Charlotte Freise Die Seelenfotografin

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Inhaltsangabe zu „Die Seelenfotografin“ von Charlotte Freise

Ein Mann ohne Vergangenheit.

Ein Mädchen ohne Zukunft.

Eine Liebe, die nicht sein darf.

Berlin in der Gründerzeit: Ein Nervenleiden zwingt die schöne, hochbegabte Isabel in den Rollstuhl. Die junge Frau blüht auf, als sie den Wanderfotografen Ruven kennenlernt. Die beiden fühlen sich seelenverwandt. Doch dann verschlechtert sich Isabels Gesundheitszustand. Fieberhaft beginnt sie an einer Erfindung zu arbeiten, durch die sie auch nach dem Tod weiterleben könnte: die Seelenplatte - ein fotografisches Verfahren, das nicht nur das Bild eines Menschen einfängt ...

«Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte in kraftvoller, bildhafter Sprache, ein packender historischer Roman mit einem Schuss schaurig-schöner Phantastik - ‹Die Seelenfotografin› bleibt spannend bis zur letzten Seite.» Astrid Fritz

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  • Beklemmender Ausflug in die Gründerzeit

    Die Seelenfotografin

    winter-chill

    17. October 2015 um 13:53

    Hinter dem Pseudonym Charlotte Freise steckt die Autorin Karla Schmidt – eher bekannt für ihre Psychothriller. Mit „Die Seelenfotografin“ hat sie einen historischen Roman vorgelegt, der ein bisschen anders ist, als die üblichen historischen Romane. So richtig überzeugen konnte sie mich damit aber nicht. Der Roman spielt in Berlin in der Gründerzeit – im späten 19. Jahrhundert. Zunächst lernt der Leser Ruven kennen.  Der junge Mann wuchs in einem Waisenhaus auf und arbeitet nun auf einem Rummelplatz als Assistent eines zwielichtigen Fotografen, der sein Geld hauptsächlich mit pornografischen Aufnahmen verdient. Als der Arzt einer Irrenanstalt jemanden sucht, der seine geistig verwirrten Patienten ablichtet, sieht Ruven seine Chance gekommen, ein neues, ehrenhaftes Leben zu beginnen. In der Klinik trifft Ruven auf die 14-jährige Isabel, die aufgrund einer psychosomatischen Erkrankung im Rollstuhl sitzt. Sie ist für ihr Alter extrem gebildet und übt einen unerklärlichen Zauber auf Ruven aus. Als Isabel merkt, dass es ihr gesundheitlich immer schlechter geht, beginnt sie mit Hilfe von Ruven ein fotografisches Verfahren zu entwickeln, dass die menschliche Seele festhalten soll – die Seelenplatte. Die Grundidee hinter der Geschichte ist eigentlich recht interessant. Auch Freises Schreibstil ist durchaus vereinnahmend: Sie schreibt sehr flüssig und atmosphärisch. Dabei gelingt ihr eine doch recht düstere und beklemmende Grundstimmung – gerade vor der Kulisse der Irrenanstalt. Auch die Berliner Hinterhöfe und Ruvens Fotostudio konnte man sich bildlich sehr gut vorstellen. Dennoch hat mich der Roman nicht richtig gepackt, dafür haben mich einfach zu viele Dinge gestört. So beschreibt die Autorin zwar sehr wohl die Lebensumstände der Menschen im Berlin der Gründerzeit – die aus heutiger Sicht sehr fragwürdigen Behandlungsmethoden in der Medizin sowie den täglichen Kampf der Menschen um ein bisschen Glück. Allerdings hatte ich beim Lesen ständig das Gefühl, dass sie diese Themen nur streift. Man blickt von außen drauf, kann aber nicht richtig eintauchen. Genauso ging es mir mit den Charakteren. Einerseits hat Freise sehr außergewöhnliche und eigenwillige Protagonisten geschaffen, andererseits bleiben die Figuren seltsam blass und befremdlich. Woher hat Isabel zum Beispiel ihr immenses Wissen, warum manipuliert sie ihre Mitmenschen? Richtig intensiv scheint sich die Autorin mit dem Thema Fotografie auseinandergesetzt zu haben, so bekommt der Leser einen guten Einblick, wie im 19. Jahrhundert fotografiert wurde, wir der chemische Prozess funktionierte. Das eigentliche Thema des Buches – die Erfindung der Seelenplatte – verkommt allerdings fast zu einer bloßen Randnotiz. Die Idee hinter dieser Seelenplatte hätte etwas intensiver behandelt werden können – entspricht sie doch dem Wunsch, auch nach dem Tod weiterleben zu können. An sich nette Idee,  so ganz mein Fall war der Roman aber nicht.

