Charlotte Lyne , Ulrike Aepfelbach Das Mädchen aus Bernau

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Inhaltsangabe zu „Das Mädchen aus Bernau“ von Charlotte Lyne

Brandenburg, 1320. Die junge Magda Harzer macht sich mit ihren drei Brüdern auf ins Herz der frisch befestigten Doppelstadt Cölln-Berlin, wo sie sich unverhofft inmitten des Konflikts um die Kaiserkrone wiederfindet. Als schließlich sogar der Propst von Bernau ermordet wird, droht Papst Johannes XXII. den Kirchenbann über Berlin zu verhängen. Um das zu verhindern, soll ausgerechnet Magdas Bruder Diether als Sündenbock geopfert werden. Mit allem Mut kämpft Magda um das Leben ihres Bruders - und um die Zukunft ihrer Stadt. Zur Seite steht ihr nur einer: Thomas, ein junger Franziskanermönch, den seine Gefühle für Magda in einen Gewissenskonflikt stürzen. Nicht nur ihr, sondern auch sein Leben wird sich durch den Kampf um Berlin von Grund auf ändern.

Ganz netter historischer Roman, der die tragische Geschichte einer Brauerfamilie aus Bernau erzählt.

— Larischen
Larischen

Lyne-typische sperrige Figuren, Spannung und tolles historisches Flair. Berlin in seinen Anfängen.Tolle Unterhaltung!

— anushka
anushka

Nette Geschichte im jungen Berlin samt Liebe, Intrigen & Bernauer Bier - konnte mich aber nicht wirklich fesseln, besonders sprachlich nicht

— November
November

Eine junge Frau kämpft im aufstrebenden Berlin des 14. Jh. um das Glück ihrer Familie. Historisch höchst interessant konstruiert!

— Literatur
Literatur

Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an die noch junge Stadt Berlin und an Magda, dieses tapfere und starke Mädchen - einfach fantastisch!

— Nina2401
Nina2401

Ein schöner Historien-Schmöker. Nur leider verrät der Klappentext einiges, das erst im späten Verlauf der Geschichte passiert. Spannung adé.

— chiara
chiara

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  • Berlin im 14 Jh.

    Das Mädchen aus Bernau
    smutcop

    smutcop

    12. September 2015 um 13:53

    Tolle Milieustudie mit guten Charakteren. Habe das spannende Buch verschlungen.

  • Wundervoll historischer Rahmen

    Das Mädchen aus Bernau
    EuleDorli

    EuleDorli

    Berlin, 1320. Die junge Magda Harzer macht sich mit ihren drei Brüdern auf ins Herz der frisch befestigten Doppelstadt Cölln-Berlin, wo sie sich unverhofft inmitten des Konflikts um die Kaiserkrone wiederfindet. Die Wege der Geschwister trennen sich. Als Papst Johannes XXII. den Kirchenbann über Berlin verhängt und einer ihrer Brüder wegen Aufruhrs und Mordes verhaftet wird, muss Magda all ihren Mut zusammennehmen und um ihn kämpfen. Nur Thomas, ein junger Franziskaner-Mönch, steht ihr bei. Und auch sein Leben wird sich von Grund auf ändern - (Klappentext) Charlotte Lyne hat es in gewohner Weise geschafft einen wundervollen historischen Roman zu schreiben. Diesmal geht die Reise ins frühe Berlin und schon ist man mitten in der Vergangenheit. Man fühlt, leidet und freut sich mit den Protagonisten. Ergreift Partei für die Lieblings-Personen und fiebert förmlich dem Ende entgegen. Auch wenn man sich dann ärgert, dass es leider schon zu Ende ist. Ich bin nur so über die Seiten hinweggeflogen. Ich kann das Buch nur empfehlen. Es begeistert.

