Chantal-Fleur Sandjon Serienunikat

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Inhaltsangabe zu „Serienunikat“ von Chantal-Fleur Sandjon

Wir rasen unserem eigenen Atem hinterher dem Horizont entgegen und wünschen uns Flügel. Würden wir abheben, so wäre es nicht verwunderlich. Wir sind grün und digital, hoffnungsvoll und realistisch, Weltverbesserer und Weltenbummler, verliebt und verlebt, vernetzt und ungebunden, haben die Taschen voll unreifer Ideen und den Kopf voll einstürzender Erwartungen unserer Eltern. Wir sind 100.000 Unikate – in Serie. Und eines davon bin ich, Ann-Sophie … Sie hat die Nase voll. Von verstaubten Ansichten und den Erwartungen, dass ihre Zukunft eine ausgeblichene Version des Lebens ihrer Eltern sein soll – nur mit Facebook-Profil und Twitter-Updates auf den neuesten Stand gebracht. Hals über Kopf flüchtet die 20-jährige Ann-Sophie nach Berlin, 644 Kilometer weit von den Eltern entfernt und um 3,5 Millionen Einwohner größer als ihr Heimatkaff. Dort hofft sie herauszufinden, was sie vom Leben will. Doch wie macht man das in einer Welt der unendlichen Möglichkeiten? Das belletristische Debüt der deutsch-afrikanischen Jungautorin Chantal-Fleur Sandjon ist ein unterhaltsames Portrait der Generation Y über Selbstfindung, Erwachsenwerden und das Hipster-Leben in einer Berliner WG.

Am Anfang zäh und strange. Zum Ende hin wird es aber etwas besser.

— JbambiM

Nichts Neues aber sehr schöne, kurzweilige Unterhaltung

— Kugeni

Die Dialoge erinnern an Poetry Slam. Ich konnte mich mit der Protagonistin wenig identifizieren, obwohl ich auch zur Generation Y gehöre.

— Miia

Großstadtpoesie pur! Lange hat mir kein Buch mehr so aus dem Herzen gesprochen! Eine Momentaufnahme der heutigen Großstadtjugend! LESEN! ;)

— Grossstadtheldin

Eine Möglichkeit, wie man sich von seinen Eltern löst und sich selbst findet und verwirklicht, wird in diesem Buch beschrieben. Lesenswert!

— LiehsaH

Hat mir gefallen :)

— lizzie123

bestes buch in richtung roman den ich seit langem gelesen habe :)

— Itsmelero

Lass dich nicht in ein bestimmtes Schema pressen, sondern finde dich selbst ☺ Nett, aber auch nichtssagend. Schade!

— MelE

Die Anleitung zum Anderssein verpackt in eine einzigartige Geschichte! Man wird anhand von wunderbaren Charakteren durchs Buch getragen! :)

— LimitLess

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  • Serienunikat | Rezension

    Serienunikat

    vivreavecdeslivres

    16. April 2017 um 15:31

    Chantal-Fleur Sandjons Buch überzeugt mit einer Thematik, die aus dem Jetzt und dem Leben jeglicher jungen Person, die sich mehr als grundlegende Gedanken über das Sein und die Zukunft, sowie auch die Vergangenheit stellt. Ich kann mir wenige Menschen vorstellen, die sich nicht irgendwie in diesem Roman finden. Und so umhüllt dieses Buch einen als Leserin mit einer Intimität, die in einem Buch selten so vertraut gewirkt hat wie hier. Der Sprachgebrauch ist sorgfältig und passt sich doch der Umgangssprache in Kreuzberg, wo die Geschichte auch spielt, an.Mir gefällt, wie wenig ausgelassen wird und das genau Bild Berlins. Die Stadt wird sogar im  Roman immer wieder kritisiert und, ganz ehrlich, sie polarisiert sowieso. So haben wir verschiedenste Meinungen und persönliche Beziehungen zu meiner Herzensstadt, und doch liest sich  das Buch stellenweise wie eine Liebesgeschichte oder Hommage an Berlin, an Kreuzberg. Die verlorenen Geister und jungen Revoluzzer, die Luft, von politischen Aussagen durchsetzt, die Nächte mit Raves ohne Ende, die Strassen mit wahrem Multikulti. Nichts wird ausgelassen und man meint, seit Geburt in Berlin zu leben und doch ruft das Buch zumindest in mir das Bedürfnis auf, Berlin zum sechsten Mal einen Besuch abzustatten.Wenn Ann-Sophie ihren Mund aufmacht, kommt hin und wieder etwas unverhofft Poetisches heraus. Ich kann mir vorstellen, wie sich auch hier die Geister scheiden und einige Leserinnen, welche kramphaft an ihren selbstgeschriebenen Listen, was in Büchern ein schlechtes Zeichen ist,  festhalten, werden zumindest die Dialoge unrealistisch finden. Ich denke mir da - und wenn schon. Man muss sich wirklich auf das Buch und die Geschichte einlassen können (und am besten Lesepausen streichen). Die Autorin schafft nämlich mit so viel anderen Ideen Authentizität vom feinsten und lässt uns an ganz anderen Dingen teilhaben.Ich will Raum zum Atmen und Flügel-wachsen-Lassen und Anders-sein und Liebemachen und Michfinden.Und ich will den Horizont küssen und in blauem Licht baden und zu der Musik in meinem Bauch tanzenund lächerlich  sein, ohne dass andere lachen.Ich will Sachen  ausprobieren und Klamotten und Menschen und Essen und politische Meinungen. S E I T E   5 2Das Buch hat mich immer wieder überrascht, und zwar in jedem Punkt positiv. Ich habe es schon lange zu Hause stehen und so gut ich mich erinnern mag, hab ich es auch bereits mal angelesen, war damals aber noch zu jung dafür und habe weniges verstanden. Das hat sich mit der Zeit verändert und ich bin froh, das Buch nicht abgestempelt, sondern einfach aufgeschoben zu haben. Es steckt wahnsinnig  viel Wahrheit zwischen den Zeilen. Und viel Chantal-Fleur Sandjon. Genau so stelle ich mir es vor, Schriftstellerin zu sein - dabei gibt es auch das Gegenteil, was ich durchaus attraktiv und für eine hohe Kunst befinde - seine Überzeugungen in warme Worte zu stecken und lauter tolles Zeugs, banal gesagt, drumherumzupacken. Keine Angst, das Buch ist nicht so banal. Es ist wundervoll und nur zu empfehlen. Aber es hat einige Dinge auf den Punkt gebracht. Für die Menschen, die am Kanal, an unserer kleinen Gruppe Neo-Punks und Schein-Hipsternvorbeigingen, sah es bestimmt nach einem netten Saufgelage in der Abendsonne aus.Doch hätte nur einer von ihnen genauer hingesehen, hätte er die Schatten erblickt, die uns umgaben.Schatten von Eltern, Orten und Erwartungen. Schatten der Vergangenheit und Zukunft.Manche hier versteckten eingeritzte Oberschenkel und ihren zerrissenen Jeanshosen,andere Alpträume zwischen ihren Tattoos. Viele sassen auf einem Scherbenhaufen aus Hoffnungen,die ihnen in Schulen, Unis und Familien kaputt geschlagen worden waren.S E I T E   2 6 7Chantal-Fleur Sandjon hat tolle Themen in ein noch viel besseres Buch gepackt und das ganze mit einem grossartigen Schreibstil garniert. Mir gefiel dieser Roman, der voller Berlin, Erwachsenwerden steckt, ausgesprochen gut. Ich erlebte mir Ann-Sophie Ekstase und Wochen voller Übertreibens und auch das Gegenteil - Enthaltung, zum Beispiel im ökonomischen und politischen Sinne, Kapitalismus wird im Buch nach und nach deutlicher durchgestrichen.Dieser Roman steckt voller... fantastischer Balance von Worten und Ideen, einer Umsetzung, die viele andere blass erscheinen lässt und viel, viel Grossstadtpoesie.http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2016/05/serienunikat.html

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  • Erinnert an Poetry Slam

    Serienunikat

    Miia

    28. July 2016 um 16:26

    Inhalt:  Wir rasen unserem eigenen Atem hinterher dem Horizont entgegen und wünschen uns Flügel. Würden wir abheben, so wäre es nicht verwunderlich. Wir sind grün und digital, hoffnungsvoll und realistisch, Weltverbesserer und Weltenbummler, verliebt und verlebt, vernetzt und ungebunden, haben die Taschen voll unreifer Ideen und den Kopf voll einstürzender Erwartungen unserer Eltern. Wir sind 100.000 Unikate – in Serie. Und eines davon bin ich, Ann-Sophie …Sie hat die Nase voll. Von verstaubten Ansichten und den Erwartungen, dass ihre Zukunft eine ausgeblichene Version des Lebens ihrer Eltern sein soll – nur mit Facebook-Profil und Twitter-Updates auf den neuesten Stand gebracht. Hals über Kopf flüchtet die 20-jährige Ann-Sophie nach Berlin, 644 Kilometer weit von den Eltern entfernt und um 3,5 Millionen Einwohner größer als ihr Heimatkaff. Dort hofft sie herauszufinden, was sie vom Leben will. Doch wie macht man das in einer Welt der unendlichen Möglichkeiten? Meine Meinung: Ich muss leider sagen, wie es ist: Ich habe mich durch dieses Buch gequält und am Ende nur noch quer gelesen. Ich selbst gehöre auch zur Generation Y, halte aber nicht sonderlich viel von dem Generation-Schubladen-Denken. Daher bin ich auch etwas voreingenommen an das Buch heran gegangen, da ich viele Klischees erwartet habe. Leider habe ich auch genau das bekommen. Ann-Sophie ist auf der Suche nach sich selbst, sie möchte ein eigenes Leben führen, unbestimmt von ihren Eltern, die es ihr gar nicht so einfach machen. Natürlich merkt Ann-Sophie schnell, dass auch ihre Freunde und ihr Freund nicht unbedingt ihren Vorstellungen entsprechen. Ganz schnell fangen dann eigentlich die Klischees an, denn Ann-Sophie sucht sich eine WG mit Leuten, die eigentlich gar nicht zu ihr passen. Es folgt das Ausprobieren von neuen Sachen (zum Beispiel Meditation), sehr viel Party, sehr viel Alkohol, Sex und natürlich Drogen. Von allem etwas. Mir war das zwischendurch einfach wirklich zu viel Klischee. Richtung Ende wabert Ann-Sophie dann zwischen Junkie und verliebten Teenie und mir ist der Wandel von einer verzweifelten Ann-Sophie zu einer absolut glücklichen Ann-Sophie einfach zu viel. Dazu kommt, dass ich Ann-Sophie oftmals wirklich extrem naiv und anstrengend fand. Sie lässt sich so viel von ihren Eltern gefallen, traut sich aber ihnen gegenüber nicht wirklich was zu sagen und hat bei ihren Freunden dann eine große Klappe. Ich hätte sie zwischendurch gerne mal geschüttelt.Eine Sache hat mich überrascht und ich wusste zu Beginn nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll, aber so im Rückblick fand ich diesen Punkt sehr gelungen und zwar erinnern einige Stellen im Buch an Poetry Slam. Es gibt dadurch wirklich tolle Gedankengänge im Buch und viele Themen sind halt auf poetische Art und Weise festgehalten. Ich finde, dass das die Zielgruppe des Buches total anspricht und gerade deshalb kriegt das Buch doch 2 Sterne von mir. Denn ansonsten habe ich mich wirklich durch das Buch gequält und mehr quer gelesen als es wirklich genossen. Fazit: Dieses Buch thematisiert insbesondere die Gefühle der Generation Y. Leider endet dies meiner Meinung nach in einer Geschichte voller Klischees, wobei die Wandlung der Protagonistin zu flüssig und schnell verläuft. Da einige Dialoge und Szenen aber an Poetry Slam erinnern, was mir stellenweise wirklich gut gefallen hat, bekommt das Buch noch gnädige 2 Sterne, obwohl ich mich ansonsten eher durchgequält habe :/

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  • Buchverlosung zu "Serienunikat" von Chantal-Fleur Sandjon

    Serienunikat

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. April 2016 um 01:19

    Anlässlich des Welttags des Buches gibt es bei uns im Rahmen der Aktion "Blogger schenken Lesefreude" 17 Bücher zu gewinnen - zum Beispiel dieses hier. Außerdem verlosen wir noch 2x10 booknerds-Lesezeichen.
    Das Gewinnspiel findet direkt im folgend verlinkten Beitrag statt. Bitte auch dort kommentieren und nicht hier.

    Hier geht es zum Gewinnspiel!

  • Wir haben die Taschen voll unreifer Ideen und den Kopf voll einstürzender Erwartungen unserer Eltern

    Serienunikat

    Grossstadtheldin

    26. February 2016 um 09:35

    Als ich in der Bücherei zufällig auf das Buch "Serienunikat" stieß, machten mich der Klappentext und der Titel  neugierig. "Wir rasen unserem eigenen Atem hinterher dem Horizont entgegen und wünschen uns Flügel. Würden wir abheben, so wäre es nicht verwunderlich. Wir sind grün und digital, hoffnungsvoll und realistisch, Weltverbesserer und Weltenbummler, verliebt und verlebt, vernetzt und ungebunden, haben die Taschen voll unreifer Ideen und den Kopf voll einstürzender Erwartungen unserer Eltern. Wir sind 100.000 Unikate – in Serie. Und eines davon bin ich, Ann-Sophie …"Von der Autorin hatte ich bisher noch nichts gehört, aber allein schon der Klappentext zog mich mit seiner Wortgewalt seinen Bann, sodass ich das Buch auslieh.Nach der kurzweiligen Lektüre war ich richtiggehend sprachlos und muss das Buch auch unbedingt für mein Bücherregal zu Hause kaufen!"Serienunikat" überzeugte mich vor allem durch seine Großstadtpoesie. Der Roman mutete an, wie ein Poetry-Slam-Text in Überlänge.Lange hat mir kein Buch mehr so aus dem Herzen gesprochen und mich in solch hohem Maße inspiriert. Das Buch ist eine perfekte Momentaufnahme der Generation Y, im besonderen der heutigen Berliner Großstadtjugend. Als 23 jährige Berlinerin konnte ich mich sehr gut mit den Charakteren des Buches identifizieren. Ich fand mich in dem Buch wieder und erlang durch die Worte von Chantal-Fleur Sandjon einiges an Selbsterkenntnis. Ich bekam einen klareren Blick für mein eigenes Tun.Daher kann ich die bereichernde Lektüre von "Serienunikat" Jedem nur empfehlen. Im Besonderen denke ich, dass sich Genration Y Mitglieder, Berliner und Berlinerinnen, Poetry Slam- und Spokenword-Fans am besten mit dem Lesestoff identifizieren können. 

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  • Ansprechender Titel zum Thema Erwachsenwerden

    Serienunikat

    LiehsaH

    10. January 2016 um 21:29

    Meinung: Angezogen hat mich bei diesem Buch nicht das Cover, sondern der Titel und vor allem der wundervolle Klappentext! Er ist ein wenig nichtssagend, wenn man ihn auf die Story bezieht, aber im vorderen Umschlag wird die Handlung noch einmal etwas aussagekräftiger dargestellt. Und obwohl mich das rosa abstößt, ist die allgemeine Gestaltung des Umschlags auf jeden Fall einen Blick wert! „Serienunikat“ handelt von Ann-Sophie, Anfang 20, frisch gebackene Studentin in Berlin. Sie ist unschuldig und schüchtern am Beginn der Geschichte, macht aber eine rasante Entwicklung durch. Das ist besonders für Leute in diesem Alter (MICH!) spannend mitzuerleben. Schließlich stellen wir uns alle dieselben Fragen: Was wollen wir vom Leben? Wie werden wir so, wie wir sein wollen? Wie finden wir überhaupt heraus, wer wir sein wollen? Dann kommen noch die ganzen typischen Zukunftsängste hinzu. Es gibt bestimmt Leute, die darunter nicht leiden, aber die meisten schüchternen bzw. zurückhaltenden Menschen haben sie. Zumindest habe ich das festgestellt, würde das jedoch nicht als wissenschaftlich belegt ansehen. (Außer es hat jemand einen Beleg? ;P )Auf ihrem Weg begegnet Ann-Sophie vielen Menschen, die ihr den Weg ebnen oder ihn erschweren. Besonders die Leute aus ihrer Vergangenheit wollen ihre Entwicklung verhindern. Nicht weil sie sie nicht mögen, eher weil sie Angst haben, sie zu verlieren. Davor, dass sie sich ihre Zukunft verbauen könnte. Sie meinen es eigentlich nicht böse, merken aber nicht, dass sie Ann-Sophie schaden. Gleichzeitig findet Ann-Sophie wahre Freunde und eine neue „Familie“. Diese unterstützen sie sehr und stehen ihr immer bei.Die Charaktere sind sehr individuell und realistisch gestaltet. Ich war begeistert von der Vielfalt und Außergewöhnlichkeit. Man spürt, wie viel Mühe da investiert wurde – und es zahlt sich aus! Zur Geschichte an sich muss ich sagen, dass mir der Einstieg nicht leicht gefallen ist. Die ersten 60 Seiten fielen mir sehr schwer, da der Einstieg eher unvermittelt kommt. Ich war auch etwas enttäuscht darüber, dass der Anfang wenig mit der Story zu tun hatte, die ich anhand des Klappentextes erwartet hätte. Aber wenn man durchhält, kriegt man genau die Geschichte, die man gesucht hat!Ein weiterer Kritikpunkt ist folgendes: Die Geschichte ist sehr zufallsbeladen. Früher oder später fügt sich alles, selbst wenn Ann-Sophie aktiv gar nicht daran mitwirkt. Häufig wird sie einfach mitgeschleift. Man kann schon sagen, dass sie verdammtes Glück hat. Uns anderen verirrten Lämmchen wird eine dermaßen große Veränderung ganz sicher nicht so leicht von der Hand gehen. Außerdem muss man erwähnen, dass Drogen eine wichtige Rolle spielen in dem Buch. Schon auf den ersten Seiten wird das Thema angesprochen. Das ist an sich nichts Schlechtes, Drogen gehören zum Leben junger Menschen häufig dazu. Ich habe selbst nie etwas konsumiert, höchstens passiv, aber ich erinnere mich gut daran, wie meine Klassenkameraden drauf waren. Von daher: Drogen ja, unreflektierter Umgang mit ihnen nein. Und das ist eine Sache, bei der ich nicht sicher bin, ob sie in der Geschichte deutlich wurde. Es werden häufig Drogen genommen und es wird auch gezeigt, wie übel das enden kann. Aber gleichzeitig wird das so selbstverständlich dargestellt, dass es mir unheimlich ist. Als würde jeder junge Mensch Drogen nehmen und erst merken, welche Folgen das hat, wenn er abgestürzt ist. So ist es nicht. Die Brisanz dieses Themas wurde mir nicht deutlich, wäre aber ein wichtiger Aspekt bei einem Roman für junge Erwachsene, die ihren Lebensweg und ihr Ich finden wollen, gewesen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut. Erfrischend, jung, sehr gut zu lesen. Besonders die Charakterbeschreibungen sind wundervoll! Keine stumpfe Beschreibung des Äußeren, wie man es so häufig liest, sondern gezielte Informationen, geschickt platziert und innovativ dargestellt. Wirklich, wirklich gut! In der Hinsicht kann man als angehender Autor noch einiges lernen. Fazit: 3,5* (Auf meinem Blog. Hier nur 3, da keine 3,5 möglich!) Obwohl ich einiges zu kritisieren hatte und es auch noch wichtige Punkte waren, hat mir der Roman sehr gefallen. Das Thema Selbstfindung/Selbstverwirklichung spricht mich an, besonders wenn es aus der Sicht eines jungen Menschen behandelt wird. Ich denke, ich habe einiges lernen können. Auch die Liste, welche Ann-Sophie als Wegweiser dient, werde ich mir bei Gelegenheit näher anschauen und meine eigenen Konsequenzen ziehen. Eine Leseempfehlung für alle verirrten Lämmchen dort draußen, die wissen, dass man Drogen nicht wie Süßigkeiten konsumieren sollte! ;)

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  • Große Verlosung zum Leserpreis 2015: 5 Buchpakete mit je 50 Büchern!

