Charles Dickens Oliver Twist

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Inhaltsangabe zu „Oliver Twist“ von Charles Dickens

Der Waisenjunge Oliver Twist wächst in kläglichem Elend auf und flieht schließlich aus dem Armenhaus, um sich einer Bande jugendlicher Diebe anzuschließen. Als er bei seinem ersten Diebeszug gefasst wird, trifft er auf den gutmütigen Mr. Brownlow, der sich seiner annimmt und sein Schicksal zum Guten wendet.

Charles Dickens großer Roman zieht den Leser bis heute mit Sprachwitz, Spannung und nicht zuletzt mit der schonungslos realistischen Schilderung der Armut im England seiner Zeit in seinen Bann.

Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.

Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der

Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.

Ja, es ist ein Klassiker, aber leider zieht er sich unendlich...

— page394

Ein zeitloser Klassiker, nur die Dialekte nerven mich.

— CherryLestrange

Dieses Buch ist ein Muss. Realistisch, traurig aber auch schön zugleich.

— Arabelle

Ein wichtiges und unterhaltsames Buch, das seinerzeit die Zustände des Sozialsystems stark kritisierte.

— littlestupidgod

Ein wunderbarer Klassiker. Schön und ehrlich geschrieben, wie schwer es ein Junge wie Oliver Twist hat.

— MamaSandra

Super Buch!!!!!!!!!!!!

— RickyThan

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  • langatmig

    Oliver Twist

    page394

    13. October 2017 um 18:35

    Eigentlich lese ich gerne ältere Bücher, mit der Sprache etc. habe ich keine Probleme. Nur sind, Klassiker hin oder her, manche von ihnen sehr, sehr langatmig. Das war auch bei Oliver Twist der Fall. Ich habe mich durch etwa ein Drittel des Buches gekämpft, was zwei Monate gedauert hat, und es dann der Bibliothek endlich zurückgegeben. Ich gehöre zwar zu den Menschen, die sich immer schlecht fühlen, wenn sie ein Buch nicht zuende lesen, aber ich hatte einfach keine Lust mehr – die Geschichte mag ja im Großen und Ganzen gut sein, aber Dickens' Schreibstil mit den vielen Dialekten und Umschreibungen ist einfach nicht meines. Wer damit kein Problem hat, dem gefällt Oliver Twist aber sicher! Die Gesellschaftskritik und der scharfsinnige Humor haben mich definitiv zum Schmunzeln gebracht, aber leider nicht ausgereicht, um Spannung oder Interesse aufzubauen.

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  • Ein Waisenjunge findet seinen Weg im Leben

    Oliver Twist

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. January 2017 um 14:08

    Autor: Charles Dickens Übersetzer: Gustav MeyrinkSeiten: 415Verlag: Anaconda ISBN: 978-3-86647-773-5Inhalt Der Roman beschreibt die Lebensgeschichte des Waisenjunge Oliver Twist. Dieser muss sich schon in jungen Jahren in der Welt behaupten. Er flüchtet aus dem Armenhaus und geht nach London. Dort gerät er in die Fänge des sowohl schmierigen als auch skrupellosen Hehlers Fagin. Dieser möchte Oliver in den Sumpf des Verbrechens hineinziehen. Ein Lichtschimmer in dieser grausamen Welt scheint für den jungen Oliver die Bekanntschaft mit Mr. Brownlow zu sein...Meine MeinungCharles Dickens ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Wie auch in seinen anderen Werken steht auch hier eine Figur aus der untersten Gesellschaftsschicht Englands im Vordergrund. Dabei besticht "Oliver Twist" durch viel skurrile Komik und zaubert dem Leser ab und zu ein kleines Lächeln auf das Gesicht. Gleichzeitig hält die Geschichte der englischen Gesellschaft einen Spiegel vor: Der Leiter des Armenhauses verliert am Ende - nach dem Herauskommen seiner dunklen Machenschaften - seine Stellung und landet somit selbst im Armenhaus. Fagin wird angeklagt und muss mit seiner Hinrichtung rechnen. FazitFür mich ist Charles Dickens mit recht einer der herausragenden Autoren der englischen Literatur. "Oliver Twist" ist eine Geschichte der Gegensätze. Einmal befindet sich der Leser im tiefsten Moloch des Verbrechens, ein anderes Mal in der nobelsten Gegend Londons. Und mittendrin ist natürlich Oliver, der versucht das Richtige in jeder Situation zu tun. Dies macht für mich den besonderen Reiz der Geschichte aus. Beim Lesen konnte ich mich nicht Sattsehen. Somit kann ich dem Roman nur 5/5 Schnecken geben.

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  • Oliver Twist

    Oliver Twist

    KymLuca

    13. December 2016 um 19:57

    Mit Oliver Twists Schicksal muss mensch einfach mitfühlen, denn er muss in seinem jungen Leben schon sehr viel Leid ertragen und hat es bei weitem nicht immer leicht.

    Ein Klassiker den mensch gelesen haben sollte.

  • Suche nach dem richtigen Platz in der Welt

    Oliver Twist

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. October 2016 um 11:15

    Autor: Charles Dickens Übersetzer: Gustav MeyrinkSeiten: 415Verlag: Anaconda ISBN: 978-3-86647-773-5 Inhalt Der Roman beschreibt die Lebensgeschichte des Waisenjunge Oliver Twist. Dieser muss sich schon in jungen Jahren in der Welt behaupten. Er flüchtet aus dem Armenhaus und geht nach London. Dort gerät er in die Fänge des sowohl schmierigen als auch skrupellosen Hehlers Fagin. Dieser möchte Oliver in den Sumpf des Verbrechens hineinziehen. Ein Lichtschimmer in dieser grausamen Welt scheint für den jungen Oliver die Bekanntschaft mit Mr. Brownlow zu sein... Meine Meinung Charles Dickens ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Wie auch in seinen anderen Werken steht auch hier eine Figur aus der untersten Gesellschaftsschicht Englands im Vordergrund. Dabei besticht "Oliver Twist" durch viel skurrile Komik und zaubert dem Leser ab und zu ein kleines Lächeln auf das Gesicht. Gleichzeitig hält die Geschichte der englischen Gesellschaft einen Spiegel vor: Der Leiter des Armenhauses verliert am Ende - nach dem Herauskommen seiner dunklen Machenschaften - seine Stellung und landet somit selbst im Armenhaus. Fagin wird angeklagt und muss mit seiner Hinrichtung rechnen. Fazit Für mich ist Charles Dickens mit recht einer der herausragenden Autoren der englischen Literatur. "Oliver Twist" ist eine Geschichte der Gegensätze. Einmal befindet sich der Leser im tiefsten Moloch des Verbrechens, ein anderes Mal in der nobelsten Gegend Londons. Und mittendrin ist natürlich Oliver, der versucht das Richtige in jeder Situation zu tun. Dies macht für mich den besonderen Reiz der Geschichte aus. Beim Lesen konnte ich mich nicht Sattsehen. Somit kann ich dem Roman nur 5/5 Sterne geben.

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  • Jeder sollte es mindestens kennen...

    Oliver Twist

    RickyThan

    05. January 2016 um 17:17

    ... Oliver Twist ist ein Klassiker und ist sehr bekannt. Jeder sollte es gelesen haben denn es beschreibt die Armut sehr genau

  • Ein Stück Weltliteratur - sicher aber kein Kinderbuch

    Oliver Twist

    Makollatur

    06. October 2015 um 15:30

    Das 1837/38 erschienene Werk "Oliver Twist" schildert das Schicksal des Waisenjungen Oliver im London des frühen 19. Jahrhunderts. In bemerkenswert lebendigen Bildern schildert der Erzähler die krassen Kontraste im industriellen England, in dem es nur zwei soziale Pole zu geben scheint: die Reichen Bildungsbürger und die Armen, die sich mit Hilfe von Raub und Diebstahl behelfen müssen. Olivers Lebensweg scheint in die letzte Kategorie zu weisen, hat er als elternloses Kind doch nur geringste Chancen, das Prekariat zu überwinden. Schnell gelangt er in die Fänge krimineller Elemente, die ihn tiefer und tiefer in den Sumpf des Verbrechens ziehen. Die Frage, welcher der Text nachgeht, behandelt die Erlösung des Jungen aus eben diesem Milieu und der Bestrafung jener Personen, die seine Existenz aus niederen Beweggründen zu zerstören trachten. Neben dieser spannenden Geschichte um einen kleinen Jungen sind es die durch die Sprachgewalt Dickens' evozierten Bilder, welche das Leseerlebnis durchaus positiv gestalten. Abzüge sind aber in der offen dargestellten Gewalt innerhalb des Clans der Ganoven ebenso zu machen wie in der Charakterzeichnung des Anführers bzw. der wichtigsten Person dieser Personengruppe: es handelt sich hierbei um einen Mann jüdischer Abstammung, dessen Wesen so sehr den Klischees des kriminellen "Finanzjudentums" entspricht, wie sie später von anderer Stelle aufs übelste missbraucht wurden. Ohne Dickens Absicht zu unterstellen, bleibt die Charakterisierung dieser Figur nach heutigem Maßstab problematisch und sollte bei der Lektüre unbedingt kritisch betrachtet werden. Für adulte Rezipienten ist das Buch durchaus geeignet, für Kinder aber nur mit entsprechender Vorbehandlung oder Betreuung.

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  • Einfach wundervoll

    Oliver Twist

    MissWatson76

    Als ich das Buch zum ersten Mal las, war ich hinterher schon irgendwie berührt und ein wenig entsetzt, wieviel Wahrheit und Düsternis es in der Welt doch gibt, von der wir kaum etwas mitbekommen. Natürlich war zu Charles-Dickens-Zeiten ja noch alles ein wenig etwas anders. Aber im Grunde gibt es leider heute noch genau solche Menschen wie damals, schlechte aber zum Glück auch gute wie Oliver Twist. Natürlich könnte man jetzt sagen, er sei einfach zu gut für diese Welt. Aber er ist ein Junge und das Strahlen lässt man ihm gerne und kauft es ihm nur zu gerne ab. Es ist eine wundervolle, gut durchdachte, liebevolle Geschichte, die einem einfach ans Herz gehen muss und die man immer und immer wieder lesen oder auch hören kann. Und man hat jedes Mal hinterher ein schönes Gefühl und vielleicht ein kleines bisschen Weihnachtsgefühl im Herzen. Also jemanden etwas gutes tun zu müssen ;-). Aber lesen kann man es auch zu jeder Jahreszeit.

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    • 2
  • Rezension "Oliver Twist"

    Oliver Twist

    Mona90

    22. June 2015 um 21:37

    Die Geschichte Nach langer Zeit hatte ich mal wieder Lust ein Kinderbuchklassiker zu lesen und da "Oliver Twist" sowieso noch ungelesen in meinem Regal stand, bot es sich wunderbar dafür an. Es ist das erste Buch, welches ich von Charles Dickens lese und es hat mir ganz gut gefallen. Zwar gehört es nicht zu meinen Lieblingen unter den Klassikern und Kinderbüchern, aber es hat eine durchaus lesenswerte Geschichte. Was mir besonders gut gefallen hat, war die Atmosphäre des alten Londons in diesem Buch. Ich finde das unheimlich interessant und mag diesen altmodischen Stil sehr gerne. Trotzdem ist solch eine Geschichte, wie sie Oliver Twist passiert, in unserer heutigen Gesellschaft fast undenkbar. Natürlich gibt es immer wieder Ausnahmen, aber nicht mehr in solch einem Ausmaß wie damals. Das hat mich sehr bewegt. Ich denke, mehr brauche ich zum Inhalt nicht sagen, denn jeder kennt die Geschichte oder hat zumindest schon mal davon gehört. Ich weiß allerdings nicht, ob es sich heutzutage noch als reines Kinderbuch eignet. Dafür ist das Buch, meiner Meinung nach, zu langwierig und für Kinder vermutlich zu uninteressant. Zum Schluss geht es sogar eher in die Krimispate, was mir aber gut gefallen hat, denn die Auflösung war super durchdacht. Fazit Ich kann die Geschichte nur jedem ans Herz legen, der sich für die damalige Zeit interessiert. Allein für dieses Feeling lohnt es sich schon das Buch zu lesen. Ein Klassiker, den ich allerdings eher älteren Kindern oder Jugendlichen empfehlen würde. Als Erwachsener ist man natürlich auch nie zu alt dafür. ;)  

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  • Rezension zu "Oliver Twist"

    Oliver Twist

    littleowl

    23. April 2015 um 21:46

    Inhalt: Als Waisenkind wächst Oliver Twist unter miserablen Bedingungen in einem Waisenhaus auf. Nachdem er eine Lehre als Sargtischler angefangen hat, fasst er kurz Hoffnung, doch die Frau seines Meisters und die anderen Angestellten machen ihm das Leben schwer. Schließlich flieht Oliver in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach London. Dort gerät er jedoch in die Fänge des dubiosen Fagin, der Straßenkinder zu Dieben ausbildet und daran selbst kräftig mitverdient. Als Oliver erkennt, in was er hineingeraten ist, ist es schon zu spät, denn Fagin hat nicht vor, ihn mit diesem Wissen wieder gehen zu lassen. Schreibstil: Wie bei einem Klassiker nicht anders zu erwarten, ist der Schreibstil ein bisschen altmodisch, aber noch gut zu lesen. Besonders gut gefallen haben mir die tollen, atmosphärischen Beschreibungen von London. Man kann sich alle Schauplätze und auch die Figuren gut vorstellen. Der Roman gewährt einen Einblick in das Leben zur damaligen Zeit und rückt das verklärte Bild zurecht, das manch einer aus Jane Austens Romanen hat. Dickens zeigt eindrücklich soziale Missstände auf und übt deutlich Gesellschaftskritik. Positiv überrascht war ich von seinem wunderbaren, feinsinnigen Humor. Der Autor nimmt die Scheinheiligkeit und Heuchelei in der Gesellschaft mit viel Ironie aufs Korn. Handlung: Oliver steht zwar im Mittelpunkt der Geschichte, aber auf seinem Weg begegnet er den verschiedensten Menschen und wir bekommen einen Einblick in das Schicksal zahlreicher Personen. Dadurch gibt es natürlich ziemlich viele Handlungsstränge, was mich jedoch nicht gestört hat, weil jeder für sich interessant ist. Olivers Schicksal ist für mich teilweise fast in den Hintergrund getreten, weil mich manche Nebenfiguren noch mehr fasziniert haben. Am Ende werden alle Nebenhandlungen in einem spannenden Finale zusammengeführt, das zum Glück auch nicht allzu kitschig ausgefallen ist. Charaktere: Ausgerechnet der Protagonist Oliver ist für mich ein bisschen blass geblieben, weil er einfach von anderen, vielschichtigeren Figuren überstrahlt wird. Oliver ist herzensgut, unschuldig und eigentlich immer in der Opferrolle, es gibt also keinen Grund, ihn nicht zu mögen. Trotzdem habe ich nicht wirklich einen Draht zu ihm bekommen, ein paar Ecken und Kanten hätten hier wohl gutgetan. Dickens ist anscheinend dann besonders gut, wenn es darum geht, Bösewichte zu erschaffen. Dubiose Gestalten wie Fagin und SIkes, mit denen Oliver es zu tun bekommt, sind die Figuren, die am meisten im Gedächtnis hängen bleiben. Sehr berührt hat mich das Schicksal von Nancy, die ihr Herz wider besseren Wissens an den Schurken Sikes gehängt hat und teuer dafür bezahlen muss. Auch sonst sind alle Nebenfiguren gut ausgearbeitet. Der Autor schafft es, jeder etwas Einzigartiges und Unverwechselbares mitzugeben. Fazit: Zu Recht ein Klassiker und ein Muss für alle, die sich für das viktorianische England interessieren.

