kunst des Feldspiels
    wandablue

    wandablue

    Westish College, Wisconsin, Michigansee: Die Harpooners setzen zum ersten Mal in ihrer Geschichte dazu an, den UMSCAC Titel zu holen. Doch vor den Erfolg haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt! Und der fließt reichlich. Beinahe halte ich mir ein parfumgetränktes Taschentuch an die Nase. Baseball ist Ehrgeiz, Träume, Schufterei, Qual und Begeisterung, ist Hingabe, Besessenheit, einzige Struktur des Daseins, Kraft und Ausdauer, Geschicklichkeit, Aufopferung und es ist Henry Skrimshanders Welt, des demütigen, begnadeten Shortstoppers, entdeckt und gedrillt vom Football Kapitän Mike Schwartz. Mike ist ein toller Typ, knallhart, gerecht, überlegen, einer, zu dem man aufschaut, einer, der alles überschlagen hat und mit allem zurechtkommt, nur mit einem hat er nicht gerechnet: mit dem Schicksal. Baseball ist Einzelkampf im Lampenlicht. Jeder sieht deine Schwäche. Wenn du eine hast! Aber Henry hat keine. Bis er „den Buddha“ mit einem Schlag ins Krankenhaus knockt. Das wirft den Ball und ihn aus der Bahn. Auch die Bälle von Guert Affenlight (was für ein Name!), dem Präsidenten des Westish College, und die seiner Tochter Pella fliegen hoch, fragt sich wohin. Chad Harbach hat kein Fachidiotenbuch geschrieben. Es geht nicht um Baseball, obwohl es nur um Baseball geht. Deshalb kann jeder dieses Buch lesen, derjenige, der sich für Sport und seine Geschichte(n) interessiert und auch der, der es nicht so tut, jeder wird grandios unterhalten. Die Frauen werden Mike Heiratsanträge machen und die Männer werden sich mit Henry fremdschämen und in den Boden versinken. Ein gutes Buch kommt völlig ohne Klischees und Phrasen aus – so hier. Der Autor ist 1975 geboren, wuchs in Wisconsin auf und studierte in Harvard und an der University of Virginia. 2011 brachte er „Die Kunst des Feldspiels“, seinen Erstling, auf den amerikanischen Markt. Chad ist ein Autor, von dem wir gewiß noch hören werden. Fazit: Chad Harbach gelingt mit seinem Debüt „Die Kunst des Feldspiels“ eine hervorragende psychologische Studie eines amerikanischen Mannschaftssports und des Collegelebens.

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    • 2
    Bri

    Bri

    21. March 2014 um 16:06
  • Perfektionismus und seine Folgen

    Die Kunst des Feldspiels
    Ituri

    Ituri

    11. January 2014 um 11:38

    Henry Skrimshander ist ein riesiges Baseball-Talent, welches von Mike Schwartz, einem ehrgeizigen Studenten, entdeckt wird. Er lockt ihn nach Wisconsin, zum Westish-College Baseball-Team. Dort startet Skrims nahezu fehlerlose Karriere. Alles läuft perfekt und wie im Traum bis zu einem bestimmten Moment. Ein Augenblick, der nicht nur ein, sondern mehrere Leben blitzartig verändern wird... Damit fängt dieser Roman an. Man ist geneigt darin einen normalen Sport-Roman zu vermuten, der mit einem talentierten Protagonisten beginnt, Höhen und Tiefen aufzeigt und am Ende wird alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Doch "Die Kunst des Feldspiels" ist anders. Es ist ein großartiger Coming-of-Age-Roman. Fünf verschiedene Menschen und ihre Schicksale sind geschickt miteinander verknüpft. Der Sport spielt dabei nur am Rande eine Rolle und steht eher als Metapher für das Leben an sich. In diesem Fall vor allem für das Leben vier junger Menschen, die alle ihre eigenen Probleme haben und eines älteren Mannes, der seine Jugend wieder und die Liebe ganz neu entdeckt. Chad Harbach erschuf einen modernen, teils tragischen Roman über die Gefahren des Perfektionismus, verschiedene Arten von Leidenschaft und über Menschen, die nicht mehr scheitern wollen. Dies packt er in eine Sprache, die nicht nur staunen lässt, sondern vielmehr auch berührende Momente enthält und einen an der ein oder anderen Stelle auch mal zum Schmunzeln bringt.