    Ein ganz neues Leben

    Daniliesing

    Lust auf eins von 5 riesigen Buchpaketen zum Leserpreis 2015? Es ist wieder soweit - für den Leserpreis 2015 suchen wir eure Lieblingsbücher. Wir sind schon wahnsinnig gespannt, welche Bücher euch in diesem Jahr am meisten begeistern konnten und können das Ergebnis, das am 26. November feststehen wird, gar nicht erwarten! PS: Die Gewinner stehen mittlerweile fest! Hier könnt ihr alle Preisträger und Platzierungen sehen! Unsere große Verlosung für euch! Jedes Jahr, wenn der Leserpreis näher rückt, dann kommt bei uns eine ganz besondere Stimmung auf. Es ist ein bisschen, als würde Weihnachten einfach mal 2 Monate nach vorn gezogen und würde ganz lange dauern :-) Deshalb möchten wir euch neben den tollen Buchempfehlungen und der Möglichkeit selbst mitzuentscheiden, auch eine ganz besondere Verlosung bieten. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen verlosen. Fünf Gewinner dürfen sich also über eine ordentliche Ladung neuen Lesestoff freuen! Und mal ehrlich - davon kann man doch nie genug haben, oder? 1. Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - 3 der 5 Buchpakete verlosen wir unter allen Bloggern, die auf ihrem Blog über den Leserpreis berichten und darauf verlinken. Bitte teilt uns den Link zu eurem Blogbeitrag hier mit, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt! http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ Grafikmaterial findet ihr hier! 2. Wenn ihr keinen Blog habt, könnt ihr alternativ auf den Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter, Google + und ähnlichen auf den Leserpreis hinweisen. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 2 Buchpakete mit jeweils 50 Büchern. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt und ihn uns hier verlinkt. Bitte verlinkt, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, direkt auf eurer Posting und nicht auf euer gesamtes Profil. Außerdem müssen in eurem Social-Media-Posting unbedingt der Link zum Leserpreis und der Hashtag #Leserpreis enthalten sein. http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ 3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, ein Buch, das ihr durch den diesjährigen Leserpreis entdeckt habt und das ihr jetzt unbedingt lesen möchtet. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 5 einzelne Bücher, die die jeweiligen Gewinner auf ihren Wunschzetteln haben. Ihr dürft natürlich auch 1 & 2 oder 1, 2 & 3 kombinieren und so eure Chancen steigern :-) Die Teilnahme ist bis einschließlich 29. November möglich! Wir wünschen euch ganz viel Spaß & schaut doch mal rein, welche Bücher in diesem Jahr das Rennen gemacht haben! PS: Die angehängten Bücher sind ein paar Beispiele, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen!

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    • 1599
  • Serienunikat

    Serienunikat

    Chimiko

    08. November 2015 um 17:02

    Zuerst muss ich sagen, dass hier das Äußere wirklich gelungen ist. Das fängt mit dem Titel an, der einfach nur super gewählt ist, und setzt sich aber auch im Cover fort. Selbst mir als Cover-Nichtbeachterin (wobei sich das mit dem Bloggen immer mehr findet) ist das Cover sofort aufgefallen und es hebt sich aus den Massen von Mädchen als Coverfiguren doch ab. Auch die Sprache ist wirklich wundervoll, in einigen Sätzen kann man sich ziemlich verlieren. Chantal-Fleur Sandjon hat einen wunderbaren Stil, der sich einfach nur traumhaft liest. Beim Inhalt bin ich zwiegespalten: Zum Einen ist es nicht unbedingt das außergewöhnlichste Thema, denn hier zieht mal wieder ein Mädel vom Lande in die Stadt auf der Suche nach sich selbst, zum Anderen kann ich das aktuell sogar ganz gut nachempfinden und ich denke, es ist auch ein Thema, das immer aktuell sein wird. Doch dann überwiegt etwas anderes diese beiden Punkte bei weitem: Drogen. Ich steh absolut nicht auf Bücher, in denen jeder Drogen nimmt und alle das total geil finden und sie cool sind. Das ist meine persönliche Ansicht. Hier war so die erste Hälfte des Buches gut, dann kamen die Drogen in Massen. Da ging nichts mehr ohne Drogen und ganz ehrlich, das hat mein Lesevergnügen ziemlich gemindert, es hat keinen Spaß gemacht, zuzusehen, wie Ann-Sophie sich für Drogen wegschmeißt. Es gibt sicher Leute da draußen, die da angesichts meiner Meinung den Kopf schütteln, aber mir gefällt so was nun mal wirklich nicht, man hätte den Verlust ihrer selbst auch anders darstellen können. Gegen Ende gibt sich das zwar wieder, aber was soll ich sagen? Mich hat es gestört. Da konnte auch die traumhafte Sprache nichts daran ändern. Um mal wieder auf einen etwas positiveren Aspekt zu kommen: Mir, als jemand, der Twitter und Co. selbst gerne benutzt, hat es wirklich gut gefallen, wie diese Social Media an den Anfängen der Kapitel eingebaut wurden. Es wirkt nicht aufgesetzt und passt gut in den Kontext, vor allen Dingen, weil man daran auch Ann-Sophies Entwicklung sieht, ihre Veränderung (im Guten und im Schlechten). Durch diese kleinen Ausschnitte wurde die Gesamtsituation eigentlich auch immer ganz gut eingefangen. Ann-Sophie habe ich ja schon etwas bemängelt, doch wenn man von diesem Drogenmissbrauch absieht, hat sie mir als Protagonistin an sich gut gefallen: Sie steht zwischen zwei Stühlen, kann sich nicht ganz von der Vergangenheit befreien und macht einige Fehler, bis sie ihre Zukunft und vor allen Dingen den eigenen Weg findet. Titus, ihren Freund, fand ich nicht nur sehr unsympathisch, sondern auch ziemlich überzeichnet. Außerdem habe ich einige von Ann-Sophies Handlungen in Bezug auf ihn nicht ganz verstanden. Die Leute aus ihrer WG wurden ja aus ihrer Sicht dargestellt, was auch bedeutet, dass dies am Anfang ziemlich oberflächlich war und man erst später die Figuren wirklich kennen gelernt hat. So wie es einfach auch im wahren Leben ist. Eine Sache, die mich übrigens auch verwirrt hat, war die Liebe zu dieser Wohnung, welche die vier angeblich so extrem zusammengeschweißt hat - trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere. Ich bin kein WG-Typ, aber das konnte ich mir einfach nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Fazit An und für sich eine Geschichte, die wohl inhaltlich immer richtig liegen wird, doch mir persönlich sagt dieser ganze Drogenhype einfach nicht zu. Trotz der schönen Sprache gebe ich hier nur drei Brillen, auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass nicht jeder sich daran so stört wie ich ;)

