Charles Dickens Bleak House

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Inhaltsangabe zu „Bleak House“ von Charles Dickens

Undurchdringlich dicht wie der Londoner Nebel zu Beginn des Romans ist der sich jahrelang hinziehende Erbschaftsprozess im Fall Jarndyce contra Jarndyce: Richard Carstone und seine Cousine Ada Clare, die sich lieben und heimlich heiraten, müssen zusehen, wie sich ihre Hoffnungen auf das Erbe in Luft auflösen. Gemeinsam mit Ada und Richard lebt Esther Summerson in Bleak House. Um ihre Herkunft rankt sich ein düsteres Geheimnis … Ein großangelegtes Gesellschaftspanorama mit unvergesslich liebenswürdigen, schrulligen und finsteren Figuren und dem ersten Detektiv der Romanliteratur, Inspector Bucket. Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon. Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.

Obwohl es als eines seiner großen Werke gilt, ist "Bleak House" von Charles Dickens wohl bei weitem nicht so populär wie ein Oliver Twist od

— PHB
PHB

Wer sich auf dieses Buch einlässt, setzt sich einem unwiderstehlichen Sog ins England zu Beginn der 19. Jahrhunderts aus.

— gst
gst

So viel Handlung, so viele gute Charaktere. Einer meiner Lieblingsbücher!

— lysala_stern
lysala_stern

Ein Wälzer, der sich lohnt!

— Buchgespenst
Buchgespenst

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  • Dickens ist eine ganze Welt

