Chanel Miller

 5 Sterne bei 8 Bewertungen

Lebenslauf von Chanel Miller

Die Künstlerin und Autorin Chanel Miller, geboren 1993 in Palo Alto, studierte am College of Creative Studies an der University of California. Sie lebt in San Francisco.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Chanel Miller

Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: 9783550200809)

Ich habe einen Namen

 (7)
Erschienen am 22.10.2019
Cover des Buches Know My Name: A Memoir (ISBN: 9780735223707)

Know My Name: A Memoir

 (1)
Erschienen am 24.09.2019

Neue Rezensionen zu Chanel Miller

Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: 9783550200809)SteffiWausLs avatar

Rezension zu "Ich habe einen Namen" von Chanel Miller

Rezension zu Ich habe einen Namen
SteffiWausLvor 7 Stunden

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre in Schulen werden - das war mein erster Gedanke, als ich dieses wichtige Buch zugeklappt habe. 

Chanel Miller schildert in „Ich habe einen Namen“, wie sie eine Vergewaltigung, die sich auf dem Campus der Universität Stanford durch einen ihr unbekannten Mann, ereignet hat, emotional und psychisch verarbeitet. Außerdem wird der Gerichtsprozess und die damit einhergehende öffentliche Berichterstattung sehr detailliert beschrieben. Meinungen und Kommentare, denen sie sich ausgesetzt sah, waren ebenfalls ein großes Thema dieses Buches, und natürlich wie Chanel Miller auf eine ganz klare und brillante Art darauf reagiert.


Meine Eindrücke, Reaktionen und Empfindungen beim Lesen:

Ich habe mich oft gefragt, ob es nicht besser gewesen wäre, nicht vor Gericht zu gehen? 

Nun war ihr das ganze traumatische Ausmaß eines Gerichtsprozesses nicht bewusst, als man sie um eine Entscheidung bat. Hätte sie es gewusst, hätte sie sich dafür entschieden? 

Ich glaube am Ende war es auch für sie gut, diesen Weg zu gehen und so an Stärke zu gewinnen. Durch sie hat es Veränderungen gegeben. Allein dafür war es richtig und wichtig, und sie kann stolz auf sich sein.


Vor allem fand ich sehr viele Dinge wahnsinnig empörend:

Empörend die Fragen, die der Anwalt des Täters gestellt hat, und seine Strategie dahinter.

Empörend, dass über ihren Alkoholkonsum  gesprochen wurde, es gemeine und abwertende Kommentare dazu gab. Empörend, dass der Alkoholkonsum beim Täter keine Rolle gespielt hat, und sogar geholfen hat, ihn als weniger schuldfähig wirken zu lassen.


Man braucht Zeit und Konzentration für die Lektüre. So ein Buch liest man nicht mal so nebenbei. Diese Aufmerksamkeit sind wir Chanel Miller und allen Opfern von sexueller Gewalt schuldig. 

Es geht sehr detailliert in die Tiefe - eine Triggerwarnung also an alle, die Beschreibungen von sexueller Gewalt nicht gut vertragen können. Und haltet Euch Post-its für Markierungen von sehr vielen sehr guten Stellen im Buch bereit. 


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Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: 9783550200809)bookish_yvonnes avatar

Rezension zu "Ich habe einen Namen" von Chanel Miller

Lest das Buch
bookish_yvonnevor 22 Tagen

Es war eine regelrechte Achterbahn der Gefühle. Ich war wütend, hoffnungsvoll, empört, fassungslos, erleichtert, erschüttert. Ich habe so viel geweint.
⚠️ [CN: Ableistische Sprache, Alkohol, Amoklauf, anti-Schwarzer Rassismus, Blut, Drogen, Polizeigewalt, sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung, Victim Blaming]

Eventuell kennen einige von euch Chanel Miller besser unter ihrem Pseudonym “Emily Doe”. Unter diesem Namen verlas sie 2016 vor Gericht einen Brief (ihren Victim Impact Statement) an den Mann, der sie 2015 nach einer Party an der Stanford University vergewaltigt hatte. Brock Turner wurde in alle drei Anklagepunkten für schuldig befunden, doch Richter Aaron Persky verurteilte Turner zu nur sechs Monaten Haft. Dies führte zu einem weltweiten Diskurs über sexualisierte Gewalt, die auch die #MeToo Movement begleitete.

