Charles Bukowski Das Leben und Sterben im Uncle Sam Hotel

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Inhaltsangabe zu „Das Leben und Sterben im Uncle Sam Hotel“ von Charles Bukowski

>»Uncle Sam Hotel< - das ist Amerika. Zwölf Stories vom Poeten des amerikanischen Underground Charles Bukowski. Geschichten, Szenen und Lebensbrocken von ganz unten; vom Saufen; vom Leben mit Säufern und Nutten und anderen Randexistenzen; von den feinen und den miesen Gelegen-heitsjobs, bei denen es allemal nicht auszuhalten ist; von den Frauen, die ihn nicht halten konnten oder die ihn verließen;<br> von der Einsamkeit, vom Verfall ... Bukowskis Welt ist eingeteilt in Leute, die kaputt sind, es aber nicht merken. Und in Leute, die nicht funktionieren, aber wahrnehmen, wie kaputt sie sind und was um sie herum vorgeht...<br> Bukowski schreibt keine Literatur der Verzweiflung oder Lust am Verfall. Es ist eine merkwürdig geschärfte Wachheit, mit der die Fragmente des fortlaufenden Lebens vom Erzähler ergriffen oder erinnert werden. Was an den Texten bestürzt, sind nicht allein die obszönen, brutalen und elenden Realitätsstoffe. Bestürzend an ihnen ist vor allem die Genauigkeit des einzelnen ... Bukowskis Sauf- und Liebesgeschichten enthalten mehr Zärtlichkeit als alle glanzpolierten Liebesfilme zusammen. Wieder braucht es ein bißchen Zeit, ehe man kapiert, daß noch die brutalsten Stories diese Zärtlichkeit nicht verraten, obschon sie bis an die Grenze des Erträglichen gehen.«<br> Frankfurter Rundschau

Einerseits erfrischend unverstellt, aber auch gewöhnungsbedürftig in den sehr direkten Beschreibungen über sein ungezügeltes Leben.

— SamiraBubble
SamiraBubble

Nichts für brave Mädels und Jungs. Charles Bukowski ist gnadenlos ironisch und ehrlich.

— EliasBohst
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    Das Leben und Sterben im Uncle Sam Hotel
    SamiraBubble

    SamiraBubble

    05. June 2017 um 13:20

    Charles Bukowski gehört zu den beliebtesten und berühmtesten Underground-Autoren. Bevor ich mir selbst ein Bild von ihm machen konnte, bin ich ihm unzählige Male auf den verschiedenen Kanälen der Popliteratur begegnet: In Serien und Filmen wurde er immer wieder von dem typischen Anti-Helden zitiert, der auf der Suche nach sich selbst ist, sich nirgends dazugehörig fühlt, aber sich am besten von und durch seine Musik und Bücher verstanden fühlt. Diese Figuren sind mir schon immer sympathisch gewesen, ich identifiziere mich ein Stück weit mit ihnen. Und so dachte ich, dass auch ich den vielzitierten und verehrten Bukowski, der all den Außenseitern - den fiktiven und den realen - da draußen eine Stimme zu geben scheint, mögen werde. Nun. So war es nicht ganz. Dafür hat mich das Buch zu wenig angesprochen oder gar berührt. Im Buch passiert nicht viel, im Grunde genommen gehts nur um Saufen und Sex in seiner rausten Form, rauf und runter, rund um die Uhr. Und während das allein mich schon ermüdet hat, kam dazu die Art, wie es beschrieben wurde. Lakonisch, unglaublich vulgär (dass es mir schwer fiel, überhaupt einen Lieblingssatz ausfindig zu machen) und dazu sehr frauenverachtend. Schonungs- und schnörckellos schildert er, wohl überwiegend autobiografisch von seinen "jungen Rumtreiberjahren", in denen er sich von einem schlecht bezahlten Job zum nächsten durchschlug und dabei nichts ausließ. Verzweifelt habe ich versucht, irgendwelche poetischen Zwischentöne herauszulesen. Doch die gab es nicht, was scheinbar der Punkt an der Sache ist. Bukowski schreibt von jämmerlichen Existenzen am Rande der Gesellschaft, die in ihrer eigenen Welt leben und ihren Rhythmus gefunden haben (?!), irgendwo zwischen Leben und Sterben.

