Große Erwartungen

von Charles Dickens 
4,2 Sterne bei207 Bewertungen
Große Erwartungen
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Positiv (171):
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Große Erwartungen werden nicht immer erfüllt, manchmal läuft es besser - lesenswert

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"Ich hatte mir mehr erhofft." Das wohl Zutreffendste, das man je dazu gesagt hat. Die Lebensgeschichte eines frustrierenden Protagonisten.

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Inhaltsangabe zu "Große Erwartungen"

Charles Dickens schönster und reifster Roman liegt nun in brillanter Neuübersetzung vor. Der Waisenjunge Pip erlernt das Handwerk des Schmieds, dann stiftet ihm ein unbekannter Wohltäter ein Vermögen, damit er sich in London zum Gentleman ausbilden kann. Es geht um Kindheit und Erwachsenwerden, um Arm und Reich, um Klug und Dumm, um Gut und Böse. Melanie Walz hat in ihrer Neuübersetzung den unverwechselbaren, leicht ironischen Ton Dickens' perfekt getroffen. Im Nachwort erklärt sie die Entstehungsgeschichte des Buches.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783446237605
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:832 Seiten
Verlag:Hanser, Carl
Erscheinungsdatum:26.09.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.08.2007 bei Grosser & Stein erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Yolandes avatar
    Yolandevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Der beste Dickens, den ich bisher gelesen habe - ich liebe es
    Große Erwartungen

    Autor (Klappentext):

    Charles Dickens wurde am 7. Februar 1812 bei Portsmouth geboren. Nach einer harten Jugend machte er Karriere als Parlamentsreporter und Journalist. 1837 wurde er mit seinen Pickwick Papers über Nacht berühmt. Dickens zählt zu den größten Romanciers aller Zeiten. Er starb am 9. Juni 1870 bei Rochester.

    Inhalt:
    Der Waisenjunge Pip wächst bei seiner lieblosen Schwester und derem warmherzigen Ehemann Joe auf. Bei einem Besuch bei der seltsamen und gruseligen Miss Havisham lernt er das Mädchen Estella kennen, die ihn sehr herablassend behandelt. Er wird sich seiner Armut und Unbildung bewusst und möchte nun ein richtiger Gentleman werden. Als er eine anonyme finanzielle Unterstützung bekommt, sieht er seine Träume wahr werden und zieht mit "großen Erwartungen" nach London.

    Ich habe bereits zwei Bücher von Charles Dickens gelesen und war schon immer sehr von seinem humorvollen und leicht ironischen Tonfall angetan. Selbst die Schilderungen der Armut und Grausamkeit gegenüber den Schwächsten, wie z.B. in "Oliver Twist", werden dadurch erträglicher, ohne sie dabei ins Lächerliche zu ziehen. 
    Aber "Große Erwartungen" hat nun alle meine Erwartungen übertroffen (bitte entschuldigt das Wortspiel ;o)).
    Es ist ein wunderbares Buch und hat es aus dem Stand in die Riege meiner absoluten Lieblingsbücher geschafft.
    Es steckt voller interessanter und faszinierender Charaktere, die mal schrullig (Miss Havisham, Rechtsanwalt Jaggers, Onkel Pumblechook), bösartig (Orlick, Bentley Drummle) oder  äußerst liebenswert (Herbert, Wemmick) daherkommen.
    Natürlich hat die Geschichte märchenhafte Züge und ist auch voller unwahrscheinlicher Zufälle, aber ist alles so stimmig und lebendig erzählt, dass man komplett in die Geschichte eintauchen kann.
    Die Übersetzung von Melanie Walz hat mir sehr gut gefallen, besonders ihre Anmerkungen am Ende des Buches waren sehr aufschluss- und lehrreich.

    Fazit: Der beste Dickens, den ich bisher gelesen habe - ich liebe es

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    gsts avatar
    gstvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Anfangs verwirren die Geschehnisse etwas, doch im Laufe der knapp 600 Seiten wird alles klar. Lesenswert!
    Entwicklungsroman

    Dank der monatlichen Klassiker-Leserunden bei lovelybooks nehme ich gerne mal ein vor langer Zeit geschriebenes und immer noch lesenswertes Buch zur Hand. Dieses war – nach der Weihnachtsgeschichte und Bleak House - mein dritter Roman von Charles Dickens (1812 -1870 ).

    Da ich mich im Vorfeld nicht mit dem Inhalt dieses 1861 erschienenen Werkes vertraut gemacht hatte, wurde mir die Bedeutung des Titel erst nach über 150 Seiten klar: Der bei seiner Schwester und deren Ehemann aufgewachsene Pips hat Hoffnung, durch die unerwartete Förderung eines unbekannten Gönners eines Tages zur besseren Gesellschaft zu gehören. Noch ist er arm, benimmt sich aber teilweise schon wie ein Snob. Seinen Lebensweg und seine zunehmende Reife zu verfolgen, gefiel mir im Laufe der 600 Seiten immer besser. Erst spät wird Pips klar, dass er vieles versprochen, aber nur wenig eingehalten hat. Aber er lernt, ein guter Freund zu sein und sich nicht in das Liebesleben anderer einzumischen.

    Zwar wirkt die Sprache manchmal etwas altbacken, doch der Inhalt hat immer noch Gültigkeit: Aus einem harmlosen Kind wird ein eingebildeter junger Mann, der schließlich erkennt, was wirklich wichtig ist im Leben. Nach der Lektüre dieses Schmökers habe ich sogar Lust bekommen, das Buch noch einmal zu lesen, um all die Feinheiten, die Dickens hier eingearbeitet hat, richtig zuordnen zu können. 