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  • Die Kunst des Feldspiels

    Die Kunst des Feldspiels
    *Arienette*

    *Arienette*

    14. October 2013 um 09:12

    Chad Harbach erzählt in seinem Roman "Die Kunst des Feldspiels" die Geschichte von Henry Skrimshander, einem begabten jungen Baseballspieler. Entdeckt wird er von Mike Schwartz. Aufgefallen ist Henry nur aufgrund seiner Statur: "Während des Spiels fiel Schwartz der Junge nicht auf. Beziehungsweise fiel ihm nur auf, was allen anderen auch auffiel - dass er der kleinste Spieler auf dem Feld war, ein dürrer Sonderling, schnell, aber schwach am Schläger. Erst als das Spiel vorbei war und der Junge auf das sonnenverbrannte Spielfeld zurückkehrte, um noch ein paar Aufsetzer zu üben, bemerkte Schwartz die Anmut, die in jeder Bewegung Henrys lag." Zitat S. 9 Henry wird in die Mannschaft des Westish College aufgenommen, eine steile Karriere scheint vor ihm zu liegen. Henry, der aus der Provinz kommt, lernt eine völlig andere Welt kennen. In seinem Gepäck ist sein Handschuh, den er "Zero" genannt hat und sein Buch "Die Kunst des Feldspiels". Der Handschuh trägt diesen Namen deshalb, weil seine Mutter ihn immer nach seinen Fehlern fragte und er daraufhin "Zero" antworten konnte. Frühes Aufstehen und hartes Training bestimmen Henrys Tag. Bei einem Routinewurf geht ein Ball fatal daneben und löst eine Reihe von Ereignissen aus, die auch das Leben weiterer Menschen bestimmen. Denn nicht nur Henrys Geschichte wird erzählt, sondern auch die Schicksale weiterer College-Bewohner: College-Präsident Guert Affenlight, ein großer Verehrer von Melville, entdeckt eine bisher ungeahnte Seite an sich. Seine Tochter Pella kehrt nach gescheiterter Beziehung zurück und verliebt sich in Mike Schwartz und da ist noch Owen, der Zimmernachbar Henrys, der sich Henry mit den Worten: “Mein Name ist Owen Dunne. Ich bin dein schwuler Mulattenmitbewohner.” (Zitat S.27) vorstellt. Baseball spielt eine große Rolle in diesem Roman, aber es dennoch nicht nur ein Sportroman, sondern auch ein Roman über das Leben. Es geht um Freundschaften, Erwachsenwerden, Scheitern, Träume und "sich finden" - das Ganze liest sich sehr lebendig. Auch die Charaktere - allen voran Henry und Guert Affenlight - sind lebendig beschrieben. Der Roman entwickelt eine Sogkraft, der man sich kaum entziehen kann. Im Klappentext heißt es: "Chad Harbach hat dem Traum der Great American Novel" Leben eingehaucht. Jonathan Franzen und John Irving sprechen dem Roman ein Lob aus.

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  • Es hat mir gefallen.

