Charles den Tex

 4.3 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Die Zelle, Die Macht des Mr. Miller und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Charles den Tex

Die Zelle

Die Zelle

 (7)
Erschienen am 27.07.2010
Die Macht des Mr. Miller

Die Macht des Mr. Miller

 (6)
Erschienen am 04.09.2008
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 (3)
Erschienen am 05.07.2013

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Rezension zu "Die Zelle" von Charles den Tex

Identitätskrise.
Gulanvor 2 Jahren

Das ist nicht mein Leben, was immer die anderen auch behaupten mögen. Es ist, als sei ich ein Fluss und als habe mich in der Nacht irgendjemand umgeleitet. Als flösse ich plötzlich durch ein anderes Land, eine unbekannte Gegend. Irgendjemand fährt mit einem Auto herum, das nicht mir gehört, aber auf meinen Namen zugelassen ist. In Monster, um genau zu sein. Das ist ein Anschlag auf meine Integrität. In Monster. Da bin ich noch nie zuvor gewesen. Da habe ich gar nichts zu suchen. Andere vielleicht, ich nicht.

ICH KENNE MONSTER NICHT!

Ich solle Ruhe bewahren, hat mir meine Anwältin geraten. Aber es gelingt mir nicht. Wenn ich nicht ganz schnell beweisen kann, dass ich Opfer eines Verbrechens geworden bin und nicht Täter eines anderen, dessen mich die Polizei beschuldigt, habe ich den Schwarzen Peter und ich kann nicht gut Karten spielen (S.79)

Der Unternehmensberater Michael Bellicher ist auf einer Landstraße unterwegs, als vor ihm ein Wagen schwer verunglückt. Die beiden Insassen kommen ums Leben, Bellicher ruft die Einsatzkräfte. Doch als die Polizei eintrifft und seine Personalien kontrolliert werden, wird Bellicher vom Zeugen zum Beschuldigten. Denn er wird wegen Fehlerflucht bei einem anderen Unfall gesucht, der mit einem Wagen verursacht wurde, der auf seinen Namen zugelassen ist.

Das Unfallopfer stirbt und Bellicher steckt mächtig in der Klemme. Aber die Hiobsbotschaften reißen nicht ab: Eine Bank meldet sich und erklärt ihm, dass er mit seinen Krediten in Rückstand ist. Dummerweise weiß Bellicher nichts davon, dass er für drei Millionen Euro ein verwahrlostes Haus und mehrere heruntergekommene Treibhäuser mitten im holländischen Gemüseanbauland gekauft haben soll. Und außerdem trachten plötzlich merkwürdige Gestalten nach Bellichers Leben.

Aber auch der erste Unfall, den Bellicher beobachtet hat, holt ihn wieder ein. Die Opfer waren nämlich Bas Hoogemans und sein Chauffeur. Hoogemans war der Vorsitzende einer Untersuchungskommission zur Verwendung von Integrationsbeihilfen und offenbar sehr erfolgreich im Aufspüren von fehlgeleiteten Mitteln, die teilweise nicht zur Integration benutzt, sondern im Gegenteil von Islamisten zweckentfremdet wurden.

Autor Charles den Tex zählt zu den erfolgreichsten niederländischen Krimiautoren des 21. Jahrhunderts. Wie sein Protagonist Michael Bellicher arbeitete auch er als Kommunikations- und Managementberater. Er gewann 2002 und dann sowohl mit dem ersten Michael-Bellicher-Thriller „Die Macht des Mr. Miller“ 2006 als auch mit „Die Zelle“ im Jahr 2008 den niederländischen Krimipreis „Gouden Strop“. Seine Bücher erscheinen im Dortmunder Grafit Verlag.

In seinem Thriller lässt der Autor Michael Bellicher als Ich-Erzähler seine Geschichte erzählen. Dabei unterbricht er in regelmäßigen Abständen die Kapitel durch Einträge Bellichers in seinen persönlichen Blog. Der Plot ist zum einen natürlich eine Man-on-the-run-Story mit Bellicher auf der Suche nach seiner verlorenen oder besser gesagt kopierten Identität. Es geht um die Sicherheit des Einzelnen in der digitalisierten Welt, aber eben nicht nur. Zum anderen mischen in dieser Geschichte nämlich nicht nur Datendiebe mit, sondern auch Regierungsorganisationen, Militär, Nachrichtendienst und Terroristen. Was mir besonders gut gefiel, ist, dass Michael Bellicher nicht als Einzelkämpfer agiert und wie ein Protagonist in so manchem anderen Thriller unrealistische Fähigkeiten entwickelt, sondern er erhält massive Unterstützung von Freunden und Familie, ohne die er völlig verloren wäre. So ist sein Freund und Firmenpartner Gijs Mitglied einer Familie mit erheblichem Einfluss in den Niederlanden und selbst mit diesem Einfluss wird es noch schwer genug. Aber die freundschaftliche Unterstützung, die Bellicher erhält, hat der Autor den Tex wohl bewusst als Kontrast zu der digital-anonymen Welt und den gesellschaftlichen Machtstrukturen gesetzt.

Ich tat, wie mir befohlen, und erduldete eine anale Untersuchung. Ein eingefettetes, flexibles Beobachtungsinstrument wurde in mich hineingeschoben. Der Mann blickte das Bild auf dem Monitor an, während er das Instrument hin- und herbewegte. Was ich dort verbergen sollte, war mir schleierhaft. Danach wurde ich nicht gefragt. Das Gefühl für die Absurdität der ganzen Operation wich nun der Angst. Nackt in einem Zimmer mit einem Militärarzt, der mir in den Arsch guckte – nein, ich hegte keinerlei Illusionen mehr über das Ziel der ganzen Aktion. Wenn ich in diesem Moment vor Nervosität einen fahren gelassen hätte, hätten mich die Soldaten auf der Stelle erschossen, aus Angst, ich könnte Senfgas pupsen. Der Kampf gegen den Terrorismus war ein Krieg, der jeden Augenblick ausbrechen konnte. An jedem erdenklichen Ort. Aber mein Anus war der letzte Ort, der mir dabei in den Sinn gekommen wäre. (S.298-299)

„Die Zelle“ ist ein fulminanter Actionthriller über die Risiken des digitalen Zeitalters, aber darüber hinaus eine Zustandsbeschreibung unserer gesellschaftlichen und demokratischen Verhältnisse. Zusätzlich machen starke Figuren, viel Tempo und rasante Action (unter anderem eine Autoverfolgungsjagd mitten durch die Treibhäuser) das Buch zu einem hervorragenden Roman.

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Rezension zu "Die Macht des Mr. Miller" von Charles den Tex

Leider veraltet
Das_Lesedingvor 4 Jahren

Inhalt:
Michael Bellinger wird aus der Bahn geworfen. Sein Bruder taucht nach einer langen Zeit wieder auf. Belli muss dies erst verarbeiten und ist zu lange von seiner Arbeit ferngeblieben, sodass ihm die Kündigung droht. Doch Belli will nicht aufgeben, er versteckt sich heimlich im Büro und entdeckt im großen Gebäudekomplex die Leiche einer Kollegin. Doch das schlimmste: Belli ist Tatverdächtiger Nummer 1 - laut Computerüberwachung war er der einzige im Gebäude ...

Schreibstil:
Ich hatte zu Beginn des Buches Schwierigkeiten in die Geschichte zu kommen. Die Überschriften zeigen zwar die Unterteilung der Geschichte und Bellis-Weblog, allerdings habe ich die Blog-Einträge nicht gleich verstanden. Sie weisen einen tiefen Einblick in Bellis Psyche, aber halt sehr abstrakt ;)

Die Geschichte selbst ist einfach geschrieben und zur heutigen Zeit keine große Kunst. Ich denke früher, so vor 10 Jahren (also in der Zeit, in der das Buch spielt) war das Verständnis für die digitale Überwachung noch nicht so weit und daher war dieser "Krimi" auch eher als "Thriller" eingestuft.

Charaktere:
Diese waren mir irgendwie über- oder unterzeichnet. Mal zu viel und mal zu wenig, teilweise zu einstudiert. Es gab wenig Leben.

Cover:
Passt zur Geschichte, aber ist kein eye-catcher.

Fazit:
Für Leser, welche sich mit IT-Technik auskennen, ist dieses Buch eher ein Lückenfüller, für alle anderen könnte es ein spannender Krimi sein. Mir war "Die Macht des Mr. Miller" zu vorhersehbar und daher vergebe ich nur 3 Sterne.

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Rezension zu "Password" von Charles den Tex

Rezension zu "Password" von Charles den Tex
Ekavor 7 Jahren

Michael Bellicher ist ein erfolgreicher Unternehmensberater, seine Freundin Guusje van Donee ist Anwältin. Leider hat sich Guusje einiger Vergehen schuldig gemacht und muß für längere Zeit ins Gefängnis, wo sie sich u.a. auch mit Prostituierten, die zum Teil aus dem Ausland kommen und sich illegal in den Niederlanden befinden, anfreundet.
Nun ist endlich der Tag der Entlassung gekommen und Michael und Guusjes Mutter stehen wie vereinbart um Punkt 10 Uhr vor dem Gefängnistor, um Guusje abzuholen.
Doch Guusje kommt nicht. Auf Nachfrage bei der Verwaltung wird ihnen mitgeteilt, daß sie bereits um 8 Uhr von drei Männern in schwarzen Anzügen abgeholt worden ist.
Michael ist ratlos, er sucht sie überall, doch Guusje ist spurlos verschwunden und hat nirgendwo eine Nachricht hinterlassen.
Doch Michael gibt nicht auf, lässt alles stehen und liegen und setzt alles ein, was ihm zur Verfügung steht: er installiert eine Webcam in ihrer Wohnung, versucht per Handy und Internet Spuren zu bekommen und benutzt auch die Beziehungen seiner Freunde.
Jedem kleinen Hinweis geht er nach und entdeckt schliesslich, daß Guusje sich in den Händen der osteuropäischen Mafia befindet, die sich auf Prostitution und Frauenhandel spezialisiert. Als ihm bekannt wird, daß Guusje sich in Odessa aufhalten soll, macht er sich sofort auf den Weg in die Ukraine.
Wird er sie finden? Ist sie etwa auch zur Prostitution verdammt worden?
Das wird hier natürlich nicht verraten.
Der niederländische Autor den Tex hat einen modernen Kriminalroman geschrieben, in dem er die Technologie und den fast undurchschaubaren Menschenhandel miteinander verknüpft. Der Protagonist Michael Bellicher ist wunderbar beschrieben, seine Gedanken kann man gut nachvollziehen und sich mit ihm identifizieren.
Der Roman ist spannend vom Anfang bis zum wirklich überraschenden Ende, ohne zu sehr blutrünstig zu sein. Natürlich gibt es einige Gewalt- und Sexszenen, die aber zu einem guten Thriller einfach dazugehören.
Charles den Tex gehört zu den erfolgreichsten Autoren der Niederlande, seine Bücher landen regelmäßig auf der Bestsellerliste. Bereits dreimal wurde er mit dem begehrten niederländischen Krimipreis "Gouden Strop" ausgezechnet.
Ein sehr empfehlenswertes neues Buch des Autors.

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