Chahdortt Djavann Parvaneh heisst Schmetterling

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Inhaltsangabe zu „Parvaneh heisst Schmetterling“ von Chahdortt Djavann

Chahdortt Djavann ist zwölf Jahre alt, als Khomeini 1979 im Iran die Macht ergreift und Terror und Gewalt in ihr Leben dringen. Sie kämpft fortan verzweifelt gegen den Fluch, als Frau geboren zu sein. Ihre besten Freundinnen verschwinden spurlos oder werden ermordet. Sie selbst entkommt wie durch ein Wunder dem Grauen.§Im Pariser Exil erinnert sich Chahdortt Djavann an die Schlüsselmomente ihres Lebens, an all jene, deren Stimmen verstummten und an das kleine Mädchen Parvaneh, das ihr noch einmal den eigenen Schmerz vor Augen führt ... (Quelle:'Fester Einband')

Seltsamer, verworrener Schreibstil und sehr viele, lose Enden!

— Pippo121
Pippo121

Erschütternd und ernüchternd.

— LEXI
LEXI

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    Parvaneh heisst Schmetterling
    Pippo121

    Pippo121

    27. August 2016 um 20:34

    Iran, 1979: Eine erfolgreiche Revolution beendet die jahrelange Herrschaft des Schah, der sein Volk unterdrückt und bedroht hat. Die Bevölkerung hofft nun auf die lang ersehnte Freiheit und sehnt sich nach Frieden. Doch die Freude währt nur kurz, denn Imam Khomeini wartet nur darauf, seine Macht ins Unermessliche zu steigern und drückt dem so arg gebeutelten Land nun seinen eigenen, brutalen Stempel auf!Mittendrin befindet sich die zwölfjährige Chahdortt Djavann, die nun mit einer befremdlichen, neuen Gewaltspirale zurechtkommen muss … Chahdortt Djavann erzählt in diesem autobiographischen Roman von ihren traumatischen Erlebnissen während und nach der Machtergreifung des Khomeini im Iran. Als der Schah gestürzt wurde, war Chahdrott Djavann ein junges, wissbegieriges Mädchen, das mit Freuden die Schule besuchte. Doch die Realität brachte sie sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurück: „Die Direktorin drohte damit, mich von der Schule zu verweisen, sollte ich weiterhin solche Aufsätze schreiben – sofern man mich bis dahin noch nicht ins Gefängnis geworfen hätte. So wurde ich das Opfer von Verboten: Schreibverbot, Redeverbot, Denkverbot.“ (S.8) Der Umsturz in der Bevölkerung beginnt zunächst schleichend, hat aber sehr rasch Einfluss auf die Bildung der jungen Leute. Denn schon nach kurzer Zeit werden die Lehrpläne Khomeini-konform abgeändert oder gar ganz verboten. „Unser Unterricht in bürgerlichen, monarchischen und weltlichen Dingen hatte sich den neuen religiösen Vorschriften zu beugen.“ (S.19) Lehrerinnen müssen sich verschleiern und werden im Falle einer Weigerung einfach ganz aus dem Dienst ausgeschlossen und ersetzt. „Einige unserer Lehrerinnen fühlten sich gestört, möglicherweise bedroht. Nach und nach änderte sich ihr Aussehen: Die Röcke wurden länger, das Make-Up dezenter, die Stimmen leiser.“ (S.18) Die Autorin erlebt diese Zeit des Umsturzes mit ihren beiden besten Freundinnen und zusammen gehören sie einer kommunistischen Bewegung an, die im Verborgenen agiert. Dort diskutieren die jungen Studenten sehr kritisch über die Veränderungen in ihrem Land, denn sie stehen auf keinen Fall hinter dem totalitären Herrscher, der die Menschen in Angst und Schrecken versetzt. „Unsere Intellektuellen saßen in den Gefängnissen des Schahs, weil sie freie Meinungsäußerung forderten. Und kaum sind die Geistlichen an der Macht, bedrohen, verhaften und ermorden sie uns, weil wir in ihren Augen Ungläubige sind. Wir sind alle Gläubige. Wir müssen glauben, um zu überleben. Ich glaube an die Menschlichkeit, an das Leben, die Natur, die Intelligenz, die Gerechtigkeit und die Freiheit. Ich glaube und ich bin gläubig, doch mein Glaube ist nicht religiös, nicht islamisch. Er ist menschlich.“ (S.25) „Nicht die Religion, sondern die Unwissenheit ist heilig, und das schon immer“ (S.33) „Wenn Glaube nicht Wissen ist und jeder Glaube per Definition die Ungewissheit in sich birgt, mit welchem Recht ist dann der eine Glaube heilig und der andere nicht? (S.34) Die Studenten weigern sich, Khomeinis uneingeschränkte Macht zu akzeptieren, doch sie sind machtlos. Kritisch denkende Studenten werden vom islamistischen Komitee eingeschüchtert und bedroht. Sogar vor einem Angriff auf die Schule schrecken die Fanatiker nicht zurück, eine Machtdemonstration, die ihresgleichen sucht. Die Gesellschaft wird überwacht, vergiftet und destabilisiert. Auch Chahdortt muss sich diesem Regime beugen und sie passt sich an. Dieses Buch betrachtet sie als Chance auf Heilung, als Möglichkeit eine tief verwurzelte Verletzung hinter sich zu lassen und einen Neuanfang zu wagen. Die Schilderung ihrer Eindrücke ist grausam und erschütternd, niemand sollte in so einer Welt aufwachsen oder leben müssen. Inhaltlich gesehen ist dieses Buch sehr wichtig und übermittelt eine ganz klare Botschaft gegen Hass, Gewalt und Unterdrückung. Dieses Buch ein Plädoyer für Meinungsfreiheit und Toleranz und bietet einen ersten Einstieg in dieses grausame Kapitel der Menschheitsgeschichte. Dennoch konnte das Buch mich nicht vollends überzeugen. Der Schreibstil ist, bis auf einige Ausnahmen, sehr dürftig und wirkt nicht ganz ausgereift. Auch die vielen Sprünge in der Handlung haben mich manchmal verwirrt und ließen viele losen Enden zurück. Natürlich kann die Autorin nicht alles aufklären, da sie dieses Wissen schlicht nicht hat, doch sie klammert auch sehr viel bewusst aus. Meiner Meinung nach ist dieses Werk ein bisschen zu „dünn“ in Anbetracht der ungeheuren Komplexität des historischen Hintergrundes.