    Die Kunst des Feldspiels
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    30. June 2013 um 12:25

    Ich wurde von einem Freund seit Wochen mit diesem Buch "genervt". Das ist toll, lies das mal. Du mußt das lesen. Bitte lies es. Willst du es wirklich nicht lesen? Letztlich hat er es mir, die ich mir nie Bücher leihe, sondern sie immer besitzen muß, geliehen und ich kam nun nicht mehr drumherum, es auch zu lesen. Grundsätzlich läßt sich sagen, daß mir Harbachs Schreibstil tatsächlich sehr zusagt. Er schreibt detailliert, ohne sich im Detail zu verlieren, seine Charaktere sind ausgereifte und sinnvoll handelnde Figuren. Die Geschichte ist eine spannende und interessante und der Leser wird ganz klar von dieser zumindest mir gänzlich fremden Welt der amerikanischen Colleges und des Baseball eingenommen. Zwar fehlte mir häufig das Verständnis, sei es über das amerikanische Schulsystem oder aber über die Abläufe beim Baseball, dennoch fand ich den Text von Harbach gut zu lesen und nachvollziehbar, wenn mich auch die englischen Begriffe etwas gestört haben, da hätte ich mir auch bei den Baseballfachbegriffen entweder eine Erklärung, ein Glossar oder aber eine verständliche Übersetzung gewünscht, so mußte ich doch recht häufig googlen, was denn nun ein Shotstop oder sonstiges ist. Das läßt sich aber verschmerzen, warum dieses Buch trotz seiner durchaus faszinierenden Handlung und des wirklich sehr angenehmen Stils von mir nicht die volle Punktzahl erhält, erkläre ich gern. Im Buch sind verschiedene Handlungsstränge miteinander verwoben, einer der zum Ende hin immer mehr Gewicht bekommt, ist der um die schwule Beziehung des Studenten Owen und den Westish Präsidenten Affenlight. Ich bin sicherlich nicht homophob veranlagt, ich mag auch Bücher um lesbische oder schwule Liebesbeziehungen, aber dies hier war für mich schlichtweg unrealistisch oder aber die Gefühle des Präsidenten nicht klar genug dargestellt. Ich konnte beim Lesen die Beweggründe für diese absurde Beziehung einfach nicht nachvollziehen und daher hat mich dieser Erzählstrang total gestört und mir auch viel vom bestehenden Lesegenuß genommen. Dennoch würde ich sagen, daß "Die Kunst des Feldspiels" ein wirklich guter Entwicklungsroman ist, der die ganzen Sehnsüchte, die Zerrissenheit, das Chaos von jungen Menschen wunderbar darstellt und der beim Lesen auch sehr viel Spaß gemacht hat, während er gleichzeitig zum Nachdenken und Verweilen einlud.

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  • jaja, ich fands gut.

    Die Kunst des Feldspiels
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    30. June 2013 um 12:20

    Ich wurde von einem Freund seit Wochen mit diesem Buch "genervt". Das ist toll, lies das mal. Du mußt das lesen. Bitte lies es. Willst du es wirklich nicht lesen? Letztlich hat er es mir, die ich mir nie Bücher leihe, sondern sie immer besitzen muß, geliehen und ich kam nun nicht mehr drumherum, es auch zu lesen. Grundsätzlich läßt sich sagen, daß mir Harbachs Schreibstil tatsächlich sehr zusagt. Er schreibt detailliert, ohne sich im Detail zu verlieren, seine Charaktere sind ausgereifte und sinnvoll handelnde Figuren. Die Geschichte ist eine spannende und interessante und der Leser wird ganz klar von dieser zumindest mir gänzlich fremden Welt der amerikanischen Colleges und des Baseball eingenommen. Zwar fehlte mir häufig das Verständnis, sei es über das amerikanische Schulsystem oder aber über die Abläufe beim Baseball, dennoch fand ich den Text von Harbach gut zu lesen und nachvollziehbar, wenn mich auch die englischen Begriffe etwas gestört haben, da hätte ich mir auch bei den Baseballfachbegriffen entweder eine Erklärung, ein Glossar oder aber eine verständliche Übersetzung gewünscht, so mußte ich doch recht häufig googlen, was denn nun ein Shotstop oder sonstiges ist. Das läßt sich aber verschmerzen, warum dieses Buch trotz seiner durchaus faszinierenden Handlung und des wirklich sehr angenehmen Stils von mir nicht die volle Punktzahl erhält, erkläre ich gern. Im Buch sind verschiedene Handlungsstränge miteinander verwoben, einer der zum Ende hin immer mehr Gewicht bekommt, ist der um die schwule Beziehung des Studenten Owen und den Westish Präsidenten Affenlight. Ich bin sicherlich nicht homophob veranlagt, ich mag auch Bücher um lesbische oder schwule Liebesbeziehungen, aber dies hier war für mich schlichtweg unrealistisch oder aber die Gefühle des Präsidenten nicht klar genug dargestellt. Ich konnte beim Lesen die Beweggründe für diese absurde Beziehung einfach nicht nachvollziehen und daher hat mich dieser Erzählstrang total gestört und mir auch viel vom bestehenden Lesegenuß genommen. Dennoch würde ich sagen, daß "Die Kunst des Feldspiels" ein wirklich guter Entwicklungsroman ist, der die ganzen Sehnsüchte, die Zerrissenheit, das Chaos von jungen Menschen wunderbar darstellt und der beim Lesen auch sehr viel Spaß gemacht hat, während er gleichzeitig zum Nachdenken und Verweilen einlud.