    Bleak House
    Kopf-Kino

    Kopf-Kino

    27. February 2017 um 08:24

    „Der Rauch senkt sich von den Schornsteinen nieder, ein dichter schwarzer Regen von Rußbatzen, so groß wie ausgewachsene Schneeflocken, die in schwarzen Kleidern den Tod der Sonne betrauern wollen. Hunde, unkenntlich vor Schmutz, Pferde, nicht viel besser dran, bis an die Scheuklappen mit Kot bespritzt. Fußgänger drängen sich, von der allgemeinen Seuche übler Laune angesteckt, mit Regenschirmen aneinander vorbei und glitschen an den Straßenecken aus, wo bereits Zehntausende vor ihnen den trüben Tag über ausgerutscht sind und neue Schichten zu den Schmutzkrusten hinzugefügt haben, die an diesen Stellen zäh am Pflaster kleben und sich anhäufen wie Zinseszins.“ Die Dicke des Romans wird für manchen potenziellen Leser zunächst abschreckend wirken – auch ich ließ ihn über ein Jahr ungelesen in meinem Regal stehen, bis ich endlich, endlich danach griff und das Buch am liebsten nicht mehr aus die Hand gelegt hätte. Meiner Meinung nach ist dieses Werk mehr als lesenswert. Erzählt wird, wie man eventuell bereits erahnen kann, vieles: Da wäre zunächst einmal ein verworrener und seit mehreren Generationen andauernder Erbschaftsstreit, 'Jarndyce gegen Jarndayce', der quasi die Rahmenhandlung der vielen Geschichten, die alle direkt oder indirekt miteinander verwoben sind, bildet – und doch ist das Buch kein Gerichtsroman. Obgleich das Buch viele Einblicke in die aristokratischen Kreise Englands gewährt, stellt 'Bleak House' keinen Adelsroman im klassischen Sinne dar. Was ist es dann? Ein sozialer Roman, da die Armen inmitten der Großstadtnot, den gesellschaftlichen Vernachlässigungen und dem Elend eindrücklich und bildhaft skizziert werden? Auch. Dickens vereinte die Elemente der Tragödie, der Satire, des Kriminalromans und einer guten Portion Gesellschaftskritik zu einem kunstvollen Gespinn, das den Leser mal in die eine, mal in die andere Richtung lenkt. Im Mittelpunkt der zahlreich angelegten (Haupt- und Neben-)Erzählsträngen steht unter anderem Esther Summerson, die stille Heldin des Buches, die hier ihre Lebensgeschichte erzählt, beginnend mit ihrer schwierigen Kindheit als Vollwaise mit unbekannter Herkunft. Eines Tages gelangt sie - nach dem Tod ihres Vormundes, der stets betonte, welch große Schande Esther darstelle - als Haushälterin in das Londoner Anwesen Bleak House, das ebenfalls seine Geschichten zu erzählen weiß. „Ich weiß selbst nicht, wie es zugeht, aber es kommt mir vor, als erzählte ich stets von mir selbst. Ich denke stets, ich schreibe von andern Leuten, und will so wenig wie möglich an mich denken, und plötzlich bin ich wieder mitten in der Geschichte drin und bin ärgerlich und sage: Aber, aber, du zudringliches, unbedeutendes Geschöpf!“ Obgleich Esther aus der Ich-Perspektive mit Vergangenheitsform erzählt, ist der Roman nicht biographisch angelegt – oder besser gesagt: nicht nur. Neben Esther gibt ein allwissender Erzähler die Ereignisse im Präsens wieder. Hier zeigt sich meiner Meinung nach Dickens' Erzähltalent am meisten, da sich die zwei Perspektiven keinesfalls chronologisch oder regelmäßig, sondern stets dann abwechseln, wenn die Notwendigkeit eines bestimmten Ereignisses nicht mehr vorhanden ist. Auch die verschiedenen Erzählformen, die mal episch, mal skizzenhaft daherkommen, bieten Abwechselung und Kurzweil. Wie von Dickens gewohnt, kommt das Buch mit einer Unmenge an Figuren daher, bei denen wieder einmal mehrere skurrile Personen köstlich gezeichnet sind. Die Skurrilität lässt sich ebenfalls in der einen oder anderen Denkweise der Figuren finden, wie beispielsweise hier: „Mrs. Rouncewell ist dieser Meinung, weil sie überzeugt ist, daß eine Familie von so altem Adel und solcher Bedeutung ein Recht auf ein Gespenst hat. Sie betrachtet ein Gespenst als eines der Privilegien der höheren Stände, als eine vornehme Auszeichnung, auf die das gewöhnliche Volk keinen Anspruch hat.“ So wird über eine Figur wird beispielsweise die Aussage getroffen, sie rede ohne Punkt und Komma - dies setzt Dickens schließlich konsequent in der wörtlichen Rede um. Außerdem spielt er oftmals mit der cineastischen Vorstellungskraft des Lesers, indem er beispielsweise nur mithilfe der wörtlichen Rede Gestiken, Handlungen o.Ä. lediglich in des Lesers Kopf vollführen lässt, wie hier: „Die festverschlossene, nie zu öffnende Auster der alten Schule greift in die falsche Rocktasche und sagt: Eins war darunter, dessen Handschrift eigentümlich ist und mir fast gefällt. Da ich gerade vorbeiging und dachte, ich hätte es bei mir, trat ich herein, um Sie zu fragen ... Aber ich habe es nicht bei mir. Macht nichts, die Sache hat keine Eile … Ah! Da ist es!“ Die Atmosphäre des Romans fand ich tatsächlich noch dichter als in seinen anderen Werken, die ich bislang las. In meinen Augen ist Dickens ein Meister der Studie zu ärmlichen Milieus, weshalb in 'Bleak House' die düsteren Kulissen überwiegen. Da jedoch gleichzeitig des Londoner Justizwesen (kritisch) durchleuchtet wird und ebenso die höheren Stände thematisiert werden, schafft Dickens gute Einblicke, die mal satirisch, aber auch feinfühlig, wenn nicht sogar tragisch daherkommen. „Mr. Tulkinghorn ist immer noch dieselbe stumme Schublade für hochadlige Vertrauensmitteilungen, so gar nicht an seinem Platz und doch so vollkommen zu Hause. Sie scheinen so wenig Rücksicht aufeinander zu nehmen, wie nur zwei Leute, die in ein und demselben Haus wohnen, aufeinander nehmen können; aber ob jeder den anderen beobachtet, belauert und im Verdacht hat, daß er einen wichtigen, geheimen Gedanke verberge; ob jeder immer gerüstet ist, sich nie vom andern überrumpeln zu lassen, was jeder darum geben würde, um zu wissen, wieviel der andre weiß, - alles das liegt in ihrem tiefsten Herzen verborgen.“ Wie eventuell bereits bemerkt werden kann, ist Dickens' Schreibstil geradezu bildgewaltig, weshalb ich mir einige Textpassagen ob der Formulierungen notierte. Mitunter arbeitet Dickens ebenso mit feinen Metaphern und Andeutungen: „Das Zimmer wurde dunkler, als sie hinausgingen [...]“ Wie bereits erwähnt, wird hier besonders dem englischen Rechtssystem auf den Zahn gefühlt. Ich wusste es sehr zu schätzen, dass Dickens keine direkte Kritik in Form von Kommentaren o.Ä. hierfür verwendete, sondern aus der Geschichte heraus und somit stets erzählend aufzeigt, was den Leser wiederum selbst zu einem Urteil kommen lässt, indem er dazu hingeführt wird. Er führt das System an sich ad absurdum, was ich nicht nur köstlich zu lesen, sondern auch gut umgesetzt fand. Satire vom Feinsten! „Er nehme mit Erstaunen wahr, daß, im Fall das gegenwärtige Ministerium gestürzt werden sollte, die Krone bei der Bildung eines neuen Kabinetts in ihrer Wahl auf Lord Coodle und Sir Thomas Doodle beschränkt sei – vorausgesetzt, daß der Herzog von Foodle nicht in einem Kabinett mit Goodle sitzen könne, was man nach dem Bruch infolge der Affäre Hoodle [...]“ Ich las die Ausgabe, die von Gustav Meyrink (unter anderem bekannt für sein eigenes Werk 'Der Golem') ins Deutsche übertragen wurde. Meiner Meinung nach gelang es ihm, Dickens' „Sound“ einzufangen. Dabei bediente er sich teilweise mittlerweile veraltenden Worte, wie beispielsweise „fashionabel“, und hebt die Sprache der Ober- und Unterschicht deutlich voneinander ab, indem er dem Adel ein gehobenes Vokabular, wie „reüssieren“, in den Mund legt und die Ärmsten der Armen in einer Mischung aus Mundart und Wortmalerei sprechen lässt. Summa summarum möchte ich jedem Dickens-Fan explizit dieses ganz zu Unrecht weniger bekannte Werk ans Herz legen. Für „Dickens-Anfänger“ möchte ich lieber Bücher, wie „David Copperfield“ oder „A Christmas Carol“, empfehlen, da ich sie wesentlich übersichtlicher geschrieben finde. Ich fasse mich kurz: Lest es! „Um Chancery-Lane haben die Gerichtsferien begonnen. Bürgerliches Recht und römisches Recht, diese guten Schiffe, diese teakholzgebauten, kupferbeschlagenen, eisengegürteten, erzgestirnten und doch nichts weniger als schnellsegelnden Klipper liegen abgetakelt im Dock. Der „Fliegende Holländer“ mit seiner Mannschaft gespenstischer Klienten, die alle, denen sie begegnen, anflehen, ihre Leidensgeschichte anzuhören, ist für jetzt Gott weiß wohin verschlagen worden.“

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    • 17
  • Eine lange, aber lohnende Reise ins Dickensche Bleak House

