Charity Norman Die andere Seite der Wahrheit

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Inhaltsangabe zu „Die andere Seite der Wahrheit“ von Charity Norman

Drei Jahre saß Joseph wegen Totschlags an seiner Frau im Gefängnis. Nach seiner Entlassung wünscht er sich nichts sehnlicher, als seine drei Kinder wiederzusehen. Doch genau das wollen Josephs Schwiegereltern, bei denen die Kinder seit der schrecklichen Tragödie leben, mit allen Mitteln verhindern. Und auch Scarlet, die Älteste, lehnt jeden Kontakt zu Joseph ab. Schließlich ist es eine unumstößliche Wahrheit, dass er ihre Mutter umgebracht hat. Doch dann entdeckt Scarlet die andere Seite dieser Wahrheit -

einfühlsames, kaleidoskopartiges Portrait einer traumatisierten Familie, leider mit ruinösem Kitsch-Ende

— Devona
Devona

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    Die andere Seite der Wahrheit
    Devona

    Devona

    04. April 2016 um 19:04

    Das Buch bietet als eine Art Prolog einen rasanten Einstieg: dem Leser wird “Beweisstück 53: Abschrift des bei der Notrufzentrale eingegangenen Anrufs von Scarlet Scott”  in der Strafsache “Joseph William Scott” präsentiert, in dem er einen Teil der Fakten aus der Gerichtsverhandlung nachlesen kann, die schlussendlich zur Verurteilung von Joseph Scott wegen Totschlags an seiner Frau Zoe führte. Sozusagen ein Stück Vorgeschichte zum einfacheren Verständnis der folgenden Ereignisse, die 3 Jahre später einsetzen, als Joe vorzeitig aus der Haft entlassen wird. Der Leser folgt den Geschehnissen aus nunmehr 3 Erzählperspektiven: zum einen der von Joe in auktorialer Erzählform, im Wechsel dazu in Ich-Form kommen das älteste seiner Kinder -Scarlett (13)- sowie seine Schwiegermutter Hannah zu Wort. Bei Joes Haftentlassung befinden sich alle 3 Kinder -außer Scarlet noch die Jungen Ben und Theo- in der liebevollen Obhut ihrer Großeltern Hannah und Frederick, den Eltern ihrer toten Mutter Zoe. Verständlicherweise möchte Joe, der unter dem Tod seiner großen Liebe Zoe und seiner Schuld wahnsinnig leidet, seine Kinder wieder sehen, verständlicherweise möchten Hannah und Frederick, deren einziges Kind Zoe durch seine Hand starb, genau das nicht. Insbesondere Hannah verweigert sich den zunächst freundlichen Bitten Joes um eine Kontaktaufnahme zu den Kindern kategorisch. Sie kann ihre Unversöhnlichkeit auch dann nicht abschwächen, als ein Gericht nach Beobachtung und Begutachtung durch einen kompetenten Sozialarbeiter befindet, dass sowohl Joe ein Umgangsrecht gewährt werden muss, als auch der Umgang mit ihm der Entwicklung der Kinder nicht schaden würde, sondern im Gegenteil wichtig sei. Obwohl Ben als Kleinster sich nicht an die Geschehnisse am Todestag seiner Mutter erinnert, haben alle drei Kinder Erinnerungen an ihren Vater, besonders die von Scarlett sind ambivalent. Immer wieder werden in den Kapiteln, die aus ihrer Sicht erzählt sind, liebevolle Erinnerungen an die Mutter, zunehmend auch an den Vater geschildert, das Wechselbad ihrer Gefühle in Bezug auf den Vater zeigt ihre innere Zerrissenheit in aller Deutlichkeit, die Scarlet-Kapitel habe ich als am intensivsten empfunden. Scarlet wirkt bedeutend reifer als andere 13-Jährige und bringt ein großes Verantwortungsgefühl für ihre Brüder mit, sie fühlt sich fast wie eine Art “Ersatzmutter”und möchte sie beschützen. Notfalls auch vor dem eigenen Vater, den sie selbst aber dringend benötigt. Das eigentlich Traurige ist aber der Sog, in den die Kinder unverschuldet geraten, nachdem sie nach Annäherung und Kontaktaufnahme beginnen, Zeit mit ihrem Vater zu verbringen und langsam anfangen, die Wochenenden mit ihm zu genießen, ihn neu kennen zu lernen, das Gefühl haben, das hier Vertrauen wachsen kann, eine Basis entsteht. Hannahs Unversöhnlichkeit ist insbesondere für Scarlett durchaus rational verständlich und nachvollziehbar, macht ihr aber große Schuldgefühle, wenn sie nach den Wochenenden mit dem Vater zu den Großeltern zurück kehrt. Hannah und Freddie haben 3 Jahre lang gut für sie gesorgt, sie geliebt, umhegt und beschützt, als ihr Vater seine Haftstrafe verbüßte. Ist es nicht undankbar von ihnen, sich jetzt wieder dem Vater zu öffnen, ist das nicht ein Verrat an Hannah und Freddie? Und während Scarlet sich seelisch zermartert, Theo wieder beginnt, einzunässen und der kleine Ben jedes Wochenende eine andere Ausrede bemüht, um nicht zu seinem Vater zu müssen, arbeitet Joe daran, ein Heim für sich und die Kinder zu finden, um sie ganz zu sich zu nehmen und ein neues gemeinsames Leben zu beginnen. Die inneren Konflikte aller Personen sind sensibel und gut nachvollziehbar dargestellt. Es ist schlussendlich Freddie, der seine Joe mittlerweile fast schon starrsinnig ablehnende Hannah davon überzeugt, an das Wohl der Kinder zu denken und einen Schritt auf Joe zuzugehen. Nicht zuletzt deshalb, weil er die ihn langsam aber sicher überkommende Demenz spürt, ihm die Folgen bewusst sind und er weiß, dass Hannah mit ihm als Demenzkrankem und drei Kindern überfordert sein wird. Sie ist Mitte 60 und Ben gerade mal 5. Freddie hat erkannt, wie sehr Joe seine Kinder liebt und er weiß, dass Hannah und ihn zwar keine direkte Mitschuld am Tod ihrer Tochter trifft, sie aber Joe in Bezug auf Zoe Hilfe verweigert haben, als er sie dringend benötigt hat. Und auch Zoe selbst hat Joe vor der Eheschließung Entscheidendes verschwiegen… Achtung Spoiler-Gemecker! Tja und nun. Bis hierhin ein einfühlsam und wohltuend unkitschig geschriebenes Buch, welches man mit der offenen Botschaft “Menschen gehen aufeinander zu, positiver Blick in die Zukunft” hätte enden lassen können, womit man auch den Leser in seine Gedankenwelt entlassen hätte – wie auch immer die aussehen mag. Es ging um eine durch und durch traumatisierte Familie, hier wird lebenslange Arbeit miteinander nötig sein, um die Traumata des Einzelnen aufzuarbeiten, Leid zu mildern…für mich wäre der behutsame Anfang eines gemeinsamen Miteinanders tröstlich, ausreichend, verständlich und ein passendes Ende für solch ein Buch gewesen. Gibt`s aber nicht. Es gibt zum Abschluss das vollumfängliche Wohlfühlangebot für den anspruchslosen Leser: happyend und bussi-bussi für alle (Stichwort: Rosie). Ich hab`s nicht glauben wollen. Die ohnehin völlig unpassend eingesponnene und zu vernachlässigende Liebesgeschichte von Joe und Rosie MUSS im Seifenopernstil enden…ich frag mich immer, warum wer so einen Schmarrn schreibt. Weil es die Mehrzahl der Leser will? Will die das wirklich? Fazit: einfühlsames, kaleidoskopartiges Portrait einer traumatisierten Familie mit ruinösem Kitsch-Ende, dass die Geschichte Knall auf Fall in die Beliebigkeit zurück katapultiert.

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  • Die andere Seite der Wahrheit

    Die andere Seite der Wahrheit
    Kleine8310

    Kleine8310

    30. March 2016 um 00:53

    "Die andere Seite der Wahrheit" ist ein Roman der Autorin Charity Norman. In diesem Buch geht es um die Protagonistin Scarlett Scott. Scarlett ist die älteste Tochter von Joseph Scott. Joseph saß drei Jahre lang wegen des Totschlags an seiner Frau im Gefängnis. Scarlett und ihre Geschwister leben seit der schrecklichen Tragödie bei den Großeltern, den Eltern ihrer verstorbenen Mutter.    Joseph wünscht sich nichts mehr, als Kontakt zu seinen Kindern zu bekommen, was seine Schwiegereltern aber um jeden Preis verhindern wollen. Auch Scarlett lehnt jeglichen Kontakt zu ihrem Vater ab, denn sie ist von seiner Schuld überzeugt. Bis die junge Frau eines Tages auf eine andere Geschichte stößt und sie sich fragen muss, was wirklich die Wahrheit ist und ob diese nur eine Seite hat ... Der Schreibstil von Charity Norman hat mir gut gefallen. Die Autorin schreibt bildhaft und das Buch lässt sich problemlos lesen. Was mir ebenfalls gut gefallen hat ist, dass die Autorin sehr auf die Emotionen der Charaktere eingeht. Dies war mir bei dem Thema des Buches auch sehr wichtig. Leider hat sie sich zwischendurch ein wenig in den Erzählungen, um die Probleme und Gedanken der Charaktere verloren, was auf mich, manches mal ein wenig zu langatmig wirkte.  Die Spannung im Buch löst sich sehr schnell auf, da das Geheimnis um Zoe's Tod sehr schnell enthüllt wird. Hier hätte ich mir etwas mehr gewünscht, was die Spannung vielleicht konstanter gehalten hätte. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und auch die Gedanken und Handlungen der einzelnen Personen sind gut dargestellt. Die Gewissensfragen und die Fragen um Schuld und Unschuld begleiten den Leser/die Leserin durch die gesamte Geschichte und es gab einige Fragestellungen, die auch mich zum Nachdenken gebracht haben. Die Emotionen haben mich am meisten beeindruckt, denn ich konnte in vielen Situationen mit den Charakteren mitfühlen und ihre Zerrissenheit verstehen! Das hat Charity Norman wirklich sehr gut rübergebracht!   "Die andere Seite der Wahrheit" ist eine emotionale Geschichte, die mich gut unterhalten, aber nicht immer gefesselt hat!

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  • Ein emotionaler Roman in dem es kein Gut und Böse gibts, sonder viele Grauschattierungen.

    Die andere Seite der Wahrheit
    Johannisbeerchen

    Johannisbeerchen

    23. February 2016 um 17:26

    Meinung: Das Thema des Buchs sprach mich direkt an und ich wollte unbedingt die andere Seite der Wahrheit entdecken. Joseph war wegen Totschlags an seiner Frau im Gefängnis. Nun wurde er frühzeitig entlassen und möchte wieder Kontakt zu seinen Kindern. Scarlet, Theo und Ben, die inzwischen bei ihren Großeltern Hannah und Freddie leben, hatten durch die Geschehnisse keine einfache Kindheit. Besonders Hannah wehrt sich vehement gegen Josephs Fürsorge den Kindern gegenüber. Ich war sofort gefangen von der Geschichte. Joseph hatte es in den letzten Jahren nicht leicht und jeder kann verstehen wieso. Aber auch die Kinder und die Großeltern haben ihre eigenen Bürden. Jede Person erhält seine eigene Geschichte, die dem Leser nahe gebracht wird. Ich konnte jeden Beteiligten verstehen und dessen Beweggründe nachvollziehen. Man leidet mit den Kindern, mit Joseph, mit Hannah und Freddie. Und doch kann man für niemanden Partei ergreifen. Man versteht Joseph, jedoch auch die Großeltern und die Kinder stecken dadurch in einer großen Zwickmühle, denn sie wollen niemanden verletzen. Innerhalb einer Nacht habe ich das Buch verschlungen. Das Geheimnis um Zoes Tod wird relativ schnell geklärt, jedoch bleibt die Spannung konstant, da der Fokus auf den Gefühlen der Charaktere liegt. Fazit: Ein emotionaler Roman in dem es kein Gut und Böse gibts, sonder viele Grauschattierungen.

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