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  • Die Kunst des Feldspiels

    Die Kunst des Feldspiels
    Leseratte87

    Leseratte87

    19. May 2013 um 18:50

    Für Henry Skrimshander gibt es nichts Wichtigeres im Leben, als Baseball. Er hat keinen anderen Wunsch, als in diesem Spiel perfekt zu sein. Und er ist es. Er spielt an der Shortstop Position und ist das vielversprechenste Nachwuchstalent seit langem. Dass er es aus der Provinz Illinois' schafft, ist Zufall. Doch schon bald besucht er das Westish College und macht in der dortigen Baseballmannschaft die Scouts auf sich aufmerksam. Guert Affenlight, Präsident des Colleges, ist stolz auf seine Mannschaft, doch gleichzeitig lernt er mit 60 Jahren noch die große Liebe kennen und lässt sich auf eine gefährliche, unkonventionelle Affäre ein. Seine Tochter Pella, die aus San Francisco vor ihrem Ehemann und den Depressionen floh, hofft, in Westish ein neues Leben beginnen zu können. Owen, der das Westish-Stipendium gewann, wird Henrys Mitbewohner und Freund, der auch in der Baseballmannschaft unverzichtbar wird. Diese 5 Leben werden in Westish miteinander verbunden, als Henry während eines Spiels ein fataler Fehler unterläuft. Von da an muss Henry sich mit einem für ihn ganz neuen Feind auseinander setzen: dem Selbstzweifel. Dieses Buch ist einfach unglaublich gut geschrieben! Ich war am Anfang etwas skeptisch, deswegen hat es auch länger ungelesen im Schrank gelegen, aber diese Zweifel haben sich schon nach den ersten Seiten in Luft aufgelöst! Harbach hat mit seinem Debüt einen tollen  Roman vorgelegt, der von Freundschaft, über Liebe, Verrat und Sexualität alles enthält. Die Beschreibungen des Spiels, die natürlich vorkommen, sind alles andere als langatmig. Im Gegenteil, dem Autoren ist es gelungen, dem Leser diese Vorgänge wirklich zu verbildlichen. Nachdem ich mit dem Lesen erstmal begonnen hatte, konnte ich kaum mehr aufhören. Besonders toll fand ich, dass Harbach nicht die "heile" Welt vorspielt, sondern zeigt, wie unbarmherzig es gerade im Profisport zugeht und dass man es ohne wirklich gute Freunde kaum schafft. Andererseits enthält dieses Buch soviel mehr als nur den Sport. Loyalität und die Suche nach sich selbst spielen auch eine sehr große Rolle. Harbach hat mich mit seinem Roman also vollkommen überzeugt!

