Charles C. Mann

 4.2 Sterne bei 12 Bewertungen
Autor von Kolumbus' Erbe, Amerika vor Kolumbus und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Charles C. Mann

Kolumbus' Erbe

Kolumbus' Erbe

 (5)
Erschienen am 20.09.2013
Amerika vor Kolumbus

Amerika vor Kolumbus

 (4)
Erschienen am 21.10.2016
1493

1493

 (1)
Erschienen am 13.07.2012
1491

1491

 (1)
Erschienen am 10.10.2006
The Aspirin Wars

The Aspirin Wars

 (0)
Erschienen am 01.03.1993

Neue Rezensionen zu Charles C. Mann

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Amerika vor Kolumbus" von Charles C. Mann

„America first!“ ist nicht immer gut.
Bellis-Perennisvor 10 Monaten


„Amerika vor Kolumbus“, der Nachfolger zu „Kolumbus‘ Erbe“ fällt meine Meinung stark ab.

Die Lektüre des Buches ist diesmal eine echte Herausforderung. Der Schreibstil pendelt zwischen wissenschaftlich und unterhaltend hin und her – nicht Fisch, nicht Fleisch. Die Interesseweckende Leichtigkeit des Vorgängers fehlt. Ob das am anderen Übersetzer liegt?

Auffallend ist auch, dass sich der Autor zum überwiegenden Teil auf wissenschaftliche Arbeiten von Amerikanern verlässt.
Die Erkenntnisse internationaler Anthropologen, die sich mit der Besiedlungsgeschichte Amerikas befasst haben, fallen irgendwie unter den Tisch.

Die Theorie, dass „Syphilis“ aus Amerika („Präkolumbische Theorie“ bzw. „Kolumbus-Theorie“) nach Europa eingeschleppt wurde, ist durch Knochenfunde in Essex (England), Pompeij (Italien), der Türkei und/oder St. Pölten (Österreich) widerlegt werden. Anhand von Knochenresten konnte festgestellt werden, dass die Syphilis bereits vor dem 13. Jahrhundert in Europa grassierte. 

Also keine „Retourkutsche“ wegen der nach Amerika eingeschleppten Infektionskrankheiten wie Masern oder Pocken, wie vom Autor behauptet.

„America first!“ ist nicht immer gut. Ein Blick über den amerikanischen Tellerrand hinaus und in internationale Forschungsergebnisse hinein, hätte diesem Buch gutgetan.

Fazit:

Dass die kulturellen Leistungen der amerikanischen Ureinwohner höher als bisher einzuschätzen sind, dafür hätte es dieses Buch nicht unbedingt gebraucht.

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Rezension zu "Kolumbus' Erbe" von Charles C. Mann

Das Buch wurde zu Recht zum besten Sachbuch 2013 gewählt!
Bellis-Perennisvor 3 Jahren

Der Autor, ein amerikanischer Wirtschaftsjournalist, hat ein bemerkenswertes Buch über die Wechselwirkungen und den Austausch von Natur und Politik geschrieben.
So kamen bis zur Entdeckung Amerikas nicht heimische Pflanzen, Tiere und Organismen nach Amerika. Im Gegenzug importierte Europa Unbekanntes. Nicht immer zum Wohl der Menschheit in beiden Kontinenten, wie wir heute wissen.
Zwei Arten von ursprünglich europäischen Regenwürmern graben seither Amerikas Erde um, dafür vergiften sich die Europäer mit den Erzeugnissen der Tabakpflanze.
Mit vielen ähnlichen Geschichtchen deckt der Autor auf, wie die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus ab 1492 eine buchstäblich „neue Welt“ hervorbrachte. Nicht nur Menschen, sondern auch Bakterien, Tiere, Pflanzen, Waren und Rohstoffe wechseln seither in zunehmendem Tempo den Ort und Kontinent.
Der Teufelskreis „Kultur verändert die Natur – Natur greift in die Politik ein – die Politik versucht die Natur zu steuern“ wurde damals in Gang gesetzt.
Selbst der Slogan „Zurück zur Natur“ ist Menschenwerk. „Natur pur“ wie es uns die Werbung suggeriert – gibt es nicht (mehr).

