Oliver Twist

von Charles Dickens 
4,1 Sterne bei635 Bewertungen
Oliver Twist
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (501):
Cirillas avatar

Ich liebe Oliver, denn er entgegen der Ansicht, wie Männer zu sein haben ein sensibler Junge mit viel Gefühl.

Kritisch (24):
page394s avatar

Ja, es ist ein Klassiker, aber leider zieht er sich unendlich...

Alle 635 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Oliver Twist"

Der im Armenhaus aufgewachsene Waisen-Junge Oliver Twist wird als billige Arbeitskraft zum Leichenbestatter Sowerberry geschickt.

Anstatt sich auf Dauer ausbeuten zu lassen, tritt er lieber die Flucht am. Er lernt eine Bande von Kinder-Taschendieben kennen, die von dem Hehler Fagin organisiert wird. Oliver versucht sich selbst als Dieb, wird aber bereits nach kurzer Zeit von dem reichen Mr. Brownlow auf frischer Tat ertappt. Der entpuppt sich als gutherzig und nimmt Oliver bei sich auf, was Fagin wiederrum überhaupt nicht behagt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783936137996
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:407 Seiten
Verlag:Nova MD
Erscheinungsdatum:03.06.2016
Das aktuelle Hörbuch ist bei Dhv der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,1 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne233
  • 4 Sterne268
  • 3 Sterne110
  • 2 Sterne19
  • 1 Stern5
  • Sortieren:
    Sternenstaubfees avatar
    Sternenstaubfeevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein lesenswerter Klassiker!
    Oliver Twist

    Oliver Twist kommt im Armenhaus zur Welt; seine Mutter stirbt bei der Geburt. Er kommt ins Waisenhaus, wird dort ohne Liebe aufgezogen und gerät schließlich in die Hände einer Diebesbande. Oliver muss viele Abenteuer bestehen und lernt viele ganz unterschiedliche Menschen kennen, bis er schließlich endlich erfährt, wer seine Eltern waren und wer er eigentlich ist.  
     
    Diesen Klassiker wollte ich schon sehr lange lesen, habe mich aber nie so wirklich herangetraut. Nun habe ich aber endlich zu diesem Buch gegriffen und muss sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat!
    Ich mochte die Geschichte als auch die Sprache! Die Sprache ist etwas altertümlich, was ich sehr mochte! Sie passte zur Geschichte. Eine zu moderne Übersetzung wäre hier unpassend gewesen.

    Die Geschichte von Oliver hat mir sehr gefallen und ich habe mit ihm mitfühlen können, obwohl Oliver für mich gar nicht wirklich im Vordergrund stand. Andere Figuren wurden hier zum Teil viel lebendiger beschrieben. Es war vielmehr die ganze Atmosphäre, die mich so packen konnte.

    Mir hat es viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und ich möchte unbedingt noch weitere Werke von Charles Dickens lesen!
     

    Kommentieren0
    35
    Teilen
    Miri1135s avatar
    Miri1135vor 9 Monaten
    Schöner Klassiker

    Als Findelkind im Armenhaus einer englischen Kleinstadt aufgewachsen, flüchtet sich der junge Oliver Twist aus den Fängen seines brutalen Lehrherrn nach London. Doch im Moloch der Großstadt gerät er bald an den skrupellosen Hehler Fagin, der ein seltsames Interesse daran zu haben scheint, Oliver in die Welt des Verbrechens hineinzuziehen ...
    Meine Meinung:
    Ich bin sehr gut in die Geschichte reingekommen und war anfangs wirklich sehr schockiert über die Brutalität, die in diesem Buch beschrieben wird. Immer wieder schimmert auch ein wenig Sarkasmus von Dickens mit, welchen man aber auch erstmal als solchen erkennen muss.Auf der einen Seite, werden viele Gefühle beschrieben, auf der anderen, handelt Dickens aber ein Geschehen nach dem anderen in einem enormen Tempo ab.Das hat mir nicht besonders gut gefallen.Auch die Kapitelüberschriften habe ich als extrem störend empfunden, da sie wirklich alles verraten haben, was in den kurzen Kapiteln passiert.Trotzdem ist es eine schöne und mitfühlende Geschichte, welche sich für diese Zeit gut lesen lässt.Zum Ende hin fand ich das Buch aber einfach nur noch langweilig und langwierig.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Yolandes avatar
    Yolandevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wahrer Klassiker, der in keinem Bücherschrank fehlen sollte
    Ein wahrer Klassiker

