Das Ende ist erst der Anfang

von Chandler Baker 
4,2 Sterne bei27 Bewertungen
Das Ende ist erst der Anfang
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Kodabaers avatar

Konnte mich leider nicht so packen wie erwartet.

A

Mit "Das Ende ist erst der Anfang" habe ich mein neues Lieblingsbuch gefunden. In dieser Geschichte stimmt einfach alles.

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Inhaltsangabe zu "Das Ende ist erst der Anfang"

Ein Coming-of-Age-Roman für Mädchen und junge Frauen, der aus dem Rahmen fällt.
In 23 Tagen wird Lake 18. Dann hat sie die Chance, genau einen Menschen von den Toten auferstehen zu lassen. Ihr behinderter Bruder wäre nach der Auferstehung wieder gesund und sollte Lakes erste Wahl sein. Doch gerade sind ihre beste Freundin und ihr Freund bei einem Unfall ums Leben gekommen. Für wen soll sie sich entscheiden? Ist es überhaupt richtig, Gott zu spielen und über Leben und Tod zu bestimmen? Lake steckt in einem Dilemma, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783522202480
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
Erscheinungsdatum:17.07.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    zazzless avatar
    zazzlesvor 8 Tagen
    Eine spannende Idee, aus der man mehr hätte machen können

    Meine Rezension findet ihr auch auf:

    Chandler Baker hat mit "Das Ende ist erst der Anfang" ein interessantes ethisch-moralisches Dilemma geschaffen, bei dem es kein Richtig oder Falsch gibt. Die Geschichte spielt in einer Welt, in der es die Möglichkeit für "Resurrections" gibt. Das bedeutet, dass jeder Mensch an seinem 18. Geburtstag die Möglichkeit erhält, einen von ihm auserwählten, bereits verstorbenen Menschen wieder aufleben zu lassen. Die Idee des Autors ist nicht ganz neu und hat mich an die "Vollendet"-Reihe von Neal Shusterman erinnert, in der eine ganz ähnliche Thematik, auf noch brutalere Weise umgesetzt wurde.
    Im Buch von Baker geht es im Vergleich aber etwas weniger actiongeladen zu. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die anfangs noch 17-jährige Teenagerin Lake, die ein glückliches Leben führt und viel Zeit mit ihrem festen Freund Will und der gemeinsamen besten Freundin Penny verbringt. Ihr 18. Geburtstag steht kurz bevor und die Familie von Lake hat bereits vor ein paar Jahren die Vereinbarung getroffen, dass Lake ihr Resurrection-Recht für ihren Bruder Matt einsetzt, der vor einigen Jahren einen schlimmen Sturz erlitten hatte und seither querschnittsgelähmt ist. In den darauffolgenden Jahren hat Matt immer wieder Suizidversuche begannen, bis er durch diese Abmachung, dass er am 18. Geburtstag seiner Schwester ein neues Leben erhält, neue Hoffnung schöpfen konnte.
    Diese Vereinbarung gerät jedoch durch einen überraschenden Autounfall ins Wanken, bei dem Lake, Will und Penny involviert sind. Während Lake mit ihrem Leben davonkommt, sterben ihr Freund und ihre beste Freundin bei dem Unfall und Lake gerät in eine schwierige Situation, in der sie sich entscheiden muss, wen sie an ihrem 18. Geburtstag wiederbeleben möchte.

    Als wäre diese ethische Entscheidungssituation nicht schon schwierig genug, versuchen alle Menschen aus Lakes Umfeld, sie zu einer bestimmten Entscheidung zu beeinflussen. Während Matt auf die zuvor getroffene Abmachung beharrt und er damit droht, sich andernfalls umzubringen, versuchen die Familien von Will und Penny Lake mit Geld zu bestechen - ein risikoreiches Angebot, das in der Resurrections-Welt sehr verpönt ist. Falls jemand davon Wind bekommen sollte, dann würde Lake ihr Recht auf Wiederbelebung ganz verlieren, ohne dass sie es für eine Person einsetzen dürfte.

    Um bei ihrer Entscheidung Unterstützung zu bekommen, beginnt Lake eine wöchentliche Therapie, bei der sie Ringo kennenlernt. Die beiden freunden sich an und Ringo beginnt nach einer Weile über seine Erfahrung mit dem Resurrection-Recht zu sprechen, die auch Grund dafür war, dass er seit Jahren in Therapie ist. Damit bekommt Lake noch einmal eine ganz neue Sichtweise auf die bevorstehende Entscheidung, was ihr das Ganze jedoch eher schwieriger als einfacher macht.

    Um dem Ganzen noch einen draufzusetzen, begibt Lake sich zeitgleich noch auf eine Schnitzeljagd, die ihr Freund Will vor seinem Tod für sie vorbereitet hat. Auf dieser Schnitzeljagd erfährt sie jedoch Dinge über Will und Penny, die sie zuvor nie geahnt hätte und die ihre Entscheidung massgeblich beeinflussen könnten. Um das Chaos noch perfekt zu machen, erfährt sie im Schlussteil auch noch etwas über ihren Bruder Matt, das sie fast endgültig an den Rand der Verzweiflung bringt. Lake muss erkennen, dass das Leben, das sie bis anhin geführt hatte, gar nicht das war, was sie zu leben geglaubt hatte. Trotz dieser ganzen neuen Erkenntnisse über ihre Freunde und ihre Familie muss sie dennoch eine Entscheidung treffen, denn die Zeit drängt. Lake hat nur noch wenige Tage, um sich für einen Menschen zu entscheiden - eine Entscheidung, die letztendlich nur sie alleine treffen kann und muss.

