Charlotte Knobloch , Rafael Seligmann In Deutschland angekommen

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Inhaltsangabe zu „In Deutschland angekommen“ von Charlotte Knobloch

Die Lebensgeschichte einer mutigen FrauCharlotte Knobloch, ehemals Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, zieht Bilanz ihres bisherigen Lebens: Das sind acht Jahrzehnte wechselvoller deutsch-jüdischer Geschichte und Gegenwart. Nicht stehen bleiben! – schärfte der Vater seiner sechsjährigen Tochter Charlotte ein, als sie am Abend der Reichspogromnacht durch ihre Heimatstadt München irren. Das Mädchen überlebt die Nazi-Zeit im Versteck bei fränkischen Bauern. 1945 kommt sie nach München zurück. Mit nur einem Wunsch: möglichst rasch der Stadt und Deutschland den Rücken zu kehren. Sechzig Jahre später ist Charlotte Knobloch angekommen, kann sie ihr Lebenswerk einweihen: das neue Jüdische Gemeindezentrum und die Synagoge im Herzen Münchens. Nach Jahren des Zweifels, der Hoffnung und Annäherung hat sie nahezu im Alleingang diesen Traum verwirklicht: die Jüdische Gemeinschaft in die Mitte der Stadt und der Gesellschaft zurückzubringen.

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  • Rezension zu "In Deutschland angekommen" von Charlotte Knobloch

    In Deutschland angekommen
    Monika58097

    Monika58097

    27. January 2013 um 11:34

    Charlotte Knobloch ist gerade mal 6 Jahre alt, als sie die Progromnacht am 9. November 1938 miterleben muss. Die Synagoge brennt. Geschäfte werden zerstört und geplündert. Dies alles muss die kleine Charlotte an der Hand ihres Vaters mit ansehen, mit erleben. Ihr Vater hat eine Warnung erhalten. Deshalb läuft er lieber mit der Tochter durch die Stadt, als Zuhause zu sein. Zuhause, wo die Großmutter wartet. Charlottes Mutter hat die Familie verlassen. Die Mutter ist Nichtjüdin. Ob sie die Familie verlassen hat, um sich selbst zu schützen oder ob sie von den Nazis dazu gezwungen wurde, wird nicht so ganz klar. Charlotte wird von ihrem Vater zu Bauern nach Franken gebracht. Dort wird sie von Zensi als die eigene Tochter ausgegeben. Nur so konnte Charlotte überleben. Ihre geliebte Großmutter sieht sie nicht wieder. Sie wurde deportiert und hat das Lager nicht überlebt. Als der Krieg vorbei ist, holt der Vater sie wieder zurück nach München, in die einst geliebte Stadt. Charlotte ist klar, dass sie dort nicht bleiben möchte, nicht bleiben kann. Mit gerade mal 15 Jahren verliebt sich Charlotte in Samuel Knobloch. Sie weiß sofort, er ist der Richtige. Nur ihn will sie heiraten. Jahre später ist es soweit. Sogar der Vater gibt seinen Segen. Charlotte und Samuel tragen sich oft mit dem Gedanken, München zu verlassen. Nach Amerika wollen sie, doch dann wird das erste Kind geboren und sie bleiben. Immer wieder überkommen die beiden die Zweifel, ob es richtig ist, in dieser Stadt, in diesem Land zu bleiben. Als schließlich das dritte Kind zur Welt kommt, bleiben sie. Charlotte Knobloch beginnt, sich in der jüdischen Gemeinde zu engagieren. Auch immer wieder Hoffnung und Zweifel und dann geht es doch weiter. Ihr großer Traum ist der Bau einer neuen Synagoge, eines Gebetshauses mitten in der Innenstadt von München. Doch es soll nicht nur ein Gebetshaus werden. Sie wünscht sich eine Begegnungsstätte. Eine Stätte für Alt und Jung, für Juden und Nichtjuden. Ihr Traum geht am 9.11.2006 in Erfüllung. Der Leser erfährt viel über die Gemeinschaft der Juden. Aber auch viel über die Zeit des Nazi-Terrors. Wie in vielen jüdischen Familien, die diesen Furcht erregenden Völkermord miterleben mussten, wurde diese Zeit in Charlotte Knoblochs Familie erst einmal tot geschwiegen. Dieser fürchterliche Terror war nicht in Worte zu fassen. Ihren eigenen Kindern erzählt sie erst davon, als diese längst erwachsen sind. Kein Einzelfall. Erschüttert war ich über die Informationen, dass zum Beispiel die Briten die Zureisekontingente nach Israel geregelt haben. Unzähligen Juden war es so verwehrt, ins Heimatland zurück zu kehren. Sie mussten zurück nach Deutschland, wo der Terror erst recht seinen Lauf nahm. Auch viele andere Länder verweigerten die Aufnahme der Verfolgten. In diesem Ausmaß war mir das bisher nicht bekannt. Charlotte Knoblauch ist keine Mahnerin mit erhobenen Zeigefinger. Sie will erinnern. "In Deutschland angekommen" ist nicht nur einfach die Autobiografie der Charlotte Knobloch. Es ist ein Buch, das nachdenklich stimmt, das berührt, das schockiert, das einen nicht vergessen lässt.