    Charles Dickens gehört wohl zu den bedeutendsten Schriftstellern Englands. In seiner Kindheit musste er selbst große Armut am eigenen Leib erfahren, dass macht seine Schilderungen sehr authentisch. Oliver Twist ist der zweite Roman, den ich von ihm gelesen habe. 
    Inhalt (lovelybooks):Der Waisenjunge Oliver Twist wächst in kläglichem Elend auf und flieht schließlich aus dem Armenhaus, um sich einer Bande jugendlicher Diebe anzuschließen. Als er bei seinem ersten Diebeszug gefasst wird, trifft er auf den gutmütigen Mr. Brownlow, der sich seiner annimmt und sein Schicksal zum Guten wendet. 

    Wenn man den Namen "Oliver Twist" hört, denkt man sofort an eine tieftraurige Geschichte, Armut und Elend. Und gerade am Anfang werden alle Befürchtungen bestätigt. Allerdings werden die elenden Zustände von Dickens teilweise mit so beißender Ironie geschildert, dass man sich immer wieder beim Schmunzeln erwischt, aller Traurigkeit zum Trotz.Nach und nach entwickelt sich die Geschichte immer mehr zu einem spannenden Krimi. Man merkt dem Buch an, dass es ursprünglich als Fortsetzungsroman in einer Zeitung erschien. Dickens baut immer wieder fiese Cliffhanger ein und hat damit mit Sicherheit seine Leserschaft zur Verzweiflung getrieben. Manchmal wird die Geschichte sehr dramatisch und auch die Auflösung fand ich nicht ganz so überzeugend, das ist aber bei einem Klassiker des 19. Jahrhunderts verzeihlich.
    Fazit: Es hat mir großen Spaß gemacht, diesen Klassiker zu lesen, trotz kleinerer Schwächen. "Oliver Twist" gehört auf jeden Fall in jeden Bücherschrank.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    Ambermoons avatar
    Ambermoonvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Klassiker zum Lachen, Weinen und Mitfiebern in der typischen spitzfindigen und sozialkritischen Art Charles Dickens.
    Sozialkritisches Märchen, spannender Krimi und packendes Drama

    Oliver Twist war schon zu Lebzeiten einer der populärsten Romane von Charles Dickens. Dieser wurde von 1837 bis 1839 in 24 Folgen als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift „Bentley’s Miscellany“ herausgebracht.
    Bereits 1838 erschien die erste Buchausgabe und diese wurde bereits damals in viele Sprachen übersetzt. Noch bis kurz vor Charles Dickens Tod 1870, hielt dieser Lesungen zu diesem Roman abVon dieser Popularität hat dieser Roman bis heute nichts eingebüßt. Es werden immer weitere Neuerscheinungen publiziert, es gibt unzählige Bühnenstücke und auch den Weg zum Film hat dieser Roman gefunden und ich bin mir sicher, daß diese Faszination noch lange anhalten wird.

    Ich persönlich bin allgemein von Charles Dickens, von seinen Romanen und Kurzgeschichten fasziniert und es vergeht kein Weihnachten, an dem ich keinen Charles Dickens-Roman lese. Daher ist es für mich schwer eine Rezension zu verfassen, die dem Schriftsteller und in diesem Falle auch dem kleinen Oliver Twist, gerecht wird. Ich entschuldige mich schon im Voraus, falls ich diese Aufgabe nicht erfüllen sollte.

    Und nun begeben wir uns in die Welt des kleinen Oliver Twist.