    Bleak House
    PHB

    PHB

    19. September 2016 um 00:02

    Obwohl es als eines seiner großen Werke gilt, ist "Bleak House" von Charles Dickens wohl bei weitem nicht so populär wie ein Oliver Twist oder ein David Copperfield. Das mag vielleicht auch an seinem äußeren Anschein liegen - fast 1200 Seiten, die über einen langwierigen Gerichtsprozess im England des 19. Jahrhunderts berichten? Das kann sehr schnell abschrecken. Aber Dickens ist nicht nur ein tiefer und stilistisch brillianter, sondern auch eben ein sehr unterhaltsamer Autor, der schon zu Lebzeiten seine Leserschaft hatte und nicht als armer Mann starb. Und so foltert er den Leser nicht mit ellenlangen Jura-Abhandlungen, sondern benutzt den Gerichtsprozess lediglich als Rahmen für ein ambitioniertes Gesellschaftspanorama. Er zeigt alle Gestalten, die mit dem Prozess in Verbindung stehen, heraus kommt ein Querschnitt der Gesellschaft: Von den adeligen Dedlocks über den gutbürgerlichen Mr. Jarndyce, von dem kleinbürgerlichen Snagsbys, Jellybys und Bagnets bis zum armen Straßenjungen Jo. Insgesamt bringt Dickens locker über 50 Figuren unter, da er aber immer ein außergewöhnliches Talent für denkwürdige Figurenzeichnungen hat, behält der Leser die einzelnen Figuren leicht im Kopf. Wer vergisst den parasitären, aber irgendwie doch charmanten Mr. Skimpole? Oder den niemals eine Miene zückenden, angesehenen, aber zutiefst kaltblütigen und bösartigen Anwalt Mr. Tulkinghorn? Oder Mr. Jarndyce, eine der liebenswertesten Romanfiguren, die je erschaffen wurden? Dickens übt auf spitz-ironische Art Sozialkritik und zeigt eine Gesellschaft, die bis zu Grund und Boden verlogen und keinerlei Empathie besitzt. Das alles zeigt er durch den dysfunktionalen Gerichtshof, wo die Prozesse über Jahrzehnte in einer Sackgasse verenden, während die Anwälte ihren Klienten munter Geld und Hoffnung aus der Tasche ziehen. Gleichzeitig ist "Bleak House" aber nicht nur Gesellschaftskritik, sondern hat auch viele anrührende und bewegende Momente und gleich mehrere Liebesgeschichten zu bieten. Dazu kommt auch eine kleine Kriminalhandlung mit Inspector Bucket, einem der ersten Detektive der Romanliteratur, den Dickens nach einem Freund von sich modellierte. Ein Buch auf 1200 Seiten hat eben mehr als eine Facette, oder zumindest trifft es auf dieses zu. Geradezu modern für das 19. Jahrhundert auch die Erzählweise: Die eine Hälfte des Romanes erzählt der allwissende, ironische Erzähler (vor allem die Bereiche des Romanes mit der Gesellschaftskritik); während Ich-Erzählerin Esther Summerson - die Mr. Jarndyces fleißige Haushälterin und spätere Verlobte ist - die andere Hälfte rückblickend erzählt (vor allem die Bereiche, in welchen Dickens den Leser rühren will). Es ist eine Herausforderung, aber die Reise ins Dickensche Bleak House wird den Leser reich belohnen.

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  • Jarndyce gegen Jarndyce - genau so spannend, wie es sich anhört

    Bleak House
    itwt69

    itwt69

    17. March 2016 um 18:09

    Puh, endlich geschafft...Fast 1000 Seiten gähnender Langeweile, nur durch kurze, interessante Abschnitte unterbrochen. Mir hat diese Familiengeschichte mit unsäglichem Gerichtsprozess überhaupt nichts Positives gebracht - leider. Auch mit zugedrücktem Auge eher Zeitverschwendung als interessante Lektüre.

  • Ein literarisches Juwel mit tausend Facetten

    Bleak House
    BrittaRoeder

    BrittaRoeder

    Wie schreibt man einen perfekten Roman? Ein Buch, das von der ersten bis zur letzten Seite fesselt, das bis zum Schluss spannend bleibt, das gleichzeitig sozialkritischer Gesellschaftsroman und zarte Liebesgeschichte ist, garniert mit einem Hauch von Krimi? Ein Werk voll von bitterer Satire und zugleich herzzerreißender Empathie? Ein Buch bevölkert mit einem unerschöpflichen Vorrat an skurrilen Charakteren und liebeswerten Helden, mit tragischen Figuren und echten Bösewichten? Einen Roman, der seine Leser fest an die Hand nimmt und zu den unterschiedlichsten Schauplätzen führt - solche die wirken, als seien sie der Vorhof zur Hölle und solche, die paradiesisch anmuten und dabei nie vergessen lässt, dass es alle diese Schauplätze auch wirklich gibt? Ein Buch, dessen Sprache raffiniert und voller Wortwitz ist, das einen zum Lachen bringt und auch zum Weinen und das seine Sympathien nie verleugnet? Mit Bleak House ist Charles Dickens dieser große Wurf gelungen. Dickens verknüpft die Lebensgeschichte der jungen Esther mit seinem Bericht über den Gerichtsprozess Jarndyce gegen Jarndyce, einem absurden "Ungeheuer von Prozess", der sich Geld und Menschenleben verschlingend über Jahrzehnte hinzieht. Nun könnte man denken, dass ein Roman, der die Jurisprudenz Englands im ausgehenden 19. Jahrhundert anprangert, für seine Leser schnell mühsam wird. Doch Dickens verschont uns mit langatmigen Details zum Gerichtswesen. Der genannte Prozess und das ihn hervorbringende System markieren zwar den Rahmen des Romans, aber sein wahres Leben verdankt er den vielen Einzelschicksalen, die mehr oder weniger intensiv mit ihm verknüpft sind und die die wahre Handlung bestimmen. Ach was, Handlung? Handlungen! Denn geschickt spinnt Dickens ein komplexes Netz aus Beziehungen, zu denen alle Akteure zueinander stehen. Aber keine Angst, Dickens lässt seine Leser dabei nie den Überblick verlieren. Jeder Handlungsfaden führt zu einem Ende und alle Fäden zusammen ergeben ein großes in sich stimmiges Muster. Mit seinem Roman hält Dickens seinen Zeitgenossen einen schonungslosen Spiegel vor. Weit ist der Bogen, den er dabei spannt, denn breit ist die Kluft, die durch die Gesellschaft geht. Vom bettelarmen Gassenjungen bis zum edelsten Lord leuchtet Dickens alle Extreme aus und lässt keinen Zweifel daran entstehen, wen er für die sozialen Missstände seiner Zeit zur Verantwortung zieht: eine Oberschicht, die sich aus Furcht Einfluss einzubüßen gegen jede Reform und Neuerung sträubt und ein der Oberschicht nacheiferndes Bürgertum, das die Augen vor der sozialen Realität verschließt. Das absurde Rechtssystem, über das Dickens sich mokiert, ist nur ein Auswuchs dieser überholten sinnfreien Strukturen, die künstlich am Leben erhalten werden, um einigen wenigen Schmarotzern auf Kosten einer großen Allgemeinheit ein Auskommen zu sichern. Doch Dickens ist nicht nur Mahner. Dass es auch anders gehen kann, dafür stehen viele seiner positiven Figuren Pate. Durch sie und ihr Handeln stellt er dem kaltherzigen erstarrten System seiner Zeit menschliche Werte wie Nächstenliebe und Verantwortungsgefühl gegenüber. Und sind es auch nur einzelne Beispiele, die gleich einem Tropfen auf dem heißen Stein nur wenig verändern können, so deutet er bereits einen gesellschaftlicher Wandel an: eine neue auf Fortschritt und Unternehmertum begründete Oberschicht steht bereit, die politische Macht zu übernehmen. Natürlich ist Dickens Roman gefärbt durch das Kolorit seiner Zeit und doch es ein Werk mit fraglos aktueller Botschaft: "Menschenliebe mit den Fernglas" taugt nicht. Soziale Verantwortung ist immer ein Thema. Und soziale Verantwortung beginnt vor der Haustür. Dickens Botschaft macht den Roman zeitlos. Seine geniale Erzählkunst macht ihn zum unsterblichen Klassiker.

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    • 20
  • Gut verpackte Gesellschaftskritik

    Bleak House
    gst

    gst

    23. April 2015 um 19:27

    Dieser Roman erschien 1852/53 in 20 monatlichen Fortsetzungen. Heute haben wir das Glück, dass wir nicht mehr auf die nächste Folge warten müssen, sondern das Geschehen am Stück lesen können. Nach Einführung des Londoner Nebels beginnt eine undurchsichtige Geschichte um einen langandauernden Prozess. Esther wird vorgestellt: ein Mädchen, das ohne Eltern ihre Kindheit bei einer Tante verbrachte, bevor sie nach deren Tod in einem Mädcheninternat erzogen wurde. Sie ist ein überaus liebenswertes Geschöpf, das sich gerne um andere kümmert. Gemeinsam mit Ada und Richard kommt sie nach Bleak House. Zwei Erzähler (Esther und ein Namenloser) schildern abwechselnd das Geschehen in und um London aus ihrer Sicht. Im Zentrum steht das Kanzleigericht – eine Institution, in der die überalteten Strukturen des damaligen britischen Staats- und Verwaltungsapparates besonders krass ausgebildet waren. Damit das Geschehen nicht zu verstaubt rüber kommt, hat Dickens nicht nur ein großes Geheimnis um die Herkunft von Esther, sondern auch Liebesgeschichten eingewoben. Zum Ende hin glaubt man sogar, einen frühen Krimi zu lesen. Geneigten Lesern empfehle ich, sich ab Beginn der Lektüre ein Personenregister anzulegen. Denn bis zu Kapitel 27 (insgesamt sind es 67) werden etwa 80 – zum Teil sehr schräge - Personen eingeführt, deren Beziehungen zueinander schwer zu behalten sind. Auch wenn Dickens Schreibstil nicht mehr unserer heutigen, schnelllebigen Zeit entspricht, habe ich mich immer wieder köstlich amüsiert. Wo sonst liest man beispielsweise von einer „Ruine der Jugend, die nicht dem Alter gleich ist“? Wie ich der Sekundärliteratur zu diesem gesellschaftskritischen Roman entnehmen konnte, war dies Dickens' achter Roman. Im 19. Jahrhundert fiel das Urteil meist zugunsten des Frühwerks aus, in dem er ein etwas romantisiertes Bild von England zeichnete und trotz der kritisch-realistisch erfassten Grundsituation keine unlösbaren Konflikte heraufbeschwor. Vielleicht ist das ein Grund, weshalb Bleak House bei uns zu seinen weniger bekannten Romanen zählt? Erwähnenswert sind die unterschiedlichen Übersetzungen. Da ich diesen Roman ursprünglich als kostenloses Ebook in die Hand bekam (Übersetzung von Gustav Meyrink) und mich dann doch für ein gedrucktes Exemplar mit Illustrationen von Phiz (Übersetzung von Richard Zoozmann) entschied, konnte ich den Unterschied deutlich ausmachen. In meinen Augen ist die teilweise wienerisch eingefärbte Sprache von Gustav Meyrink gefälliger. 

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  • Leserunde zu "Bleak House" von Charles Dickens

    Bleak House
    NiWa

    NiWa

    Willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe Klassiker Leserunden.  Wir wollen ein bisschen Leben in die altehrwürdige Literaturwelt bringen. Daher haben wir beschlossen, einige Klassiker gemeinsam zu lesen.  Wichtig: Bei dieser Leserunde lesen wir unsere eigenen Bücher, es werden keine Exemplare verlost! Für den Februar und März haben wir uns Bleak House von Charles Dickens vorgenommen. Klappentext: Undurchdringlich dicht wie der Londoner Nebel zu Beginn des Romans ist der sich jahrelang hinziehende Erbschaftsprozess im Fall Jarndyce contra Jarndyce: Richard Carstone und seine Cousine Ada Clare, die sich lieben und heimlich heiraten, müssen zusehen, wie sich ihre Hoffnungen auf das Erbe in Luft auflösen. Gemeinsam mit Ada und Richard lebt Esther Summerson in Bleak House. Um ihre Herkunft rankt sich ein düsteres Geheimnis … Ein großangelegtes Gesellschaftspanorama mit unvergesslich liebenswürdigen, schrulligen und finsteren Figuren und dem ersten Detektiv der Romanliteratur, Inspector Bucket. Beginnen werden wir am 1. Februar und freuen uns über jeden, der sich mit uns an dieses umfangreiche Werk wagen will. :-) Denn gemeinsam liest es sich leichter. Wichtig ist, dass es auch von diesem Klassiker verschiedene Ausgaben gibt. Diese Ausgabe hat 1151 Seiten und 67 Kapitel. Sollten hier markante Unterschiede auffallen, bitte gebt in der Rubrik Meine Ausgabe Bescheid, damit wir die Einteilung dementsprechend anpassen können. Soweit man sich in der Leserunde orientieren kann, ist natürlich jede Version in Ordnung.  Wir freuen uns über zahlreiche TeilnehmerInnen, um uns gemeinsam in Dickens' Bleak House zu wagen! Bitte schreibt eure Beiträge in die bestehenden Kategorien, damit  die Leserunde übersichtlich bleibt. Bitte denkt auch daran, den Spoiler-Haken zu setzen!  ❇︎❇︎❇︎❇︎❇︎❇︎  Anmerkungen zur Kapiteleinteilung der Leserunde ❇︎❇︎❇︎❇︎❇︎ Der Inhalt ist insgesamt in 67 Kapitel gegliedert, die in 19 Teile eingeteilt wurden:  ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 1 (Kapitel 1 - 4) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 1 : Im Kanzleigericht Kapitel 2: In der vornehmen Welt Kapitel 3: Die Geschichte einer Jugend Kapitel 4: Menschenliebe mit dem Fernroh vor den Augen ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 2 (Kapitel 5 - 8) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 5: Ein Morgenabenteuer Kapitel 6: Ganz zu Hause Kapitel 7: Der Geisterweg Kapitel 8: Deckt eine Menge Sünden zu ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 3 (Kapitel 9 - 12) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 9: Anzeichen Kapitel 10: Der Advokatenschreiber Kapitel 11: Unser geliebter Bruder Kapitel 12: Auf der Lauer ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 4 (Kapitel 13 - 15) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 13: Esthers Erzählung Kapitel 14: Anstand Kapitel 15: Bell Yard ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 5 (Kapitel 16 - 19) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 16: „Toms Einöd“ Kapitel 17: Esthers Erzählung Kapitel 18: Lady Dedlock Kapitel 19: Marsch vorwärts ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 6 (Kapitel 20 - 22) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 20: Ein neuer Mieter Kapitel 21: Die Familie Smallweed Kapitel 22: Mr. Bucket ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 7 (Kapitel 23 - 25) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 23: Esthers Erzählung Kapitel 24: Eine Gerichtsverhandlung Kapitel 25: Mrs. Snagsbys auf der Lauer ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 8 (Kapitel 26 - 28) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 26: Scharfschützen Kapitel 27: Schachzüge Kapitel 28: Der Hüttenbesitzer ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 9 (Kapitel 29 - 32) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 29: Der junge Mann Kapitel 30: Esthers Erzählung Kapitel 31: Wärterin und Kranke Kapitel 32: Um die bestimmte Stunde ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 10 (Kapitel 33 - 36) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 33: Mr. Smallweed mischt sich ein Kapitel 34: Unter der Schraube Kapitel 35: Esthers Erzählung Kapitel 36: Chesney World ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 11 (Kapitel 37 - 40) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 37: Jarndyce contra Jarndyce Kapitel 38: Ein Seelenkampf Kapitel 39: Advokat und Klient Kapitel 40: Häusliche und Staats-Angelegenheiten ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 12 (Kapitel 41 - 44) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 41: In Mr. Tulkinghorns Zimmer Kapitel 42: In Mr. Tulkinghorns Wohnung Kapitel 43: Esthers Erzählung Kapitel 44: Der Brief und die Antwort ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 13 (Kapitel 45 - 48) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 45: Im Vertrauen Kapitel 46: Aufhalten! Aufhalten! Kapitel 47: Jos letzter WilleKapitel 48: Das Verhängnis nimmt seinen Lauf ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 14 (Kapitel 49 - 51) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 49: Hie Pflicht, hie Freundschaft! Kapitel 50: Esthers Erzählung Kapitel 51: Mir geht plötzlich ein Licht auf ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 15 (Kapitel 52 - 54) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 52: Halsstarrigkeit Kapitel 53: Die Spur Kapitel 54: Eine Mine fliegt auf ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 16 (Kapitel 55 - 58) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 55: Flucht Kapitel 56: Verfolgung Kapitel 57: Esthers Erzählung Kapitel 58: Ein Wintertag und eine Winternacht ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 17 (Kapitel 59 - 62) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 59: Esthers Erzählung Kapitel 60: Aussichten Kapitel 61: Eine Entdeckung Kapitel 62: Noch eine Entdeckung ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 18 (Kapitel 63 - 65) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 63: Stahl und Eisen Kapitel 64: Esthers Erzählung Kapitel 65: Ein neues Leben ❇︎❇︎❇︎ LESEABSCHNITT 19 (Kapitel 66 - 67) ❇︎❇︎❇︎ Kapitel 66: Unten in Lincolnshire Kapitel 67: Der Schluß von Esthers Erzählung Zur Erinnerung: Wer mit dieser Kapiteleinteilung nicht zurecht kommt, kann das unter der Rubrik Meine Ausgabe thematisieren, damit wir gemeinsam eine Lösung finden.

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    • 645
    gst

    gst

    12. April 2015 um 19:08
  • Jarndyce contra Jarndyce

    Bleak House
    Buchgespenst

    Buchgespenst

    Wie der zähe Londoner Nebel liegt der Erbschaftsprozess Jarndyce contra Jarndyce als Schreckgespenst über der Familie. Langsam und unerbittlich zerfrisst er die Gemüter, vernichtet jede Chance auf ein freies Leben und überschattet nun auch die junge Liebe der Jarndyce-Mündel Richard und Ada. Vetter John versucht das Paar vor dem gefährlichen Sog des Prozesses zu schützen, doch Richard entgleitet ihm mehr und mehr. Immer verwickelter wird die Geschichte und immer mehr Personen und Geheimnisse scheinen in den Prozess verwoben zu werden – so auch die Waise Esther Summerson. Auch sie steht unter dem Schutz von Vetter John und versucht Ada und Richard beizustehen. Ein Roman, der einen überwältigt. Nicht nur in Umfang und dem vielfältigen Figurenpersonal, auch in seinen vielschichtigen Verwicklungen steht der Leser vor einer Herausforderung, die es wert ist angenommen zu werden. Dickens enttäuscht auf keiner Seite. Skurrile Figuren, harsche Gesellschaftskritik und feinsinniger Humor zeichnen dieses plastische Gesellschaftspanorama aus. Man meint den unheimlichen Nebel zu spüren, den Sog der dunklen Gassen an sich zerren zu fühlen und man meint selbst von den undurchsichtigen Figuren umzingelt und beobachtet zu werden. Die komplexe Geschichte fesselt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite. Viel Raum für Spekulationen, viele lose Fäden, die man verknüpfen will und viele Charaktere zum Gernhaben und verabscheuen. Was am Ende dann tatsächlich Zufall und was wichtiger Bestandteil der Geschichte ist, überrascht den Leser dann auf den letzten Seiten. „Bleak House“ ist ein zu Unrecht vergessener Roman von Dickens. Ein Gesellschaftspanorama, ein Familienroman, eine Kriminalgeschichte und vieles, vieles mehr. Ein Buch, das gelesen werden muss! Ich habe es geliebt und werde es wieder lesen, alleine schon um festzustellen, was mir bei der ersten Lektüre entgangen ist. Schade ist nur, dass die Fischerausgabe auf die Illustrationen verzichtet hat und auch ein Figurenverzeichnis oder Anmerkungen wären manchmal hilfreich gewesen. Trotzdem: 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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    • 10
    gst

    gst

    01. April 2015 um 22:34
  • Bleak House

    Bleak House
    blauerklaus

    blauerklaus

    18. March 2015 um 09:20

    Klappentext: "Undurchdringlich dicht wie der Londoner Nebel zu Beginn des Romans ist der sich jahrelang hinziehende Erbschaftsprozess im Fall Jarndyce contra Jarndyce: Richard Carstone und seine Cousine Ada Clare, die sich lieben und heimlich heiraten, müssen zusehen, wie sich ihre Hoffnungen auf das Erbe in Luft auflösen. Gemeinsam mit Ada und Richard lebt Esther Summerson in Bleak House. Um ihre Herkunft rankt sich ein düsteres Geheimnis … Ein großangelegtes Gesellschaftspanorama mit unvergesslich liebenswürdigen, schrulligen und finsteren Figuren und dem ersten Detektiv der Romanliteratur, Inspector Bucket." Aus wikipedia: "Die Rahmenhandlung bildet ein viele Jahre anhaltender Erbschaftsstreit Jarndyce gegen Jarndyce. Dickens erzählt hierbei die Geschichte vieler Menschen, die direkt und indirekt mit dem Fall verbunden sind. Dabei werden in den vielen Erzählsträngen die Personen und Geschichten immer mehr miteinander verwoben. Neben einem omnipräsenten Erzähler, erzählt auch Esther Summerson, eine der Hauptfiguren im Roman, Teile des Romans aus ihrer Sicht der Ich-Erzählung.  Bleak House ist einerseits ein Gesellschaftsroman, der das Leben vor allem der englischen Oberschicht sowie ihrer Beziehungen zur Mittel- und Unterschicht im 19. Jahrhundert charakterisiert, andererseits eine satirische Abrechnung mit dem englischen Rechtssystem, insbesondere dem Court of Chancery, der unter anderem Erbschaftsstreitigkeiten regelte. In den letzten Kapiteln enthält das Buch auch Elemente eines Kriminalromans." Dank NiWa’s Klassiker-Leserunde bin ich in den Genuss dieses tollen Buches gekommen, das ich alleine wahrscheinlich nicht entdeckt hätte. Neben David Copperfield gehört auch Bleak House jetzt zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Ein dicht besiedelter Roman voller einzigartiger, schrulliger, skurriler oder einfach liebenswerter Charaktere. Ich befürchte bei modernen Autoren würde hier erstmal die Hälfte des Personals durch das Lektorat gekürzt werden.  Als Leser sollte man sich nicht von dem beschriebenen Gerichtsprozess abschrecken lassen, dieser bietet nur die Rahmenhandlung und das Gerüst für den kompletten Roman. Man muss weder Jurist sein, noch das englische Rechtssystem kennen um an diesem Buch Freude zu haben. Für Dickens-Erstleser würde ich den Roman nicht unbedingt empfehlen. Diese sollten vielleicht erst zu Oliver Twist oder David Copperfield greifen. Wie immer bei solch monumentalen Büchern ist es schwierig eine dem Werk angemessene Meinung abzugeben. Ich zitiere daher mal aus Hans-Dieter Gelferts Dickens-Biographie „Charles Dickens – Der Unnachahmliche“ "Empathie für den leidenden Menschen ist bei Dickens in reichem Maße zu spüren, daneben aber auch Spott und Schadenfreude gegenüber bloßgestellten Angebern, Heuchlern und Geizhälsen. Doch selbst da, wo man die moralisierende Peitsche spürt, wird der Hieb durch einen Humor gemildert, der in fast jedem Satz mitschwingt." An der Ausgabe von Fischer gibt es nichts zu bemängeln, sehr lobenswert sind die Anmerkungen aus Kindlers Literatur Lexikon und das Autorenporträt. Einzig ein Personenverzeichnis vermisst man. Trotzdem hätte dieses Buch eine aufwändige Neuausgabe verdient. Vielleicht können sich ja Hanser oder Manesse mal dieses Werkes annehmen, dann gerne in einer edlen Ausgabe, vorzugsweise mit den Illustrationen der Erstausgabe, die hier nämlich nicht enthalten sind. P.S. da meine Rezension zur ebook-Ausgabe leider bei der Print-Ausgabe nicht erscheint habe ich diese mal hierhin kopiert.

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  • Lesen, lesen, lesen!

    Bleak House
    blauerklaus

    blauerklaus

    Klappentext: "Undurchdringlich dicht wie der Londoner Nebel zu Beginn des Romans ist der sich jahrelang hinziehende Erbschaftsprozess im Fall Jarndyce contra Jarndyce: Richard Carstone und seine Cousine Ada Clare, die sich lieben und heimlich heiraten, müssen zusehen, wie sich ihre Hoffnungen auf das Erbe in Luft auflösen. Gemeinsam mit Ada und Richard lebt Esther Summerson in Bleak House. Um ihre Herkunft rankt sich ein düsteres Geheimnis … Ein großangelegtes Gesellschaftspanorama mit unvergesslich liebenswürdigen, schrulligen und finsteren Figuren und dem ersten Detektiv der Romanliteratur, Inspector Bucket." Aus wikipedia: "Die Rahmenhandlung bildet ein viele Jahre anhaltender Erbschaftsstreit Jarndyce gegen Jarndyce. Dickens erzählt hierbei die Geschichte vieler Menschen, die direkt und indirekt mit dem Fall verbunden sind. Dabei werden in den vielen Erzählsträngen die Personen und Geschichten immer mehr miteinander verwoben. Neben einem omnipräsenten Erzähler, erzählt auch Esther Summerson, eine der Hauptfiguren im Roman, Teile des Romans aus ihrer Sicht der Ich-Erzählung.  Bleak House ist einerseits ein Gesellschaftsroman, der das Leben vor allem der englischen Oberschicht sowie ihrer Beziehungen zur Mittel- und Unterschicht im 19. Jahrhundert charakterisiert, andererseits eine satirische Abrechnung mit dem englischen Rechtssystem, insbesondere dem Court of Chancery, der unter anderem Erbschaftsstreitigkeiten regelte. In den letzten Kapiteln enthält das Buch auch Elemente eines Kriminalromans." Dank NiWa’s Klassiker-Leserunde bin ich in den Genuss dieses tollen Buches gekommen, das ich alleine wahrscheinlich nicht entdeckt hätte. Neben David Copperfield gehört auch Bleak House jetzt zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Ein dicht besiedelter Roman voller einzigartiger, schrulliger, skurriler oder einfach liebenswerter Charaktere. Ich befürchte bei modernen Autoren würde hier erstmal die Hälfte des Personals durch das Lektorat gekürzt werden.  Als Leser sollte man sich nicht von dem beschriebenen Gerichtsprozess abschrecken lassen, dieser bietet nur die Rahmenhandlung und das Gerüst für den kompletten Roman. Man muss weder Jurist sein, noch das englische Rechtssystem kennen um an diesem Buch Freude zu haben. Für Dickens-Erstleser würde ich den Roman nicht unbedingt empfehlen. Diese sollten vielleicht erst zu Oliver Twist oder David Copperfield greifen. Wie immer bei solch monumentalen Büchern ist es schwierig eine dem Werk angemessene Meinung abzugeben. Ich zitiere daher mal aus Hans-Dieter Gelferts Dickens-Biographie „Charles Dickens – Der Unnachahmliche“ "Empathie für den leidenden Menschen ist bei Dickens in reichem Maße zu spüren, daneben aber auch Spott und Schadenfreude gegenüber bloßgestellten Angebern, Heuchlern und Geizhälsen. Doch selbst da, wo man die moralisierende Peitsche spürt, wird der Hieb durch einen Humor gemildert, der in fast jedem Satz mitschwingt." An der Ausgabe von Fischer gibt es nichts zu bemängeln, sehr lobenswert sind die Anmerkungen aus Kindlers Literatur Lexikon und das Autorenporträt. Einzig ein Personenverzeichnis vermisst man. Trotzdem hätte dieses Buch eine aufwändige Neuausgabe verdient. Vielleicht können sich ja Hanser oder Manesse mal dieses Werkes annehmen, dann gerne in einer edlen Ausgabe, vorzugsweise mit den Illustrationen der Erstausgabe, die hier nämlich nicht enthalten sind.