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  • Parvaneh heißt Schmetterling

    Parvaneh heisst Schmetterling
    esmerabelle

    esmerabelle

    26. July 2016 um 16:17

    "Als ich mit schnellen Schritten über die Straße haste, muss ich daran denken, dass wir uns ein Leben lang betrügen und vielleicht nur in unmöglichen Träumen, Illusionen und Lügen leben, während sich das Leben inzwischen ohne unser Wissen verändert und uns ebenfalls betrügt." 1979. Chahdortt ist zwölf, als Khomeini im Iran an die Macht kommt. Am Anfang des Umsturzes ist sie erfüllt von den Gefühlen der Freiheit und der Revolution, schließt sich den Kommunisten an, aber unter der Brutalität und Willkür des neuen Regimes lernt sie schnell, sich einzufügen, den Mund zu halten und unauffällig mit dem Hintergrund zu verschmelzen. 1998. Vier Jahre ist es her, seit Chahdortt Ihre Heimat verlassen hat, um in Paris zu studieren. Jetzt kehrt sie zurück, um ihre Familie zu sehen, aber auch, um die verlorenen Enden ihrer Kindheit wieder zu finden und an sie anzuknöpfen. Ein naiver Wunsch, der wenig mit der Realität zu tun hat, die sie so wenig verstehen und akzeptieren kann. "Parvaneh heißt Schmetterling" ist der erste Roman von Chahdortt Djavann, ein autobiographisches Werk, dass den Leser auf eine schwer greifbare Weise der Autorin nahe kommen lässt und ihn gleichzeitig auf Abstand hält. Ein, für seine kaum in Worte zu fassende Geschichte, recht dünnes Büchlein, das nur Momentaufnahmen preis gibt, die aber oft mit einer Intensität, die ausnehmend stark fühlbar ist. Die Fokussierung ist scharf, nebensächliches oder Randbedingungen werden oft nicht erwähnt. Einige Geschichten bleiben unaufgeklärt...müssen unaufgeklärt bleiben, denn der Leser kann nur so viel erfahren, wie die Autorin weiß oder zu wissen wagt. Dieser Roman ist wie ein Blick durch eine geöffnete Tür. Man sieht nur einen Ausschnitt, aber der gefühlte Eindruck vermittelt sehr viel mehr, als das, was das Auge sehen kann. Ein guter Einstieg für alle, die sich mit der Geschichte dieses kulturell so reichen und politisch so gebeutelten Landes beschäftigen möchten.

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  • Rezension zu "Parvaneh heisst Schmetterling" von Chahdortt Djavann

    Parvaneh heisst Schmetterling
    LEXI

    LEXI

    14. May 2010 um 23:15

    Eine erschütternde Autobiographie, in der die Autorin Chahdortt Djavann über ihre Kindheit und Jugend in der Zeit der Machtergreifung Khomeinis 1979 im Iran schildert. Sie erzählt von den grauenhaften und brutalen Übergriffen der Mullahs und von den Demütigungen, die speziell die Frauen zu erdulden hatten. Djavann verleiht in diesem Buch ihrer bitteren Enttäuschung über die verlorenen Jahre, über die Revolution, ihre ermordeten Freunde, die religiöse Indoktrination, den Kapitalismus und die Unterdrückung eine Stimme, die weit über die Grenzen dieses Landes hinaus gelesen werden soll. Ein ernüchternder und harter Bericht über ihr Heimatland, den Iran.

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