    Fast jeder kennt die Geschichte rund um Oliver Twist, welcher in bitterer Armut zuerst im Waisenhaus und anschließend im Arbeitshaus aufwuchs und dabei Zeit seines jungen Lebens von kaltherzigen Aufsehern schikaniert und misshandelt wurde.
    Selbst als er in die Lehre eines Bestatters kommt, nimmt sein Leid kein Ende. Schließlich flüchtet der kleine Oliver nach London.
    In den düsteren Slums der Großstadt fällt der Junge dem gerissenen, wie auch skrupellosen Fagin in die Hände. Dieser ist so etwas wie der Don einer kleinen Diebesbande, mit allen Wassern gewaschen und ein wahrer Puppenspieler, wenn es darum geht andere dahingehend zu manipulieren damit sie das tun was er will.
    Dieser hat schon ein nahezu seltsame ausgeprägtes Interesse aus Oliver einen Verbrecher zu machen. Dieses Interesse scheint mit der Herkunft des Jungen zu tun zu haben. Woher stammt Oliver wirklich und wer waren seine Eltern?…(persönliche Inhaltsangabe)

    ✽✽✽✽✽✽✽✽✽✽

    Man mag es kaum glauben, aber Charles Dickens hat viel Autobiographisches in diese Geschichte fließen lassen.
    Er selbst wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und sein Vater saß im Marshalsea-Schuldgefängnis ein, nahm die Familie mit und Charles wurde gezwungen in einer Fabrik zu arbeiten.

    Dies ist auch der Grund der äußerst realistischen und präzisen Schilderungen der Verhältnisse in Armenhäusern, der unmenschlichen und kaltherzigen Behandlung von Armen und Schwachen, sowie des kriminellen Milieus. Als unpolitischer Moralist war es Dickens daher ein Anliegen diese Verhältnisse in seinen Romanen offen zu legen. Dies ist seine Art auf das vom Parlament beschlossene Armengesetz, in der materielle Zuwendungen an Bedürftige abgeschafft wurden, zu reagieren.

    Auf seine satirische und humoristische Art werden hier die ausführenden Organe, sowie die höhere Gesellschaft an den Pranger gestellt. Dies auf so skurrile und sarkastische Art und Weise, sodass man als Leser des Öfteren ein Schmunzeln auf den Lippen hat. Charles Dickens besaß wirklich einen sehr schwarzen und bösen Humor.
    Doch auch die packende Erzählweise und der Handlungsverlauf machen diesen Roman zu etwas besonderem. Dickens schafft es am Ende eines jeden Kapitels einen Cliffhanger einzubauen und die Handlung selbst entwickelt sich im Verlauf immer mehr zu einem spannenden Thriller. Hier macht Dickens auch nicht Halt einen brutalen Mord sehr bildhaft zu beschreiben, was ich bisher so überhaupt nicht von ihm kannte.
    Aber auch herzzerreißende und zu Tränen rührende Szenen sind inbegriffen, sowie melodramatische Szenen.
    Die Charaktere mögen zwar etwas überzeichnet und befremdlich sentimental wirken – die Guten sind unerträglich tugendhaft, die Bösen abgrundtief böse – aber auch dies trägt dazu bei, sich in die Zeit Charles Dickens versetzen zu lassen.

    Doch trotz durchaus stellenweise spannender Szenen, die an einen Thriller erinnern, besticht der Roman eher weniger durch den Plot, als durch die Thematisierung der damaligen Verhältnisse und Zustände der ärmlichen Bevölkerung und der Behandlung dieser durch die Gesellschaft. Dies erkennt man vor allem  gegen Ende des Romans an der scheinbar wirren Zusammenführung der Handlungsstränge und der darauffolgenden Auflösung, mit der ich nicht ganz so glücklich bin.

    Die Übersetzung dieser Aufgabe durch Gustaf Meyrink (1868-1932 / Österreichischer Schriftsteller [„Der Golem“] und Übersetzer). ist meiner Meinung nach die beste der bisher von mir gelesenen. Und das, obwohl dieser sehr viel mehr Sozialkolorit einbringt als es Charles Dickens getan hat.
    Meyrink bringt verschiedene Dialekte ein wie z.B. die typische Gossen- und Gaunersprache, welche sehr starke Züge des österreichischen Dialekts aufweist, sowie den typischen „jiddischen“ Slang. Dies ließ mich zusätzlich zu Charles Dickens‘ Sarkasmus mehrmals schmunzeln.

    Diese Ausgabe enthält auch 24 Illustrationen der Erstausgabe von dem damals sehr bekannten Karikaturisten George Cruikshank (1792-1878).