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  • Tolles Buch!

    Serienunikat

    herzfuerbuecher

    18. October 2015 um 20:27

    „Serienunikat“ ist einfach ein Titel, den man lesen muss. Es geht ums Suchen, ums Finden und vor allem darum, man selbst zu sein, auch wenn man eigentlich anders werden möchte. Mit dem Buch habe ich viele schöne Lesestunden verbracht und im Anschluss wollte ich diese „Anleitung zum Anderssein“ unbedingt ausprobieren. Der Klappentext hat mich angesprochen, weil ich mir von diesem Buch erhofft habe, dass es ein bisschen moderner ist, die digitale Welt, in der wir heute leben, etwas mehr ins Buch einbezieht. In vielen neueren Büchern ist das immer noch Mangelware, was ich meistens gut finde (schließlich ist nichts so unspannend zu lesen wie eine Gruppe Jugendlicher, die im Kreis steht und synchron auf ihr Smartphone eintippt). Dass es auch anders geht, zeigt Fleur-Chantal Sandjon: Jedes Kapitel beginnt mit einem Facebook Post und entsprechenden Likes und Antworten von Freunden. Erfrischender Einstieg in jedes Kapitel, wie ich finde. Was mich ebenfalls sehr begeistert hat, war die Tatsache, dass ich mich sofort mit Ann-Sophie und ihrer Suche identifizieren konnte. Zugegeben, ich kenne diese Art der Eltern, die einem ihren eigenen Lebenstraum aufbürdet, nicht – trotzdem kann ich mir vorstellen, wie es sich damit lebt. Den Wunsch des Ausbrechens (und die Angst davor) kenne ich, wie so viele andere wahrscheinlich auch. Dass Ann-Sophie nach Berlin gegangen ist und da ihr eigenes Ding durchzieht, um sich endlich selbst zu finden, finde ich klasse. Es gefällt mir, dass wir sie auf dem gesamten Weg begleiten: Bei der WG-Suche, beim Kennenlernen neuer Leute, ja sogar dabei wie ihre Eltern ihr den Geldhahn abdrehen (was wohl die meisten daran hindern dürfte, einen ähnlichen Versuch auch nur in Angriff zu nehmen). Das macht die Protagonistin greifbarer, man versteht sie jedes Mal noch ein bisschen besser. Schön ist auch zu sehen, wie sich Ann-Sophie nicht unterkriegen lässt. Die WG, in der sich alle gegenseitig unterstützen, wenn’s mal eng wird, ist wohl jedermanns Traum. Wie Catchy, Monk und Stefan gegenseitig auf einander aufpassen und miteinander harmonieren, ist toll. Da reift in mir glatt der Wunsch, auch noch mal in die weite Welt rauszugehen, obwohl ich das schon hinter mir hab. Einen Zusatzpunkt auch dafür, dass ich zu keinem Zeitpunkt der Geschichte das Gefühl hatte, dass irgendeine Situation nicht passt oder gekünstelt wirkt – das hat die Autorin ganz prima hinbekommen! Besonders gut gefallen hat mir auch die „Anleitung zum Anderssein“, die es glücklicherweise am Ende des Buchs noch mal in gesammelter Ausführung gibt. Vielleicht probiere ich sie ja auch mal aus.

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  • Leserunde zu "Serienunikat" von Chantal-Fleur Sandjon

    Serienunikat

    aba

    Wir rasen unserem eigenen Atem hinterher dem Horizont entgegen und wünschen uns Flügel. Würden wir abheben, so wäre es nicht verwunderlich. Wir sind grün und digital, hoffnungsvoll und realistisch, Weltverbesserer und Weltenbummler, verliebt und verlebt, vernetzt und ungebunden, haben die Taschen voll unreifer Ideen und den Kopf voll einstürzender Erwartungen unserer Eltern. Wir sind 100.000 Unikate – in Serie. Und eines davon bin ich, Ann-Sophie… Sie hat die Nase voll. Von verstaubten Ansichten und den Erwartungen, dass ihre Zukunft eine ausgeblichene Version des Lebens ihrer Eltern sein soll – nur mit Facebook-Profil und Twitter-Updates auf den neuesten Stand gebracht. Hals über Kopf flüchtet die 20-jährige Ann-Sophie nach Berlin, 644 Kilometer weit von den Eltern entfernt und um 3,5 Millionen Einwohner größer als ihr Heimatkaff. Dort hofft sie herauszufinden, was sie vom Leben will. Doch wie macht man das in einer Welt der unendlichen Möglichkeiten? Das belletristische Debüt der deutsch-afrikanischen Jungautorin Chantal-Fleur Sandjon ist ein unterhaltsames Portrait der Generation Y über Selbstfindung, Erwachsenwerden und das Hipster-Leben in einer Berliner WG.                                      Der script5 Verlag stellt 15 Exemplare von "Serienunikat" von Chantal-Fleur Sandjon für diese Leserunde zur Verfügung. Wenn du Interesse an einem dieser Rezensionsexemplare hast, antworte bitte bis zum 03.08.2014 auf folgende Frage: "Worauf freust du dich dem Inhalt nach bei Serienunikat?" Unter allen Bewerbern wird die Autorin die 15 Testleser auswählen. Hier geht es zur Leseprobe Und hier zu Chantal-Fleurs Internetseite Eine Bitte: Benutzt die Spoilerfunktion für eure Bewerbungen nicht. Danke! Wichtig: Im Gewinnfall verpflichten sich die Teilnehmer der Leserunde zum Austausch in allen Abschnitten sowie zum Schreiben einer Rezension.                       

