Charles Dickens Oliver Twist

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Inhaltsangabe zu „Oliver Twist“ von Charles Dickens

Der Waisenjunge Oliver Twist wächst in kläglichem Elend auf und flieht schließlich aus dem Armenhaus, um sich einer Bande jugendlicher Diebe anzuschließen. Als er bei seinem ersten Diebeszug gefasst wird, trifft er auf den gutmütigen Mr. Brownlow, der sich seiner annimmt und sein Schicksal zum Guten wendet.

Charles Dickens großer Roman zieht den Leser bis heute mit Sprachwitz, Spannung und nicht zuletzt mit der schonungslos realistischen Schilderung der Armut im England seiner Zeit in seinen Bann.

Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.

Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der

Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.

Natürlich zurecht ein Klassiker, allerdings mit einigen Logikfehlern, Inkonsequenzen und Übertreibungen. Dennoch sozialkritisch u. humorvoll

— Schmiesen

Ja, es ist ein Klassiker, aber leider zieht er sich unendlich...

— page394

Ein zeitloser Klassiker, nur die Dialekte nerven mich.

— CherryLestrange

Dieses Buch ist ein Muss. Realistisch, traurig aber auch schön zugleich.

— Arabelle

Ein wichtiges und unterhaltsames Buch, das seinerzeit die Zustände des Sozialsystems stark kritisierte.

— littlestupidgod

Ein wunderbarer Klassiker. Schön und ehrlich geschrieben, wie schwer es ein Junge wie Oliver Twist hat.

— MamaSandra

Super Buch!!!!!!!!!!!!

— RickyThan

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So eine wunderschöne Geschichte für Kinder und Erwachsene, die einen zum Nachdenken bringt!

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  • Sozialkritisches Märchen, spannender Krimi und packendes Drama

    Oliver Twist

    Ambermoon

    11. December 2017 um 00:43

    Oliver Twist war schon zu Lebzeiten einer der populärsten Romane von Charles Dickens. Dieser wurde von 1837 bis 1839 in 24 Folgen als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift „Bentley’s Miscellany“ herausgebracht. Bereits 1838 erschien die erste Buchausgabe und diese wurde bereits damals in viele Sprachen übersetzt. Noch bis kurz vor Charles Dickens Tod 1870, hielt dieser Lesungen zu diesem Roman abVon dieser Popularität hat dieser Roman bis heute nichts eingebüßt. Es werden immer weitere Neuerscheinungen publiziert, es gibt unzählige Bühnenstücke und auch den Weg zum Film hat dieser Roman gefunden und ich bin mir sicher, daß diese Faszination noch lange anhalten wird. Ich persönlich bin allgemein von Charles Dickens, von seinen Romanen und Kurzgeschichten fasziniert und es vergeht kein Weihnachten, an dem ich keinen Charles Dickens-Roman lese. Daher ist es für mich schwer eine Rezension zu verfassen, die dem Schriftsteller und in diesem Falle auch dem kleinen Oliver Twist, gerecht wird. Ich entschuldige mich schon im Voraus, falls ich diese Aufgabe nicht erfüllen sollte. Und nun begeben wir uns in die Welt des kleinen Oliver Twist. Fast jeder kennt die Geschichte rund um Oliver Twist, welcher in bitterer Armut zuerst im Waisenhaus und anschließend im Arbeitshaus aufwuchs und dabei Zeit seines jungen Lebens von kaltherzigen Aufsehern schikaniert und misshandelt wurde. Selbst als er in die Lehre eines Bestatters kommt, nimmt sein Leid kein Ende. Schließlich flüchtet der kleine Oliver nach London. In den düsteren Slums der Großstadt fällt der Junge dem gerissenen, wie auch skrupellosen Fagin in die Hände. Dieser ist so etwas wie der Don einer kleinen Diebesbande, mit allen Wassern gewaschen und ein wahrer Puppenspieler, wenn es darum geht andere dahingehend zu manipulieren damit sie das tun was er will. Dieser hat schon ein nahezu seltsame ausgeprägtes Interesse aus Oliver einen Verbrecher zu machen. Dieses Interesse scheint mit der Herkunft des Jungen zu tun zu haben. Woher stammt Oliver wirklich und wer waren seine Eltern?…(persönliche Inhaltsangabe) ✽✽✽✽✽✽✽✽✽✽ Man mag es kaum glauben, aber Charles Dickens hat viel Autobiographisches in diese Geschichte fließen lassen. Er selbst wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und sein Vater saß im Marshalsea-Schuldgefängnis ein, nahm die Familie mit und Charles wurde gezwungen in einer Fabrik zu arbeiten. Dies ist auch der Grund der äußerst realistischen und präzisen Schilderungen der Verhältnisse in Armenhäusern, der unmenschlichen und kaltherzigen Behandlung von Armen und Schwachen, sowie des kriminellen Milieus. Als unpolitischer Moralist war es Dickens daher ein Anliegen diese Verhältnisse in seinen Romanen offen zu legen. Dies ist seine Art auf das vom Parlament beschlossene Armengesetz, in der materielle Zuwendungen an Bedürftige abgeschafft wurden, zu reagieren. Auf seine satirische und humoristische Art werden hier die ausführenden Organe, sowie die höhere Gesellschaft an den Pranger gestellt. Dies auf so skurrile und sarkastische Art und Weise, sodass man als Leser des Öfteren ein Schmunzeln auf den Lippen hat. Charles Dickens besaß wirklich einen sehr schwarzen und bösen Humor. Doch auch die packende Erzählweise und der Handlungsverlauf machen diesen Roman zu etwas besonderem. Dickens schafft es am Ende eines jeden Kapitels einen Cliffhanger einzubauen und die Handlung selbst entwickelt sich im Verlauf immer mehr zu einem spannenden Thriller. Hier macht Dickens auch nicht Halt einen brutalen Mord sehr bildhaft zu beschreiben, was ich bisher so überhaupt nicht von ihm kannte. Aber auch herzzerreißende und zu Tränen rührende Szenen sind inbegriffen, sowie melodramatische Szenen. Die Charaktere mögen zwar etwas überzeichnet und befremdlich sentimental wirken – die Guten sind unerträglich tugendhaft, die Bösen abgrundtief böse – aber auch dies trägt dazu bei, sich in die Zeit Charles Dickens versetzen zu lassen. Doch trotz durchaus stellenweise spannender Szenen, die an einen Thriller erinnern, besticht der Roman eher weniger durch den Plot, als durch die Thematisierung der damaligen Verhältnisse und Zustände der ärmlichen Bevölkerung und der Behandlung dieser durch die Gesellschaft. Dies erkennt man vor allem  gegen Ende des Romans an der scheinbar wirren Zusammenführung der Handlungsstränge und der darauffolgenden Auflösung, mit der ich nicht ganz so glücklich bin. Die Übersetzung dieser Aufgabe durch Gustaf Meyrink (1868-1932 / Österreichischer Schriftsteller [„Der Golem“] und Übersetzer). ist meiner Meinung nach die beste der bisher von mir gelesenen. Und das, obwohl dieser sehr viel mehr Sozialkolorit einbringt als es Charles Dickens getan hat. Meyrink bringt verschiedene Dialekte ein wie z.B. die typische Gossen- und Gaunersprache, welche sehr starke Züge des österreichischen Dialekts aufweist, sowie den typischen „jiddischen“ Slang. Dies ließ mich zusätzlich zu Charles Dickens‘ Sarkasmus mehrmals schmunzeln. Diese Ausgabe enthält auch 24 Illustrationen der Erstausgabe von dem damals sehr bekannten Karikaturisten George Cruikshank (1792-1878). Die dtv-Ausgabe beinhaltet auch ein äußerst interessantes Nachwort bezüglich der Entstehungsgeschichte dieses Romans, sowie eine biographische Zeittafel von Charles Dickens. Ein ausschlaggebender Grund für mich mir immer öfter einen Klassiker aus diesem Verlag zu zulegen. Fazit: Ein wunderschöner Dickens-Klassiker, der einem lachen, weinen und mitfiebern lässt und so viel mehr enthält als nur die Geschichte eines armen Waisenjungen. Es ist sozialkritischer Realismus mit humoristischen Zügen, der einem zum Nachdenken anregt. Daher eine absolute Leseempfehlung für alle Klassik-Liebhaber und solche die es werden wollen. © Pink Anemone (Rezension mit Bildern)

