Chanel Miller

 4,9 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Ich habe einen Namen, Know My Name: A Memoir und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Chanel Miller

Die Künstlerin und Autorin Chanel Miller, geboren 1993 in Palo Alto, studierte am College of Creative Studies an der University of California. Sie lebt in San Francisco.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Chanel Miller

Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: 9783550200809)

Ich habe einen Namen

 (12)
Erschienen am 22.10.2019
Cover des Buches Know My Name: A Memoir (ISBN: 9780735223707)

Know My Name: A Memoir

 (3)
Erschienen am 24.09.2019

Neue Rezensionen zu Chanel Miller

Cover des Buches Know My Name: A Memoir (ISBN: 9780735223707)sasa_moons avatar

Rezension zu "Know My Name: A Memoir" von Chanel Miller

Eine kraftvolle und unüberhörbare Stimme!
sasa_moonvor 5 Monaten

"The judge had given Brock something that would never be extended to me: empathy. My pain was never more valuable than his potential.“ (S. 241)

Chanel Millers Geschichte löst mehrere Emotionen innerhalb kürzester Zeit aus. Eine reine Achterbahnfahrt der Gefühle, die mir noch immer sehr präsent im Gedächtnis ist. "Know my Name“ macht fassungslos, wütend und traurig. Doch gleichzeitig gibt die Autorin einen hoffnungsvollen Ausblick am Ende. Diese bewundernswerte Frau verdient es, angehört zu werden! (TW: Sexualisierte Gewalt)

Das Cover: Angenehme und elegante Farben zieren das Cover. Auch die goldenen, durchzogenen Strukturen haben eine tiefere Bedeutung, die im Buch kurz erklärt wird.

"Oh but his reputation! That’s really where he suffers. My advice is, if he’s worried about his reputation, don’t rape anyone.“ (S. 283)

Die Handlung: Die Welt war fassungslos, als Brock Turner nur zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt wurde, nachdem er Chanel Miller während einer Party an der Stanford University vergewaltigt hatte. Trotz Zeugen und Chanel Millers kraftvollen und eindringlichen Brief, den sie vor Gericht noch unter dem Synonym Emily Doe vorlas, erfuhr er ein Urteil, welches in Wahrheit keines war. Doch Chanel wollte nicht schweigen und trägt ihre Geschichte mit diesem Roman an die Öffentlichkeit.

Meine Meinung: Chanel Miller war mir bereits aus mehreren Interviews bekannt und bereits da ging mir ihre Geschichte und die damit einhergehende Ungerechtigkeit sehr nah. Die Geschehnisse noch einmal auf Papier nähergebracht zu bekommen, war nicht immer einfach zu lesen. Die Autorin schreibt eindringlich, kraftvoll und voller Emotionen. Ihr Schmerz ist greifbar, die Wut zu spüren und ihre Worte gehen unter die Haut. Teilweise hatte ich beim Lesen Gänsehaut, so nahe ging mir das Geschriebene. Ebenso schrieb ich mir so viele Zitate, wie noch nie zuvor in irgendeinem Buch, heraus. Augenöffnende Zeilen, die mich sehr zum Nachdenken brachten. Chanel Miller macht auf die Ungerechtigkeit von Privilegien, Sexismus und Diskriminierungen aufmerksam. Ebenso kann ich nicht fassen, dass es sich hierbei um ihren ersten Roman handelt, da dieser Roman unfassbar gelungen geschrieben ist. Teilweise war es mir jedoch ein wenig zu detailliert erzählt. Chanel Miller schilderte ihren Alltag bis ins kleinste Detail, was ich sehr wichtig finde, teilweise hätten jedoch manche Geschehnisse aus dem Alltag gekürzt werden können, da sie manchmal den Lesefluss leicht unterbrachen.

Fazit: Ein Roman, den ich allen ans Herz legen kann. Wichtig, laut und dennoch ermutigend. Chanel Miller ist eine bewundernswerte Frau, die ihren Schmerz in etwas verwandelte, was mit Sicherheit vielen Menschen da draußen, die Ähnliches erleben mussten, viel Mut schenkt! Von mir gibt es hier 4,5/5 Sternen und eine große Leseempfehlung.

"When a woman is assaulted, one of the first questions people ask is, Did you say no? This questions assumes that the answer was always yes, and that it is her job to revoke the agreement. To defuse the bomb she was given. But why are they allowed to touch us until we physcally fight them off? Why is the door open until we have to slam it shut?“ (S. 83)

Kommentare: 2
Teilen
Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: 9783550200809)SteffiWausLs avatar

Rezension zu "Ich habe einen Namen" von Chanel Miller

Rezension zu Ich habe einen Namen
SteffiWausLvor einem Jahr

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre in Schulen werden - das war mein erster Gedanke, als ich dieses wichtige Buch zugeklappt habe. 