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  • Rezension zu "Die Seelenfotografin" von Charlotte Freise

    Die Seelenfotografin

    irismaria

    05. November 2011 um 18:57

    Ein Mann ohne Vergangenheit. Ein Mädchen ohne Zukunft. Eine Liebe, die nicht sein darf. Berlin in der Gründerzeit: Ein Nervenleiden zwingt die schöne, hochbegabte Isabel in den Rollstuhl. Die junge Frau blüht auf, als sie den Wanderfotografen Ruven kennenlernt. Die beiden fühlen sich seelenverwandt. Doch dann verschlechtert sich Isabels Gesundheitszustand. Fieberhaft beginnt sie an einer Erfindung zu arbeiten, durch die sie auch nach dem Tod weiterleben könnte: die Seelenplatte – ein fotografisches Verfahren, das nicht nur das Bild eines Menschen einfängt ... Ich habe diesen Klappentext zum Glück nicht vorab gelesen, denn er verrät schon sehr viel von der kommenden Handlung – schade eigentlich. Charlotte Freise/Karla Schmidt hat eine spannende Geschichte aufgebaut , die in Berlin um 1870 spielt. Am Beispiel der hochintelligenten adligen Isabel und ihrer Tante Anna, die sie pflegt, da sie im Rollstuhl sitzt, der Arbeiterin Elfie und ihrem Sohn Peter, die sich mühsam durchs Leben schlagen, dem Jahrmarktfotografen Bing und seinem Assistenten Ruven und weiterer Personen stellt sie das Leben verschiedenster Menschen dar, deren Schicksale miteinander verknüpft sind. Sie beschreibt die Armut und den Wohlstand, die für uns heute kaum nachvollziehbaren Behandlungsmethoden der Medizin, den fragwürdigen Umgang mit Moral und den Kampf der kleinen Leute um ihr kleines Glück und die Faszination an der Fotografie. Dabei beschreibt sie die Personen detailliert und lebendig, das man mit ihnen fühlt und leidet, vor allem, wenn sie sich so verhalten, dass man schon ahnt, dass es zum Unglück führen wird. Es gibt kein Happyend, was aber gut zur Geschichte passt, denn ich kenne viele Geschichten oder Filme, die um diese Zeit spielen und tragisch enden…

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  • Rezension zu "Die Seelenfotografin" von Charlotte Freise

    Die Seelenfotografin

    starone

    04. November 2011 um 12:30

    Zum Inhalt: Der Roman spielt um 1870 im aufstrebenden Berlin. Wo jeder versucht ein Stück des Glückes und Wohlstand dieser Stadt zu erhaschen. So möchte auch Ruvens, der angestellt ist auf einem Rummelplatz als Fotograf bei einem Herrn Bing, der eher ungewöhnliche Fotos macht für diese Zeit sich verändern. Denn diese/seine Arbeit ist ihm sehr zuwider und Ruvens sehnt sich nach Veränderung/Verbesserung. Diese tritt in sein Leben durch den Mediziner, Psychologist und Ingenieur Herr Doktor Karl Greipel, der eine Klinik für geistige und seelische Störungen leitet und dringend einen Fotografen für seine Studien an seinen Patienten braucht. Der auch nicht ohne ist was seine Behandlungsmethoden an geht. Ruvens ergreift diese Chance, doch dazu muss er seinen derzeitigen Arbeitgeber bestehlen und er ändern auch noch zusätzlich seinen Nachnamen. So kommt er in ganz neue Kreis und lernt auch die schöne, hochbegabte Isabel, die bedingt durch ein Nervenleiden sich auch in der Klinik des Doktor öfters aufhält kennen und es entsteht eine Bindung zwischen den beiden, die möglicherweise über das Normalemass hinaus geht. Aber auch in anderer Hinsicht kommt er in seinem Leben weiter und lernt noch eine interessante Frau, mit Namen Elfi kennen und möglicherweise lieben. Wird sein Diebstahl noch Folgen haben und kann er das dunkle Geheimnis seiner Vergangenheit lüften, welche Auswirkungen hat der Erfindergeist von Isabel. Und wie wird er sich in der Liebe entscheiden. Davon handelt diese spannende Buch, dass zusätzlich mit einem überraschenden/ungewöhnlichem Ende aufwarten kann. Meine Meinung: Durch den guten und genauen Schreibstil findet man sehr schnell in diesen Roman hinein und kann sich somit sehr gut vorstellen, wie die Leute in dieser Zeit gelebt haben, wie ich finde. Es gibt interessante Wendungen, die man so nicht erwartet hat und auch das Ende hat etwas und lässt Raum für die eigene Fantasie, was mir auch sehr gut so gefallen hat.

