Charles Spence

 4.7 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Gastrologik.

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Gastrologik

Gastrologik

 (3)
Erschienen am 20.07.2018

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Rezension zu "Gastrologik" von Charles Spence

Essen mit allen Sinnen
seschatvor einem Monat

"Gastrologik" ist ein außerordentlich innovatives Buch, das meinen Blick aufs Thema Essen und Kochen um bisher ungeahnte Sphären erweitert hat. 08/15-Küche war gestern, es lebe das Geschmacksexperiment. 

Der Autor Charles Spence ist Professor für Experimentalpsychologie in Oxford und als solcher offen für allerlei Novitäten. Daher verwundert es keinesfalls, dass er mit der sog. Gastrophysik - der Wissenschaft vom Essen - ganz neue wissenschaftliche Pfade einschlägt. Denn Essen und Trinken sollen nunmehr "multisensorische Erlebnisse" bereiten. Dafür geht er in internationalen Spitzenrestaurants auf die Suche nach dem ultimativen Geschmack, der besten musikalischen Begleitung, der passendsten Inszenierung usw. Als Laie kann man über seine kulinarischen Entdeckungen nur staunen und manches Mal verwundert die Augen reiben. Es ist schon interessant, was sich mit der Zugabe von Aromen, der Verwendung neuer Besteckarten bzw. der digitalen Technik so alles aus einem Gericht zaubern lässt. Themendinner vs. personalisiertes Essen - wer kann sich das leisten? Und wie werden solche Innovationen unser aller Essverhalten samt Gewohnheiten verändern? Man darf gespannt sein. Ich plädiere allerdings dafür, dass der Koch niemals gegen einen Roboter bzw. PCs eingetauscht werden sollte.

FAZIT
Eine wirklich spannende kulinarische Reise, die nicht nur offenbart, wie manipulierbar der Mensch doch ist, sondern auch die unbegrenzten Möglichkeiten im Kochmetier aufzeigt. 

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Buchraettins avatar

Rezension zu "Gastrologik" von Charles Spence

Der Autor entführt den Leser auf eine spannende literarische Reise in die Welt der Nahrungsaufnahme
Buchraettinvor 4 Monaten

Das Buch lädt den Leser auf eine Reise der Sinne durch die Welt der Lebensmittel und des Essens ein und zeigt, Essen kann auch Kunst sein.
Warum trinkt man vor allem im Flugzeug Tomatensaft? Dem Meeresrauschen lauschen durch die Verwendung digitaler Möglichkeiten. Gabeln, die durch ihre unterschiedlichen Formen ein haptisches Empfinden beim Gast verursachen.
Essen als Genuss mit alle Sinnen- ungewöhnliche Restauranttipps – skurril anmutende Bestecke oder Nahrungsmittel aus einem 3-D- Drucker- der Autor entführt den Leser auf eine spannende literarische Reise in die Welt der Nahrungsaufnahme und ihrer vielfältigen Möglichkeiten.
Zu Beginn des Buches bietet das Inhaltsverzeichnis einen tollen Überblick. Es ist nach Themengebieten geordnet, die sich dann in Einzelpunkte unterteilen. Der Leser kann hier auch gezielt Themen nachlesen, die ihn besonders interessieren. Themen sind unter anderen, die Sinneserfahrungen: Hören, Riechen, Schmecken, Sehen, Tasten, aber auch Themen wie „Essen im Flugzeug“, „Das experimentelle Mahl“ oder auch „Digitales Essen“ lassen den Leser schon neugierig werden.
Um eine kleine literarisch kulinarische Kostprobe des Inhaltes zu geben, hier mal ein Beispiel aus dem Buch. Ein Thema ist zum Beispiel das Essen aus dem 3-D-Drucker oder auch ein Experiment, wo die Teilnehmer nicht nur in OP-Kleidung speisten, sondern auch das Besteck entsprechend ausfiel- klingt manchmal etwas skurril, begeisterte mich aber dennoch mit seiner Vielfalt.
Was für Ideen manche Restaurants entwickeln, das finde ich schon genial zu lesen. Ich lese auch immer wieder gern Sachbücher rund um Restaurants und Köche. Einige dieser Restaurants haben schon ein gewisses Flair, den ich auch gern mal ausprobieren möchte – Theatervorführungen während der Mahlzeit, Molekularküche oder auch ein Restaurant auf dem Meeresgrund und um um den Gast nur eine Glasfläche.
Was mir hier vom Stil her sehr gefallen hat, ist die immer wieder auftauchende direkte Ansprache des Lesers. Der Autor stellt Fragen an den Leser und ich werde so mitten hineingezogen in das Buch- denke nach über Lebensmittel, Restaurants und viele Dinge mehr. Man denkt als Leser sofort über die Frage nach, beschäftigt sich noch intensiver mit dem Text.
Aufgelockert wird das Buch durch viele Fotos, das hat mir sehr gefallen.
Auch die Tipps des Autors, wie man zu Hause die Mahlzeit mal etwas ausgefallen gestalten kann, das fand ich sehr schön.
Der Autor Charles Spencer ist Experimentalpsychologe an der University oft Oxford und vielfach mit Preisen ausgezeichnet wurden, das erfährt man am Ende des Buches.
Das Buch wird abgerundet durch ein Abbildungsverzeichnis, ein Literaturverzeichnis, das nach den Themengebieten im Buch gestaltet ist, sowie Anmerkungen (im Text finden sich kleine Zahlen, die dann hier mit einem kleinen Textbaustein erläutert werden).

