Charles Lewinsky

 4,3 Sterne bei 336 Bewertungen
Autor von Der Halbbart, Melnitz und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Charles Lewinsky

Daramaturg, Regisseur und Autor: Charles Lewinsky wurde 1946 in Zürich geboren und studierte Germanistik und Theaterwissenschaft in Zürich und Berlin, was er jedoch nie abschloss. Er arbeitete dann als Dramaturg und Regisseur an verschiedenen Theatern. 

Nachdem er als Redakteur und Ressortleiter beim Schweizer Fernsehen gearbeitet hat, widmete sich Lewinsky ab 1980 ganz dem Schreiben als freier Autor. 

Er arbeitete dann für verschiedene Unterhaltungssendungen, gestaltete Hörspiele mit, schrieb Liedtexte, Theater- und Prosatexte. 

Für seine herausragenden Werke wurde der Autor mit dem Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank und den Grand Prix der Volksmusik ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde er für den Schweizer- und den Deutschen Buchpreis nominiert.

Neue Bücher

Cover des Buches Sein Sohn (ISBN: 9783257072105)

Sein Sohn

 (8)
Neu erschienen am 24.08.2022 als Gebundenes Buch bei Diogenes.
Cover des Buches Der Halbbart (ISBN: 9783257246377)

Der Halbbart

 (81)
Neu erschienen am 27.07.2022 als Taschenbuch bei Diogenes.

Alle Bücher von Charles Lewinsky

Cover des Buches Der Halbbart (ISBN: 9783257246377)

Der Halbbart

 (81)
Erschienen am 27.07.2022
Cover des Buches Melnitz (ISBN: 9783312006755)

Melnitz

 (42)
Erschienen am 14.07.2015
Cover des Buches Der Stotterer (ISBN: 9783257245486)

Der Stotterer

 (33)
Erschienen am 29.09.2021
Cover des Buches Andersen (ISBN: 9783423146456)

Andersen

 (24)
Erschienen am 20.07.2018
Cover des Buches Kastelau (ISBN: 9783423144650)

Kastelau

 (23)
Erschienen am 18.12.2015
Cover des Buches Gerron (ISBN: 9783423142502)

Gerron

 (19)
Erschienen am 01.10.2013
Cover des Buches Gerron (ISBN: B005ER48WU)

Gerron

 (13)
Erschienen am 29.08.2011
Cover des Buches Melnitz (ISBN: 9783257071535)

Melnitz

 (11)
Erschienen am 24.03.2021

Neue Rezensionen zu Charles Lewinsky

Cover des Buches Melnitz (ISBN: 9783312006755)Knigaljubs avatar

Rezension zu "Melnitz" von Charles Lewinsky

Ein Epos, das nicht mehr loslässt
Knigaljubvor 20 Stunden

Was für ein üppiger, virtuos erzählter, facettenreicher Roman! Warum er "Melnitz" heißt, obwohl es doch um Familie Meijer geht, wird schon ersichtlich, als Onkel Melnitz - sarkastisch, mahnend, aufdringlich - das erste Mal in Erscheinung tritt, und klärt sich spätestens im spannenden Nachwort von Lewinsky gänzlich.

Im Laufe der Geschichte gewährt der Autor uns Einblicke in eine jüdische Familiengeschichte in der Schweiz. Mehr als ein Jahrhundert begleiten wir die Meijers und erfahren anhand ihrer Geschichte(n) auch, wie es sich zwischen 1871 und 1937 als jüdische Menschen in der Schweiz lebte, welche Ressentiments auch hier herrschten und welche Rolle die Schweiz schließlich während der NS-Zeit (nicht) spielte.

In den personalen Erzählformen kommt man den Figuren so nahe, dass eine Verwechslungsgefahr auch bei zunehmendem Personal nicht besteht - was nicht nur daran liegen dürfte, dass der Fokus des Erzählten stets zur im Mittelpunkt stehenden Figur passt, sondern auch daran, dass sie meist Eigenheiten im Ausdruck haben. Besonders spannend fand ich die (im Anhang in einem Glossar zusammengefassten, sich aber im Erzählfluss stets selbst erklärenden) jiddischen Einschübe.