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  • Wenn alles von einem einzigen Moment abhängt...

    Die Kunst des Feldspiels
    LibriHolly

    LibriHolly

    19. March 2013 um 20:27

    Schauplatz des Romans ist ein kleines, privates Provinzcollege am Ufer des Michigan Sees. Dorthin verschlägt es Henry Skrimshander, ein junges Baseballtalent, aus einfachen familiären Verhältnissen, der den amerikanischen Traum wahrhaftig lebt. Henry ist auf Erfolgskurs, Scouts drängen sich auf der Tribüne und die Fans verlangen nach Henry. Doch dann – ein FEHLWURF! Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit mit fatalen Folgen. Ein Moment, der im weiteren Verlauf des Buches Auswirkungen auf das Leben von nicht weniger als fünf Menschen hat, eingeschlossen, das Henrys… Was soll man noch über dieses Buch sagen, über das doch schon so viel geschrieben wurde? Denis Scheck empfiehlt es uneingeschränkt und spricht seine schon wohlbekannten Worte: „Vertrauen Sie mir, denn ich weiß was ich tue!“ Die FAZ überschüttet es in seinem Feuilleton mit Lorbeeren noch und noch. Da ist von einem Collegeroman die Rede, stimmt, von einem Sport-, Bildungs- und Entwicklungsroman, stimmt, stimmt, stimmt. Ein Buch über 5 „großartige Protagonisten“, „sympathisch“, aber alle mit ihren eigenen Problemen behaftet. Ein Buch über „Erfolg“ und „Misserfolg“, „Homosexualität“ und „Toleranz“, „Freundschaft“, „Tod“ und über allem der allgegenwärtige „Zweifel“. Ein Buch über Baseball und das Leben. Ein Buch, „wie es amerikanischer nicht mehr sein kann“. Dies alles trifft zu, aber vor allen Dingen handelt es sich um einen hervorragend geschriebenen Roman. Ein dicker, fetter Schmöker, prall voll Amerika, von dessen stolzen 600 Seiten man sich als Leser auf keinen Fall einschüchtern lassen sollte. Nur eines sei angemerkt: Wer sich, wie ich, zu Beginn der Lektüre mit Baseball so gar nicht auskennt, der wird es danach auch nicht tun. Für mich wird dieser Sport wohl für immer und ewig ein Buch mit sieben Siegeln bleiben. Vielleicht muss man auch einfach gebürtiger Amerikaner sein, um diesen Sport zu verstehen, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall hat meine Unkenntnis den Spaß an der Lektüre nicht geschmälert. LUST auf eine kräftige Dosis Amerika – dann ist dieses Buch genau das Richtige.

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  • Rezension zu "Die Kunst des Feldspiels" von Chad Harbach

    Die Kunst des Feldspiels
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. January 2013 um 18:32