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    • 2
    Floh

    Floh

    20. July 2014 um 05:58
  • Das Mädchen aus Bernau

    Das Mädchen aus Bernau
    Windflug

    Windflug

    1320. Magda Harzer lebt mit ihrem Großvater und ihren drei Brüdern in Bernau in Brandenburg. Sie sind Bierbrauer und kommen trotz schwieriger Jahre durch schlechtes Wetter und entsprechende Ernten und immer wieder ausgesprochenen Brauverboten doch irgendwie durch, weil sie sich gegenseitig haben. Doch dann geschieht ein Verbrechen, und sie brechen auf ins aufstrebende Cölln-Berlin, in der Hoffnung, dort neu anfangen zu können - und geraten dort mitten hinein in die Auseinandersetzungen zwischen Papst und Kaiser, Während gleichzeitig alte Schuld und neue Sorgen sie alle treffen, aber auch die Liebe, kämpft Magda um den Zusammenhalt ihrer Familie ... Ich bin ja nicht der große Mittelalter-Fan, mein Herz schlägt einfach für die Frühe Neuzeit. Das heißt aber nicht, dass ich nicht auch Romane lesen würde, die früher spielen. Und nachdem ich auf einem Blog auf Charlotte Lyne gestoßen war, habe ich mir dieses Buch aus der Onleihe besorgt - und in einem Rutsch durchgelesen. Was mich bei Mittelalter-Romanen besonders stört, ist, dass meist immer wieder die selben Klischees aufgewärmt werden, immer wieder die selben Geschichten erzählt. Dazu gerne platte oder unhistorisch agierende Figuren - nö, brauch ich nicht so. Davon gibt es hier aber nichts. Ich glaube, dieser Roman hat es gerade geschafft, Thomas Ziebulas "Gaukler" vom Thron des für mich besten historischen Romans der letzten Zeit zu stoßen. Dies ist eine zutiefst menschliche Geschichte, die mich zum Weinen gebracht hat - mehrfach! - aber auch zum glücklich Lächeln trotz all dem Schrecklichen, was der Familie passiert. Das letztere ist allerdings auch einer der kleinen Kritikpunkte - die habe ich nämlich durchaus. Irgendwann nach etwa der Hälfte habe ich das Buch mal weggelegt, weil ich die ständigen Schicksalsschläge nicht mehr ertragen konnte. Da wäre für mich doch ein wenig weniger mehr gewesen, nicht, weil es unglaubwürdig wäre, sondern einfach, weil es dem Leser irgendwann die Laune verdirbt, wenn alles ständig nur noch schlimmer wird. Ein wenig hat mich auch das wieder mal vorkommende leicht mystische Element (Magda träumt immer am Tag, bevor jemand stirbt, dass dieser sich bei ihr verabschiedet) gestört. Ich weiß nicht, warum das immer sein muss. Es hätte genauso gut wegbleiben können. Aber es war nicht schlimm, und mir gefiel dann wiederum, wie es am Ende eingebaut wird (anders kann ich das nicht formulieren, ohne zu spoilern). Ganz, ganz toll fand ich dagegen die Liebesgeschichte. Ja, es gibt eine, und sie ist herzergreifend, leidenschaftlich, aber nicht auf Sex begrenzt (ganz im Gegenteil), und einfach wunderschön. Und das Ende erst! :-D Ich hatte mir dieses Ende gewünscht, aber nicht zu hoffen gewagt, dass die Autorin das wirklich so einbaut. Aber sie hat es getan, und es fühlt sich so unglaublich RICHTIG an, und hach! Aber diese Liebe ist eben auch nicht die einzige und wichtigste - es geht mindestens genauso viel um Familie, um Geschwisterliebe, die Liebe zwischen Vätern und Söhnen, und auch um die Schwierigkeiten dabei. Und ja, es mag sein, dass die Figuren ein wenig zu sehr Freidenker sind, aber die Art, wie die Religion hier eingebaut ist, gefällt mir trotzdem. Ich mag die zutiefst menschlichen Weisheiten, die immer wieder aufscheinen, die Liebe zum und die Ehrfurcht vor dem Leben und der Liebe selbst. Da bin ich dann auch inkonsequent: Lasst die Figuren ruhig unhistorische Gedanken haben, solange das nicht die Gedanken sind, die ausschließlich der Welt des westlichen 20. und 21. Jahrhunderts zuzuordnen sind (sowas wie Selbstverwirklichung z.B.), sondern allgemeingültigere Gedanken der Menschenliebe und Menschenrechte. Die Figuren mochte ich jedenfalls allesamt sehr. Sie sind individuell, und es gibt keine Bösen und keine Guten (gut, ein oder zwei Nebencharaktere sind das schon, aber die kennt man eben auch nur aus der Sicht der Harzers, denen sie übel mitspielen). Und Magda - Magda ist eine weibliche Hauptfigur ganz nach meinem Herzen. Nicht schön, eher im Gegenteil, aber in den Augen ihres Geliebten eben doch wunderschön, und stark (aber in ihrem mE gesellschaftlich passenden Rahmen) und tapfer und ängstlich und vorlaut und genauso Fehler machend wie alle anderen. So muss das sein. :-) Ja, und den geschichtlichen Hintergrund, der in die Familiengeschichte hineinspielt, fand ich auch total spannend - allerdings war es hier im Gegensatz zu meinem vorherigen Roman fast schon wieder ein klein wenig zu knapp mit der historischen Info. Andererseits ist das so auch wiederum genau richtig, denn es ist das, was die Figuren davon mitbekommen, und da bleibt Charlotte Lyne eben auch konsequent bei ihnen, anstatt sich wie z.B. Tanja Kinkel mal eben in den Kopf einer der wichtigen Personen der Weltgeschichte einzunisten, um das auch ja alles drin zu haben. Für den Roman reichte die Info eigentlich aus - nur lernen tut man jetzt nicht so viel daraus. Da es kein Lehrbuch, sondern ein Unterhaltungsroman ist, ist das aber auch eigentlich völlig in Ordnung. Bloß mein Historikerherz lechzt da dann doch ein bisschen nach Hintergrundinfo, die ich mir jetzt dann eben im Nachhinein anlesen müsste, wenn ich denn nicht doch zu faul dazu wäre. Und im Grunde ja auch zu uninteressiert am Mittelalter. ;-) Fazit jedenfalls: Das war definitiv nicht das letzte Buch von Charlotte Lyne, das ich gelesen habe!

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    • 3
  • Leserunde zu "Das Mädchen aus Bernau" von Charlotte Lyne

    Das Mädchen aus Bernau
    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    Endlich ist es soweit, eine neue Leserunde mit Charlotte Lyne startet. Im November ist ihr neustes Buch erschienen „Das Mädchen aus Bernau“. Wiederum entführt sie ihre Leser ins Mittelalter. Diesmal ist Berlin der Ort des Geschehens. Die Autorin wird die Leserunde begleiten und ihre Leser wie gewohnt mit Hintergrundinformationen versorgen.   Inhalt: Berlin, 1320. Die junge Magda Harzer macht sich mit ihren drei Brüdern auf  ins Herz der frisch befestigten Doppelstadt Cölln-Berlin, wo sie sich unverhofft inmitten des Konflikts um die Kaiserkrone wiederfindet. Die Wege der Geschwister trennen sich. Als Papst Johannes XXII. den Kirchenbann über Berlin verhängt und einer ihrer Brüder wegen Aufruhrs und Mordes verhaftet wird, muss Magda all ihren Mut zusammennehmen und um ihn kämpfen. Nur Thomas, ein junger Franziskaner-Mönch, steht ihr bei. Und auch sein Leben wird sich von Grund auf ändern     Bist du neugierig? Möchtest du mitlesen? Dann bewirb dich auf eines von 15 Testleseexemplare, die der Bastei Lübbe Verlag zur Verfügung stellt.  Beantworte  folgende Frage bis am 6. Februar 2014:  Weshalb möchtest du diesen Roman lesen?      Jede/r Gewinner/in verpflichtet sich, möglichst zeitnah das Buch zu lesen und  anschließend  eine Rezension zu schreiben. Es selbstverständlich, dass  ihr euch in den Leseabschnitten mit den anderen Teilnehmern austauscht. Vorankündigung: Charlotte Lyne wird vom 16.-25. Februar 2014 auf einer Reise sein. Wenn sie Internetempfang hat, wird sie auch von unterwegs euere Fragen beantworten. Ansonsten wird sie nachher wie gewohnt sich an der Leserunde beteiligen.   Lesestart ist am 26. Februar 2014

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    • 1562
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. May 2014 um 18:20
  • Intrigen und heimliche Lieben im mittelalterlichen Berlin