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    Filzblumes avatar
    Filzblumevor 2 Monaten
    Meisterlich erzählt- meine Großen Erwartungen wurden erfüllt

    Aufbau Verlag, Berlin, 2011 Der Waisenjunge aus ärmlichen Verhältnissen Philip Pirrip, genannt Pip lebt bei seiner Schwester und ihrem Mann Joe Gargery. Joe ist ein Grobschmied, seine Schwester eine tyrannische Frau, die zur Gewalt und zu cholerischen Ausbrüchen neigt. Pip bekommt als dies täglich zu spüren. Seine Schwester, 20 Jahre älter als er brüstet sich bei den Nachbarn, das sie Pip »mit eigner Hand« aufgezogen hatte. „In der kleinen Welt, in der Kinder aufwachsen, wird nichts so genau wahrgenommen und empfunden wie Ungerechtigkeit, ganz gleich, von wem sie erzogen werden.“ Pip, der auch Schmied werden möchte, macht in den Marschen, seinem Heimatland, eine Bekanntschaft, die ihn in Angst und Schrecken versetzt, die ihm für den Rest seines Lebens nicht loslässt. Als ein Unbekannter Gönner, Pip zu Reichtum — zu „Großen Erwartungen“ kommen läßt, beginnt für Pip vorerst ein sorgenfreies Leben in London, fern der Heimat. Jedoch ist sein Reichtum an Bedingungen geknüpft, die durch Mr. Jaggers, Rechtsanwalt aus London, vertreten werden. »dass er in den Besitz eines beachtlichen Vermögens gelangen wird.„ Ferner ist es der Wille des gegenwärtigen Besitzers besagten Vermögens, dass er sofort aus der bisherigen Umgebung herauskommt und zu einem vornehmen Herrn erzogen werden soll – mit einem Wort, wie es einem jungen Mann mit großen Erwartungen entspricht.« 1861 erschien dieser Roman, der bis heute nichts an Aktualität verloren hat. Reichtum, Selbsttäuschungen, Hochmut und Snobismus lassen Pip seine schlimmsten Charakterzüge zum Vorschein kommen. „All diese Leute hassten mich mit dem Hass enttäuschter Habgier. Natürlich schmeichelten sie mir, da ich zu Wohlstand gelangt war, mit größter Niedertracht“ Doch Pip ist nicht verloren, sein Ziehvater Joe, der hier für mich eines der stärksten Charaktere ist, ist nicht aus Pip seiner Gentlemen- Welt verschwunden. Meisterhaft erzählt, spannend und auch grotesk (Miss Havisham), die selbst ein Waisenmädchen aufgenommen hat, manipulieren und kränken auf eine grusliger Art. Die Hauptfiguren und Nebencharaktere haben Profil und sind mit den Handlungssträngen geschickt verknüpft. Der Ich- Erzähler Pip, der große Fehler begeht, die aus seinem Herzen entspringen, oft gegen jegliche Vernunft, der Gefahren meistern muss, lernt, das seine Entscheidungen Konsequenzen haben, Freundschaft und Liebe wachsen müssen. Es ist auch ein Buch über das Erwachsenwerden mit allen Tücken und Freuden. Das Buch ist 5 Sterne wert, sollte mindestens einmal gelesen werden.

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    Miamous avatar
    Miamouvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein reifer Dickens....mit vielen unscheinbaren Zwischentönen!
    Pips Geschichte...

    Nachdem dieses Buch nun schon ein einjähriges Dasein auf meinem Bücherregal fristen musste, war dann nun endlich die Zeit für „Große Erwartungen“. Angespornt, durch „Oliver Twist“, den ich gegen Ende des letzten Jahres gelesen habe und der ein Frühwerk von Dickens Schaffen war, war ich nun auf seinen letzten vollendeten Roman mehr als gespannt.

    Pip wächst als Waisenkind bei seiner Schwester auf. Sein einziger Vertrauter in Kindertagen ist deren Ehemann Joe. Als er eines Tages die Chance bekommt, Miss Havisham zu unterhalten, die im berüchtigten Satis House wohnt, nimmt er diese gerne an und lernt dabei Estella kennen und verliebt sich in sie. Jahre später erhält er Geld von einem unbekannten Wohltäter, was Pip dazu bringt aus seinem scheinbar unscheinbaren Leben auszubrechen. Er geht nach London, in der Hoffnung, dort als großer Gentleman in der gehobenen Gesellschaft Fuß zu fassen.

    Zugegebenermaßen tat ich mich mit „Große Erwartungen“ zu Beginn recht schwer. Während Dickens in „Oliver Twist“ mit seinem ironischen Wortlaut von Anfang an mit einer sozialkritischen Keule um sich schlägt, macht er dies in „Große Erwartungen“ sehr verdeckt. Man muss da schon mehr zwischen den Zeilen lesen um seinen gewohnten drallen Sarkasmus zu erkennen. Hat man diesen Dreh dann einmal raus, liest man das Buch ganz anders. Und ich habe „Große Erwartungen“ dann auch ganz anders gelesen als „Oliver Twist“. Dickens beschränkt sich mit Pips Geschichte nur auf Pip selbst und entwirft den Plot rund um ihn, das heißt, dass er nie im Hintergrund verschwindet, ein Schicksal, welches Oliver Twist im Laufe seiner Geschichte dann doch zuteilwurde. Dadurch erhält Pips Geschichte dann einen wirklich roten Faden und ist auch dementsprechend aufgebaut.