    Das sind jetzt erst einmal sehr viele verschiedene Ereignisse und Informationen, die man sich zu Gemüte führen muss. Und so ähnlich erging es mir während dem Lesen auch. Obwohl die Grundthematik und diese moralisch-ethische Entscheidungssituation sehr vielversprechend klangen, hatte ich am Ende das Gefühl, dass es zu viele verschiedene Geschehnisse gab, die für den eigentlichen Storyverlauf nicht unbedingt notwendig gewesen wären und die Story nur unnötig verkompliziert haben. Mir ist klar, dass der Autor nicht nur Lake, sondern auch die Leser bei ihren moralischen Überlegungen herausfordern wollte, aber manchmal hatte ich Mühe, bei den ganzen Erkenntnissen noch den Überblick zu behalten. Ausserdem wurden mir dadurch die Charaktere in Lakes Umfeld zunehmend unsympathischer - aber wer weiss, vielleicht wollte der Autor auch genau das erreichen. Meiner Meinung nach hätte man zumindest den Nebenplot mit Ringo weglassen können und den Fokus mehr auf Will und Penny legen können, denn die spielen laut Klappentext eigentlich auch eine wichtigere Rolle im ganzen Plot. Diese Schnitzeljagd fand ich etwas sperrig, denn dadurch, dass noch so viele andere Sachen passiert sind, wurde ich immer wieder im Lesefluss gestört und mir war bis zuletzt nicht ganz klar, ob das, was Lake über Will und Penny herauszufinden geglaubt hatte, auch tatsächlich wahr war. Falls dem so wäre, hat mir nämlich Lakes Reaktion auf diese Erkenntnisse gefehlt und sie wurden durch die neue Freundschaft zu Ringo überschattet. Das fand ich schade, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Lake das alles kalt gelassen hätte. Ausserdem fand ich die Art und Weise wie sie zu diesen Erkenntnissen gelangt ist schon mehr als zufällig und das alles wirkte dadurch etwas künstlich erzeugt und wenig glaubhaft.

    Das Ende wirkte dann irgendwie gehetzt. Nachdem alle (Halb-)Wahrheiten auf dem Tisch sind, steht auch schon Lakes Geburtstag bevor und ich als Leser wollte natürlich endlich wissen, wofür sich Lake entscheidet, nachdem man die ganze Zeit darauf vorbereitet wurde und regelrecht einer Entscheidung entgegengefiebert hat. Das Ende fällt dann mit einer etwas überraschenden Wendung anders aus, als ich erwartet hätte. Dadurch hat die Geschichte für meinen Geschmack ein etwas unbefriedigendes Ende erhalten, das irgendwie künstlich gewirkt hat. Ich habe mich als Leser etwas auf den Arm genommen gefühlt und mir für einen Moment gedacht: "Und dafür habe ich das jetzt alles gelesen?"
    Mir ist klar, dass es kein perfektes Ende hätte geben können - denn das liegt nun mal in der Natur eines solchen Dilemmas. Aber in meinen Augen hat der Autor bei all den Möglichkeiten, die der Plot geboten hätte, ein Ende gewählt, das weit hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist. Dadurch, dass das Ende eher dürftig ausgefallen ist, wird mir die Geschichte vermutlich auch nicht lange im Gedächtnis bleiben. Und das ist schade, denn man hätte sicher mehr aus der Thematik machen können.

    Fazit:

    Der Autor hat mit der Möglichkeit, tote Menschen wiederbeleben zu können, einen interessanten Grundplot geschaffen, bei dem ein ethisch-moralisches Dilemma aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird. Es ist spannend, Lake bei ihrer Entscheidungsfindung zu begleiten, doch durch viele verschiedene Ereignisse auf ihrem Weg dahin, muss man aufpassen, den eigentlichen roten Faden nicht aus den Augen zu verlieren. Das Buch bekommt dadurch im Mittelteil seine Längen und das Ende mag leider auch nicht so ganz überzeugen, weshalb ich dem Buch nur 3.5 Sterne vergeben kann. Für Fans der "Vollendet-"Reihe von Neal Shusterman kann ich das Buch dennoch empfehlen, denn hier wird eine ganz ähnliche Thematik auf eine andere Art und Weise behandelt, die nicht weniger spannend wäre. Man sollte nur nicht zu hohe Erwartungen an das Ende mitbringen, sonst könnte man enttäuscht werden. Insgesamt hätte man aus der Thematik mehr machen können, aber als Lektüre für Zwischendurch kann ich das Buch dennoch empfehlen.

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    klaudia96s avatar
    klaudia96vor 11 Tagen
    Eine Entscheidung fürs Leben ...

    Inhalt

    An ihrem 18. Geburtstag steht für Lake eine große Wahl an: Nur einen Menschen darf sie von den Toten wiederauferstehen lassen. Ihr Versprechen bindet sie an ihren Bruder Matt, der nach seiner Wiederauferstehung von seiner Querschnittslähmung geheilt wäre. Doch dann sterben ihre beste Freundin Penny und ihr Freund Will – und Lake steht vor einem Abgrund, aus dem sie nicht mehr rausfindet. Darf und soll sie sich entscheiden? Die Last auf ihr wird immer größer, je näher ihr Geburtstag rückt – und je näher sie Geheimnissen kommt, die sie nie erfahren sollte …

    Meine Bewertung

    Wow. Das ist erste Wort, das mir zu diesem Buch einfällt, sobald ich anfange, darüber nachzudenken. Einfach nur wow – Chandler Baker hat mich hier von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. „Das Ende ist erst der Anfang“ war ein Buch, an das ich ohne große Erwartungen rangegangen bin, das mich aber tief beeindruckt zurückgelassen hat.

