Jane Eyre

von Charlotte Brontë 
4,5 Sterne bei1,084 Bewertungen
Jane Eyre
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Positiv (990):
E

Ein wunderschöner Klassiker den man einfach mal gelesen haben muss

Kritisch (15):
BeverlyMarsh19s avatar

Eine sehr schwülstige Sprache, was aber - wie so oft - höchstwahrscheinlich an der deutschen Übersetzung liegt. Ich empfehle das Original.

Alle 1,084 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Jane Eyre"

Nach einer Kindheit im Waisenhaus tritt Jane Eyre eine Stelle als Gouvernante auf dem
entlegenen Landsitz Thornfield Hall an – und verliebt sich unsterblich in den Hausherrn,
den düsteren und verschlossenen Edward Rochester. Er erwidert ihre Gefühle, doch er
ist verheiratet, und Jane weigert sich, ein Leben als Mätresse zu führen. Erst nach dem
dramatischen Tod seiner Frau finden die beiden zusammen. Mit der klugen, charakterstarken Jane Eyre schuf Charlotte Brontë eines der bewegendsten Frauenporträts der englischen Literatur. Der Roman gilt als fiktive Autobiographie
der Autorin.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783458176534
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:652 Seiten
Verlag:Insel Verlag
Erscheinungsdatum:06.12.2015
Das aktuelle Hörbuch ist am 25.08.2005 bei Eichborn erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    LaLectures avatar
    LaLecturevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ruhiger Roman über eine starke junge Frau, die sich selbst treu bleibt
    Starke Protagonistin


    Inhalt

    Die Waisin Jane Eyre wächst bei ihrer Tante Mrs. Reed auf, die sie stets behandelt, als wäre sie ein schlechter Mensch, und wegsieht, wenn ihre eigenen Kinder Jane misshandeln. Mit 10 wird sie auf ein strenges Internat geschickt, wo sie zur Frau heranwächst. Später arbeitet Jane dort als Lehrerin, doch sie sehnt sich nach mehr. Und so nimmt sie schließlich eine Stelle als Lehrerin des Mündels des undurchschaubaren Mr. Rochester an.



    Meinung

    „Jane Eyre“ habe ich vor vielen Jahren von meiner Mutter geschenkt bekommen, nachdem ich begeistert alle Romane von Jane Austen verschlungen hatte. Warum ich so lange gebraucht habe, um diesen Klassiker zu lesen, kann ich im Nachhinein gar nicht mehr sagen. Denn trotz der 600 Seiten mit eher gemächlicher Handlung ließ sich der Roman schnell und angenehm lesen.


    Gleich vorweg möchte ich all denen, die wie ich irrtümlicherweise Jane Austen mit Charlotte Brontë vergleichen wollen, sagen, dass ein solcher Vergleich kaum angebracht oder hilfreich ist. Er liegt insofern nahe, dass beide berühmte britische Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts sind und Frauen zu ihren Hauptfiguren machten. Doch während Austen ihre Geschichten stets mit viel Witz und einem teils bösen Humor und deutlich romantischer erzählt, geht es in „Jane Eyre“ dunkler, dramatischer und ernster zu.


    „Jane Eyre“ ist, wie auch der Untertitel einiger Ausgaben aussagt, eine Art fiktive Autobiografie. Jane erzählt rückblickend von ihrem Leben von ihrer Kindheit bis etwa zu ihrem 30. Lebensjahr, wobei sie einige Zeiten überspringt, sodass nur die Wendepunkte ihres Lebens Gehör finden.
    Daher sollte man sich vor dem Lesen bewusst sein, dass der Roman keinen typischen Spannungsbogen hat, da er eine Lebensgeschichte und kein Abenteuer erzählt.

    Ich persönlich fand das Buch trotzdem sehr interessant, da gerade Jane als Protagonistin sehr ausführlich charakterisiert wird und eine überaus sympathische und detailreiche Hauptfigur ist.
    Bereits in jungen Jahren fällt sie durch eine hitzige und emotionale Natur auf, die sich für eine junge Dame zu ihren Zeiten nicht gehörte, die Jane zuweilen jedoch nicht unterdrücken kann. Dass dies besonders dann geschieht, wenn sie sich oder andere ungerecht behandelt sieht, machte sie für mich sehr sympathisch.
    Man leidet sehr mit Jane unter ihrer schlechten Behandlung durch Tante Reed oder Mr. Brocklehurst, den strengen Vorsteher des Internates, auf das sie kommt. Doch die Art, wie Jane auf das Geschehen zurückblickt und versucht, die Menschen zu verstehen, die ihr Unrecht getan haben, ist bewundernswert weise und macht sie als Figur umso liebenswerter, nicht zuletzt, weil man sich wünscht, man würde eine ähnliche Gelassenheit gegenüber den eigenen Mitmenschen besitzen.

    Janes größte Qualität, die sie auch in emanzipierteren Zeiten wie unserer noch zu einer besonderen Figur macht, ist jedoch ihre Willensstärke, mit der sie sich im Roman vor allem Männern widersetzt, die sie herumschubsen und zu Dingen überreden wollen, die ihren Prinzipien widersprechen. Stets begleitet sie auch ihr Wunsch nach Unabhängigkeit und danach, als eigenständige Person wahrgenommen zu werden. Zu Charlotte Brontës Zeiten dürfte diese Darstellung recht ungewöhnlich gewesen sein, doch auch im heutigen Licht der vielen „kleine, graue Maus verliebt sich in sexy Milliardär und lässt alles mit sich machen“-Romane könnte sich manch eine Protagonistin noch eine Scheibe bei Jane abschneiden.


    Die Liebesgeschichte des Romans hebt sich ebenfalls angenehm von den vielen oberflächlichen modernen ab, da sie von Anfang an auf dem Intellekt und der Persönlichkeit der beiden Figuren beruht und nicht auf ihrem Aussehen. Ja, die beiden beschreiben sich sogar gegenseitig als nicht schön und sagen einander solche Dinge gnadenlos ehrlich ins Gesicht, was sehr erfrischend ist.
    Der lockere Umgang, den beide trotz ihrer unterschiedlichen gesellschaftlichen Stellungen mit einander pflegen, ist angenehm und unterhaltsam mitzuverfolgen und man kann regelrecht spüren, wie entspannt und wohl Jane sich in seiner Nähe fühlt, nachdem sie zuvor so viel mit Menschen zu tun hatte, auf die sie stets einen makellosen Eindruck machen musste, der doch nie gut genug war.


    Große Probleme hatte ich dagegen mit der Figur des Mr. Rochester. Einerseits ist er eine interessante und ungewöhnliche Figur, denn sein Reiz für Jane ergibt sich nicht aus seinem Aussehen sondern aus seiner geheimnisvollen, unberechenbaren Art und seinem unverfälschten Verhalten gegenüber Jane, den philosophischen Gesprächen, die die beiden führen können, und der Offenheit, mit der er Jane Dinge anvertraut. In seinen zärtlichen, romantischen Momenten konnte ich durchaus nachvollziehen, was Jane an ihm findet.
    Doch oft ist er auch grob, eigensinnig und selbstbezogen. Er lügt Jane an und teilweise verlangt er von ihr Dinge, die sie nicht tun möchte, ohne sich um ihre Einwände zu kümmern, und scheint kein Interesse daran zu haben, sich in sie hineinzuversetzen. An einer Stelle des Buches betreibt er regelrecht Psychoterror, um seinen Willen zu bekommen, worunter Jane extrem leidet.
    Ein großer Schwachpunkt des Romans ist für mich, dass dieser Konflikt nie ganz aufgelöst wurde und ich am Ende immer noch nicht wusste, was ich von Rochester halten soll.
    Rochester war auch der Grund, wieso das Ende für mich nur bedingt nachvollziehbar war und mir insgesamt zu schnell gibt.


    „Jane Eyre“ liest sich, obwohl objektiv gesehen nicht viele große Dinge passieren, sehr angenehm und schnell. Die Figuren und ihre Beziehungen entwickeln sich auf interessante Weise und es gibt sogar ein paar geschickt eingebaute und aufgelöste Grusel-Elemente.
    Verwirrend fand ich lediglich die Passagen, in denen die Erzählerin plötzlich ohne erkennbaren Grund von der Vergangenheit für wenige Sätze in die Gegenwart wechselt. Für Leser*innen, die kein Französisch sprechen, könnte es zumindest in meiner Ausgabe auch anstrengend sein, dass es einige französische Dialogzeilen gibt, die nicht übersetzt werden und sich durch den Kontext nur bedingt erklären.