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  • Rezension zu "Die Seelenfotografin" von Charlotte Freise

    Die Seelenfotografin

    Riannah

    16. April 2011 um 11:01

    Puh - ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll.. Dieses Buch lässt mich etwas verwirrt zurück. Vielleicht erst einmal was zu den Punkten, die mir gut gefallen haben: Berlin 1873 - aus dieser Zeit habe ich noch nicht so viel gelesen und ich fands spannend, das Leben dort etwas mehr kennenzulernen. Auch in die Bereiche Medizin und Fotografie bekommt man interessante Einblicke, die zum Teil wirklich schockierend sind (ich denke da grad an die Behandlungsmethoden in der Klinik) Die Geheimnisse, die die Menschen umgeben, machen das Buch lesenswert. Sprachlich bekommt dieses Buch von mir auch glatte 5 Sterne Meine Probleme mit der Geschichte: Ich mochte die Hauptpersonen nicht - die junge Isabel, die ihre Mitmenschen manipuliert und Ruven, der irgenwie so blass bleibt. Die detaillierten Schilderungen der Entwicklung der Seelenfotografie habe ich irgendwann nur noch überflogen, mit Chemie habe ich es nie so gehabt und irgendwie hatte ich mir das Seelenfotografie etwas poetischer, phantastischer vorgestellt - mir fehlen hier echt die Worte, meine Gedanken dazu zu formulieren Fazit: 4 Sterne für dieses Buch, da es gut recherchiert ist und sprachlich klasse ist

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  • Rezension zu "Die Seelenfotografin" von Charlotte Freise

    Die Seelenfotografin

    Traeumeline

    11. April 2011 um 09:01

    Ich hatte mich auf ein interessantes Buch über die Fotografie und einer Liebesgeschichte gefreut. Dies wurde auch zum Teil erfüllt. Ich fand es spannend, wie die fotografischen Verfahren in der damaligen Zeit durchgeführt wurden. Doch von Seelenfotografie? Habe gedacht, dass es ein wenig poetisch geschmückt wird, aber als ich dieses komplizierte Verfahren las, was auch - wie schon bei anderen erwähnt - auf den letzten Seiten runtergerattert wurde, war ich enttäuscht. Isabel, die verzogene Göre, die ihre Mitmenschen manipuliert, fand ich unsymphathisch, was von der ersten bis zur letzten Seite anhielt. Ruven war für mich kein Mann, eher eine Memme Und der Rest der Personen,...naja. Viel Bohei und das Thema der Geschichte viel zu spät und zu kompliziert niedergeschrieben. Ein Stern für die Idee und ein Stern für den Anfang der Geschichte, den ich noch interessant fand.

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  • Rezension zu "Die Seelenfotografin" von Charlotte Freise

    Die Seelenfotografin

    Xemeria

    25. March 2011 um 13:49

    Dieses Buch hat mich in erster Line angstrengt. Das sag ich im ersten Satz offen heraus. Es geht um Isabel, die im Rollstuhl sitzt, um Peter, ihren Freund, der total in sie verliebt ist und natürlich um Ruven, den Fotografen. Zur Geschichte mag ich heute nichts schreiben, nur dass Ruven und Isabel sich im Laufe des Buches ineinander verlieben und doch wissen, dass ihre Liebe nicht halten kann, weil Isabel krank ist. Also versucht die hochintelligente junge Frau ein Verfahren zu entwickeln, mit dem man nicht nur das äußere Abbild der Menschen festhalten kann sondern auch seine Seele. Anfangs dachte ich, Ruven und Peter seien die gleiche Person. Das lag daran, weil Ruven angefangen hat, seinen Namen zu ändern und sich auch Peter genannt hat. Das hat mich als Leserin recht stark verwirrt. Und ich hab lang gebraucht, um diese Wirrung aufzulösen. Ruvens Verhältnis zu Isabel hat sehr gefremdelt. Einerseits wird Isabel als junge, intelligente Frau beschrieben, andererseits schämt sich Ruven für seine Gefühle zu Isabel, da sie ja noch so kindlich ist (im Buch 14). Ruvens Gedanken drehen sich auch immer wieder um Isabels Intimbereich, mit dem sie vor Ruven kokkettiert. Einerseits verlangt er nach ihr, andererseits hält es es für unmoralisch, diese Kinds-Frau zu begehren? Mir hat das alles sehr gefremdelt und dazu geführt, dass das Buch mich immer mehr genervt hat. Was auch anstrengend zu lesen war: Isabels Tüfteleien über die Entwicklung der Seelenplatte. Ich hab die chemischen Gedankengänge nicht verstanden – vielleicht wollte ich sie auch nicht verstehen. Sie waren viel zu detailliert beschrieben, auch wenn sie natürlich den Kern der Geschichte darstellen. Geräte aus der damaligen Zeit wurden genannt, ohne jede Beschreibung, so dass ich mir nichts darunter vorstellen konnte. Und die Sachen zu recherchieren hatte ich nach der ohnehin anstrengenden Lektüre auch keine Lust mehr. Dann hat die Geschichte noch lang gebraucht, um in Fahrt zu kommen um dann auf den letzten 50 Seiten sich rasend schnell zum Ende hin zu entwickeln. Anstrenged und nervig. Mehr kann ich dazu fast nicht mehr sagen, ich habe ernsthaft überlegt, ob ich diesmal überhaupt eine Rezi schreibe. Und man sieht, sie ist ähnlich verwirrt wie das ganze Buch. Leider ein glatter Reinfall. Sieht man allein daran, dass ich für die 319 Seiten fast einen Monat gebraucht habe (normalerweise lese ich Bücher dieser Stärke in 3-4 Tagen). Zwischendurch wollte ich mehrfach abbrechen und hab mich wirklich bis zum Ende gehangelt. :bewertung1von5: :bewertung1von5: Weil die Idee schön war ein Stern. Und ein zweiter für den zugegebenermaßen sehr schönen Schreibstil (der die Geschichte aber leider auch nicht besser gemacht hat).

