Charles Ferdinand Ramuz

 4.2 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Aline, Aline und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Charles Ferdinand Ramuz

C(harles) F(erdinand) Ramuz ist einer der eigenwilligsten Autoren der literarischen Moderne, von unverkennbarem Ton – doch bis heute, außerhalb seiner Schweizer Heimat, rätselhaft noch viel zu unbekannt. Geboren 1878 in Lausanne, mit prägenden Pariser Jahren, 1904–1914, lebte er bis zu seinem Tod 1947 wieder in der Romandie. Von der regionalen Verankerung seiner meisten Werke in die Irre geleitet, wurde Ramuz, der einige Walliser Bergromane verfaßt hat, lange Zeit für einen Traditionalisten gehalten. Erst allmählich wurde die ungeheure Modernität und erzähltechnische Raffinesse seines Werks erkannt, die am Kino geschult zu sein scheint, an Photographie und avantgardistischer Kunst: »Ich schreibe, wie ich malen möchte«, sagte er über sich selbst. Sein Französisch – mit Ecken und Kanten, dabei von hoher Rhythmik und Musikalität – gilt unter Übersetzenden als eine der größten Herausforderungen, und Hanno Helblings Übersetzung als ein Glücksfall.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Charles Ferdinand Ramuz

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Cover des Buches Aline9783857918711

Aline

 (2)
Erschienen am 11.04.2019
Cover des Buches Die große Angst in den Bergen9783312004454

Die große Angst in den Bergen

 (2)
Erschienen am 07.09.2009
Cover des Buches Der Bursche aus Savoyen9783857911682

Der Bursche aus Savoyen

 (0)
Erschienen am 01.01.1990
Cover des Buches Farinet oder das falsche Geld9783857914409

Farinet oder das falsche Geld

 (0)
Erschienen am 19.02.2016
Cover des Buches Vier Romane9783353006479

Vier Romane

 (0)
Erschienen am 01.01.1990

Neue Rezensionen zu Charles Ferdinand Ramuz

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Rezension zu "Aline" von Charles Ferdinand Ramuz

Schicksalssommer eines Teenagers
aus-erlesenvor einem Jahr

Ein Schweizer Bergdorf am Beginn des 20. Jahrhunderts. Hier oben ist man nicht dem lieben Gott näher, weil es schon immer so war, sondern liegt generell dem Paradies zu Füßen. Die Sonne brennt gerade in den Sommermonaten erbarmungslos hinab. Im Aus dem Staub des Weges schält sich für Julien, der gerade das Gras mit der Sense mäht Aline heraus. Siebzehn Jahr, blond, sommersprossig. Diebeiden kommen ins Gespräch. Bald schon macht er ihr den Hof, schenkt ihr Ohrringe, sie büchst des Abends öfter mal aus, was ihrer Mutter Henriette überhaupt nicht schmeckt. Was will man machen, wenn die Liebe die Fauna in der Körpermitte zum Beben, zumindest aber jedoch zum Kribbeln bringt. 
Auch Julien, der Sohn des Ammanns, in der Schweiz der Bürgermeister, ist ganz hin und weg von Aline. Vor allem gefällt ihm aber die Vorstellung die Macht zu besitzen Aline dirigieren zu können. Ein Spaß für den Hallodri, der den Wert einer Liebe und die seines (zukünftigen) Besitzes nicht zu schätzen weiß. Denn die Liebe des armen Dinges (Aline) ist größer als seine Zuneigung zu einer Person je sein kann. Er nimmt sich, was er braucht. Sie bekommt … ein Kind. Von Julien. Welch Glück! Welch Glück? Was für ein Glück? Das Kind ist unterwegs, ist da. Und Julien ist weg. 
In solch einer misslichen Lage hilft nur noch die Familie. Hier wird man aufgefangen. Doch Aline hat auch hier eine Niete in der Lotterie des Lebens gezogen. Henriette ist nicht nur nicht erfreut über den unerwarteten Familienzuwachs, sie weist Aline auch gleich die Tür. Das ganze Dorf zerfetzt sich das Maul über das ungebührliche Benehmen von Aline. Von Julien, diese bittere Medizin hat Aline schon geschluckt, ist erst recht nichts zu erwarten. Er hatte seinen Spaß, von Verantwortung will er nichts mehr wissen. Die Dorfgemeinschaft ist sich einig, wenn der Großpapa des Bastards die wichtigste und einflussreichste Person im Ort ist, fließen aus seinem Munde nur Wahrheit und Reinheit. Aline ist allein mit der Frucht ihrer Lenden. Am Ende ihres Martyriums ist sie aber noch lange nicht. Das soll sich noch viel tragischer gestalten …
Charles-Ferdinand Ramuz gehört zu den bedeutendsten Schweizer Schriftstellern französischer Zunge. Sein Konterfei ziert den 200-Franken-Schein. Mit seinem Roman „Aline“ haderte er. Schon kurz nach der Erstfassung überarbeitete er ihn immer wieder, kürzte, feilte am Stil. Das Ergebnis zieht den Leser van Anfang an in seinen Bann. Die so wunderbar unschuldige, naive Aline und der sicher keinen Deut intelligentere Julien sind Personen, die man mag. Bis Julien sein wahres Gesicht zeigt. Ein feiger Jüngling, der sich hinter dem Rockzipfel der Mama verstecken kann so lang er will und der sich der unbedingten Zuneigung Papas sicher sein kann. Und Aline? Völlig entblößt sieht sie einer Zukunft entgegen, die keine Fröhlichkeit erlaubt. Der klare Stil Ramuz‘ schafft einen Mikrokosmos einer schweizerischen Dorfgemeinschaft, die sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Leser werden in einen Sog aus Idylle und Verachtung gezogen, aus dem man nicht so schnell entkommt.

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Rezension zu "Aline" von Charles Ferdinand Ramuz

Ein Buch aus dem Französischunterricht
CrazycolorTigervor 3 Jahren

In dem Buch geht es um die Liebe zwischen Julien und Aline. Die Liebe muss geheim gehalten werden, da ein kleines Dorf Gerüchte sehr schnell verbreiten kann. Schnell wird Julien und Aline klar, dass es kein Kinderspiel wird, die Liebe aufrechtzuerhalten. 


Ich habe das Buch auf Französisch gelesen, da es für den Unterricht ist. Das Buch ist von der Sprache her anspruchsvoll, jedoch nicht unverständlich. 
Die Geschichte hat sehr spannend begonnen, doch nach der Hälfte fragt man sich nur noch, was gerade geschehen ist. Das Ende finde ich sehr speziell und ist nicht unbedingt mein Geschmack. Es hat auch viele Wörter, die man wirklich übersetzen muss, um die Geschichte verstehen zu können. 
Ein Drama über die Liebe. 

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Rezension zu "Die große Angst in den Bergen" von Charles Ferdinand Ramuz

Rezension zu "Die große Angst in den Bergen" von Charles F. Ramuz
Xirxevor 10 Jahren

Bis vor wenigen Jahren noch führten Hörbücher ein Nischendasein, doch mittlerweile erscheint kaum ein halbwegs erfolgversprechendes Buch, das nicht gleichzeitig eine Audioversion im Schlepptau mit sich führt. Doch manche dieser Audiobooks sind weit mehr als nur ein Anhängsel einer papiernen Neuerscheinung: Sie sind ein Erlebnis ganz eigener Art. ‚Die große Angst in den Bergen’ von Charles Ferdinand Ramuz ist ein solches Erlebnis.
Zwanzig Jahre, nachdem sich ein schreckliches Unheil auf der Alp Sasseneire ereignete, beschließt die nächste Generation gegen den Willen der Alten, wieder Vieh dort hinaufzutreiben. Und das Unfassbare geschieht erneut: Eine Seuche ergreift die Kühe, die Sennen dürfen die Alp nicht verlassen und das Dorf wird von neuem von furchtbaren Unglücksfällen erfasst.
Was sich für uns rational denkende, moderne Menschen nur als eine Verkettung verhängnisvoller Ereignisse darstellen mag, ist für die Bewohner dieses Dorfes die Heimsuchung des Unbekannten, die Bestrafung dafür, dass sie ein verbotenes Stück Land erneut aufgesucht haben.
Christian Brückner liest diese Geschichte – und wie er sie liest. Stellenweise vorsichtig, zögerlich, fast leise erzählt er, um dann unvermittelt wieder hervorzubrechen mit seiner rauen, etwas heiser klingenden Stimme. All das Grauen, das Unheil, das nur darauf zu warten scheint, über das kleine Dorf hereinzubrechen, hört, nein, man beginnt es zu fühlen, wenn er spricht. Es ist meisterhaft, wie seine Stimme, obwohl unverwechselbar, den unterschiedlichen Charakteren ihre Besonderheit verleiht: den Männern auf der Alp; dem unheimlichen Klu, der etwas zu verbergen scheint; Joseph, dem Liebenden, voller Verzweiflung und Sehnsucht nach seiner Braut; Bartholomä, der trotz Furcht vor dem was da kommen mag, voller Zuversicht an den Schutz seines Papieres glaubt, das er um den Hals hängen hat. Irgendetwas ist da in diesen Bergen, es wartet – und Christian Brückner bringt es einem so nahe, dass es einen schaudert und fröstelt. Schlicht und einfach: GENIAL!

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