Sechs Jahre

von Charlotte Link 
4,6 Sterne bei78 Bewertungen
Sechs Jahre
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iareyesps avatar

Grossartiges, bewegendes und emotionales Buch. Danke Frau Link, dass Sie Ihre Gefühle mit uns teilen.

Janina84s avatar

Ein sehr bewegendes Buch mit Tiefgang.

Alle 78 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Sechs Jahre"

Das persönlichste Buch von Bestsellerautorin Charlotte Link

Auf eindringliche Weise berichtet Bestsellerautorin Charlotte Link von der Krankheit und dem Sterben ihrer Schwester Franziska. Es ist nicht nur das persönlichste Werk der Schriftstellerin, sondern auch die berührende Schilderung der jahrelang ständig präsenten Angst, einen über alles geliebten Menschen verlieren zu müssen. Charlotte Link beschreibt den Klinikalltag in Deutschland, das Zusammentreffen mit großartigen, engagierten Ärzten, aber auch mit solchen, deren Verhalten schaudern lässt und Angst macht. Und sie plädiert dafür, die Hoffnung nie aufzugeben – denn nur sie verleiht die Kraft zu kämpfen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783734102554
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Blanvalet
Erscheinungsdatum:14.03.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 29.08.2014 bei Random House Audio, Deutschland erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Leseherzs avatar
    Leseherzvor einem Jahr
    Es zeigt eine andere Charlotte Link! Sehr gut!

    Wir erleben mal die andere Seite von der Autorin, Charlotte Link. Sechs Jahre kämpfte sie gemeinsam mit ihrer Schwester Franziska gegen den Krebs an – jedoch erfolglos. Sie beschreibt nicht nur ihre Gefühle, sondern auch die, die sie in ihrer Familie wahrnimmt, wie die Willkür an Ärzten, Krankenhäuser und sogar einem Scharlatan auf die Füße tritt. Man sieht die gesamte Biografie (Geschichte passt einfach nicht – es ist/war Realität!) in eine Art Film ablaufen und man schmunzelt, aber letztlich spürt man das Leid dieser Familie. Charlotte Link zeigt ihre private Seite, ihre verletzliche Seite und dies macht sie zu einer noch sympathischeren Autorin, die sie ohnehin schon ist. Aber man sieht, besonders an den letzten Seiten, dass das Starksein nicht immer ein Vorteil ist.

    Ich selber erlebte einen Krebsfall in der Familie und sah mich in manchen Seiten wider. Das ewige hin und her, aufstehen, atmen, essen, dieses ständige funktionieren! Ich selbst kann davon nur jedem abraten, auch wenn es sich für einige Zeit gut anfühlt. Es währt nur nicht lange!

    Es hilft Angehörigen, aber auch Krebspatienten, dieses Buch zu lesen. Zumindest meine Meinung! Danke dafür!

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    Petra54s avatar
    Petra54vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: eine hochdramatische und leider wahre Geschichte über die Liebe und das Sterben
    eine hochdramatische und leider wahre Geschichte über die Liebe und das Sterben

    Ich kaufte mir das Buch, weil mir die Autorin empfohlen wurde. Allerdings fand ich unter ihrem Namen nur Krimis, die ich grundsätzlich nicht lese. Doch dann entdeckte ich ihren Tatsachenbericht „Sechs Jahre“, in dem sie den Abschied von ihrer Schwester beschreibt.

    Anfangs war ich wütend, als die Autorin sich weigert, ihrer totkranken Schwester die Beruhigungs-Tabletten zu bringen und sie zudem auffordert, unbedingt am Leben zu bleiben. Die Fachärzte gingen von 5% Überlebenschance aus – trotzdem willigte die Krebskranke in Chemo, Bestrahlung und Operation ein. Dabei gewinnt man keine Lebenszeit, sondern verliert Lebensqualität.

    Ich las trotzdem weiter, da diese Geschichte in keinem Moment sensationslüstern erzählt wird, sondern mit sehr viel Liebe, Einfühlungsvermögen, extremer Verzweiflung und noch einmal sehr viel Liebe. Es hat mich sehr berührt, wie sich die Eltern und die Autorin um die Kranke kümmerten – teilweise rund um die Uhr. Der Ehemann dagegen konnte „wegen seiner Arbeit“ nur selten an der Seite seiner Frau sein.

