Charlotte Kerner Kopflos

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Inhaltsangabe zu „Kopflos“ von Charlotte Kerner

Der Künstler Gero von Hutten ist nach einem schweren Unfall vom Tod bedroht, sein Körper unheilbar geschädigt. Verzweifelt entscheidet seine Frau Yvonne sich für eine riskante Operation: die Transplantation von Geros Kopf auf den Körper eines anderen Unfallopfers, des hirntoten Studenten Josef Metzig. Medizinisch gelingt die Operation, doch wessen Leben wird hier fortgeführt? Von wem ist Josefs Freundin schwanger und wen liebt Yvonne – Gero, den Kopf, oder Josef, den Körper?

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  • Rezension zu "Kopflos" von Charlotte Kerner

    Kopflos

    Eltragalibros

    07. February 2010 um 20:40

    Inhalt: Die Neurologin Lena-Maria Kraft arbeitet für die Transplantationsfirma „Prometheus“. Als ein 18-jähriger Mann für hirntot erklärt wird und ein 32-jähriger Künstler nach einem Unfall am ganzen Körper schwerste Verletzungen davonträgt, bietet sich ihr eine einmalige Gelegenheit: die Familien der beiden Männer wollen, dass Gero von Huttens Kopf auf den Körper des hirntoten Josef Metzig verpflanzt wird. Aus medizinischer Perspektive ein revolutionäres Experiment, doch wer ist dieser neu erschaffene Mensch? Gero oder Josef? Meinung: Charlotte Kerners visionärer Roman beginnt mit der Ärztin Lena-Maria Kraft, die für eine Transplantationsfirma meist in der Forschung arbeitet. Hin und wieder müssen sich die Mitarbeiter aber auch vor Ort um Patienten kümmern. Dabei trifft die Neurologin auf Kara Metzig, deren 18-jähriger Sohn bei einem Fahrradunfall schwer auf den Kopf fällt und für hirntot erklärt wird. Die Mutter des jungen Mannes will nicht wahrhaben, dass ihr Sohn nicht mehr lebt und ist nicht bereit seine Organe zur Transplantation freizugeben. In derselben Klinik liegt auch Gero von Hutten. Ein Maler, der bei einem Autounfall eine Hand verliert, schwere Verbrennungen und andere irreparable Schäden davonträgt. Lediglich sein Kopf ist völlig unverletzt. Geros Frau Yvonne und Josefs Mutter Kara treffen rein zufällig im Klinikpark aufeinander und während sich die beiden Frauen unterhalten, denen so viel Leid widerfahren ist, kommt ihnen eine Idee: was wäre, wenn beide Männer durch eine Operation weiterleben könnten, als ein einziger Mensch? Das Experiment gelingt und von nun an lebt Gero von Hutten mit dem Körper von Josef Metzig. Oder umgekehrt? Lebt vielleicht Josef Metzigs Körper mit dem Kopf von Gero von Hutten? Charlotte Kerner konstruiert einen Versuch, der noch unglaublich klingt, aber schon in nicht allzu ferner Zukunft wahr werden könnte. Sie zeigt moralische und ethische Bedenken sowie juristische Fakten. Die Autorin bezieht sich dabei vor allem auf ihre Figuren. Da wäre einerseits Yvonne von Hutten, die ihrem Mann versprochen hat, dass er wieder malen wird und die felsenfest davon überzeugt ist, dass der geheilte Mann ihr Gatte ist. Andererseits Josefs Mutter, die nicht wahrhaben will, dass ihr Sohn gestorben ist und den „Neuen“ immer noch als Josef und nicht als Gero von Hutten ansieht. Außerdem die Freundin des 18-Jährigen Rita Simon: Sie wollten kurz vor seinem Unfall unbedingt ein Baby haben. Erst ein Jahr nach der Operation erfährt die junge Frau, dass Josef „weiterlebt“ und ist anfangs schockiert, bis sie tatsächlich schwanger wird. Nur wer ist der Vater? Und natürlich der „neue Mann“. Was passiert mit zwei Männern, die unterschiedlicher nicht sein könnten und für immer aneinander gebunden werden? Wer hat die Kontrolle? Der Geist oder der Körper? Gero lernt ein ganz neues Körpergefühl kennen und muss sich damit auseinandersetzen, dass „sein“ Körper andere Dinge verlangt, wie er als „Kopfmensch“ möchte. Sein Kopf will Yvonne, sein Körper Rita. Den inneren Kampf des „Neuen“ wird dem Leser immer wieder durch kleinere Absätze zwischen der eigentlichen Handlung vor Augen geführt und weckt somit seine Neugierde. Charlotte Kerner setzt ihr Augenmerk aber auch auf einen medizinischen Kontext und flicht diesen in freistehenden Abschnitten in die Handlung ein. Das verleiht dem Buch – in Verbindung mit dem Sprachstil – eine größere Objektivität. Vor allem am Anfang von Kopflos, in dem Lena-Maria Kraft genauer beschrieben wird, herrscht, meiner Meinung nach, eine emotionslosere Stimmung – und das im positiven Sinne. Es wird viel auf die Vergangenheit der Ärztin eingegangen und beschrieben, von der alle Handlungsstricke ausgehen. Kopflos ist ein interessanter Roman über ein wissenschaftliches Experiment der speziellen Art. Es lässt sich leicht lesen, hält den Leser in seinem Bann, da dieser wissen will wer letzten Endes die Oberhand behält: Kopf oder Körper? Fazit: Charlotte Kerners Roman Kopflos ist ein interessantes Buch, das sowohl ein gewagtes Experiment erläutert als auch die Personen, die dahinter stehen. Der medizinische Kontext wird in einer Weise erläutert, die auch für Laien verständlich ist. Neben der eigentlichen Hauptperson, dem neuen Menschen, stehen aber auch dessen Verwandte – sowohl von Gero als auch von Josef – im Fokus des Romans sowie die Ärztin Lena. Ein Buch, das neugierig macht und das sich mit der Frage befasst: welcher Teil des Körpers kontrolliert das „Menschsein“?