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher
    Daniliesing

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. Teilnehmer: 0VELVETVOICE0 19angelika63 (1/40) 78sunny (40 / 40) AberRush (30 / 30) Aduja 1(2/20) Aglaya (40 / 40) Agnes13 (40/40) Ajana (14/20) Alchemilla (1/40) Aleida (30 / 30) allegra (20 / 20) Alondria (22 / 20) Amaryllion (13/20) Amelien (19/20) ANATAL (31/30) andymichihelli (40/40) angi_stumpf (40 / 40) Aniday (36 / 30) Annilane (0/30) Anniu (16/30) anra1993 (33/40) Anruba (33/40) anybody (13/40) apfel94 (0/40) Arachn0phobiA (40 / 40) Aria_Buecher (15/40) Arizona (22/20) Ascheflocken (12/40) AuroraBorealis (14/20) Ayda (3/20) baans (8/30) Backfish (7/20) Bambi-Nini (25/20) ban-aislingeach Belicha (2/20) Bella233 (40 / 40) Bellis-Perennis (40 / 40) BethDolores (0/40) BiancaWoe (8/20) Bibliomania (32 / 30) Birgit1985 (20 / 20) black_horse (40 / 40) blauerklaus (24/20) Bluebell2004 (35/20) BlueSunset (36/30) bookgirl (30/40) Bookling (0/20) bookscout (33/30) Bookwormy (3/20) Bosni (21/20) buchfeemelanie (18/30) Buchgeborene (1/40) Buchgespenst (30 / 30) Buchhandlung_am_Schaefersee (36/30) Buchrättin (31 / 30)  Buecherschmaus (0/40) Buecherwurm1973 (16/40) Cadiya (20/20) Caillean79 (30 / 30) Calypso49 (17/20) Caroas (16/30) Ceciliasophie (7/20) Chiara-Suki (7/20) ChrischiD (29 / 20) Coconelle (6/20) Code-between-lines (36/30) creativeartless (11/20) crimarestri (3/20) Cuchilla_Pitimini  Cuileuni (1/20) CupcakeCat (18/30) Curin (4/30) czytelniczka73 (34 / 30) daneegold (27/40) DaniB83 (14/40) Daniliesing (21/40) Danni89 (24/20) danzlmoidl (2/20) darigla (5/20) DarkChocolateCookie (12/20) Darkshine (3/20) DaschaKakascha  Deengla (25/40) Deli (21/40) dieFlo (4/40) digra (30 / 30) disadeli (20 / 20) divergent (36 / 30)  Donata (24/20) Donauland (5/20) DonnaVivi (23 / 20) Dorina0409 (12/20) Dreamworx (40 / 40) Dunkelblau (15/40) eifels  eldora151 (10/40) Elektronikerin (14/20) Elke (21/20) el_lorene (32/40) EmilyThorne (0/40) EmmaBlake (4/30) Eternity (30/30) Evan (20 / 20) fairybooks (20/20) Finesty22 (4/20) Fornika (40/30) Fraenzi (0/20) 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    • 8480
  • Rezension zu "Bleak House" von Charles Dickens

    Bleak House
    Duffy

    Duffy

    26. November 2011 um 11:34

    Nein, "Bleak House" ist keine Lektüre für zwischendurch. Es ist ein Epos um einen Prozess Jarndyce gegen Jarndyce, eine Familiengeschichte im weitesten Sinne, ein weitschweifiges Werk mit Verknüpfungen, die zwar nicht kompliziert sind, aber aufgrund der vielen Personen, die dort eine Rolle spielen, vom Leser die volle Konzentration erfordert. Hier liegt der negative Aspekt des Buches, denn diese Konzentration, die erforderlich ist, den Weg der Figuren zu begleiten, lenkt von den Nuancen ab, mit denen der Roman reichlich gesegnet ist. Natürlich ist Dickens ein großartiger Schriftsteller gewesen. Mit diesem Buch begann er eine Reihe von kritischen Gesellschaftsromanen, die sowohl die Armut und den Reichtum Englands beschrieb.Die hier thematisierten bürokratischen Regeln, ausge- drückt durch einen nie enden wollenden Prozess, die Machtlosigkeit gegen die Obrigkeit, die primäre Stellung des Systems über das Individuum waren bei Dickens immer ein Thema. Leider verschwimmt die sprachliche Schönheit in einer begrifflichen Auseinandersetzung mit den vielen Formalitäten. Natürlich wäre ein Roman in dieser Form heute nicht mehr möglich, jeder Verlagslektor würde die Hälfte wegstreichen, doch ob das dann nicht den allgemenen Charakter des Buches zerstören würde, müsste man sich fragen lassen. Fazit: Nichts für Dickens-Anfänger. Jeder, der dieses Buch liest, muss sich darauf einlassen wollen. Schnelleser werden hier ihre Zeitlimits vergessen müssen. Eigentlich ohne Wertung, aufgrund der Widrigkeiten, die durch die Länge entstehen ein eingeschränktes Lesevergnügen.

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