Es ist eine kulinarische Reise, die den Leser mitnimmt.
Eine Reise, mit einigen ungewöhnlichen Zutaten im Gepäck.
Ein originelles Geschenk für alle, die gern kochen. Die die Welt der Sinne auf eine neue Art erleben wollen und die einfach auch mal Anregungen für das Besondere bei der Mahlzeit suchen.

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Wedmas avatar

Rezension zu "Gastrologik" von Charles Spence

Wissenswertes übers Essen. Angenehm, amüsant, unterhaltsam.
Wedmavor 4 Monaten

„Gastrologik“ von Charles Spence habe ich gern gelesen, einiges über die neue, „erstaunliche Wissenschaft der kulinarischen Verführung“ erfahren, und mich einfach wohl und gut unterhalten gefühlt, daher empfehle ich das Buch auch gern weiter.


Rund 310 Seiten, mit recht viel Text, sind in 14 Kapitel unterteilt. Das Ganze ist wie eine auf einander abgestimmte Mahlzeit arrangiert, sodass man unbedingt mit Amuse-Gueule, so heißt die Einführung, anfangen und sich sukzessiv durcharbeiten sollte: Schmecken (Kap.1), Riechen (Kap. 2), Sehen, Hören, Tasten. Hier wird erzählt, wie sich diese Sinne beim Essen auf die Wahrnehmung auswirken. Dass das Auge mitisst, das kennt man. Aber dass man auch zum Schmecken und Riechen z.B. das Hören und Tasten miteinbezieht, und wie das Ganze zu einem stimmigen Essen komponiert werden kann, Kap. 6, darüber soll man unbedingt selbst lesen. Charles Spencer erzählt leichtfüßig, amüsant und einfach wunderbar.


Zum Autor laut Klappentext: „Charles Spence ist Professor für Experimentalpsychologie an der University of Oxford. Für seine Forschungen erhielt er zahlreiche Preise…“


Etwas Geschichte gibt es auch, Kap. 8, „Essen im Flugzeug“. Das war nicht immer schlecht, wie man erfährt, denn zu den Zeiten hatten die Betreiber der Fluglinien ganz andere Prioritäten. Das gute Essen sollte die Leute motivieren, ins Flugzeug zu steigen.

Ein extra Kapitel gibt es fürs personalisierte Mahl. Spannend.