    Das Buch besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil erlebt der Leser Pip als Lehrling, der sich mit dem zufrieden geben kann, was er gerade vor sich hat, auch wenn dies nicht immer das Beste für ihn zu sein scheint. Als er dann Estella kennenlernt, die sich für etwas Besseres hält, kann man Pips Sinneswandel fast greifen. Er weiß, dass er sie in seiner momentanen Stellung nicht haben kann. Als ihm dann das große Glück winkt und er davon ausgeht, dass Miss Havisham seine Gönnerin ist, meint er, dass er Estella somit einen Schritt näher kommen kann. Er sagt sich von seinem alten Leben los und wird leider auch Opfer des von Dickens so oft kritisierten Snobismus. Erst als er feststellen muss, dass durch seinen Reichtum vieles in seinem Leben mehr Schein als Sein ist, kommt es zur großen Läuterung und Reue. Ernste Themen von Aufstieg und Fall und vom Erwachsen – Werden prägen „Große Erwartungen“. Aber auch komische Momente kommen nicht zu kurz, obwohl sie leiser auf den Plan treten, als es etwas in Dickens Frühwerken der Fall ist. So finde ich beispielsweise Miss Havisham als Figur an sich sehr interessant und eigenwillig oder auch Wemmick, der das gewisse Etwas in die Handlung brachte. Klar gibt es auch die klassisch Bösen, aber nicht so ausgeprägt in ihrem Auftreten und es gibt natürlich auch wieder diejenigen, die sich gerne in den Mittelpunkt stellen, obwohl es keinen Anlass dafür gibt und es gibt auch wieder diejenigen, die sich drehen wie ein Fähnchen im Wind. Allerdings muss ich aber auch gestehen, dass mir so griffige Figuren, wie etwa Fagin oder Sikes in diesem Buch gänzlich fehlten bzw. wenn sie denn mal ins Geschehen eingriffen, war das nur in einigen Szenen und dann waren sie schon wieder weg.

    Pip selbst hat mir gut gefallen. Er fühlt sich irgendwie zerrissen, was der Leser bereits nach ein paar Seiten erkennt. Diese Zerrissenheit bleibt ihm bis zum Ende erhalten. Das Buch hat grundsätzlich etwas Dunkles, was sich auch in den Beschreibungen der Szenerien und Schauplätze niederschlägt. Zwar zeichnet Dickens nicht mehr so ein schmieriges Bild von London, wie er es in „Oliver Twist“ getan hat, aber er erschafft trotzdem Bilder, das man sich gleich in „sein“ London hineinversetzt fühlt. Erst am Schluss gibt es kleine, wirkliche Lichtblicke, die Pip selbst beeinflusst. Vorher gibt es diese nur, wenn anderer Figuren den entscheidenden Anstoß geben.

    Sprachlich konnte Dickens mich wieder voll in seinen Bann ziehen und wenn man schon Werke von ihm gelesen hat, fühlt man sich schnell wieder zuhause, obwohl ich nach wie vor immer wieder zehn bis fünfzehn Seiten brauche um mich wieder neu in seine Geschichten hineinzulesen, wenn ich mal Lesepause mache. Aber das ist etwas, was ich bei Dickens scheinbar brauche, denn wenn diese Hürde überwunden ist, dann geht es dahin.

    „Große Erwartungen“ war für mich ein Roman mit vielen leisen Zwischentönen. Man liest vieles, was man zunächst gar nicht als so ungemein wichtig erachtet, aber schwer getäuscht. Gerade in diesem Roman bringt Dickens alles zum Abschluss und es bleiben keine Fragen offen. Ein reifer Roman, bei dem ich einige Stellen zweimal lesen musste, um deren Gehalt zu erfassen. Sollte jeder Mal gelesen haben.

    P.S.: Besonders interessant waren in meiner Ausgabe das Nachwort und die Anmerkungen, die rund 200 Seiten ausmachten und die einen sehr tiefen Einblick in Dickens Schaffen im Allgemeinen, besonders aber zu der Entstehung von „Große Erwartungen“, gewährt.

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    Naddiwises avatar
    Naddiwisevor 8 Monaten
    Unerfüllte Lese-Erwartungen


    Pip wächst bei seiner kaltherzigen Schwester und deren Ehemann Joe auf, der als Schmied arbeitet und im Verlgeich zu seiner Frau sehr warmherzig ist und Pip stets mit Güte behandelt. Die kleine Familie lebt unter ärmlichen Bediungungen und dem Jungen scheint eine entbehrungsreiche Zukunft bestimmt zu sein. 
    Plötzlich taucht jedoch ein anonymer Gönner, der Pip ein beträchtliches Vermögen überantwortet. Das Geld soll in seine Erziehung zum perfekten Gentleman in London investiert werden. Pip ist es untersagt, nach der Identität seines Gönners zu forschen, dieser würde sich zu gegebener Zeit offenbaren, um Rede und Antwort zu stehen.
    In London angekommen fügt sich Pip relativ schnell in das feine Leben umgeben von Prunk und Snobismus ein und wirft wie nicht anders zu erwarten war das Geld mit vollen Händen aus dem Fenster.
    Als sich sein Gönner endlich zu erkennen gibt, ändert sich das Leben des Jungen erneut von Grund auf...