    Was hier in der Geschichte rund um die 17-jährige Lake aufgezogen wird, ist eine große Frage nach Ethik und Moral, die mit dem Tod und der Möglichkeit einer Wiederbelebung einhergeht. Sie umfasst auch die Frage nach der Sterbehilfe und was ein Leben eigentlich lebenswert macht – wie weit darf man gehen? All diese Fragen haben sich langsam entfaltet, je weiter ich gelesen habe, und mich nicht mehr in Ruhe gelassen. Lake war mir als Protagonistin trotz einiger Wesenszüge, die sie manchmal kindlicher machten, als sie normalerweise ist, sehr sympathisch. Ihr Weltbild wird durch den Tod ihrer Freunde Penny und Will erschüttert, und ihre Situation ist keine leichte.

    Was ich auf jeden Fall sehr interessant fand, war Lakes Umgang mit der Situation. Sie hat sich nach dem Unfall, bei dem Penny und Will starben, viele Gedanken gemacht, und steckt in einem Dilemma fest, dessen Ausweg nur sie selbst bestimmen kann. Trotzdem versuchen ihre alle reinzureden – ihre Eltern, die Familien ihrer verstorbenen Freunde, ihre Psychologin und am meisten ihr eigenes Gewissen.  Doch die Wahl besteht nicht nur zwischen Penny und Will, sondern auch zwischen ihrem querschnittsgelähmten Bruder Matt, mit dem sie sich eigentlich nicht gut versteht. Und wiegt Familie nicht schwerer als Freunde? Aber was, wenn deine Freunde deine neue Familie geworden sind, als die alte dich abwies? Was, wenn jeder Geheimnisse vor dir hat, und jedes einzelne deine Entscheidung wenden kann?

    Was ich unglaublich gut gemacht fand, waren die vielen Twists in dem Buch. Lake wird auf eine Schatzsuche geschickt, um die geheimen Wünsche ihrer Freunde zu finden. Und dabei entdeckt sie auch Verborgenes, das sowohl Penny und Will, wie auch ihre Familie von ihr ferngehalten haben. Am Ende bleibt ihr nur einer: Ein Freund, Ringo, sie und ihre Situation verstehen kann.

    Ringo war aber tatsächlich auch das einzige Manko an diesem Buch. Innerhalb von 23 Tagen entwickelt sich da eine Beziehung, die ich so kurz nach Wills Ableben nicht erwartet hatte und auch nicht richtig nachvollziehen kann. Denn Ringo wirkt ein bisschen wie der Special Snowflake, der Lake als Krücke dient, dabei hat er wesentlich mehr verdient. Und ich wünschte, Autoren würden aufhören, ständig bei Teenager-Charakteren dieses elitäre „Ich bin was Besseres, weil ich die Beatles höre“-Klischee raushängen zu lassen. Hier ist es mir an Ringos Freundesgruppe aufgefallen, dass alle irgendwie besonders sein mussten und jeder, der einfach nur normal war, als langweilig oder zurückgeblieben galt. Diesen Erzählstrang hätte man meinetwegen einfach streichen können, denn förderlich für die Geschichte fand ich ihn nur in ganz wenigen Punkten, und Lakes Umgang mit Ringo ist in meinen Augen auch absolut nicht gesund.

    Trotzdem hat mich das Buch durch seine Hintergründe, durch die moralische Debatte und durch das Ende sehr fasziniert und beeindruckt. Ich würde es definitiv jedem empfehlen, der gern selbst mitdenkt und den ethische Fragen interessieren, die hier manchmal nur angerissen werden, aber noch tiefer hätten ergründet werden können. Alles in allem war Lakes Geschichte trotzdem unterhaltsam, herzzerreißend und in vielen Punkten sehr unerwartet für mich.

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    STEFANIE608s avatar
    STEFANIE608vor 24 Tagen
    Wen soll ich wieder auferstehen lassen?

    Diese Frage stellt sich Penny nachdem sie bei einem tragischen Unfall ihren Freund und ihre beste Freundin verliert. Aber da wäre auch ihr behinderter Bruder dem sie mit ihrer Entscheidung ihn zu wählen helfen könnte.
    Es ist unvorstellbar und ich bin ehrlich froh, dass wir uns die Frage wem schenke ich an meinem 18.Geburtstag sein Leben zurück, nicht stellen müssen.
    Meiner Meinung nach hat die Autorin ein wirklich schwieriges Thema sehr gut und glaubwürdig umgesetzt und mich zum Nachdenken gebracht. Eine wirklich berührende Geschichte die uns zurück bringt in Pennys Vergangenheit und die Tage bis zu ihrem 18.Geburtstag in einem Countdown dem Ende entgegenfiebern lässt. Ich habe mit Penny auf ihrem Weg zum entscheidenden Tag wirklich mitgelitten und gehofft das alles am Ende auch gut wird.
    Ich habe mich während des Lesens immer wieder gefragt was ich an Pennys Stelle tun würde und war selbst hin und hergerissen.
    Wie und für wen sie sich am ende entscheiden wird blieb bis zum Schluss offen und ich konnte nicht vorhersehen wie diese Entscheidung dann letztendlich aussehen würde.
    Ein fesselnder Jugendroman der zum Nachdenken anregt und den ich auch erwachsenen Lesern an Herz legen möchte.
    Vielen Dank an NetGalley und den Thienemann - Esslinger Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplars.

