Charif Majdalani Das Haus in den Orangengärten

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Inhaltsangabe zu „Das Haus in den Orangengärten“ von Charif Majdalani

Eine versunkene Welt voller Gerüche, Farben und wundersamer Begebenheiten Eine Familiensaga aus dem Libanon des späten 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts – vor dem Hintergrund des Aufstiegs und Niedergangs der wohlhabenden Familie Nassar erzählt Charif Majdalani die Geschichte einer Region, die bis heute von großen politischen Umwälzungen und Krisen erschüttert wird. Im lebensprallen, von europäischer wie orientalischer Kultur und Religion geprägten Beirut der letzten Jahre des 19. Jahrhunderts nimmt die Geschichte von Wakim Nassar ihren Anfang. In den Straßen und Kaffeehäusern pulsiert das Leben. Der junge Wakim geht seinen Geschäften als Vermittler von Käufen und Verkäufen nach, bis eine undurchsichtige Affäre ihn aus der Stadt treibt. Im kargen Umland, das von der Seidenraupenzucht geprägt ist, nimmt er ein herrenloses Stück Land in Besitz und pflanzt dort gegen den Rat der Ältesten Orangenbäume. Nach anfänglichen Rückschlägen erweist sich die erste Orangenplantage der Gegend als Goldgrube. Wakim heiratet die selbstbewusst-attraktive Hélène und baut als Zeichen des stetig wachsenden Wohlstands ein großes Haus. Nassar-Orangen sind bald in den Palästen des Orients zu Hause. Doch die Tage der friedlichen Koexistenz im Libanon sind gezählt. Eine Gefahr zieht herauf, die das Glück des Hauses Nassar bedroht.

Intensiver, sinnlicher Roman, der einen spannenden Einblick in die libanesische Belle Epoque (und ihr Ende) gibt.

— Tanja_Langer

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  • Das große Haus

    Das Haus in den Orangengärten

    Buecherschmaus

    Es ist die "Geschichte des großen Hauses", die hier erzählt. Des Hauses nämlich, das sich Wakim Nassar, ein junger Beiruter, der die Stadt aufgrund undurchsichtiger Händel verlassen muss, Ende des 19. Jarhunderts an den umliegenden Hängen mit allem Pomp bauen lässt, nachdem er mit der Pflanzung von Orangenbäumen zu Reichtum gekommen ist. Seine Neuzüchtung, die "Clementine" werden zu einer begehrten Delikatesse. Wakim heiratet die schöne Helene, gründet eine große Familie, der auch sein Bruder und ein Cousin angehören und führt damit den Nassar-Clan, der durch den frühen Tod seines Vaters und durch Familienintrigen gefährdet war, fort. Es ist eine Zeit des Aufstiegs. Der Libanon ist als unabhängige osmanische Provinz ein frankophiles, prosperierendes Land. Doch seine Tage sind gezählt. Der Erste Weltkrieg machte der Unabhängigkeit ein Ende. Die christliche, westlich orientierte Familie Nassar wird ins kurdische Exil verbannt, der Libanon Schauplatz der Kämpfe zwischen Alliierten Westmächten und dem auf deutscher Seite kämpfenden osmanischen Reich. Doch der eigentliche Abstieg der Familie beginnt erst danach. Machtkämpfe innerhalb der Familie, der Tod Wakims und schließlich die Weltwirtschaftskrise besiegeln den Niedergang, die Kinder werden in alle Teile der Welt zerstreut, das Haus zerfällt. Wir wissen vom Erzähler dieser Familienchronik, das es Jahrzehnte später von dessen zu Vermögen gekommenen Vater wieder aufgebaut wird. Dieser Erzähler ist es, der die wohlbekannte Geschichte von Aufstieg und Niedergang einer Familie anhand eines Hauses besonders macht. Niemals verschwindert er ganz, lässt uns völlig eintauchen, sondern bleibt immer präsent, gibt kund von seinen Zweifeln an manchen der überlieferten Geschichten, erfindet hinzu, mutmaßt. Das macht aus dem Roman mehr als nur eine gut erzählte Familiengeschichte mit dem interessanten Hintergrund des Libanon von ca. 1860 bis 1930. Es ist eine melancholische, sinnliche, dabei aber nie orientalisch ausufernde Suche nach den eigenen Wurzeln, nach der verlorenen Zeit, nach dem spätestens durch den Libanonkrieg unrettbar verlorenen Gestern.

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  • Rezension zu "Das Haus in den Orangengärten" von Charif Majdalani

    Das Haus in den Orangengärten

    Clari

    06. October 2008 um 13:22

    Charif Majdalani Das Haus in den Orangengärten Knaus ISBN 3813502856 Herrlich leuchten die Orangen, blühend und wunderbar ist das gesellschaftliche Leben vor dem 1. Weltkrieg im Libanon! Weit zurück in das ausgehende 19. Jahrhunderts reichen die Wurzeln der Familie Nassar in der Region. Als der Vater von Wakim und Selim Nassar aus unerklärlichen Gründen ums Leben kommt, muß die junge Witwe ihr Schicksal und ihr Vermögen dem Schwager anvertrauen. Dieser versteht geschickt, sie und die Söhne um ihr Erbe zu bringen. Lebenslanger Hass wird die beiden Zweige der Familie verbinden! Als erwachsene Männer ziehen Wakim und Selim weg aus Marsad, um der Familie den Weg zu Reichtum und Wohlstand in der Gegend um Ayn Chir zu ebnen. Sie machen Land urbar und bauen Orangenbäume an, deren Ertrag den Grundstock für das Vermögen der Familie bilden soll. Herrlich ist der Duft der Orangenblüten! Doch drei Jahre muß Wakim um den Erfolg bangen, ehe die Bäume Früchte tragen. C. Majdalani entwirft das Bild einer prosperierenden Gesellschaft, in der einzelne ihren Reichtum aufbauen und mehren konnten. Wer es geschafft hatte, zur Oberschicht zu gehören, der brauchte Gespür, Autorität und einflussreiche Freunde, um seinen Status zu halten. Rivalisierende Klans machten sich das Leben schwer. Der Icherzähler berichtet über den Aufstieg seines Großvaters Wakim, der sowohl zu Reichtum als auch zu Einfluss und Ansehen gelangte. Weit ausholend wird der Aufstieg und Niedergang der Familie Nassar vom Ende des 19. bis ins 20. Jahrhundert beschrieben. Der Enkel kann mit hinreichender Phantasie die Familiengeschichte rekonstruieren, denn wie in jeder Familie gibt es Geheimnisse und Familienmythen, deren Wahrheitsgehalt kaum überprüfbar ist. Er verlässt sich auf seine Fabulierkunst, mit der er uns Bilder seiner aufstrebenden Familie ausmalt. Wakim findet nach dem Aufstieg zum reichen Grundbesitzer die Frau seines Herzens und bekommt viele Söhne und Töchter mit ihr. Malerisch und geheimnisvoll sind die Treffen der Notabeln und die Besuche der Verwandten und Bekannten im Hause von Wakim. Mit Spannung und Neugierig liest man über seine Kontakte zu Nachbarn und treuen Anhängern und über die dort herrschenden Lebensformen. Westliche Importe lassen die Familienmitglieder im Glanz schöner Kleider, Hüte und in westlich orientiertem Hausinventar mit Dienerschaft und Umgangsformen lebendig werden. Man taucht in die ferne Welt ein und ist verzaubert. Die Bilder des Orients, die der Erzähler entwirft, sind erfüllt von Düften und Pflanzen, von herrlichen Früchten, fremdartigen Gebräuchen und prächtigen Bauten. Mit dem Eintritt der Türkei in den zweiten Weltkrieg 1914 kommt es zum Einbruch für das florierende Unternehmen der Familie. Wurde doch das osmanische Reich bis 1923 von den Türken beherrscht. Weite Teile von Anatolien über Kleinasien, den Nahen Osten, Nordafrika, den Balkan und die Krim standen unter türkischer Herrschaft. In Beirut gab es innerhalb des Reichs ein autonomes Gebiet, auch Gouvernorat Mont - Libanon genannt. Hier hatten reiche Bürger Einfluss und konnten an der Gestaltung des Gemeinwesens mit arbeiten. Wakim hat Autorität, Geld und die notwendigen Beziehungen, um sich für lange Zeit als führender Wirtschaftsunternehmer zu behaupten. Mit der Kriegserklärung der Türkei gegen Russland und Frankreich 1914 wurde der gesamte vorderasiatische Raum zum Kriegsschauplatz. Die Söhne und Männer der bäuerlichen Familien wurden nach der Aufhebung des Autonomiegebiets vom türkischen Heer zum Kriegseinsatz gezwungen. Wakims Reichtum schmolz dahin, als er verarmte Mitbürger mit Geld unterstützte und anderen zur Flucht vor den Militärs half. Für seine Orangenernten fand er bald keinen Absatz mehr. Majdalani führt den Roman konsequent weiter, und man darf gespannt sein, wie alles endet. Das Romandebüt von Majdalani hinterläßt einen nachhaltigen Eindruck. Der nahe Osten mit seinen wechselnden Regierungsformen bekommt ein Gesicht und ermöglicht Einblicke in politische Zusammenhänge, die uns die Geschichte der Region verständlicher macht. Die poetische Fabulierkunst des Erzählers lässt uns an Stimmungen im geheimnisvollen Orient und an märchenhaften Vorstellungen vom Reichtum und Glanz einer Epoche teilnehmen, die längst Vergangenheit ist. Charif Majdalani ist im Libanon geboren und lebt heute als Literaturwissenschaftler in Frankreich. Sein Buch wurde für die wichtigsten Literaturpreise in Franreich nominiert.

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