    Die grauenhaften Erfahrungen, die die Familie in verschiedenen Krankenhäusern machen mussten, sind mir sehr nahe gegangen – es gab gleichgültiges Personal und unsensible Ärzte. Nichts davon ist für einen hilflosen Kranken und seine verzweifelte Familie auch nur annähernd erträglich oder zumutbar. Erleichtert war ich, als ich von der letzten Klinik in Bad Homburg und natürlich auch vom einfühlsamen Homöopath in Frankfurt las.

    Ich litt mit der Familie und war trotz allem am Schluss ganz ruhig, als dieses langsame und qualvolle Sterben ein Ende fand.

    Über solch eine extrem schwierige Zeit zu schreiben, die völlig hilflose Situation der Familie so eindringlich zu schildern, erfordert mit Sicherheit eiserne Disziplin und hohe Konzentration. Frau Link stand unter permanentem Schock und suchte ununterbrochen verzweifelt nach einem Ausweg, einer möglichen Hilfe und war trotzdem in der Lage, den Leser an ihrem persönlichen unfassbaren Leid teilnehmen zu lassen. Ich hoffe, dass sie mit der Zeit irgendeinen Trost findet, der ihr über den tragischen Verlust ihrer so überaus geliebten Schwester hinweg hilft.

    Um dieses Buch zu lesen, braucht man sicher mehr gute Nerven als für einen gewöhnlichen Krimi.

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    Bommerlindas avatar
    Bommerlindavor 2 Jahren
    Charlotte Link von einer anderen Seite ...

    Einige werden sich sicherlich fragen, warum ich freiwillig Bücher über schwere Erkrankungen, das Sterben und den nahenden Tod lese. Die Antwort ist ganz einfach: ich bewundere die Menschen, die es schaffen, sich gegen eine todbringende Erkrankung zu wehren. Noch einmal all ihre Kräfte mobilisieren, um noch ein Weilchen leben zu dürfen. Und ich bewundere die Menschen, die ihr Leid annehmen, Frieden schließen und bereit sind, zu sterben, auch wenn die Angst vor dem Tod in fast jedem von uns schlummert. Bis dato habe ich keinen einzigen Roman von Charlotte Link gelesen, ohne, dass es einen Grund dafür gibt. Der Titel des Buches "Sechs Jahre" hat mich aber durchaus angesprochen. 
    Charlotte Link gibt in ihrem Roman die letzten sechs Jahre ihrer Schwester wieder. Sie hat ihrer Schwester kurz vor deren Tod versprochen, dass sie den Verlauf ihres Leids nach ihrem Ableben niederschreiben wird, in welcher Form auch immer. Sechs Jahre ein Kampf gegen den Krebs, der von Anfang an schon verloren ist. Eine Heilung ist nicht mehr möglich. Der Krebs hat sich bereits derart im Körper ausgebreitet, dass verschiedene schwere Operationen zwar Aufschub leisten, an eine Heilung jedoch nicht mehr zu denken ist.  Anfänglich heißt es, dass die Erkrankung schon nach kurzer Zeit tödlich enden werde, aber dank moderner Medizin, Recherche nach den besten Ärzten und viel Durchhaltevermögen und Willen, zieht sich die Zeit des Leidens über sechs Jahre hin. Eine Zeit, die geprägt ist von Schmerzen, Hoffnung, Trauer, Wut und unendlich viel Leid. Charlotte Link lässt diese Jahre auf offene und ehrliche Art und Weise Revue passieren.
    Eine bewegende Geschichte, die zum Nachdenken anregt und sicher nichts für zarte Gemüter ist. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, da das Verhalten der Autorin Charlotte Link während der gesamten sechs Jahre mehr als nur egoistisch ist. Immer wieder erfährt der Leser, wie schlecht es der Autorin des Buches geht. Sie ist die Gebeutelte. Sie verliert ihre Schwester. Wie soll sie nur ohne ihre Schwester weiterleben können? Schon einmal wurde sie auf brutale Weise von ihrer Schwester getrennt, nämlich als sie eingeschult wird. Sie muss die Schulbank drücken, während ihre jüngere Schwester zu Hause auf sie wartet. Allein der Gebrauch des Wortes "brutal" lässt mich aufhorchen. Wenn der natürliche Prozess des Älterwerdens, der nun einmal auch einen Schulbesuch beinhaltet, als brutale Trennung dargestellt wird, dann frage ich mich, was Frau Link bis zur niederschmetternden Diagnose der Krebserkrankung ihrer Schwester in ihrem Leben bis zu dem Zeitpunkt erlebt hat.
    Im Verlauf des Buches weigert sich die Autorin mehrfach mit ihrer Schwester über das Sterben und den Tod zu sprechen, da sie ihre Schwester nicht verlieren will. Durchaus nachvollziehbar, dass dieses Thema kein Leichtes ist. Wenn sich der Schwerkranke jedoch gern über das austauschen möchte, was ihn in dieser schweren Zeit beschäftigt und der Tod immer näher rückt, dann frage ich mich, was für ein Mensch Charlotte Link ist, wenn sie diesen Wunsch ihrer Schwester verwehrt. Diese Haltung hat mich beim Lesen des gesamten Buches so sehr beschäftigt, dass die eigentliche Geschichte fast untergeht.  Einen wesentlich anderen Verlauf hätte die Erkrankung sicherlich genommen, wenn Charlotte Links Schwester nicht privatversichert gewesen wäre und der Name der Autorin nicht für diverse Vorteile gesorgt hätte. Der Tod wäre mit Sicherheit wesentlich früher eingetreten.
    Ein wirklich tragischer und herzergreifender Roman, der allerdings durch die egoistische Haltung der Autorin stark getrübt ist und meines Erachtens so nie hätte veröffentlicht werden dürfen. Aber wie immer ... alles Geschmackssache!