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  • Rezension zu "In Deutschland angekommen: Erinnerungen" von Rafael Seligmann

    In Deutschland angekommen
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    06. November 2012 um 11:02

    Mit diesem mit der Unterstützung von Rafael Seligmann entstandenen autobiografischem Buch hat sich die ehemaligen Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch wohl das schönste Geschenk zu ihrem achtzigsten Geburtstags am 20.Oktober 2012 selbst gemacht. Als auch in ihrer Heimatstadt München am 9. November 1938 die jüdischen Geschäfte geplündert wurden und die Synagogen brannten, da war sie gerade mal sechs Jahre alt. Die Reichspogromnacht hatte dem Letzten klargemacht, was die Nazis mit den Juden vorhatten. Charlotte Knobloch hatte Glück. Sie überlebte die ganze Nazizeit in einem Versteck bei fränkischen Bauern. Das was Michael Degen 2007 in seinem Buch „Nicht alle waren Mörder. Meine Kindheit in Berlin“ beschrieben hat, auch Charlotte Knobloch hat es das Leben gerettet. Dennoch wollte sie 1945, nach München zurückgekehrt, ihre Heimatstadt so schnell wie möglich wieder verlassen. Mit den allermeisten Überlebenden des Holocaust sah sie zu dieser Zeit in Deutschland für sich keine Zukunft. Vgl. hierzu auch die eben erschienene lesenswerte Romanbiografie von Waldtraut Lewin, „Leo Baeck. Geschichte eines deutschen Juden“. Es folgen viele Jahre des Zweifelns, kleine Hoffnungsschimmer ermöglichen ihr kleine Schritte der Annäherung an ein Land und eine Stadt, die erst langsam zu bearbeiten bereit sind, was da unter ihren Augen zwischen 1933 und 1945 geschehen war. Doch schon relativ früh, so kann man ihrem Buch entnehmen, begann es in ihr zu träumen. Das Zerstörte wieder aufbauen und die Jüdische Gemeinschaft wieder in das Leben in München und des Landes zurückzuführen, dieser Gedanke ließ sie nicht mehr los. Als sie am 9.11.2006 die neue Synagoge und das neue Jüdische Gemeindezentrum einweiht, da scheint sie an ihrem Ziel, scheint sie „in Deutschland angekommen“. Doch nicht nur sie selbst ist angekommen, sondern Tausenden von Juden hat sie in München und in Deutschland durch ihre Arbeit geholfen, zu bleiben, bzw. eine neue Heimat zu finden. Dieses Buch vermittelt seinem Leser ein persönlich geprägtes Bild des jüdischen Lebens in Deutschland von 1945 bis heute und trägt so viel zum Verständnis bei. Dass viele Juden heute sagen, die seien „in Deutschland angekommen“, dass sie nicht mehr auf gepackten Koffern sitzen wie noch ihre Eltern, das ist auch der Entwicklung einer Demokratie zu verdanken, der viele Juden heute zutrauen, dass sie sie nachhaltig schützt.

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