    Als großer Charles Dickens Fan war ich leider sehr enttäuscht von diesem Buch. Die Geschichte setzt sich aus drei Teilen zusammen. Zu Beginn wird Pips Kindheit im Hause seiner fiesen Schwester beschrieben. Dieser Teil ist noch spannend und lässt den Leser mitleiden, wenn Pip mal wieder ungerecht behandelt und sogar geschlagen wird oder ohne Abendessen ins Bett geschickt wird. Hier kommt auch die typische Dickens Atmosphäre auf.
    Der komplette zweite Teil ist langatmig, ereignislos und dröge.
    Pip ist in London, geht mal hier zu Mittag essen, ist mal dort zu Besuch und macht sich lang und breit Gedanken über eine junge Frau, in die er unglücklich verliebt ist. Das war es auch schon. Keiner der Charaktere, die er in London kennenlernt, war mir auch nur im Ansatz sympathisch. Die meisten haben einfach genervt oder waren mir völlig egal.
    Und seine Ausbildung zum Gentleman war also solche auch nicht zu erkennen. Er hat einfach nur vor sich hingelebt und schicke Klamotten getragen.
    Im dritten Teil kommt wieder etwas Schwung in die Geschichte, als sich sein Gönner endlich endlich endlich offenbart.


    Ich habe mich leider sehr gequält und muss sagen, dass andere Dickens Werke um Längen besser, spannender und auch witziger sind.


    Nun bin ich jedenfalls um eine Erfahrung reicher.



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    Jaris avatar
    Jarivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Welch kleines Wunder in Buchform!
    Charles Dickens - Grosse Erwartungen

    Wer kennt dieses enorme Werk der Weltliteratur nicht: „Grosse Erwartungen“ von keinem Geringeren als Charles Dickens. In wie vielen Büchern bin ich schon über diesen Titel gestolpert? Tatsächlich habe ich sogar Lloyd Jones' Buch „Mister Pip“ im Regal stehen. Ohne das berühmte Original gelesen zu haben.

    Überhaupt - Schande über mich, dass ich mich so lange vor diesem Meisterwerk, diesem Geniestreich gedrückt habe. Denn dafür gab es überhaupt keinen Grund! Der Titel des Buches mag gross und schwer daherkommen, doch sollte man sich keineswegs davor fürchten. Eigentlich ist "Grosse Erwartungen" ganz zahm und sehr liebesbedürftig.

    Mister Pip erzählt uns seine Geschichte höchstselbst und dies mit einer angemessenen Portion Humor. Dadurch bekommt vor allem seine brutale Kindheit einen nostalgischen Wert, ohne jedoch zu verheimlichen, wie drastisch Pips Leben damals war.

    Und dann geschehen Dinge... Stellt euch vor, alles, wovon ihr geträumt habt, wird plötzlich wahr. Genau das passiert Pip. Sein Leben ändert sich schlagartig. Welche Veränderungen bringt plötzlicher Reichtum mit sich? Ändert sich durch Geld auch der Mensch? Diesen Fragen geht Dickens gekonnt auf den Grund und führt dabei ein spitzfindiges Gespür für psychologische Vorgänge zutage. Es war für mich atemberaubend, Pip auf seinem Weg zu folgen, seinen Gedanken zu lauschen und dabei auch noch seinen spannenden Erlebnissen beizuwohnen.

    Deshalb hat "Grosse Erwartungen" für mich alles, was ein Roman von Weltrang braucht: Glaubhafte Figuren, skurrile Charaktere, Humor, Spannung und Tiefgang. Dickens schafft es, eine unergründlich tiefgründige Geschichte so gekonnt und voller Schwung zu erzählen, dass mir an keiner Stelle langweilig war.

    Dabei habe ich mich ganz und gar in Dickens Sprache verlieren können. Sein Erzählstil ist dem Ruf würdig, den Charles Dickens bis heute hat. Fein ziseliert, jedes Wort ist am richtigen Fleck, und doch vor allem in der Übersetzung von Melanie Walz ohne Mühe lesbar. Hier wird das Erzählen tatsächlich zur Kunstform erhoben.

    Welch für mich absolut perfektes Werk! Welch kleines Wunder in Buchform! Definitiv eines jener Bücher, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde oder für die Nachwelt aufbewahren würde.

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    Lese-Krissis avatar
    Lese-Krissivor 3 Jahren
    Große Erwartungen für Pip

    Aufmachung des Buches
    Ich besitze die Ausgabe aus dem nikol Verlag. Dabei handelt es sich um ein gebundenes Buch. In einem roten Kreis steht in weißer Schrift der Titel „Große Erwartungen“. Schwarze Vogelkäfige zieren einen hellblauen Hintergrund und ein paar Vögel fliegen herum. Mir gefällt das altertümlich wirkende Cover.