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    Wortklaubers avatar
    Wortklaubervor 2 Jahren
    Ein Buch, das niemand schreiben möchte

    Charlotte Link gilt als eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen, möglicherweise sogar als die erfolgreichste. Ihre Romane erreichen mit schöner Regelmäßigkeit Spitzenauflagen. Mit dem Buch „Sechs Jahre“ verlässt sie erstmalig den Bereich der Belletristik. Wer jedem neuen Roman der Autorin entgegenfiebert, wird durch Cover und Untertitel unmissverständlich darauf hingewiesen, dass „Sechs Jahre“ eben kein Roman ist. „Der Abschied von meiner Schwester“ lautet der Untertitel. Das Foto auf dem Buchumschlag zeigt die Schwester von Charlotte Link: Franziska.

    Franziska ist 41, als ihr die Ärzte eine niederschmetternde Diagnose eröffnen. Noch ein Jahr rechnen sie ihr aus. Es werden sechs.

    Franziska stirbt nicht wirklich am Krebs – am Ende bezahlt sie gewissermaßen den Preis dafür, dass sie in jüngeren Jahren vom Krebs geheilt wurde.

    Charlotte Link schreibt über diese sechs Jahre, die Hochs und Tiefs, über Begegnungen mit einfühlsamen Ärzten und solchen, die diesen Beruf nie hätten ergreifen dürfen. Sie berichtet über niederschmetternde Diagnosen, die schonungslos verkündet werden und sich hinterher als falsch herausstellen. Über die Hilflosigkeit eines Menschen, wenn er erst einmal Patient wird, zur Nummer wird, oder auch gleich zur Krankheit, die er in sich herumträgt.

    Wer soll ein solches Buch lesen? Die Frage darf man sich natürlich gerne stellen – in den meisten Fällen stellt man sie sich für andere Leute. Wer das Buch lesen will, der weiß warum. Wer nicht, nicht. Fertig. Nein, es ist kein Mutmacher-Buch. Charlotte Links Schwester Franziska hat den Krebs nicht überlebt. Das weiß man, ohne das Buch auch nur aufschlagen zu müssen.

    Eins wird in dem Fall aber deutlich: Wer Romane schreibt, macht sich nicht halb so angreifbar wie jemand, der ein derart persönliches Buch veröffentlicht. Natürlich schmerzen abfällige Rezensionen auch bei Romanen; unterschiedlich stark, je nach Naturell des Autors und wahrscheinlich auch je nach über die Ladentheke gegangene Exemplare. Charlotte Links Romane werden nicht nur gekauft, sie werden auch gelesen, gern gelesen. Letztendlich kann diese Tatsache einer gewissen Resilienz gegenüber schlechten Kritiken zumindest durchaus zuträglich sein.

    Aber wie sehr man sich wappnen muss, wenn man so viel Erlebtes, Erfundenes, Erlittenes preisgibt – ich kann das nicht ermessen.

    Die Familie einer Bestsellerautorin hat Geld, um sich die beste Behandlung kaufen zu können. Charlotte Link badet in Selbstmitleid, auf jeder Seite liest man, wie sehr sie in diesen sechs Jahren gelitten hat. Und überhaupt: Wenn man Mutter und Ehefrau ist, hat die Schwester gefälligst nicht der wichtigste Mensch für einen zu sein!

