Charles Lewinsky

 4,3 Sterne bei 402 Bewertungen
Autor von Der Halbbart, Melnitz und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Daramaturg, Regisseur und Autor: Charles Lewinsky wurde 1946 in Zürich geboren und studierte Germanistik und Theaterwissenschaft in Zürich und Berlin, was er jedoch nie abschloss. Er arbeitete dann als Dramaturg und Regisseur an verschiedenen Theatern. 

Nachdem er als Redakteur und Ressortleiter beim Schweizer Fernsehen gearbeitet hat, widmete sich Lewinsky ab 1980 ganz dem Schreiben als freier Autor. 

Er arbeitete dann für verschiedene Unterhaltungssendungen, gestaltete Hörspiele mit, schrieb Liedtexte, Theater- und Prosatexte. 

Für seine herausragenden Werke wurde der Autor mit dem Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank und den Grand Prix der Volksmusik ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde er für den Schweizer- und den Deutschen Buchpreis nominiert.

Alle Bücher von Charles Lewinsky

Cover des Buches Der Halbbart (ISBN: 9783257246377)

Der Halbbart

 (87)
Erschienen am 26.07.2022
Cover des Buches Melnitz (ISBN: 9783312006755)

Melnitz

 (43)
Erschienen am 14.07.2015
Cover des Buches Der Stotterer (ISBN: 9783257245486)

Der Stotterer

 (39)
Erschienen am 28.09.2021
Cover des Buches Andersen (ISBN: 9783423146456)

Andersen

 (26)
Erschienen am 20.07.2018
Cover des Buches Sein Sohn (ISBN: 9783257247305)

Sein Sohn

 (25)
Erscheint am 20.08.2024
Cover des Buches Kastelau (ISBN: 9783423144650)

Kastelau

 (25)
Erschienen am 18.12.2015
Cover des Buches Rauch und Schall (ISBN: 9783257072594)

Rauch und Schall

 (21)
Erschienen am 24.10.2023
Cover des Buches Gerron (ISBN: 9783423142502)

Gerron

 (19)
Erschienen am 01.10.2013

Neue Rezensionen zu Charles Lewinsky

Cover des Buches Rauch und Schall (ISBN: 9783257072594)
Maselis avatar

Rezension zu "Rauch und Schall" von Charles Lewinsky

Ein süffisant, humorvolles Buch über ein vermeintliches Burn-out des Dichterfürsten Goethe
Maselivor 11 Tagen

Goethe kehrt von seiner Schweizreise nach Hause, es plagen ihn seine Hämorrhoiden und mehr noch seine Schreibflaute, die er mit dieser Reise zu überwinden meinte. Doch wieder in Weimar, in den Armen seine Christiane, kehren weder Einfälle noch Inspiration zurück und er sitzt tagelang vor leeren Oktavbögen, die sich nicht füllen wollen.

Übellaunig von all den schriftstellerischen Misserfolgen wendet er sich an seinen Schwager Christian August Vulpius, den er nicht mag, aber der sich, wie er selbst aber jeder auf seine Art, Tag für Tag mit Büchern befasst, und wenngleich Vulpius nur Trivialliteratur zustande bringt und auf gar keinen Fall auf gleicher Ebene mit ihm steht, immerhin mühelos gleichzeitig zwei Romane verfassen kann. Vulpius Ratschläge befolgend, von denen er sich anfänglich wenig Erfolg verspricht, verfasst er, als Schreibübung sozusagen, einen Roman über Rinaldo Rinaldi, einem Räuberhauptmann, der in Kalabriens Wälder wütet.

Dass dieses Vorhaben seine Schreibkünste wiederbelebt und dann, wenn auch unter anderem Namen, veröffentlicht wird, gipfelt in ungeahnte Wendungen.

Aber Goethe, weil er eben Goethe war, hatte, ohne bewusste Absicht und ganz bestimmt ohne jeden Plan, immer wieder mal einen Handlungsbogen geschaffen, dem man mit Neugier folgte, hatte di Figuren, wenn auch nicht in der letzten Einzelheit gezeichnet, immerhin so beschrieben, dass man sie sich vorstellen konnte, keine lebendigen Menschen, das wäre zu viel verlangt gewesen, aber doch Puppen, denen man bei ihren Abenteuern gern zuschaute, hatte – „ohne Überlegung hingeworfen“ , dachte Vulpius neidisch, Formulierungen gefunden, die mehr waren als durch tausendfachen Gebrauch abgewetzte Allgemeinplätze, hatte kein gute Buch geschrieben, natürlich nicht, aber auch kein wirklich schlechtes, eines, das keinem Kritiker gefallen würde, aber manchem Leser und mancher Leserin sehr wohl.

Meine persönlichen Leseeindrücke 

Ich hätte das Buch nicht gelesen, wenn es nicht in meiner lokalen Leserunde Pflichtlektüre für das nächste Treffen gewesen wäre, denn der Klappentext konnte mich so gar nicht anregen. Die Vorstellung eines Goethes, der von Hämorrhoiden einen wunden Hintern hat und unter Furunkel am Rücken leidet, hat die Literatur wohl gebraucht! Wie überrascht bin ich, die ersten Schrecken überwindend, eine humorvolle - nicht überlieferte - Geschichte eines Burn-outs des Weimarer Dichterfürsten zu entdecken, Weimarer Alltagsleben inklusive, und bin begeistert. 

Herrlich amüsant wie Lewinsky, dieser Schelm, den Goethe karikiert: Goethe als Mann, Geheimrat, Minister, Dichterfürst mit all seinen Marotten, Zornausbrüchen und Burn-out Syndromen. Dazu gesellen sich Christiane, offiziell seine Haushälterin, inoffizielle seine Frau (und alle wissen es), weil in der Weimarer Gesellschaft sie nicht dem passenden Stande angehört um seine Angetraute sein zu können, und ihr Bruder Christian August Vulpius, der devote Hofbibliothekar mit schriftstellerischen Ambitionen, den Goethe nicht leiden kann. 

Natürlich hatte sie eine Menge Gemeinsames. Aber je nachdem, wie das Schicksal das Messer ansetzt, schnitzt es aus demselben Holz eine lachende oder eine weinende Maske.

Süffisant und ein bisschen schadenfroh nimmt sich Lewinsky der vermeintlich, jedenfalls nicht öffentlich bekannten Schreibflaute des Dichterfürsten an, der unter enormen Druck seit Wochen nichts zu Papier bringt. Der einzige Mensch, der ihm aus der Misere befreien kann, immer unter Regie der umtriebigen, intelligenten Christiane, ist deren Bruder Christian August. 

Was nun folgt ist eine der schönsten Erklärungen was Literatur ist und worum es beim Schreiben geht. Direkt von Goethe umgesetzt, scheint das Schreiben wirklich eine einfache, geradezu natürliche Sache zu sein und die Größe des Dichterfürsten schlägt auch bei der literarischen Verwirklichung des kalabrischen Räuberhauptmannes Rinaldo Rinaldi durch. 

Fazit

„Rauch und Schall“ von Charles Lewinsky ist ein süffisant, humorvolles Buch über ein vermeintliches Burn-out des Dichterfürsten Goethe. Ein Roman nicht nur für Goethefans und ein amüsanter Seitenhieb auf den großen Literaten.

„Ein Name muss Duft sein, der eine köstliche Mahlzeit ankündigt, der Trommelwirbel, der dem Auftritt der Hauptperson vorangeht“ Rauch und Schall dachte Goethe. 

Cover des Buches Der Stotterer (ISBN: 9783257245486)
D-Gideons avatar

Rezension zu "Der Stotterer" von Charles Lewinsky

Ein Spiegelbild menschlicher Abgründe und ihrer Folgen. Toll geschrieben.
D-Gideonvor 4 Monaten

Dieses Buch überrascht mit seiner Tiefsinnigkeit. Der Mensch wird durch seinen Umgang geformt. Entweder man schwimmt mit dem vorbestimmten Strom, oder man entscheidet sich dagegen. Die Hauptfigur dieses Buches entscheidet sich, seinen eigenen Weg zu gehen, der nicht immer der einfachste ist.
Dieses Buch ist anders aufgebaut, wie andere Romane, die ihre Geschichte erzählen. Es wird immer besser und am Ende schließt man das Buch mit einem Lächeln im Gesicht.
Sehr empfehlenswert!

Cover des Buches Sein Sohn (ISBN: 9783257072105)
sursulapitschis avatar

Rezension zu "Sein Sohn" von Charles Lewinsky

Ein Abenteuermärchen
sursulapitschivor 4 Monaten

Ich hätte das nicht für möglich gehalten, aber dieses Buch vom Charles Lewinsky fand ich nicht besonders fesselnd.

Es geht um einen Waisenjungen, Louis Chabos, der Anfang des 19.Jahrhuderts in einem Mailänder Waisenhaus lebt und sich dann durchs Leben und die Welt schlägt. Er bekleidet unterschiedlichste Berufe, wird Diener, Soldat, Lumpensammler oder auch Weinhändler. Dabei erleidet er auch allerhand, trifft aber immer und überall erstaunlich hilfreiche Menschen.

Es wirkt ein wenig wie ein abenteuerliches Märchen: Von einem, der auszog, seinen Vater zu suchen. Louis hat im Grunde keine Eigenschaften, treibt durch die Jahre und verschiedene Länder ohne rechtes Ziel, außer dem Wunsch, mehr über seine Eltern zu erfahren. Das beflügelt ihn dann doch immer mal wieder zu Wahnsinnstaten.

In diesem Buch des Autors habe ich vermisst, was seine anderen Bücher auszeichnet, vor allen Dingen seinen Humor. Das historische Szenario ist Kulisse, aber nicht besonders spürbar. Oft weiß man kaum, in welchem Land sich Louis gerade befindet.

Das Hörbuch wird wacker gelesen von Samuel Streiff. Es dauert 8 Stunden und 34 Minuten. Kann man mal hören, muss man aber nicht.

Gespräche aus der Community

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948 Beiträge
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Letzter Beitrag von  Dajobamavor 3 Jahren

Ertauscht.... Aber mach dir keinen Kopf, ist nicht so schlimm! Kann ich sicher tauschen!

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