    Inhalt
    Der junge Pip wächst bei seiner Schwester und deren Mann Joe auf, weil die Eltern bereits verstorben sind. Seine Schwester ist leider keine liebevolle Persönlichkeit. Allein der Schmied Joe kümmert sich reizend um Pip. Eines Tages ändert sich Pips Leben schlagartig. Alles beginnt damit, dass er einem entflohenen Häftling gezwungenermaßen hilft. Dann wird er noch bei einer Dame, Miss Havisham, geladen um sie zu bespaßen. Miss Havisham, die seit Jahren ein Brautkleid trägt und sich immer in ihrem abgedunkelten Zimmer aufhält, lebt zusammen mit ihrer Ziehtochter Estella auf einem großen Grundstück. Pip verliebt sich in die Schönheit Estella, die allerdings eine kühle Persönlichkeit ist. Pip strebt eine gute Allgemeinbildung an und wendet sich zusehends von Joe ab, der Pip eigentlich zu einem Schmied ausbilden sollte. Doch seitdem Pip Miss Havisham besucht, ändert sich sein Wesen und Charakter erheblich. Schließlich erhält er die Nachricht von „Großen Erwartungen“, die ihn nach London führen. Wer ihm zu großen Ansehen verhelfen will, bleibt lange Zeit geheim. Pip hat seine Vermutung, aber ob sich diese bewahrheitet, steht lange in den Sternen…

    Meine Meinung
    In Rahmen einer Klassiker-Gruppe bei lovelybooks habe ich mich entschlossen „Große Erwartungen“ von Charles Dickens zu lesen. Dass ich fast zwei Monate für dieses Buch benötigen werde, war mir am Anfang noch nicht bewusst. Zwar ist der Roman nicht gerade dünn, aber trotzdem hatte ich diese Lesezeit nicht erwartet. Ich bin leider nur langsam in der Geschichte rund um Pip und seine Großen Erwartungen vorangekommen. Der Erzählstil hat mich nicht dazu angereizt das Buch längere Zeit an einem Stück weiter zu lesen. Möglichweise liegt es aber auch an der Übersetzung. Unterschiedliche Übersetzer haben „Große Erwartungen“ ins Deutsche übertragen. Deshalb kann es gut aus sein, dass mich deshalb die Erzählung nicht so richtig mitgerissen hat. Mir waren die Sätze zu verwinkelt und teilweise zu lang. Merkwürdigerweise gibt es aber immer wieder mal Stellen, die sich wiederrum flüssig lesen lassen...

    Ich habe bereits „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens gelesen. Ich mag dieses Buch und deshalb war ich bereit auch ein weiteres Werk von ihm zu lesen. Nur leider fiel es mir bei „Große Erwartungen“ schwer in die Handlung hineinzufinden. Die Geschichte plätschert lange so dahin. Ich fragte mich oft, wozu erzählt Pip  manche Dinge so ausführlich. Mir wurde es des Öfteren ziemlich langatmig. Erst spät erfährt man warum gewisse Personen wichtig für die Geschichte sind. Beispielsweise war mir sehr lange die Bedeutung des Häftlings nicht klar, dem Pip geholfen hat. Im Nachhinein beweist sich, dass es sehr wichtig ist, von diesem Häftling zu erfahren.

    Andere erzählte Situationen sind für mich aber auch teilweise überflüssig bzw. haben sich für mich zu oft wiederholt.

    Die Besuche bei Miss Havisham sind sehr merkwürdig. Die Frau trägt seit Jahren ein Brautkleid und scheint eine Abneigung gegen die Männerwelt zu haben. Ihre Ziehtochter Estella scheint sie für einen Rachezug gegen fast alle Herren der Welt erzogen zu haben.
    Pip schwärmt für Estella, die sich ihm sehr abweisend gegenüber verhält. Doch Pips Liebe wächst stetig.

    Pips Wesensänderung hat mir überhaupt nicht gefallen. Er lässt Joe fallen und schämt sich für ihn, weil dieser keine richtige Bildung genossen hat. Pip wendet sich immer mehr von ihm ab. Seine Bekannte Biddy, die eine wunderbare Freundin für Pip sein könnte, behandelt er auch nicht viel besser. Lieber „läuft“ er Estella hinterher, die ihn eher demütigt als gut behandelt.

    Pip erhält die Nachricht von Großen Erwartungen eines geheimen Gönners und zieht schließlich nach London. Dort lernt er neue Leute kennen, auch Freunde fürs Leben. Es dauert sehr lange bis Pip schließlich erfährt, wer für seine Großen Erwartungen verantwortlich ist. Pip wird sehr überrascht sein. Doch mit Offenbarung des Geheimnisses werden seine Augen allmählich geöffnet und Reue gegenüber verschieden Personen keimen in ihm auf.

    Richtig warm wurde ich leider mit keinem Charakter. Trotzdem finde ich einige Protagonisten liebenswert. Am besten gefallen haben mir Joe und Biddy. Sie sind gutmütige Personen, die Pip sehr mögen. Doch leider wendet sich dieser zunehmend von ihnen ab.
    Interessant finde ich auch Wemmick. Er wechselt sein Wesen je nachdem ob er für den Anwalt Mr. Jaggers arbeitet oder privat unterwegs ist. Privat ist er ein guter Freund für Pip. Wenn er aber arbeitet, ist er sehr distanziert.
    Auch Herbert ist ein gutmütiger Mensch und guter Freund für Pip. Beide wohnen eine Zeitlang gemeinsam in einer Wohnung in London. Pip erweist sich später auch als ein großzügiger Mensch gegenüber Herbert. Hier erkennt man auch gute Züge von Pip.
    Das sind aber auch schon fast alle Menschen in Pips Umfeld, die irgendwie liebenswert sind. Viele Personen haben mir überhaupt nicht gefallen, wie beispielsweise Pips aggressive Schwester oder Mr. Pumpblechook. Aber das ist wohl auch Sinn und Zweck der Geschichte, dass die Leser diesen Persönlichkeiten gegenüber abgeneigt sind.

    Es gibt viele Situationen im Buch, die erwähnt und später wieder aufgegriffen werden. So fügen sich gewisse Dinge zu einem Ganzen und der Zusammenhang wird schließlich verständlich. Für diese Verknüpfungen in der Handlung muss man vor Dickens auch den Hut ziehen. Er versteht es unwichtig erscheinende Erwähnungen später in der Geschichte wieder aufzugreifen, sodass dann der Sinn zu verstehen ist.

    Erst spät hat mir manches im Buch besser gefallen. Doch leider hat mich auch dann der Roman nicht umgehauen.

    Das Ende gefällt mir ganz gut. Es wendet sich einiges wieder zum Besseren in Pips Leben, er versöhnt sich mit ihm wichtigen Leuten und entwickelt sich zu einer weitaus sympathischeren Person als im Hauptteil des Werkes.

    Mein Fazit
    Ich habe lange für dieses Buch gebraucht und trotzdem bis zum Schluss durchgehalten, denn ich breche ungern Bücher ab. Schließlich bin ich dann doch neugierig auf was die Erzählung hinausführt. Ich wurde zwar nicht so richtig bei der Geschichte mitgerissen, bewundere aber Dickens Idee. Von daher gebe ich „Große Erwartungen“ drei Sterne. „Eine Weihnachtsgeschichte“ (auch eine deutlich kürzere Lektüre) hat mir doch besser gefallen.

    Kommentare: 3
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    Buchgespensts avatar
    Buchgespenstvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderbarer Dickens - düster, melancholisch und doch blitzt der feinsinnige Humor immer wieder auf!
    Erwartungen an das Schicksal

    Der Lebensweg des Waisenjungen Pip scheint vorgezeichnet: als Prügelknabe der Schwester bei der er lebt, als generelles personifiziertes Übel des Dorfes, wird er bei seinem Schwager eine Schmiedelehre machen und sein Rückzugsort bleibt das kalte, einsame Moor. Doch da greift eine unbekannte Macht ein, die Pip zu Wohlstand und Bildung verhilft, seine großen Erwartungen fördert und ein glanzvolles Leben in London ermöglicht. Erwartungsvoll blickt Pip dem Tag entgegen, der ihm seinen Wohltäter offenbaren soll. Dann wird sich sein Geschick erfüllen.

    Ein klassischer Dickens. Ein Roman der von Melancholie und Düsternis schwer wird wie das neblige Moor, in dem Pip aufwuchs. Diese Schwere bleibt an Pip und dem Leser kleben, lässt die Geschichte manchmal zäh und hoffnungslos wirken, doch dann blitzt, gleich einem Sonnenstrahl, Dickens Humor auf und der Leser weiß wieder, was er an dem Buch hat. Skurrile Figuren und schräge Einfälle sorgen immer wieder für eine Überraschung.

    Manchmal fand ich die Charaktere unerträglich und in der Mitte zog sich die Geschichte etwas, aber trotzdem bin ich begeistert. Vor allen Dingen im letzten Drittel wird es noch mal spannend, denn genau wie Pip, fiebert der Leser dem Moment entgegen, in dem sich die Frage des Gönners klärt. Tja, und danach geht es noch mal richtig rund.

    Ein anspruchsvolles Buch mit ein paar Längen, die es den 5. Stern gekostet haben, aber trotzdem ein toller Dickens. Die Übersetzung von Melanie Walz ist großartig und der umfangreiche Anhang mit Hintergrundinformationen sowie Anmerkungen eine hervorragende Ergänzung. Schade, dass bei dieser Ausgabe auf die Originalillustrationen verzichtet wurde (bei „Nickolas Nickleby“ sind sie durchaus vorhanden), aber das ist auch alles, was ich anzumerken habe. Eine tolle Dickens-Ausgabe, eine wunderbare Geschichte – was will man mehr?

    Kommentare: 4
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    Sikals avatar
    Sikalvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Wunderbare Geschichte über die Entwicklung des jungen Pip und seine großen Erwartungen.
    Große Erwartungen – Charles Dickens

    Dickens beschreibt hier den Aufstieg und Fall des jungen Pip, einem Schmiedelehrling aus ärmlichen Verhältnissen, dem ein Gönner seine großen Erwartungen erfüllen möchte. Dass sich Pip auf dem Weg nach London und zu einem besseren Leben von seiner Herkunft abwendet und seinen wichtigsten Freund Joe vergisst/verdrängt, findet man während des Lesens schon sehr bedauerlich. Doch weiß man, dass Dickens sicher den Weg wieder in eine andere Richtung lenkt. Pip erkennt im Laufe der Zeit, dass seine Liebe zu Estella sehr einseitig ist. Er erkennt auch, wer sein Gönner ist und dies ist alles andere als erbauend für ihn. Doch während man die Verwandlung Pips miterlebt, seine Begegnungen mit Sträflingen, Anwälten und sonderbaren Freunden, während man Pip am liebsten schütteln oder umarmen möchte, man Angst um ihn hat oder über seine Handlungen den Kopf schüttelt, erhofft man doch für ihn das Glück zu finden, das er sich wünscht.