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    • 274
  • Eine Reise zu sich selbst: tiefgründig, poetisch, ehrlich

    Serienunikat

    Donauland

    14. November 2014 um 12:02

    Chantal-Fleur Sandjon lässt uns mit ihrem Debüt „Serienunikat“, einen Einblick in die Generation Y zu erhaschen. Der Autorin gelingt es wunderbar, das Lebensgefühl dieser Generation zu beschreiben, sie möchten sich selbst finden, sich verwirklichen, auch wenn sie dabei Rückschläge einstecken müssen. Ann-Sophie wird Pharmazie studieren, genauso wie es ihre Eltern erwarten, doch nicht in ihrer Heimatstadt, sondern sie möchte in Berlin studieren, sie lässt ihre Eltern und ihren Freund zurück. In Im Großstadtdschungel möchte sie sich selbst finden, sich verwirklichen und das Leben spüren. Bei ihrer Suche nach einer passenden WG findet sie ihre neue Familie, gemeinsam suchen die vier nach einer Wohnung. Obwohl sie ihre drei Mitbewohner erst kurz kennt, geben sie ihr eine Stütze in ihrem neuen Leben. Sie lässt sich auf die Stadt ein, treibt durch Berlin, doch auch sie holt die Realität ein und muss Tiefschläge einstecken. Durch eine Liste „Anleitung zum Anderssein“ wächst sie über sich hinaus und findet sich. Die Autorin Chantal-Fleur Sandjon hat es auf den ersten Seiten geschafft, mich an das Buch zu fesseln und tauchte in das Großstadtleben ein. Sie hat einerseits einen poetisch und andererseits auch frischen Schreibstil, der den Zeitgeist gut beschreibt. Begeistert haben mich die wunderbaren Satzkonstruktionen, die einem zum zwischen den Zeilen lesen regelrecht zwingt und dabei zum Träumen einlädt. Die Geschichte ist aus der Sicht von Ann-Sophie erzählt und so fällt es einem leicht, sie in Ann hineinzuversetzen. Gelungen finde ich die Einleitung in den einzelnen Kapiteln mit Facebook-Posts von ihr und ihren Freunden zu lösen, die einen Hinweis auf den Inhalt dieses Kapitel gibt. Die Beschreibungen Berlins haben mich begeistert, vielleicht auch deswegen, da ich erst vor kurzem diese Stadt kennenlernte, so fiel es mir leicht, mit Ann die Orte gemeinsam zu entdecken. Ann-Sophie ist schüchtern, liebenswert aber sie ist mutig genug, um sich auf die Suche nach sich selbst zu begeben. Ich habe sie auf ihrer Reise zu sich selbst begleitet, manchmal hätte ich sie gerne wachgerüttelt oder sie abgehalten. „Für einen Moment hatte ich … nur meine eigenen Fragen im Kopf, die Widersprüchlichkeit von dem, was ich sagte, dem, was ich fühlte, dem, was ich war, und dem, was ich sein wollte.“ (S 36) Ihre Eltern und ihren Freund mochte ich nicht, denn sie haben ihren Weg bereits festgelegt und wissen, wie sie ihr Leben zu gestalten hat, doch will Ann das? Genau diese Frage haben sie vergessen, Ann zu stellen. Am liebsten wäre es ihnen, wenn sie sofort wieder in die Heimatstadt zurückkehrt und von zu Hause studiert. Ihre Schulfreundin lebt schön längere Zeit in Berlin, dort schläft Ann anfangs am Sofa. Mit ihrem Einzug in die WG lernen wir drei unterschiedliche aber liebenswerte Mitbewohner kennen, die durchgeknallte modebegeisterte Catchy, die sie sie meiste Zeit begleiten, den Weltverbesserer Monk, der sich vegan ernährt und sich um die Umwelt aber auch die Mitbewohner sorgt, er gibt Ann Zuflucht, Nähe und Wärme und Stefan, der mitten in seiner Abschlussarbeit steckt. Die drei geben Ann halt, helfen ihr sich selbst zu finden und sich zu verwirklichen. „Wir rasen unserem eigenen Atem hinterher, dem Horizont entgegen und wünschen uns Flügel. Würden wir abheben, so wäre es nicht verwunderlich. Wir sind grün und digital, hoffnungsvoll und realistisch, Weltverbesserer und Weltenbummler, verliebt und verlebt, vernetzt und ungebunden, haben die Taschen voll unreifer Ideen und den Kopf voll einstürzender Erwartungen unserer Eltern. Wir sind 100.000 Unikate – in Serie.“ (Klappentext) Mich begeisterte die „Anleitung zum Anderssein“ (Stelle die Welt auf den Kopf, Umarme einen Baum, Mach die Welt grüner, Schenke dir Freude, Lass dir Flügel wachsen, Sei du selbst), die Ann den Weg weisen soll, um sich selbst kennen zu lernen und sich selbst zu finden. Wenn der Weg das Ziel ist, wünsche ich uns Pflastersteine aus Poesie. Und Schönheit, die uns hinter jeder Straßenecke entgegenfunkelt.“ (S 316, im Anhang) Ihre Mitbewohner unterstützen sie, wo immer es nötig ist, sie geben ihr den Rückhalt und auch Hinweise. Gemeinsam arbeiten sie die Punkte an der Liste ab, helfen ihr bei der Umsetzung oder schaffen Möglichkeiten, dass die Liste kürzer wird. Auch an ihren früheren Hobbies findet sie wieder Gefallen. Doch Anns Weg verläuft nicht so geradlinig sondern sie erlebt auch Rückschläge. Offen wird über die Probleme mit Drogen und Alkohol gesprochen, mich störte allerdings, dass die Hälfte aller Leute ziemlich regelmäßig Drogen konsumieren, das finde ich schon zu überspitzt, da mir der Umgang mit Drogen viel zu locker vorkommt. Außerdem fehlte mir der Hinweis, dass Catchy an Essstörungen leidet, denn für Ann war sie doch ein Vorbild. Trotzdem hat mich das Buch begeistert und einen wunderbaren Eindruck hinterlassen, es ist sicher eins jener Bücher, dass mir auf jeden Fall in Erinnerung bleibt und ich gerne weiterempfehle. Serienunikat ist ein gelungen Debüt, das mich begeisterte, denn es stellt die Thematik der Selbstfindung im Mittelpunkt und zeigt wie wichtig Freunde sind, wenn die Familie nicht mehr hinter einem steht.

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  • Rezension | "Serienunikat" - Chantal-Fleur Sandjon

    Serienunikat

    Bröselchen

    05. November 2014 um 19:17

    Die deutsch-afrikanische Jungautorin Chantal-Fleur Sandjon erzählt mit 'Serienunikat' eine Geschichte, wie sie das eigene Leben schreiben könnte. Arbeit, Ausbildung, Studium oder gar eine Auszeit? Vor dieser Wahl steht jeder früher oder später einmal. Aber woher soll man wissen was das Richtige ist? Ann-Sophie folgt dem Wunsch ihrer Eltern und beginnt ein Pharmaziestudium, damit sie später die Apotheke des Elternhauses übernehmen kann. Wenn, dann möchte sie dies jedoch in ihrer Wunschstadt Berlin tun. Die WG-Suche gestaltet sich schwierig und bald wird der jungen Studentin auch noch der Geldhahn von ihren Eltern zugedreht, die bereits ihr eigenen Pläne für ihre Tochter vorgesehen haben und das kleine "Abenteuer" nicht länger finanzieren wollen. Zusammen mit drei anderen Wohnungssuchenden gründet sie eine WG und es scheint so, als wäre sie endlich in der Hauptstadt angekommen. Aber so einfach ist es dann doch nicht, wenn plötzlich das Leben dazwischenkommt.  'Serienunikat' ist ein tolles Beispiel dafür, dass Veränderung nicht heißt, dass es einfach ist. Es nicht heißt, keine Fehler zu machen oder sein Leben immer perfekt im Griff haben zu müssen. Es heißt, seinen eigenen Weg in Angriff zu nehmen, zu stolpern und sogar öfter mal hinzufallen um dann immer wieder aufzustehen, weiterzugehen und falls man wider erwarten auf die falsche Spur gelangt, Freunde zu haben, die dich zurück auf die richtige führen. Denn Freunde sind bekanntlich die Menschen, die dich mögen, weil sie dich kennen. Größtenteils wirkt Ann-Sophie relativ cool – ihre Sprüche, Gedanken und Sichtweisen sind oft sehr unterhaltsam, zeigen im Laufe des Buches aber auch, dass sie teilweise nur das verletzliche Mädchen hinter der Fassade schützen. Besonders die Fälle, in denen die junge Frau auf Irrwegen ist, machen sie so authentisch und die Geschichte überzeugend schön. Schön… ja, das Wort trifft diesen Titel sehr gut. Schön, außen wie innen. Altes loslassen, anders handeln und Neues tolerieren können, denn allein die drei Mitbewohner der WG stechen jeder für sich besonders individuell hervor. Ich bekomme u.a. einen Einblick, wieso "diese Ökos" eigentlich Sonnenblumen mitten in der Stadt pflanzen oder Laternen umstricken und finde es richtig klasse.  Unter der ganzen Selbstfindung darf die Liebe natürlich auch nicht fehlen. Dieser Part kommt nicht zu kurz, wird aber sehr angenehm integriert und ein Teil des Ganzen, ohne die sowieso ereignisreiche Story zu überfüllen. Unkitschig, dabei romantisch und die Geschichte ideal abrundend. Chantal-Fleur Sandjon hat mich mit ihrem Debüt sehr überrascht. Ein realistischer Roman der Generation Y, der deren Probleme aufzeigt, zugleich aber Mut macht, sich selbst zu finden, Erwachsen zu werden und eigene Wege einzuschlagen.

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  • Klischee

    Serienunikat

    Jemasija

    29. October 2014 um 18:37

    Mit Euphorie habe ich das Buch begonnen und der Klappentext ist meiner Meinung nach sehr vielversprechend. In dem Buch dreht sich alles um die 20 jährige Ann-Sophie die aus ihrem Dorf vor Eltern und allen anderen geflüchtet ist und einfach nur Anschluss oder Ruhe braucht. Sie landet in Berlin und kommt dort für lange Zeit bei einer guten Freundin unter, bis sie auf Wohnungssuche geht und dabei neue Menschen kennenlernt. Der Klappentext hört sich so schön und poetisch an und es tut mir sehr leid nur 2 Herzen vergeben zu müssen doch den anderen guten Büchern gegenüber ist das nur fair. Die Autorin hat sehr viele Klischees erfüllt und konnte mich leider nicht in den Bann ziehen. Auf den ersten 100 passierte kaum etwas, keine spannende Wendung oder irgendetwas richtig "neues". Es konnte mich nicht vom Hocker hauen, auch wenn ich die Idee an sich ganz oke finde, die Geschichte hätte man genauso gut in einer anderen Stadt erleben könnt. Für mich ein normales Buch ohne große/spannende Wendungen mit vielseitigen Charakteren.

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  • Bunte Freiheit, pure Poesie und unendlicher Horizont

    Serienunikat

    Tinkers

    „Serienunikat“ ist das im März 2014  bei script5 erschienene Romandebüt der Deutsch-Afrikanerin Chantal-Fleur Sandjon.  Die Protagonistin Ann-Sophie flüchtet aus ihrem Heimatkaff in die Metropole Berlin um dem von ihren Eltern vorgeplanten Leben zu entkommen. In Berlin findet sie nicht nur jede Menge schräger Typen, sondern erweitert auch ihr Bewusstsein und ihre Erfahrungen auf diverse Arten. Sie lernt dass sie mit kleinen Taten viel bewegen, sich aber auch  im Dschungel des Lebens schnell verlaufen kann, dass zwischen Schwarz und Weiß jede Menge Farben existieren und dass sie die Einzige ist, die den für sie besten Weg finden muss. Dieses Buch wirkt auf den ersten Blick wie ein üblicher Roman für junge Erwachsene, ist aber auch eine Sammlung unheimlich kluger Denkansätze und wunderschöner poetischer Zitate. In der Geschichte geht es nicht nur ums Erwachsenwerden und Austesten, sondern auch um Themen wie Nachhaltigkeit, stille Revolution und Selbstfindung. Die Darstellung und Mischung der Charaktere ist wirklich außerordentlich gut gelungen. Besonders gut gefällt mir aber, dass keiner der Personen auch nur annähernd in eine Schublade passt.  Selten hab ich ein Buch so verschlungen wie dieses, selten sprach mir ein Autor so aus der Seele wie Chantal-Fleur Sandjon und nie zuvor hatte ich mehr  das Gefühl, dass ich Teile meiner eigenen Geschichte in einem Buch wiederfinde. Auch ich fand in Berlin meine Freiheit, Teile meiner Persönlichkeit und die Liebe zu der wohl großartigsten Metropole der Welt! Fatum, Kismet, Schicksal… alles meint das gleiche! Ich bin so dankbar, dass es mich und „Serienunikat“ zusammengebracht hat! Da ich mich unter anderem auf deutsche Debüts spezialisiert habe und mir schon der Titel gefiel, wanderte dieses Buch auf meinen SUB, obwohl ich keine Ahnung hatte, was mich erwartet.  Auch wenn das Buch eher von Teens und Twens gelesen wird, so empfehle ich es auch Lesern Ü30, denn ich bin überzeugt, dass man nie zu alt ist um sich noch ein bisschen mit sich und seinem Lebensweg zu beschäftigen. Ich bewundere die Autorin für so viel Wortgewandtheit und ihre spannende Weltanschauung und danke ihr, dass sie meinen Horizont mit ihrem Buch noch um ein Vielfaches erweitert hat. Ich halte gespannt Ausschau nach dem nächsten Roman von ihr!!!