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  • Rezension zu "Kopflos" von Charlotte Kerner

    Kopflos

    Jeami

    02. August 2009 um 14:10

    Interessante Idee, spannend umgesetzt. Wer ist der Mensch der einen Körper gespendet bekommt - der Kopf oder der Körper und entwickelt sich vielleicht sogar eine ganz neue Person? Und wie gehen die Angehörigen, Bekannten und Ärzte beider zusammengefügter Personen mit dieser Situation um? Regt zum Nachdenken an. Lediglich der Schluß ist arg "schmalzig".

  • Rezension zu "Kopflos" von Charlotte Kerner

    Kopflos

    Kathchen

    25. July 2009 um 15:15

    In dem Buch “Kopflos” entführt die Autorin Charlotte Kerner die Leser in die Zukunft, wo Transplantationen mittlerweile zum Alltag gehören, nur Kopfverplanzungen gab es bisher noch nicht. Die Wissenschaftlerin Lena-Maria Kraft arbeitet in der Prometheus-Stiftung, wo Transplantationen durchgeführt werden. Eines Tages wird der 18-Jährige Josef eingeliefert, sein Körper weist keine Kratzer oder Wunden auf, wird jedoch als Hirntod erklärt. Der Maler Gero Hutten hingegen hat einen intakten Kopf, doch sein Körper wurde durch einen Unfall stark ramponiert, sodass er wohl kein “richtiges” Leben mehr führen kann. Besonders für die Angehörigen sind diese Situationen sehr schlimm. Zufällig trifft die Frau von Gero auf die Mutter von Josef und sie kommen sofort ins Gespräch und kommen auf eine Idee: Geros heiler Kopf könnte man auf den Körper von Josef transplantieren! Sofort eilen sie damit zu Lena-Maria Kraft, die anfangs noch sehr skeptisch ist… Den Inhalt finde ich sehr interessant. Science-Fiction ist eigentlich so gar nicht mein Lesegebiet, aber dennoch habe ich mich an dieses Buch gewagt. Und enttäuscht wurde ich jedenfalls nicht. Die Zukunft, die Charlotte Kerner erschafft, empfinde ich als gar nicht unmöglich und es würde mich nicht wundern, wenn es wirklich eines Tages so aussehe. Das Buch ist sehr sachlich geschrieben, was mich anfangs etwas verwunderte, aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase doch gut lesen ließ. Allerdings kenne ich mich mit medizinischen Begriffen, etc. so gut wie gar nicht aus und viele Begriffe, die hier benutzt wurden kannte ich nicht. Erst fand ich es interessant, aber leider wurde mir das im Laufe des Buches etwas kompliziert. Das Buch beschäftigt sich nicht nur mit der Kopftransplantation, sondern versucht auch Fragen, die dadurch entstehen, zu lösen. Wer ist diese Person, Gero oder Josef? Oder eher jemand ganz anderes? Wie gehen Bekannte mit dieser Person um? etc. Das Ende war ganz anders, als ich es erwartet hatte. Einerseits fand ich es irgendwie schön, aber andererseits hat es nicht soo ganz zum restlichen Buch gepasst, meiner Meinung nach. “Kopflos” konnte mich zwar nicht hundertprozentig überzeugen, aber dennoch war die Lektüre sehr lohnenswert und ich bereue es sicherlich nicht. Es hat mich sehr zum Nachdenken angeregt und es würde mich nicht wundern, wenn ich es eines Tages wieder zur Hand nehmen würde.

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  • Rezension zu "Kopflos" von Charlotte Kerner

    Kopflos

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. March 2008 um 21:53

    Grandiose Geschichte ... Utopie ganz nah. Toll geschrieben, sehr facettenreich an Gedanken, regt ungemein zum Nachdenken und Diskutieren an.

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