    Die dtv-Ausgabe beinhaltet auch ein äußerst interessantes Nachwort bezüglich der Entstehungsgeschichte dieses Romans, sowie eine biographische Zeittafel von Charles Dickens. Ein ausschlaggebender Grund für mich mir immer öfter einen Klassiker aus diesem Verlag zu zulegen.

    Fazit:
    Ein wunderschöner Dickens-Klassiker, der einem lachen, weinen und mitfiebern lässt und so viel mehr enthält als nur die Geschichte eines armen Waisenjungen. Es ist sozialkritischer Realismus mit humoristischen Zügen, der einem zum Nachdenken anregt.
    Daher eine absolute Leseempfehlung für alle Klassik-Liebhaber und solche die es werden wollen.

    © Pink Anemone (Rezension mit Bildern)





    Kommentare: 3
    103
    Teilen
    Federfees avatar
    Federfeevor 10 Monaten
    Sozialkritisch, spannend, manchmal zu melodramatisch

    Mir hat dieser Klassiker aus dem 19. Jahrhundert sehr gut gefallen: frisch, leicht zu lesen, manchmal bissig und sarkastisch, auch wenn er hin und wieder etwas zu melodramatisch wirkte und mit etwas zu vielen Zufällen gespickt war. Aber – so steht es im Nachwort, es war einer der ersten Romane, die Dickens geschrieben hat und es war einer, der in Fortsetzungen in einer Zeitschrift erschien. Das mag einiges Uneinheitliche erklären.

    Dickens, der schon zu Lebzeiten Erfolg mit der Schriftstellerei hatte, wusste, wovon er schrieb. Er selbst hatte als Zwölfjähriger in einer Schuhcremefabrik arbeiten müssen, weil sein Vater im Schuldgefängnis saß. Es waren schlimme Zeiten mit krassen Gegensätzen zwischen Arm und Reich und unsozialen, ungerechten Zuständen. Wie immer waren und sind es die Kinder, die es besonders hart trifft, in diesem Roman Waisenkinder, die in die Hände von ausbeuterischen Menschen oder gar Kriminellen gefallen sind.

    Es ist die Geschichte des Waisenjungen Oliver Twist, der eine armselige Kindheit in einem Arbeitshaus ertragen muss, nach London flieht und – naiv wie er ist – 'vom Regen in die Traufe kommt'. Er soll zum Taschendieb und Helfer von Einbrechern gemacht werden. Es gibt so manche geheimnisvollen Andeutungen und Enthüllungen zu Olivers Herkunft, überraschende Wendungen und dramatische Geschehnisse.

    Bei allem kommt dennoch der Humor nicht zu kurz, wenn Dickens skurrile Typen schildert und die Gesellschaft ziemlich bissig aufs Korn nimmt, manchmal ironisch und sarkastisch.

    Zu erwähnen sind noch die einerseits gelobte, andererseits ein wenig umstrittene Übersetzung von Gustav Meyrink (Autor des 'Golem'), der das Englisch des Juden Fagin als Jiddisch wiedergibt und die ursprünglichen Original-Illustrationen (Ausgabe dtv Verlag) von Cruikshank, einem Zeitgenossen Dickens. Im Anhang dieser Ausgabe gibt es Erläuterungen zum Roman und eine Zeittafel zu Dickens Leben.

    Alles in allem: ein lesenswerter Klassiker mit beißendem Humor und teilweise noch aktueller Gesellschaftskritik

    Kommentare: 4
    13
    Teilen
    Betsys avatar
    Betsyvor 10 Monaten
    Ein Waisenjunge, der sich in die Herzen der Leser schleicht

    Oliver Twist erzählt die Geschichte eines Jungen, der in einem Arbeitshaus zur Welt kommt und dessen Mutter gleich nach seiner Geburt stirbt. Oliver landet im Waisenhaus in dem bitteres Elend herrscht und flüchtet letztendlich nach einigen weiteren leidvollen Erfahrungen nach London. Dort gerät er in die schlechte Gesellschaft einer Diebesbande, die ihn zu einem der ihren machen will. Doch Oliver hat Glück und landet bei dem gutherzigen Mr. Brownlow der sich um ihn kümmert, doch nur allzu bald trennen sich ihre Wege wieder und Oliver muss erneut lernen wie böse die Welt sein kann, doch immer wieder gibt es einen Hoffnungsstrahl für Oliver und bald wird klar, dass sich um seine Herkunft wohl ein Geheimnis rankt, dass so mancher am liebsten auslöschen möchte. Dank seiner Freunde, die an seinem Schicksal Anteil nehmen, scheint sich für Oliver doch noch alles zum Guten zu wenden.

