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Mina - Das Irrlicht

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Willkommen zur April-Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur - Monat für Monat" (Link untenstehend).

Neueinsteiger/innen sind jederzeit willkommen!

Im April lesen wir "Shirley" von Charlotte Bronte.
Es handelt sich hierbei um Brontes zweiten großer Roman. Er erzählt die Geschihchte von Shirley Keeldar, die für ihre Liebe und die Freiheit kämpft...


Beginn der Leserunde: 01. April 2014
Späteres Einsteigen ist natürlich immer möglich.

Link zum Hauptthread der Runde:
http://www.lovelybooks.de/thema/Wir-lesen-Klassiker-der-Weltliteratur-Monat-f%C3%BCr-Monat-643067688/

Herzlichst,
Mina

Autor: Charlotte Brontë
Buch: Shirley

Mina - Das Irrlicht

vor 3 Jahren

Eure Ausgabe

Ich habe lange herum gesucht, bis ich eine Ausgabe fand, die mich überzeugt hat. Oder zumindest am meisten überzeugen konnte von allen, die mir so unterkamen. Und zwar ist die Ausgabe aus dem DTV für knapp 15 Euro. Die Übersetzung ist aus den 80igern für Manesse gewesen. Von Andrea Ott, die ich sehr schätze.

Apfelgruen

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Ich hoffe mein Buch kommt bald, habe es mir in der Bücherei vorbestellt, es sollte zum 1.4. frei werden, aber man weiß ja nie.

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Hallorin

vor 3 Jahren

Drittes Buch - Kapitel 6 bis 9
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sKnaerzle schreibt:
Ich finde Shirley bei dem Heiratsantrag eher hysterisch. Sie ist ja nicht empört, weil Robert ihr eine Vernunftehe anbietet, solche Anträge hat sie ja schon erhalten und höflich abgelehnt.

Aber diese anderen Anträge kamen von Männern, die sie nicht respektieren konnte und deren Meinung und Verhalten ihr daher egal waren. Robert liebt sie genausowenig wie die anderen, aber er ist ihr trotzdem wichtig. Daher die Enttäuschung.

sKnaerzle

vor 3 Jahren

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Ein seltsamer Roman. Auf einer Ebene ein historischer Roman über die Zeit der Frühindustrialisierung mit genau dargestellten sozialen Problemen. Dabei werden Arbeiter realistisch geschildert, allerdings nur, so lange sie lediglich arbeiten, sobald sie für ihre Rechte kämpfen sind sie religiöse Fanatiker, versoffene Subjekte und bestenfalls verführte Dummköpfe.
Viel gerechter ist die Autorin, was das "intelektuelle Hauspersonal" betrifft. Gouvernante und Hauslehrer werden geschildert als Menschen, die ihren "Herrschaften" geistig überlegen sind, denen man sogar die Erziehung der Kinder anvertraut, die aber ökonomisch abhängig sind, und auf deren Wünsche und Gefühle man keinerlei Rücksicht nehmen muss.

Die Handlung scheint wenig durchdacht. Die Liebesgeschichte von Robert und Caroline steht im Roman von Anfang an im Mittelpunkt und zieht sich bis zum Ende durch. Shirley aber, die Titelheldin, taucht erst nach dem ersten Drittel des Romans auf und Louis, der Mann, der sie kriegt, erst im letzten Drittel. Man hat das Gefühl, als hätte sich die Autorin kurz vor Schluss entschieden, dass sie jetzt doch für beide Frauen ein Happy End will.

Ich finde ja, die vier Hauptfiguren des Romans sind ziemich erkennbar Figuren aus der Privatmythologie der Bronte-Geschwister aus Angria und Gondal. Shirley vor allem ist eine sehr wenig realistische Figur, aber auch Louis wirkt eher wie ein verzauberter König, der durch die Liebe einer Prinzessin erlöst wird. Robert ist ebenfalls mit seiner Arbeit in der Fabrik nicht ausgelastet, er scheint eher ein Abenteurer als ein nüchterner Unternehmer. Über Caroline will ich hier nichts sagen, sie scheint mir sehr widersprüchlich, einerseits mit Geduld und Seelenstärke ausgestattet und bereit, der Welt entgegenzutreten, andererseits unglaublich schüchtern und fast zerbrechend an der Lieblosigkeit ihrer Umgebung.

Die Idee, dass hier zumindest teilweise Märchen erzählt werden, kam mir übrigens, als erzählt wurde, wie es Martin möglich macht, dass Caroline und Robert sich im Krankenzimmer treffen. Als realistische Handlung ist das ein ziemicher Unsinn. Wer hätte denn Caroline hindern sollen, dass sie ihren Cousin besucht? Im Märchen aber ist es völlig logisch, dass man den Prinzen im Zauberschloss nicht einfach so besuchen kann, man braucht einen Begleiter, der einen den Zugang verschafft und der die Riesen und Hexen bannt. Und haben sich Martin und Caroline nicht in einem Zauberwald getroffen?

Das alles sind interessante Beobachtungen, aber so richtig lesenswert wird der Roman dadurch nicht. Da hätte sich Charlotte Bronte doch entscheiden müssen, was sie denn jetzt erzählen wollte

Hallorin

vor 3 Jahren

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Hier noch eine Rezension:
http://www.lovelybooks.de/autor/Charlotte-Bront%C3%AB/Shirley-144611950-w/rezension/1095012661/

Hallorin

vor 3 Jahren

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sKnaerzle schreibt:
Die Idee, dass hier zumindest teilweise Märchen erzählt werden, kam mir übrigens, als erzählt wurde, wie es Martin möglich macht, dass Caroline und Robert sich im Krankenzimmer treffen. Als realistische Handlung ist das ein ziemicher Unsinn. Wer hätte denn Caroline hindern sollen, dass sie ihren Cousin besucht?

Das finde ich schon plausibel! Caroline kann doch nicht so einfach in das Haus der Yorkes eindringen, wie hätte sie das anstellen sollen, wenn die olle Yorke sie einfach nicht einläßt?

Aber davon abgesehen kann ich Deinen restlichen Kritikpunkten nur zustimmen. Wobei ich persönlich der Autorin einfach einen Bonus gebe, dafür, dass sie sich in einer wirklich außergewöhnlich traurigen Lebenssituation befand.

sKnaerzle

vor 3 Jahren

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@Hallorin

Den Bonus für ihre traurige Situation gebe ich der Autorin auf jeden Fall auch. Ich glaube außerdem, dass alles, was dem Leser sprunghaft und unplausibel erscheint, für Charlotte Bronte eine innere Logik hat, weil es sich auf Erinnerungen an ihre Geschwister bezieht. Aber als Leser steht man halt nur davor und staunt.

Interessant finde ich auch, dass du in deiner Rezension von einem realistischen Roman sprichst und ich eher auf fantastische Elemente abziele. Ich finde, in dem Roman steckt beides, und diese Vielschichtigkeit spricht dann doch für "Shirley".

sKnaerzle

vor 3 Jahren

Plauderecke

Kennt ihr das hier? http://www.lovelybooks.de/autor/Arno-Schmidt/Nachrichten-von-B%C3%BCchern-und-Menschen-Tl-2-145229790-w/
Arno Schmidt hat da auch über die Brontes geschrieben. Ich weiß aber nicht, in welchem Band. Das Kapitel heißt "Die Taubengrauen Schwestern".

Hallorin

vor 3 Jahren

Plauderecke

sKnaerzle schreibt:
Kennt ihr das hier? Arno Schmidt hat da auch über die Brontes geschrieben.

Kannte ich noch nicht - aber ich habe gleich die Gelegenheit ergriffen und beide Teile für ein paar Cent erstanden :)

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