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Hallorin

vor 3 Jahren

Plauderecke

Liebe Klassik-Fans - welches Buch könnte in der Adventszeit passender sein als die berühmte Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Die meisten haben mindestens schon davon gehört oder einen Film, ein Theaterstück gesehen. Nun wollen wir das Original "prüfen" ;)

Starttag unserer Leserunde ist der 1.12., Ihr dürft aber gerne schon früher folgen ;)

"A Christmas Carol in Prose, Being a Ghost-Story of Christmas (wörtlich Ein Weihnachtslied in Prosa, oder Eine Geistergeschichte zum Christfest’, deutsch meist Eine Weihnachtsgeschichte) ist eine der bekanntesten Erzählungen von Charles Dickens. Sie wurde im Dezember 1843 mit Illustrationen von John Leech erstmals veröffentlicht.

Die Erzählung handelt von Ebenezer Scrooge, einem alten, grantigen Geizhals, der in einer einzigen Nacht zunächst Besuch von seinem verstorbenen Teilhaber Jacob Marley und dann von drei weiteren Geistern erhält, die ihm schließlich dazu verhelfen, sein Leben zu ändern. Das Buch enthält stark sozialkritische Töne, mit denen Dickens die Missstände in England im 19. Jahrhunderts anprangern wollte."

(Wikipedia)

Bitte erstellt Eure Beiträge in einer der Kategorien, das macht das Lesen übersichtlicher. Man kann auch nachträglich einen Beitrag in einer Kategorie stellen, wenn man das beim Verfassen vergessen hat :)

Autor: Charles Dickens
Buch: Eine Weihnachtsgeschichte

Apfelgruen

vor 3 Jahren

Eure Ausgabe

Die Ausgabe, liebe Hallorin, du hast die Ausgaben-Ecke vergessen. ;-) Ich habe mir nach einigem Gesuche welches wohl die beste sei (die gab es aber nicht mehr - war eine von Fischer mit über 400 Seiten?! Ich bin sehr beuunruhigt, weil alle anderen Ausgaben die ich fand nur so knapp unter 200 hatten?) die von Diogenes geholt (die da "Weihnachtslied" heißt anstatt -geschichte, was, wie mir jetzt erst auffiel, ja die korrekte Übersetzung von Christmas Carol ist).

Hallorin

vor 3 Jahren

Plauderecke
@Apfelgruen

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Sick

vor 3 Jahren

Plauderecke
@Hallorin

Ja, habs schon gesehen. Dann wird das vielleicht meine morgige Lektüre, bin nämlich allein zu Hause. ;-)

Sick

vor 3 Jahren

1. Strophe
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HarIequin schreibt:
Ich habe wirklich versucht den Zeichentrickfilm von der Weihnachtsgeschichte (den ich ungefähr 1000x gesehen habe) auszublenden, aber mir kommen doch immer wieder die Figuren von dort in den Sinn. Naja, was solls. Die Szene mit Marleys Geist fand ich amüsant ("Scrooge hatte oft sagen hören, Marley habe kein Herz, aber erst jetzt glaubte er es.") und Scrooge wird mal ein wenig aus dem Konzept gebracht. Ich an seiner Stelle hätte mich nach dem Besuch eines Geists allerdings nicht direkt schlafen gelegt, wäre mir dann doch zu unsicher allein. Ich bin sehr gespannt, wie die Dickens die Geister darstellt :)

Die neue Verfilmung lief ja erst letzte Woche, deswegen habe ich alles noch ziemlich genau vor Augen. Allerdings ist es auch schwer, den Film auszublenden, denn er hält sich bisher ziemlich genau an das Buch. Ich meine sogar einige Sätze wiedererkannt zu haben.

Ich hätte mich nach so einer Geistererscheinung wahrscheinlich schlaflos im Bett gewälzt, es aber auch nicht gewagt aufzustehen, solange es dunkel ist. Es war schon sehr eindrücklich geschrieben und vor allem all die anderen Geister zum Schluss hätten mir den Rest gegeben. Andererseits, wovor sollte Scrooge Angst haben? Er hat ja nicht wirklich etwas zu verlieren. Er ist ein alter Mann, er hat gelebt und alleine ist er auch. Nur wieso er dann soviel Geld anhäuft, das habe ich auch nicht verstanden. Ich bin auch eher sparsam, weil man ja nie wissen kann, was kommt, aber trotzdem sollte man ab und zu mal Geld in die Hand nehmen, um sich ein paar Annehmlichkeiten zu leisten. Ansonsten kann man gleich im Keller wohnen und auf den Tod warten...

Sick

vor 3 Jahren

1. Strophe
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Hallorin schreibt:
Erstaunlich. Wobei man bei genauen Nachdenken sich auch fragen könnte, seit wann das Weihnachtsfest überhaupt in der heute bekannten Form gefeiert wird? Ich meine mich dunkel zu erinnern, dass im Zuge der Christianisierung Europas irgendein heidnisches Winterfest umfunktioniert wurde, aber das Wie-Wo-Wann weiß ich nicht...