    Die Geschichte des Waisenjungen Oliver Twist rührt auch heute noch die Menschen und besticht vor allem durch Dickens Darstellung der damaligen Missstände, die sehr anschaulich aufzeigt wie Menschen ihre Macht missbrauchen und an den ärmsten und hilflosesten Geschöpfen auslassen. Diese teils zynischen Spitzen lockern hier dann auch das Buch um einiges auf und sorgen für ungläubiges Kopfschütteln, aber auch für ein paar sehr unterhaltsame Momente, wenn die Ironie wieder einmal voll durchkommt. 

    Anders als erwartet kann der Handlungsverlauf einem als Leser durchaus überraschen und fängt zwar recht traurig mit Olivers Start ins Leben und seinem Heranwachsen im Waisenhaus an, entwickelt sich aber mehr und mehr zu einem regelrechten Krimi mit Hang zum Melodramatischen und einem abschließendem recht rosaroten Ende in dem so gut wie jeder bekommt was er verdient und der glückliche Zufall in sehr großem Ausmaß seine Hand im Spiel hat, was man aber dem kleinen Oliver mit seinem reinen Herzen durchaus gönnt. 

    Der Schluss ist dann eine recht geballte Ladung an Informationen zur Auflösung und als Leser muss man sich dann auch ein wenig Zeit nehmen um dies alles sacken zu lassen. Auf den ersten Blick erscheint dann alles auch sehr schlüssig aufgelöst, wer allerdings noch ein wenig nachhakt merkt schnell, dass es durchaus ein paar Dinge gibt, die nicht so ganz stimmig sind.
    Zwischendurch gab es dann auch ein paar in die Länge gezogene Szenen und teilweise trieb es auch ein wenig dahin. Da diese Geschichte eigentlich als Fortsetzungsroman in einer Zeitung erschien, dürften einige dieser Dinge wohl auch darauf zurückzuführen sein. Ich persönlich hatte dann zumindest teilweise auch ein kleines Problem mit den Figuren und ihrer Beschreibung, da oftmals das Alter unerwähnt bleibt und man sich so ein eigenes Bild macht, welches dann im weiteren Verlauf aber nicht immer zu passen scheint, weil derjenige sich als älter oder auch jünger entpuppt als gedacht oder bis zum Schluss in dieser Hinsicht sehr schwer einschätzbar ist. Viele wirken hier deutlich reifer, was natürlich den damaligen Lebensumständen geschuldet ist, während Oliver trotz seiner eigenen schweren Kindheit noch recht unschuldig und naiv rüberkommt. Alles in allem reißt einem die Geschichte mit und man erlebt Höhen und Tiefen mit Oliver und freut sich für ihn, dass er doch ein paar Menschen findet, die ihn in ihr Herz schließen und sich liebevoll um ihn kümmern.

    Durch die Dialekte werden hier auch nochmal besonders die Unterschiede zwischen den Gesellschaftsschichten deutlich, selbst wenn dieser teilweise etwas gewöhnungsbedürftig ist. Der Zeit geschuldet ist hier auch der antisemitische Einfluss und dieser spiegelt sich vor allem in der Figur des zwielichtigen Juden Fagin, dem Anführer einer Diebesbande von heimatlosen Kindern wider, der hier quasi alle Vorurteile gegenüber Juden darstellt.

    Es gibt hier dann auch bei der ganzen Fülle an Figuren einige wirklich unterhaltsame Zeitgenossen und selbst jemand der hier nur in ein paar Sätzen vorkommt, schafft es den Leser bis ins innerste zu berühren und tiefe Emotionen zu wecken.