Nicht spoilern sollte man sich durch ein genaues Studium des (ebenfalls im Anhang befindlichen) Familienstammbaums - aber wenn man am Ende angelangt ist, lässt er einen in Erinnerungen an all die besonderen Figuren schwelgen.

Zwei Monate las ich an diesem Werk und das hatte manche Gründe - eine mangelnde Güte des Erzählten gehörte jedoch nicht dazu. Im Gegenteil: Trotz (oder wegen?) dieser langen Lesedauer bin ich nicht erleichtert, fertig zu sein, sondern wehmütig. Ich werde sie alle vermissen, vom Viehhändler Salomon, mit dem alles begann, über dessen feine Tochter Mimi und pragmatische Ziehtochter Chanele, über deren Kinder - darunter der aufstrebende François und der sensible Arthur - bis hin zu seinen Enkeln - etwa die Zwillinge Lea und Rachel - bis hin zum Urenkel Hillel, der große Pläne schmiedet.

Es war wirklich grandios und ein bisschen wie eine lieb gewonnene Serie, bei deren letzter Folge der Abschiedsschmerz einsetzt. Große Empfehlung!

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Cover des Buches Sein Sohn (ISBN: 9783257072105)otegamis avatar

Rezension zu "Sein Sohn" von Charles Lewinsky

Das außergewöhnliche Leben des Louis Chabos
otegamivor 2 Tagen

Von Stefan Zweig ist der Spruch ‚Wer seine Wurzeln nicht kennt, kennt keinen Halt‘ überliefert. Somit ist es für jeden Menschen fast zwingend notwendig, nach den eigenen Wurzeln zu suchen. (Und ich verrate wahrscheinlich nichts Neues, wenn ich erzähle, dass sich das im Alter noch steigert  -  nicht umsonst betreiben so viele ältere Herrschaften Ahnenforschung, wir übrigens auch!) 

Doch jetzt zum Protagonisten ‚Louis Chabos‘: nach einer schweren Geburt am 16.12.1794, in einem Waisenhaus in Mailand aufgewachsen (die Gebühr wurde für ihn 18 Jahre im Voraus bezahlt), hat er mit den verschiedenen Personen, auf die er nach seinem 12. Geburtstag trifft, großes Glück: sie helfen ihm und jeder bringt ihn auf seine eigene Art einen Entwicklungsschritt weiter - Louis kommt aber auch einfach mit seiner sympathischen Art gut an!

Aber nicht nur seine spannende, abwechslungsreiche Lebensgeschichte fand ich sehr gut erzählt, sogar richtig süffig, sondern mich begeisterten auch die ganzen beeindruckenden Charaktere der Nebenrollen, der geschichtliche Hintergrund und auch die vielen lebensklugen Sätze, die sich dafür eignen, an die Wand gehängt zu werden. So erlebt der Lesende nicht nur verschiedene Handlungsorte im 19. Jahrhundert wie z.B. das Waisenhaus in Mailand, den französischen Rückzug in Russland, sondern auch – durch die Suche nach den Eltern bedingt - das ländliche Leben in Graubünden (inklusive dem – damals schon - traditionellen Gebäck ‚Totenbeinli‘, das beim Leichenschmaus gereicht wird) und natürlich Paris, wo die Cholera wütete.

In kurzen, knappen Kapiteln eingeteilt, las sich das Buch wie in einem Rausch. Mit den letzten drei Seiten schließt sich auch der Kreis zu den ersten drei -  ein genialer Schachzug! Und dieses Werk wäre nicht von Charles Lewinsky, wenn der aufmerksame Leser nicht zwischen den Zeilen lesen und auch Hinweise auf die jetzige Zeit entdecken könnte. Es regt außerdem an, sich näher mit den geschichtlichen Ereignissen zu beschäftigen. 

Das Buch ‚Sein Sohn‘ war einfach ein Genuss und ich bedauerte sehr, als ich es schließen musste. (Es hätte ruhig noch ein paar Hundert Seiten mehr haben dürfen!) 5 begeisterte Sterne vergebe ich und empfehle es allen, die Freude an interessanten und spannenden Geschichten mit historischem Hintergrund haben! 

 

Kommentare: 2
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Cover des Buches Sein Sohn (ISBN: 9783257072105)Christian1977s avatar

Rezension zu "Sein Sohn" von Charles Lewinsky

Ein echter Lewinsky
Christian1977vor 3 Tagen

Mailand, zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Im Waisenhaus Martinitt fristet der kleine Louis Chabos ein unglückliches Dasein. Von den größeren Jungen wird er drangsaliert, und auch von den Erwachsenen erfährt er keine Liebe. Als ihn die Mutter Oberin an seinem zwölften Geburtstag zu sich ruft, ahnt er noch nicht, dass sich sein Leben in den nächsten Wochen und Monaten komplett ändern wird. Denn nun, da er "erwachsen" ist, ist es Zeit für seinen ersten Job. Beim alten Marchese wird er fortan als Diener eine neue Moral und die Werte des Lebens kennenlernen. Und erfährt erstmals so etwas wie Respekt und Zuneigung...

Der Schweizer Schriftsteller Charles Lewinsky sagte auf einer Lesung zu seinem damaligen Roman "Der Stotterer" einmal, sein Ziel sei es, mit jedem seiner Bücher eine ganz neue Geschichte zu erzählen. Bei Diogenes ist nun sein aktueller Roman "Sein Sohn" erschienen - und erneut gelingt es Lewinsky, aus einer minimalen historischen Information eine ganze Lebensgeschichte zu entwickeln. 

"Sein Sohn" ist eine Mischung aus historischem Coming-of-Age- und klassischem Abenteuerroman, die sich weniger durch sprachliche oder literarische Extravaganzen als durch die Kunst des Erzählens selbst auszeichnet. Denn dass Lewinksy ein begnadeter Geschichtenerzähler ist, stellt er mit diesem Werk einmal mehr eindrücklich unter Beweis.

Hervorzuheben ist dabei, wie es Lewinsky gelingt, die Leserschaft an den Protagonisten Louis Chabos zu binden, diesem Jungen und Mann, auf der Suche nach sich selbst und nach seinen Eltern. Denn obwohl die Sätze kurz und knapp sind, die Sprache des auktorialen Erzählers eher distanziert ist, leidet und hofft man als Leser:in mit diesem Louis. Trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse, die ihm in den Weg gelegt werden, hat man das Gefühl, dass Louis nie verloren ist, dass es immer eine helfende Hand gibt, die ihm aus dem Schlamassel befreit. 

So folgt man Louis Chabos auf seinem gesamten Lebensweg, den Lewinksy episodenhaft erzählt. Besonders gelungen ist der Beginn, wo sich Louis' Geburt direkt an eine einleitende Beerdigunsszene anschließt. Selten lagen in der Literatur Tod und Geburt so nah beieinander. 

Ständig tauchen im Anschluss neue Nebenfiguren auf, die für Louis' Werdegang mal mehr, mal weniger wichtig sind. Gerade in Louis' Kindheit fühlte ich mich dadurch häufig an die Serie "Sans Famille" nach dem Roman von Hector Malot erinnert. Und so schnell, wie die Charaktere auftauchten, sind sie auch schon wieder verschwunden, denn Lewinsky legt ein fast schon abenteuerlich schnelles Erzähltempo vor. Dies ist sogleich Vor- und Nachteil des Buches. Einerseits sorgt das temporeiche Erzählen für kurzweilige und spannende Unterhaltung, doch andererseits fehlt den Nebenfiguren dadurch auch ein wenig Tiefe. Man ist geneigt, sie recht schnell wieder zu vergessen. Sprachlich gestaltet sich der Roman in diesen Phasen relativ einseitig. Kurze pointierte Hauptsätze wechseln sich vor allem mit Dialogen ab.