    Eine Geschichte über einen Traum, der sich dann doch nicht so erfüllend darstellt, wie erwartet. In abgewandelter Form könnte die Geschichte auch in unserer Zeit spielen, Beziehungen spielen auch heute noch eine große Rolle. Die Charaktere sind so detailliert gezeichnet, spiegeln alle Facetten der Gesellschaft wieder. Wie auch in Dickens anderen Romanen werden die Personen sehr prägnant beschrieben, lassen ihr soziales Umfeld erkennen und bilden den Querschnitt der Gesellschaft ab. Seine kritische Sichtweise wird hier mehr als einmal erkannt.

    Wäre nicht der Mittelteil etwas zäh zu lesen, müsste ich nicht einen Stern abziehen. Doch wer Dickens mag, wird hier nicht enttäuscht sein und am Ende für das Durchhalten belohnt.

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    littleowls avatar
    littleowlvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Auch nach über 150 Jahren noch sehr lesenswert und unterhaltsam!
    Große Erwartungen

    Worum geht’s?

    Der Waisenjunge Pip wächst bei seiner Schwester und deren Mann Joe auf, der für ihn Vater, Bruder und bester Freund zugleich ist. Die Familie führt ein karges, aber zufriedenes Leben und Pip freut sich darauf, später als Schmied in Joes Fußstapfen zu treten. Zumindest, bis der Junge – zunächst eher unwillig – zum ersten Mal das Haus der alten Miss Havisham betritt, die nach ihrer im letzten Moment geplatzten Hochzeit zur exzentrischen Einsiedlerin geworden ist. Durch seine regelmäßigen Besuche erwacht in Pip der Wunsch, ein Gentleman zu werden – und die Liebe zu Miss Havishams Adoptivtochter, der wunderschönen, aber grausamen Estella. Pips Traum von Vornehmheit scheint unerreichbar, doch dann eröffnet ihm tatsächlich ein unbekannter Gönner die Möglichkeit, zu Wohlstand und Bildung zu kommen. Nur eine Bedingung gibt es: Pip darf niemals Nachforschungen über die Identität seines anonymen Wohltäters anstellen.

    Meine Meinung

    Nachdem mich „Oliver Twist“ absolut begeistern konnte, war es für mich ganz klar, dass ich unbedingt noch mehr Dickens-Romane lesen muss. Doch egal, wie gut das Original ist, fremdsprachige Klassiker zu lesen ist für mich immer ein Glücksspiel, weil es dabei sehr auf die Übersetzung ankommt. In der Hinsicht habe ich bei „Große Erwartungen“ zum Glück nicht danebengegriffen. Die Neuübersetzung von Melanie Walz ist wirklich gelungen und liest sich sehr leicht und flüssig. Die Übersetzerin hat tatsächlich das Kunststück vollbracht, Dickens wunderbaren Humor ins Deutsche zu hinüberzuretten. So ist „Große Erwartungen“ auch nach über 150 Jahren noch unterhaltsam und teilweise wirklich herrlich komisch. Die Seitenzahl mag auf den ein oder anderen abschreckend wirken, aber zumindest bei mir ist die Zeit wie im Flug vergangen.

    Außerdem sind Dickens Romane allein schon deshalb die Lektüre wert, weil man unglaublich viel über die englische Gesellschaft im viktorianischen Zeitalter erfährt. „Große Erwartungen“ ist da keine Ausnahme, neben der eigentlichen Handlung also auch noch eine spannende Geschichtsstunde. Gerade deshalb habe ich mich sehr über das umfangreiche Nachwort mit Informationen zu Dickens‘ Biografie und der Entstehungsgeschichte des Romans gefreut. Zudem fand ich während dem Lesen die zahlreichen Anmerkungen im Anhang sehr hilfreich.

    Wie bei den meisten englischen Klassikern ist auch bei „Große Erwartungen“ am Anfang ein bisschen Geduld gefragt, weil die Handlung erst ganz allmählich in Rollen kommt. Später wartet der Roman dann aber mit vielen überraschenden Wendungen auf und das spannende Finale entschädigt auf jeden Fall für ein paar kleine Längen zu Beginn. Ich persönlich war wirklich erstaunt, dass ein Werk, das vor etwa 150 Jahren entstanden ist, im Grunde schon eine echte Coming-of-age-Geschichte erzählt.

    Ich-Erzähler Pip, der in diesem Roman auf sein Leben zurückblickt, war mir schon nach wenigen Seiten sympathisch. Als junger Mann, der plötzlich zu Reichtum gekommen ist, entwickelt er sich besonders gegenüber Joe zu einem ziemlichen Egoisten, bevor er am Ende geläutert wird. So richtig übelnehmen konnte ich ihm das allerdings nicht, denn der Erzähler geht mit seinem jüngeren Ich ziemlich hart ins Gericht und sagt ganz deutlich, wann er sich falsch und arrogant verhalten hat. Und Dickens wäre nicht Dickens, wenn er seinen Roman nicht zusätzlich mit vielen unvergesslichen Nebenfiguren bevölkern würde. Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir unter anderem der Armenanwalt Jaggers, Pips gutherziger bester Freund Herbert, der Prahlhans Mr. Pumblechook und natürlich die gelinge gesagt exentrische Miss Havisham samt unnahbarer Ziehtochter.

    Fazit

    Unter anderem dank Melanie Walz‘ fantastischer Übersetzung ist „Große Erwartungen“ auch nach über 150 Jahren alles andere als verstaubt und bietet immer noch ganz großes Lesevergnügen!