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  • Gassenpoesie reinsten Wassers

    Das Leben und Sterben im Uncle Sam Hotel
    Stefan83

    Stefan83

    07. October 2011 um 07:36

    Der „American Way of Life“. Wohl kein anderer Autor hat dessen Schattenseiten so intensiv beschrieben und sich literarisch derart tief in den Abgründen der Gesellschaft bewegt, wie der in Deutschland geborene US-Autor Charles Bukowski. Seine Werke sind fast immer, zumindest in Teilen, autobiographisch. Sie erzählen vom Leben in den Randzonen, berichten von den Eindrücken und Erfahrungen derjenigen, die im fortschrittlichen 20. Jahrhundert unter die Räder gekommen sind. Bukowski ist Mythos und Kult zugleich, das Sprachrohr der Ausgestoßenen und Vergessenen. Und er ist vielleicht deshalb in den Buchhandlungen der USA der meistgeklaute Autor. Henry Miller und Sartre feierten ihn als amerikanischen „poète maudit“ und auch heute noch gelten die Bücher als moderne Klassiker der Weltliteratur. Grund genug für mich, mit „Das Leben und Sterben im Uncle Sam Hotel“ einen Einblick in die Welt Bukowskis zu wagen. In den folgenden 12 Kurzgeschichten schildert er den amerikanischen Albtraum: Der Frauen Der Anfänger Penner Barfuß Auf Tauchstation bei Marie Glaviano Vier Wochen im Dichter-Bungalow Ein Wiedersehen Der blaue Jesus Ein toter Hund in einem langen Mantel Ausschuß Heißes Pflaster Im Knast mit Staatsfeind Nr. 1 Vorneweg: Wer immer sich mit dem Gedanken trägt, Bukowski lesen zu wollen, sollte sich über folgendes klar sein: Entweder man liebt oder hasst ihn. Dazwischen wird es und kann es nicht viel geben, denn Bukowskis Schreibe ist hart, direkt, voller Ecken und Kanten, und spart selbst die dreckigsten Aspekte des menschlichen Leidens nicht aus. Allen zwölf Geschichten merkt man, obwohl sie zweifellos überzeichnet sind, an, dass hier aus Erfahrung gesprochen wird, gelebte Eindrücke auf Papier wiedergegeben werden. Die Kunst ist in diesem Fall die Wirklichkeit, das Beschriebene passiert und selbst erlitten. Provokant rechnet Bukowski mit dem heilen Schein der amerikanischen Gesellschaft ab, indem er brutale Gewalt genauso unverklärt darstellt wie obszöne Sexualität. Die Protagonisten sind Kleinkriminelle, Säufer, Obdachlose, Prostituierte und letztendlich immer Teile von Bukowski selbst, der in seiner Jugend wegen Trunkenheit im Gefängnis saß und sogar einige Zeit im Gefängnis verbracht hat. Einziges Ventil, einzige Fluchtmöglichkeit aus der Trostlosigkeit sind für alle Figuren die Dichtung und das Schreiben. Zwischen Titten, kurzen Ficks und literweise Alk in Form von Bier und Whiskys, schreibt man sich den Rausch von der Seele. Stets eigentümlich nüchtern, wird die Selbstzerstörung gewählt, der entgegenrasenden Hölle ins Gesicht gespuckt. Den hoch erhobenen Zeigefinger sucht man bei Bukowski vergebens. Hier steht am Ende keine Moral, wird nichts gefordert oder gar eine Philosophie angeboten, mit deren Hilfe man entfliehen kann. Die Geschichten sind die Schreie eines Einzelnen im Meer der Vielen, der nicht mehr oder weniger zu sagen hat, aber der trotz allem seine Situation sowie die Umstände begreift und durch seine Nachdenklichkeit beeindruckt. Ob in „Ausschuß“, wo der Protagonist Blut kotzend und scheißend seinem Ende in einem Krankenhaus entgegen siecht, oder in „Auf Tauchstation bei Marie Glaviano“, in der sich Charley Serkin bei einer Cafébesitzerin einquartiert und deren Gutmütigkeit ausnutzt. Trotz düsterster Umstände lesen sich die Kurzgeschichten, welche selten mehr als 15 Seiten umfassen, unbeschwert und leicht. Am Ende bleibt stets ein positiver Hoffnungsschimmer. Insgesamt ist Bukowskis Kurzgeschichtensammlung „Das Leben und Sterben im Uncle Sam Hotel“ eine lohnenswerte Leseerfahrung voller exzellenter Dialoge und plastischer Schilderungen. Gassenpoesie reinsten Wassers, die von vielen nachgeahmt und in ihrer Qualität nie erreicht wurde. Das Kunst mehr ist, als nur cool zu sein, zeigt Bukowski. Kunst ist etwas, was die Zeit überdauert und das bleibt. Bukowski wird seinen Platz in der Weltliteratur nicht verlieren. Er wird bleiben.

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