    War mit solchen Reaktionen zu rechnen? Wahrscheinlich. Charlotte Link ist nicht die erste, die über den Verlust eines nahestehenden Menschen durch Krebs erzählt. Lisa Niemi z. B. hat sich eine geballte Menge Ablehnung zugezogen, als sie über den qualvollen Tod von Ehemann Patrick Swayze geschrieben hat. (Ohne dieses Buch gelesen zu haben: Ich finde es immer höchst erstaunlich, wenn Menschen sich anmaßen, über Menschen zu urteilen, die ihnen nie im Leben begegnet sind.)

    Lisa Niemi mag man vorwerfen, dass sie ein Leinwandidol demontiert hätte (ein Johnny Castle hat nun mal ewig jung und schön zu sein), aber was wirft man Charlotte Link vor? Kapital aus dem Sterben ihrer Schwester zu schlagen? Ich glaube kaum, dass sie das nötig hat. Etwa sich selbst zu erhöhen, indem sie schreibt, wie sehr sie der lange Leidensweg und der Verlust ihrer Schwester mitgenommen hat …?

    Mein Eindruck von dem Buch ist der, dass Charlotte Link sehr offen und aufrichtig über eine grauenhafte Zeit geschrieben hat. Über einen Menschen, der ihr lebenslang sehr wichtig war. Und das mit großer Liebe und Respekt. Sie schreibt nicht nur über das Sterben ihrer Schwester, sondern würdigt sie auch als eine sehr sympathische, mitfühlende, starke Persönlichkeit, die sich lebenslang für andere, Schwächere, eingesetzt hat.

    Charlotte Link schreibt auch über eine Zeit, in der sie als Autorin immer funktioniert hat, und auch Bekannten und Freunden gegenüber nie die ganze Wahrheit gesagt hat. Wie ernst es wirklich stand, hat man in Franziskas Familie offenbar immer für sich behalten. Ich könnte mir daher gut vorstellen, dass dieses Buch auch eine Art Befreiungsschlag war. Das Schreiben von Romanen war ihr in diesen sechs Jahren offenbar immer ein Rettungsanker. Jetzt hat sie über die Zeit geschrieben, der sie mit ihrem Schreiben damals immer entfliehen wollte. Als Autorin steht ihr dieses Handwerkszeug zur Verfügung. Sie hat es genutzt.

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    Daniel_Allertseders avatar
    Daniel_Allertsedervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr emotionales Buch...
    Sehr emotionales Buch...

    Meine Meinung

     

    Wenn meine eigene Schwester Krebs hätte … wenn die Diagnose Darmkrebs, Leukämie, Brustkrebs oder irgendeine andere Art von Krebs wäre … dann würde ich in Tausend Stücke zerspringen. Ich würde weinen, ich würde protestieren, ich würde alles daran setzen, dass die Diagnose ein Irrtum ist. Charlotte Link, Deutschlands erfolgreichste Kriminalautorin, erging es genauso, wie ich es soeben beschrieben habe. Ihre Schwester Franziska ist an Krebs erkrankt, und es gab keine Möglichkeit, ihr auch nur irgendwie zu helfen.

      Das Buch beginnt bereits mit dem Einblick des Verhältnisses der beiden Schwestern. Charlotte und Franziska. Sie waren beide unzertrennlich, wie Pech und Schwefel, so beschreibt Link es. Franziska war immer ein lebhafter, gut gelaunter Mensch, war der Sonnenschein, war die Stütze in Charlottes‘ Leben. Doch die Diagnose Krebs erschütterte die komplette Familie. Und von da an begann ein fürchterlicher Weg, den Charlotte Link in ihrem Buch „Sechs Jahre“ aufgeschrieben hat. Sie erzählt den Weg von der Diagnose bis zum Tod Franziskas, sie schildert das Verhalten der Ärzte, die Krankenhäuser, wie es Franziska, ihrer Familie, und besonders ihr selbst erging. Die Angst davor, einen geliebten Menschen zu verlieren, das Kämpfen gegen den Krebs, die Angst, bald alleine zu sein, keine Schwester mehr zu haben. Das alles lässt Link in diesem nichtbelletristischen Buch miteinfließen. Es soll auch gleichzeitig Mut machen. Mut den Menschen machen, die ebenso Metastasen in sich tragen, die ebenfalls an dieser schrecklichen Krankheit leiden.

