Charlie Huston

 3.9 Sterne bei 498 Bewertungen
Autor von Stadt aus Blut, Der Prügelknabe und weiteren Büchern.
Autorenbild von Charlie Huston (© Sabine Braun)

Lebenslauf von Charlie Huston

Charlie Huston wuchs in Kalifornien auf und studierte Theaterwissenschaften. Obwohl er bereits als Kind Geschichten schrieb, hatte er nie die Absicht besessen, etwas davon zu veröffentlichen. Nach dem Studium zog er nach New York und arbeitete als Barkellner. Seit 2004 verdient sich Huston nun mit der Schriftstellerei sein Geld und ist außerdem Comic- und Drehbuchautor. Mit seiner Reihe um den Vampir-Ermittler Joe Pitt wurde er zum Bestsellerautor. Charlie Huston lebt mit seiner Frau, der Schauspielerin Virginia Louise Smith, in LA.

Alle Bücher von Charlie Huston

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Buchformat:
Cover des Buches Stadt aus Blut (ISBN: 9783453675278)

Stadt aus Blut

 (83)
Erschienen am 02.05.2007
Cover des Buches Der Prügelknabe (ISBN: 9783453877795)

Der Prügelknabe

 (72)
Erschienen am 02.06.2004
Cover des Buches Das Clean Team (ISBN: 9783453407305)

Das Clean Team

 (59)
Erschienen am 05.10.2009
Cover des Buches Blutrausch (ISBN: 9783453433304)

Blutrausch

 (46)
Erschienen am 01.04.2008
Cover des Buches Der Gejagte (ISBN: 9783453431003)

Der Gejagte

 (45)
Erschienen am 01.07.2005
Cover des Buches Ein gefährlicher Mann (ISBN: 9783453432055)

Ein gefährlicher Mann

 (36)
Erschienen am 06.11.2006
Cover des Buches Das Blut von Brooklyn (ISBN: 9783453434189)

Das Blut von Brooklyn

 (33)
Erschienen am 06.04.2009
Cover des Buches Killing Game (ISBN: 9783453433533)

Killing Game

 (33)
Erschienen am 13.10.2008

Neue Rezensionen zu Charlie Huston

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M

Rezension zu "Die Plage" von Charlie Huston

Raubt einem wahrlich den Schlaf!
misspidervor 2 Monaten

Es hat etwas gedauert, sich an den ausschweifenden Schreibstil zu gewöhnen und die unterschiedlichen Erzählperspektiven in Zusammenhang zu bringen, aber dann konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen. Der Autor zeichnet ein erschreckendes, aber nur allzu glaubhaftes Szenario, in dem die Menschheit von einer Plage heimgesucht wird, die im wahrsten Sinne des Wortes den Schlaf raubt: man kann einfach nicht mehr schlafen. Ein Heilmittel gibt es nicht, lediglich eine Droge namens DR33M3R, die einem wenigstens etwas Linderung und am Ende einen friedlichen Tod verschafft. Nur wenigen vorbehalten, findet DR33M3R den Weg auf den Schwarzmarkt. Officer Parker Haas soll undercover die Kanäle finden und zu ihrem Ursprung verfolgen. Dabei wird er allerdings bald selbst zur Zielscheibe. Und dann sind da noch seine schlaflos erkrankte Frau und das Baby, die es zu beschützen gilt...

Ich liebe die Joe Pitt Reihe und so war ich neugierig auf ein anderes Buch des Autors. Der unverkennbare Schreibstil wird hier zwar manchmal etwas zu sehr in die Länge gezogen, konnte mich aber doch für sich gewinnen. Die Charaktere werden so scharf und präzise gezeichnet als würden sie direkt vor einem stehen. Die feinen Eigenheiten der Protagonisten, die Zerrissenheit und der verzweifelte Kampf des Parker Haas gegen die Mächtigen, gegen die Krankheit und für seine Familie ließen mich nicht mehr los.

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Rezension zu "No Dominion" von Charlie Huston

Auster mit Rasierklingen
Wortmagievor 2 Jahren

Charlie Huston, Autor der „Joe Pitt“-Romane, wusste früh, dass er seinen vampyrischen Detektiv nicht auf ewig begleiten würde. Obwohl er mit dem Gedanken spielte, die Reihe ohne festgelegten Abschluss zu konzipieren, langweilte ihn die Idee bereits, bevor er mit dem Schreiben begonnen hatte. Nach dem zweiten Band „No Dominion“ beschloss er, dass „Joe Pitt“ überschaubare fünf Bände umfassen sollte. Dadurch musste er harte Entscheidungen für seinen Protagonisten treffen, intensivierte aber auch seine Schreiberfahrung. Mich motiviert die Aussicht auf einen Abschluss, die Reihe konsequenter als bisher zu verfolgen.