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  • Charles Dickens - der große, mutige Gesellschaftskritiker

    Oliver Twist

    Wortmagie

    22. January 2015 um 17:02

    „Oliver Twist“ ist Charles Dickens‘ zweiter Roman, der 1838 erstmalig als Gesamtausgabe erschien. Bereits von 1837 bis 1839 wurde das Werk als Fortsetzungsgeschichte in der Zeitschrift „Bentley’s Miscellany“ veröffentlicht, weil sich nur wenige LeserInnen dieser Zeit eine vollständige Romanausgabe leisten konnten. Trotz des Erfolgs des Buches musste Dickens für seine ungeschönte, realitätsnahe Darstellung der Lebensumstände der Armen und der Kriminalität in London sehr viel Kritik einstecken. So viel, dass er sich 1841 genötigt sah, anlässlich der dritten Auflage von „Oliver Twist“ ein Vorwort zu verfassen, indem er deutlich und unnachgiebig zu seinen Beschreibungen stand. Er schrieb, er habe kein Interesse daran, diejenigen zu unterhalten, die zu „feinfühlig“ seien, um die Hässlichkeit der Realität zu ertragen. Am Beispiel des kleinen Oliver habe er zeigen wollen, „wie das Prinzip des Guten alle widrigen Umstände überdauert und schließlich triumphiert“. Mit diesem Vorwort, das meiner Ausgabe von „Oliver Twist“ angehängt ist, stieg Dickens in meiner Achtung ins Unermessliche. Ich bin zutiefst beeindruckt davon, dass er sich dem gesellschaftlichen Druck nicht beugte und „Oliver Twist“ genauso ließ, wie es war, damit ich, über 170 Jahre später, einen detaillierten Eindruck von London während der Frühindustrialisierung erhalten konnte. Im Armenhaus geboren, als Waise unter der strengen Knute der Gemeinde aufgewachsen, erfährt der kleine Oliver Twist früh, dass das Leben für die weniger Gesegneten viel Unrecht bereithält. Als er es nicht mehr aushält, läuft er davon – fort ins meilenweit entfernte London. In der großen Stadt wird Oliver mit Leid, Elend und Verderbtheit konfrontiert; er trifft auf das personifizierte Laster, dem die Worte Anstand und Rechtschaffenheit völlig fremd sind. Trotz dessen wünscht sich Oliver nichts sehnlicher, als dazuzugehören. Schon bald muss er allerdings einsehen, dass sich die Kriminalität stets selbst am nächsten ist und wenig Platz für die Hoffnungen und Träume eines kleinen Jungen bietet. Doch Oliver hat Glück im Unglück und erlebt Wohltätigkeit und Güte, als er es am wenigsten erwartet. Niemals hätte ich den Wert dieses Romans erkannt, hätte ich nicht das Nachwort meiner Ausgabe von Rudolf Marx gelesen. Ich brauchte seine Ausführungen, um meine Aufmerksamkeit in die richtige Richtung zu lenken. Ich bin begeistert von Dickens‘ Humor, seiner Ironie und seinem Sarkasmus, doch während des Lesens war ich komplett von Olivers Figur eingenommen. Es beschäftigte mich ungemein, dass dieser kleine Junge so blass, passiv und leidenschaftslos ist. Oliver hat keinen Funken Feuer im Leib, er ist nicht durchtrieben, verwegen oder abenteuerlustig. Tatsächlich ist er wohl einer der langweiligsten Charaktere, die mir je begegnet sind; bar jeder Entwicklung bleibt er den ganzen Roman über ein tugendhafter kleiner Engel. Aus dieser Perspektive hätte ich das Wichtigste beinahe übersehen: Dickens‘ unglaublich mutige, tiefgreifende Gesellschaftskritik. Zu Zeiten der Frühindustrialisierung entfaltete sich der Konflikt zwischen den untersten Gesellschaftsschichten und dem Gesetz mit voller Wucht; in „Oliver Twist“ beschreibt Charles Dickens beherzt diese Spannungen und deren Konsequenzen. Er portraitiert Elend und Armut zwingend