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    Jeanny842s avatar
    Jeanny842vor 25 Tagen
    Die schwerste Entscheidung...

    Inhalt:

    Lake wir in ein paar Wochen 18 Jahre alt. Und wie bei jedem der 18 wird, bekommt man die einmalige Chance Jemanden der gestorben ist wieder ins Leben zurück zu holen. Ihre Eltern haben jedoch ihre Chance schon längst verplant, denn ihr Bruder ist schwer querschnittsgelähmt und der Pakt mit seinen Eltern sieht so aus dass er nicht weiter versuchen wird sich das Leben zu nehmen und sie ihm zu Lakes 18. Geburtstag Sterbehilfe geben damit sie ihn zurückholen kann. Denn auch alle Krankheiten sind dann verschwunden.

    Doch dann gerät Lake mit ihrem Freund und ihrer besten Freundin in einen schweren Autounfall. Nur sie überlebt und Lake muss die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen, wen holt sie zurück?

    Meine Meinung:

    Ich hatte ja schon bei Instagram angemerkt dass ich eher ungern über Schicksalsschläge lese was einfach auch daran liegt dass mich das immer zu sehr mitnimmt. Ich habe mich trotzdem an dieses Buch gewagt und bin wirklich froh darüber! Dieses Buch ist gleichermaßen schwermütig wie es auch hoffnungsvoll ist. Und es setzt sich mit der Frage auseinander wie weit man wirklich gehen sollte um seine Liebsten zurückzuholen. So schwer es auch ist aber ist es in Ordnung Gott zu spielen? Und woran entscheidet man wer es verdient hat eine zweite Chance zu bekommen und wer nicht?

    Genau diesen Fragen geht Lake auf den Grund mithilfe einer Schnitzeljagd die ihr Freund noch vor seinem Tod zu ihrem 18. Geburtstag organisiert hat und sie hat es verdammt schwer denn alle zerren an ihr und versuchen sie zu beeinflussen. Ihre Eltern genauso wie die Eltern ihrer Freunde und vor allem waren diese Freunde die einzige Welt die sie kannte. Ihre Familie hatte sie seit dem Unfall ihres Bruders komplett ausgeschlossen, andere Freunde hatte sie nie gebraucht. Sie waren immer nur zu dritt und keiner hat je etwas allein unternommen. So sollte es jedenfalls sein. Und ihr Bruder scheint sie zu hassen.

    Wie gut dass Lake Ringo wieder trifft, einen alten Klassenkameraden der sozusagen ihr Ruhepol wird. Doch auch er hat sein Päckchen zu tragen.

    Hach ich möchte gar nicht zu viel auf den Inhalt eingehen aber ich könnte noch viel mehr schreiben weil mich diese Geschichte wirklich beeindruckt hat. Sie war zwar unheimlich traurig aber eben auch so Lebensbejahend und hoffnungsvoll. Schon allein zu sehen wie Lake eine neue und völlig offene Welt entdeckt, nachdem sie ihre kleine Welt verlassen musste. Oder wie ihr Bruder, durch versch. Geschehnisse einfach wieder mehr Lebensfreude bekommt.

    Einzig die Erwachsenen Charaktere haben mir nicht so gut gefallen. Ja, klar, Erwachsene sind tatsächlich oftmals blind und wenn es um ihre Kinder geht sind natürlich die Eigenen auch die Wichtigsten. Aber ich hätte mir gewünscht dass wenigstens der ein oder andere Erwachsene dabei ist, der vielleicht nicht ganz so kaputt bzw. Problem belastet rüber kommt.

    Der Schreibstil ist wunderbar, ich hatte keine Probleme mich in die Situation dieser Jugendlichen hinein zu versetzen und auch über die ein oder andere Bemerkung von Lake musste ich schmunzeln. Man hat einfach auch direkt diesen inneren Kampf gespürt, für wen entscheidet man sich denn jetzt? Und muss man sich wirklich entscheiden? Und ihre Reaktionen, ihre Sorgen und auch ihre positiven Erlebnisse, konnte man einfach verstehen und nachvollziehen.

    Was es mir auch leichter gemacht hat dieses Buch zu lesen, ist dass es nicht zu sehr in eine Richtung abdriftet. Es wirkt also nie nur trübsinnig sondern lässt einen auch immer mal aufatmen und lächeln.

    Von mir gibt es auf jeden Fall 4,5 Sterne und den halben Stern ziehe ich nur ab weil ich mir eben wenigstens einen Erwachsenen gewünscht hätte der ein wenig fröhlicher erscheint. Aber in dieser Geschichte haben eben die Jugendlichen allen Stürmen allein getrotzt und die richtigen Entscheidungen getroffen.