An zwei Stellen experimentiert Lewinsky mehr mit der Sprache und entwickelt sogleich etwas Rauschhaftes. In einer Nahtoderfahrung Louis' verschwimmen plötzlich die Grenzen des linearen Erzählens und all seine Erinnerungen wirbeln nicht nur den Helden durcheinander, sondern auch die Leser:innen, die blitzlichtartig gewisse Dialoge und besonders wichtige Stellen noch einmal und dadurch Louis' Rausch selbst miterleben. Eine sehr gelungene Extravaganz, von denen ich mir durchaus mehr gewünscht hätte.

Dennoch ist "Sein Sohn" alles andere als eine Enttäuschung. Die Geschichte ist spannend genug, um die knapp 400 Seiten zu tragen, vermutlich hätte sie selbst die doppelte Seitenanzahl gut ausgefüllt. Denn ein echter Lewinsky langweilt eben nie - und erzählt jedes Mal etwas ganz Neues.

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Gespräche aus der Community

LovelyBooks lädt auch im Jahr 2020 zu spannenden Challenges ein.

Und auf euch warten tolle Gewinne.
Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natürlich 2020 wieder dabei!

Liest du gerne Bücher mit Niveau?
Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.


15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 lesen.

Es gelten nur Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
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Nimmst du die Herausforderung an?

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2020 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.

Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.

Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

Teilnehmer:

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Dajobamas avatar
Letzter Beitrag von  Dajobamavor 2 Jahren

Ertauscht.... Aber mach dir keinen Kopf, ist nicht so schlimm! Kann ich sicher tauschen!

Zum Thema

Es ist das Jahr 1313. Das Leben ist hart, vor allem auf dem Lande, wo der Kampf ums Überleben das Einzige ist, was wirklich zählt. In dieser rauen Umgebung stellt der junge Sebi etwas Besonderes dar. Er ist dazu berufen, Geschichten zu erzählen. Eines Tages trifft er den wunderlichen Halbbart, einen Fremden, der ihm hilft, seinen Platz im Leben zu finden. In unserer Literatursalon-Leserunde könnt ihr den neuen, großartigen Roman von Charles Lewinsky lesen, der aktuell auf der Longlist
zum Deutschen Buchpreis 2020 steht.

"Wie der Halbbart zu uns gekommen ist, weiß keiner zu sagen, von einem Tag auf den anderen war er einfach da."

Möchtet ihr das Mittelalter aus einer anderen Perspektive betrachten? Aus der Perspektiven eines Jungen, der dazu geboren wurde, Geschichten zu erzählen?

Dann bewerbt euch für eins von 50 Exemplaren von "Der Halbbart", die wir zusammen mit Diogenes für unsere Leserunde im Literatursalon verlosen.

Wenn ihr diesen erstklassigen historischen Roman lesen und euch darüber austauschen wollt, dann bewerbt* euch bis zum 30.08.2020, indem ihr die folgende Frage über unser Bewerbungsformular beantwortet:

Sebi hört und erfindet Geschichten, um seine Welt besser zu verstehen. Was hilft euch, unsere Welt besser zu verstehen? Seid ihr eher Geschichtenerzähler, oder hört ihr lieber gern? Oder habt ihr eine andere Art, die Welt zu begreifen?

Ich bin schon jetzt sehr neugierig auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

*Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

Wenn ihr keine Aktionen von Diogenes verpassen wollt, dann folgt der Verlagsseite.

2679 BeiträgeVerlosung beendet
Caro_Lesemauss avatar
Letzter Beitrag von  Caro_Lesemausvor 2 Jahren

Auch ich habe das Posten vergessen. Entschuldigung! Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

https://www.lovelybooks.de/autor/Charles-Lewinsky/Der-Halbbart-2573151482-w/rezension/2802025643/

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