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  • Leserunde zu "Oliver Twist" von Charles Dickens

    Oliver Twist

    Apfelgruen

    Herzlich willkommen zur nächsten Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur".Zu meiner großen Freude :-) lesen wir nun das vierte Jahr in Folge im Dezember einen Roman von Charles Dickens, dieses Mal "Oliver Twist". Auch wenn von manchen zu hören war, dass dies ein außerordentlich trauriger Roman sei, hoffe ich doch, auch die typische dickens'sche Herzenswärme darin zu finden. :-)Jedenfalls freue ich mich sehr darauf, ihn mit euch zu lesen.Die Leserunde beginnt am 1.12.!

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    • 449

    Miamou

    10. December 2017 um 13:09
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    Federfee schreibt allerdings geht das zum Schluss alles ein bisschen holter-di-polter und ziemlich komprimiert. Was mir auch sehr gefallen hat, ist das Nachwort in der dtv-Ausgabe, das quasi eine Interpretation ...

    Ich finde auch, dass am Schluss alles recht schnell geht. Da hätte Dickens ruhig noch ein wenig ausschweifen dürfen. Aber gut...wir müssens so nehmen, wies is :-) Ich fand das Nachwort auch sehr ...

  • Sozialkritisch, spannend, manchmal zu melodramatisch

    Oliver Twist

    Federfee

    08. December 2017 um 15:14

    Mir hat dieser Klassiker aus dem 19. Jahrhundert sehr gut gefallen: frisch, leicht zu lesen, manchmal bissig und sarkastisch, auch wenn er hin und wieder etwas zu melodramatisch wirkte und mit etwas zu vielen Zufällen gespickt war. Aber – so steht es im Nachwort, es war einer der ersten Romane, die Dickens geschrieben hat und es war einer, der in Fortsetzungen in einer Zeitschrift erschien. Das mag einiges Uneinheitliche erklären.Dickens, der schon zu Lebzeiten Erfolg mit der Schriftstellerei hatte, wusste, wovon er schrieb. Er selbst hatte als Zwölfjähriger in einer Schuhcremefabrik arbeiten müssen, weil sein Vater im Schuldgefängnis saß. Es waren schlimme Zeiten mit krassen Gegensätzen zwischen Arm und Reich und unsozialen, ungerechten Zuständen. Wie immer waren und sind es die Kinder, die es besonders hart trifft, in diesem Roman Waisenkinder, die in die Hände von ausbeuterischen Menschen oder gar Kriminellen gefallen sind.Es ist die Geschichte des Waisenjungen Oliver Twist, der eine armselige Kindheit in einem Arbeitshaus ertragen muss, nach London flieht und – naiv wie er ist – 'vom Regen in die Traufe kommt'. Er soll zum Taschendieb und Helfer von Einbrechern gemacht werden. Es gibt so manche geheimnisvollen Andeutungen und Enthüllungen zu Olivers Herkunft, überraschende Wendungen und dramatische Geschehnisse.Bei allem kommt dennoch der Humor nicht zu kurz, wenn Dickens skurrile Typen schildert und die Gesellschaft ziemlich bissig aufs Korn nimmt, manchmal ironisch und sarkastisch.Zu erwähnen sind noch die einerseits gelobte, andererseits ein wenig umstrittene Übersetzung von Gustav Meyrink (Autor des 'Golem'), der das Englisch des Juden Fagin als Jiddisch wiedergibt und die ursprünglichen Original-Illustrationen (Ausgabe dtv Verlag) von Cruikshank, einem Zeitgenossen Dickens. Im Anhang dieser Ausgabe gibt es Erläuterungen zum Roman und eine Zeittafel zu Dickens Leben.Alles in allem: ein lesenswerter Klassiker mit beißendem Humor und teilweise noch aktueller Gesellschaftskritik

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    • 3
  • Ein Waisenjunge, der sich in die Herzen der Leser schleicht

    Oliver Twist

    Betsy

    07. December 2017 um 23:22

    Oliver Twist erzählt die Geschichte eines Jungen, der in einem Arbeitshaus zur Welt kommt und dessen Mutter gleich nach seiner Geburt stirbt. Oliver landet im Waisenhaus in dem bitteres Elend herrscht und flüchtet letztendlich nach einigen weiteren leidvollen Erfahrungen nach London. Dort gerät er in die schlechte Gesellschaft einer Diebesbande, die ihn zu einem der ihren machen will. Doch Oliver hat Glück und landet bei dem gutherzigen Mr. Brownlow der sich um ihn kümmert, doch nur allzu bald trennen sich ihre Wege wieder und Oliver muss erneut lernen wie böse die Welt sein kann, doch immer wieder gibt es einen Hoffnungsstrahl für Oliver und bald wird klar, dass sich um seine Herkunft wohl ein Geheimnis rankt, dass so mancher am liebsten auslöschen möchte. Dank seiner Freunde, die an seinem Schicksal Anteil nehmen, scheint sich für Oliver doch noch alles zum Guten zu wenden.Die Geschichte des Waisenjungen Oliver Twist rührt auch heute noch die Menschen und besticht vor allem