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    lex-bookss avatar
    lex-booksvor einem Monat
    Kurzmeinung: Geschichte zum Reinfallenlassen. Stößt Gedanken zum Thema Krankheit und Tod an.
    Toll geschrieben, überraschend gut

    Lake lebt in einer Welt, in der jeder an seinem 18 Geburtstag einen toten Menschen wieder auferstehen lassen darf. Wohlgemerkt: Jeder kann nur einen einzigen Menschen erwecken! In 23 Tagen wird Lake 18 und steht vor der schwierigsten Entscheidung ihres Lebens: Wen soll sie erwählen? Ihren Freund Will oder ihre beste Freundin Penny, die beide bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind? Oder ihren Bruder, der Tetraplegiker ist und nach der Auferstehung wieder gesund wäre?

    Das Buch war für mich eine echte (sehr positive) Überraschung. Auch, wenn ich mit etwas Kritik beginne: Angekündigt war es als Coming-of-Age-Roman. Der Klappentext liest sich eher wie eine Dystopie. Die science-fiction-artige Idee mit der Wiederauferweckung wirkt jedoch durchgehend undurchdacht. Das politische/medizinische System als solches wird kaum näher beleuchtet und macht einen aus Zeit und Zusammenhang gefallenen Eindruck. Fast scheint es, als sei Lake die erste Person auf der ganzen Welt, die die Entscheidung zur Reanimation eines Menschen treffen muss. Warum steht ihr niemand bei? Sollte es in einer kritischen, demokratischen Gesellschaft sowieso nicht viel mehr ethische Debatten über diese medizinische Revolution geben? Warum nur eine einzige Erweckungsoption? Warum keine Ausnahmeregelungen? Ich hatte zu Beginn sehr viele Fragen, die aber allesamt unbeantwortet blieben. Um mich auf die Geschichte einlassen zu können, musste ich sie irgendwann ausblenden.

    Vermutlich ging es der Autorin vor allem darum, bei jungen Lesern Gedanken zum Thema Tod, Behinderungen und Krankheiten anzustoßen und natürlich darum, eine emotionale Geschichte zu erzählen: Beides ist ihr wunderbar gelungen. Das Buch liest sich gefühlvoll, zart und einfach schön. Es ist ein Schicksals-, ein Freundschafts- und zum Teil ein Liebesroman. Einige Geheimnisse, die konstant für Spannung sorgen, sind ebenfalls eingewebt. Ich konnte meinen E-Reader kaum aus der Hand legen.

    Wie gesagt, ein dystopisches Setting sollte man nicht erwarten. Trotz der futuristischen Assoziation liest sich Lakes Geschichte vorwiegend sehr realistisch. Bis auf diese eine Ausnahme: Todespartys, auf denen Menschen getötet werden, um bei nächster Gelegenheit wieder erweckt zu werden. Ansonsten ist alles beim Alten: Schule, Hausaufgaben, das Café um die Ecke, Strandausflüge. Hier hat sich seit dem Sieg über den Tod nichts verändert.

    So begleitet man Lake bei ihrer Suche nach einer Lösung, bei dem Versuch, ihre Gedanken und Emotionen zu ordnen, bei ihrem Zusammentreffen mit den Familien ihrer toten Freunde und ihrer Annäherung an Ringo, ein charismatischer Junge mit einem Feuermal im Gesicht. Vor allem aber bei ihren Schwierigkeiten im Umgang mit ihrem Bruder, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt und niemanden an sich heran lässt.

    Viele Szenen treffen genau ins Herz, trotzdem hat die Geschichte auch einen feinen, teilweise sarkastischen Humor. Eigentlich ist es eine vollkommen unmögliche Entscheidung, die Lake da treffen soll. Das ist dem Leser klar und irgendwie ahnt man auch, wie die Sache endet, weil es eben nur ein einziges sinnvolles Ende geben kann. Das macht allerdings gar nichts. Es bleiben genug Fragen, die neugierig machen und der federnde, lebendige Schreibstil lässt die Seiten nur so dahinfliegen.

    Fazit: Eine gefühlvolle, ans Herz gehende, etwas romantische, aber nicht zu zuckrige, schwere Geschichte über den Umgang mit seelischen und körperlichen Verletzungen, Behinderungen, dem Schicksal und dem Tod. Mir hat das Buch sehr gefallen!

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    Kodabaers avatar
    Kodabaervor einem Monat
    Kurzmeinung: Konnte mich leider nicht so packen wie erwartet.
    Geschichte zum Thema Trauer und Trauerbewältigung, anders als erwartet.

    Der Klappentext des Buches hat mich sehr neugierig gemacht. Das Thema Wiedererweckung und der Zwiespalt, in dem sich die Protagonistin befindet, sowie die Umsetzung der Autorin mit dem Thema der Moral und Ethik in diesem Buch haben mich sehr gereizt.

    Die Wiedererweckungsmöglichkeit im Alter von 18 Jahren ist das einzige futuristische Merkmal dieses Jugendromans, also wer Science-Fiction erwartet, sollte eher zu anderen Werken greifen. In diesem Buch geht es eher um die Moral und Ethik der Wiedererweckung, bzw. das persönliche Dilemma, in dem sich Lake befindet. Durch den Unfall und plötzlichen Tod ihrer besten Freundin Penny und ihres Freundes Will steht sie nämlich kurz vor ihrem 18. Geburtstag vor der Entscheidung, wen von beiden sie Auferwecken soll. Auch für ihren Bruder Matt, der eigentlich von ihrer Wiedererweckungsmöglichkeit profitieren sollte, ändert sich nun alles.