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    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Apfelgruens avatar
    Herzlich willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur"!

    Im Juli lesen wir zusammen "Große Erwartungen" von Charles Dickens.

    Zwischen 1860 und 1861 verfasste Dickens den Roman Great Expectations, der thematisch viele Ähnlichkeiten mit David Copperfield aufweist. In diesem Kindheits- und Jugendroman, in dem er die eigenen bedrückenden Kindheitserlebnisse verarbeitete, thematisierte Charles Dickens das erbärmliche Leben von Menschen im England des 19. Jahrhunderts in einer außergewöhnlich verdichteten Atmosphäre. Er zeichnet ein lebendiges Gesellschaftsgemälde der Viktorianischen Zeit, in dem sich Charakteristika seiner Werke wie scharfe Beobachtungsgabe, psychologisches Feingefühl und Sozialkritik vereinen. Auch Elemente der Gothic Novel finden Verwendung. Dickens kritisierte in diesem Spätwerk das Gentleman-Ideal der von Materialismus und Moralheuchelei geprägten viktorianischen Gesellschaft. Die geradezu surrealistisch anmutende Erzähltechnik kündigt eine Hinwendung zur Moderne an.   (Quelle: Wikipedia)

    Die Leserunde beginnt am 1. Juli und wir freuen uns über jeden, der mit uns lesen möchte!
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    Letzter Beitrag von  LaLecturevor 2 Monaten
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    Charles Dickens ist nahezu ein Synonym für britische Klassiker. Im Dezember wollen wir - die Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur" - uns in seinen Roman "Große Erwartungen" vertiefen. Pünktlich am 1.12. darf es losgehen.

    Die Beschreibung auf Wikipedia liest sich sehr verheißungsvoll:

    Zwischen 1860 und 1861 verfasste Dickens den Roman Great Expectations, der thematisch viele Ähnlichkeiten mit David Copperfield aufweist. In diesem Kindheits- und Jugendroman, in dem er die eigenen bedrückenden Kindheitserlebnisse verarbeitete, thematisierte Charles Dickens das erbärmliche Leben von Menschen im England des 19. Jahrhunderts in einer außergewöhnlich verdichteten Atmosphäre. Er zeichnet ein lebendiges Gesellschaftsgemälde der Viktorianischen Zeit, in dem sich Charakteristika seiner Werke wie scharfe Beobachtungsgabe, psychologisches Feingefühl und Sozialkritik vereinen. Auch Elemente der Gothic Novel finden Verwendung. Dickens kritisierte in diesem Spätwerk das Gentleman-Ideal der von Materialismus und Moralheuchelei geprägten viktorianischen Gesellschaft. Die geradezu surrealistisch anmutende Erzähltechnik kündigt eine Hinwendung zur Moderne an.

    Für diejenigen unter uns, die im Mai 2014 hier in dieser Runde David Copperfield gelesen haben, wird dies also sicher eine spannende Neuentdeckung mit viel Potential zum Vergleich mit dem etwa 10 Jahre älteren Copperfield.

    Unsere Regeln wie immer:
    1. Bitte in den Leseabschnitten immer mit Spoilerhaken posten.
    2. Bitte immer mit Kategorie posten - in Eurem eigenen Interesse, sonst werden Eure Beiträge nämlich schnell nicht mehr gefunden.
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    Nummer zwei des Jahres in unserer Klassikerrunde ist "Große Erwartungen" von Charles Dickens. Nachdem Oliver Twist ja bereits recht beliebt war, bin ich gespannt, ob "Große Erwartungen" unsere eigenen großen Erwartungen auch erfüllen kann. ;o)

    Viel Spaß an alle!

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    Pressestimmen

    "Ein grandioser Roman, eines von den wenigen Büchern, die wirklich zur Sprache bringen, was es mit dem Leben auf sich hat." Orhan Pamuk
    "Noch heute ist Charles Dickens der populärste Romancier Großbritanniens. Jetzt lässt die Neuübersetzung seiner "Großen Erwartungen" von Melanie Walz sein Geheimnis erahnen." Markus Gasser, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.11
    "Ein reifes Meisterwerk. Charles Dickens zählt zu den Giganten." Hannes Stein, Die Welt
    "Kaum ein Roman ist besser geeignet, dem heutigen Leser die literarische und soziobiografische Modernität Charles Dickens' zu veranschaulichen wie "Große Erwartungen". Dass gerade dieser Roman zum 200. Geburtstag des englischen Giganten in der glanzvollen Neuübersetzung von Melanie Walz im Deutschen erschien, ist ein Glücksfall." Ursula März, Die Zeit, 02.02.12
    "Der Band ist als schöne Dünndruckausgabe gestaltet und ausgezeichnet kommentiert. Er gibt Gelegenheit, die heutige Höhe der Übersetzerkunst in Deutschland zu bewundern, nicht als isolierte Spitzenleistung, sondern als Standard." Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung, 04.02.12
    ".eine wunderbare Neuübersetzung von Melanie Walz (…) Ihr gelingt es, die Eleganz und den Witz der Vorlage beizubehalten und sie zugleich frisch klingen zu lassen." Daniela Zinser, taz, 07.02.12
    "Die zentrale Dickens-Neuübersetzung der Saison steuert der Hanser Verlag bei (…) Die Übersetzung von Melanie Walz besticht durch den perfekten Transport des hier extremen Sprachwitzes." Frankfurter Rundschau, 07.02.12

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