Nanette ist jung, schwarz, und Straßenmusikerin in New York: Sie spielt Saxophon - nicht wirklich gut, aber passabel. Eines Tages haut sie ein anderer Straßenmusiker auf der Straße an, auf der Suche nach einem Dach über dem Kopf. Nanette nimmt ihn mit - und am nächsten Morgen liegt der Mann erstochen in ihrer Wohnung. Hinterlassen hat er - gut sichtbar - einen Polizeiausweis und - versteckt - 60.000 Dollar in bar.
So über Nacht plötzlich zu einer reichen Frau gemacht, macht Nanette sich auf die Suche nach der Freundin des unbekannten Toten. Hatte er nicht gesagt, dass ihn seine "Alte" auf die Straße gesetzt habe? Nun, da sollte sie ihr doch wenigstens einen Teil des Geldes abtreten - wenn sie es schon nicht gesetzestreu der Polizei aushändigt, denkt sie sich. Sie wird fündig - und bald ist jene Freundin, eine blinde Straßenmusikerin, genauso tot wie ihr Freund. Langsam wird Nanette klar, dass sie in irgendetwas ziemlich Unkalkulierbares hineingeraten ist ...
Randfiguren in der in schnoddrigem Ich-Erzählton erzählten Geschichte sind ein fieser Cop (mit Paukenschlag eingeführt, unspektakulär "vergessen"), eine beste Freundin, die in einer Oben-ohne-Bar tanzt, ein Ex- und dann wieder Nicht-Ex-Freund, eine neue Flamme; ein Grieche mit einer Vorliebe für Charlie Parker ...
Ich hab den Roman gelesen, weil ich ein Faible für New York habe und weil eine schwarze Straßenmusikerin mal eine andere Heldin als die üblichen Kommissarinnen oder Detektivinnen ist. Das Buch lässt sich flüssig lesen, aber die Geschichte ist doch reichlich aufgesetzt, die Figuren bleiben blutleer (auch, wenn reichlich Blut fließt), erfunden irgendwie, papieren. Und am Ende weiß man: Hätte nicht wirklich sein müssen!



