Charles Lewinsky Melnitz

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Inhaltsangabe zu „Melnitz“ von Charles Lewinsky

»Eine vor Erzählbegeisterung überbordende Familiensaga.« Der SpiegelAls 1871 nachts ein entfernter Verwandter an die Tür der Meijers klopft, ahnt keiner in der Familie, wie radikal sich ihr Leben ändern wird. Janki Meijer, aus der französischen Armee entflohen, mischt die Familie des Viehhändlers Solomon Meijer, der im Judendorf Endingen für Ehrlichkeit steht, gehörig auf. Wie sich die Geschichte dieser weit verzweigten jüdischen Familie bis ins Jahr 1945 entwickelt, erzählt Lewinsky mit einer solchen Gestaltungskraft, dass der Leser unweigerlich zu einem bangenden und hoffenden Teil der Familie wird. »Er tut es mit unwahrscheinlichem kulturgeschichtlichem Reichtum, mit Figuren von seltener Lebendigkeit, mit genauem Gespür fürs Gewöhnliche und Ungewöhnliche der jüdischen Condition.« Andreas Isenschmid, persönliche Empfehlung/SWR-Bestenliste März 2006

Sehr authentisch! Ein MUSS für Interessenten der Jüdischen Geschichte.

— Fabula
Fabula

Das Buch hat meine Wissen über das Judentum bereichert.

— KerstinMC
KerstinMC

Schade, dass es hier nur fünf Sterne zu vergeben gibt, dieser Roman über eine Schweizer jüdische Familie ist mindestens eine Zehn!

— ChiefC
ChiefC

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  • Melnitz

    Melnitz
    Fabula

    Fabula

    13. February 2016 um 16:55

    Melnitz - Eine jüdische Familienchronik vor dem Hintergrund der Schweizer Geschichte in den Jahren 1871 bis 1945. Einleitung: "Wir Menschen denken uns Mythen aus, grosse und kleine, behaupten, sie stünden so fest wie Berge, und verwedeln unsere eigenen Zweifel daran mit einem Nebel aus Traditionen und Ritualen." (S. 254) Doch wer entscheidet darüber, was Mythos ist und was Realität? Was wahr ist und was falsch? Oder auch was gut ist und was schlecht? Sollte nicht jeder das Recht haben so zu leben, wie er es für richtig hält? Das zu glauben, was ihm am richtigsten erscheint? Oder was ist es denn, das die einen über die anderen Menschen stellen soll? "Wir verschwenden unsere Intelligenz, weil wir nicht den Mut aufbringen, alltertümliche Märchen in Frage zu stellen. Märchen jawohl!" Doch welche Märchen sind wirklich gemeint? Die Geschichten der Religion selber? Oder doch die falschen Gerüchte über die Menschen einer Religion? Die Wahrheit lässt sich immer nach Belieben zurecht rücken. Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde: Ich muss zugeben von selbst wäre ich nie auf dieses Buch gekommen. Als mein Professor in einer Vorlesung davon sprach, musste ich es mir einfach bestellen. Und er hatte Recht behalten: Es hat sich absolut gelohnt! Melnitz ist nicht einfach nur eine hübsche Geschichte, sondern kann fast schon als literarische Quelle gesehen werden. Man lernt viel über die Geschichte des eigenen Landes. Über die Geschichte der Schweiz und ihre Ausprägung des Antisemitismus. Zum Inhalt selber: Melnitz war wieder einmal ein Buch, das mich sehr bewegt hat! Der Titel der damaligen Vorlesung war "Wir sind Schweizer, aber bleiben immer Fremde. - Geschichte der Juden in der Schweiz." Genau diese Überschrift wäre auch für diese Rezension passend. Lewinsky schildert in seinem Roman 'Melnitz' auf beindruckendste, sehr authentisch wirkende Weise, wie das alltägliche Leben der Juden in der Schweiz ausgesehen hat. Die Erzählung passiert über verschiedene Generationen einer Familie in den Jahren von 1871 bis 1945. Mit den Jahren ändern sich auch die Probleme der Hauptfiguren. Doch eins bleibt immer gleich: Der aufkeimende Antisemitismus, der sich auch in der Schweiz breit gemacht hat. Man erfährt viel über die jüdische Kultur, ihre Rituale, Feste und Sprache. Aber auch darüber, wie sie nicht immer mit der christlichen Kultur zu vereinbaren war. Thematisiert werden Themen wie das Schächtverbot, die Heiratsvermittlung, (jüdische) Geschäfte & Handel, aber auch Gerüchte, und was sie alles bewirken können. Gestreift werden auch die beiden Weltkriege und die vernichtende Todesmaschinerie des Holocausts. Im Vordergrund steht jedoch das Alltagsleben der schweizerischen Juden. Empfehlung: Obwohl das Buch mit seinen 765 Seiten ziemlich dick ist, liest es sich gut. Man braucht schon Durchhaltevermögen und Interesse am Thema, aber es lohnt sich auf jeden Fall! Die jüdische Geschichte reisst einen mit sich fort! Gerade weil Melnitz in der Schweiz spielt wird eine andere Ausprägung des Antisemitismus deutlich. Auch diese gehört zum Gesamtbild der jüdischen Geschichte und sollte gelesen werden! Allzu oft wird Antisemitismus mit dem Holocaust gleichgesetzt, dieses Buch zeigt viele weitere Facetten davon. Ja, ich empfehle das Buch weiter. Insbesondere für Interessenten der Jüdischen Geschichte, der Schweizergeschichte aber auch für alle Schweizerinnen und Schweizer, die wissen sollten, das auch bei uns nicht alles so ganz 'heilig' war :)

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  • Zehn Sterne

    Melnitz
    ChiefC

    ChiefC

    11. May 2014 um 13:57

    Schade, dass es bei lovelybooks maximal fünf Sterne zu vergeben gibt, denn dieses Buch ist eine glatte Zehn – mindestens. Da liest man jahrzehntelang Bücher und dann bekommt man das Buch eines bis dahin unbekannten Schweizer Schriftstellers ans Herz gelegt, „Gerron“ von Charles Lewinsky. Ein phantastisches Buch! Und im Klappentext heißt es, sein Vorgänger „Melnitz“ sei in viele Sprachen übersetzt und eine halbe Million Mal verkauft worden. Dieses Buch muss her! Und, kaum zu glauben, es fasziniert noch mehr als „Gerron“. Es ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.   Lewinsky erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie von 1871 bis 1945 und er macht es so herausragend, dass man 765 Seiten lang mit dieser Familie lebt, liebt und leidet – und gerne weitere 765 Seiten lesen würde. Man taucht in eine versunkene Welt, die es so auch in der Schweiz nicht mehr gibt, weil die Zeiten sich verändert haben – in Deutschland allerdings ist diese Welt abrupt ausgelöscht worden. Denn auch hier gab es das Landjudentum, etwa„Judendörfer“ im Südwesten wie Gailingen oder Randegg. Mit den Menschen haben die Nazis auch ihre Geschichte vernichtet – mit Folgen bis zum heutigen Tag, auch ihre jahrhundertealte Geschichte. Denn davon lernt man doch nichts in der Schule: Juden = Holocaust. Wenn man sich nur auf den Unterricht verließe, könnte man meinen, die Geschichte der Juden in Europa begann mit der Verfolgung durch die Nazis.     Denn wenn man von „Melnitz“ am Schluss Abschied nehmen muss, fühlt sich das ein bisschen so an, als müsste man sich leibhaftig von einer lieb gewordenen Mischpoche trennen, die über die vielen Lektüre-Stunden fast die eigene geworden ist. Wie schafft Lewinsky das? Er schafft es, indem er fiktiven Personen durch gut recherchierte Details Leben in Fülle einhaucht – und doch wird er bei all diesen Einzelheiten, trotz des liebevoll-ironischen Blicks auf seine Figuren, mit denen er sie dem Leser ganz nahe bringt, nie geschwätzig oder gar pathetisch. Es mag sich angesichts des Buchumfangs seltsam anhören: Aber Lewinsky entwirft seine Szenen mit scharfen Strichen, mit viel Kolorit und doch ohne überflüssige Schnörkel. So dringt die knappe, eindringliche Szene, wie Vater und „Onkel“ des im Ersten Weltkrieg gefallenen Sohnes besuchen, messerscharf in Herz und Hirn. Lewinsky beherrscht die Kunst des „show, don’t tell“ so hervorragend, dass man jedem, der vorhat, creative writing zu studieren oder gar ein Buch zu schreiben, dringend empfehlen möchte: Lies vorher „Melnitz“!   Unbedingt empfehlen möchte ich desweiteren die hervorragende „Melnitz“-Rezension, die Andreas Isenschmid für die NZZ geschrieben hat und die sich auch auf der Homepage des Autors findet. Sie trifft das Buch am besten.

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  • Rezension zu "Melnitz" von Charles Lewinsky

    Melnitz
    gabelingeber

    gabelingeber

    21. November 2012 um 05:58

    Ein Wälzer von 750 Seiten, der sich einfach so wegliest. DER Schweizer Schriftsteller heisst ja Martin Suter. Aber mit Charles Lewinsky hat ein ebenso begnadeter Autor die Schweizer Literatur-Bühne betreten. Mit gefällt sein Stil sogar besser als der Suters. Die TV-Serien, für die Lewinsky bislang die Drehbücher verfasste liessen nie vermuten, was für ein grosses Talent in dem Mann steckt. Jeder Satz wirkt durchdacht und genau überlegt, keine "Blligware" also! Am Schluss ergibt sich ein grosses, grossartiges Ganzes. Muss man gelesen haben - zumindest als Schweizer!

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  • Rezension zu "Melnitz" von Charles Lewinsky

    Melnitz
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. September 2010 um 14:33

    wahnsinn, ein Schmöker zum Verschlingen und nebenbei erfährt man so einiges über die Schweizer Geschichte. Ganz wunderbar.

  • Rezension zu "Melnitz" von Charles Lewinsky

    Melnitz
    Anja_Lev

    Anja_Lev

    17. July 2009 um 09:39

    "immer wenn er gestorben war, kam er wieder zurück". Dieser an sich absurde Satz beschreibt, wie der verstorbene Onkel Melnitz, Titelfigur des Buchs auf seine Nachkommen und Verwandten einwirkt. Er ist nur eine Randfigur, Hauptfiguren sind die lebenden Juden der Familie Meijer/ Kamionker, deren Familiengeschichte in 5 Teilen über einen Zeitraum von 70 Jahren erzählt wird. Beginnend mit Salomon Meijer 1871 und endend mit seinen Enkeln 1945 berichtet Lewinsky warmherzig, humorvoll und mitreißend von diesen schweizer Juden, Liebe, Trauer und immer wieder auch Antisemitismus. Und hier tritt Onkel Melnitz auf, er redet zu, wenn jemand unsicher ist, aber vor allem mahnt er, erinnert, wenn die Lebenden nicht sehen und glauben wollen, dass sie in Gefahr sind. "Du bist ein Geist, ich muss nicht auf Dich hören", lautet die übliche Reaktion in diesem Fall, doch gerade wenn er mahnt, hat Onkel Melnitz oft recht. Im Gegensatz zu den Lebenden erinnert er sich an frühere Progrome, die die anderen verleugnen. Der Holocaust wird - einerseits aus Gründen der gewählten Zeitspanne, andererseits weil die Geschichte vor allem in der Schweiz spielt - nur im letzten Teil des Buches gestreift, stattdessen sind Themen wie das Schächtverbot in der Schweiz, jüdische Rituale und alltäglicher Antisemitismus bestimmend. Doch das Buch ist nicht nur traurig, vor allem ist es auch ein Familienroman, dessen Figuren mir regelrecht ans Herz gewachsen sind und der ein höchst lebendiges und beeindruckendes Bild jüdischen Lebens und Glaubens zeichnet.

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  • Rezension zu "Melnitz" von Charles Lewinsky

    Melnitz
    SarahCatherine

    SarahCatherine

    26. June 2009 um 18:30

    Bei verschiedenen Anlässen, wenn die Mitglieder der Familie Mejier, später dann auch Kamionker, zusammensitzen, taucht der längst verstorbene Onkel Melnitz auf und gibt Ratschläge, mal zur Bar Mizwe von Arthur Mejier, mal zur Verfolgung der Juden in Deutschland. Über mehrere Generationen begleitet er seine Nachkommen, die in der Schweiz leben und das große Unrecht in Deutschland fast nur aus der Ferne mitbekommen. Von 1871 bis 1945 erzählt Charles Lewinsky die Geschichte einer ganz normalen jüdischen Familie, die erlebt, wie es ist, zu lieben, zu verlieren, füreinander da zu sein, Unrecht zu erfahren, zu feiern, zusammenzuhalten und zu trauern. Lewinsky beobachtet die Familie Mejier, jeden Einzelnen von ihnen, so genau und liebevoll, dass man sich beim Lesen wie ein Mitglied der Familie fühlt. Man hat Mitleid, spürt Abneigung und Sympathie, ohne dass es je langweilig wird. Die Geschichte der Juden in der Schweiz wird ohne Pathos und Urteil geschildert. Dadurch ist dieses Buch nicht eines von vielen Büchern über die Nazi-Zeit, sondern eine wunderbare Familiengeschichte, in der man viel über die jüdische Kultur erfahren kann. Absolut empfehlenswert für all jene Leser, die sich von kanpp 800 Seiten nicht abschrecken lassen!