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  • Rezension zu "Die Seelenfotografin" von Charlotte Freise

    Die Seelenfotografin

    brenda_wolf

    05. January 2011 um 13:37

    Klappentext: Ein Mann ohne Vergangenheit. Ein Mädchen ohne Zukunft. Eine Liebe, die nicht sein darf. Berlin in der Gründerzeit: Ein Nervenleiden zwingt die schöne, hochbegabte Isabel in den Rollstuhl. Die junge Frau blüht auf, als sie den Wanderfotografen Ruven kennenlernt. Die beiden fühlen sich seelenverwandt. Doch dann verschlechtert sich Isabels Gesundheitszustand. Fieberhaft beginnt sie an einer Erfindung zu arbeiten, durch die sie auch nach dem Tod weiterleben könnte: die Seelenplatte – ein fotografisches Verfahren, das nicht nur das Bild eines Menschen einfängt ... Wie ich inzwischen erfahren habe, ist dies bereits der zweite Roman von Karla Schmidt, den sie diesmal allerdings unter dem Pseudonym Charlotte Freise veröffentlich hat. Ihren Debütroman - ein Thriller - "Das Kind auf der Treppe" habe ich leider noch nicht gelesen, werde dies aber bestimmt bald nachholen. "Die Seelenfotografin" ist ein historischer Roman der in der Mitte des 19. Jahrhunderts spielt. Schauplatz ist Berlin. Pferdekutschen bevölkern das Bild. Ruven arbeitet auf einem Rummel als Angestellter eines Fotografen, einem ziemlich schmierigen Kerl. Bing hatte ihn vor Jahren aus dem Waisenhaus geholt. Ruven fehlt jegliche Erinnerung an die Kindheit. Für seinen Meister muss er nun Frauen in eindeutigen Positionen ablichten. Eine Aufgabe, die er innerlich ablehnt. Eines Tages bietet ihn Dr. Karl Greipel einen Job in seiner Psychiatrischen Klinik an. Er soll dort Aufnahmen von Patienten machen. Die Fotos sollen den seelischen Zustand der Patienten einfangen und sichtbar machen. Ruven nutzt diese Chance und nimmt den Job unter falschen Namen an. Aber um seinem Leben eine endgültige Wende zu geben muss er seinen Meister bestehlen. Er flieht mit der Fotoausrüstung und der Kasse, mit dem Ziel fortan ein anständiges Leben führen. In Dr. Greipels Klink lernt er die junge hochintelligente Isabel kennen, die wegen eines nervlichen Leidens im Rollstuhl sitzt. Ruven ist fasziniert von ihrer Persönlichkeit. Aber auch Peter, ein Junge aus der Nachbarschaft, liebt Isabel. Er sieht sich als ihr Beschützer. Im weiteren Verlauf der Geschichte lernen wir auch Peters Mutter Elfi kennen, die Ruven zur Untermiete aufnimmt.. Ruven, der im Umgang mit Frauen total unerfahren ist, trägt sich mit dem Gedanken Elfi zu heiraten, kann sich jedoch nicht wirklich dazu entschließen, ihr einen Antrag zu machen, denn da ist ja auch noch Isabel. Die Personen sind wunderbar charakterisiert. Karla Schmidt ist es gelungen faszinierend lebendige Figuren zu schaffen. Besonders gefällt mit Isabel. Sie ist facettenreich angelegt, ein eigenwilliges Mädchen. Sie weiß, was sie will und versteht sich darauf ihre Interessen durchzusetzen, nicht zuletzt indem sie Menschen manipuliert, deshalb wirkt sie im Verlauf der Geschichte nicht immer sympathisch. Aber ich mag Personen, deren Verhalten und Handlungsweise unberechenbar sind, sie machen eine Geschichte erst interessant. Aber auch Ruven kommt sehr gut gezeichnet rüber, auch in seiner Brust leben mehrere Seelen. Überhaupt gibt es außer Bing - seine Figur ist durchgehend unsympathisch gezeichnet - keine Person, die nur schwarz oder nur weiß dargestellt wird. Dr. Greibels Experimente mit der Elektrizität haben mich total geschockt, mir blieb beim Lesen schier die Luft weg. Aber es war eben eine andere Zeit. Die Geschichte insgesamt gibt sehr viele Rätsel, die sich alle erst zum Schluss auflösen. Und so verbirgt auch Isabels Tante Anna, bei der sie aufwächst, weil ihre Familie ums Leben kam, ein Geheimnis. Das Buch hat mich intensiv beschäftigt und ich habe es sehr gerne gelesen. Genauso soll ein gutes Buch ja sein. Die Sprache ist wunderschön bildhaft, die Atmosphäre geradezu spürbar, man kann sich die Personen und Schauplätze deutlich vorstellen. Der Spannungsbogen wird von der ersten bis zur letzten Seite gehalten. Das Buch ist keine Sekunde langweilig. Es bietet emotional eine ganze Palette an Gefühlen, ist spannend, feinfühlig, traurig, mutig, fies- eben die ganze Skala. Kurz gesagt: Es lässt nicht kalt. Fazit: ein wundervoller facettenreicher Roman in einer bildhaften Sprache. Mit tollen Charakteren.

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  • Rezension zu "Die Seelenfotografin" von Charlotte Freise

    Die Seelenfotografin

    TheDianaBooks

    04. January 2011 um 17:02

    „Ein Mann ohne Vergangenheit. Ein Mädchen ohne Zukunft. Eine Liebe, die nicht sein darf.“ (Klappentext) - Die vierzehnjährige Isabel sitzt im Rollstuhl. Sie ist trotz ihrer Behinderung voller Wissensdrang, Ehrgeiz und Lebensfreude. Nicht allein deswegen gewinnt sie die Begeisterung der beiden jungen Männer Peter und Ruven. Ruven ist ein Wanderfotograf, der eine Stelle als Fotograf in einem Berliner Krankenhaus antritt. Dort soll er, unter anderem geisteskranke, Patienten fotografieren und damit einen Blick in ihre Seele offenbaren. Isabel beginnt schon bald, sich nicht nur für Ruven, sondern auch für Fotografie zu interessieren. Das intelligente, wissbegierige Mädchen entwickelt eine unglaubliche Idee und arbeitet an einer Erfindung, durch die sie auch noch nach dem Tod weiterleben könnte: die Seelenplatte… - Dieser Roman zog mich von Seite zu Seite immer mehr in seinen Bann. Ich wollte und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen! Charlotte Freise schreibt sehr spannend und zieht die Geschichte nicht unnötig in die Länge. Ihr Schreibstil lässt es zu, dass ich mir die Charaktere genau vorstellen konnte, ihre Gesichtsausdrücke und Reaktionen immer bildlich vor mir sah und in die Handlung des Buches eintauchen konnte, als ob ich selbst vor Ort wäre. Die Geschichte rund um den Fotografen Ruven und das Mädchen Isabel ist gefühlvoll, spannend, überraschend, an manchen Stellen gewaltsam und sehr interessant, da man einiges über die Art des Fotografierens, das Leben in Armut und Wohlstand und die Sitten in der Gründerzeit, die grausamen, zum Teil unbedachten, lebensbedrohlichen Behandlungsmethoden der Medizin und die technischen Fortschritte in der damaligen Zeit erfährt. Dies zu lesen war alles andere als langweilig. Die Charaktere sind mitsamt ihrer positiven Seiten, aber auch Eigenarten, sehr detailliert beschrieben. Schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich mit ihnen verbunden, glaubte sie zu kennen und empfand Freud und Leid mit ihnen. Das Buch verdeutlicht, wie groß der Wunsch ist, das Leben und die, die man liebt, auf ewig festzuhalten. Die Idee, die die junge Isabel hat und ihr Durchsetzungsvermögen bei der Umsetzung der „Seelenplatte“ sind unglaublich und stimmten mich sehr nachdenklich. Sie ist wirklich eine bewundernswerte Person. Charlotte Freise, die unter ihrem richtigen Namen Karla Schmidt schon einen fantastischen Thriller schrieb, präsentiert in diesem wunderbaren, historischen Roman ihre sensible, gefühlvolle, sanfte Seite. Die Geschichte glänzt mit Spannung, besonderen Talenten, Romantik, sehr viel Tragik und einem Hauch Fantasie, was das Buch zu einem ganz besonderen Lesevergnügen macht.

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  • Rezension zu "Die Seelenfotografin" von Charlotte Freise

    Die Seelenfotografin

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. November 2010 um 09:26

    Klappentext: Ein Mann ohne Vergangenheit. Ein Mädchen ohne Zukunft. Eine Liebe, die nicht sein darf. Berlin in der Gründerzeit: Ein Nervenleiden zwingt die schöne, hochbegabte Isabel in den Rollstuhl. Die junge Frau blüht auf, als sie den Wanderfotografen Ruven kennenlernt. Die beiden fühlen sich seelenverwandt. Doch dann verschlechtert sich Isabels Gesundheitszustand. Fieberhaft beginnt sie an einer Erfindung zu arbeiten, durch die sie auch nach dem Tod weiterleben könnte: die Seelenplatte – ein fotografisches Verfahren, das nicht nur das Bild eines Menschen einfängt ... Meine Meinung: Ein wunderbarer Roman der viele Facetten bietet. Der Klappentext hält was er verspricht und doch wird er diesem Buch und seiner Geschichte nicht gerecht! Charlotte Freise hat eine wunderbare und spannende Handlung aufgebaut und versteht es gekonnt, den Leser, mit ihrem Schreibstil, zu fesseln. Wer hier glaubt einen reinen historischen Liebesroman zu lesen der täuscht sich gewaltig. Umso überraschter wird der Leser sein, wenn er herausfindet , dass eigentlich Karla Schmidt, die Autorin von dem Psychothriller „Das Kind auf der Treppe“ unter dem Pseudonym Charlotte Freise schreibt und hier einen komplett anderen Schreibstil vorweisen kann. Gefühlvoll und detailliert, spannend und ab und an auch gewaltsam, entführt sie den Leser nach Berlin und haucht den Personen in der Gründerzeit ihr Leben ein. So stellt sie das Leben der Personen ebenfalls sehr umfangreich dar, beschreibt die Armut und den Wohlstand, die grausamen und unbedachten Behandlungsmethoden der Medizin und den damaligen Fortschritt der Technik. Dabei beschreibt sie die Personen mit ihren Charakter so detailliert und lebendig, das man das Gefühl hat die Personen zu kennen, mit ihnen zu fühlen und zu leben, den Schmerz und die Neugierde zu teilen. Selten schaffe ich es so einzutauchen in eine Geschichte und mich derart fesseln zu lassen, vor allem wenn sie historischen Hintergrund hat. Es war wie in einem gut gespielten Theaterstück, so bildlich konnte ich mir die Handlung, dank ihres Schreibstils, vorstellen. Der Spannungsbogen blieb immer aufrecht, nie hatte ich das Gefühl der Roman zöge sich unnötig in die Länge, im Gegenteil, ich trauerte den letzten Kapitel regelrecht entgegen. Die Grundhandlung und Idee zu diesem Roman ist bizarr und doch so verständlich. Der Wunsch das Leben festzuhalten, vor allem wenn man liebt Dieser Roman ist sehr gut recherchiert worden und das merkt man sehr schnell. Stichhaltig werden hier Theorien und chemische Zusammensätze beschrieben die der Fotografie in der Gründerzeit dienen sollten. Auch das Leben und seine Sitten wurden sehr überzeugend dargestellt. 319 Seiten, mit Gefühl geschrieben, ziehen in den Bann einer tragischen und romantischen Geschichte. Das Buch ist in vier Abschnitten mit einzelnen Kapiteln unterteilt. Das Cover ist passend zu diesem Titel. Es zeigt das Portrait einer Frau und das „Brandenburger Tor“ Die Hintergrundfarbe dazu ist schlicht und gut gewählt. Da Charlotte Freise alias Karla Schmidt ein David Bowie Fan ist, findet der Leser auch hier auf der ersten Seite eine Zeile von ihm und Jaques Brel. Fazit: Ein wunderbarer, historischer Roman ,der tragisch und liebevoll zugleich ist. Gekonnt wurde hier Tragik mit Spannung, Fantasie und Liebe gemischt, so dass dieser Roman etwas ganz besonderes ist. Man kann „Die Seelenfotografin“ durchaus als anspruchsvollen historischen Roman mit Tiefgang bezeichnen. Ein Buch das man nicht mehr aus der Hand legen möchte, bei dem man mit fiebert und den letzten Seiten traurig entgegen liest, weil dieses Buch sein Ende findet. Ich kam mir beim Lesen vor wie in einem gut inszenierten Theaterstück, deren Bühne Berlin in der Gründerzeit war. Immer noch habe ich das Gefühl mit meiner Rezension dem Buch nicht ganz gerecht zu werden. Für mich ist es ein absoluter Buchtipp, ein besonderes Schätzchen im Regal, dessen Geschichte mich noch lange beschäftigen wird.

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  • Rezension zu "Die Seelenfotografin" von Charlotte Freise

    Die Seelenfotografin

    Kossi

    15. November 2010 um 06:54

    Tolle Idee sehr schön umgesetzt Dieses Buch ist der zweite Roman von Karla Schmidt, die in diesem Fall das Pseudonym 'Charlotte Freise' gewählt hat. Ihr Debüt feierte die Autorin bereits mit dem Thriller Das Kind auf der Treppe, von dem ich total begeistert war. Durch diesen Genremix kam es nun auch zum Namenwechsel. Sehr gespannt war ich auf ihren ersten historischen Roman. Da ich sehr gerne Bücher aus diesem Genre lese, war ich neugierig, wie gut die Autorin recherchiert hat, denn davon lebt schließlich ein Roman aus dieser Zeit, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Berlin spielt. Und ich kann es bereits vorwegnehmen: Gerade, was die Welt der Fotografie angeht, muss sie sich sehr viel an Wissen angeeignet haben und ich fand es für mich überaus interessant, selber einen Einblick in dieses Gewerbe bekommen zu haben. Die Hauptdarstellerin in der Geschichte ist das junge Mädchen Isabel, das im Laufe ihres Lebens Peter und Ruven kennenlernt. Zwei Männer, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die dennoch eines vereint: Die Begeisterung für Isabel. Ruven ist ein Wanderfotograf, der sich schon bald in Berlin niederlässt, um in einem Krankenhaus Fotos von den meist geistesgestörten Patienten zu machen, um deren Seele zu fotografieren. Was genau dies bedeutet, werde ich hier natürlich nicht verraten. Auch Isabel merkt, dass sie anfängt, sich für die Fotografie zu interessieren und kommt auf eine schier unglaubliche Idee, von der ich begeistert bin. In der heutigen Zeit wäre dies undenkbar, aber in den Anfängen der Fotografie sicher vorstellbar. Würde diese Idee in die Tat umgesetzt werden können, so wäre das ein Wahnsinnsschritt in der Geschichte der Welt. Dieser Roman beweist, dass historische Romane nicht zwingend 1000 Seiten beinhalten müssen, den Leser aber genauso fesseln können, dass er am Ende gar nicht mehr auftauchen möchte. Ein Roman mit so viel Liebe, Eifersucht und besonderen Talenten, gespickt mit einem Hauch Fantasy und abgerundet mit einem formidablen Ende: Toll!

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  • Rezension zu "Die Seelenfotografin" von Charlotte Freise

    Die Seelenfotografin

    Ati

    23. October 2010 um 14:56

    Charlotte Freise Die Seelenfotografin Rowohlt Verlag ISBN 978-3-499-25512-0 Historischer Roman Originalausgabe 2010 Umschlaggestaltung any.way Sarah Heiß Taschenbuch, 320 Seiten € 8,95 [D] Zur Autorin: Die bereits unter dem Namen Karla Schmidt tätige Autorin Charlotte Freise wurde 1974 in Göttingen geboren. Sie studierte Kultur-, Theater- und Filmwissenschaften. Im Jahr 2009 erhielt sie den Deutschen Science-Fiction-Preis für die beste Kurzgeschichte. Die Autorin lebt zusammen mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Berlin. Der Umstand, dass im März 2010 bereits ein Psychothriller unter ihrem richtigen Namen Karla Schmidt veröffentlicht wurde, hat die Autorin dazu gebracht, ihren ersten historischen Roman „Die Selenfotografin“ unter einem Pseudonym zu veröffentlichen. (Weitere Infos unter www.karla-schmidt.de.) Zum Buch: Die Inhaltsangabe verspricht einen Ausflug ins historische Berlin mit einem Hauch Fantasy. Die Zeilen darüber (Ein Mann ohne Vergangenheit. Ein Mädchen ohne Zukunft. Eine Liebe, die nicht sein darf.) klingen gut; sind jedoch nach Lektüre des Buches ein klitzekleiner Widerspruch in sich. Denn natürlich hat der Mann eine Vergangenheit. Und genau genommen hat die Protagonistin auch eine Zukunft; wenngleich die anders aussieht, als man sich das anfangs vorstellt. Was stimmig war und blieb, ist die Liebe, die nicht sein darf. Denn Isabel ist Teil von Ruvens Vergangenheit, an die er sich jedoch fast den ganzen Roman hindurch nicht erinnert. Seine früheste Erinnerung beginnt im Waisenhaus, in dem er ein zwar ein hilfsbedürftiges, elternloses Kind war, aber eben auch nur ein hungriges Maul, das sich schon früh sein tägliches Brot durch harte Arbeit verdienen musste. Während diverse Mädchen von der Leiterin des Heims als „Modelle“ zum Wanderfotografen Bing geschickt werden, verkauft sie Ruven an ihn, damit er ihm zur Hand geht. Viele Jahre zieht er mit Bing umher und absolviert quasi eine Lehre. Doch er lernt nicht nur die Kunst des Fotografierens. Er sieht viel Gewalt. Bing verachtet Frauen, misshandelt, missbraucht und/oder fotografiert sie – Aktfotografien, die etwas zensiert, als wissenschaftliches Anschauungsmaterial verkauft werden. Als sich Ruven eine Chance bietet, neu anzufangen, greift er zu. Sprichwörtlich. Er stiehlt seinem Chef eine Fotoausrüstung und folgt dem Ruf eines Arztes, der ihm eine Festan-stellung verspricht. Ruven soll fortan, psychisch Kranke vor und nach ihrer Behandlung ab-lichten. Mit dem ebenfalls gestohlenen Geld mietet er sich ein Zimmer bei der alleinstehenden Elfie und ihrem Sohn. Dieses Zimmer wiederum befindet sich im selben Haus, in dem Isabel wohnt. Sie ist eine der Patientinnen, die Ruven fotografieren soll. Isabel interessiert sich nicht nur fürs Fotografieren, sie ist fasziniert von der Art der Fotos, die Ruven bis dahin angefertigt hat. Denn Peter, der Sohn seiner Zimmerwirtin, ist nicht nur mit Isabel befreundet und bringt sie zu den Behandlungsterminen in die Klinik (wo er auf Ruven trifft und mit zu sich nach Hause nimmt, als er feststellt, dass es ihm nicht gut geht). Er ist ferner in den Wagen von Bing eingebrochen und hat die dabei gestohlenen Fotos teilweise Isabel gezeigt. Und – bei diesem Einbruch wurde er von Ruven ertappt, der sich gerade mit seinem eigenen Diebesgut davonstehlen wollte. Alles scheint gut zu werden. Zwischen Ruven und Elfie bahnen sich zarte Bande an, die Arbeit in der Klinik sichert ihm ein geregeltes Einkommen. Er denkt daran, eine Familie zu gründen. Doch eine ihm unerklärliche Faszination für Isabel, die er nur wenige Male gesehen hat, hindert