durch Dickens Darstellung der damaligen Missstände, die sehr anschaulich aufzeigt wie Menschen ihre Macht missbrauchen und an den ärmsten und hilflosesten Geschöpfen auslassen. Diese teils zynischen Spitzen lockern hier dann auch das Buch um einiges auf und sorgen für ungläubiges Kopfschütteln, aber auch für ein paar sehr unterhaltsame Momente, wenn die Ironie wieder einmal voll durchkommt. Anders als erwartet kann der Handlungsverlauf einem als Leser durchaus überraschen und fängt zwar recht traurig mit Olivers Start ins Leben und seinem Heranwachsen im Waisenhaus an, entwickelt sich aber mehr und mehr zu einem regelrechten Krimi mit Hang zum Melodramatischen und einem abschließendem recht rosaroten Ende in dem so gut wie jeder bekommt was er verdient und der glückliche Zufall in sehr großem Ausmaß seine Hand im Spiel hat, was man aber dem kleinen Oliver mit seinem reinen Herzen durchaus gönnt. Der Schluss ist dann eine recht geballte Ladung an Informationen zur Auflösung und als Leser muss man sich dann auch ein wenig Zeit nehmen um dies alles sacken zu lassen. Auf den ersten Blick erscheint dann alles auch sehr schlüssig aufgelöst, wer allerdings noch ein wenig nachhakt merkt schnell, dass es durchaus ein paar Dinge gibt, die nicht so ganz stimmig sind.Zwischendurch gab es dann auch ein paar in die Länge gezogene Szenen und teilweise trieb es auch ein wenig dahin. Da diese Geschichte eigentlich als Fortsetzungsroman in einer Zeitung erschien, dürften einige dieser Dinge wohl auch darauf zurückzuführen sein. Ich persönlich hatte dann zumindest teilweise auch ein kleines Problem mit den Figuren und ihrer Beschreibung, da oftmals das Alter unerwähnt bleibt und man sich so ein eigenes Bild macht, welches dann im weiteren Verlauf aber nicht immer zu passen scheint, weil derjenige sich als älter oder auch jünger entpuppt als gedacht oder bis zum Schluss in dieser Hinsicht sehr schwer einschätzbar ist. Viele wirken hier deutlich reifer, was natürlich den damaligen Lebensumständen geschuldet ist, während Oliver trotz seiner eigenen schweren Kindheit noch recht unschuldig und naiv rüberkommt. Alles in allem reißt einem die Geschichte mit und man erlebt Höhen und Tiefen mit Oliver und freut sich für ihn, dass er doch ein paar Menschen findet, die ihn in ihr Herz schließen und sich liebevoll um ihn kümmern.Durch die Dialekte werden hier auch nochmal besonders die Unterschiede zwischen den Gesellschaftsschichten deutlich, selbst wenn dieser teilweise etwas gewöhnungsbedürftig ist. Der Zeit geschuldet ist hier auch der antisemitische Einfluss und dieser spiegelt sich vor allem in der Figur des zwielichtigen Juden Fagin, dem Anführer einer Diebesbande von heimatlosen Kindern wider, der hier quasi alle Vorurteile gegenüber Juden darstellt. Es gibt hier dann auch bei der ganzen Fülle an Figuren einige wirklich unterhaltsame Zeitgenossen und selbst jemand der hier nur in ein paar Sätzen vorkommt, schafft es den Leser bis ins innerste zu berühren und tiefe Emotionen zu wecken.Was mir hier leider nicht so gefallen hat ist, dass die Handlung während des letzten Drittel des Buches quasi um Oliver herum verläuft und er selbst erst am Ende wieder in Erscheinung tritt, auch wenn das Geheimnis um seine Abstammung immer noch das vorherrschende Thema ist. Dafür werden alle anderen Figuren in den Vordergrund gerückt und selbst welche mit denen man nicht mehr gerechnet hat, bekommen hier noch einen Auftritt und bestimmen das Geschehen.Fazit: Ein Klassiker, der mit einem liebenswerten Jungen aufwartet, der trotz all des Elends in seinem Leben niemals aufgibt und sich sein gutes Herz bewahrt. Dazu viel Sozialkritik, die sehr gut die damaligen Verhältnisse widerspiegelt und wohl nicht umsonst damals vielen sauer aufgestoßen ist. Die Handlung selbst verläuft durchaus anders als erwartet, rückt aber gegen Ende den Fokus für meinen Geschmack leider etwas zu sehr von Olivers Person weg, obwohl es immer noch um das Rätsel seiner Herkunft geht. Anfänglich emotional und düster, wird es immer mehr zu einem spannenden Krimi mit etlichen unangenehmen Zeitgenossen und schließt mit einem Ende ab in dem fast ein jeder das bekommt was er letztendlich verdient, auch wenn die Auflösung schon sehr geballt daher kommt und nur auf den ersten Blick alles zur vollsten Zufriedenheit abschließt. Ein Klassiker, der mit interessanten Figuren aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten, Romantik, Melodrama, Unterhaltung, Emotion, Brutalität, Sozialkritik und einer gehörigen Portion an Zufällen aufwartet.