    Was mir hier leider nicht so gefallen hat ist, dass die Handlung während des letzten Drittel des Buches quasi um Oliver herum verläuft und er selbst erst am Ende wieder in Erscheinung tritt, auch wenn das Geheimnis um seine Abstammung immer noch das vorherrschende Thema ist. Dafür werden alle anderen Figuren in den Vordergrund gerückt und selbst welche mit denen man nicht mehr gerechnet hat, bekommen hier noch einen Auftritt und bestimmen das Geschehen.

    Fazit: Ein Klassiker, der mit einem liebenswerten Jungen aufwartet, der trotz all des Elends in seinem Leben niemals aufgibt und sich sein gutes Herz bewahrt. Dazu viel Sozialkritik, die sehr gut die damaligen Verhältnisse widerspiegelt und wohl nicht umsonst damals vielen sauer aufgestoßen ist. Die Handlung selbst verläuft durchaus anders als erwartet, rückt aber gegen Ende den Fokus für meinen Geschmack leider etwas zu sehr von Olivers Person weg, obwohl es immer noch um das Rätsel seiner Herkunft geht. Anfänglich emotional und düster, wird es immer mehr zu einem spannenden Krimi mit etlichen unangenehmen Zeitgenossen und schließt mit einem Ende ab in dem fast ein jeder das bekommt was er letztendlich verdient, auch wenn die Auflösung schon sehr geballt daher kommt und nur auf den ersten Blick alles zur vollsten Zufriedenheit abschließt. Ein Klassiker, der mit interessanten Figuren aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten, Romantik, Melodrama, Unterhaltung, Emotion, Brutalität, Sozialkritik und einer gehörigen Portion an Zufällen aufwartet.

    Kommentare: 2
    56
    Teilen
    page394s avatar
    page394vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ja, es ist ein Klassiker, aber leider zieht er sich unendlich...
    langatmig

    Eigentlich lese ich gerne ältere Bücher, mit der Sprache etc. habe ich keine Probleme. Nur sind, Klassiker hin oder her, manche von ihnen sehr, sehr langatmig. Das war auch bei Oliver Twist der Fall. Ich habe mich durch etwa ein Drittel des Buches gekämpft, was zwei Monate gedauert hat, und es dann der Bibliothek endlich zurückgegeben. Ich gehöre zwar zu den Menschen, die sich immer schlecht fühlen, wenn sie ein Buch nicht zuende lesen, aber ich hatte einfach keine Lust mehr – die Geschichte mag ja im Großen und Ganzen gut sein, aber Dickens' Schreibstil mit den vielen Dialekten und Umschreibungen ist einfach nicht meines. Wer damit kein Problem hat, dem gefällt Oliver Twist aber sicher! Die Gesellschaftskritik und der scharfsinnige Humor haben mich definitiv zum Schmunzeln gebracht, aber leider nicht ausgereicht, um Spannung oder Interesse aufzubauen.

    Kommentieren0
    62
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine herausragende Geschichte über einen Waisenjunge, der seinen Platz in der Welt sucht.
    Ein Waisenjunge findet seinen Weg im Leben


    Autor: Charles Dickens
    Übersetzer: Gustav Meyrink
    Seiten: 415
    Verlag: Anaconda
    ISBN: 978-3-86647-773-5


    Inhalt

    Der Roman beschreibt die Lebensgeschichte des Waisenjunge Oliver Twist. Dieser muss sich schon in jungen Jahren in der Welt behaupten. Er flüchtet aus dem Armenhaus und geht nach London. Dort gerät er in die Fänge des sowohl schmierigen als auch skrupellosen Hehlers Fagin. Dieser möchte Oliver in den Sumpf des Verbrechens hineinziehen. Ein Lichtschimmer in dieser grausamen Welt scheint für den jungen Oliver die Bekanntschaft mit Mr. Brownlow zu sein...

    Meine Meinung

    Charles Dickens ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Wie auch in seinen anderen Werken steht auch hier eine Figur aus der untersten Gesellschaftsschicht Englands im Vordergrund. Dabei besticht "Oliver Twist" durch viel skurrile Komik und zaubert dem Leser ab und zu ein kleines Lächeln auf das Gesicht. Gleichzeitig hält die Geschichte der englischen Gesellschaft einen Spiegel vor: Der Leiter des Armenhauses verliert am Ende - nach dem Herauskommen seiner dunklen Machenschaften - seine Stellung und landet somit selbst im Armenhaus. Fagin wird angeklagt und muss mit seiner Hinrichtung rechnen.

    Fazit

    Für mich ist Charles Dickens mit recht einer der herausragenden Autoren der englischen Literatur. "Oliver Twist" ist eine Geschichte der Gegensätze. Einmal befindet sich der Leser im tiefsten Moloch des Verbrechens, ein anderes Mal in der nobelsten Gegend Londons. Und mittendrin ist natürlich Oliver, der versucht das Richtige in jeder Situation zu tun. Dies macht für mich den besonderen Reiz der Geschichte aus. Beim Lesen konnte ich mich nicht Sattsehen. Somit kann ich dem Roman nur 5/5 Schnecken geben.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    KymLucas avatar
    KymLucavor 2 Jahren
    Oliver Twist

    Mit Oliver Twists Schicksal muss mensch einfach mitfühlen, denn er muss in seinem jungen Leben schon sehr viel Leid ertragen und hat es bei weitem nicht immer leicht.

    Ein Klassiker den mensch gelesen haben sollte.

    Kommentieren0
    37
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine herausragende Geschichte über einen Waisenjunge, der seinen Platz in der Welt sucht.
    Suche nach dem richtigen Platz in der Welt

    Autor: Charles Dickens
    Übersetzer: Gustav Meyrink
    Seiten: 415
    Verlag: Anaconda
    ISBN: 978-3-86647-773-5

    Inhalt

    Der Roman beschreibt die Lebensgeschichte des Waisenjunge Oliver Twist. Dieser muss sich schon in jungen Jahren in der Welt behaupten. Er flüchtet aus dem Armenhaus und geht nach London. Dort gerät er in die Fänge des sowohl schmierigen als auch skrupellosen Hehlers Fagin. Dieser möchte Oliver in den Sumpf des Verbrechens hineinziehen. Ein Lichtschimmer in dieser grausamen Welt scheint für den jungen Oliver die Bekanntschaft mit Mr. Brownlow zu sein...

    Meine Meinung

    Charles Dickens ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Wie auch in seinen anderen Werken steht auch hier eine Figur aus der untersten Gesellschaftsschicht Englands im Vordergrund. Dabei besticht "Oliver Twist" durch viel skurrile Komik und zaubert dem Leser ab und zu ein kleines Lächeln auf das Gesicht. Gleichzeitig hält die Geschichte der englischen Gesellschaft einen Spiegel vor: Der Leiter des Armenhauses verliert am Ende - nach dem Herauskommen seiner dunklen Machenschaften - seine Stellung und landet somit selbst im Armenhaus. Fagin wird angeklagt und muss mit seiner Hinrichtung rechnen.

    Fazit

    Für mich ist Charles Dickens mit recht einer der herausragenden Autoren der englischen Literatur. "Oliver Twist" ist eine Geschichte der Gegensätze. Einmal befindet sich der Leser im tiefsten Moloch des Verbrechens, ein anderes Mal in der nobelsten Gegend Londons. Und mittendrin ist natürlich Oliver, der versucht das Richtige in jeder Situation zu tun. Dies macht für mich den besonderen Reiz der Geschichte aus. Beim Lesen konnte ich mich nicht Sattsehen. Somit kann ich dem Roman nur 5/5 Sterne geben.

    Kommentieren0
    1
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Apfelgruens avatar
    Herzlich willkommen zur nächsten Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur".

    Zu meiner großen Freude :-) lesen wir nun das vierte Jahr in Folge im Dezember einen Roman von Charles Dickens, dieses Mal "Oliver Twist". Auch wenn von manchen zu hören war, dass dies ein außerordentlich trauriger Roman sei, hoffe ich doch, auch die typische dickens'sche Herzenswärme darin zu finden. :-)

    Jedenfalls freue ich mich sehr darauf, ihn mit euch zu lesen.