    Wir lernen Lake hier sehr gut kennen und die Zerrissenheit und Traurigkeit wird sehr gut rübergebracht. Der Fokus liegt hier auf der Trauerbewältigung und Entscheidungsfindung von Lake. Die Nebencharaktere nehmen zwar keine Unwichtige Rolle ein, aber schweben doch irgendwie nur so an der Oberfläche. Gerade über Ringo und seine Gefühlswelt hätte ich gerne mehr erfahren. Lakes Verhalten Ringo gegenüber finde ich manchmal doch recht fragwürdig und egoistisch.

    Leider sind mir die Geschichte und die Protagonisten nicht so richtig ans Herz gewachsen und haben mich nicht so sehr berührt, wie es bei dieser Handlung vielleicht möglich gewesen wäre. Lakes Entscheidungsfindung und die damit verbundenen Gefühle werden zwar sehr ausführlich beschrieben, aber andererseits empfinde ich es doch als sehr oberflächlich. Der Twist gegen Ende des Buches hat mich überrascht und wieder etwas mehr für das Buch begeistert. Chandler Baker packt das Thema Wiedererweckung und die damit verbundene Moral/Ethik, zwar als Hauptthema in diesem Buch an, aber lediglich Ringo scheint dieses System zu hinterfragen, was ich etwas schade und zu nebensächlich fand.

    Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut zu lesen, so dass ich mich beim Lesen nie durch Abschnitte gequält habe und ich trotzdem es mich nicht so sehr gepackt hat, sehr gut durchgekommen bin.

    Das Buch hat mich gut unterhalten, aber leider nicht so sehr bewegt, wie ich es erwartet habe. Die Protagonisten konnten mich leider nicht so sehr begeistern. Wer eine Geschichte zum Thema Trauer und Trauerbewältigung sucht, mit einer hintergründig philosophischen Handlung, der kann hier schon zugreifen.

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    A
    Alinescotvor einem Monat
    Kurzmeinung: Mit "Das Ende ist erst der Anfang" habe ich mein neues Lieblingsbuch gefunden. In dieser Geschichte stimmt einfach alles.
    Die schwerste Entscheidung ihres Lebens

    Mit "Das Ende ist erst der Anfang" habe ich mein neues Lieblingsbuch gefunden. In dieser Geschichte stimmt einfach alles.

    In Lakes Welt ist alles ganz genauso, wie in unserer, bis auf eine Sache: der Auferstehung. Die Medizin hat ein Verfahren entwickelt mit dessen Hilfe tote Zellen wieder komplett erneuert werden können. Das heißt, Tote können wieder auferweckt werden, egal unter welchen Umständen der Betreffende starb, oder wie lange er schon tot ist. Was das Verfahren nicht kann, ist Verletzungen an noch Lebenden zu heilen. Alles was tot ist, wird wieder lebendig, aber alles was noch lebendig ist, würde sterben.
    Damit das Erwecken von Toten keine Überhand nimmt, darf jeder Mensch, nur einmal in seinem Leben eine Auferweckung durchführen, und zwar an seinem 18. Geburtstag.

    In 23 Tagen wird Lake 18, und eigentlich war es für alle klar, dass sie ihren querschnittsgelähmten, aber noch lebendigen Bruder wieder als gesunden Mann "auferstehen" lassen wird. Doch dann passiert es, Lakes beste Freundin Penny, ihr Freund Will und sie haben einen schrecklichen Unfall. Penny und Will sind sofort tot.
    Nun steht Lake vor der unlösbaren Frage, wen der dreien sie erwecken soll.

    Ich fand die Frage, die ausweglose Situation und was die Autorin daraus macht, unheimlich faszinierend. Wie entscheidet man, wen man aus dem Jenseits wieder zurückholt. Und ist es in Ordnung das zu tun, nur weil man es kann? Was passiert mit der natürlichen Ordnung der Dinge und sind die Zurückgeholten noch die gleichen wie vorher.

    Nach dem Unfall verwandelt sich Lakes Welt in einen wahren Albtraum. Alle bedrängen sie nun, sich für das Richtige zu entscheiden. Nur das für jeden das "Richtige" etwas anderes ist. Nicht nur die eigenen Eltern setzen sie unter Druck, auch die Eltern von Will und die von Penny appellieren jeweils an ihr Gewissen.
    Dabei darf man nicht vergessen, dass doch auch Lake um die beiden trauert. Fast schon körperlich spürt man ihre Zerrissenheit. Als Leser kann man nur mit ihr mitleiden.

    Überhaupt ist die Charakterzeichnung besonders bei Lake gut gelungen. Sie ist alles was eine gute Figur ausmacht, und so kann man sich gleich mit ihr identifizieren.
    Sie flüchtet, wenn sie sich bedrängt fühlt. Sie forscht nach, weil sie ratlos ist. Sie freundet sich mit Ringo an, obwohl sie erst gar nichts von ihm hält, weil sie einsam ist. Sie legt sich mit ihren Eltern an, weil sie sich unverstanden fühlt. Sie wendet sich von ihrem Bruder ab, weil sie sich ausgestoßen fühlt.
    Und weil das alles aus ihrer Sicht in der Ich-Form von ihr erzählt wird, ist man als Leser immer hautnah mit dabei und möchte ihr am liebsten sagen, dass am Ende alles gut wird, obwohl man das zu keinem Zeitpunkt hätte behaupten können.

    Bis zum Ende kann man nicht sagen, wie sich Lake entscheiden wird. Und es gibt Wendungen im Geschehen, die habe ich nicht kommen sehen.