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    • 2
  • langatmig

    Oliver Twist

    page394

    13. October 2017 um 18:35

    Eigentlich lese ich gerne ältere Bücher, mit der Sprache etc. habe ich keine Probleme. Nur sind, Klassiker hin oder her, manche von ihnen sehr, sehr langatmig. Das war auch bei Oliver Twist der Fall. Ich habe mich durch etwa ein Drittel des Buches gekämpft, was zwei Monate gedauert hat, und es dann der Bibliothek endlich zurückgegeben. Ich gehöre zwar zu den Menschen, die sich immer schlecht fühlen, wenn sie ein Buch nicht zuende lesen, aber ich hatte einfach keine Lust mehr – die Geschichte mag ja im Großen und Ganzen gut sein, aber Dickens' Schreibstil mit den vielen Dialekten und Umschreibungen ist einfach nicht meines. Wer damit kein Problem hat, dem gefällt Oliver Twist aber sicher! Die Gesellschaftskritik und der scharfsinnige Humor haben mich definitiv zum Schmunzeln gebracht, aber leider nicht ausgereicht, um Spannung oder Interesse aufzubauen.

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  • Ein Waisenjunge findet seinen Weg im Leben

    Oliver Twist

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. January 2017 um 14:08

    Autor: Charles Dickens Übersetzer: Gustav MeyrinkSeiten: 415Verlag: Anaconda ISBN: 978-3-86647-773-5Inhalt Der Roman beschreibt die Lebensgeschichte des Waisenjunge Oliver Twist. Dieser muss sich schon in jungen Jahren in der Welt behaupten. Er flüchtet aus dem Armenhaus und geht nach London. Dort gerät er in die Fänge des sowohl schmierigen als auch skrupellosen Hehlers Fagin. Dieser möchte Oliver in den Sumpf des Verbrechens hineinziehen. Ein Lichtschimmer in dieser grausamen Welt scheint für den jungen Oliver die Bekanntschaft mit Mr. Brownlow zu sein...Meine MeinungCharles Dickens ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Wie auch in seinen anderen Werken steht auch hier eine Figur aus der untersten Gesellschaftsschicht Englands im Vordergrund. Dabei besticht "Oliver Twist" durch viel skurrile Komik und zaubert dem Leser ab und zu ein kleines Lächeln auf das Gesicht. Gleichzeitig hält die Geschichte der englischen Gesellschaft einen Spiegel vor: Der Leiter des Armenhauses verliert am Ende - nach dem Herauskommen seiner dunklen Machenschaften - seine Stellung und landet somit selbst im Armenhaus. Fagin wird angeklagt und muss mit seiner Hinrichtung rechnen. FazitFür mich ist Charles Dickens mit recht einer der herausragenden Autoren der englischen Literatur. "Oliver Twist" ist eine Geschichte der Gegensätze. Einmal befindet sich der Leser im tiefsten Moloch des Verbrechens, ein anderes Mal in der nobelsten Gegend Londons. Und mittendrin ist natürlich Oliver, der versucht das Richtige in jeder Situation zu tun. Dies macht für mich den besonderen Reiz der Geschichte aus. Beim Lesen konnte ich mich nicht Sattsehen. Somit kann ich dem Roman nur 5/5 Schnecken geben.