    Fazit

    „Jane Eyre“ ist ein ruhiger, durch die facettenreiche Hauptfigur jedoch interessanter Roman. Die Protagonistin als starke junge Frau, die sich selbst treu bleibt, ist sehr sympathisch und angenehm. Mit Mr. Rochester und dadurch auch mit Teilen der Handlung und des Endes konnte ich dagegen leider nicht ganz so viel anfangen.

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    zeki35s avatar
    zeki35vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Mein Lieblingsroman bis jetzt... Eine absolut schöne Liebesgeschichte...
    Wunderschön...

    Inhaltsangabe 

    Die eigenwillige und kluge Waise Jane hat es nicht leicht im Leben. Auf eine freudlose Kindheit bei ihrer strengen Tante folgt eine harte Zeit im Internat Lowood. Erst als Jane eine Stelle als Gouvernante auf Thornfield Hall antritt, scheint sie das Glück wieder einzuholen. Sie fällt dem egozentrischen Hausherren Mr Rochester ins Auge und verliebt sich in ihn. Doch der beginnt ein verwirrendes Spiel mit ihr, das Jane einfach nicht durchschauen kann – bis sie hinter sein dunkles Geheimnis kommt …




    Meine Meinung

    Wo soll ich nur anfangen? Man kann es nicht in Wörter fassen, wie sehr ich von diesem Buch verzaubert bin, wie sehr ich von der lieben Jane verzaubert bin. Jane ist ein so toller und warmherziger Charakter. Ich habe über einige ihrer Aussagen lachen müssen.
    Was soll ich zu Mr. Rochester nur sagen? Er wirkt sehr kühl und distanziert und am Anfang nur wenig symphatisch. Doch dies legt sich so schnell, und er wird zu einem traumhaften Menschen. Was ich am meisten geliebt habe, waren seine Liebeserklärungen an Jane. Es war ein Traum diese wunderschönen und emotionalen Sätze lesen zu können. 

    Nun zum Schreibstil. Es wurde aus Janes Sicht erzählt. Das fand ich großartig. Denn es gibt so viele Passagen aus ihrer Gedankenwelt die wirklich beeindruckend sind. Trotz dessen, dass dieses Stück 200 Jahre alt ist, liest es sich sehr schön. 

    Diese Wörter können meiner Meinung nach das Buch beschreiben:  schön, wunderschön, prachtvoll, prächtig, grandios, genial, famos, wunderbar, wundervoll, himmlisch, hervorragend, ausgezeichnet, fantastisch, märchenhaft, traumhaft, sagenhaft, klassisch, überwältigend, fabelhaft, fulminant, erstklassig, sehr gut, exzellent, vorzüglich, vortrefflich, überragend, außerordentlich, triumphal, tadellos, vorbildlich, beispiellos, mustergültig, musterhaft und umwerfend
    Fazit: Ich habe mich in das Buch verliebt. Es ist ein so schöner und zarter Roman. Einfach nur traumhaft!

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    spasch57s avatar
    spasch57vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich liebe diese Geschichte einfach.
    Was soll ich sagen?

    Es ist und bleibt einer der schönsten Liebesromane der Welt. Dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen.

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    mondys avatar
    mondyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Charaktere, Handlungsverlauf, Szenerie ... alles sehr durchdacht und wunderbar zu lesen. Empfehlenswert!
    Rundum lesenswert!

    Aus dem Englischen von Gottfried Röckelein

    Meine Meinung (ich denke, den Inhalt kann ich mir sparen)
    Leider ist es schon wieder einige Zeit her, dass ich das Buch gelesen habe, so dass ich nicht mehr allzu viel beitragen kann. Aber ich kann noch sagen, dass das Buch mich begeistert hat. Wieder einmal haben mich die Dicke und das Alter des Buches lange davon abgehalten, es zu lesen ... und wieder einmal haben sich mit den ersten Seiten all meine Befürchtungen in Nichts aufgelöst. Das Buch liest sich einfach wunderbar und ich konnte gar nicht mehr aufhören, darin zu schmökern.

