Charles Brauer , John Grisham Der Richter

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Inhaltsangabe zu „Der Richter“ von Charles Brauer

Nach zwei ambitionierten Ausflügen in andere literarische Gefilde -- dem Entwicklungsroman <i>A Painted House</i> und der "Weihnachtsgeschichte" <i>Skipping Christmas</i> -- wendet sich John Grisham wieder jener Gattung zu, der er seine größten Erfolge verdankt: dem Justizthriller. Und dabei spart er nicht mit Überraschungen -- bevor der Roman richtig angefangen hat, ist die titelgebende Hauptfigur bereits tot.<p> Der 79-jährige Richter a. D. Reuben V. Atlee fordert seine beiden Söhne in einem knappen Brief auf, bei ihm vorzusprechen. Er beabsichtige, die Aufteilung seines Nachlasses zu regeln. Sein Sohn Ray Atlee lebt als frustierter Juraprofessor, dem es nicht gelungen ist, in die überdimensionalen Fußstapfen seines Vaters zu treten, von seiner Frau verlassen in Virginia. Dem Treffen mit seinem Vater und seinem drogenabhängigen jüngeren Bruder Forrest sieht er mit einiger Bangigkeit entgegen. Als er in dem heruntergekommenen Haus in einem ruhigen Viertel von Clanton, Mississippi, eintrifft, kann er allerdings nur noch den Tod des alten Mannes feststellen, der auf dem Sofa scheinbar friedlich entschlafen ist.<p> Endgültig aus der Fassung gebracht wird Ray allerdings von mehreren Kartons voller Bargeld, auf die er in Richter Atlees Bibliothek stößt. Eiligst lässt er sie verschwinden und rechtfertigt sich mit der -- wohl begründeten -- Vermutung, Forrest würde sie ansonsten doch nur schnurstracks zum nächsten Dealer tragen. Der offizielle Nachlass wird gerecht aufgeteilt, und beide Brüder ziehen wieder ihrer Wege. Für Ray hat das eigentliche Abenteuer jedoch erst angefangen: Auf seiner Suche nach dem Ursprung der Geldbündel muss er bald feststellen, dass er nicht der Einzige ist, der von den drei Millionen Dollar weiß, und dass seine Gegenspieler deutlich besser auf eine Auseinandersetzung vorbereitet sind, die außerhalb des Gesetzes stattfindet.<p> John Grisham wird mit schöner Regelmäßigkeit vorgeworfen, er sei ein nur mäßig begabter Stilist und würde übertrieben mit Fakten um sich werfen. Beides trifft auch auf <i>Der Richter</i> zu, geht aber grundsätzlich an der Sache vorbei: Grisham schreibt Thriller, die die Stärken und Schwächen des US-amerikanischen Justizsystems ausleuchten. Entsprechend haben seine Romane eher den Charakter von Fallbeschreibungen, die großen Wert auf eine detailgenaue Schilderung der Sachverhalte legen. Ray Atlee gehört zu Grishams sympathischsten Protagonisten und setzt damit einen Trend fort, der sich bereits in <i>A Painted House</i> abzeichnet: Grisham nimmt sich verstärkt Zeit für Haupt- und Nebenfiguren, was der Glaubwürdigkeit seiner Erzählung ausgesprochen dienlich ist. <i>--Felix Darwin</i> Wenn jemand drei Millionen Dollar Bargeld in seinem Haus versteckt hat, drängt sich schnell der Verdacht auf, dass es sich um illegales Geld handelt. Und so ist auch der Juraprofessor Ray Atlee misstrauisch, als er im Haus seines verstorbenen Vaters -- von allen nur "der Richter" genannt - eben diese Summe findet. Bei seinen Recherchen nach der Herkunft des Geldes muss Ray aber bald erkennen, dass er nicht der Einzige ist, der von dem versteckten Geld weiß.<P> John Grisham versteht es, aus diesem Stoff mehr als nur einen spannenden Thriller zu machen. Denn Ray erliegt mehr und mehr der verführerischen Macht des Geldes. Und so entpuppt sich in <I>Der Richter</I> die vordergründige Thrillerstruktur bald als Vehikel für Rays inneren Kampf zwischen purer Habgier und moralischer Legitimation. Genau darauf konzentriert sich auch die Hörfassung des Buches, in der -- wie schon bei den Grisham Hörfassungen von <i>Die Bruderschaft</i> und <i>Das Testament</i> -- Charles Brauer sein Talent als Sprecher beweist. Geschickt versteht er es, den Zwiespalt des Protagonisten ebenso spannend wie fassettenreich zu interpretieren und zieht den Hörer so in einen knapp sechsstündigen Erzählsog, dem man sich nicht mehr entziehen kann. <I>--Harald Stucke</I><P> Hörbuch, Spieldauer 353 Minuten, auf fünf CDs oder vier MCs.
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