    Das Mädchen aus Bernau
    Literatur

    Literatur

    11. April 2014 um 13:47

    Brandenburg im 14. Jahrhundert: Nach tragischen Schicksalsschlägen sucht die Brauersfamilie Harzer aus Bernau ihr Glück in der aufstrebenden Doppelstadt Cölln-Berlin, doch der Neubeginn wird härter als gedacht: mit ihrer harten Arbeit, ihrer direkten Art und ihrer Tatkraft sichert die junge Magda täglich das Überleben der Familie und trotz aller Widerstände den Zusammenhalt der Familie. Als ihr Bruder Diether nach dem Mord des Propstes von Bernau als Sündenbock büßen soll, um einen drohenden Kirchenbann über die Stadt zu verhindern, kämpft sie mutig für einen Freispruch. Unterstützung findet sie in Thomas, einem vom Leben gebrochenen Mann, einem angehenden Franziskanermönch und ihrer heimlichen Liebe.    Charlotte Lyne vermittelt dem Leser einen sehr guten und detaillierten Eindruck über die Lebensumstände im mittelalterlichen Berlin zur Zeit des Kirchenbanns und lässt die historischen Zusammenhänge in der Familie Harzer einfühlsam und menschlich lebendig werden. So hat jeder in der Familie seine Eigenheiten, seine Stärken und Schwächen und geht seinen eigenen Weg, was individuell herausgearbeitet wird und für jeden einzelnen Charakter passend wirkt. Die traurigen Erlebnisse und die Lebensumstände der Familie färben die Grundstimmung ein wenig düster ein, die durch Magdas beherzten Mut und ihren unbeirrbaren Überlebensdrang einen optimistischen Lichtpunkt erhält. Diese Atmosphäre verleiht dem Roman einerseits eine authentische Note, auf mich wirkte es oft aufreibend und belastend. Gelegentlich hat mir der emotionale Nachklang von Situationen gefehlt, d.h. es wird zwar im Text über Gefühle gesprochen, doch wurden diese für mich zwar nachvollziehbar, doch nicht wirklich spürbar.   "Das Mädchen aus Bernau" ist ein historischer sehr gut recherchierter und lehrreicher Roman, der mich sehr gut unterhalten und mir das mittelalterliche Berlin näher gebracht hat. Trotz kleiner Schwächen überwiegen für mich eindeutig die positiven Leseeindrücke, sodass ich den Roman allen weiterempfehlen kann, die sich für das Genre oder für die Geschichte Brandenburgs oder die des Mittelalters interessieren.

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  • Eine starke Frau sorgt für ihre Familie

    Das Mädchen aus Bernau
    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    25. March 2014 um 14:13

    Bernau 1320:  Magda lebt mit ihrer Familie in Bernau. Sie betreiben eine Brauerei. Magda hat die Gabe in den Träumen den Tod von Familienmitgliedern vorauszusehen. So sieht sie den Tod ihres Vaters, von Grossvaters Schwester und Endres voraus. Als die Familie vor dem Nichts steht, will Utz mit Magdas Aussteuer der Familie in Berlin ein neues Leben bieten. So kauft er blindlings ein Stadthaus, welches sich als ein windschiefes, zugiges Holzhaus herausstellt.  Sie haben kein Geld und nichts zu essen. Auf harte Art und Weise lernen sie die Gesetze und Gepflogenheiten in Berlin kennen.  Da Utz‘ Traum, als Händler tätig zu sein, zerplatzt, beginnt Magda wieder Bier zu brauen. So hält sie die Familie über Wasser. Als sie glaubt, endlich etwas aufatmen zu können, muss sie wieder um einen Bruder bangen und ihm zur Hilfe eilen.     Wie bei allen Historischen Romanen von Charlotte Lyne, ist auch in diesem Buch die Authentizität, die die Geschichte mit Hochgenuss lesen lässt. Man merkt einfach, dass die Autorin immer intensive Recherche betreibt. Die Sprache und der Schreibstil sind der Zeitepoche angepasst. So schlüpft der Leser in das Berlin von anno dazumal und sieht die Stadt vor sich. Auch die Protagonisten sind liebevoll ausgearbeitet. Sofort stellen sich Sympathien und für einige auch Antisympathien ein.     Der Roman lässt sich einfacher lesen als seine Vorgänger. Obwohl der Familie viele Prüfungen auferlegt werden und man fast verzweifelt, weil die arme Magda nie zur Ruhe kommt. Als einzige Frau muss sie den Familienbetrieb aufrechterhalten. Auch von aussen wird die Familie ständig mit Bösartigkeiten konfrontiert.     Wenn das Buch auch etwas geschrieben ist als seine Vorgänger, ist auch es ein absolutes Highlight. Ein Muss für alle Liebhaber von Historischen Romanen. 

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  • Einfach wieder WUNDERBAR!!

    Das Mädchen aus Bernau
    KatharinaJ

    KatharinaJ

    21. March 2014 um 17:13

    Brandenburg 1320 - Magda Harzer, das Mädchen aus Bernau. Gemeinsam mit ihrer Familie lebt, liebt und braut sie in ihrer Heimatstadt. Trotz aller Schicksalsschläge die das Leben für die Menschen damals bereit hielt, geht es den Harzers relativ gut. Bis zu dem Tag als ein enger Freund der Brauerfamilie durch ungeklärte Umstände ums Leben kommt. Gebrochen ziehen die Harzers auf der Suche nach dem großen Glück nach Berlin und hoffen dort in das Brauereigeschäft einsteigen zu können. Jedoch fallen sie auf einen Betrüger rein und stehen völlig mittellos und alleine in einer fremden Stadt. Nur Thomas, ein junger Franziskaner steht ihnen immer wieder in größter Not bei – Es entbrennt eine verbotene Liebe. Wie nicht anders zu erwarten hat Charlotte Lyne wieder einen super spannenden, interessanten und vielseitigen Roman geschrieben. Schon seit dem ersten historischen Roman von ihr bin ich ein großer Fan und verschlinge ihre Werke gerade zu. Die Protagonisten sind liebenswert und mit vielen Details beschrieben – Gerade Magdas Brüdern möchte man allerdings manchmal den Hintern versohlen. Man fühlt und leidet von Anfang an mit Magda, ihren drei Brüdern und dem knurrigen Großvater. Auch die Liebesgeschichte die sich zwischen dem Franziskaner und Magda entwickelt hat genau die richtige Prise „Kitsch“ und ist einfach nur schön. Für mich gab es von Anfang bis Ende überhaupt nichts zu bemängeln und ich wäre gerne noch weiter in Berlin bei den Harzers geblieben. Vielen Dank an Magda mit ihrer spannenden Geschichte für diese Befreiung aus meiner kaum noch erträglichen Leseflaute. Auch „Das Mädchen aus Bernau“ bekommt wieder 5 absolut verdiente Sterne!