Das Buch wurde zu Recht zum besten Sachbuch 2013 gewählt!

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Rezension zu "Kolumbus' Erbe: Wie Menschen, Tiere, Pflanzen die Ozeane überquerten und die Welt von heute schufen" von Charles C. Mann

Rezension zu „Kolumbus‘ Erbe - Wie Menschen, Tiere, Pflanzen die Ozeane überquerten und die Welt vo
Code-between-linesvor 4 Jahren

Zum Inhalt: In seinem Buch „Kolumbus‘ Erbe“ widmet sich der amerikanische  Wissenschaftsjournalist und langjährige Mitarbeiter des Wissenschaftsmagazins „Science“, Charles C. Mann, der weltumspannenden Verflechtung von Natur, Ökologie, Kultur, Gesellschaft und Politik, die mit der Ankunft von Christoph Kolumbus auf dem amerikanischen Kontinent begann und von Wissenschaftlern als „kolumbianischer Austausch“ bezeichnet wird. Er zeigt auf, wie es nach Meinung zahlloser namhafter Forscher unterschiedlichster Disziplinen (Biologen, Anthropologen, Ökonomen, Soziologen, Chemiker oder Archäologen), zu einem Angleichungsprozess von Ökosystemen, Landwirtschaft, Interessen und Einflüssen und zur Errichtung einer global vernetzten Welt, die sich immer ähnlicher wird, kam, so dass wir heute in einer Epoche leben, für die der Autor den Begriff „Homogenozän“ prägt.

Im ersten Teil -  „Atlantikreisen“ wird beschrieben, wie es durch den zunächst beschränkten Import von Menschen und Gütern aus Europa und Afrika auf den amerikanischen Kontinent zur Ausbreitung von Krankheiten kam, welche die indigenen Gesellschaften, aber auch die Ansiedlungen europäischer Kolonisten, radikal dezimierten. So wird geschildert, wie durch Ausbreitung der Malaria und des Gelbfiebers der Handel mit Sklaven aus Afrika, die gegenüber diesen Krankheiten eine natürliche Immunität mitbrachten, gefördert wurde.

Der zweite Teil – „Pazifikreisen“ beschreibt die Ausbreitung des europäischen Einflusses, insbesondere der Spanier in Amazonien. Der Export von Silber und der daraus resultierende Handel mit diesem Metall veränderten grundlegend die wirtschaftlichen Abhängigkeiten der beteiligten Kontinente. Zudem wendet sich Mann hier der Bedeutung der amerikanischen Nutzpflanzen, die auf den Karibikinseln und in Asien eingetragen wurden und somit einerseits eine Bevölkerungsexplosion ermöglichten, andererseits Umweltprobleme erheblichen Ausmaßes zur Folge hatten, zu.

Es folgen Abschnitte, in denen Mann die Meinung unterschiedlicher Umwelthistoriker darlegt, nach denen  der kolumbianische Austausch auch einflussgebend, wenn nicht mit ursächlich für die landwirtschaftliche Revolution des 18. und die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts gewesen sein soll. Anhand der Ausbreitungswege von Handelsgütern wie Silber, Tabak, Kautschuk, Zuckerrohr, der Kartoffel oder Mais rekonstruiert der Autor daraus entstehende wirtschaftliche und politische Umwälzungen und Abhängigkeiten innerhalb unterschiedlichster Gesellschaftsgefüge, die innerhalb der letzten 500 Jahre entstanden und wieder verschwunden sind.

Im letzten Abschnitt wiederum schildert Mann, wie Homo sapiens, der den kolumbianischen Austausch in Gang setzte, zugleich auch seinen Strömungen ausgeliefert war, wodurch es zu Umwälzungen innerhalb unserer eigenen Art kam. Hier geht Mann ausführlich auf die Vermischung unterschiedlicher Gesellschaften –v.a. der indigenen Gesellschaften mit afrikanisch-stämmigen Menschen, die sich über Jahrhunderte hier ansiedelten, ein, und schildert ausführlich, inwiefern der Sklavenhandel nicht die einzige Triebfeder für die Verbreitung und Vermischung von Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen war, deren Verflechtungen untereinander z.T. erst nach und nach verstanden werden.

