Charles Lewinsky Gerron

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Inhaltsangabe zu „Gerron“ von Charles Lewinsky

Sehr spannend aber auch beklemmend

— Linnhe72

Beeindruckende Biographie

— buchhase
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  • Gerron

    Gerron

    Linnhe72

    23. November 2015 um 08:23

    Inhalt «Wenn ich diesen Film mache, werde ich mich für den Rest meines Lebens dafür schämen.» «Und wie lange wird der Rest deines Lebens dauern, wenn du dich weigerst?» Charles Lewinsky erzählt in seinem Buch die (zum grössten Teil fiktive) Lebensgeschichte des deutsch-jüdischen Schauspielers und Regisseurs Kurt Gerron. Die Grundhandlung spielt in Theresienstadt, wo Gerron nach der Besetzung Hollands gelandet ist. Der Lagerkommandant verlangt von ihm, dass er einen Propagandafilm darüber dreht, wie wunderschön und idyllisch das Leben in Theresienstadt doch ist. Er erhählt drei Tage Zeit um sich zu entscheiden. Daraufhin beginnt Gerron zu grübeln. Ist es für ihn moralisch vertretbar so einen Film zu machen? Was ist die Alternative dazu? Hat er überhaupt eine Wahl? Meine Meinung «Gerron» ist kein leichtes Buch. Auch die Erzählweise ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Aber nachdem ich mich erst einmal eingelesen hatte, konnte ich das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen. Ich fand die Geschichte sehr spannend, auch wenn ich mich mit keiner Figur richtig identifizieren konnte. Bei manchen Szenen ist mir das Lachen regelrecht im Hals stecken geblieben und das Ende… Naja, ist halt die Realität.

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  • Rezension zu "Gerron" von Charles Lewinsky

    Gerron

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. November 2011 um 16:13

    "Gerron" erzählt die Geschichte von Kurt Gerron, Schauspieler und Regisseur der UFA, der durch die Nazis in Ausschwitz ermordert wurde. Geschildert wird vor allem der innere Kampf von Gerron, den der Wunsch der Nazis nach einem Film über Theresienstadt, wo Gerron vor seiner Deportation ins KZ untergebracht war, in ihm auslöst. Soll er den Film drehen oder nicht? Wenn er es macht, dann kann er niemandem mehr ins Gesicht sehen. Weigert er sich, werden er und seine Frau Olga sofort ins KZ transportiert - das ist ihm klar. Anfangs gibt er sich der Illusion hin, Leben retten zu können, wenn er den Film dreht. Alle, die mitwirken, werden gebraucht und können nicht auf Transport gehen. Aber irgendwann erkennt er, dass auch dies nur ein heerer Wunschgedanke war. Die Geschichte spielt auf verschiedenen Zeitebenen, in denen Gerron seine Biografie rückblickend erzählt: wie aus einem schmächtigen Jungen ein gut beleibter, bekannter Schauspieler wird. Interessant zu lesen sind seine Beziehungen als Jude zu den Großen der Branche - Brecht, Magda Schneider und Marlene Dietrich spielen eine Rolle. Und Brecht kommt nicht gut dabei weg. Am meisten begeistert hat mich allerdings die Schilderung der Situationen, in denen Zivilcourage gefragt war. Solchen begegnet ein jeder von uns in seinem Leben unzählige Male - so auch Gerron. Und erstmal passiert alles so, wie es sein sollte: man bekennt Farbe, man lehnt sich auf und bietet den Bösen dieser Welt die Stirn. Aber so war es nicht. Und dann beschreibt Lewinsky, wie es wirklich war. Natürlich sind viele Teile des Romans erfunden. Künstlerische Freiheit, die sich aber wunderbar in die Fakten einfügt. Ich fand es anfangs ein Wagnis, die Geschichte in der Ich-Form zu erzählen. Aber Lewinsky schafft so die Distanz ab und gewährt dem Leser Einblick in die Zerrissenheit des berühmten Gerron, der immer wieder hofft, dass seine Popularität ihn am Ende rettet. Aber so war es nicht.

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