Bei den Futuristen und ihrer Visionen, wie das Essen der Zukunft aussehen soll, ist Spence am Anfang und am Ende des Buches. Dabei geht er auf die Themen wie „Essen und Big Data“ ein, „Das gesunde, nachhaltige Essen der Zukunft“ und gibt zum Schluss „Tipps für ein gesundes Leben“, die einem verraten, wie man weniger isst und das wenige mit allen Sinnen maximal genießt.


Es gibt in diesen Ausführungen auch jede Menge product placement. Die Namen der favorisierten Restaurants des Autors wie die der populären Getränke und Snacks liest man mehrmals, sodass man unweigerlich an Werbung denkt. Manche Tests und die Schlüsse, die der Autor daraus zieht, scheinen mir nicht auf andere Konsumenten oder insg. übertragbar, z.B. Beim personalisierten Mahl gaben die amerikanischen Testteilnehmer an, dass es ihnen nichts ausmacht, wenn Restaurantpersonal sie vor ihrem Besuch googelt, damit das Essen nach Vorlieben der Gäste gestaltet werden kann. Die Briten dagegen haben darauf eher weniger begeistert reagiert. So verhält es sich mMn auch mit anderen Tests, deren Ergebnisse manchmal als der Wahrheit letzten Schlag präsentiert werden, als sei keine andere Alternative möglich, z.B. Es wird gesagt, dass das Essen, das man selbst zubereitet hat, einem immer besser schmeckt. Hier widerspricht Spence explizit D. Kahnemann, Nobelpreisträger für Psychologie, er hätte unrecht und Spencers Erkenntnisse wären die einzig richtigen. So kann man sich auch interessant machen. Ich bin hier mit Spence nicht einverstanden. Ich kenne genug Beispiele, dass man lieber das Essen bevorzugt, das von jmd anders zubereitet wird, aus einer Fülle von Gründen. Da greift dieses Postulat, das Selbstgemachte wäre einem immer lieber, einfach nicht.


Für wen ist dieses Buch interessant? Für Gastronomen, die nach neuen Erkenntnissen suchen, um ihr Lokal und das Essen besser gestalten zu können. Auch für Marketingleute könnte es nützlich sein, denn hier werden die Erkenntnisse der Gastrophysik preisgegeben, die, wenn angewendet, was z.B. Verpackung angeht, zu höheren Absätzen führen können. Spence erzählt von vielen Experimenten, die er mit seinem Team in den angesagten Restaurants durchgeführt hat, um das Verhalten der Restaurantbesucher zu ergründen, wie sie z.B. auf schnellere oder lautere Hintergrundmusik oder auf die veränderte Beleuchtung: ganz dunkel oder in bestimmte Farben getaucht reagieren. Auch wie man das Essen wahrnimmt, wenn es auf farbigen Tellern oder Schalen oder Tablets (flache Computer sind gemeint) serviert wird, wie man das Essen schmeckt: süßer, salziger, knuspriger, wenn man bestimmte Klänge dabei hört, usw.


Das Buch ist hochwertig gemacht. Festeinband mit goldenen Mustern, so wie man es auf dem Cover sieht. Lesebändchen passend dazu. S/w Fotos, Diagramme, insg. 55 Abbildungen.

Weiterführende Literatur, ca. 12 S., sowie auch die Anmerkungen, ca. 11 S., sind nach Kapiteln geordnet, und stellen hpts. Fachliteratur auf Englisch dar.

Die kürzeren Unterkapitel sorgen dafür, dass man schnell fertig und immer versucht ist, ein Stück und noch paar Seiten weiter zu lesen.


Fazit: Insg. angenehm, amüsant, unterhaltsam. Man erfährt etwas Neues/Anregendes, das man anwenden kann, wenn man z.B. Freunde einladen und ein unvergessliches Mahl zubereiten möchte. Spencer spricht solche Gelegenheiten auch an mehreren Stellen explizit an. Das Buch ist also nicht nur für die Marketing- und Gastroprofies gemeint, sondern für jeden, der sich fürs gute Essen interessiert.

 

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