       Charlotte Link’s Buch „Sechs Jahre“ hat mich zutiefst erschüttert. Mitzuerleben, wie allmählich eine Person entschwindet, ist tragisch und furchtbar zugleich. Mehrmals musste ich eine Tränke laufen lassen, wo die Emotionalität ihren Höhepunkt hatte, wo Charlotte auf die gemeinsame Zeit zurückgeblickt hat, wo man liest, wie es den Personen erging. Offen schilderte Charlotte die Abläufe der Krankenhäuser, die unerhört unprofessionellen Ärzte, die netten Schwestern, die schrecklichen Chemotherapien, die Franziska all ihre Kräfte kosteten. Zutiefst erschütternd. Bei einem Buch dieser Art ist der Schreibstil oder der Plot keinesfalls relevant. Relevant sind die Gefühle, die Emotionen … die Botschaft!

     

    Fazit

     

    Ein Buch, das Mut machen soll, das den Einblick in die Geschichte einer Familie gewährt, die fortan auseinandergerissen ist. Offen schilderte Link alles, was ihr in dieser Zeit passiert ist … emotional, traurig, erschreckend. „Sechs Jahre“ – eine große Leseempfehlung!

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    biblio_phils avatar
    biblio_philvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Emotional, erschreckend und doch voller Hoffnung.
    Eine Krankheitsgeschichte der ganz besonderen Art..

    Charlotte Links Schwester Franziska ist 41, als sie nach einer Untersuchung ganz überraschend die Diagnose Krebs im Endstadium erhält. Keine Chance auf Heilung, da der Krebs schon gestreut hat. Die Ärztin gibt ihr noch gut ein Jahr.
    Im Endeffekt sind es aber sechs Jahre, die Franziska noch lebt. Sechs Jahre voll Hoffnung, Stärke und Willenskraft, sechs Jahre mit vielen Tiefpunkten und der Versuchung, einfach aufzugeben.

    Charlotte Link beschreibt den Klinikalltag, sie erzählt von schlechten Ärzten, die eine absolut inakzeptable Art den Patienten und ihren Angehörigen gegenüber an den Tag legen, aber auch von guten Ärzten, die auch in den schwärzesten Stunden Hoffnung und positive Energie schenken. Sie erzählt von der Angst, einen der wichtigsten Menschen in ihrem Leben zu verlieren und von dem Glücksgefühl, dass sie durchströmt, wenn man auch nur die kleinste positive Nachricht erhält.

    Das Buch hat  mich persönlich sehr berührt, das Nachwort ist wirklich herzzereissend. Kaum ein Buch hat mich jemals so emotional aufgewühlt zurückgelassen wie "Sechs Jahre". Der Schreibstil ist eher einfach, ohne unnötigen Kitsch, den dieses Buch wirklich nicht notwendig hat. Er passt wirklich perfekt zu diesem Erfahrungsbericht.

    Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen, da die Geschichte von Franziska eine sehr lebensbejahende ist, trotz der schwierigen Thematik und der hoffnugnslosen Lage.

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    lissi91s avatar
    lissi91vor 3 Jahren
    Sechs Jahre

    Diesmal hat Charlotte Link keinen Kriminalroman oder eine Familiensaga geschrieben. Diesmal ist dies ein sehr privates und zugleich unglaublich aufrüttelndes Buch. Es handelt vom Leidensweg ihrer jüngeren Schwester Franziska und gibt uns sehr private Einblicke in Charlotte Links Familie.

    Schon im Vorwort erklärt sie warum es ihr wichtig war dieses Buch zu schreiben. Es geht weit darüber hinaus, mit diesem Buch den Tod ihrer Schwester zu verarbeiten. Sie möchte damit auch aufrütteln und aufzeigen dass man sich mit zu schnell gestellten Diagnosen oder Therapien nicht einfach abfinden soll. Dass man den Blick immer über den Tellerrand schieben sollte und nicht mit jeder Meinung der Ärzte mitgehen muss. Wie wichtig es auch ist, als Familie zusammenzuhalten und wieviel Kraft das alles kostet.

    Franziska erkrankte im Alter von 23 Jahren an Morbus Hodgkin. Aufgrund von Strahlen- und Chemotherapie besiegte sie diese Krebserkrankung. Niemand konnte ahnen dass 20 Jahre später die Spätfolgen der Therapie wieder alles aus der Bahn werfen. Denn das hat ihnen damals niemand gesagt.
    Franziska hat mittlerweile eine Familie gegründet und muss nun stark sein. Erst kommt der Darmkrebs, dann dramatisches Untergewicht, zum Schluß macht die Lunge nicht mehr mit und macht aus der einst so wunderschönen und lebenslustigen Frau eine schwer kranke Person.
    Zwischendurch werden etliche Fehldiagnosen gestellt, die die Familie immer tiefer ins Unglück stürzen. Später kein Wort der Entschuldigung wenn Ärzte auf deren Fehler hingewiesen wurden. Immer wieder neue Krankenhausaufenthalte durch halb Deutschland, alternative Heilmethoden die alles nur noch schlimmer machen und die ständige Trennung von Ehemann und Kindern.