    Henry Skrimshanders Leben dreht sich komplett um Baseball. Für andere Dinge ist eigentlich kein Platz. Seit Kindertagen verehrt er sein großes Idol Aparicio Rodriguez, einen ehemaligen Spieler der St. Louis Cardinals. Henry ist ein äußerst talentierter Spieler und wird nach einem Spiel für ein Stipendium an einem kleinen College am Lake Michigan vorgeschlagen. So verlässt Henry seine Familie, um für das Baseball-Team des Westish College zu spielen. Auf dem Campus bekommt er einen homosexuellen Mitbewohner, der ebenfalls im Team spielt. Mit Henrys Hilfe erlebt das College-Team einen nie dagewesenen Aufschwung und schnell hat sich das Talent Skrimshanders bei den Scouts der Profimannschaften herumgesprochen. Henry ist sogar so gut, dass er einen Rekord seines Idols brechen könnte. Es winkt Ruhm und das große Geld. Doch auf einmal gelingt Henry nichts mehr. Ich gebe zu, dass ich schon mehrere Baseballspiele gesehen haben, und ich mich auch im Regelwerk ein wenig auskenne. Deswegen hatte ich keine Scheu zu diesem Buch zu greifen. Das im Buch beschriebene Baseball-System von den College Teams über die Minor Leagues bis zur Major League Baseball und ihren Teams, ist mir bekannt und auch die Feinheiten des Spiels haben mir keine Probleme gemacht. Aber Baseball ist eher Beiwerk. Vielmehr geht es um den Lebensweg Henrys als Mensch, der viel Arbeit in seinen Traum ein Profi zu werden, investiert. Es geht um die tägliche Arbeit für den Erfolg, dass nur wenige Priviligierte den entscheidenden Schritt schaffen, und ja, es geht auch um das Zweifeln, wenn es nicht läuft. Aber es ist nicht nur der Werdegang Henrys, den der Roman verfolgt, sondern mehrere Charaktere, die Harbach über eine gewisse Zeit begleitet. Da wäre zum einen Mike Schwartz, Mentor und Kommilitone von Henry, der den Jungstar im Training zu Höchstleistungen antreibt, dessen eigene Karriere aber nicht den gewünschten Verlauf nimmt. Zum anderen wäre da Guert Affenlight, Präsident von Westish College, der erste homosexuelle Erfahrungen macht und dessen Tochter nach einer gescheiterten Ehe im College auftaucht und dort mehr aus ihrem Leben machen will, aber auch in den Betten der Jungs erwacht. Das Harbach sich nicht nur auf Henry beschränkt, tut dem Roman gut, denn so ist "Die Kunst des Feldspiels" kein reiner Sportroman, sondern auch eine Coming-of-Age-Geschichte unterschiedlicher Protagonisten. Henry als Hauptperson bleibt meiner Meinung nach in dieser Geschichte ziemlich blass. Er entwickelt sich einfach nicht zu einem Charakter, der dem Leser ans Herz wächst. Natürlich kann man sich mit ihm identifizieren, trotzdem strahlt er keine Wärme aus und bleibt am Ende eher platt. Wie Beiwerk zu den anderen Charakteren, die mir besser gefallen haben und an deren Gefühlswelt der Leser mehr Anteilnahme hat, als an Henrys. Man mag dies durchaus kritisieren können, dennoch kann man es auch als geschickten Schachzug des Autors verstehen, der so Raum lässt, um den Leser selbst die Rolle Henrys einnehmen zu lassen. Sprachlich hab ich an diesem Buch nichts besonderes auszusetzen. Die Sprache ist nicht besonders kompliziert und auch das Baseball-Vokabular stört nicht, da nicht bis zum Exzess ausgenutzt. Großartig brilliante Sätze findet man in diesem Buch eher weniger. Ab und an stolpert man aber über gut eingesetzte Kniffe des Autors. Meist sind dies nicht lange Sätze, sondern Verkürzungen. Zu großen Teilen bleibt das Buch aber sprachlich nur im Mittelfeld. "Die Kunst des Feldspiels" ist ein umfangreicher Roman von über 600 Seiten. Der Einstieg in das Buch hat mir nicht unbedingt zugesagt, da es einige Zeit gedauert hat bis die Handlung fahrt aufgenommen hatte. Gerade am Anfang, konnte ich das an dieses Buch gerichtete Lob der weltweiten Kritik nur teilweise nachvollziehen. Im Laufe des Buchs, als sich die Handlung im College langsam entfalten konnte, gefiel mir das Romandebut Harbachs immer besser. Am Ende würde ich "Die Kunst des Feldspiels" als sehr guten Roman bezeichnen. Als eine "literarische Sensation", wie das Buch beworben wird, würde ich es aber nicht ansehen.

