Neuer Beitrag

Favole

vor 5 Jahren

Buch des Monats November unserer Klassikerleserunde (www.lovelybooks.de/thema/Wir-lesen-Klassiker-der-Weltliteratur-Monat-für-Monat-643067688/) ist "Jane Eyre". 

Es handelt sich hierbei um den ersten Roman der englischen Schriftstellerin Charlotte Brontë (1816-1855), der 1847 unter dem Pseudonym Currer Bell (wie alle Bücher von ihr) veröffentlicht wurde. 

Jane Eyre hat es bereits als Kind sehr schwer und muss auch später als Erwachsene und Gouvernante für ihr Glück und ihre Selbstbestimmung kämpfen.

Ich hoffe sehr, dass der Roman wirklich das hält, was er verspricht! (Bzw. das was die tolle BBC-Verfilmung, die ich zuletzt gesehen habe, mir versprochen hat.)

Auf geht's! =)

Autor: Charlotte Brontë
Buch: Jane Eyre

Favole

vor 5 Jahren

Eure Ausgabe und erster Eindruck

Auch wenn es noch nicht ganz November ist, habe ich mir aus meiner Bibliothek das Buch schon mal besorgt.
Es ist eine Ausgabe von 1987 aus dem Gustav Kiepenheuer Verlag Leipzig/Weimar. Die Übersetzung sowie Nachwort und Anmerkungen sind von Bernhard Schindler.
Das Buch hat 615 Seiten und leider keine Illustrationen.

Hikari

vor 5 Jahren

Plauderecke

Jane Eyre habe ich schon gelesen. Falls ich aber im November etwas Zeit habe, werde ich es nochmal mitlesen, denn ich fand es wirklich schön. Nicht so berührend wie Austen, aber dafür auf einer anderen Ebene toll.

Beiträge danach
70 weitere Beiträge (Klassische Ansicht)
Beiträge davor

LaLecture

vor 5 Jahren

Kapitel 1-10
Beitrag einblenden

Ich muss sagen, die ersten 10 Kapitel haben mich etwas verwirrt.
Nachde ich von so vielen gehört habe, "Jane Eyre" sei eine tolle Liebesgeschichte, habe ich mich nach 125 Seiten doch gefragt: Wo ist Mr Rochester?
Aber Jane erklärt ja Anfang des 10. Kapitels auch, dass sie ersteinmal die prägendsten Erlebnisse ihrer Kindheit schildert, weil diese ihr späteres Leben beeinflusst haben. Und ihre Kindheit war ja auch nicht uninteressant, nur manchmal etwas langatmig, da sie, als offenbar sehr emotionaler Mensch, bestimmte Gefühle oft wiederholte.

Ein wenig erinnert mich die Geschichte an "Oliver Twist": genauso berührend, eine ebenfalls sympathsiche Protagonistin, nimmt einen genauso mit. Und es hat ja auch gewissen, wenn auch entfernte, Parallelen in der Handlung.

Jane gefällt mir als Protagonistin sehr gut, zum einen weil sie durch ihre Stärken und Schwächen sehr authentisch wirkt und zum anderen, weil ich mich mit ihr identifizieren kann. Ich bin selbst ähnlich impulsiv und hätte die Demütigungen, die Jane ertragen musste, vermutlich auch nicht ohne mit der Wimper zu zucken hingenommen.

Wer mich dagegen total aufregt ist dieser Brocklehurst.
Ich kann solche Reichen nicht leiden, die meinen, Arme müssten Demut und Bescheidenheit lernen und selbst in Saus und Braus leben. Und der meint ernstahft, geflochtene Zöpfe seien ein Zeichen von Eitelkeit, aber sind Reiche nicht viel eher eitel? Der soll sich mal an seine eigene Nase fassen.
Eigentlich ist das ja ein Zeichen für ein gutes Buch, dass ich mich so darüber aufrege, oder ;-)?

Helen ist übrigens auch ein toller Charakter und ich finde es wahnsinnig traurig, dass sie stirbt. Auch wenn ich bei Disskussionen eher auf Janes Seite war, finde ich, dass Helen sehr reif für ihr Alter ist.

Was mich ziemlich stört, vielleicht aber nur in meiner Übersetzung so ist, ist, dass statt Mr oder Mrs dort überall Herr und Frau steht. Frau Reed statt Mrs Reed? Ehrlich? Ich finde, wenn das Buch in England spielt, sollte man auch die englischen Anreden benutzen.
Das wäre ja wie Lizzy und Herr Darcy. Bah!

Lachen musste ich übrigens über die letzten Zeilen, in denen Bessie meint, Jane wäre eine richtige Dame geworden. Wie oberflächlich ihre Definition zu schein scheint :-D.

LaLecture

vor 5 Jahren

Kapitel 1-10
Beitrag einblenden

Madame Swann schreibt:
Der Sprung in der Erzählung von Janes Kindheit zu ihrem 18. oder 19. Lebensjahr wirkte auf mich irgendwie ein wenig abrupt.

Das ging mir auch so. Erst wurde sehr - vielleicht zu - detailliert von Janes Kindheit erzählt und auf einmal springt sie zu ihrem 19. Lebensjahr.
Aber sie erklärt ja selbst, dass die geschilderten Kindheitserinnerungen wichtig für ihre spätere Entwicklung waren und das Buch wäre vermutlich endlos dick und langweilig geworden, hätte sie auch noch die restlichen acht Jahre ausführlich beschrieben.
Dieser Sprung ist vielleicht keine elegante, aber eine nötige Lösung, denke ich.

LaLecture

vor 5 Jahren

Kapitel 1-10
Beitrag einblenden

Favole schreibt:
Andererseits hatte ich bei dieser oder jener Szene das Gefühl, dass man es ja wirklich nur aus einer Perspektive liest. Es ist schon seltsam, dass alle auf ihr herumhacken, selbst die Bediensteten.

Das stimmt wahrscheinlich, ich glaube auch nicht, dass wirklich jeder sich gegen Jane gestellt hat (vor allem, da sie Bessie ja trotz allem zu mögen scheint und das würde sie bestimmt nicht, wenn diese immer gemein gewesen wäre), aber so würden vermutlich viele schreiben, wenn sie den Leser für sich einnehmen wollen, und so wirkt der Stil irgendwie auch authentisch.

LaLecture

vor 5 Jahren

Kapitel 1-10
Beitrag einblenden

Favole schreibt:
Hast du auch den recht neuen mit Mia Wasikowska und Michael Fassbender schon gesehen? Vielleicht krieg ich sogar meinen Mann dazu mitzuschauen... ;o)

Den möchte ich ja unbedingt sehen, weil der Trailer so toll war! Aber erst ist das Buch dran ;)

LaLecture

vor 5 Jahren

Kapitel 1-10
Beitrag einblenden
@LibriHolly

Deine Charakterisierung von Jane und die Interpretation, warum Mrs Reed sie so ablehnt, finde ich sehr interessant.
Ich finde auch, dass Jane ein gelungener Charakter ist!

LaLecture

vor 5 Jahren

Kapitel 11-20
Beitrag einblenden

Wow, der Abschnitt war ja lang und es ist soo viel passiert, unter anderem Janes erste Begegnung mit Mr. Rochester.
Ich finde ihre Art von ihm zu erzählen sehr interessant. Einerseits beschreibt sie, dass sie ihn nicht unbedingt attraktiv findet, andererseits erklärt sie, dass seine Fehler sie nicht stören. Man kommt also schon relativ früh darauf, dass sie sich in ihn verlieben wird, selbst wenn man es noch nicht wusste ;)

Ich mag Jane als Charakter sehr. Sie sagt geradeheraus ihre Meinung und ist sehr direkt, aber doch nicht unverschämt (wenn auch manchmal sehr nah an der Grenze). Ich kann auch ihre Sehnsucht nach Freiheit und nach Liebe gut nachvollziehen.
Trotzdem scheint mir manchmal, als wäre sie recht eingebildet. Oft beschreibt sie die Leute als durchschnittlich intelligent und oberflächlich, von sich selbst scheint sie, abgesehen von den Äußerlichkeiten, viel zu halten.
Aus Rochester dagegen werde ich nicht schlau, denn er scheint ein recht sprunghafter Mensch zu sein, Er hat eindeutig Gefühle für Jane, aber immer, wenn er kurz davor zu sein scheint, ihr seine Liebe zu gestehen, macht er einen Rückzieher und kündigt sogar an, eine andere heiraten zu wollen.
Hält ihn Janes nicht gerade hohe gesellschaftliche Stellung zurück?

Die Gespräche der beiden finde ich wunderbar, so tiefgründig und in dieser fantastischen, emotionalen und bildhaften Sprache. Die beiden tun kaum etwas anderes als reden und doch bin ich fasziniert von dem Buch und kann es kaum noch aus der Hand legen.

Dass Jane und Rochester sich zueinander hingezogen fühlen, kann ich sehr gut nachvollziehen. Sie ist noch jung und ein erfahrender Mann von Welt, wie Rochester es ist, fasziniert sie, zumal er sie mit seinem seltsamen Verhalten vor eine Herausfordeung stellt.
Und Rochester scheint bis jetzt kein leichtes Leben gehabt zu haben und hatte wohl auch öfter mit Menschen mit zweifelhaftem Ruf zu tun, sodass er sich in Gesellschaft eines so unschuldigen und doch klugen Mädchens, das sich nicht bei ihm einschleimt wie Blanche, sehr wohlfühlt.
Eigentlich wären die beiden das perfekte Paar, doch die Dicke des Buches lässt darauf schließen, dass ihnen noch einiges zustoßen wird...


Doch in dem Buch geht es ja nicht nur um die Gefühle von Jane und Rochester. Wie bereits erwähnt herrscht eine düstere Grundstimmung und die seltsamen Anschläge auf Rochester sind wirklich unheimlich. Ich denke hinter der Sache muss noch mehr stecken, denn wenn es einfach nur eine verrückte Dienerin wäre, die alle in Angst und Schrecken versetzt, könnte man sie ja einfach hinauswerfen.

Die kleine Adèle finde ich übrigens auch sehr süß und die vielen französischen Sätze, die sie sagt, sind klasse, wiel ich sie alle verstehe :D ich weiß aber nicht, ob das in jeder Ausgabe so ist.

Favole

vor 5 Jahren

Kapitel 11-20
@LaLecture

Bei mir waren die französischen Passagen mit Fußnoten der deutschen Übersetzung versehen. Allerdings konnte ich mit meinem bisschen Schulfranzösisch auch noch einiges herauskriegen. ;o)

Ach ja, diese Kapitel, wo sich Jane und Mr. Rochester kennen lernen und necken sind einfach toll.
Ich empfand Jane eigentlich nicht als eingebildet. Eher realistisch. Ich könnte mich sicher nicht so gut selbst einschätzen. ;o)

Neuer Beitrag

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks