Charles Ferdinand Ramuz

 4,1 Sterne bei 25 Bewertungen
Autor*in von Sturz in die Sonne, Derborence und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Charles Ferdinand Ramuz (1878–1947), geboren und aufgewachsen in Lausanne. Studium in Lausanne und Paris, wo er 1905 anstelle einer Dissertation den Roman «Aline» vorlegte. Seine Bücher wurden mehrfach verfilmt. 1936 erhielt er den Grossen Preis der Schweizeri-schen Schillerstiftung. Im Limmat Verlag sind seine Romane «Farinet oder das falsche Geld», «Aline» und «Derborence» lieferbar.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Charles Ferdinand Ramuz

Cover des Buches Sturz in die Sonne (ISBN: 9783039260553)

Sturz in die Sonne

 (8)
Erschienen am 08.05.2023
Cover des Buches Derborence (ISBN: 9783857914393)

Derborence

 (4)
Erschienen am 02.08.2021
Cover des Buches Aline (ISBN: 9783857918711)

Aline

 (3)
Erschienen am 24.07.2023
Cover des Buches Die große Angst in den Bergen (ISBN: 9783312004454)

Die große Angst in den Bergen

 (2)
Erschienen am 07.09.2009
Cover des Buches Farinet oder das falsche Geld (ISBN: 9783857917752)

Farinet oder das falsche Geld

 (1)
Erschienen am 01.03.2015
Cover des Buches Farinet oder das falsche Geld (ISBN: 9783857914409)

Farinet oder das falsche Geld

 (1)
Erschienen am 19.02.2016
Cover des Buches Die Trennung der Rassen (ISBN: B002C5LXP2)

Die Trennung der Rassen

 (1)
Erschienen am 01.01.1985
Cover des Buches Derborence (ISBN: B003CP1GQC)

Derborence

 (0)
Erschienen am 01.01.1968

Neue Rezensionen zu Charles Ferdinand Ramuz

Cover des Buches Sturz in die Sonne (ISBN: 9783039260553)
wandablues avatar

Rezension zu "Sturz in die Sonne" von Charles Ferdinand Ramuz

Mulmiges Gefühl
wandabluevor einem Jahr

Man sollte meinen, dass Charles F. Ramuz (1878-1947) ein prophetisches Werk geschrieben hätte. Als er nach einem besonders heißen Sommer im Jahr 1921 in seiner schweizer Heimat 1922 „La présence de la mort“ veröffentlichte, hatte er damit leider keinen großen Erfolg. Wie sieht es heute aus?
In lyrikähnlicher Weise rezitiert Ramuz die Schönheit der Erde, die erst dann so richtig geschätzt wird, wenn ihr Verlust droht. Ramuz Worte sind poetisch und haben einen eigenartigen Rhythmus, in den man besonders gesogen wird, wenn man den Text laut liest. Ein besonderes Lob gebührt deshalb der Übersetzung ins deutsche! „Sturz in die Sonne“ ist ein Preis der Schöpfung und gleichzeitig ein Abgesang auf die Zivilisation. Ein mulmiges Gefühl stellt sich ein. Denn werden wir nicht auch bald in die Sonne stürzen, metaphorisch gesehen.

Der Inhalt: Es wird immer heisser. Unheilvoll heiss. Die Erde ist verloren. Und damit die Menschheit. Der Mensch ist nicht erst dann verloren, wenn die Erde verglüht, sondern schon in dem Moment, in dem er die Hoffnung verliert und die menschliche Ordnung zusammenbricht. Zügellosigkeit. Gewalt. Anarchie. Sind die Folge. Darauf konzentriert sich der Roman. 

Der Kommentar: 
Was wir heutigen Leser vermissen, sind Erklärungen. Warum ist das so, welches Unglück genau hat zum Sturz in die Sonne geführt? Es ist so. Basta. Ist mir zu wenig. Das zweite, was wir heute und vielleicht auch die von gestern, nicht so honorieren, ist eine gewisse Langatmigkeit. Dabei ist der Text kurz. Aber es gibt keine Identifikationsfiguren und es reiht sich monoton ein grausames Bild an grausames Bild. Diese Bilder sind düster und doch teilweise schön und reflexiv. Das ist das Berührende. Ich habe den Eindruck, ich lese ein langes Gedicht.
Das Ende hat keinen Knalleffekt. Die Erde stürzt in die Sonne, das ist doch was. Was passiert dabei im Weltall? Bricht die Sonne auseinander? Wird sie ein schwarzes Loch? Gut, es kann niemand dabeigewesen sein. Es hätte mich trotzdem interessiert.
Trotz einiger Kritikpunkte ist es ein Plus, einen mir unbekannten schweizer Literaten aus dem 20. Jahrhundert kennenzulernen. Ramuz Sprache, zu seinen Lebzeiten von seinen Zeitgenossen heftig kritisiert, mag ich, sie hat etwas ganz Eigenes.
Das Nachwort trägt vieles zum Verständnis des Textes und des Schriftstellers bei. Es hat zum vierten Stern geführt. Alte Texte brauchen ein Nachwort.

Fazit: Sturz in die Sonne ist ein schöner, lyrischer Text, der das Grauen lehrt, aber irgendwie keine Entwicklung hat und auf Effekte verzichtet. Das mag literarisch lobenswert sein, aber für den heutigen Spannungsleser reicht Lyrik alleine nicht aus, um zu begeistern. Da Ramuz aber eins kann, und das ist Atmosphäre , legt man das Buch so weg wie man es begonnen hat: mit einem diffusen mulmigen Gefühl. Steht uns Selbiges bald bevor? Wenn es so ist, hilft alles "Kleben" nichts.

Kategorie: Klimadystopie.
Verlag: Limmat, 2023

Cover des Buches Sturz in die Sonne (ISBN: 9783039260553)
renees avatar

Rezension zu "Sturz in die Sonne" von Charles Ferdinand Ramuz

Erschreckendes Szenario
reneevor einem Jahr

Ich sitze gerade in meiner heißen Wohnung, schwitze fröhlich vor mich hin und muss deswegen schon etwas schmunzelnd an die Lektüre dieses interessanten Buches von Charles Ferdinand Ramuz zurückdenken. Thematisch ist es ja geradezu in den Zeiten des Klimawandels und in der Zeit der Letzten Generation ein Volltreffer.

 

Noch interessanter ist allerdings der Fakt, dass dieses Buch des schweizerischen Autors schon 1922 entstanden ist. Ein Hitzesommer des Vorjahres inspirierte Ramuz zu diesem Werk, welches heute 100 Jahre später fast schon prophetisch klingt und damit leider auch einen unangenehmen Unterton besitzt. Denn dieses Buch trifft, der spröde und auch eigenwillige Klang des Textes macht dieses Buch in meinen Augen noch intensiver, noch dichter. Wäre der Autor einfühlsamer mit seinen auftauchenden Charakteren umgegangen, hätte seine Geschichte mit deren Schicksal effektheischender geschrieben, hätte dieses Buch einen großen Teil seines Zaubers und seiner Intensität in meinen Augen verloren. Denn gerade solche Betroffenheitslektüre gibt es wohl schon genügend und gerade dieser Thematik würde diese Effekthascherei in der heutigen Zeit überhaupt nicht guttun. Gerade diese spröde und schnöde Schreibe lässt mich innehalten, lässt mich nachdenken, lässt mich erschauern. Denn Ramuz erkennt die Menschen hervorragend, erkennt das rücksichtslose Raubtier in uns und gerade dies überzeugt mich so an diesem Buch. Gerade dies lässt in mir den Wunsch auftauchen, dass dieses Buch unbedingt viele Leser bekommt. Andererseits wieder denke ich, dass die Leser, die zu diesem Buch greifen werden, wohl kaum überzeugt werden müssen. Sie werden wohl schon begriffen haben, was auf uns zu kommt, was in diesem Buch so drastisch dargestellt wird, was der gesamten Menschheit Angst machen sollte und nicht nur eine Letzte Generation mobilisieren sollte, sondern uns alle, weil es uns alle angeht. Denn wir leben ja alle auf dieser Erde und ein neuer Planet scheint mir noch nicht gefunden. Ergo gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit! Der Mensch müsste eigentlich sein zerstörerisches Tun auf unserem Planeten einstellen und endlich universeller denken und nicht nur den eigenen Reibach im Kopf haben. Denn ein Sturz in die Sonne bekommt uns glaube ich nicht gut!?!?

Cover des Buches Sturz in die Sonne (ISBN: 9783039260553)
Dajobamas avatar

Rezension zu "Sturz in die Sonne" von Charles Ferdinand Ramuz

Apokalypse
Dajobamavor einem Jahr

Apokalypse

Ein Endzeitroman, der bereits 1922 verfasst wurde und dadurch regelrecht prophetisch wirkt.

Die Tage der Menschheit sind gezählt. Wissenschaftler haben berechnet, dass die Erde in die Sonne stürzen wird und es tagtäglich heißerwerden wird, bis alles Leben verglüht.

Anfangs übt sich ein großer Teil der Menschen in Verdrängung, ehe Panik und damit Anarchie ausbricht.

Ein spannendes Szenario. Schade nur, dass die Umsetzung so wenig spannend erfolgt ist. Klar gibt es interessante Szenen. Über weite Strecken sind es aber philosophische, beobachtende M0nologe eines blass bleibenden Ich-Erzählers. Leider merkt man dem Text sein Alter an.

3 Sterne

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