ihn daran, Elfie einen Antrag zu machen. Er überlegt, die ihm zunehmend an die Nieren gehende Arbeit in der Klinik aufzugeben und ein eigenes Fotoatelier zu eröffnen. Letztlich verdankt er das Atelier Isabel, die ihm nicht nur eine von ihr entwickelte Formel für ein neues, revolutionäres Verfahren übergibt, sondern auch an der Erfindung der Seelenplatte arbeitet, von der sie ihn ebenfalls zu überzeugen versucht. Die Charaktere sind klar gezeichnet. Ruven - ein junger Mann, will weiterkommen, das Elend und die Gewalt hinter sich lassen, und begeht dafür sogar eine Straftat; und wird schneller von seiner Vergangenheit eingeholt, als ihm lieb ist. Peter - ein Teenager, der aufgrund der Armut keine Kindheit und Jugend hat, sich aber immer irgendwie durchmogelt. Seine Mutter Elfie - hilfsbereit, aufopferungsvoll, immer fröhlich, höflich, und desillusioniert. Anna - die Tante, die Isabel versorgt, nachdem ihre Familie bei einem Unglück ums Leben kam, alt und krank. Isabel – ein junges Mädchen, wissbegierig, gebildet, vertrauensvoll unschuldig und berechnend manipulativ, verzweifelt und doch lebenslustig. Der Arzt - pflichtbewusst, fort-schrittlich … Doch wie weit darf dieser Fortschritt gehen? Seine Versuche gereichen Frankenstein zur Ehre. Er experimentiert mit Toten. Was in Ruven den Wunsch weckt, zu kündigen. Der Arzt strebt danach, diese Versuche auch am lebenden Objekt zu probieren. Als Isabel erfährt, wie Ruvens und ihre Vergangenheit zusammenhängen, erleidet sie einen Zusammenbruch und wird zum geeigneten Versuchsobjekt für den Arzt. Und die Seelenplatte zum einzigen Ver-such, Isabel zu retten. Meine Meinung: Die Autorin hat durch Wortwahl und Schreibstil eine Kulisse für die Geschichte geschaffen, die den Leser wie einen Voyeur auf die damalige Zeit blicken lässt. Er sieht die unschönen Seiten eines Daseins in Not und Elend. Bis auf wenige Ausnahmen scheint nichts dieses Leben dort wirklich lebenswert zu machen. Und doch gibt es sie. Gestohlene Momente des Glücks, die Hoffnung und so etwas wie Zufriedenheit in den Charakteren der Geschichte wecken. Die Grundidee ist gut und die gesamte Geschichte an sich ist nicht ohne Spannung. Ob die Story allerdings wirklich packend ist, steht auf einem anderen Blatt. Zum einen sind die Charaktere zwar klar, aber etwas flach gezeichnet. Zum anderen schrammt man aber größtenteils an Erpressung, sexuellem Missbrauch, medizinischem Wahnsinn oder auch dem tagtäglichen Kampf ums Überleben genauso vorbei wie an der eigentlichen Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten. Man blickt neugierig darauf, taucht aber nicht richtig ein. Die Geschichte liest sich zwar flüssig, aber nicht reißend. Außerdem – das Buch ist in vier Teile gegliedert – erscheint der letzte Teil schneller und flüchtiger erzählt. Dennoch kann ich nicht sagen, dass mir das Buch nicht gefallen hat. Wie gesagt, die Idee ist gut. Die Beschreibung der damaligen Lebensumstände oder etwa der Behandlungen auch – größtenteils eine bloße Draufsicht, aber das stört nicht völlig. Ich empfand das sogar fast detaillierter beschrieben als das, was in der Inhaltsangabe angekündigt war. Mir persönlich fehlte der tiefere Einblick in die eigentliche Liebesgeschichte. Und auch mehr zu der Seelen-platte an sich und den damit verbundenen Aspekten. Allerdings: Das Ende ist mehr oder weniger offen. Vielleicht gibt es ja irgendwann einen zweiten Teil, in dem ich dann auf meine Kosten komme. Auf einer Werteskala (von 1 – 5) würde ich deshalb 3,75 Punkte für „Die Seelenfotografin“ Isabel vergeben; die übrigens eigentlich gar nicht selbst fotografiert. Mir persönlich hätte der ursprünglich angedachte Titel „Isabels Schöpfung“ besser gefallen. Copyright © 2010 Antje Jürgens (AJ)

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