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  • Brandenburg im 14. Jahrhundert

    Das Mädchen aus Bernau
    Spatzi79

    Spatzi79

    20. March 2014 um 10:09

    Brandenburg, Anfang des 14. Jahrhunderts. Die Harzers leben in Bernau, einer kleinen Stadt in Brandenburg. Nach dem Tod ihrer Tante ist die junge Magda die einzige Frau in der Familie und geht gemeinsam mit ihren drei Brüdern Lentz, Utz und Diether, ihrem Großvater der Familientradition des Bierbrauens nach. Ebenfalls zur Familie gehört Endres, der Patensohn des Großvaters, der im gleichen Alter wie die Brüder ist und dem Magda ganz besonders zugetan ist. Obwohl der Alltag nicht immer ganz einfach ist, liebt Magda ihre Heimat und geht davon aus, dort auch ihr Leben zu verbringen. Doch dann kommt alles anders und die kleine Familie zieht nach Cölln-Berlin um. Dort will sich Utz eine neue Zukunft als Kaufmann aufbauen, doch dies erweist sich als schwieriger als gedacht und die Familie scheint von einer Katastrophe in die nächste zu schlittern. Immer wieder ist es Magda, die einen Ausweg findet und die Familie zusammenhält. Unerwartete Unterstützung erhält sie dabei von Thomas, einem Franziskaner-Anwärter. Das Buch hat mich unglaublich gefesselt, ich mochte es gar nicht aus der Hand legen. Einerseits wirkte die Situation der Familie Harzer oft hoffnungslos, aber Magda ist eine wunderbare Figur, die nie aufgibt und trotz ihres jugendlichen Alters immer wie eine Löwin für ihre Familie kämpft. Sie muss einem einfach ans Herz wachsen und ich habe sie beim Lesen sehr bewundert! Den Männern der Familie, besonders den Brüdern Utz und Diether hingegen hätte ich am liebsten den einen oder anderen Tritt in den Allerwertesten verpasst. Sie geben größtenteils wirklich kein gutes Bild ab, lassen sich übervorteilen, denken in erster Linie nur an sich und wälzen Last und Verantwortung nur zu gerne auf ihre Schwester ab. Auch der Großvater und Lentz sind nicht wirklich eine Hilfe. Die Beziehung zwischen Magda und Thomas ist auch keine klischeehafte, rosarote Liebesgeschichte handelt, sondern hier treffen zwei Menschen mit Problemen und Vergangenheit aufeinander, helfen sich gegenseitig und stehen füreinander ein. Das Ende fand ich überraschend und für Romantiker vielleich nicht ganz befriedigend, objektiv gesehen aber eine interessante Wendung und so auch irgendwie passend. Sehr gut gelungen finde ich auch die Beschreibungen der damaligen Zeit, erst in Bernau und dann in der sich sprunghaft entwickelnden Stadt Berlin. Hier habe ich mich regelrecht ins 14. Jahrhundert versetzt gefühlt und auch einiges gelernt. Insgesamt ein wunderbares Buch, das von mir aus ruhig noch hundert Seiten mehr hätte haben dürfen!

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  • Eine aufstebende Stadt im 14. Jahrhundert

    Das Mädchen aus Bernau
    allegra

    allegra

    20. March 2014 um 08:33

    Inhalt in eigenen Worten In ihrem historischen Roman „Das Mädchen aus Bernau“ erzählt Charlotte Lyne die Geschichte einer einfachen Bierbrauer Familie, die vom brandenburgischen Bernau in die aufstrebende Doppelstadt Cölln-Berlin zieht. Bereits in Bernau wird die Familie, die aus Großvater sowie seiner Enkeltochter Magda und ihren Brüdern Lentz, Utz und Diether besteht, von einer Reihe von Schicksalsschlägen heimgesucht. Utz, der sich nicht als Bierbrauer geboren fühlt, sondern von einem Leben als wohlhabender Kaufmann in Berlin träumt, nimmt die Organisation des Umzugs der Familie in die aufstrebende Stadt in die Hand. Doch auch dort hält das Leben für die Familie nicht wenige Tiefschläge bereit, sodass Magda und der Großvater wieder beginnen, Bier zu brauen, um damit die Familie zu ernähren. Derweil gehen die Brüder verschiedenen Aktivitäten nach, die Magda immer wieder an den Rand der Verzweiflung bringen. Ein Franziskaner Novize namens Thomas kreuzt immer wieder Magdas Wege und scheint wie ein Schutzengel über den Geschicken der Familie Harzer zu schweben. Doch kann er Magdas Bruder helfen, als dieser in wirklich ernsthaften Schwierigkeiten steckt? Meine Meinung Mit diesem Roman taucht man in das Leben von Handwerkern und Händlern in Bernau und in Berlin im 14. Jahrhundert ein. Man erlebt die Welt, wie sie sich für die kleineren Leute angefühlt hat, die nicht so wirklich informiert waren über die große Politik von Königen und Papst. Die Hauptfigur Magda ist eine sehr rührige junge Frau, für die es selbstverständlich ist, sich bis zur Erschöpfung für den Zusammenhalt ihrer Familie zu verausgaben. Die Brüder lassen sich viel eher von Schicksalsschlägen unterkriegen, lediglich der Großvater erwacht so richtig zu neuem Leben, als seine Kenntnisse und Erfahrungen als Bierbrauer wieder gefragt sind. Mir hat sehr gut gefallen, dass die mittelalterliche Stadt so richtig detailliert beschrieben ist, dass man wirklich meint die verschiedenen Düfte zu riechen und der Lärm auf den Marktplätzen zu hören. Es ist sehr interessant, mitzuverfolgen wie die Handwerkerleute versuchen Fuß zu fassen in der Großstadt und in wie viele Fettnäpfchen sie dabei treten. Die historischen Hintergründe sind folgerichtig nicht im Zentrum der Geschichte, weil die Handlung aus der Sicht von einfachen Leuten erzählt wird, die selber nicht über die politischen Entwicklungen informiert waren. Sie werden immer mal wieder eingestreut, aber weil mir diese Zeit und die Geschichte Berlins so gar nicht bekannt sind, waren mir die Erklärungen zu den politischen Zusammenhängen etwas zu knapp. Das Glossar im Anhang des Buches sowie der historische Stadtplan von Berlin haben aber einiges wieder nachgeholt. Etwas befremdlich finde ich den Text auf der Rückseite des Buches. Wer sich die Spannung nicht verderben möchte, sollte den Text nicht vor der Lektüre des Buches lesen. Er kann leicht zu Enttäuschungen führen, weil er eigentlich nur vom letzten Viertel des Buches handelt. Für mich spiegelt er den Inhalt des Buches nicht wirklich. Mein Fazit Ich kann dieses Buch Liebhabern von guten historischen Romanen nur ans Herz legen. Gerade weil es nicht so viele Bücher zum 14. Jahrhundert gibt, ist es sehr interessant, diese Zeit mit den sorgfältig gezeichneten Bildern einer aufstrebenden Stadt, zu füllen.