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  • Rezension zu "Melnitz" von Charles Lewinsky

    Melnitz
    coimbra

    coimbra

    03. October 2008 um 23:58

    "leichtfüssige Beschreibung" der Geschichte einer jüdischen
    Familie in der Schweiz über vier Generationen.
    " Sie haben das Glück gehabt,Schweizer Juden
    zu sein.Nur glücklich hat man sie nicht werden lassen"
    Sehr empfehlenswert!

  • Rezension zu "Melnitz" von Charles Lewinsky

    Melnitz
    Karin

    Karin

    29. September 2008 um 20:44

    Wunderbar zu lesen,die Geschichte einer jüdischen Familie in der Schweiz.Hochinteressant der gesellschaftliche und geschichtliche Hintergrund.

  • Rezension zu "Melnitz" von Charles Lewinsky

    Melnitz
    Hakel

    Hakel

    27. August 2008 um 00:19

    Dieses Buch hat mir Fritz Muliar empfohlen. Und ich kann nur sagen: absolut lesenswert!

  • Rezension zu "Melnitz" von Charles Lewinsky

    Melnitz
    Liisa

    Liisa

    07. May 2007 um 17:06

    Charles Lewinsky ist in der Schweiz wohl recht bekannt, ich habe bis vor diesem Roman nicht von ihm gehört - jedenfalls nicht, dass es mir bewusst wäre - und natürlich auch noch nichts von ihm gelesen, bin also gänzlich »unvorbelastet« an seinen knapp 800seitigen Roman herangegangen. Erzählt wird die Geschichte einer Schweizer Familie jüdischen Glaubens. Zeitlich setzt der Roman 1871 ein und endet 1945. Zwischen diesen beiden zeitlichen Eckpunkten durchlebt und erleidet die Familie Meijer Höhepunkte und Tiefstpunkte in ihrem Familienleben, verliert Familienmitglieder (teils auch durch Konvertierung zum Christentum) und gewinnt neue hinzu. Eigentlich wollen alle nur eins, ihr Leben leben dürfen und einfach ganz normale Schweizer sein, dazuzugehören. Doch immer wieder werden sie auf ihr Jüdischsein reduziert und was immer sie auch versuchen, um das vergessen zu machen, es gelingt nicht. Die Figuren, die Charles Lewinsky hier zum Leben erweckt hat, sind ganz normale durchschnittliche Menschen, keine strahlenden Helden, und gerade das lässt sie einem im Laufe der Geschichte lebhaft ans Herz wachsen. Hier und da fühlte ich mich an die großen Romane von Meir Shalev erinnert, der ja ähnliche jüdische Familienchroniken erzählt hat. Interessant fand ich die Figur des Onkel Melnitz, sozusagen die Stimme aus dem Off, denn Onkel Melnitz ist längst tot, meldet sich aber an bestimmten Punkten immer mal wieder bei dem ein oder anderen Familienmitglied zu Wort und fungiert als warnende Stimme, die unerbittlich klar macht, dass sich die Hatz auf die Juden immer wiederholt und es kein Entkommen gibt, egal was man auch anstellt. Über die Figur des Onkel Melnitz bringt Charles Lewinsky immer wieder alles auf den Punkt, entlarvt, warnt. Man kann sich fragen, ob das wirklich nötig ist, aber ich fürchte, man kann die Wahrheiten, die Onkel Melnitz von sich gibt, gar nicht laut genug oder deutlich genug formulieren. Einziger schwacher Punkt des Romans für mich ist dass es Partien gibt, die etwas langatmig sind und ein gewisses Durchhaltevermögen verlangen - aber letztlich macht die Gesamtgeschichte diese Schwäche wieder wett.

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