fischer baumler

Chantal Louis Ommas Glück

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Inhaltsangabe zu „Ommas Glück“ von Chantal Louis

Die Journalistin Chantal Louis berichtet aus dem Leben ihrer Großmutter, sprich: Omma, in der Wanne-Eickeler Demenz-WG: 'Wenn man Omma erzählt hätte, dass sie eines Tages in einer WG leben würde, hätte sie mit großer Wahrscheinlichkeit Zeter und Mordio respektive Sodom und Gomorrha geschrien. Wir, meine Mutter und ich, konnten sie nicht mehr fragen. Wir haben es für sie entschieden. Und ich bin sicher, dass es eine gute Entscheidung war. Eigentlich sogar eine ausgesprochen gute.'

Walzer im Wohnzimmer und ein immer neues Kennenlernen am Küchentisch, einfühlsame BetreuerInnen und ein erstaunlicher Personalschlüssel von eins zu drei, Angehörige, die tagsüber beim Kaffeekochen helfen und am Wochenende die WG-Wände streichen – Demenz-WG klingt erst einmal schräg – ist aber eine prima Sache. So auch für Edeltraut Karczewski, die nach einer bedrückenden Episode im Altersheim mit 83 in ihre erste Wohngemeinschaft zieht. Ihre sechs MitbewohnerInnen sind, wie sie, dement. Kann das funktionieren? Oh ja.

Eine erzählerische Reportage über eine neue Wohnform, ein Stück Ruhrgebietsgeschichte und ein liebevoller Blick auf ein typisches Frauenleben dieser Generation.

Mit umfangreichem Infoteil: Wie man Demenz-WGs findet oder gründet, wie man Betreuung organisiert, worauf man achten sollte.

Ein tolles Buch, sehr berührend, witzig und besonders!

— MissRichardParker

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  • Das Demenz-WG-Leben

    Ommas Glück

    MissRichardParker

    19. April 2017 um 17:35

    Die Omma der Autorin Chantal Louis ist Dement. Im Altersheim und Krankenhaus kann man sich nicht gut genug um Sie kümmern. Da hört Chantal von einer Demenz-WG und die Omma kann dort ihr eigenes Zimmer haben mit einer einzigartigen Betreuung. Was Sie dort erlebt und wie sich Freundschaften bilden ist wunderschön zu lesen. Die Ruhrpottgeschichte die da auch zum Zug kommt hat dem Buch einen zusätzlichen Zauber und Charme gegeben.Ich fand das Buch sehr berührend, sehr amüsant trotz des schweren Themas. Eine absolut gelungene Mischung und mal eine andere Art mit diesem Thema konfrontiert zu werden. Ich hoffe dass es viele solcher WGs gibt damit sich demente Menschen trotzdem noch normal und geborgen fühlen können.Sehr sehr lesenswert, vor allem für Betroffene.

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  • Dem Altenkrimi fehlt es an Schwung...

    Wir fangen gerade erst an

    parden

    DEM ALTENKRIMI FEHLT ES AN SCHWUNG...Dem Leben im Alter sehen viele von uns mit gemischten Gefühlen entgegen - der Umzug in ein Altersheim erscheint für die meisten wenig verlockend. Die Erfahrungen, die die fünf Hauptcharaktere des Buches mit ihrem Wohnsitz machen, sind nun auch nicht dazu geeignet, die Bedenken hinsichtlich dieser Wohnform zu zerstreuen.Dabei sind Märtha (79), Snille (78), Anna-Greta (81), Stina (77) und Kratze (84) noch recht rüstig für ihr Alter. Doch 'Sparen' heißt die Devise der neuen Geschäftsführung des Seniorenheims 'Diamant', und so gibt es immer mehr Einschränkungen, die die alten Leute über sich ergehen lassen müssen, und kaum noch Entscheidungen, die sie selber treffen dürfen. Was zu viel ist, ist zu viel - und so beginnt allmählich ein Plan zu reifen.Eine TV-Dokumentation über die Situation in Schwedens Gefängnissen zeigt den Alten, dass es um die Versorgung der Verbrecher besser gestellt ist als um ihre eigene - und da muss Abhilfe geschaffen werden. Und so fliehen die fünf aus dem Altersheim und beginnen ihre Verbrecherkarriere mit dem Ziel, den Rest ihres Lebens letztlich gut versorgt hinter Gittern zu verbringen. Doch aller Anfang ist schwer, zumal hinter der Seniorengang mit ihren Rollatoren niemand etwas Gesetzwidriges vermutet - erst recht nicht die Polizei. Da ist viel Einfallsreichtum gefragt...Leider hielt das Buch nicht ganz, was ich mir davon versprach. Erwartet hatte ich ein unterhaltsames Buch mit viel Seniorenpower, mit Charme und Witz, schwungvoll und bissig und mit dem Esprit der Geschichten eines Jonas Jonasson oder dem Wohlfühlcharakter der Romane eines Fredrik Backman. Doch dem Roman merkte man das Alter seiner Charaktere an: Unterhaltung mit Längen, teilweise eher lahme Dialoge, eine von zu vielen Zufällen geprägte Handlung und alles in allem eine zu bemüht und konstruiert wirkende Erzählung. Die Charaktere selbst sind recht klischeehaft gestrickt und wirken durch den fehlenden Hintergrund wenig greifbar. Trotz meiner Enttäuschung fand ich die Idee hinter der Geschichte gut, wenn auch die Umsetzung mehr Potential gehabt hätte. Ebenfalls gefallen hat mir die durchgehend geäußerte Kritik am Umgang der Gesellschaft mit den Alten - an dieser Stelle würde ich mich der Seniorengang gerne anschließen. Insgesamt eher Mittelmaß - da ist noch deutlich Luft nach oben. Ob Band zwei 'Jetzt kriegt jeder was ab' da eine Steigerung ist? Keine Ahnung. Noch nicht jedenfalls. Aber erst einmal reicht es mir mit den fünf Senioren...© Parden

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  • Von einem Leben in einer Demenz-WG, all die besonderen Momente hautnah. Einzigartig berührend!

    Ommas Glück

    Floh

    Das Thema Pflege, Demenz, Alzheimer, Pflegeheim, Altern, Sterben... gerne verschließen wir uns davor, doch hier in diesem bezaubernden Roman „Ommas Glück – Das Leben meiner Großmutter in einer Demenz-WG“ von der Autorin Chantal Louis erleben wir, wie das Altern auch ganz anders funktionieren kann, eine außergewöhnliche Wohnform, die für Glück, Zusammenhalt, Hoffnung und Stärke spricht. Hier spricht eine wahr Geschichte, und diese einfühlsamen Erlebnisse und Erzählungen öffnen die Augen, bieten einen Blickwinkel und regen zum Umdenken an. Autorin Chantal Louis berichtet nicht nur von ihren Erlebnissen mit Omma, nein, sie zeigt ein ganz neues Leben, welches im Alter erblühen kann und neben schwierigen Situationen auch die herzlichsten Ereignisse zu Tage führt. Sie hat es sich in ihrem bezaubernden und erklärenden Buch "Ommas Glück – Das Leben meiner Großmutter in einer Demenz-WG" mit ihren gesammelten Eindrücken, Erfahrungen und Berichten zur Aufgabe gemacht zu informieren, aufzuklären, Hoffnung zu schenken und ein Anreiz für weitere solche Projekte zu geben. Ein lohnendes Buch, welches mit viel Herz, Humor, Lachern, Wissen, Hintergründen, Offenheit und Wahrheit trumpft! Erschienen im KiWi Verlag (http://www.kiwi-verlag.de/) Inhalt / Beschreibung: "Ein charmantes Plädoyer für eine Wohnform, die Menschen mit Demenz gerecht wird und ihnen ein maximal selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Und ein kleines Denkmal für Omma, deren Erlebnisse in ihrer WG immer auch eine hochkomische und rührende Seite haben. »Wenn man Omma erzählt hätte, dass sie eines Tages in einer WG leben würde, hätte sie mit großer Wahrscheinlichkeit Zeter und Mordio respektive Sodom und Gomorrha geschrien. Wir, meine Mutter und ich, konnten sie nicht mehr fragen. Wir haben es für sie entschieden. Und ich bin ziemlich sicher, dass es eine gute Entscheidung war. Eigentlich sogar eine ausgesprochen gute.« Nach einer bedrückenden Episode im Altersheim zieht Edeltraut Karczewski mit 83 in ihre erste Wohngemeinschaft. Ihre sechs MitbewohnerInnen sind, wie sie, dement. Kann das funktionieren? Oh ja. Ihre Enkelin, die Journalistin Chantal Louis, erzählt aus dem Leben ihrer Großmutter, sprich: Omma, in der Wanne-Eickeler Demenz-WG. Von Walzern im Wohnzimmer und immer neuem Kennenlernen am Küchentisch. Von einfühlsamen BetreuerInnen und dem erstaunlichen Personalschlüssel von eins zu drei. Von Angehörigen, die tags beim Kochen helfen und am Wochenende die WG-Wände streichen. Und von der Entstehung der Demenz-Wohngemeinschaften generell, von denen es in Deutschland inzwischen einige Hundert gibt – und von deren Existenz trotzdem die wenigsten wissen. Das sollte sich ändern." Schreibstil: Besonders beeindruckend empfinde ich das sprühende Leben, welches hier aus den Zeilen dringt. Da die Autorin eigene Erfahrungen mit ihrer dementen Omma, ihrer Großmutter Edeltraut, in diesem Buch niederschreibt, bekommt es unheimlich viel Tiefe und Nähe. In Romanform werden hier schwierigen und durch Behörden geprägten Momente mit dem Umgang der Erkrankung Demenz in einer Familie dargelegt und neben all den Hindernissen und Alltagsproblemen werden aber auch all die Hoffnungen und Bereicherungen beschrieben. Die Autorin zeigt durch ihren lockeren Ton, ihrer manchmal flapsigen Mundart, ihren Gedanken und Entscheidungen, dass ein Leben mit erkrankten Angehörigen KEIN Dahinsiechen ist. Es ist Dank des ehrlichen, emotionalen und optimistischen Schreibstils ein Unterhaltungsroman entstanden, den man liebend gerne als Film erleben möchte. Humorvolle Momente, Dialoge zum Schmunzeln, Anekdoten, Erlebnisse und aber auch Wege und Hilfestellung. Der Schreibstil der Autorin Chantal Louise macht aus diesem Buch, aus dieser Geschichte, einen Unterhaltungsroman, den man gerne ein weiteres Mal liest und sich immer wieder in die Atmosphäre dieser besonderen 6er-Demenz-WG einleben lässt. Neben all den humorvollen Momenten, zeigt die Autorin jedoch auch tragische und rührende Ereignisse und findet auch hier durch ihre Erzählweise genau den treffenden Tonus um jeweilige Passagen an den Leser zu bringen und ihn mitzunehmen. Ganz großartige Umsetzung. Ich assoziiere stetig mit dem Kinohit „Honig im Kopf“ von Till Schweiger. Meinung: Dieses Buch zeigt uns, dass es auch anders geht. Der Umgang mit Demenz muss nicht zwangsläufig hoffnungslos und belastend sein. Zwar werden auch Fakten genannt, die schonungslos den Ist-Zustand unserer Ressourcen und die Schwierigkeiten mit dem Umgang des Sterbens und Alterns und der behördlichen und pflegerischen Wege aufzeigen, aber es gibt Lichtblicke, wenn man auch außergewöhnliche Wege gehen will. Hier berichtet die Autorin Ch. Louis von ihrer Großmutter Edeltraut, von ihren Erfahrungen und Kenntnissen, aber sie berichtet nicht allein, denn Autorin Chantal Louis lässt die Protagonisten, die Betroffenen, die Omma Edeltraut sprechen. Sehr sehr bewegende und auch mutmachende Geschichten werden hier verarbeitet, die aus dem wahren Leben stammen und die den Umgang mit dem Verfall, dem Tod und das Warten auf den Tod zunächst in einem Pflegeheim darstellen und später all die Lebensfreude in der sonderbaren WG aufzeigen. Das Gelesene geht nahe, bewegt und informiert. Man wird Omma ins Herz schließen, trotz oder gerade wegen ihrer gravierenden Eigenarten. Zum Nachdenken und Umdenken anregend, offen, ehrlich und fundiert erläutert die Autorin neben ihrem Unterhaltungsroman mit der einprägsamen Geschichte auch die Fakten, den Ist-Zustand, die Moral und die Möglichkeiten, aber auch die Schwierigkeiten, Versäumnisse und Tücken der Regierung und der Lobby. Der Autorin durchkämmt das gesamte Spektrum, welches das Thema mit sich bringt und zeigt Erfahrung und Wissen und vereint alles gekonnt und stimmig in einem Roman, der unvergessen bleibt. Der Leser hat die Möglichkeit zu verstehen, und seinen Blickwinkel zu verstellen. Pluspunkt ist, dass Chantal Louis nicht in üblicher Sachbuchmanier informiert, sondern überwiegend die Menschen und die Geschichte der Handlung sprechen lässt. Somit erreicht sie die Leser und weckt eine Spirale aus Gedanken und Hoffnung und Tatendrang gepaart mit einem wundervollen Roman und einzigartigen Protagonisten. Großes Lob geht aber an die Idee, die Sicht aus den Augen der Betroffenen darzustellen und diese Geschichte aus dem wahren Leben in einem Roman zu Papier zu bringen. Ich bin sehr bewegt und wurde sehr intensiv mit dem Thema vertraut gemacht. Ein Umdenken und eine neue Sicht der Dinge werden dem Leser hier geschenkt. Die Autorin: "Chantal Louis, geboren 1969 in Gelsenkirchen, hat an der Universität Dortmund Journalistik und Politikwissenschaften studiert. Nach einem Volontariat bei den Ruhr-Nachrichten arbeitete sie als freie Mitarbeiterin des WDR-Landesstudio Dortmund. Seit 1994 ist sie Redakteurin bei der Zeitschrift Emma in Köln. Nach einem Auslandsstipendium im westafrikanischen Benin arbeitet Chantal Louis außerdem als freie Journalistin für Print und Hörfunk, u. a. für WDR und Deutschlandfunk. 2010 erhielt sie für eine Reportage über die Bergmannsiedlung, in der sie aufgewachsen ist, den Internationalen Journalistenpreis der Ruhr 2010. Buchveröffentlichungen u. a.: »Damenwahl: Vom Kampf um das Frauenwahlrecht bis zur ersten Kanzlerin«, zusammen mit Tissy Bruns, hg. von Alice Schwarzer (2008); »Monika Hauser: Eine Ärztin im Einsatz für kriegstraumatisierte Frauen« (2010)." Fazit: Kenntnisreich, informativ und sehr facettenreich dargestellt. Ein erfrischender, humoriger und hoffnungsvoller Roman mit Herz und Seele und vielen bezaubernden Momenten bei einer ernsten Thematik. Eine absolute Leseempfehlung für die, die sich mit dem Thema befassen möchten, betroffen sind, oder einen Blick hinter die Kulissen der Pflegeheime und des Alterns werfen möchten und auch andere Lösungen finden mögen. Für Romanliebhaber und Leser herzerfrischender Geschichten a la „Honig im Kopf“!

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