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  • Ein spannender historischer Roman im mittelalterlichen Berlin!

    Das Mädchen aus Bernau
    chymaya

    chymaya

    18. March 2014 um 19:44

    „Das Mädchen aus Bernau“ ist ein Roman, der im späten Mittelalter im brandenburgischen Bernau und später in der neu gegründeten Stadt Cölln-Berlin spielt. Die Brauerfamilie Harzer aus Bernau, deren jüngstes Mitglied Magda die Titelheldin des Romans ist, wird von einer ganzen Reihe schwerer Schicksalsschläge heimgesucht. Zwei ungeklärte Mordfälle an Familienmitgliedern, sowie Verdächtigungen gegen Magdas Brüder führen dazu, daß die Familie ihre Brauerei in Bernau aufgibt und in die noch junge Doppelstadt Cölln-Berlin zieht. Hier wollen sie sich eine neue Existenz aufbauen, aber auch in Berlin reißt die Kette der Unglücksfälle nicht ab. Magda kämpft für ihre Familie und das Überleben des Bruders, als dieser unverschuldet in Gefahr gerät. All dies wird überschattet von der Frage nach dem Mörder, der auch Magdas Familie ins Unglück stürzte. Das Buch lebt von seinen unterschiedlichen und sehr vielschichtigen Charakteren. Jeder von ihnen ist auf seine Art liebenswert und man fiebert sehr schnell mit den einzelnen Personen mit. Auch wenn die handelnden Personen jeder nach seinem eigenen Willen und Temperament handelt, so greifen sie jedoch ineinander wie Räder in einem Uhrwerk und  bringen die Handlung voran. Das Buch ist sehr lebendig geschrieben, die Autorin benutzt eine sehr kraftvolle und ausdrucksstarke Sprache mit ungewöhnlichen Wendungen, die man sich unbedingt notieren sollte. Man taucht sehr schnell in die Geschichte ein und möchte das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen. Schnell merkt man, daß bei den beschriebenen Mordfällen irgend etwas nicht stimmt und rätselt mit wer der Mörder sein könnte. Charlotte Lyne versteht es jedoch meisterhaft dem Leser zwar den Tathergang zu beschreiben, ihn jedoch völlig über den Täter im Unklaren zu lassen. Erst am Schluß zeigt sich, wie folgerichtig der Mörder vorgegangen ist. Magda, die es wirklich nicht leicht mit ihren Brüdern hat, erhält Hilfe von einem Franziskanermönch mit geheimnisvoller Vergangenheit. Zwischen beiden entspinnt sich eine Liebe, die nicht sein darf. Diese Liebesgeschichte ist ein schöner Kontrapunkt zu den von Schwierigkeiten gebeutelten  Brüdern Magdas, enthält aber aufgrund der unbekannten Vorgeschichte des Franziskaners und der Unvereinbarkeit von Liebe und Klosterleben eine ganz eigene Spannng. Ich habe dieses Buch mit seiner sehr dichten Handlung und dem sorgfälltig recherchierten historischen Hintergrund sehr gerne gelesen und kann es allen Liebhabern historischer Romane nur empfehlen.

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  • "Schaut... auf die Stadt! Dort liegt Berlin."

    Das Mädchen aus Bernau
    Svanvithe

    Svanvithe

    "Pass ma uff Keule. Berliner sin nett untananda und ooch zu ihre Jäste", hätte es vielleicht im 14. Jahrhundert gut heißen können, wenn es denn die Berliner Kodderschnauze schon gegeben hätte, die manch empfindliche Ohren und Wesen heute als etwas derb und plautzig wahrnehmen und sich daher eingeschüchtert fühlen. Doch im Gegensatz zum Ruf des Berliners, unfreundlich, rücksichtslos, ruppig und rechthaberisch zu sein, meint der Berliner es meist aber nicht so, wie es vorne rauskommt. Denn im Grunde haben die Berliner immer ein großes Herz, das sie auf der Zunge tragen. Und das trotz ihrer schnoddrigen Art und entwaffnenden Direktheit. Denn die "große Klappe" ist eigentlich nur der Ausdruck ihrer (angeborenen) Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe. Statt langatmig und arglistig um den Brei herumzureden, wird einfach gesagt, wie es ist, quasi Tacheles geredet. Mit diesem Bild eines Berliners vor Augen, der kein Blatt vor den Mund nimmt und diesen noch unverhältnismäßig weit aufreißen kann, begeben wir uns 1325 mit der Bernauer Familie Harzer mitten hinein in die lebendige Doppelstadt Cölln-Berlin, die aus zwei jungen aufstrebenden Metropolen besteht, die sich zu beiden Seiten der Spree, im heutigen Stadtbezirk Mitte, aus zwei Kaufmannssiedlungen entwickelten. Da die Lage am Spreeübergang und Schnittpunkt bedeutender mittelalterlicher Handelsstraßen günstig war, nahmen beide Städte innerhalb kurzer Zeit einen schnellen Aufschwung und bildeten 1307 eine Union. Über 400 Jahre existierten beide Städte in enger Abstimmung und Zusammenarbeit parallel nebeneinander, bevor sie sich 1709/1710 auf Befehl des preußischen Königs Friedrich I. unter Einschluss der weiteren Städte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Residenzstadt Berlin vereinigten. In der Doppelstadt brodelt es. Ludwig der Bayer und Papst Johannes XXII. streiten darum, wem die Kaiserkrone zusteht. Davon bekommen Magda, "Das Mädchen aus Bernau", und ihre drei Brüder Lenz, Utz und Diether sowie der Großvater zunächst nicht viel mit. Sie haben eigene Sorgen. Als Bierbrauer waren sie in Bernau angesehen, nun versuchen sie nach einigen Schicksalsschlägen einen Neustart als Händler am Alten Markt. Doch Utz, den es mit aller Macht zu den Kaufleuten zieht, hat sich übers Ohr hauen lassen, und sie bekommen kein Standrecht. Bis auf Magda versinken die sonst so arbeitsamen Männer sämtlichst in Resignation. Erst als sie sich auf ihr Können, das Brauen von Bier besinnen, geht es aufwärts. Und mit Thomas scheint es auch die Liebe in Magdas Leben wieder zu geben. Währenddessen wird die Stimmung immer gereizter und zusätzlich durch Nikolaus, den Probst von Bernau, mittels seiner bedrohlichen menschenfeindlichen Predigten angeheizt. So kommt es zum Eklat, die Wut der Bevölkerung entlädt sich, und Nikolaus findet vor den Toren der Marienkirche den Tod. Gekonnt verwebt Charlotte Lyne historische Ereignisse mit den handelnden Personen und lässt die Zeit des Geschehens so bildhaft vor dem Auge erstehen, dass man meint, dabei zu sein. Dazu ist zum einen auch die Karte aus dem 14. Jahrhundert, die den Umschlag innen ziert, hilfreich. Viele Straßen, Plätze und Bauwerke gibt es immer noch, so dass man sich mit ein wenig Kenntnis des heutigen Berlins in der Doppelstadt des 14. Jahrhunderts gut zurechtfindet. Zum anderen verschafft einem die Autorin mit ihrer feinfühligen und ausdrucksvollen, fernab von Klischees gewählten Sprache eine vorstellungsintensive Teilnahme nicht nur am Leben der Menschen unter zum Teil widrigen Umständen, sondern ebenso an ihrem Handeln, Denken und Fühlen, so dass man sich zugehörig fühlt und bereits beim Lesen bedauert, sich irgendwann von den lieb gewonnenen Personen verabschieden zu müssen. Mir werden sie deshalb alle fehlen: Opa Harzer, dessen Versuch, seine Enkel zu lebenstüchtigen Menschen zu erziehen, nicht in Gänze gelungen, der jedoch immer noch zu Einsichten fähig ist. Diether, den ich trotz seiner Eskapaden schnell ins Herz geschlossen habe. Denn einer, der an sich zweifelt und der Meinung ist, zu nichts zu taugen, weil es es mit Schlägen und Schelte fast täglich belegt bekommt, kann schon dumm und unüberlegt handeln. Doch wenn in so einem Menschen ein guter Kern steckt, der nur freigepellt werden muss, ist er nicht verloren. Nicht vergessen werde ich den "Drachentöter" Hans, der für Freunde auch in die Bresche springt, wenn sie ihm ein X für ein U vormachen wollen, der vorlaute Petter, der wie ein echter Berliner gern mit dem Mund vorneweg ist, aber trotzdem zu seinem Wort steht, und all die anderen, die wie Pech und Schwefel zusammenhalten, füreinander einstehen und Berlin zu etwas Besonderen machen (werden). Sie haben das Zeug dazu, den Mut und die Hingabe, etwas Neues schaffen zu wollen... Natürlich werde ich auch Thomas vermissen, dieses kraftstrotzende Mannsbild, das ein Erdrutsch in Mönchskutte ist, das sich schon mal in die Hand beißen lässt und dann trotzdem die Schönheit des Mädchens rühmt und sie küsst. Dessen Augen manchmal wie eine Laute schlagen, und in dessen Wimpern sich ein Funkeln verkriecht. Vor allem aber werde ich Sehnsucht nach Magda haben, diesem würzschönsten, krautstämmigen, auf guter Brandenburger Erde gewachsenen Mädchen mit ihrem eindrucksvollem Mut und ihrer beachtlichen unversiegbaren Hoffnung, deren bescheidener Wunsch es ist, dass ihre Familie zusammen ist, dass sie es alle warm beieinander haben und dass über dem Feuer stets ein Topf hängt, in dem dicke Erbsen für den Abend köcheln, und die zupackt und nicht viel Gedöns darum macht, die von Innen strahlt und einfach das Herz auf dem rechten Fleck hat. Eine Berlinerin eben...

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    • 2
  • Magda und ihre Brüder