Eigentlich möchte Joe Pitt nur in Ruhe gelassen werden. Leider ist er als unabhängiger Vampyr in Manhattan gezwungen, Aufträge der konkurrierenden Clans anzunehmen, um seinen Geldbeutel und Blutvorrat aufzustocken. Seit dieser schmutzigen Geschichte mit der Kleinen erlebt Joe allerdings eine Durststrecke. Ihm gehen die Ideen aus, also wendet er sich an seinen alten Freund Terry, Anführer der Society. Terry bietet ihm einen dubiosen Job an. Es kursiert eine neue Droge. Dass es überhaupt einen Stoff gibt, der nicht sofort vom Vyrus aus dem System gespült wird, ist überraschend genug, doch dieses Zeug hat es in sich. Falsch dosiert verwandelt es Vampyre in rasende Berserker. Joe soll herausfinden, wer die Droge herstellt. Bemüht, schnell Antworten zu finden, stößt er bald auf eine Spur. Diese führt tief in die Hood, in das Territorium von DJ Grave Digga. Sieht so aus, als wäre diese Sache deutlich größer, als er angenommen hatte. Aber Joe wäre nicht Joe, würde ihn das davon abhalten, einigen Leuten kräftig auf die Füße zu treten…

Joe Pitt ist eine der krassesten Romanfiguren, die ich kenne. Obwohl es über vier Jahre her ist, dass ich den ersten Band „Stadt aus Blut“ (damals noch auf Deutsch) gelesen habe, rangiert er noch immer unter den Top 10. Man muss kein Genie sein, um zu begreifen, dass sich Joe als Antiheld qualifiziert, meiner Ansicht nach ist er jedoch ein ungewöhnlich extremes Exemplar. Charlie Huston versucht gar nicht erst, ihn als Sympathieträger zu verkaufen. Er poträtiert ihn als durchschnittlichen Typen, der von seinem gewalttätigen Umfeld geprägt ist und Konflikte diesem entsprechend löst. Mein Verhältnis zu Joe ist schwierig. Zwar habe ich eine Schwäche für ihn, weil er in meinen Augen der Inbegriff eines verlorenen Jungen ist, den ich gern retten würde, aber er ist auch schroff, destruktiv, abweisend und gibt trotz seiner Rolle als Ich-Erzähler wenig von sich preis. Er ist verschlossen wie eine Auster und mit Rasierklingen gespickt. Ich kam kaum an ihn heran. Er verströmt eine greifbare, einschüchternde Aura der Gewaltbereitschaft, die sich in einigen sehr brutalen Szenen in „No Dominion“ Bahn bricht und die die gesamte Handlung begleitet. Das Gewaltpotential der Geschichte brodelt permanent knapp unter der Oberfläche, was allerdings nicht ausschließlich Joe geschuldet ist. Die angespannte Situation der Clans dominiert das Buch. Im zweiten Band verdeutlicht Charlie Huston, wie sensibel das Patt zwischen ihnen ist; bereits eine Kleinigkeit reicht aus, um das prekäre Gleichgewicht zu stören. Das Auftauchen einer neuen Droge ist nun wahrlich keine Lappalie. Die Droge dient Charlie Huston als Gelegenheit, die Wirkungsweise des Vyrus näher zu beleuchten. Es handelt sich dabei um eine bemerkenswert ausgefuchste parasitäre Lebensform mit sehr spezifischem Verhalten. Es gefiel mir, dass Huston sich nicht auf der etablierten Faktenlage ausruht und seinen wissenschaftlich-pragmatischen Ansatz des Vampyrismus in „No Dominion“ weiterentwickelt, weshalb ich mich gezwungen sah, meine Genre-Zuordnung zu überdenken und die Reihe als Science-Fiction einzustufen. Auf der Suche nach den Verantwortlichen gerät Joe zwischen die Fronten der Clans, wird manipuliert, getäuscht, belogen und muss einsehen, dass er ihrem Netz nicht entkommen kann. Egal, wie sehr er sich anstrengt, als Vampyr in Manhattan kann er nicht unabhängig existieren. Die Clans lassen das nicht zu. Seine Nachforschungen führen ihn erneut in das Revier der Enklave, deren Anführer Daniel ein gesondertes Interesse an Joe hat. Es ist offensichtlich, dass sie eine spezielle Beziehung und eine gemeinsame Vergangenheit haben, aber natürlich offenbart Joe keine Details. Ich verstehe nicht, was zwischen ihnen läuft. Daniel glaubt, es sei Joes Bestimmung, als Teil der Enklave zu leben, zu fasten, das Vyrus nahezu auszuhungern und dadurch eine neue Bewusstseinsebene zu erreichen. Ich finde Daniels spirituelle Herangehensweise an das Vyrus faszinierend, weil sie Hustons rationalem Ansatz einen Hauch übernatürlicher Mystik verleiht. Ist das Vyrus vielleicht doch mehr als ein Parasit? Ist es ein Weg zur Erleuchtung?

„No Dominion“ ist kein typischer Vampirroman. Wer auf melancholische Romantik mit spitzen Zähnen, alabasterfarbener Haut und diesem unwiderstehlichen Kitzel der Gefahr hofft: Finger weg von diesem Buch. In der „Joe Pitt“-Reihe spielt Vampyrismus lediglich eine untergeordnete Rolle. Primär handelt sie von blutigen, hässlichen Gangrivalitäten, die das Leben des Protagonisten ungewollt verkomplizieren. Joe definiert sich nicht über seine Existenz als Vampyr. Dieser Typ, der er jetzt ist – der war er schon, bevor er sich infizierte. Durch das Vyrus wurden lediglich die Karten neu gemischt.
Ich mochte die kompromisslose Härte in „No Dominion“ und das komplexe Verhältnis der Clans, das jeder Zeit eskalieren könnte. Meiner Meinung nach muss sich Charlie Huston in den Folgebänden allerdings vorsehen, dass er seinen Protagonisten nicht allzu unnahbar präsentiert. Ich hatte während der Lektüre oft das Gefühl, dass Joe meine Anwesenheit nur widerwillig akzeptierte und deshalb kaum Persönliches preisgab. Diese Ablehnung darf nicht zu weit führen. Von mir aus kann Joe ein gewalttätiger Mistkerl bleiben – aber er darf Hustons Leser_innen nicht ausschließen.

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Rezension zu "Ausgesaugt" von Charlie Huston

Ausgesaugt - Charlie Huston
SonnenBlumevor 5 Jahren

Bereits ein ganzes Jahr hat Joe Pitt in der Kanalisation New Yorks verbracht und er hatte eigentlich auch nicht vor, so schnell wieder zurück an die Oberfläche zu kehren. Als dann aber Chubby Freeze bei ihm auftaucht und ihm erzählt, seine schwangere Tochter sei verschwunden und er hätte mit Evie darüber gesprochen, die daraufhin meinte, sie würde Joe nur noch eine letzte Chance geben, wenn er das Mädchen und ihren Freund lebend wieder zurück bringt, geht er auf den Deal ein. Er ist sich nur noch nicht sicher, wie er es anstellen, soll, lebend durch das Gebiet der Koalition und der Society zu kommen, nachdem er einen großen Krieg angezettelt hat, weil er herausposaunt hat, woher die Koalition ihr massenhaft vorhandenes Blut bekommt …

Das Finale der Joe Pitt-Reihe steht einmal mehr ganz im Zeichen von Gewalt, Blut, Intrigen und überhaupt ganz viel Egoismus. Denn wer will nicht das beste Stück vom Kuchen für sich selbst?
Allerdings hätte ich mir ein umwerfenderes Finale gewünscht. Ich fand, besonders das Ende wurde sehr schnell abgehandelt und beinahe nur mehr hingeklatscht.
Um ehrlich zu sein bin ich der Meinung, dass fünf Bücher fast zu viel Kapazität für diese Reihe sind. Drei, maximal vier Bände hätten gereicht, es ging zum Schluss einfach die Luft aus. Es bleibt zwar blutrünstig und gewalttätig, aber so richtig in Schwung kommt der liebe Mister Pitt nicht mehr, was die Handlung betrifft. Es passiert zwar noch immer etwas, aber einen richtigen Schnall erlebt man nicht mehr.
Und dieses Mädchen, das Joe retten soll, das ging mir ja so richtig auf den Sender. Kann ein Teenager wirklich SO blind und naiv sein? Das kann ich mir ja fast nicht vorstellen …
Wie gesagt, nun ist es vorbei, für mich war es nicht mehr viel mehr als eine Qual. Charlie Huston ist als Autor einfach einen Tick zu außergewöhnlich für mich, denn an wirkliche Regeln hält er sich offensichtlich nicht, wenn er seine Bücher schreibt. Das ist vermutlich genau das, was viele Leser toll an ihm finden, ich denke aber, dass diese Eigenheit nach maximal drei Büchern ausgereizt ist.

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