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  • Rezension zu "Die Kunst des Feldspiels" von Chad Harbach

    Die Kunst des Feldspiels
    KingDom

    KingDom

    17. October 2012 um 11:45

    Kurz zum Inhalt: Henry Skrimshander, schmächtig und ruhig, ist ein Riesen-Baseballtalent - das sieht zumindest Mike Schwartz so, der ihm in einem unterklassigen Spiel begegnet und für das Westish College gewinnt. Dort trifft Henry auf einige sehr interessante Charaktere: Seinen schwulen Mitbewohner Owen, der ebenfalls für die Baseballmanschaft aufläuft, College-Präsident Affenlight und dessen Tochter Pella und natürlich auf seinen Mentor Mike. Und tatsächlich scheint sich Mikes' Prognose zu bewahrheiten: Henry entwickelt sich zum unersetzlichen Star des Teams, führt die "Harpooners" in ungeahnte Sieges-Sphären und weckt schnell Begehrlichkeiten bei den Scouts der Profi-Mannschaften. Alles läuft wie am Schnürchen, bis Henry einen eigentlichen Routine-Wurf folgenschwer versemmelt... Was auf den ersten Blick nach einem schlichten Sportroman aussieht, ist in Wahrheit so viel mehr als das. Natürlich steht der Baseball (für mich persönlich bisher eher ein Böhmisches Dorf, aber so interessant und detailliert beschrieben, dass ich mich schnell in die Sportart reingefunden habe) im Vordergrund und das Auf und Ab der College-Mannschaft sowie Henrys damit verknüpftes persönliches Schicksal zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Das allein ist schon sehr spannend, doch es gibt etliche Nebenschauplätze, die aus dem Buch etwas ganz Besonderes machen: Beziehungsdramen, Freundschaften, Krankheiten, Zukunftsängste... All diese Handlungsstränge sind irgendwie miteinander verknüpft und ergeben zusammen ein unterhaltsames und temporeiches Gesamtbild. Ich habe jedenfalls selten einen so vielschichtigen Roman gelesen. Auch sprachlich hat mir der Stil des Autors sehr zugesagt! Ein tolles Debüt von Chad Harbach, dem hoffentlich noch viele weitere Bücher folgen werden...

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  • Rezension zu "Die Kunst des Feldspiels" von Chad Harbach

    Die Kunst des Feldspiels
    walli007

    walli007

    29. September 2012 um 08:50

    Affenlight, Skrimshander, Starblind Allein schon sich diese Namen auszudenken verdient einen extra Bonus für dieses sympathische Buch. Man muss auch nichts von Baseball verstehen, um dem talentierten Henry Skrimshander an das Westish College folgen zu können und ihn auf seinen Weg zum Erwachsen werden zu begleiten. Als einzigartiger Werfer wird er vom Team-Kapitän des College entdeckt und kommt so zu einem Stipendium, ein aufsteigender Stern, der eine Serie produziert, die nahezu unvergleichlich ist. Doch fast wie in jedem jungen Leben kommt auch für Henry der Tag, an dem die Serie reißt. Und Henry hat mit den Folgen zu kämpfen, obwohl die Sache an sich noch glimpflich ausgeht, die Leichtigkeit ist weg. In seinem Erstlingswerk erzählt der Autor die Geschichte Henrys und seiner Teamkollegen, er erzählt vom Leben am College, von Dozenten und Töchtern und vom Baseball. Der eher ruhigen Story fehlt es keinesfalls an Spannung. Geschickt sind verschiedene Erzählstränge verknüpft, so dass es den einen oder anderen Cliffhanger gibt, der den neugierigen Leser zwingt weiter zu blättern. Man durchlebt die Selbstzweifel Henrys, die zarte Liebe Owens, die Selbstfindung Pellas, das Ende der aktiven Laufbahn Mikes und die kleinen Nebensächlichkeiten, die die Welt des Sportes und das Collegeleben mit sich bringen. Dabei muss man wirklich nichts vom Baseball verstehen, die Stimmung, die Emotion versteht man. Ein gelungenes Debut eines Coming of Age Romans.

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