Charlotte Erpenbeck Grimms Märchen Update 1.1

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Inhaltsangabe zu „Grimms Märchen Update 1.1“ von Charlotte Erpenbeck

Würden Sie Aschenputtel auf der Straße erkennen? Die Gebrüder Grimm hätten vermutlich ein Problem damit. Die modernen Aschenputtel zeigen Ecken und Kanten, mit denen die Grimms nie gerechnet hätten. In diesem Buch finden Sie viele wohlbekannte Märchen in neuem Outfit. Rausgeholt aus der Mottenkiste, abgeklopft, zurechtgezupft, mit frischem Duft versehen und ganz allgemein auf Vordermann gebracht, damit sie auch in unserer Zeit wieder Gehör finden. Ein wenig verändert haben sie sich dabei schon. Sind Sie wirklich sicher, dass Sie Aschenputtel immer und unter allen Umständen erkennen? Testen Sie es mit dieser Sammlung alter Märchen in neuen Kleidern.

Erster Band der tollen Märchen Update-Reihe bei Machandel! Das Buch macht süchtig! Liebevolles Cover! Warte auf jede neue Sammlung.

— Cilia83
Cilia83
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  • Anthologien mit Geschichten von mir

    Bone

    Bone

    Hallo miteinander,

    an dieser Stelle möchte ich in loser Folge kurz Anthologien vorstellen, in denen ich mit einer Geschichte vertreten bin.

    • 13
  • Schönes Update der Grimmschen Märchen

    Grimms Märchen Update 1.1
    isabella_benz

    isabella_benz

    02. August 2014 um 22:22

    „Grimms Märchen im Neuen Gewand“ – mit dieser Vorgabe rief Charlotte Erpenbeck 2011 zu einem Wettbewerb auf, dessen Ergebnis die beiden Anthologie „Grimms Märchen Update“ waren. Während das erste Update eher traditionell gehalten ist, finden sich im zweiten die skurrileren Varianten. Doch auch schon im ersten ist es mitunter schwierig zu erkennen, welches Märchen die Autoren nun aufgearbeitet haben, zumal, wenn man nicht alle Märchen der Gebrüder Grimm kennt. Zum Glück gibt es aber am Ende auf Seite 378 eine Übersicht. Die Geschichten sind aber in der Regel auch verständlich, ohne ihre ursprüngliche Herkunft zu kennen. Den Auftakt der Anthologie bildet die Novelle „Und wenn sie nicht gestorben sind?“, die sich mit eben dieser Frage beschäftigt. Von einem Publikum aus der Erzählung gerissen beginnt der/die Ich-ErzählerIn (das Geschlecht bleibt bis zum Ende unklar) zu überlegen, was denn nun wirklich aus dem Froschkönig, dem alten Fischer, den sieben Geißlein, Hänsel und Gretel, dem Schneewittchen und vielen mehr geworden ist. Der Leser wird hierbei auf eine Reise geschickt, in der er oder sie die verschiedensten Märchenfiguren trifft und das „wahre Ende“ erfährt. Teils humorvoll, teils schaurig und düster wird der Faden der Erzählung um gesponnen. Die Novelle erweist sich dadurch als äußerst facettenreich, mir persönlich kam allerdings der Umschwung von der lockeren Unterhaltung (bei der ich mich tatsächlich köstlich amüsiert habe) zur plötzlich ernsten Thematik ein wenig plötzlich, einziges Manko der Geschichte (4/5) Nach dem langen Auftakt erscheint „Cinderellas Asche“ wie ein kurze Intermezzo. Wieder haben wir es mit einem Ich-Erzähler zu tun, der diesmal auf sein Leben zurückblickt und die Geschichte des modernen Aschenputtels als einzige Farce enttarnt. Die Erinnerungen geben einem ein wenig das Gefühl, durch einen bösen Traum zu waten, aus dem es kein Erwachen gibt, Emotionen werden wenig spürbar, die Handlungen erscheinen eher wie die einer Marionette, auch wenn die Ich-Erzählerin das bereut. Rückblenden und wenig Emotionen treffen leider nicht ganz meinen Geschmack, unterhalten hat mich das „Intermezzo“ aber trotzdem. (2/5) In „Jorinde und Joringel“ ist das gleichnamige Märchen in eine schaurigen Horrorversion verformt. Mit schön modernen Ansätzen, ein wenig männerfeindlich, aber gut geschrieben, die Wendungen innerhalb der Geschichte sind nachvollziehbar. Ei4nzig und allein mit dem Setting habe ich mich ein wenig schwer getan, die Gedanken der „Nymphen“ wirken sehr modern, ansonsten ist es eine Mischung aus Mittelalter und Märchenwelt. Ich bin kein Fan von Horrorgeschichten, finde die Geschichte allerdings dennoch gelungen (4/5). „Rumpelstilzchens Namenstag“ ist ein Alternativende des Rumpelstilzchen-Märchen. Der König sieht den kleinen Mann ums Feuer tanzen und hört seinen Namen, anstatt es aber der Königin zu berichten und ihr die Möglichkeit zu geben, den Zauber mit den Bedingungen des Rumpelstilzchens zu brechen, greift der König den Zwerg an. Die Geschichte ist sehr kurz und liest sich schnell. Am Ende bleibt ein leichtes Schmunzeln, allerdings vermisse ich hier ein wenig die Originalität (3/5) „Aschenputtel“ ist nicht etwa der Name eines jungen Mädchens, es ist eine Schuhboutique und zwar eine, die einen schrecklichen Skandal zu verzeichnen hat. Unterhaltsam und lustig geschrieben, kurzweilige Unterhaltung, nicht übermäßig spannend, aber nett erzählt (4/5) „Vermutung über das Verschwinden des Froschkönigs“ ist mit die skurrilste Geschichte unter den Erzählungen. Ich würde unbedingt raten, vorher das Original-Märchen noch einmal zu lesen. Die Umdeutung ist gelungen, hinterlässt bei mir aber einen schalen Nachgeschmack, da die Charaktere schlicht und ergreifend „irre“ wirken, definitiv keine leichte Kost (4/5) Es ist schon eine Unverschämtheit sondergleichen, einfach während dem Schlafen auf den Mund geküsst zu werden! Genau das berichtet Dornröschen in „Dornröschen erwacht“ auch ihrem Tagebuch. Rückblendenartig wird die Dornröschen-Geschichte aus der Sicht der Prinzessin geschildert. Etwas seltsam ist der plötzliche Umschwung mit wörtlicher Rede ¨C der Tagebuchstil wird nicht ganz durchgehalten, bzw. mutet für ein Tagebuch seltsam an. Ansonsten