    Warum das Buch für nur Mädchen und junge Frauen beworben wird, weiß ich nicht. Das Thema "Tot" geht doch alle was an, und das Buch ist so unfassbar spannend, die Jungs würden sich bei dieser Geschichte bestimmt nicht langweilen.
    Für mich ist die Autorin Chandler Baker die Entdeckung des Jahres, ich hoffe sehr dass von ihr noch mehr so tolle Bücher erscheinen werden. Von mir jedenfalls gibt es eine klare Lese-Empfehlung.

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    K
    Karschtlvor einem Monat
    "Yesterday, all my troubles seemed so far away"

    4,5 Sterne

    Für ein Jugendbuch ist es ein ziemlich krasses Thema. Aber gerade in diesem Alter beschäftigen sich wohl viele zum ersten Mal wirklich mit dem Tod, auf welche Weise auch immer. Lake verliert auf einen Schlag die 2 einzigen Menschen, die ihr wichtig waren - und denen sie anscheinend wichtig war. Ihre Eltern haben nach dem Unfall ihres Bruders, der diesen zu einem Querschnittsgelähmten machte, keine Zeit mehr für sie. Und ihr Bruder Matt ist zu einem richtigen Ekel geworden. Bei allem Verständnis für seinen Gesundheitszustand - das hat mich schon einige Male wütend gemacht.
    Doch ist das Grund genug, dass Lake das ihr aufgezwungene Versprechen bricht, und ihrem Bruder zu einem Leben ohne Behinderung verhilft? Kann sie ihren Bruder und ihre Eltern so enttäuschen? Ist Blut nicht trotzdem dicker als Wasser? Und für wen soll sie sich denn stattdessen entscheiden? Wer ist wichtiger? Die beste Freundin, die immer für einen da ist. Oder der erste feste Freund in den man so verknallt ist? Ich könnte mich da wohl nicht entscheiden und bin froh nicht in Lake's Haut zu stecken. Das ist ja wie bei Sophie's Choice!

    Zum Glück ist Lake nicht vollkommen allein in dieser qualvollen Zeit. Sie trifft einen Jungen wieder, den sie noch aus der Grundschule kennt. Und sie redet endlich wieder mit Matt, und er mit ihr! Die beiden unterstützen sie auch bei ihrer Schnitzeljagd (stärke Ähnlichkeit zu 'Margo's Spuren'!), die ihr Freund Will als Geburtstagsüberraschung geplant und schon komplett vorbereitet hatte. Das war das Gerüst für Lake's Entscheidungsfindung und auch Trauerarbeit. Wieso sich Lake aber immer so viel Zeit ließ  mit dem Öffnen der einzelnen Hinweise, war mir unerklärlich. Sie wusste ja nicht, wieviele Stationen diese Jagd hat und wie schnell sie die Rätsel entschlüsseln würde.

    Ich habe vorher keine der anderen Rezensionen gelesen, um nicht irgendeinen Hinweis aufzuschnappen wie die Geschichte ausgehen könnte. Werde ich jetzt alles nachholen, denn ich bin neugierig wie andere über das Ende denken. Ich bin da sehr zwiegespalten... Vielleicht ist es für alle Beteiligten und vor allem Lake die beste Wahl. Mein persönliches, rationales Ich hätte anders entschieden.

    Auch wenn ich nicht die volle Punktzahl vergebe, so gebe ich trotzdem eine ganz klare Leseempfehlung ab, besonders aber nicht nur an Teenager. Denn man kann mit diesem Buch nicht nur ein paar spannende Lesestunden verbringen, sondern sogar etwas lernen.

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    mysticcats avatar
    mysticcatvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein vielschichtig futuristisches Buch zum Thema Wiedererweckung. Die Altersangabe ist meiner Meinung nach nicth passend - eher YA!
    Eher für ältere Leserinnen geeignet

    „Das Ende ist erst der Anfang“ von Chandler Baker (englisches Original: This is not the End) ist 2018 im Thienemann Verlag in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH als gebundene Ausgabe erschienen. Die Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren.

     

    Bisher habe ich nichts von der Autorin gelesen und war gespannt auf die zukünftigen Technologien, die eine Erweckung von den Toten ermöglichen. Ganz besonders interessiert hat mich auch, wie die 17-jährige Lake ihre Entscheidung treffen wird. Ihre Eltern erwarten von ihr, dass sie durch die Möglichkeit der Wiederauferstehung den nach einem Unfall behinderten Bruder heilt, sie hätte gerne ihre beste Freundin oder ihren Freund zurück, die erst kürzlich bei einem Autounfall, bei dem Lake auch dabei war, ums Leben gekommen sind.

     

    Das Cover mit der schwarz-weißen Farbgestaltung und der weiblichen Figur passt gut zur Thematik des Buches und hätte mich das Buch auf jeden Fall in die Hand nehmen lassen. Die Altersempfehlung habe ich als erwachsene Leserin, die beruflich mit der Zielgruppe zu tun hat, mal außen vor gelassen. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass ich dieses Buch eher von 16 aufwärts empfehlen würde, da ich der Meinung bin, dass die im Buch aufgegriffene Thematik in der Ausführung für junge Jugendliche in ihrer Vielschichtigkeit nicht erfassbar ist. Lake muss die wahrscheinlich schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen und ist dabei alleine, bis sie auf einen alten Klassenkammeraden, Ringo, trifft, mit dem sie sich überraschend anfreundet. Außerdem bemerkt sie, dass ihr vieles verschwiegen wurde – sei es von der Familie oder von ihren Freunden und es wird ihr klar, wie schwer es ist, eine Entscheidung zu treffen, weil es immer Puzzleteile gibt, die einem fehlen und die eine Entscheidung im Nachhinein dann als falsch erscheinen lassen. Ich empfehle daher dieses Buch für 16 bis 20-Jährige, die sich mit den Themen Moral und Ethik beschäftigen. Über wissenschaftliche Theorien in diesem Werk findet man wenig, ich habe keinen Einblick von der technischen Seite bekommen können, die ich mir so sehr gewünscht habe.

     

    Der Schreibstil ist locker und leicht, die futuristische Welt, in der das Buch spielt, ähnelt bis auf manche Technologien der heutigen Welt sehr und auch die Jugendlichen scheinen sich nicht verändert zu haben. Ich hätte in der Zukunft eine größere Überwachung erwartet, die anscheinend nicht eingetreten ist, sowie Probleme mit Wasser- oder Nahrungsversorgung oder Migrationsbewegungen. So es diese in dem Setting geben sollte, finden auch sie im Buch keinen Niederschlag und das Buch beschäftigt sich linear mit dem Thema der „Wiederbelebung“ in all seinen Facetten und klammert dabei andere gesellschaftliche und politische Entwicklungen vollkommen aus.

     

    Das Buch hat bei mir lange nachgewirkt und bleibt im Gedächtnis. Ständig habe ich mich gefragt, wie ich entscheiden würde. Wer hatte es „verdient“? Welche Konsequenzen würden aus dieser Handlung erwachsen? Wie ginge es der Person dann dabei? Es ist also schwer, das Gelesene wieder aus dem Kopf zu bekommen.

     

    Fazit: Definitiv ein Buch für ältere Leserinnen, die Altersempfehlung passt meiner Meinung nach nicht – eine 13-jährige wird sich damit noch nicht viel anfangen können.

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    Sonjalein1985s avatar
    Sonjalein1985vor einem Monat
    Schwierige Entscheidungen

    Inhalt: Lake ist bald 18 Jahre alt. Und wie jedem, steht ihr an ihrem Geburtstag eine Resurrection frei, bei der sie einen Menschen wiederauferstehen lassen kann. Eigentlich steht lange fest, dass dies ihr querschnittsgelähmter Bruder wird, der nach seiner Wiedererweckung gesund wäre. Dann aber sterben bei einem schweren Unfall Lakes beste Freundin Penny und ihre große Liebe Will. Und somit steht die 17-Jährige vor einer schweren Entscheidung.

    Meinung: „Das Ende ist erst der Anfang“ ist ein tolles Jugendbuch, dass sich nicht nur mit der Möglichkeit befasst, einen Menschen wiederauferstehen lassen zu können, sondern vor allem darum zu trauern und unmögliche Entscheidungen zu treffen.
    Im Mittelpunkt steht Lake, die bald 18 Jahre alt wird und zu ihrem Geburtstag einen geliebten Menschen wiedererwecken kann. Vor langer Zeit beschlossen ihre Eltern, dass sie ihren querschnittsgelähmten Bruder Matt wiederauferstehen lässt. Dieser ist jedoch noch gar nicht tot. Trotzdem stand für Lake diese Entscheidung nie außer Frage. Bis zu dem Tag, an dem sie erfährt, dass bei einem gemeinsamen Autounfall ihre beste Freundin und ihr Freund gestorben sind.
    Will und Penny waren alles für Lake und so muss sie sich entscheiden, wenn sie zurückholt. Wäre dies nicht schon so schwer genug, wird sie auch noch von ihrer Umgebung massiv unter Druck gesetzt. Die Eltern aller drei Parteien plädieren natürlich jeweils für ihr Kind.
    Ich selbst habe mich die ganze Zeit über gefragt, wie Lake das aushalten soll, obwohl ich die Eltern natürlich verstehe. Ich schätze, jeder würde versuchen sein eigenes Kind wiedererwecken zu lassen. Lake allerdings geht es im Laufe des Buches immer schlechter und ich fand sie und ihre Gefühle wahnsinnig gut dargestellt.
    Hierbei wird nicht nur von Penny in der Gegenwart berichtet, sondern ebenfalls immer wieder von ihrer Vergangenheit, wobei der Autor die Beziehungen zu allen drei Kandidaten beleuchtet.
    Penny ist die perfekte beste Freundin, die immer für sie da war, Will ein toller Freund, der sie auf Händen trug. Und Matt ist der Bruder, der von seinem schlimmen Schicksal so gezeichnet ist, dass er sie immer wieder von sich stieß.
    Der Charakter, der mir am besten gefallen hat, ist aber wohl Ringo, der einfach toll mit Lake umgeht und durch seine ruhige Art begeistern kann.
    Die Geschichte ist sehr emotional und stellt einem selbst vor die Frage, was man getan hätte. Diese Frage bleibt bis zum Schluss spannend, da weder der Leser, noch Lake selbst, vorher weiß, wie sie sich entscheidet.
    Das Buch ist auf jeden Fall mal was anderes und hat mir alleine deshalb schon gut gefallen.

    Fazit: Tolles Jugendbuch über Trauer, Wiedererweckung und eine schwierige Entscheidung. Sehr zu empfehlen.

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