 

 

Eigene Meinung: Hauptsächlich der Untertitel des Buches „Wie Menschen, Tiere, Pflanzen die Ozeane überquerten und die Welt von heute schufen“ weckte mein Interesse an diesem umfassenden Werk. So haben mir dann auch die Kapitel, bzw. Unterkapitel, in denen der Autor schildert, wie die Verbreitung von Pflanzen und Tieren in Gebieten, in denen sie zuvor nicht heimisch waren, umfassenden Einfluss auf ökologische, landwirtschaftliche, sowie soziale, politische und wirtschaftliche Aspekte, z.T. in globalem Ausmaß, hatten, am besten gefallen. Mit Hilfe eindrucksvoller Beispiele gelingt es Mann, darzulegen, wie oftmals das Einwirken des Menschen die Natur und das ökologische Gleichgewicht so nachhaltig beeinflusst haben, dass dadurch das Gesicht ganzer Kontinente und Landwirtschaftssysteme nachhaltig verändert wurde und die Welt, wie wir sie heute kennen, gestaltet wurde. Ein gutes Beispiel ist das der Regenwürmer, die im 17. Jahrhundert durch den interkontinentalen Handel zwischen Europa und Amerika auf den amerikanischen Kontinent gelangten, wo sie seit der letzten Eiszeit nicht mehr existierten. Bis heute breiten sich die beiden in diesem Zuge eingetragenen Wurm-Arten auf dem amerikanischen Kontinent aus und haben durch ihre Umgestaltung des Bodens Einfluss auf die Ökosysteme des gesamten Kontinents, deren landwirtschaftliche Nutzbarkeit und dadurch im weiteren Sinne auch auf wirtschaftliche und soziale Entwicklungen genommen.

Die riesige Fülle an Informationen sowie der über 130 Seiten starke Anhang, bestehend aus Anmerkungen und Literaturverzeichnis verdeutlichen, wie akribisch der Autor Informationen, Zusammenhänge und Begebenheiten recherchiert hat, eine wirklich beeindruckende Leistung!

 

Was mir das Lesen jedoch über weite Strecken immer wieder hat mühsam werden lassen, ist die sehr starke Fokussierung des Autors auf gesellschaftliche und politische Zusammenhänge und Entwicklungen während der vergangenen fünf Jahrhunderte. Hier scheinen dem Autor besonders die Karibik und der südamerikanische Kontinent am Herzen zu liegen. Zumindest für mich wäre hier ein etwas geringeres Streben nach Vollständigkeit, insbesondere was die detaillierte Beschreibung des Machtgefüges unterschiedlicher Kulturen und Gesellschaften, auf einer zum Teil sehr detaillierten Ebene und gespickt mit überlieferten Schicksalen von Eroberern und Eroberten, für den Lesefluss besser gewesen. Dass ich mich mit diesen Abschnitten schwerer getan habe, liegt natürlich zu einem großen Anteil daran, dass mein Interesse an dem Buch hauptsächlich durch den Untertitel geweckt wurde und ich somit erwartet hatte, dass das Wirken des Menschen auf die Natur und Ökosysteme und die dadurch erzeugten Wechselwirkungen deutlich stärker im Fokus stehen würden, als dies letztlich der Fall war. Dass hier, v.a. der Untertitel der deutschen Übersetzung (im englischen liegt der Fokus des Untertitels nicht auf Menschen, Tieren und Pflanzen), eine falsche Erwartungshaltung erzeugt, werte ich somit als Minuspunkt für dieses Buch.

So kommt es auch mit drei Sternen zu einer eher gemischten Bewertung für Manns Werk. Auf der Plusseite sehr ich v.a. die grandiose Recherche-Leistung des Autors und die gute und greifbare Darstellung von Zusammenhängen, die klein begonnen haben und zu weltumspannenden Prozessen geworden sind. Abzug gibt es dafür, dass sich die Hauptausrichtung des Buches nicht mit dem (Unter-) Titel deckt und aufgrund ungünstiger Abstimmung von Inhalt und Interessenlage meinerseits das Buch für mich über weite Kapitel recht zäh und mühsam zu lesen war.

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