Ihrer eigenen Sterblichkeit durch eine chronische, potentiell lebensbedrohliche Krankheit sehr bewusst, macht sich die Autorin auf eine Entdeckungstour zu Stellen, die mit dem Tod zusammenhängen: sie gibt ihre eigene Todesanzeige auf, geht Grabstein-Shoppen und liegt Probe in einem Sarg beim Bestatter und auf einer Metallbahre in einer Krankenhauskühlkammer. Sie besucht Friedhöfe - für Haustiere und für Menschen - und einen Friedwald, macht eine Kaffeefahrt zum Krematorium mit und einen Ausflug in die Körperwelten-Austellung. Macht sich Gedanken über Trauer, Vorhersehung, ein eventuelles Leben nach dem Tod - und dann stirbt auch noch ein A-Klasse-Promi.
Manchmal hatte ich den Eindruck, es hätte dem Buch besser getan, wenn sich die Autorin auf weniger beschränkt hätte, da ihre Gedanken (z. B. zum Thema Extremsport) doch manchmal etwas ausgewalzt sind, während anderes nur kurz angerissen wird. Der Leser begleitet die Autorin beim Prozess des Schreibens des Buches, mit Höhen und Tiefen. So schwankt auch das Buch zwischen nackten Wahrheiten und Binsenweisheiten, Galgenhumor und Kalauern, nüchternen Erkenntnissen und Gedankenspielereien. Oft schnodderig, selten eklig. Mal einfühlsam, mal ins Kraut schießend. Manchmal hatte ich auch das Gefühl, das eine oder andere dargestellte Detail wäre nicht Tatsachen, sondern einer - vielleicht naheliegend, da die Autorin sonst Romane schreibt - sicher vorhandenen Phantasie zuzuschreiben (jedenfalls will man es sich wünschen, wenn man z. B. die Aussprüche bei der Rentnertour über den Friedhof liest ...). Ein paar "Knalleffekte" - wäre ok für mich, wenn's denn so sein sollte.
Anfangs hat mir das Buch sehr gefallen, dann hat mein Interesse etwas nachgelassen, hat mich das x-te Wortspiel vielleicht etwas genervt. Alles in allem hat es mich nicht gelangweilt; die Autorin war mir in vieler Hinsicht sympathisch.