    Auch Charlotte Link scheint daran fast zu zerbrechen. Dass sie es in der Zwischenzeit schaffte mehrere Bücher zu veröffentlichen, scheint unvorstellbar. Doch sie brauchte die Ablenkung und Konzentration. Sie brauchte geistlichen Beistand und versuchte ihr Familienleben trotz allem gut über die Bühne zu bringen.

    Am Ende schafft Franziska noch ganze 6 Jahre. Doch diese waren voller Schmerz und Leid.

    Meine Meinung:

    Ich war völlig erschüttert von diesem Buch und habe desöfteren ein Tränchen verdrückt.
    Ich selber habe vor einigen Wochen einen sehr langen Krankenhausaufenthalt hinter mich gebracht und konnte daher sehr gut verstehen wie sehr einen die Trennung von der Familie belastet. Auch dass einem die Familie mit klugen Ratschlägen irgendwann auf die Nerven fällt und man sich Ärzten gegenüber meist machtlos fühlte. Umso mehr fällt meine Bewunderung für Franziska aus.

    Ich konnte auch Charlotte Link sehr gut verstehen, die erst Skrupel hatte zum Pastor zu gehen um sich dort geistlichen Beistand zu holen. Ich bin auch die 'sporadische-mal-zu-weihnachten' in die Kirche-Geherin und mir wäre es genauso ergangen. Dennoch finde ich es gut dass sie sich Hilfe geholt hat.

    Das Buch war sehr gut strukturiert, man war immer auf dem richtigen zeitlichen Stand. Auch Gefühlsbeschreibungen waren nie zu viel und genau an den passenden Stellen. Man konnte zwischendurch mal durchatmen.

    Ich habe schon mehrere autobiografische Romane gelesen, vorallem auch Bücher in denen Familienangehörige Schicksale verarbeiten. Man merkt diesem Buch natürlich an dass es von einer sehr guten Autorin geschrieben wurde und das machte das Lesen leicht.

    Ich habe alles innerhalb von einem Tag durchgelesen und doch legt man es danach nicht einfach aus der Hand. Man macht sich viele Gedanken dazu.
    Man fragt sich ob man selber die Kraft gehabt hätte die Franziska hatte und die ihre Familie über die Jahre aufbrachte.

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    Nelly87s avatar
    Nelly87vor 3 Jahren
    "Sechs Jahre" von Charlotte Link

    Der Klappentext
    Auf eindringliche Weise berichtet Bestsellerautorin Charlotte Link von der Krankheit und dem Sterben ihrer Schwester Franziska. Es ist nicht nur das persönlichste Werk der Schriftstellerin, voller Einblicke in ihr eigenes Leben, sondern auch die berührende Schilderung der jahrelang ständig präsenten Angst, einen über alles geliebten Menschen verlieren zu müssen. Charlotte Link beschreibt den Klinikalltag in Deutschland, dem sich Krebspatienten und mit ihnen ihre Angehörigen ausgesetzt sehen, das Zusammentreffen mit großartigen, engagierten Ärzten, aber auch mit solchen, deren Verhalten schaudern lässt und Angst macht. Und sie plädiert dafür, die Hoffnung nie aufzugeben – denn nur sie verleiht die Kraft zu kämpfen.
    [ Quelle: Blanvalet ]

    Meine Meinung
    Noch nie, niemals (!!) ist es mir so unglaublich schwer gefallen, eine Rezension zu einem Buch zu tippen. Uns Bloggern steht das riesen Recht zu, unsere subjektive Meinung zu Büchern in die Welt hinauszutragen. Klassische Literaturkritiker müssen objektiv sein, egal wie nahe ihnen eine Geschichte geht.

    Charlotte Link ist wohl ein geläufiger Name auf dem deutschen Büchermarkt, doch mit Sechs Jahre schrieb sie ihr wohl persönlichstes Buch, denn sie erzählt vom Leiden und Sterben ihrer Schwester Franziska. Nachdem diese mit Anfang 20 an Morbus Hodgin erkrankte, musste sie sich sowohl einer Chemo- als auch einer Strahlentherapie unterziehen. Die Krankheit konnte besiegt werden, doch was keiner wusste: diese spezielle Behandlung hat Langzeitfolgen. Behandelte Morbus Hodkin-Patienten haben ein viel größeres Risiko, im Laufe ihres Lebens andere Krebsarten zu entwickeln. Und so wird bei Franziska im Alter von nur 41 Jahren ein Darmkrebs im Endstadium festgestellt, bei dem ihr die Ärzte kaum noch Hoffnung machen. Hinzu kommt, dass der Krebs bereits in ihre Lungen gestreut hat und sich dort Metastasen gebildet haben.