    Sehr gut gefallen hat mir, dass man Jane schon ab ihrer Kindheit begleitet. So erlebt man ihre Entwicklung hautnah mit. Das Grundgerüst der Handlung war mir vorher bekannt bzw. einige Dinge kann man sich denken, aber die Autorin hält trotzdem die ein oder andere Überraschung für den Leser bereit. So hat mich z.B. das Ende völlig überrollt, damit hatte ich nicht gerechnet. Auch Janes Aufenthalt bei Mr. St. John und seinen Schwestern war mir vorher überhaupt nicht bekannt und obwohl sich dieser für mein Empfinden etwas in die Länge zog, habe ich ihn gerne gelesen. Besonders spannend fand ich auch hier Janes Entwicklung, denn diese Episode ist zwingend notwendig, um ihre Zuneigung zu Mr. Rochester zu vertiefen. Ihr wird eine Alternative aufgezeigt, die sie vorher nicht hatte, aber gerade dadurch erkennt sie den Wert ihrer vorherigen Beziehung. Sehr geschickt!

    Über Janes Charakter muss ich wohl nicht mehr viel sagen. Ich mochte ihre Art sehr gerne und auch Mr. Rochester war mir sympathisch. Besonders schön fand ich es zu beobachten, wie sie sich gegenseitig umkreisen, immer darauf bedacht, dem anderen nicht zu zeigen, was sie fühlen, um sich nicht verletzbar zu machen. Die Szene unter der Kastanie fühlte sich für mich wie eine Erlösung an.

    Ich war sehr angetan von diesem Buch und werde sicherlich noch oft daran zurück denken. Von mir gibt es 5 Sterne.

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    natti_ Lesemauss avatar
    natti_ Lesemausvor einem Jahr
    Jane Eyre

    Schwer und viel zu lesen ( über 600 Seiten). Der schreibstil ( viel in der Ich perspektive) , ist schon gewöhnungsbedürftig, denn es ist im alten Schreibstil geschrieben, da werden Wörter anders geschrieben wie wir sie heute schreiben. Auch die Sätze, der Satzbau ist völlig anders. Die Sätze sind zum Teil sehr ausschweifend und lang, aber auch inteessant. Hin und wieder ist das ganze spannend, aber dann auch wieder langweilig und trist.
    Zum Inhalt:
    Spielen tut das ganze im 18. Jarhundert und es dreht sich alles um ein Mädchen Namens Jane Eyre. Wir erleben ihr Leben, von Kindessauf, die höhen und tiefen von ihr und wie sie Erwachsen wird. Elternlos lebt sie bei ihrer Tante und dessen Kindern. Sie ist ungeliebt und wird viel bestraft, für Dinge, die sie nicht getan hat. Deshalb ist sie aufmüpfig und sturr. Als sie 10 Jahre alt ist, schickt ihre Tante sie schließlich weit weg auf eine Waisenschule. Auch dort hat sie es nicht gut. Viele Jahre lang werden sie hart bestraft, beommen wenig zu essen, müssen frieren. Lediglich eine nette Lehrerin ist dort der einzige Lichtblick und ein Mädchen, das aber an Fieber stirbt.
    Mit 18 geht sie als Lehrerin nach Thornfield, um dort das Mündel vom Hausherrn zu unterrichten, der Schroff und oft miesgelaunt ist. Sie verliebt sich dennoch in ihn, aber er umwirbt eine Dame aus seinen Kreisen. Aber sie freunden sich an. Nachdem Jane sich dann um ihre im Sterben liegende Tante gekümmert hat, bittet der Hausherr plötzlich sie ungeachtet des Standesunterschieds, seine Frau zu werden. Kurz vor der Trauung kommt allerdings raus, das der Hausherr schon verheiratet ist, mit einer Frau, die dem Wahnsinn verfallen ist und gut versteckt wird im Haus. Jane verläßt mit gebrochenem Herzen das Haus.
     Kurz am verhungern, findet sie Zuflucht in einem Dorf, wo sie dann als Lehrerin bleibt. Immer wieder muss sie aber an ihre Liebe denken, so kehrt sie irgendwann zurück, um eine Ruine vorzufinden und keine Spur von ihrem geliebten. Sie erfärht, das die Hausherrin im Feuer ums Leben kam. Jetzt muss sie nur noch ihren Geliebten finden, denn jetzt steht ihnen nichts mehr im Weg.

    Das ist viel- richtig erdrückend. Die arme Jane muss viel erdulden und macht sehr viel mit ihn ihrem Leben, bevor sie am Ende doch noch Glücklich wird. Ich habe mich nicht nur stellen weise gelangweilt, sondern mich auch gefreut, war wütend, glücklich und habe geweint. Viele Emotionen kamen auf mich zu.
    Jane ist aber eine Kämpfernatur und sehr stark, sie hat sich nie unterkriegen lassen. Sie hat sehr viel Eindruck hinterlassen bei mir.
    Die anderen Karaktere sind ebenfalls sehr gut beschrieben und fast jeder ist bemerkenswert auf seine Art.
    Eine lange, tolle Geschichte.