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  • Oliver Twist

    Oliver Twist

    KymLuca

    13. December 2016 um 19:57

    Mit Oliver Twists Schicksal muss mensch einfach mitfühlen, denn er muss in seinem jungen Leben schon sehr viel Leid ertragen und hat es bei weitem nicht immer leicht.

    Ein Klassiker den mensch gelesen haben sollte.

  • Suche nach dem richtigen Platz in der Welt

    Oliver Twist

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. October 2016 um 11:15

    Autor: Charles Dickens Übersetzer: Gustav MeyrinkSeiten: 415Verlag: Anaconda ISBN: 978-3-86647-773-5 Inhalt Der Roman beschreibt die Lebensgeschichte des Waisenjunge Oliver Twist. Dieser muss sich schon in jungen Jahren in der Welt behaupten. Er flüchtet aus dem Armenhaus und geht nach London. Dort gerät er in die Fänge des sowohl schmierigen als auch skrupellosen Hehlers Fagin. Dieser möchte Oliver in den Sumpf des Verbrechens hineinziehen. Ein Lichtschimmer in dieser grausamen Welt scheint für den jungen Oliver die Bekanntschaft mit Mr. Brownlow zu sein... Meine Meinung Charles Dickens ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Wie auch in seinen anderen Werken steht auch hier eine Figur aus der untersten Gesellschaftsschicht Englands im Vordergrund. Dabei besticht "Oliver Twist" durch viel skurrile Komik und zaubert dem Leser ab und zu ein kleines Lächeln auf das Gesicht. Gleichzeitig hält die Geschichte der englischen Gesellschaft einen Spiegel vor: Der Leiter des Armenhauses verliert am Ende - nach dem Herauskommen seiner dunklen Machenschaften - seine Stellung und landet somit selbst im Armenhaus. Fagin wird angeklagt und muss mit seiner Hinrichtung rechnen. Fazit Für mich ist Charles Dickens mit recht einer der herausragenden Autoren der englischen Literatur. "Oliver Twist" ist eine Geschichte der Gegensätze. Einmal befindet sich der Leser im tiefsten Moloch des Verbrechens, ein anderes Mal in der nobelsten Gegend Londons. Und mittendrin ist natürlich Oliver, der versucht das Richtige in jeder Situation zu tun. Dies macht für mich den besonderen Reiz der Geschichte aus. Beim Lesen konnte ich mich nicht Sattsehen. Somit kann ich dem Roman nur 5/5 Sterne geben.

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  • Jeder sollte es mindestens kennen...

    Oliver Twist

    RickyThan

    05. January 2016 um 17:17

    ... Oliver Twist ist ein Klassiker und ist sehr bekannt. Jeder sollte es gelesen haben denn es beschreibt die Armut sehr genau

  • Ein Stück Weltliteratur - sicher aber kein Kinderbuch

    Oliver Twist

    Makollatur

    06. October 2015 um 15:30

    Das 1837/38 erschienene Werk "Oliver Twist" schildert das Schicksal des Waisenjungen Oliver im London des frühen 19. Jahrhunderts. In bemerkenswert lebendigen Bildern schildert der Erzähler die krassen Kontraste im industriellen England, in dem es nur zwei soziale Pole zu geben scheint: die Reichen Bildungsbürger und die Armen, die sich mit Hilfe von Raub und Diebstahl behelfen müssen. Olivers Lebensweg scheint in die letzte Kategorie zu weisen, hat er als elternloses Kind doch nur geringste Chancen, das Prekariat zu überwinden. Schnell gelangt er in die Fänge krimineller Elemente, die ihn tiefer und tiefer in den Sumpf des Verbrechens ziehen. Die Frage, welcher der Text nachgeht, behandelt die Erlösung des Jungen aus eben diesem Milieu und der Bestrafung jener Personen, die seine Existenz aus niederen Beweggründen zu zerstören trachten. Neben dieser spannenden Geschichte um einen kleinen Jungen sind es die durch die Sprachgewalt Dickens' evozierten Bilder, welche das Leseerlebnis durchaus positiv gestalten. Abzüge sind aber in der offen dargestellten Gewalt innerhalb des Clans der Ganoven ebenso zu machen wie in der Charakterzeichnung des Anführers bzw. der wichtigsten Person dieser Personengruppe: es handelt sich hierbei um einen Mann jüdischer Abstammung, dessen Wesen so sehr den Klischees des kriminellen "Finanzjudentums" entspricht, wie sie später von anderer Stelle aufs übelste missbraucht wurden. Ohne Dickens Absicht zu unterstellen, bleibt die Charakterisierung dieser Figur nach heutigem Maßstab problematisch und sollte bei der Lektüre unbedingt kritisch betrachtet werden. Für adulte Rezipienten ist das Buch durchaus geeignet, für Kinder aber nur mit entsprechender Vorbehandlung oder Betreuung.

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  • Einfach wundervoll

    Oliver Twist

    MissWatson76

    Als ich das Buch zum ersten Mal las, war ich hinterher schon irgendwie berührt und ein wenig entsetzt, wieviel Wahrheit und Düsternis es in der Welt doch gibt, von der wir kaum etwas mitbekommen. Natürlich war zu Charles-Dickens-Zeiten ja noch alles ein wenig etwas anders. Aber im Grunde gibt es leider heute noch genau solche Menschen wie damals, schlechte aber zum Glück auch gute wie Oliver Twist. Natürlich könnte man jetzt sagen, er sei einfach zu gut für diese Welt. Aber er ist ein Junge und das Strahlen lässt man ihm gerne und kauft es ihm nur zu gerne ab. Es ist eine wundervolle, gut durchdachte, liebevolle Geschichte, die einem einfach ans Herz gehen muss und die man immer und immer wieder lesen oder auch hören kann. Und man hat jedes Mal hinterher ein schönes Gefühl und vielleicht ein kleines bisschen Weihnachtsgefühl im Herzen. Also jemanden etwas gutes tun zu müssen ;-). Aber lesen kann man es auch zu jeder Jahreszeit.

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    • 2
  • Rezension "Oliver Twist"

    Oliver Twist

    Mona90

    22. June 2015 um 21:37

    Die Geschichte Nach langer Zeit hatte ich mal wieder Lust ein Kinderbuchklassiker zu lesen und da "Oliver Twist" sowieso noch ungelesen in meinem Regal stand, bot es sich wunderbar dafür an. Es ist das erste Buch, welches ich von Charles Dickens lese und es hat mir ganz gut gefallen. Zwar gehört es nicht zu meinen Lieblingen unter den Klassikern und Kinderbüchern, aber es hat eine durchaus lesenswerte Geschichte. Was mir besonders gut gefallen hat, war die Atmosphäre des alten Londons in diesem Buch. Ich finde das unheimlich interessant und mag diesen altmodischen Stil sehr gerne. Trotzdem ist solch eine Geschichte, wie sie Oliver Twist passiert, in unserer heutigen Gesellschaft fast undenkbar. Natürlich gibt es immer wieder Ausnahmen, aber nicht mehr in solch einem Ausmaß wie damals. Das hat mich sehr bewegt. Ich denke, mehr brauche ich zum Inhalt nicht sagen, denn jeder kennt die Geschichte oder hat zumindest schon mal davon gehört. Ich weiß allerdings nicht, ob es sich heutzutage noch als reines Kinderbuch eignet. Dafür ist das Buch, meiner Meinung nach, zu langwierig und für Kinder vermutlich zu uninteressant. Zum Schluss geht es sogar eher in die Krimispate, was mir aber gut gefallen hat, denn die Auflösung war super durchdacht. Fazit Ich kann die Geschichte nur jedem ans Herz legen, der sich für die damalige Zeit interessiert. Allein für dieses Feeling lohnt es sich schon das Buch zu lesen. Ein Klassiker, den ich allerdings eher älteren Kindern oder Jugendlichen empfehlen würde. Als Erwachsener ist man natürlich auch nie zu alt dafür. ;)  

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  • Rezension zu "Oliver Twist"

    Oliver Twist

    littleowl

    23. April 2015 um 21:46

    Inhalt: Als Waisenkind wächst Oliver Twist unter miserablen Bedingungen in einem Waisenhaus auf. Nachdem er eine Lehre als Sargtischler angefangen hat, fasst er kurz Hoffnung, doch die Frau seines Meisters und die anderen Angestellten machen ihm das Leben schwer. Schließlich flieht Oliver in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach London. Dort gerät er jedoch in die Fänge des dubiosen Fagin, der Straßenkinder zu Dieben ausbildet und daran selbst kräftig mitverdient. Als Oliver erkennt, in was er hineingeraten ist, ist es schon zu spät, denn Fagin hat nicht vor, ihn mit diesem Wissen wieder gehen zu lassen. Schreibstil: Wie bei einem Klassiker nicht anders zu erwarten, ist der Schreibstil ein bisschen altmodisch, aber noch gut zu lesen. Besonders gut gefallen haben mir die tollen, atmosphärischen Beschreibungen von London. Man kann sich alle Schauplätze und auch die Figuren gut vorstellen. Der Roman gewährt einen Einblick in das Leben zur damaligen Zeit und rückt das verklärte Bild zurecht, das manch einer aus Jane Austens Romanen hat. Dickens zeigt eindrücklich soziale Missstände auf und übt deutlich Gesellschaftskritik. Positiv überrascht war ich von seinem wunderbaren, feinsinnigen Humor. Der Autor nimmt die Scheinheiligkeit und Heuchelei in der Gesellschaft mit viel Ironie aufs Korn. Handlung: Oliver steht zwar im Mittelpunkt der Geschichte, aber auf seinem Weg begegnet er den verschiedensten Menschen und wir bekommen einen Einblick in das Schicksal zahlreicher Personen. Dadurch gibt es natürlich ziemlich viele Handlungsstränge, was mich jedoch nicht gestört hat, weil jeder für sich interessant ist. Olivers Schicksal ist für mich teilweise fast in den Hintergrund getreten, weil mich manche Nebenfiguren noch mehr fasziniert haben. Am Ende werden alle Nebenhandlungen in einem spannenden Finale zusammengeführt, das zum Glück auch nicht allzu kitschig ausgefallen ist. Charaktere: Ausgerechnet der Protagonist Oliver ist für mich ein bisschen blass geblieben, weil er einfach von anderen, vielschichtigeren Figuren überstrahlt wird. Oliver ist herzensgut, unschuldig und eigentlich immer in der Opferrolle, es gibt also keinen Grund, ihn nicht zu mögen. Trotzdem habe ich nicht wirklich einen Draht zu ihm bekommen, ein paar Ecken und Kanten hätten hier wohl gutgetan. Dickens ist anscheinend dann besonders gut, wenn es darum geht, Bösewichte zu erschaffen. Dubiose Gestalten wie Fagin und SIkes, mit denen Oliver es zu tun bekommt, sind die Figuren, die am meisten im Gedächtnis hängen bleiben. Sehr berührt hat mich das Schicksal von Nancy, die ihr Herz wider besseren Wissens an den Schurken Sikes gehängt hat und teuer dafür bezahlen muss. Auch sonst sind alle Nebenfiguren gut ausgearbeitet. Der Autor schafft es, jeder etwas Einzigartiges und Unverwechselbares mitzugeben. Fazit: Zu Recht ein Klassiker und ein Muss für alle, die sich für das viktorianische England interessieren.

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  • Charles Dickens - der große, mutige Gesellschaftskritiker

    Oliver Twist

    Wortmagie

    22. January 2015 um 17:02

    „Oliver Twist“ ist Charles Dickens‘ zweiter Roman, der 1838 erstmalig als Gesamtausgabe erschien. Bereits von 1837 bis 1839 wurde das Werk als Fortsetzungsgeschichte in der Zeitschrift „Bentley’s Miscellany“ veröffentlicht, weil sich nur wenige LeserInnen dieser Zeit eine vollständige Romanausgabe leisten konnten. Trotz des Erfolgs des Buches musste Dickens für seine ungeschönte, realitätsnahe Darstellung der Lebensumstände der Armen und der Kriminalität in London sehr viel Kritik einstecken. So viel, dass er sich 1841 genötigt sah, anlässlich der dritten Auflage von „Oliver Twist“ ein Vorwort zu verfassen, indem er deutlich und unnachgiebig zu seinen Beschreibungen stand. Er schrieb, er habe kein Interesse daran, diejenigen zu unterhalten, die zu „feinfühlig“ seien, um die Hässlichkeit der Realität zu ertragen. Am Beispiel des kleinen Oliver habe er zeigen wollen, „wie das Prinzip des Guten alle widrigen Umstände überdauert und schließlich triumphiert“. Mit diesem Vorwort, das meiner Ausgabe von „Oliver Twist“ angehängt ist, stieg Dickens in meiner Achtung ins Unermessliche. Ich bin zutiefst beeindruckt davon, dass er sich dem gesellschaftlichen Druck nicht beugte und „Oliver Twist“ genauso ließ, wie es war, damit ich, über 170 Jahre später, einen detaillierten Eindruck von London während der Frühindustrialisierung erhalten konnte. Im Armenhaus geboren, als Waise unter der strengen Knute der Gemeinde aufgewachsen, erfährt der kleine Oliver Twist früh, dass das Leben für die weniger Gesegneten viel Unrecht bereithält. Als er es nicht mehr aushält, läuft er davon – fort ins meilenweit entfernte London. In der großen Stadt wird Oliver mit Leid, Elend und Verderbtheit konfrontiert; er trifft auf das personifizierte Laster, dem die Worte Anstand und Rechtschaffenheit völlig fremd sind. Trotz dessen wünscht sich Oliver nichts sehnlicher, als dazuzugehören. Schon bald muss er allerdings einsehen, dass sich die Kriminalität stets selbst am nächsten ist und wenig Platz für die Hoffnungen und Träume eines kleinen Jungen bietet. Doch Oliver hat Glück im Unglück und erlebt Wohltätigkeit und Güte, als er es am wenigsten erwartet. Niemals hätte ich den Wert dieses Romans erkannt, hätte ich nicht das Nachwort meiner Ausgabe von Rudolf Marx gelesen. Ich brauchte seine Ausführungen, um meine Aufmerksamkeit in die richtige Richtung zu lenken. Ich bin begeistert von Dickens‘ Humor, seiner Ironie und seinem Sarkasmus, doch während des Lesens war ich komplett von Olivers Figur eingenommen. Es beschäftigte mich ungemein, dass dieser kleine Junge so blass, passiv und leidenschaftslos ist. Oliver hat keinen Funken Feuer im Leib, er ist nicht durchtrieben, verwegen oder abenteuerlustig. Tatsächlich ist er wohl einer der langweiligsten Charaktere, die mir je begegnet sind; bar jeder Entwicklung bleibt er den ganzen Roman über ein tugendhafter kleiner Engel. Aus dieser Perspektive hätte ich das Wichtigste beinahe übersehen: Dickens‘ unglaublich mutige, tiefgreifende Gesellschaftskritik. Zu Zeiten der Frühindustrialisierung entfaltete sich der Konflikt zwischen den untersten Gesellschaftsschichten und dem Gesetz mit voller Wucht; in „Oliver Twist“ beschreibt Charles Dickens beherzt diese Spannungen und deren Konsequenzen. Er portraitiert Elend und Armut zwingend und eindringlich, wendet die Augen nicht ab von Hässlichkeit und Verderbtheit und stach genau dort hinein, wo es den Mittelstand am meisten schmerzte. Man kann „Oliver Twist“ nicht lesen, ohne den geschichtlichen Kontext im Auge zu behalten, denn nur so wird deutlich, welche beabsichtigte Wirkung der Roman hatte. Dickens führte seinen LeserInnen unbarmherzig all das vor Augen, was sie im Alltag nicht sehen wollten: bittere Armut, Leid, Kriminalität, Prostitution, Gewalttätigkeit – aber auch den Anteil des Unterdrücker-Staates und der Mittelschicht an diesen Zuständen. Menschen wie seine Figur des Gemeindedieners Mr. Bumble, die kleingeistigen Vollstrecker grausamer, ungerechter Gesetze, waren es, die erheblich zur Not der Ärmsten der Armen beitrugen. Trotz dessen konnte Dickens nicht aus seiner Haut. So detailliert und ehrlich seine Darstellung des Abschaums der Gesellschaft ist, so ungenau und verschleiernd ist hingegen sein Bild der Mittelklasse. Oliver trifft auf mehrere Vertreter dieser Schicht; sie sind durchweg mildtätige, herzensgute Wohltäter, über deren wahre Lebensumstände die LeserInnen nur sehr wenig erfahren. Das ist nicht realistisch, ebenso wenig wie die Tatsache, dass Oliver völlig unbeeindruckt ist von den Umständen, in denen er aufwächst. Er scheint immun gegen jegliche Art von Laster und Sünde zu sein, was für die höchst konstruierte Geschichte seines Lebens jedoch unumgänglich ist, denn andernfalls wäre es dem Autor nicht möglich gewesen, den Gegensatz zu den „Bösen“ so klar herauszuarbeiten. Diese kommen bei Dickens nicht gut weg; er bestraft sie für all ihre Verbrechen (wozu auch gehört, gegen Olivers Glück gearbeitet zu haben) unheimlich hart und brutal. Die einzige Ausnahme ist der Dieb Charley Bates, der letztendlich sein Leben umkrempelt und zu einem wertvollen Gesellschaftsmitglied wird. Ich fragte mich ernstlich, warum Dickens dieser einen Figur einen Ausweg und eine Zukunft gab und glaube, es ging ihm darum, zu zeigen, dass Läuterung durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Vielleicht glaubte Dickens daran, dass selbst der schlechteste Mensch sich noch ändern kann. Ich finde es schade, dass er Charley davon kommen ließ, meine liebste Figur jedoch ebenso gnadenlos bestrafte wie alle anderen auch: Nancy. Nancy war für mich die Schlüsselfigur des Romans, mit der ich am meisten mitfühlen konnte. Sie vereint all das, was mir in Oliver fehlte, der zwar der Protagonist der Geschichte ist, aber keinesfalls ihr Held. Nancy ist meines Erachtens nach die Heldin des Romans. Eine junge, verzweifelte, eindeutig verdorbene Prostituierte berührte mein Herz. Wer hätte das gedacht? „Oliver Twist“ entsprach absolut nicht meinen Erwartungen. Ich hatte mit weit mehr Abenteuer gerechnet und auch mit einer anderen Form von Humor. Die Figur des Oliver enttäuschte mich, doch glücklicherweise konnte Rudolf Marx mich im Nachwort auf das aufmerksam machen, was dieses Buch außergewöhnlich und beeindruckend macht. Wenn ihr eines Tages auch einmal zu diesem Klassiker der Literatur greifen solltet, vergesst niemals, in welcher Zeit er entstanden ist. Akzeptiert, dass Oliver kein Held ist, sondern nur die Leinwand einer Geschichte, deren privates Schicksal bei weitem nicht so wichtig ist wie ihre gesellschaftlichen Implikationen. Charles Dickens war ein bewundernswerter, mutiger Autor, der es nicht nur verdient hat, in den Literatur-Bestenlisten der Welt aufzutauchen, sondern auch, gelesen zu werden.

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. Teilnehmer: 0VELVETVOICE0 19angelika63 (1/40) 78sunny (40 / 40) AberRush (30 / 30) Aduja 1(2/20) Aglaya (40 / 40) Agnes13 (40/40) Ajana (14/20) Alchemilla (1/40) Aleida (30 / 30) allegra (20 / 20) Alondria (22 / 20) Amaryllion (13/20) Amelien (19/20) ANATAL (31/30) andymichihelli (40/40) angi_stumpf (40 / 40) Aniday (36 / 30) Annilane (0/30) Anniu (16/30) anra1993 (33/40) Anruba (33/40) anybody (13/40) apfel94 (0/40) Arachn0phobiA (40 / 40) Aria_Buecher (15/40) Arizona (22/20) Ascheflocken (12/40) AuroraBorealis (14/20) Ayda (3/20) baans (8/30) Backfish (7/20) Bambi-Nini (25/20) ban-aislingeach Belicha (2/20) Bella233 (40 / 40) Bellis-Perennis (40 / 40) BethDolores (0/40) BiancaWoe (8/20) Bibliomania (32 / 30) Birgit1985 (20 / 20) black_horse (40 / 40) blauerklaus (24/20) Bluebell2004 (35/20) BlueSunset (36/30) bookgirl (30/40) Bookling (0/20) bookscout (33/30) Bookwormy (3/20) Bosni (21/20) buchfeemelanie (18/30) Buchgeborene (1/40) Buchgespenst (30 / 30) 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    • 8480

    disadeli

    08. January 2015 um 20:18
    Snordbruch schreibt Für alle, die auch gerne mal Klassiker lesen: C.D. Charles Dickens. Oder aber für Fans von Kinderbüchern: O.P. Ottfried Preußler . Habe von beiden noch ungelesene Bücher im Regal und konnte ...

    Danke, das ist ein Supertipp! Ich tue mich nämlich echt schwer, etwas passendes zu diesem Thema auf meinem SuB zu finden. Und eine Anschaffung der von dir genannten wäre nichts, was mich ...

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