    Charlotte Link berichtet von der Krankheit an sich, von ihrer Familie und wie diese mit dem Schicksalsschlag umgeht. Sie zeigt aber auch auf, dass unser Gesundheitssystem an manchen Stellen durchaus ausbaufähig ist und auch, dass manche Ärzte mit ihren Diagnose 1.) vielleicht vorsichtiger sein sollten und 2.) vielleicht nicht mit der  Tür ins Haus fallen müssten. An einigen Stellen war ich fassungslos, wie in einem so moderenen Gesundheitssystem wie dem unseren mit Patienten und Angehörigen umgegangen wird.

    Nach dem Lesen habe ich viele Rezensionen zu diesem Buch gelesen und immer wieder den Vorwurf gelesen, dass Charlotte Link mit dem Leiden ihrer Schwester noch Profit machen wollte. Doch meiner Meinung nach ist jeder Weg, mit dem man den Verlust eines geliebten Menschen zu überwinden versucht, legitim und wenn es für Frau Link das Niederschreiben der Geschichte ist - wer bin ich, dass ich ihr da Profitgier unterstelle?

    Berührt hat mich das Buch aber vor allem wegen meiner persönlichen Geschichte (und Achtung: hier verlasse ich nun den Pfad der sachlichen Rezension). Als ich 13 Jahre alt war, starb meine Oma (gerade erst 60 Jahre alt geworden) an Brustkrebs, gegen den sie 5 Jahre lang angekämpft hat. Ich kann mich an einige Bilder aus der Zeit erinnern, bspw. als ich das erste Mal den Port unter ihrem Schlüsselbein gesehen habe, als meine Mum mich im Auto gefragt hat, ob ich bemerkt hätte, dass die Oma nun keine eigenen Haare mehr hat, sondern eine Perücke trägt. Oder auch an die Besuche in der Klinik, in der sie ihre Chemotherapien bekommen hat.

    Aber obwohl ich damals "schon" 13 Jahre war, ist mir durch dieses Buch erst bewusst geworden, wie wenig ich von der Krankheit mitbekommen hab und wie sehr meine Eltern versucht haben, mich und meinen Bruder zu schützen. Ich wusste, dass der Verlust ihrer Mutter für meine Mum, die sich überwiegend um alles gekümmert hat, schlimm war, aber erst nachdem ich Sechs Jahre gelesen habe, kann ich ein kleines bisschen nachvollziehen, wie es sich für meine Mama alles angefühlt haben muss. An manchen Stellen fiel es mir unglaublich schwer weiter zu lesen, da ich am liebsten zu meinen Eltern gefahren wäre, um mich heulend an meine Mama zu schmiegen.

    Charlotte Link hat mit ihrer Geschichte eindringlich dargestellt, wie schlimm eine solche Krankheit eine Familie treffen kann. Sie hat den kompletten Krankheitsverlauf sehr bildlich dargestellt und dabei alles so erklärt, dass es auch für den Leser, der sich mit dem Fachjargon nicht so auskennt, verstehen konnte. Meiner Meinung nach hat sie dabei eine gute Mischung gefunden, denn es geht nicht nur um die private Situation innerhalb der Familie, sondern auch um die Arzt- und Klinikbesuche und auch um die Krankheit an sich.

    Mein Fazit
    Charlotte Links Bericht über ihre Schwestern, deren Leben und Sterben hat mich wirklich umgehauen. Dies mag vielleicht an meiner ganz persönlichen Vergangeheit liegen und eine sachliche Betrachtung mag mir vielleicht dieses Mal weniger gelungen sein. Doch sind es nicht gerade diese Bücher, die die Leidenschaft für einen Bücherwurm begründen? Diejenigen, die einem nahe gehen, auch wenn sie manchmal so traurig sind, dass man darüber in Tränen ausbricht? Mich hat dieses Buch geprägt und so kurz vor dem Jahreswechsel habe ich mein Jahreshighlight gefunden.

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    eskimo81s avatar
    eskimo81vor 3 Jahren
    Lass mich nicht allein

    Charlotte Link berichtet, Krebsalltag in einer Deutschen Klinik. Grossartige, helfende Ärzte aber auch emotionslose. 
    Die Ärzte sagen "Noch ein Jahr" - es werden sechs Jahre, Leben - gewonnenes Leben

    Ich habe schon viele Bücher von Charlotte Link gelesen und muss ihr / der Presse zustimmen. Das ist wohl das persönlichste, was sie aufschreiben konnte. Man merkt ihre Betroffenheit, ihre Angst, ihre Verzweiflung. Sie kann sich einfach sehr gut mit Worten ausdrücken und man merkt, dieses Buch kommt vom Herzen. Sie braucht dies um zu verarbeiten und etwas von Franziska zurückzulassen. Ein bewegendes Buch! Man leidet mit, hofft und bangt, obwohl man ja weiss, dass es kein gutes Ende birgt.

    Die teilweise entwürdige Behandlung der Ärzte, die gibt zu denken. Ein Patient ist doch ein Mensch! Der Arzt möchte sicherlich auch als Mensch gesehen werden, wenn er mal krank wäre. Und es gibt ja Ärzte, die menschlich sind! Das muss doch eine Grundeinstellung, Charakter sein. Als Patient fühlt man sich genug unwohl, unmenschlich (auf Hilfe angewiesen), da braucht es nicht der "Gnadenstoss" der Ärzte.

    Charlotte Link schreibt über ihre tiefsten Gefühle zu ihrer Schwester. Ihr Schlusswort, für Tschesie, ist ein sehr, sehr berührender Liebesbeweis

    Charlotte Link weist auf Missstände hin, auch wenn es um ihren Abschied geht, zeigt sie viele Fehler in der Krankenbehandlung auf. Vielleicht erreicht sie etwas damit?!

    Mich, als treue Leserin ihrer Bücher, hat sie tief berührt und Einblick in ihr tiefstes inneres gegeben, es macht mich sprachlos. Es zeigt ein starker und sehr sympathischer "Mensch".
    Eine bewundernswerte Frau, Ehefrau, Schriftstellerin, Tochter, Schwester.... Chappeau! 

    Der einzige kleine Kritikpunkt - ob es einer ist, weiss ich nicht, da ich ihre Sicht nicht weiss, es wird sehr wenig von Ihrem Mann, ihrer Beziehung geschrieben. Ich bin überzeugt, dass das an einer Ehe nicht spurlos vorbeigeht. Diesbezüglich hätte ich gerne mehr erfahren, wie sie das gemeinsam bearbeitet haben bzw. wie weit ihr Mann ihr in dieser schweren Zeit beigestanden hat. Vielleicht hat sie das aber bewusst nicht geschrieben, weil sie die Persönlichkeit / ihre Privatsphäre schützen wollte...

    Fazit: Ein sehr berührende Biographie / Geschichte! Ich hoffe, dass sich etwas verändert, es wäre für viele Patienten wichtig! 

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    zusteffis avatar
    zusteffivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Dieses Buch hat mich sehr mitgenommen. Ich danke Charlotte Link für ihre offene Schilderung.
    Sehr offene Schilderung eines sehr schweren Lebensweges

    Zu diesem Buch bleibt mir nur eins zu sagen: Vielen Dank Charlotte Link für die offene Schilderung des schweren Weges den sie mit ihrer Familie gehen mussten und ein Stück weit auch heute wohl noch gehen.

    Es ist für mich unfassbar was einem Mensch alles passieren kann. Die Erzählung hat mich tief geschockt und fassungslos gemacht. Eine normale Bewertung ist mir für dieses Buch nicht möglich, denn den Inhalt kann man unmöglich bewerten. Man kann es nur lesen und einen Weg für sich finden damit klar zu kommen und das geschilderte für sich zu verarbeiten. Mich hat das Buch sehr viel zum Nachdenken gebracht. Eine sehr private Geschichte mit der ich noch nicht so richtig umzugehen weiß.

    Eine Sache kann man jedoch vollkommen abgespalten betrachten und das ist die Sozialkompetenz unserer Gesellschaft. Oder ich sollte wohl eher sagen die nicht vorhandene Sozialkompetenz. So was darf es nicht geben. Die Realität sieht leider anders aus. Ich hoffe nur, dass es immer wieder Menschen gibt die die Kraft haben sich dagegen zur Wehr zu setzen. Es ist für mich einfach nur schwerste Körperverletzung und gehörte in jedem Fall bestraft.

    Wer sich mit dem letzten Weg von Charlotte Links Schwester auseinandersetzen möchte sollte das Buch unbedingt lesen. Aber es ist definitiv kein Buch für einfach zwischendurch. Es greift die Seele.

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