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    Federfees avatar
    Federfeevor 2 Jahren
    Vom armen Waisenkind zur selbständigen jungen Frau, die am Ende ihr Glück findet

    Das klingt zu schön, um wahr zu sein, aber warum soll eine Geschichte, die bedrückend anfing, nicht ein Happy End haben? Dieser Klassiker aus der viktorianischen Zeit hat mir ausnehmend gut gefallen, wenn ich auch hin und wieder die Sprache etwas zu schwülstig oder pathetisch fand:

    "Mein Herz, das so lange verdorrt und versengt gewesen war, schwoll bei diesen Tönen, und meine Seele, mit frischem Blut genährt …"

    Aber man kann gar nicht anders, als der tapferen, willensstarken Jane Eyre Bewunderung und Sympathie entgegenzubringen. Wie erbärmlich verliefen Kindheit und Jugend! Als Waisenkind in der Familie ihres Onkels wuchs sie ohne Liebe auf und wurde von ihren Verwandten gequält. Im 'Institut für Waisen' des bigotten und heuchlerischen Geistlichen Mr. Brocklehurst war es noch schlimmer. Trotzdem blieb Jane Eyre sie selbst: aufrichtig, gerade heraus und mit ungeheurem Gerechtigkeitssinn versehen. Sie überlebt Hunger, Kälte, sadistische Erzieherinnen und eine Typhus-Epidemie. Erst danach verbessern sich die äußeren Verhältnisse. Jane Eyre führt viele Gespräche mit Helen Burns, einer demütigen, religiösen Mitschülerin und bildet sich ihre eigene Meinung zum 'Gehorchen' und zur 'Demut'.

    "Nicht mit Gewalt überwindet man Hass, und die Rache ist nicht der beste Balsam für Kränkungen."

    Nach einigen Jahren als Lehrerin an dieser Schule ergreift Jane die Initiative und bewirbt sich als Gouvernante, ein ungeheurer Akt von Emanzipation und Selbständigkeit in der damaligen Zeit. Sie trifft es gut an im Herrenhaus von Thornfield, wo sie die kleine Alice aus Paris unterrichten und erziehen soll. Der Hausherr Edward Rochester ist nur selten zu Hause, aber als er kommt und länger bleibt, entdecken sie in vielen Gesprächen ihre Seelenverwandtschaft. Jane verliebt sich in ihn, macht sich aber wegen der sozialen Unterschiede keine Hoffnungen.

    Doch auch Edward liebt die kleine, unscheinbare Jane und macht ihr einen Heiratsantrag. Sie stehen schon vor dem Traualtar, als etwas Schreckliches geschieht. Ein furchtbares Geheimnis, das schon vorher hin und wieder angedeutet wurde und Unruhe und Überlegungen im Leser erweckte, tritt zutage. Jane flieht ohne Mittel bei 'Nacht und Nebel', weil sie ihren Grundsätzen treu bleiben will.

    Wie es dann weiter geht, soll im Einzelnen nicht verraten werden, aber dass es ein glückliches Ende gibt, ist bei diesem Klassiker der Weltliteratur bekannt.

    Was mir nun trotz der etwas übertriebenen Sprache gut gefallen hat, sind die beiden Hauptpersonen: der leidenschaftliche Edward Rochester, der keinen Standesdünkel hat, auch ungewöhnlich für die damalige Zeit, und Jane Eyre mit ihren unbeugsamen Wertvorstellungen, die sie nicht verraten will, die sie gegen alles verteidigt und wofür sie große Nachteile in Kauf nimmt.

    So jung sie ist, hat sie ihren eigenen festen Standpunkt und bleibt stets integer und ihren Überzeugungen treu. Das ist für die damalige Zeit besonders bemerkenswert, denn die Stellung der Frau im viktorianischen England ließ nicht viel Platz für Selbstbestimmung und Emanzipation.

    Die Autorin Charlotte ist eine der drei Brontë-Schwestern und veröffentlichte 'Jane Eyre' zuerst unter dem Pseudonym Currer Bell, ein Buch, das damals eine literarische Sensation darstellte und heute einen festen Platz im Klassiker-Kanon hat.

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    warumxdarums avatar
    warumxdarumvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: für einen Klassiker sehr spannend und kein bisschen langweilig
    Toller Klassiker

    Es geht um Jane Eyres, eine Waise, die von ihrem Leben erzählt.

    Ich hatte keine hohen Erwartungen an das Buch, weil ich normalerweise kein Fan von Klassikern bin, weil sie mir immer etwas langweilig erscheinen. Ich habe z.B. Stolz und Vorurteil gelesen von dem ich nicht ganz so begeistert war. Dennoch las ich Jane Eyre und wurde positiv überrascht, so gab es keinen einzigen Moment, wo das Buch langweilig wurde. Für mich ist es definitiv ein sehr lesenswertes Buch. 

    Kommentare: 1
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    Chrissy87s avatar
    Chrissy87vor 2 Jahren
    Jane Eyre

    Normalerweise tue ich mich mit Klassikern eher schwer. Dementsprechend war meine Erwartung auch nicht allzu hoch gesteckt, als ich das Buch angefangen habe zu lesen. Allerdings wurde mir nach nur ein paar dutzend Seiten bewusst, was ich da für einen Schatz in den Händen halte. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen. Ich musste einfach so schnell es geht erfahren wie es mit Jane und Mr Rochester ausgeht. Und mittlerweile gehört Jane Eyre zu meinen Lieblingsbüchern. Außerdem habe ich dank diesem Buch auch anderen Klassikern eine Chance gegeben und weitere Schätze gefunden.

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    MadameEve1210s avatar
    MadameEve1210vor 2 Jahren
    Klassiker im viktorianischen England

    Inhalt

    Jane Eyre ist ein Waisenmädchen und lebt bei ihrer Tante Mrs. Reed und deren Kindern (zwei Töchter und ein Sohn) in einem staatlichen Haus. Sie ist nicht gewollt und man gibt stets das Gefühl ungewollt und von niedere Geburt zu sein. Eine Kindheit wahrlich ohne jegliche Liebe und Gefühl, nur Hass und Ablehnung lernt das kleine Mädchen.

    Nach 10 Jahren schickt man sie in eine gemeinnützige Schule namens Lowood. Harte Jahre gehen vorbei und Jane ist nun im Alter von 19 Jahren eine Lehrerin in diesem Institut. Sie will aber nicht bleiben und nimmt eine Stellung auf Thornfield Hall, dem Herrenhaus eines gewissen Mr. Rochester an. Ihre Hauptaufgabe ist es die kleine Adèle, Mr. Rochesters Mündel, zu unterrichten. Die Zeit vergeht und zwischen Mr. Rochester und der Gouvernante Miss Eyre entwickeln sich romantische und freundschaftliche Bande, doch ihre Liebe wird überschattet. In Tornfield Hall geht ein dunkler Schatten um, in der Nacht wird die Stille von grausamen Lachsalven unterbrochen...

    Fazit und meiner persönliche Meinung

    Jane Eyre ist mein Klassiker des Monats September 2016. Bevor ich das Buch las, hatte ich schon vor Jahren den Film als auch die Miniserie der BBC gesehen, so hatte ich den Grundzüge der Geschichte bereits im Kopf. Ich mag die Geschichte wirklich gerne, aber hatte ich einige Probleme mit dem Buch. Das Lesen hat mir keine Schwierigkeiten an sich bereitet, doch war das Buch an viele Stellen sehr langatmig und langgezogen. Ausserdem hatte es auch nicht mit meinen Kenntnissen über die Grundgeschichte zu tun, sondern einfach dass immer wieder auf die ''Hässlichkeit'' von Jane Eyre hingewiesen wird. Am Anfang noch verständlich, aber wenn es immer wieder und sogar noch am Schluss wiederholt wird... ständig und immerzu. Nun, irgendwann nervt es nur noch.

    Die Charaktere waren gut ausgearbeitet, die Geschichte und Schauplätze gut und detailreich beschrieben. Die Detailtreue kommt auch dadurch zu Stande, dass der Roman von Jane Eyre geschrieben wurde, als wäre es ihr Roman und nicht der von Charlotte Brontë. Mir gefielen besonders die Gespräche zwischen Rochester und Jane Eyre, manchmal sehr direkt und schroff, anderseits auch sehr intelligent und amüsant. In diesem Buch wird auch oft über Glaube, Bibel und Gott geschrieben. Manchmal sehr offen und um ein anderes Mal sehr streng und wenig flexibel (besonders gruselig fand ich das bei St. John), aber stets und oft detailreich. Für ein Buch aus dieser Zeit ist es nicht verwunderlich, doch etwas viel für mich. Die Sprache ist für einen Klassiker sehr angenehm und gut zu lesen, wie gesagt ich hatte mit gewissen Aspekte im Buch meine Probleme, nicht mit dem Schreibstil.

    Ein viktorianischen Klassiker, mit einer dramatischen Liebesgeschichte und einer starken Frau.





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    awogflis avatar
    awogflivor 2 Jahren
    Steiniger Lebensweg einer mutigen Frau - ewig aktuelles Thema

    Da habe ich endlich eine meiner großen Bildungslücken gestopft und bin sehr froh darüber. Sehr viel wurde schon über dieses Werk geschrieben, für mich steht es stellvertretend für die Geschichte der Emanzipation einer Frau, die gegen alle Widrigkeiten ihren Weg findet, ohne sich selbst untreu zu werden, zu einer Zeit als das Wort Emanzipation an und für sich noch nicht einmal in irgendeinem Hirn gedacht wurde.

    Fast alles habe ich an diesem Roman geliebt, Schreibstil, Plot, Geschichte, Botschaft... aber was mir wirklich am besten gefallen hat: Jede Figur - auch Nebenprotagonisten - ist derartig dicht detailgenau und liebevoll beschrieben sowohl von der äußeren Physiognomie als auch von den inneren Werten her, dass sie zwangsläufig genau bildhaft vor dem inneren Auge erscheint. Das ist für mich die größte Stärke dieses berühmten Frauenromans.

    Warum ich es dennoch wage, einen Stern abzuziehen? Ja das ist einerseits meinem Mut geschuldet alleseits anerkannte Meisterwerke auch sehr kritisch zu betrachten, und wie Jane Eyre mich einfach für nichts und niemanden verbiegen zu wollen. Alle, die mich kennen, wissen, dass ich bei romantischem Gesülze, egal wie alt oder berühmt das Buch ist, erstens zwischen die Buchseiten kotzen könnte und zweitens einen Stern abziehe, ganz gleich wie gut diese Szenen in den Plot passen. Auch in diesem Meisterwerk gibt es in der Mitte einen schmachtvollen Abschnitt aus dem das Schmalz nur so herausrinnt. Gottseidank war er aber erstens bald vorbei, passte einfach in die Zeit und in die Geschichte, sodass es nicht ganz so schlimm wie sonst war.

    Fazit: Das ist ein Buch das Frau aber auch Mann unbedingt gelesen haben sollte - absolute Empfehlung von mir!

    Kommentare: 8
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Daniliesings avatar

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    "Jane Eyre":
    Die Waise Jane Eyre verlebt eine trostlose Kindheit im Haus ihrer hartherzigen Tante Mrs. Reed. Zur Erleichterung aller wird Jane auf ein Internat geschickt; aber auch dort hat sie es anfangs nicht leicht. Mit der Entlassung des heuchlerischen Direktors verbessern sich langsam die Verhältnisse. Als Jane Gouvernante auf Thornfield Hall wird, verliebt sie sich in den finsteren Hausherrn Mr. Rochester, der schließlich auch ihr seine Liebe gesteht. Doch die Mauern des einsamen Landsitzes bergen ein furchtbares Geheimnis…
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    "Agnes Grey":
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    >> Leseprobe
    Marysol14s avatar
    Letzter Beitrag von  Marysol14vor 4 Jahren
    Schade... herzlichen Glückwunsch! ♥
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    Favoles avatar

    Buch des Monats November unserer Klassikerleserunde (www.lovelybooks.de/thema/Wir-lesen-Klassiker-der-Weltliteratur-Monat-für-Monat-643067688/) ist "Jane Eyre". 

    Es handelt sich hierbei um den ersten Roman der englischen Schriftstellerin Charlotte Brontë (1816-1855), der 1847 unter dem Pseudonym Currer Bell (wie alle Bücher von ihr) veröffentlicht wurde. 

    Jane Eyre hat es bereits als Kind sehr schwer und muss auch später als Erwachsene und Gouvernante für ihr Glück und ihre Selbstbestimmung kämpfen.

    Ich hoffe sehr, dass der Roman wirklich das hält, was er verspricht! (Bzw. das was die tolle BBC-Verfilmung, die ich zuletzt gesehen habe, mir versprochen hat.)

    Auf geht's! =)

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