Miller schreibt in dieser Autobiografie eindrücklich, wie das Gerichtssystem versagte. Wie sehr der Täter geschützt wird, wie Medien sich auf seine nun beschmutzte Zukunft und seine tollen Schwimmzeiten konzentrierten, während sie sich über ihr Partyverhalten und ihre Kleidung ausließen. Ist sie ein “gutes” Opfer? Sie wird medial auseinandergenommen und versucht weiterhin ihr Leben zu führen.

Das Buch ist so flüssig zu lesen und ich liebe es, wie Miller sich ausdrückt und Dinge beschreibt. Es war regelrecht unheimlich all das so persönlich durch sie mitzuerleben. All die Frustration, Hilflosigkeit, Wut, Traurigkeit, Fassungslosigkeit, aber auch ihre Stärke, ihren Mut, ihren Humor, ihre Wortgewandtheit. Ich bin so froh, dass Miller ein dermaßen starkes Statement geschrieben hat und auch, dass es veröffentlicht wurde und es so viele Menschen erreicht.

Wenn ihr dazu in der Lage seid, lest ihre Autobiografie. Es macht wütend und traurig, aber gleichzeitig, ist es so voller Empowerment.


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Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: 9783550200809)Paperboats avatar

Rezension zu "Ich habe einen Namen" von Chanel Miller

Ein mutiges Statement
Paperboatvor einem Jahr

„Ich habe einen Namen“, mit diesen Worten holt sich Chanel Miller aka. Emily Doe ihre Identität wieder. Es ist eine Identität, die über monatelange Berichterstattung auf eine Opferrolle reduziert wurde, eine Frau, die auf einer Party zu viel getrunken hat und vergewaltigt wurde. Ich denke, dieses Buch ist ein großer Teil der Heilung dieser jungen Frau.

Chanel ist 22 Jahre alt, als sie mit ihrer Schwester Tiffany auf eine Party an der Stanford University geht. Sie trinkt Alkohol, bekommt einen Filmriss, und das nächste, woran sie sich erinnert, ist dass sie im Krankenhaus aufwacht. Sie wird untersucht und erhält die Info, sie sei angegriffen worden. Sie befindet sich noch inmitten ihres Schockzustandes, als ihre Schwester sie aus dem Krankenhaus nach Hause bringt. Erst in den nächsten Tagen erhält sie ein genaueres Bild dessen, was mit ihr passiert ist. Sie wurde von dem 19-jährigen Brock Turner hinter einem Müllcontainer fast vollständig ausgezogen, und er führte seine Finger in die bewusstlose Frau ein. Gerettet wurde sie von zwei schwedischen Studenten, die auf Fahrrädern vorbeifuhrend die Tat beobachteten und den Täter festhielten.

Erst langsam setzt sich für Chanel ein Bild des Tathergangs zusammen. Sie muss vor Gericht aussagen und diese Momente noch einmal erleben. Im weiteren Verlauf ihres Buches beschreibt sie das, was in ihr vorgeht, und was keine Berichterstattung wiedergibt, denn Chanel bleibt als Emily Doe anonym. Sie beschreibt Panikattacken, Weinkrämpfe und tiefgreifende Enttäuschungen darüber wie sie als Opfer und damit ihr Privatleben auseinandergenommen und ausschließlich bruchstückhaft beleuchtet wird. Ihre Geschichte ist aber auch die Chronik ihrer Gesundung, an deren Ende sie womöglich noch nicht angekommen ist. Aus Emily wurde wieder Chanel, sie hat sich ihren Namen zurückerobert und mit ihm Zuversicht und Selbstbestimmung.

Am Schluss der Geschichte ihres Übergriffs und aller weiterer Folgen ist das Statement abgedruckt, das sie am Ende ihrer Gerichtsverhandlung gelesen hat. Dieses Statement rührt zu Tränen.

Ich kann für dieses Buch gar keine Empfehlung aussprechen, weil jeder selbst wissen muss, ob er sich dieser Geschichte und dieses Themas annehmen will. Ich spreche für mich persönlich, wenn ich sage, dass mich Chanels Geschichte, ihr Durchhaltevermögen und ihr Mut in vieler Hinsicht bereichert hat.

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