Chanel Miller schildert in „Ich habe einen Namen“, wie sie eine Vergewaltigung, die sich auf dem Campus der Universität Stanford durch einen ihr unbekannten Mann, ereignet hat, emotional und psychisch verarbeitet. Außerdem wird der Gerichtsprozess und die damit einhergehende öffentliche Berichterstattung sehr detailliert beschrieben. Meinungen und Kommentare, denen sie sich ausgesetzt sah, waren ebenfalls ein großes Thema dieses Buches, und natürlich wie Chanel Miller auf eine ganz klare und brillante Art darauf reagiert.


Meine Eindrücke, Reaktionen und Empfindungen beim Lesen:

Ich habe mich oft gefragt, ob es nicht besser gewesen wäre, nicht vor Gericht zu gehen? 

Nun war ihr das ganze traumatische Ausmaß eines Gerichtsprozesses nicht bewusst, als man sie um eine Entscheidung bat. Hätte sie es gewusst, hätte sie sich dafür entschieden? 

Ich glaube am Ende war es auch für sie gut, diesen Weg zu gehen und so an Stärke zu gewinnen. Durch sie hat es Veränderungen gegeben. Allein dafür war es richtig und wichtig, und sie kann stolz auf sich sein.


Vor allem fand ich sehr viele Dinge wahnsinnig empörend:

Empörend die Fragen, die der Anwalt des Täters gestellt hat, und seine Strategie dahinter.

Empörend, dass über ihren Alkoholkonsum  gesprochen wurde, es gemeine und abwertende Kommentare dazu gab. Empörend, dass der Alkoholkonsum beim Täter keine Rolle gespielt hat, und sogar geholfen hat, ihn als weniger schuldfähig wirken zu lassen.


Man braucht Zeit und Konzentration für die Lektüre. So ein Buch liest man nicht mal so nebenbei. Diese Aufmerksamkeit sind wir Chanel Miller und allen Opfern von sexueller Gewalt schuldig. 

Es geht sehr detailliert in die Tiefe - eine Triggerwarnung also an alle, die Beschreibungen von sexueller Gewalt nicht gut vertragen können. Und haltet Euch Post-its für Markierungen von sehr vielen sehr guten Stellen im Buch bereit. 


Kommentieren0
Teilen
Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: 9783550200809)bookish_yvonnes avatar

Rezension zu "Ich habe einen Namen" von Chanel Miller

Lest das Buch
bookish_yvonnevor einem Jahr

Es war eine regelrechte Achterbahn der Gefühle. Ich war wütend, hoffnungsvoll, empört, fassungslos, erleichtert, erschüttert. Ich habe so viel geweint.
⚠️ [CN: Ableistische Sprache, Alkohol, Amoklauf, anti-Schwarzer Rassismus, Blut, Drogen, Polizeigewalt, sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung, Victim Blaming]

Eventuell kennen einige von euch Chanel Miller besser unter ihrem Pseudonym “Emily Doe”. Unter diesem Namen verlas sie 2016 vor Gericht einen Brief (ihren Victim Impact Statement) an den Mann, der sie 2015 nach einer Party an der Stanford University vergewaltigt hatte. Brock Turner wurde in alle drei Anklagepunkten für schuldig befunden, doch Richter Aaron Persky verurteilte Turner zu nur sechs Monaten Haft. Dies führte zu einem weltweiten Diskurs über sexualisierte Gewalt, die auch die #MeToo Movement begleitete.

Miller schreibt in dieser Autobiografie eindrücklich, wie das Gerichtssystem versagte. Wie sehr der Täter geschützt wird, wie Medien sich auf seine nun beschmutzte Zukunft und seine tollen Schwimmzeiten konzentrierten, während sie sich über ihr Partyverhalten und ihre Kleidung ausließen. Ist sie ein “gutes” Opfer? Sie wird medial auseinandergenommen und versucht weiterhin ihr Leben zu führen.

Das Buch ist so flüssig zu lesen und ich liebe es, wie Miller sich ausdrückt und Dinge beschreibt. Es war regelrecht unheimlich all das so persönlich durch sie mitzuerleben. All die Frustration, Hilflosigkeit, Wut, Traurigkeit, Fassungslosigkeit, aber auch ihre Stärke, ihren Mut, ihren Humor, ihre Wortgewandtheit. Ich bin so froh, dass Miller ein dermaßen starkes Statement geschrieben hat und auch, dass es veröffentlicht wurde und es so viele Menschen erreicht.

Wenn ihr dazu in der Lage seid, lest ihre Autobiografie. Es macht wütend und traurig, aber gleichzeitig, ist es so voller Empowerment.


Kommentieren0
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 43 Bibliotheken

von 11 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks