Charles Alexander Eastman (Ohiyesa) Die Seele des Indianers: Ein Siouxindianer berichtet über Glauben und Sitten seines Volkes

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Inhaltsangabe zu „Die Seele des Indianers: Ein Siouxindianer berichtet über Glauben und Sitten seines Volkes“ von Charles Alexander Eastman (Ohiyesa)

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  • Rezension zu "Die Seele des Indianers: Ein Siouxindianer berichtet über Glauben und Sitten seines Volkes" von Charles Alexander Eastman (Ohiyesa)

    Die Seele des Indianers: Ein Siouxindianer berichtet über Glauben und Sitten seines Volkes

    Maggi

    02. March 2013 um 05:22

    Dieses Buch von Charles Alexander Eastman (Ohiyesa) war für mich ein Spontankauf, da es mich reizte, einen autobiographischen Bericht eines "alten Indianers", der noch das klassische Leben, weitenteils unberüht von den Weißen, erlebt hat, zu lesen. Es erschien in den USA erstmals 1911 und der Autor wollte mit dem Erscheinen dieser kurzen Schrift Vorurteile und Berührungsängste, die die weiße Bevölkerung den Indianern gegenüber hatte, abbauen. Dieser schmale Band bietet eine kurze, interessante Übersicht über das Leben und die Gebräuche der Lakota, als sie noch frei lebten. Das Ziel, welches Ohiyesa Anfang des 20. Jahrhunderts hatte, nämlich den Lesern die Mentalität "des Indianers" (ja, solche Pauschalisierungen gehören in diese Zeit und werden vom Autor reichlich benutzt) näher zu bringen, wird mit dem Buch erreicht. Jedoch wird in vielen Bereichen Wesentliches ausgeklammert, was einen westlich-christlich geprägten Leser verwirren könnte, weshalb das Buch, gerade was die Spiritualität angeht, manchmal etwas oberflächlich bleibt. Auch wird die Vielehe fast schon als nonexistent abgetan und die unter Lakota akzeptierte Homosexualität, bzw. Transsexualität völlig verschwiegen. Auch der Umgang mit Geistern, Beschwörungen und Ähnlichem bleibt größtenteils unerwähnt, es wird nur vom "großen Geheimnis" gesprochen, was der weiße Leser in seinem Wollen, den "romantischen Wilden", den Naturverbundenen Indianer zu verstehen, leicht als Übereinstimmung mit der christlichen Lehre deuten kann. Auch mir ging es beim Lesen so. Der Schwerpunkt wird hier eindeutig so gewählt, dass Empatie möglich wird, fast schon logische Folge der Lektüre ist. Auf diese und andere Aspekte wird im Nachwort, welches sehr hilfreich ist, eingegangen und auch auf die Intention des Autors bezüglich dieser Auswahl . Insgesamt ist das Buch eine lohnende Lektüre, die mir wieder Lust auf "mehr Indianer" gemacht hat. Die Neugier, sich näher mit dieser Kultur zu beschäftigen, wird geweckt und ich bin nun dazu angeregt, meine Neugier durch die Lektüre umfangreicherer Werke zu stillen. Außerdem ist es auch ein wichtiges historisches Dokument, welches belegt, wie sich manche (gebildete) Indianer zu Beginn des letzten Jahrhunderts darum bemühten, Verständigung und Dialog zwischen der weißen und indianischen Bevölkerung herzustellen. Mit nur knapp 100 Seiten ist dieses Buch schnell gelesen, macht Lust auf mehr und daher kann ich es weiter empfehlen.

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