aber ein schöner Einfall, das Tagebuch bringt definitiv noch einmal Abwechslung in die Geschichten hinein (4/5) Mit „Hans und Margarethe“ haben wir eine Version von „Hänsel und Gretel“ in Erwachsen und den ersten richtigen Krimi in der Anthologie. Sehr passend hierbei die Namenswahl, aus den Verniedlichungen einfach die richtigen Namen zu nehmen! Gut gefallen hat mir auch das Ende, in dem Traum und Realität verwischen und dem Leser auch nicht mehr klar ist, ob das, was er da die ganze Zeit verfolgt hat, nun wirklich passiert ist, oder ob er den Fantasien einer Irren erlegen ist ¨C sehr gelungen und durchweg spannend! (5/5) „Der verkaterte Stiefel“ ist äußerst experimentell und lässt sich meiner Meinung nach nur sehr schwer mit den anderen Geschichten vergleichen. Die Stiefel sind in der Geschichte „Der gestiefelte Kater“ mit das wichtigste Emblem des Katers ¨C aber was halten sie eigentlich von den Aktivitäten ihres Besitzers? Nun, rechter Stiefel und linker Stiefel sind da durchaus nicht einer Meinung. Ein witziges Streitgespräch ist die Folge, in der die Geschichte des Märchens auf pfiffige Weise nacherzählt wird. Der Autorin gelingt es hierbei wirklich gut, nur mit Dialog Bilder heraufzubeschwören. Leider wirkt die wörtliche Rede an manchen Stellen ein bisschen erzwungen (4/5) Das moderne Rotkäppchen heißt „Ronja“ und ist ein vierzehnjähriges Problemkind, das von ihrer Mutter zur Oma geschickt wird, weil die Mutter selbst nicht mehr mit ihr klar kommt. In der Straßenbahn begegnet sie einem Fremden. Die Geschichte greift das Motto „Geh nicht mit Fremden mit“ auf. Ebenfalls sehr gut geschrieben, eine der düsteren Geschichten, die dem Leser einen Schauer bescheren (4,5/5) Die Geschichte „Einundzwanzig Jahre“ wird aus naheliegenden Gründen nicht bewertet. „Eine Probierphase braucht man“ ist ein Gespräch zwischen der Urgroßmutter und ihrer Tochter, in der die Geschichte des „König Drosselbart“ umgedeutet wird. Hier fehlt mir leider ein wenig der Spannungsbogen, es ist aber nett zu lesen (2/5) „Die dreizehnte Fee oder Die Wahrheit über Dornröschen“ steigt aus der Perspektive der „bösen Fee“ in die Geschichte ein und verlinkt das Märchen mit dem Cthulu-Mythos von Lovecraft. Ein interessanter und spannender Einstieg. Leider flacht die Geschichte danach ein wenig ab. Das Ende hat mich nicht so richtig überzeugen können, was ein wenig Schade ist (3/5) Das Märchen, das hinter „Machtübernahme“ steckt, ist nicht leicht zu erkennen. Wie die Story über den Froschkönig ist auch diese Story keine leichte Kost und hinterlässt bei mir ein wenig Verwirrung. Mir hätte hier etwas mehr Infos über die Charaktere besser gefallen. Gestört hat mich außerdem, dass die Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede gefehlt haben, da dies nur bei dieser Geschichte passiert ist, vermute ich, dass es Absicht war, allerdings erschließt sich mir der Sinn hinter dieser Gestaltung nicht wirklich (2/5) Das „Punkgirl“ greift mit Misshandlung ernstes Thema auf. Larissa flieht nach dem Tod der Mutter vor ihrem Stiefvater, der sie misshandeln will und muss sich fortan auf der Straßen durchschlagen. Meistens ist man als Leser gut in dem jungen Mädchen drin, fiebert mit ihr mit und insgesamt ist der Charakter auch logisch gezeichnet. Nur an einer Stelle hat mir Larissas Innensicht gefehlt, was ich Schade fand, da diese Stelle für mich eine Schlüsselszenerie darstellte. Im Nachhinein ist ihr Verhalten zwar stimmig, speziell an der Stelle erschließt es sich mir jedoch erst einmal nicht und dadurch wird eine Distanz geschaffen, die nicht zum Rest der Geschichte passt (4/5) Das Märchen hinter „Auf Schritt und Tritt“ ist besonders am Anfang gar nicht so leicht zu entziffern. Erneut haben wir es mit einem sehr ernsten Thema zu tun: Boris kommt aus furchtbaren Verhältnissen, seine Mutter ist ein Drogenabhängiger Junkie, seine Großmutter, mit der er sich nie verstanden hat, vor kurzem verstorben, seinen Vater kennt er nicht. Nun hat er erfahren, dass er eine Schwester hat und macht sich auf die Suche nach ihr, die als Baby verkauft wurde und nun bei einer reichen, Hamburgerfamilie lebt. Das Setting ist sehr glaubhaft und gelungen dargestellt, die Hintergründe werden beleuchtet, ohne, dass es zäh oder langweilig würde. Ein paar Fäden verlaufen nach meinem Geschmack aber ins Leere (4/5) Im Gegensatz zur Vorgängergeschichte ist das Märchen hinter „Hans im Glück, die Fortsetzung“ sofort erkennbar. Das Märchen wurde so ziemlich 1:1 in seinen einzigen Abschnitten adaptiert, nur, dass Hans hier statt Gegenstände seine Berufe durch tauscht und sich in den Branchen hoch angelt, nur das Ende ist anders als im Märchen. Die Kurzgeschichte passt zwar zur Struktur des Märchens, allerdings fand ich es ein wenig langweilig, das Ende hat mich ebenfalls nicht überrascht und teilweise empfand ich es leider als ein wenig lieblos runter geschrieben, hat meinen Geschmack leider nicht so ganz getroffen (2/5) Schon als ich die Leseprobe zur Anthologie gelesen habe, war ich insbesondere neugierig auf „Rotkäppchen 2012“ und ich wurde nicht enttäuscht. Der Leser wird mitten in eine Gerichtsverhandlung hineingeworfen, wer schuldig ist, bleibt bis kurz vor Schluss unbekannt und lädt zum Rätselraten ein. Definitiv gut gemacht und eine der Perlen unter den Geschichten (5/5) Mit „Leserbrief an Dr. Sommer“ haben wir erneut ein kurzes Intermezzo. Die Frau des ehemaligen Froschkönigs ist verzweifelt über das Verhalten ihres Mannes und muss den Bravo-Star Dr. Sommer um Rat fragen. Köstlich! (5/5) „Das Böse ist immer und überall“ greift ein bislang vernachlässigtes Märchen auf. Luisa sucht nach einem Weihnachtsgeschenk für ihre Mutter, stattdessen gibt sie das Geld einem alten Bettler und hilft noch so manch anderen Gestalten. Gleichzeitig wird ein Banküberfall geschildert. Schon von Anfang an fiebert man der Szene entgegen, indem die Bankräuber und Luisa aufeinander treffen. Beim Ende fehlt mir allerdings ein bisschen die eigentliche Pointe des Märchens, ist natürlich nicht zwangsläufig notwendig, aber es wurde mehr das bekannte Sterntaler-Bild aufgegriffen, was zur Geschichte passt, allerdings ist nichts von der Aussage zu merken: wer gibt, bekommt es vergolten, was ich persönlich Schade finde (4/5) Was wohl der Vogel, der vom tapferen Schneiderlein gefangen wird, über den Betrüger denkt? In „Der Schneider und die Tiere“ wird die Geschichte des Schneiderleins aus Sicht der Tiere geschildert: Kühe, eine Ziege, der Vogel, ein Eichhörnchen, die Pferde des Königs, das Einhorn und die bedauernswerte Wildsau, alle ärgern sie sich über das Schneiderlein. Witzig und Geistreich bietet die Story zum Rest auch noch einmal eine schöne Abwechslung. Teilweise ist es mir stilistisch zu wenig „tierisch“ (z.B. seit wann „schleichen“ Vögel?), ansonsten ist es aber gut zu lesen (4/5) Bei dem Titel „Frau Holle, erzählt von Pechmarie“ ist das Komma zu beachten, damit man ihn richtig liest: unsere arme Pechmarie erzählt von der reichen Frau Holle, und es ist ja eine Zumutung, deren schweres Bett aufschütten zu müssen. Etwas überraschend werden zum Ende hin noch weitere Märchen hineinverarbeitet. Moderne und Märchen verwischen dabei, was ein etwas skurriles Setting ergibt. (3/5) Und noch eine Aschenputtel-Adaption: „Prinzessin für eine Nacht“ erzählt von Sara, die von ihrer Stiefmutter unterdrückt wird. Sie darf nicht einmal auf ihren eigenen Abiball, der ganz stilgetreu in einem Schloss stattfindet. In der Geschichte stecken einige gute Ansätze, besonders gut gefallen hat mir die „Erklärung“ zur Fee am Ende der Geschichte. Zwischendurch hat die Storys aber ein paar Schwächen aufzuweisen: Wie kann es sich eine Stufe leiste, in einem Schloss Abiball zu feiern? Warum vertraut „der Prinz“ Sara so schnell? Und die Auflösung mit der Stiefmutter und der Stiefschwester empfand ich auch als unlogisch/unrealistisch. Der Ansatz der Story gefällt mir außerordentlich gut, aber ich hätte mir hier mehr Aufarbeitung der Charaktere und insbesondere eine logischere Auflösung zur Stiefmutter gewünscht. Zudem fand ich es etwas unpassend, dass die Story meiner Meinung nach in einigen Elementen mehr an die Cinderella-Verfilmung „Auf immer und ewig“ angelehnt ist, die ja bereits sehr weit vom Originalmärchen abweicht, finde ich für eine Anthologie, die sich mit „modernen Märchen“ beschäftigt, etwas unpassend und wäre in vielerlei Hinsicht auch nicht notwendig gewesen. (3/5) Ich frage mich, ob die Autorin von „Körri“ Schalke-Fan ist, die Geschichte lässt es beinahe vermuten. Eine sehr moderne Adaption des Rapunzels, indem das arme Mädchen nach der Currywurst benannt ist, die im Nachbargarten bruzelt. Sehr amüsant, insbesondere auch die Umgangssprache / der Dialekt. Mitunter ist es mir aber ein bisschen zu skurril (4/5) In „Jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge“ wird ein unbekannteres Märchen aufgegriffen und das sehr detailgenau, mit angesprochen werden hierbei Probleme wie die Weltwirtschaftskrise. Gut und flüssig geschrieben, ein wenig fehlt mir der Spannungsbogen, was aber klassisch Märchen ist: Die „Böse“ ist einfach unsympathisch und funktioniert für mich als Perspektivträger nicht richtig, der sympathische und bedauernswerte Fischer gerät dagegen leider aus dem Blickfeld (4/5) Sehr gut gefallen hat mir die Kurzgeschichte „Auf Abwegen“. Schneewittchen ist einfach ein Problemkind, die alles in den falschen Hals kriegt, keinen Humor versteht und Tatsachen verdreht. Und mehr möchte ich an der Stelle nicht über die Geschichte verraten. Selber lesen! (5/5) Die „Hausordnung der 7 Zwerge“ ist in der Tat keine Geschichte, sondern eine ebensolche Hausordnung und fällt damit total aus dem Rahmen, in einer Doppelseite halten die Zwerge 7 Regeln fest, um das Leben im Haus mit Schneewittchen zu regeln. Eine nette Idee, mir ein bisschen zu sexistisch (3/5) Als Geschichte las sich „Die Spinnerin“ schön, als Märchen-Adaption fand ich es weniger gelungen. Es wird lediglich ein Element aus dem Märchen aufgegriffen, das für mich zu wenig Tragweite hat. Außerdem wirkt die Geschichte abgebrochen und unlogisch/unverständlich ist für mich auch die Reaktion der Eltern. (2/5) Das „Blendwerk“ fängt sehr vielversprechend an. Ilara verliert bei einem Raubüberfall ihre Eltern samt der Karawane und irrt alleine durch den Wald. Dass sie überlebt, verdankt sie einem sprechenden Raben. Ein stark gezeichnetes Setting, eine starke Perspektivträgerin, der Stil zeugt von einem guten Handwerk und hat mich definitiv überzeugt, besonders gut gefallen hat mir die Beschreibung des Rabens und seiner Bewegungen. Einzig das Ende fällt aus dem Rahmen und will nicht so Recht zum Rest passen (4/5) „Thalor, der liebende Hakir“ ist eine weitere Geschichte, die mich als Märchen-Adaption nicht überzeugt. Thalor liebt die Prinzessin des Reiches, muss aber für deren Vater in den Krieg ziehen, das passt Madame gar nicht. Es ist gut geschrieben, war aber nicht mein Fall (2/5) Amüsanter wird es wieder bei „Schneeweißchen und Rosenrot“. Der arme, beschuldigte Zwerg hat den Prinzen gar nicht wegen seines Goldes in einen Bär verwandelt. In Wahrheit ist er der Lehrer des verwöhnten Prinzen-Bengels und wollte dem Kerlchen nur ein wenig Manieren einbläuen, als Entlohnung hat er dafür die Schätze des Königs erhalten – von wegen Dieb! Was man als Zwergenlehrer eines verwöhnten Prinzenbengels alles über sich ergehen lassen muss – in dieser Geschichte erfahrt ihr es! (4/5) „Gut gemeint“ ist eine sehr kurze Geschichte und erinnert mich an die Drabble – erst mit dem letzten Satz wird klar, von was die Seite handelte. Deshalb an dieser Stelle keine näheren Informationen. Gelungenes Intermezzo! (4/5) Die Geschichte „Zwei Königinnen“ greift auf originelle Weise ein ebenfalls weniger vertretenes Märchen auf. Was denkt eigentlich die Stiefschwester von „Brüderchen und Schwesterchen“ über die Handlungen ihrer Mutter? Sehr eindrucksvoll wird es in dieser Geschichte geschildert. Leider fand ich hier ebenfalls das Ende nicht ganz passend (4/5). Insgesamt kann sich diese Märchen-Anthologie von Charlotte Erpenbeck durchaus sehen lassen! Der Herausgeberin ist es gelungen, eine ausgewogene Mischung herauszugeben, bei denen die meisten Stories solide und gut sind, einige Sternchen herausstrahlen, und nur wenige mich nicht überzeugen konnten, wobei auch diese meist gut zu lesen waren. Hervorzuheben ist außerdem die liebevolle Gestaltung des Buches. Die Storys sind mit mehreren Bildern verziert, die sehr passend und beeindruckend ausgewählt wurden. Cover und auch die Kopfzeichnungen auf jeder Seite erinnern an ein klassisches Märchenbuch. Bemerkenswert fand ich zudem, dass der Buchrücken keinerlei Schlieren aufweist, was bei mir sehr selten der Fall ist. Bei einer Zweitauflage würde ich nur darum bitten, bei einigen Geschichten noch einmal die Zeichensetzung (besonders bei den amerikanischen oder europäischen Anführungszeichen) zu überarbeiten. Der Durchschnitt der Geschichten ergab 3,6, die ich gerne auf 4 Sterne aufrunde, da ich die abwechslungsreiche Komposition wirklich gut finde und die Anthologie bedenkenlos für empfehlenswert halte!

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