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    • 2
  • gähnende Langeweile

    Serienunikat

    summi686

    06. October 2014 um 12:41

    Ann-Sophie hat ihr Abi in der Tasche, und möchte aus ihrem Leben etwas machen. leider scheitern all ihre Versuche und sie steht schon kurz vorm Abbruch ihres Plans, als sie plötzlich die "Liste zum Anderssein" ausgehändigt bekommt und anhand dieser versucht, ihr Leben neu zu ordnen, und eben ANDERS zu sein :) Ich fasse in dieser Rezension die Eindrücke von mir und meiner Freundin zusammen, da wir dieses Buch mehr oder weniger gemeinsam gelesen haben. Ich persönlich musste recht früh abbrechen, da es mich überhaupt nicht begeistern konnte, und es eine absolute Qual für mich war. Jede Seite hat mir die Lust aufs Lesen verdorben. Ich wollte das hier wirklich nicht so schreiben, aber da ich das Buch in einer Leserunde gewonnen habe, und man nun auf eine Rezension besteht (was ich vollkommen verstehen kann), muss ich meine Eindrücke hier nun in Worte fassen. Das es mir so leid getan hat um das Buch und die nette Autorin, habe ich meiner Freundin das Buch zum Lesen gegeben. Für sie war es auch eine Qual, sie konnte es ebenfalls nicht ganz bis zum Ende lesen, aber immerhin weiter als ich. Und so können wir aus zwei vielleicht eins machen, und diese Rezension - oder nennen wir es lieber einen "Leseeindruck" - hier schreiben. In erster Linie hat uns der Schreibstil total gelangweilt. Ständige Widerholungen, kein frischer Pepp, keine Spannung. Die Protagonisten waren nichts besonderes, hatten ständig für mich unverständliche überschwängliche Gefühle, alles wurde so übertrieben detailliert geschrieben, was dem  Buch einfach ein Teil von sich selbst nimmt. Das einzige, womit die Autorin punkten konnte, waren ihre Details zu Berlin. Man merkt, dass sie selbst aus Berlin kommt und ihr Wissen hat einfließen lassen. Aber leider hat mich das nicht interessiert - denn wenn ich etwas über Berlin hätte wissen wollen, hätte ich einen Stadtführer gelesen. Letztlich muss ich auch noch die Idee der Geschichte bemängeln. Es erscheinen "Listen-Bücher" plötzlich wie Sand am Meer. Wenn man schon keine neue Idee hat, dann muss man diese wenigstens gut umsetzen können und sie auffrischen. Das ist der Autorin leider aber gar nicht gelungen. Es ist ein 0815 Buch, wie ich es schon mehrfach gelesen habe... Wirklich schade um das tolle Cover und die nette Autorin. Vielleicht wir das Buch am Ende ja auch noch besser, wir können auch gemeinsam nur ungefähr 2/3 des Buches beurteilen.... Man sollte diese Rezension also besser nicht als Grundlage zur Entscheidung für oder gegen einen Kauf nehmen....

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  • Nach diesem Buch will ich ausbrechen und anders werden

    Serienunikat

    JunaFischer

    04. October 2014 um 09:47

    Der Klappentext hat mich angesprochen, weil ich mir von diesem Buch erhofft habe, dass es ein bisschen moderner ist, die digitale Welt, in der wir heute (manchmal leider, manchmal yeah) leben, etwas mehr ins Buch einbezieht. In vielen neueren Büchern ist das immer noch Mangelware, was ich meistens gut finde (schließlich ist nichts so unspannend zu lesen wie eine Gruppe Jugendlicher, die im Kreis steht und synchron auf ihr Smartphone eintippt). Dass es auch anders geht, zeigt Fleur-Chantal Sandjon: Jedes Kapitel beginnt mit einem Facebook Post und entsprechenden Likes und Antworten von Freunden. Erfrischender Einstieg in jedes Kapitel, wie ich finde. Was mich ebenfalls sehr begeistert hat, war die Tatsache, dass ich mich sofort mit Ann-Sophie und ihrer Suche identifizieren konnte. Zugegeben, ich kenne diese Art der Eltern, die einem ihren eigenen Lebenstraum aufbürdet, nicht – trotzdem kann ich mir vorstellen, wie es sich damit lebt. Den Wunsch des Ausbrechens (und die Angst davor) kenne ich, wie so viele andere wahrscheinlich auch. Dass Ann-Sophie nach Berlin gegangen ist und da ihr eigenes Ding durchzieht, um sich endlich selbst zu finden, finde ich klasse. Es gefällt mir, dass wir sie auf dem gesamten Weg begleiten: Bei der WG-Suche, beim Kennenlernen neuer Leute, ja sogar dabei wie ihre Eltern ihr den Geldhahn abdrehen (was wohl die meisten daran hindern dürfte, einen ähnlichen Versuch auch nur in Angriff zu nehmen). Das macht die Protagonistin greifbarer, man versteht sie jedes Mal noch ein bisschen besser. Schön ist auch zu sehen, wie sich Ann-Sophie nicht unterkriegen lässt. Die WG, in der sich alle gegenseitig unterstützen, wenn’s mal eng wird, ist wohl jedermanns Traum. Wie Catchy, Monk und Stefan gegenseitig auf einander aufpassen und miteinander harmonieren, ist toll. Da reift in mir glatt der Wunsch, auch noch mal in die weite Welt rauszugehen, obwohl ich das schon hinter mir hab. Einen Zusatzpunkt auch dafür, dass ich zu keinem Zeitpunkt der Geschichte das Gefühl hatte, dass irgendeine Situation nicht passt oder gekünstelt wirkt – das hat die Autorin ganz prima hinbekommen! Besonders gut gefallen hat mir auch die „Anleitung zum Anderssein“, die es glücklicherweise am Ende des Buchs noch mal in gesammelter Ausführung gibt. Vielleicht probiere ich sie ja auch mal aus.

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