    Das Mädchen aus Bernau
    Nina2401

    Nina2401

    16. March 2014 um 20:45

    Zunächst habe ich ein bisschen Zeit, Magdas Familie kennen zu lernen, bevor sie sich nach Berlin aufmachen, um dort noch einmal ganz von vorne zu beginnen. Magdas Familie ist ein Sammelsurium von unterschiedlichen und skurrilen Männern, drei Brüder und der etwas knarzige Großvater. Magda hat mir von Anfang an am besten gefallen, sie ist so taff, behauptet sich in ihrer „männerlastigen“ Familie und ist auch nicht auf den Kopf gefallen. Schon ziemlich früh erfahre ich von ihren vorausschauenden Träumen, eine Gabe, die ich sehr faszinierend finde. Von Anfang an war ich berauscht von der wunderschönen Sprache, in der Charlotte Lyne erzählt. Sie spiegelt die Stimmung der damaligen Zeit so gut wieder, sie ist poetisch, sie ist dramatisch und auch humorvoll. Charlotte Lyne zelebriert Sprache auf eine ganz besondere Art. Und sie bringt so wunderschöne Sätze hervor, die ich leider nicht alle hier aufschreiben kann, denn das würde den Rahmen sprengen. Aber ich habe es so sehr genossen, einzutauchen und mich treiben zu lassen. Manche Stellen habe ich bewusst langsam gelesen, so wie eine Delikatesse, die man sich auf der Zunge zergehen lässt. Aber das funktionierte nur an wenigen Stellen, denn weil die Handlung so spannend war, wollte ich natürlich unbedingt wissen, wie es weiter geht. Charlotte Lyne überrascht mich mit immer neuen Wendungen. Sie geizt nicht mit Dramatik und mutet ihren Harzers einiges zu. Aber zwischendurch kann ich mich immer wieder „erholen“ und mich einlullen lassen von wunderschön beschriebenen Szenen. Die meiste Zeit steht natürlich Magda im Mittelpunkt des Geschehens. Aber in einem weiteren Strang lerne ich Thomas kennen, eine absolut faszinierende Persönlichkeit mit einer zunächst geheimnisvollen Vergangenheit. „Die Liebe war ihnen in den Schoß gefallen“ … wieder so eine wunderbare Beschreibung von Charlotte Lyne. Auch die Liebesgeschichte ist sehr dramatisch und doch auf ihre Art wunderschön. Es gibt ein Happyend, was vielleicht nicht jeder als solches erkennt. Für mich war es perfekt und absolut stimmig! Magda werden viele Prüfungen auferlegt, aber sie zerbricht nicht, sondern wird nur stärker. Vor dem fantastisch recherchierten Hintergrund erlebe ich, wie Magda zu einer mutigen jungen Frau heranreift und wie eine Löwin kämpft … für ihre Familie und auch für sich. Die historischen Hintergründe erzählt Charlotte Lyne genauso fesselnd und spannend wie den Rest der Geschichte. Ich habe so viel erfahren, was ich bisher nicht wusste und es wurde mir auf eine wunderbare Art vermittelt. Am Ende mochte ich mich gar nicht trennen von diesem wundervollen Buch … Ich bin so beeindruckt von der Erzählkunst, die auf der einen Seite eine wunderbare Leichtigkeit ausstrahlt und gleichzeitig so sehr in die Tiefe geht. Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an die noch junge Stadt Berlin und an Magda, dieses tapfere und starke Mädchen!

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  • Das Mädchen aus Bernau von Charlotte Lyne

    Das Mädchen aus Bernau
    mecedora

    mecedora

    15. March 2014 um 20:57

    Wir schreiben das Jahr 1320, als im brandenburgischen Bernau die junge Brauerin Magda Harzer sich mit ihren drei Brüdern und ihrem kauzigen Großvater aufmacht in eine gerade erst entstehende Stadt: Berlin. Dort hoffen die Harzers das Glück und eine Zukunft zu finden und nach einigen schweren Schicksalsschlägen in ihrer Heimatstadt, die ihnen ein Leben dort nunmehr unmöglich machen, wieder Fuß zu fassen.  Drei ganz unterschiedliche Brüder hat Magda und sie ist es, die die Familie zusammenhält - mit ihrer Liebe, ihrer Arbeit und ihrer manchmal ein wenig ruppigen, aber umso liebevolleren Ehrlichkeit. Doch auch in Berlin wird es den Harzers nicht leichtgemacht: intrigante Händler, ein missgünstiges Umfeld, Streit und Geldsorgen, aber auch schwelende Konflikte um die Kaiserkrone lassen sie immer wieder straucheln und herbe Rückschläge erleiden, doch auch Menschen kennenlernen, die ihnen Halt und Freundschaft bieten - und sogar Liebe. In Berlin brodelt es, die Stadt wächst und etabliert sich langsam, wird reicher und größer, voller und moderner, ist aber auch ein Kessel der Konkurrenz und der Missgunst, der Intrigen und des Hasses. Und mittendrin kämpft Magda mit ihren Brüdern um ein neues Leben und ihre Träume. Charlotte Lyne hat mit "Das Mädchen aus Bernau" einen Mittelalteroman geschrieben, der im aufstrebendem Berlin spielt - einem sehr spannenden Schauplatz, wirkt er durch sein lebendiges Kämpfen nach Modernität und Erfolg und das eifrige Schaffen und Wuseln ihrer Bewohner extrem plastisch und einnehmend. Plastisch und einnehmend sind, wie immer in Charlotte Lynes Romanen, die Figuren des Buchs, allen voran Magda, die zupackende, ehrliche, sich aufopfernde, mit beiden Krautstampfern im Leben stehende Magda, der Mittelpunkt der Familie Harzer, um die die Brüder und der Großvater (allesamt auch sehr gut charakterisiert in ihrer Verschiedenheit und ihren Eigenheiten) wie Monde kreisen. Neben den Hauptfiguren haben sich in diesem Buch besonders einige der Nebenfiguren in mein Herz geschlichen: der übermütige Bäcker Petter, der treueste aller Freunde, Hans, und Michel, der schelmisch-ruhige Wirt, der es schafft, aus einer schlichten Eckkneipe einen Ort zum Wohlfühlen zu machen. "Das Mädchen aus Bernau" ist ein spannender historischer Roman, der dem Leser nicht nur ein hochinteressantes Stück Geschichte erzählt und in die Kinderstube einer Weltmetropole unserer Tage eintauchen lässt - immer authentisch und sorgfältigst recherchiert -, sondern auch eine ganz persönliche Geschichte des Scheiterns und Strauchelns, des Suchens nach dem Glück und dem Erfolg, des Familienzusammenhalts und der Freundschaft, der Liebe und des Verbrechens erzählt, die nicht nur fesselt, sondern auch ungemein unterhält. Mit gewohnter Eloquenz und Stilsicherheit schreibt Charlotte Lyne einen anspruchsvollen, zugleich aber sowohl sprachlich wie auch inhaltlich wirklich überzeugenden Roman. Nicht gar so komplex wie andere ihrer Romane, wird auch in "Das Mädchen aus Bernau" ein gekonntes Netz an Einzelheiten und Begebenheiten, Ereignissen und Entwicklungen gesponnen, das sich nach und nach verdichtet und einen wunderbaren Sog auf den Leser ausübt, der das Buch kaum mehr aus der Hand legen möchte.  Dies ist kein Friede-Freude-Eierkuchen-Buch, aber es überzeugt durch eine realistische und fesselnde Familiengeschichte, die gekonnt mit der Stadtgeschichte Berlins gekoppelt und verbunden ist, bestens recherchier und mindestens ebenso gut erzählt. Es unterhält ungemein, lässt lachen und trauern, mitfiebern und mitkämpfen und, trotz aller Unwegsamkeiten und Rückschläge im Leben der Harzers, den trotz aller Schwierigkeiten und Kämpfe, trotz aller Härte und Schicksalsschläge, trotz Grausamkeit und Bösartigkeit, den auf eine große Zukunft gerichteten Fortschrittswillen, das unermüdliche Kämpfen darum, die Stadt und sich selbst erfolgreich zu machen und zu verwirklichen und einem über allem liegenden Optimismus erkennen.  Eine wunderbare Mischung, die sich viereinhalb Sterne von mir verdient hat und eine Leseempfehlung an alle Liebhaber des Genres.

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  • Die Geschichte eines Mädchens, ihrer Familie und ihrer Stadt

    Das Mädchen aus Bernau
    Biene759

    Biene759

    15. March 2014 um 10:39

    Inhalt: Brandenburg, 1320. Die junge Magda Harzer macht sich mit ihren drei Brüdern auf in die frisch befestigte Doppelstadt Cölln-Berlin, wo sie sich unverhofft inmitten des Konfliktes um die Kaiserkrone wiederfindet. Der Probst von Bernau fällt einem grausamen Mord zum Opfer, und Papst Johannes XXII. droht, den Kirchenbann über Berlin zu verhängen. Um das zu verhindern, soll Magdas Bruder Diether als Sündenbock geopfert werden. Mit allem Mut kämpft Magda um das leben ihres Bruders - und um die Zukunft ihrer Stadt. Zur Seite steht ihr nur einer: Thomas, junger Franziskaner, den seine Gefühle für Magda in einen Gewissenskonflikt stürzen. Nicht nur ihr, sondern auch sein Leben wird sich durch den Kampf um Berlin von Grund auf ändern. Meinung: Dieses Buch, mit der Geschichte der jungen Magda, ihrer Familie und ihrem Berlin hat mich gefangen genommen. Und ich bin immer noch nicht wieder ganz zurück. So gut hat es mir gefallen. Wie ich diese Rezension am besten schreib, dass ich nicht zu viel vom Inhalt verrate weiß ich noch nicht genau. Den Klappentext finde ich persönlich nämlich etwas unglücklich gewählt. Was im Klappentext steht, das passiert erst im späteren Verlauf (letztes viertel in etwa) des Buches. Für mich tut das dem Buch aber keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Um es kurz zusammenzufassen: Hier geht es um die Geschichte der Bierbrauerfamilie Harzer, allen voran der jungen Magda - die jüngste der vier Geschwister. Wir erleben mit, wie die Familie um ihre Existenz kämpft und dabei mit verschiedensten Schicksalsschlägen umgehen muss. Die ganze Verantwortung lastet auf Magdas Schultern, sie muss für ihre Brüder und ihren Großvater sorgen, weil die aus verschiedenen Gründen dazu nicht wirklich in der Lage sind. In Berlin trifft sie Thomas, der Mönch werden will und Magda zur Seite steht. Mit ihrer Liebe haben dann beide zu kämpfen. Genauso wie für ihre Stadt. Charlotte Lynes Schreibstil finde ich ganz besonders. Sie schafft es, dass ich mich innerhalb kürzester Zeit fühle, als wäre ich direkt dabei. Und es fühlt sich an, als wären alle Personen in den Büchern real und man kennt sie schon lang und trifft sie regelmäßig. Umso "schlimmer" ist es, aus dieser Welt wieder zurück zu finden. Das spricht doch sehr für die Autorin. Kurzum: Ich kann das Buch nur empfehlen und freu mich auf jedes weitere "Charlie-Buch"!

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  • Rezension: Das Mädchen aus Bernau - Charlotte Lyne

    Das Mädchen aus Bernau
    Hikari

    Hikari

    12. March 2014 um 21:48

    Das Mädchen aus Bernau ist ein historischer Roman, der im Spätmittelalter in den Jahren 1319-1325 spielt, zu einem Teil in Bernau und den Rest in Cölln-Berlin. Die meisten Romane, die ich über das Mittelalter lese, beschäftigen sich mit den oberen Schichten und stellen oft die politischen Verwicklungen und Machenschaften dar. Hier geschieht es in einer anderen Ebene. Im Mittelpunkt steht die Bierbrauerfamilie Harzer, allen voran das jüngste Kind Magda. Auf die Familie wartet im Laufe der Zeit so manch herber Schlag und Verlust, doch sie ist bewunderswert und hält zusammen. Magda ist nicht nur die Protagonistin sondern auch mein liebster Charakter. Ihren Brüder würde man gern mal ab und zu bis sehr häufig die Ohren lang ziehen, so unmöglich und dämlich benehmen sie sich. Aber das macht die ganze Geschichte auch so menschlich und greifbar. Die politischen Sachen kommen hier also eher in der Rahmenhandlung und in den direkten oder indirekten Auswirkungen zum Tragen, aber eben anders als bei Romanen mit der Oberschicht als Thema. Für mich war das sehr spannend zu lesen. Charlotte Lyne besticht mit einem guten und flüssigen Schreibstil, der es einem einfach ermöglicht, in der Geschichte abzutauchen. Es ist gut recherchiert und ausgearbeitet und man merkt die Liebe zu der Zeit und zu den Charakteren. Das Buch besitzt ein kleines Glossar, aber leider keinen Kommentar von der Autorin zu Buch/historischer Epoche und Fiktion/Wahrheit. Das finde ich zwar persönlich Schade, aber der Geschichte tut das keinen Abbruch. Alles in allem also handelt es sich hierbei um einen fundierten und angenehm lesbaren historischen Roman, der sehr menschlich und nah wirkt.

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