    Die Leserunde beginnt am 1.12.!
    DoreenGehrkes avatar
    Letzter Beitrag von  DoreenGehrkevor 10 Monaten
    Die Kriminellen kriegen das, was sie verdienen und das Puzzle um Olivers Identität wird zusammengesetzt. Ich finde, Charles Dickens hat das ziemlich gut hinbekommen - den Spannungsbogen am Ende noch mal eine Steigung zu geben und dann den Aha-Effekt auszulösen. Mr. Brownlow hat sich zu Olivers Retter entpuppt; nicht nur wegen der strategischen Planung und Umsetzung, Monks zu überführen und ihm die Pistole vor die Brust zu setzen, sondern auch, wie er, immerhin als bereits betagter Mann, auf der Brücke steht und die Leute (Polizei und Mob) motiviert, Sikes` Versteck zu stürmen, indem er eine Belohnung verspricht. Außerdem nimmt sich Mr. Brownlow Oliver an und wird sein Vormund; zieht mit ihm aufs Land, damit Oliver in Rosas Nähe leben kann. Charles Dickens hat hier, durch die Verwandtschaft zwischen Oliver und Rosa, eine Verbindung geschaffen, die allerdings etwas unwahrscheinlich rein zufällig daherkommt. Aber hey, es ist eine Geschichte mit Happy End, nicht nur für Oliver. Charles Dickens hat auch an den Jungen Karl Bates gedacht, der sich übermütig auf Sikes stürzt, während die älteren der Bande nur wie angewurzelt rumstehen; und dann, eingesperrt in einer Kammer, gibt der Junge durch das Fenster der Polizei noch Hinweise. Das Kind macht eine Ausbildung und wird der beste Viehhändler von Northhamptonshire - hier Dickens Verweis auf Bildung und guter Umgebung, wenn etwas aus einem werden soll. Die Geschichte endet mit der gleichen Figur, wie sie begonnen hat - mit Agnes, Olivers Mutter. Eine weiße Marmortafel in der Dorfkirche ganz in der Nähe von Olivers Zuhause gedenkt ihrer; und so, wie sie als geheimnisvolle Gestalt während der ganzen Zeit herumgeisterte, wacht ihr Geist nun über Olivers neues Zuhause. So endet die Geschichte um Oliver Twist - wunderbar. Doreen.
    Zur Leserunde
    rumble-bees avatar
    Die LovelyBooks Klassiker Zeitreise - Leserunde Nr. 1! Für unsere erste Leserunde der "Klassiker Zeitreise" haben wir das Mehrheitsurteil entscheiden lassen. Die meisten von euch haben sich für "Oliver Twist" entschieden, also möchten wir hiermit beginnen. Wichtig: Dieser Aufruf richtet sich nur an diejenigen, die sich auch im Hauptthema schon zu Wort gemeldet haben! Bitte bewerbt euch hier erneut konkret !!für diese Leserunde!! . Der Verlag stellt 10 Freiexemplare zur Verfügung, und wird die Leserunde durch 2 LektorInnen begleiten lassen. Schreibt bitte in eurer Bewerbung auch dazu, ob ihr eine Print-Ausgabe ODER ein E-Book gewinnen wollt. Beides ist hier möglich! Wenn ihr ein E-Book möchtet, gebt bitte auch an, welchen Reader ihr besitzt, und welche Formate dieser unterstützt. Das wird dann im Einzelfall von mir direkt mit den Verlagsmitarbeitern geklärt. Da wir uns ja schon im Hauptthema kennengelernt haben, möchte ich diese Bewerbungsfrist deutlich kürzer setzen. Es geht zunächst rein um die Ermittlung der Buchgewinner. Bis einschließlich Freitag habt ihr Zeit, euch hier für einen Buchgewinn zu melden. Willkommen zur tatsächlichen Leserunde sind natürlich auch diejenigen, die schon ein Exemplar besitzen! Dabei ist es zweitrangig, welche Ausgabe, oder welche Sprache, dies ist. Es geht darum, diese Geschichte neu zu entdecken. Verlost wird hier übrigens die Ausgabe in der Übersetzung von Gustav Meyrinck, die "an sich" schon wieder ein Klassiker in Deutschland ist. Beantwortet mir und dem Fischer Verlag doch als Bewerber bitte folgende Frage: Was wisst ihr über Oliver Twist und die Zeit, in der das Buch spielt? Ich freue mich schon jetzt auf anregende Diskussionen! Und jetzt legt mal los!
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks