Charles Baudelaire Die Blumen des Bösen/ Les Fleurs du Mal

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Inhaltsangabe zu „Die Blumen des Bösen/ Les Fleurs du Mal“ von Charles Baudelaire

Wie kaum ein zweites Werk des 19. Jahrhunderts haben "Die Blumen des Bösen" ("Les Fleurs du Mal), die in ihrer Entstehungsepoche wegen Gefährdung der öffentlichen Moral und Sitte großen Anstoß erregten und zum Teil zensiert wurden, die europäische Lyrik der Moderne beeinflußt und geprägt.
"Die Blumen des Bösen", das Hauptwerk von Charles Baudelaire (1821 - 1867), werden hier in einer vollständigen Ausgabe vorgelegt - mit den verbotenen Gedichten, Zusätzen späterer Auflagen und Entwürfen zu einem von Baudelaire geplanten Vorwort. Der thematische Spannungsbogen reicht vom "idéal" zum "spleen", berührt das Unheimliche im Erleben des mysteriösen Großstadt als Ort des Bösen, ruft die Sehnsucht nach künstlichen Paradiesen hervor, spiegelt die Revolte des Bohemiens gegen bürgerliche Konventionen und seinen Ekel vor der Banalität der Wirklichkeit. Als "Hingabe an die Faszination des Zerstörenden" charakterisierte Hugo Friedrich die Baudelairesche "Ästhetik des Häßlichen". Die suggestive Sprachmagie der Gedichte hat nicht nur Symbolisten wie Mallarmé oder Rimbaud in ihren Bann gezogen, sondern weit über die Grenzen Frankreichs hinaus unzählige Dichter fasziniert, darunter Stefan Georg, der 1891 die erste Übertragung ins Deutsche schuf.
Friedhelm Kemp versteht seine Prosaübersetzung nicht als Nachdichtung, vielmehr möchte er durch den zum Original bewußt gewahrten Abstand dessen Originalität deutlich hervorheben.

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  • Rezension zu "Die Blumen des Bösen/ Les Fleurs du Mal" von Charles Baudelaire

    Die Blumen des Bösen/ Les Fleurs du Mal

    The iron butterfly

    29. October 2010 um 17:38

    Hässlich, erhaben, zerstörerisch, magisch, skandalös, edel - Les fleurs du mal - Die Blumen des Bösen von Charles Baudelaire (1821 - 1867). Gegensätzlicher kann Lyrik wohl kaum sein. Baudelaire hat es verstanden die hässliche, abstoßende Realität der Dinge mit Worten zu veredeln. Ein glänzendes Beispiel (Ein Hinweis meinerseits: Attention - Vorsicht - Lesen Sie dies ganz oder besser gar nicht!): Ein Aas Gedenke des Dinges, das wir sahen, meine Seele, an jenem Sommermorgen, der so lieblich war: an eines Weges Biegung lag schändlich auf kieselübersätem Bett ein Aas; Die Beine abgespreizt, gleich einem geilen Weib, heiß seine Gifte schwitzend, bot es schamlos lässig den offnen Bauch voll übler Dünste dar. Die Sonne strahlte auf die Fäulnis nieder, als gälte es, sie garzukochen und hundertfach der mächtigen Natur, was sie vereinigt hatte, zu erstatten; Und der Himmel sah, wie prächtig das Gerippe sich gleich einer Blume hob und auftat. So stark war der Gestank, daß du ohnmächtig ins Gras zu sinken drohtest. Die Fliegen summten über diesen fauligen Bauch; in schwarzen Bataillonen krochen die Maden aus und quollen wie eine zähe Flüssigkeit diese lebenden Fetzen entlang. Das alles senkte sich und hob sich einer Woge gleich, stob schillernd auf; es schien, als ob der Leib, von ungewissem Hauch gebläht, vielfältig sich vermehrend lebte. Und diese Welt ertönte von einer seltsamen Musik, wie Wasserrieseln und wie Wind, oder wie das Korn, das der Worfler mit rhythmischer Gebärde auf seiner Schwinge wirft und wendet. Die Formen schwanden hin und waren nur ein Traum noch, fast nicht erkennbar auf vergeßner Leinwand ein Entwurf, den der Künstler aus dem Gedächtnis nur vollendet. Hinter den Felsen spähte unruhig eine Hündin mit bösem Blick zu uns herüber, lauernd auf den Augenblick, wo sie dem Skelett den Fetzen wieder rauben könnte, den sie fahren ließ. - Und dennoch wirst du diesem Unrat gleichen, diesem ganz durchseuchten Greuel, Stern meiner Augen, Sonne meines ganzen Wesens, mein Engel du und meine Leidenschaft! Ja! derart wirst du sein, o Königin an Reiz und Anmut, wenn, nach den Sterbesakramenten, du unter Gras und fette Blumen dich betten wirst, zu schimmeln zwischen dem Gebein. Dann, o meine Schönste! sage dem Gewürm, das küssend dich verspeisen wird, daß ich die Form, den göttlichen Gehalt bewahrte meiner Liebe, die in dir zerfällt! ------------------ Wer es bis hierher geschafft hat, erkennt die magische Kraft, die in Baudelaires Wortkomposition steckt mit Sicherheit. ------------------ Aus dem Klappentext: Wie kaum ein zweites Werk des 19. Jahrhunderts haben "Die Blumen des Bösen" ("Les Fleurs du mal"), die in ihrer Entstehungsepoche wegen Gefährdung öffentlicher Moral und Sitte großen Anstoß erregten und zum Teil zensiert wurden, die europäische Lyrik der Moderne beeinflußt und geprägt. "Die Blumen des Bösen", das Hauptwerk von Charles Baudelaire (1821 - 1867), werden hier in einer vollständigen Ausgabe vorgelegt - mit den verbotenen Gedichten, Zusätzen späterer Auflagen und Entwürfen zu einem von Baudelaire geplanten Vorwort. Der thematische Spannungsbogen reicht vom "idéal" zum "spleen", berührt das Unheimliche im Erleben der mysteriösen Großstadt als Ort des Bösen, ruft die Sehnsucht nach künstlichen Paradiesen hervor, spiegelt die Revolte des Bohemiens gegen bürgerliche Konventionen und seinen Ekel vor der Banalität der Wirklichkeit. Als "Hingabe an die Faszination des Zerstörenden" charakterisierte Hugo Friedrich die Baudelairesche "Ästhetik des Häßlichen". die suggestive Sprachmagie der Gedichte hat nicht nur Symbolisten wie Mallarmé oder Rimbaud in ihren Bann gezogen, sondern weit über die Grenzen Frankreichs hinaus unzählige Dichter fasziniert, darunter Stefan George, der 1891 die erste Übertragung ins Deutsche schuf. Friedhelm Kemp versteht seine Prosaübertragung nicht als Nachdichtung, vielmehr möchte er durch den zum Original bewußt gewahrten Abstand dessen Originalität deutlich hervorheben.

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