Dazu zitiere ich mal Wikipedia (weil ich es selbst nicht mehr genau zusammengebracht habe):
"Als kirchlicher Feiertag ist der 25. Dezember erst seit 336 in Rom belegt. Wie es zu diesem Datum kam, ist umstritten. Diskutiert wird eine Beeinflussung durch den römischen Sonnenkult: Kaiser Aurelian hatte den 25. Dezember im Jahr 274 als reichsweiten Festtag für Sol Invictus festgelegt; zwischen diesem Sonnengott und „Christus, der wahren Sonne“ (Christus verus Sol) zogen die Christen früh Parallelen.
Christen und Nichtchristen feiern Weihnachten heute meist als Familienfest mit gegenseitigem Beschenken; dieser Brauch wurde seit 1535 von Martin Luther als Alternative zur bisherigen Geschenksitte am Nikolaustag propagiert, um so das Interesse der Kinder auf Christus anstelle der Heiligenverehrung zu lenken.[2] In römisch-katholischen Familien fand die Kinderbescherung weiterhin lange Zeit am Nikolaustag statt. Hinzu kamen alte und neue Bräuche verschiedener Herkunft, zum Beispiel Krippenspiele seit dem 11. Jahrhundert, zudem der geschmückte Weihnachtsbaum (16. Jahrhundert), der Adventskranz (1839) und der Weihnachtsmann (19. Jahrhundert). Dieser löste in Norddeutschland das Christkind und den Nikolaus als Gabenbringer für die Kinder ab."

Sick

vor 3 Jahren

2. Strophe
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littleowl schreibt:
(...) Die Szene, in der Scrooge als kleiner Junge an Weihnachten allein in der Schule sitzt, fand ich wirklich traurig. (...) Die Beschreibung des Fests während Scrooges Lehrlingszeit fand ich ganz wunderbar, da wünscht man sich glatt, selbst dabei sein zu können. Für ihn muss das so ziemlich die schönste Zeit in seinem Leben gewesen sein. Tragisch ist, dass Fezziwig ihm eigentlich vorgemacht hat, wie man gut mit seinen Angestellten umgeht. Von so viel Freundlichkeit kann Scrooges Kommis ja nur träumen. Die Sache mit seiner Verlobten ist natürlich sehr traurig, aber zu diesem Zeitpunkt scheint Scrooge tatsächlich noch nicht bewusst gewesen zu sein, in welche schlechte Richtung sich sein Charakter verändert. Ich kann aber auch die Verlobte verstehen, sie wäre in der Beziehung wohl tatsächlich unglücklich geworden. Ihre Entscheidung spricht auch für ihren Charakter, manch einer wäre vielleicht die Aussicht auf Reichtum wichtiger gewesen. So ist sie zwar arm geblieben, aber mit ihrem Mann und ihren Kindern tausendmal glücklicher als Scrooge mit all seinem Geld.

Der kleine Junge, der da so ganz alleine in der Schule sitzt, tat mir auch unheimlich leid. Kein Kind sollte alleine sein und an Weihnachten schon gar nicht! Was mich etwas verwirrt, war, dass es erst heißt, Ebenezer sei eine Waise und dann kommt seine Schwester und lässt ihn im Namen des Vaters nach Hause holen. Ist er also nur ihr Vater und die gemeinsame Mutter ist inzwischen auch tot?
Die Beschreibung des Festes von Fezziwig hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, man konnte die Fröhlichkeit und die Freude sehr gut nachempfinden. Ich finde auch, dass Scrooge in Fezziwig eigentlich ein gutes Vorbild hatte, aber so ist das ja leider häufig im Leben. Die Zöglinge schlagen trotz guter Erziehung den falschen Weg ein oder, noch schlimmer, geben ihre schlechten Kindheitserfahrungen an die nächste Generation weiter...
Tja, mit seiner Verlobten hat er es sich selbst verscherzt und ich zolle ihr für ihre Entscheidung großen Respekt. Sie hat erkannt, dass Geld alleine nicht glücklich macht und natürlich hofft sie insgeheim, dass Ebenezer das auch noch erkennt. Dass sie allerdings arm geblieben ist, den Eindruck hatte ich jetzt nicht, immerhin hat ihr Mann doch großzügig Weihnachtsgeschenke an alle Kinder verteilt. Jedenfalls ist es gut für sie, dass sie frühzeitig erkannt hat, dass Ebenezers Lebensart sie auf Dauer nur unglücklich machen würde...

Sick

vor 3 Jahren

3. Strophe
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@sKnaerzle

Die Szene mit den Besuchen auf dem Meer hat mir auch sehr gut gefallen. Und ich finde auch, man merkt, dass Scrooge langsam aber sicher ein Einsehen hat...

Sick

vor 3 Jahren

4. Strophe
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littleowl schreibt:
Beim Lesen hab ich mich manchmal auch gefragt, ob er die Wahrheit nicht im Grunde schon früher erkennt und bloß hartnäckig verdrängt. Den Geist fand ich diesmal wirklich gruselig, aber das passt natürlich zum düsteren Grundton der ganzen Strophe. Klein-Tims Tod finde ich unglaublich traurig, aber es ist auch sehr rührend, wie die Familienmitglieder einander gegenseitig zu trösten versuchen.

Ich fand auch, dass es eigentlich ziemlich offensichtlich war, über wen geredet wird. Und Scrooge wird ja wohl sein eigenes Schlafzimmer wiedererkennen. Deswegen denke ich auch, dass er es nur verdrängt hat.
Dagegen im totalen Gegensatz der Tod des kleinen Tim. Da bekommt er vor Augen geführt, wie es eigentlich sein sollte, wenn ein Mensch stirbt. Die ganze Familie tat mir so leid, aber ich fand es auch schön, wie alle füreinander da sind. Auf diese Weise kann man auch als Familie gestärkt aus so einer Situation kommen.

Sick

vor 3 Jahren

5. Strophe
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@Hallorin

Da ist eigentlich alles gesagt. Ich als Realistin tu mich zwar auch ein bisschen schwer mit der gar so schnellen Verwandlung, aber in einer Geschichte, in der es Geister gibt, darf das schon sein. Und eine schöne Metapher ist es auch. Also Ende gut, alles gut! =)

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