und eindringlich, wendet die Augen nicht ab von Hässlichkeit und Verderbtheit und stach genau dort hinein, wo es den Mittelstand am meisten schmerzte. Man kann „Oliver Twist“ nicht lesen, ohne den geschichtlichen Kontext im Auge zu behalten, denn nur so wird deutlich, welche beabsichtigte Wirkung der Roman hatte. Dickens führte seinen LeserInnen unbarmherzig all das vor Augen, was sie im Alltag nicht sehen wollten: bittere Armut, Leid, Kriminalität, Prostitution, Gewalttätigkeit – aber auch den Anteil des Unterdrücker-Staates und der Mittelschicht an diesen Zuständen. Menschen wie seine Figur des Gemeindedieners Mr. Bumble, die kleingeistigen Vollstrecker grausamer, ungerechter Gesetze, waren es, die erheblich zur Not der Ärmsten der Armen beitrugen. Trotz dessen konnte Dickens nicht aus seiner Haut. So detailliert und ehrlich seine Darstellung des Abschaums der Gesellschaft ist, so ungenau und verschleiernd ist hingegen sein Bild der Mittelklasse. Oliver trifft auf mehrere Vertreter dieser Schicht; sie sind durchweg mildtätige, herzensgute Wohltäter, über deren wahre Lebensumstände die LeserInnen nur sehr wenig erfahren. Das ist nicht realistisch, ebenso wenig wie die Tatsache, dass Oliver völlig unbeeindruckt ist von den Umständen, in denen er aufwächst. Er scheint immun gegen jegliche Art von Laster und Sünde zu sein, was für die höchst konstruierte Geschichte seines Lebens jedoch unumgänglich ist, denn andernfalls wäre es dem Autor nicht möglich gewesen, den Gegensatz zu den „Bösen“ so klar herauszuarbeiten. Diese kommen bei Dickens nicht gut weg; er bestraft sie für all ihre Verbrechen (wozu auch gehört, gegen Olivers Glück gearbeitet zu haben) unheimlich hart und brutal. Die einzige Ausnahme ist der Dieb Charley Bates, der letztendlich sein Leben umkrempelt und zu einem wertvollen Gesellschaftsmitglied wird. Ich fragte mich ernstlich, warum Dickens dieser einen Figur einen Ausweg und eine Zukunft gab und glaube, es ging ihm darum, zu zeigen, dass Läuterung durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Vielleicht glaubte Dickens daran, dass selbst der schlechteste Mensch sich noch ändern kann. Ich finde es schade, dass er Charley davon kommen ließ, meine liebste Figur jedoch ebenso gnadenlos bestrafte wie alle anderen auch: Nancy. Nancy war für mich die Schlüsselfigur des Romans, mit der ich am meisten mitfühlen konnte. Sie vereint all das, was mir in Oliver fehlte, der zwar der Protagonist der Geschichte ist, aber keinesfalls ihr Held. Nancy ist meines Erachtens nach die Heldin des Romans. Eine junge, verzweifelte, eindeutig verdorbene Prostituierte berührte mein Herz. Wer hätte das gedacht? „Oliver Twist“ entsprach absolut nicht meinen Erwartungen. Ich hatte mit weit mehr Abenteuer gerechnet und auch mit einer anderen Form von Humor. Die Figur des Oliver enttäuschte mich, doch glücklicherweise konnte Rudolf Marx mich im Nachwort auf das aufmerksam machen, was dieses Buch außergewöhnlich und beeindruckend macht. Wenn ihr eines Tages auch einmal zu diesem Klassiker der Literatur greifen solltet, vergesst niemals, in welcher Zeit er entstanden ist. Akzeptiert, dass Oliver kein Held ist, sondern nur die Leinwand einer Geschichte, deren privates Schicksal bei weitem nicht so wichtig ist wie ihre gesellschaftlichen Implikationen. Charles Dickens war ein bewundernswerter, mutiger Autor, der es nicht nur verdient hat, in den Literatur-Bestenlisten der Welt aufzutauchen, sondern auch, gelesen zu werden.

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  • Ende gut, alles gut

    Oliver Twist

    janett_marposnel

    08. November 2014 um 16:54

    Der arme kleine Oliver kommt als Waisenkind zur Welt. Von Geburt an wird er herumgestoßen, lebt im Dreck und leidet Hunger, weil sich in England Anfang 1800, jeder, wo er nur kann, mit allen Mitteln in irgendeiner Art und Weise in großem oder kleinem Stil bereichert. Also wird in den Armen- und Waisenhäusern, in denen Oliver seine ersten neun Jahre verbringt, in erster Linie am Essen, an Kleidung und an Fürsorge gespart. Der Leser hungert und leidet mit dem Waisenjungen, der für sein Alter viel zu klein ist, vom Pech verfolgt wird, aber sein Schicksal trotzdem tapfer auf den schmächtigen Schultern trägt. Es gibt sogar Lichtblicke in Olivers Leben, doch Charles Dickens ist hart, denn diese hellen Augenblicke voller Fürsorge und Wärme halten nicht lange an und der Leser muss miterleben, wie Oliver zurück in die schmutzige und gnadenlose Welt gestoßen wird. Er gerät wieder in die Fänge der Diebesbande mit dem jüdischen Anführer Fagin, dessen nervender Dialekt mir das Lesen an manchen Stellen leider ziemlich erschwert hat. Am Ende der Geschichte, als es um die Auflösung sämtlicher verwandtschaftlicher Verstrickungen rund um Oliver geht, wurde es leicht verwirrend und dazu gesellte sich der Eindruck, dass der Autor einmal zu oft den Zufall bedienen musste, um ein gutes Ende herbeizuführen. Dieses Handicap nimmt der ansonsten rührenden und zugleich gesellschaftskritischen Geschichte ein wenig die Glaubwürdigkeit, aber es ist trotzdem eine herzbewegende Erzählung, wie man sie von Charles Dickens kennt. Zu guter Letzt möchte ich anmerken, dass die hübschen, alten Zeichnungen in dem E-Book mein Lesen sehr bereichert haben. 

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  • Rezension zu "Oliver Twist" von Charles Dickens

    Oliver Twist

    Favole-Luna

    Jeder kennt die Geschichte von Oliver Twist, dem armen Waisenjunge aus London. Oder vielleicht doch nicht? Die Geschichte des kleinen Oliver mag aus heutiger Sicht vorhersehbar und unglaubwürdig erscheinen, auch wurde sie im Laufe der Jahre oft kopiert. Dennoch ist es durchaus interessant die Zeit des frühen 19. Jahrhunderts durch Charles Dickens Erzählung zu erleben. Die Charaktere sind teilweise sehr einseitig und bedienen eindeutig die Klischees der damaligen Zeit, wie beispielsweise der des Juden Fagin. Somit fällt es dem Leser schwer eine eigene Meinung gegenüber den Figuren und deren Handlungen zu entwickeln, da Dickens´ Schilderungen oft einseitig sind und leider kaum Raum für Spekulationen lassen. Viele kennen Verfilmungen oder die gekürzten Fassungen als Kinderbuch. Bei dieser Ausgabe des Fischer Verlags handelt es sich allerdings um die vollständige Übersetzung des Werkes von Gustav Meyrink, dessen Lektüre sehr viel Spaß macht. Trotz der über 100 Jahre die seit der Übersetzung vergangen sind, ist sie auch heute noch leicht lesbar, verständlich und daher eindeutig für all diejenigen zu empfehlen, die sich gerne mal einen Klassiker widmen möchten.

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    • 3

    Floh

    22. July 2014 um 12:00
  • Rezension zu "Oliver Twist"

    Oliver Twist

    j125

    Oliver Twist dürfte wohl vielen ein Begriff sein, aber für alle die ihn noch nicht kennen: Oliver ist ein Waisenkind, das in einer Kleinstadt bei London geboren wird. Dort wächst er in größter Armut auf, bis er schließlich von seiner Lehrstelle bei einem Bestatter flüchtet. In London trifft er auf Fagin, einem Juden, der Straßenkinder zum stehlen animiert und auch Oliver dazu bringen möchte. Doch dieser hat ein viel zu reines Gewissen und so nimmt Olivers Geschichte seinen Lauf. Zwar ist der Schreibstil des Romans ein wenig... altertümlich(?), aber dennoch lässt sich das Buch sehr flüssig und gut lesen. Charles Dickens beschreibt die Umstände und die Zeit in der Oliver lebt sehr schön, man kann sich richtig vorstellen wie das alte London wohl ausgesehen haben muss und wie schwer ein Leben dort war. Auch die Figuren haben mir sehr gut gefallen und die Geschichte ist auch sehr schön erzählt. Meiner Meinung nach ein Klassiker, den man auf jeden Fall kennen sollte ;)

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    • 2
  • Rezension zu "Oliver Twist (Roman)" von Charles Dickens

    Oliver Twist

    SiCollier

    Das Buch habe ich jetzt als erstes, läßt man mal „A Christmas Carol“ außen vor, von Charles Dickens gelesen. Gegenüber Dickens habe ich seit meiner Kindheit starke Vorbehalte, weil seine Bücher bei uns als „deprimierend“ angesehen wurden. Die Frage, ob mein Vorurteil bestätigt wurde, kann ich nur mit einem klaren „Jein“ beantworten. Die Verhältnisse, die Dickens beschreibt, sind über weite Strecken mehr als deprimierend. Insofern stimmt das Vorurteil. Jedoch kam all das Schlimme mental und emotional bei mir überhaupt nicht an. Durch seine bewundernswerte Sprachgewalt wird nämlich alles in herrlich leuchtenden Farben, die friedlich glänzen, geschildert. Zwischen Form und Inhalt besteht (für mich) eine unüberbrückbare Differenz. Ich habe durchaus verstanden, daß Dickens hier Ironie und Sarkasmus als Stilmittel verwendet, um auf die Mißstände hinzuweisen. Möglicherweise hat das bei seinen Zeitgenossen funktioniert, bei mir jedoch nicht. So sehr mir die Sprache gefiel (und ich habe ein Faible für die des 19. Jahrhunderts), wenn Form und Inhalt dermaßen auseinanderklaffen wie hier, wenn ich mich - um das mal so auszudrücken - stilistisch in Pemberley, inhaltlich aber in der Gosse fühle, ist das nichts, womit man mich ansprechen könnte. Zumal mir dann völlig schleierhaft blieb, weshalb Dickens kurz vor Ende seinen Stil durchbricht, wenn er am Ende des 52. Kapitels lapidar schreibt: „(...) ein Gerüst, ein Strick - der ganze schreckliche Apparat des Todes.“ Alles in allem habe ich - ob der wirklich schönen Sprache - das Lesen nicht bereut, jedoch kann ich mir derzeit nicht vorstellen, nochmals ein Buch von Charles Dickens zu lesen.

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    • 3

    SiCollier

    09. May 2014 um 15:48
    BrittaRoeder schreibt Den Bruch in der Sprache habe ich so nicht empfunden.

    Ich habe an der in der Rezi zitierten Stelle einen Bruch empfunden, das mag sehr subjektiv sein.

  • Ein grandioses Buch!

    Oliver Twist

    bookscolorsandflavor

    27. November 2013 um 12:58

    Anfangs hatte ich ja wirklich "Angst" vor diesem Buch. Ein Klassiker von Charles Dickens. Ich hatte die Befürchtung, dass ich mit dem Buch genauso wenig klar komme wie Oscar Wildes "Das Bildes des Dorian Gray" aber ich wollte es unbedingt mögen. Deshalb stand es solange ungelesen bei mir rum. Kurz vor Weihnachten, dachte ich, sei die richtige Zeit für Oliver Twist - dem kleinen Jungen aus dem Armenhaus - und schon auf den ersten Seiten wurden mir meine anfänglichen Befürchtungen genommen. Ich hab mich mit Dickens Schreibstil gleich wohlgefühlt und konnte in Olivers trostlose Welt abtauchen. Das Leben im Armenhaus wurde sehr eindringlich beschrieben, man gewann Oliver sofort lieb. Er ist ein kleiner Junge mit reiner Seele, die selbst böse Menschen wie Fagin nicht  zu beschmutzen vermochten. Kurz vor dem Ende geriet Oliver als Person etwas in den Hintergrund, da hat Dickens bewusst auf die Umstände der Nancy gelenkt, die mit den Dieben ihr Leben teilt und trotzdem mutig Olivers Leben zu retten versucht. Spannend wurde es auch auf den letzten 100 Seiten, der Leser möchte einfach wissen was nun passiert und das Geheimnis um Olivers Leben lüften: Fazit: Ein grandioses Buch, dass zurecht ein Klassiker ist. Charles Dickens Schreibstil ist angenehm und lässt sich auch in der heutigen Zeit sehr gut lesen. Die Charaktere leuchteten in allen verschiedenen Farben, auch wenn der Start in die Geschichte eher von Schatten getrübt wird, so erhellt sie sich doch bald zu Olivers Gunsten, auch wenn ein kleiner bitterer Beigeschmack für ihn bleibt.

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