Charlie English

 4.3 Sterne bei 7 Bewertungen

Lebenslauf von Charlie English

Charlie English arbeitete als Redakteur beim Guardian, zuletzt als Chefredakteur des Auslandressorts. Erstmals reiste er im Alter von neunzehn Jahren nach Afrika, seitdem ist er immer wieder dorthin zurückgekehrt. Er lebt mit seiner Familie in London. Auf Deutsch erschien von ihm bislang Das Buch vom Schnee (2009).

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Die Bücherschmuggler von Timbuktu

Erscheint am 04.01.2020 als Taschenbuch bei Atlantik Verlag.

Alle Bücher von Charlie English

Cover des Buches Die Bücherschmuggler von Timbuktu (ISBN:9783455503722)

Die Bücherschmuggler von Timbuktu

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Erschienen am 14.03.2018
Cover des Buches Das Buch vom Schnee (ISBN:9783954030637)

Das Buch vom Schnee

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Erschienen am 21.02.2014
Cover des Buches Die Bücherschmuggler von Timbuktu (ISBN:9783455006827)

Die Bücherschmuggler von Timbuktu

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Erscheint am 04.01.2020
Cover des Buches The Snow Tourist (ISBN:9781846270642)

The Snow Tourist

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Erschienen am 05.10.2009

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Rezension zu "Die Bücherschmuggler von Timbuktu" von Charlie English

Faszination Timbuktu - zwischen Realität und Vergangenheit
Patnovor einem Jahr

Von Timbuktu wusste ich bislang nur, dass es eine Oasenstadt am Rande der Sahara ist, die im westafrikanischen Staat Mali liegt und dort einige Kulturstätten von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurden. Was hat diese sagenumwobene Stadt mit dem Schmuggeln von Büchern zu tun? Sowohl Buchtitel, als auch Cover machten mich neugierig und ich wollte erfahren, was hinter der Geschichte der Bücherschmuggler von Timbuktu steckt. Die Aufmachung des Buches ist hochwertig. Auf den ersten von 430 Seiten sind einige geographische Karten abgedruckt. Im Mittelteil des Buches befindet sich eine kleine Bildergalerie, und am Ende gibt es Anmerkungen des Buchautors und Quellennachweise. Es muss im Jahr 2012 gewesen sein, als der Redakteur der britischen Zeitung „Guardian“ erfuhr, dass Islamisten Timbuktu eingenommen hatten. Er hörte ferner, dass Archivare und Bibliothekare eine einzigartige Sammlung uralter, unermesslich wertvoller Manuskripte vor den neuen Machthabern gerettet hatten. Daraus entwickelte Charlie English seine Buchidee. Er verknüpft diese aktuelle Thematik mit den Entdeckergeschichten des 18. Jahrhunderts. Damals suchten europäische Forscher nach der legendären Stadt nördlich des Nigers, von der man glaubte, es sei ein afrikanisches Eldorado. Doch alle Expeditionen scheiterten, denn die Forscher waren Krankheiten, Überfällen und dem ungewohnten Klima ausgesetzt. Bis Alexander Gorden Laing in die Stadt vordrang und die Nachricht nach Europa schickte, dass er in Timbuktu interessante Aufzeichnungen gefunden habe. Kein Gold und Glamour, aber dafür wertvolle Schriften. In zwei sich abwechselnden Handlungssträngen beschreibt English die Ereignisse der beiden Zeitepochen und verbindet so die Realität geschickt mit den Mythen der Vergangenheit. Damit verbreitet er einerseits Abenteuerstimmung, andererseits jedoch arbeitet er sensibel und feinfühlig die dramatischen Ereignisse um die spektakuläre Rettung der Manuskripte im 21. Jahrhundert auf. Das hat mich sehr beeindruckt. Charlie English hat einen lebendigen und intelligenten Schreibstil, der mich mitgerissen hat. Obwohl es sich um ein Sachbuch handelt, könnte man meinen, einen spannenden Roman zu lesen. Dennoch ist dieses Buch nicht ganz einfach zu verstehen. Es erfordert ein gewisses Maß an Konzentration. Gelegentlich habe ich die eine oder andere Stelle ein zweites Mal gelesen. Das lag u.a. daran, dass für mich die Namen der Akteure wie z.B. Abdel Kader Haidara, Ismael Diadié Haidara oder Mukhtar bin Yahya al Wangari schwer zu lesen und auseinanderzuhalten waren. Die Bücherschmuggler haben mich tief beeindruckt. Ich habe mit ihnen gebangt und fand es ehrenhaft, wie sie für ihren großen Buchschatz gekämpft haben und dabei immer Gefahr liefen, entdeckt bzw. verhaftet zu werden. Ohne den Einsatz dieser Bibliothekare und Archivare wären die wertvollen Schriften wohl heute nur Asche und Staub. Fazit: Außergewöhnlicher Zeit-Reise-Bericht - informativ, bestens recherchiert und spannend erzählt. Journalismus par excellence! Eine Ode an Timbuktu und an das geschriebene Wort!

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Rezension zu "Die Bücherschmuggler von Timbuktu" von Charlie English

Ein tolles Buch aus der fernen und nahen Vergangenheit Timbuktus.
Nomadenseelevor 2 Jahren

Die ganze Lektüre hindurch musste ich daran denken, wie Timbuktu als nicht ganz so kleines Kind ein Sehnsuchtsort war, welcher für die Ferne, Exotik und Abenteuer stand. Ich musste deswegen daran denken, weil ich mich unbewusst in einer jahrhundertelangen, europäischen Denktradition befand, ohne dies zu wissen. Der Autor verwendet dafür den Befiff der Psychogeographie

English schildert die Mythen Timbuktus, die Geschichte der Stadt, soweit sie unter diesen Sagen noch erfahrbar ist. Und zwar nicht nur aus europäischer Sicht mit den beständigen, wenn auch meist vergeblichen, Versuchen, in diese Stadt zu gelangen, sondern auch als Stadt afrikanischer Gelehrsamkeit und der Verknüpfung von Sudan, Somalia und Mali, welche wohl eine gewissen Verwandtschaft haben, auch wenn diese räumlich weit getrennt sind. Als hilfreich hat sich erwiesen, dass ich letztes Jahr * Das goldene Rhinozeros: Afrika im Mittelalter * gelesen habe, also eine gewisse Vorbildung hatte.

Parallel dazu wird das Wüten der Dschihadisten in Mali geschildert, was dann die Rettungsaktion für hundertausende bedeutete. Dabei übernimmt English den Großteil des Buches die offiziellen Darstellungen der Retter, um dann zum Schluss aufzuzeigen, dass Einiges nicht stimmen kann, unbelegt und übertrieben ist. Auch ist problematisch, dass viele Bücher nicht zurückgekehrt sind. Er weist auch auf die Tatsache hin, dass der historische Wert von einigen Bibliotheken übertrieben wird.


Fazit

Ein tolles Buch aus der fernen und nahen Vergangenheit Timbuktus.

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