Charles Dickens Hard Times (BBC Radio Collection)

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Inhaltsangabe zu „Hard Times (BBC Radio Collection)“ von Charles Dickens

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  • Rezension zu "Hard Times (BBC Radio Collection)" von Charles Dickens

    Hard Times (BBC Radio Collection)

    sabisteb

    31. January 2012 um 15:36

    Fancy versus Fact. Mr. Gradgrind hat eine Leidenschaft: Fakten, Fakten, Fakten. In diesem Sinne erzieht er auch seine beiden Kinder Louisa, Tom, Adam, Malthus und Jane, deren Mutter sich nur um ihre eingebildeten Krankheiten kümmert. Ein recht freudloses Leben, gegen welches Louisa und Tom langsam aufzubegehren beginnen, indem sie heimlich den Zirkus besuchen. Mr. Gradgrind ist entsetzt. Er beschließt Nägel mit Köpfen zu machen, und Louisa mit Josiah Bounderby zu vermählen, einem ebenfalls faktenorientierten Mann; der zudem stolz darauf ist, ein self-made man zu sein. Louisa willigt aufgrund rationaler Gründe in die Ehe ein und Tom wird zu Bounderby in die Lehre geschickt. Dann ist da noch der Arbeiter Stephen Blackpool, der Rachael liebt, aber mit einer Alkoholikerin verheiratet ist, von der er sich auch nicht scheiden lassen kann. Hard Times ist Dickens kürzeste Novelle und wirkt auf mich unfertig. Vielleicht hat ihm die Geschichte selber aber auch nicht wirklich gefallen und er hatte keine Lust weiter an ihr zu arbeiten. Kurzum, ich wurde mit ihr nicht warm. Zum einen sind da die zwei Handlungsstränge um die Grandgrinds/Bounderbys und Stephen Blackpool, die auf sehr artifizielle Weise miteinander verknüpft werden, was sehr gewollt wirkt von denen man jenen um Stephen Blackpool prinzipiell hätte weglassen können, jedoch ist er der bessere von beiden, denn im Haupterzählstrang wird eine platte Geschichte einer unglücklichen Ehe erzählt. Louisa, zu jung als sie den 30 Jahre älteren Bounderby heiratete, erkennt mit der Zeit, dass sie ihn tatsächlich hasst. Ihr Bruder gerät zudem auf die schiefe Bahn und als wäre das nicht genug ist da noch Mr. Harthouse, der nur eines im Sinn hat, eine neue Kerbe in seinem Bettpfosten und Louisa ist seine auserkorene nächste Kerbe. Dazu noch ein wenig aufrührerische Sozialistische und kommunistische Parolen für die Rechte der Arbeiter, ein Bankraub und fertig ist die Räuberpistole. Rechte der Arbeiter und Sozialismus verkauften sich zu der Zeit wohl gerade gut, so dass man das dünne Geschichtchen damit bestens aufpeppen konnte. Das Ganze dann aber noch so richtig schön schwarz weiß gemalt, damit es auch der Dümmste noch kapiert. Da sind die fühlenden, liebenden, armen Arbeiter und auf der anderen Seite die reichen, schönen, blasierten und gefühllosen Industriellen. Dazu noch der Kontrast zwischen faktenbasiertem Wissen und Märchen und Träumen ohne einen Mittelweg, das war mir einfach zu viel. Da mögen die Sprecher noch so eine gute Leistung liefern und noch so charaktergerecht sprechen. Da mag die Umsetzung der Geschichte noch so Literaturgetreu sein, die Geschichte ist mir zu konstruiert, zu schwarz weiß, zu unfertig. Die Protagonisten bleiben bis auf Stephen Blackpool zweidimensional und der moralische Holzhammer ist so auffällig, dass er schon lächerlich wirkt. Keine Glanzleistung Dickens, aber ein sehr gutes BBC Hörspiel. Dennoch können die Sprecher nicht über die Mängel der Geschichte hinwegtrösten.

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