Charlotte McConaghy

 4,3 Sterne bei 466 Bewertungen
Autorin von Zugvögel, Wo die Wölfe sind und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Charlotte McConaghy, Jahrgang 1988, hat irische Wurzeln und wuchs in Australien auf. Ihre Passion für die Natur und Tierwelt und ihre Erschütterung über die Auswirkungen des Klimawandels inspirierten sie zu »Zugvögel«, ihrem literarischen Debütroman, mit dem sie den internationalen Durchbruch erreichte. Sie hat einen Abschluss als Drehbuchautorin der Australian Film Television and Radio School. McConaghy lebt heute in Sydney.

Alle Bücher von Charlotte McConaghy

Cover des Buches Zugvögel (ISBN: 9783596523221)

Zugvögel

 (271)
Erschienen am 26.10.2022
Cover des Buches Wo die Wölfe sind (ISBN: 9783596523429)

Wo die Wölfe sind

 (146)
Erschienen am 30.08.2023
Cover des Buches Zugvögel: Roman (ISBN: B087FDKXWB)

Zugvögel: Roman

 (4)
Erschienen am 26.08.2020
Cover des Buches Wo die Wölfe sind (ISBN: 9783732419654)

Wo die Wölfe sind

 (21)
Erschienen am 30.03.2022
Cover des Buches Zugvögel (ISBN: 9783839897058)

Zugvögel

 (21)
Erschienen am 29.09.2021
Cover des Buches Zugvögel (ISBN: B08CY7KWSQ)

Zugvögel

 (1)
Erschienen am 26.08.2020
Cover des Buches Once There Were Wolves (ISBN: 9781250244147)

Once There Were Wolves

 (1)
Erschienen am 03.08.2021
Cover des Buches Migrations: A Novel (ISBN: 9781250204035)

Migrations: A Novel

 (1)
Erschienen am 06.07.2021

Neue Rezensionen zu Charlotte McConaghy

Cover des Buches Zugvögel (ISBN: 9783596523221)
tinstamps avatar

Rezension zu "Zugvögel" von Charlotte McConaghy

Bewegender Roman über das Artensterben
tinstampvor 20 Tagen

In diesem Roman befinden wir uns in einer Zukunft, die leider gar nicht mehr weit entfernt scheint, wenn wir die Klimakrise nicht unter Kontrolle bekommen. Das Artensterben ist bereits in vollem Gange. Die Küstenseeschwalben sind eine der letzten Vogelarten, die noch nicht ausgestorben sind. Sie haben die längste Flugstrecke, denn sie sind der einzige Zugvogel, der in der Nordpolarregion brütet und in der Südpolarregion überwintert.

Ornithologin Franny Stones größter Wunsch ist es, diese Vögel zu begleiten. Sie schafft es Peilsender bei drei Küstenseeschwalben anzubringen. Obwohl ihr der Artenschutz sehr am Herzen liegt, kann sie nur mit einem Hochseefischerboot diese Reise starten.

"Ich erforsche die Flugrouten der Küstenseeschwalbe, unter besonderer Berücksichtigung der Frage, wie der Klimawandel ihre Fluggewohnheiten verändert." (S. 41/42)

In Ennie Malone, Kapitän eines dieser Boote, scheint sie endlich jemand gefunden zu haben, der genauso verrückt zu sein scheint, wie sie selbst. Bis sie ihn jedoch dazu überreden kann, seine Route zu ändern, dauert es. Die Fischerei liegt darnieder und es gibt nur noch wenige aktive Fischerboote. Franny weist sie deshalb darauf hin, dass die Küstenseeschwalben wissen, wo sich noch Fischschwärme aufhalten, denn sie sind auch ihre Futterquelle. Dies ist der ausschlaggebende Punkt für Kapitän Ennie Malone und seiner Crew, die Franny äußerst misstrauisch gegenüber sind. Eine gefährliche Reise Richtung Antarktis wartet auf sie.... 

Der Einstieg ist mir nicht sehr leicht gefallen. Nur schwer konnte ich mich mit Franny, geboren in Australien mit irischen Wurzeln, vaterlos und vom anderen Ende der Welt zurück auf die grüne Insel gebracht, identifizieren. Wie ihre Mutter ist Franny rastlos und "leidet an Wanderfüssen". Sie kann nicht allzu lange an einem Ort verweilen und ergreift eher früher als später die Flucht. Franny verspürt außerdem eine tiefe Liebe zum Meer, die ich als eher wasserscheue Person nicht wirklich nachempfinden kann. Trotzdem habe ich ihre Sehnsucht, Verzweiflung und ihren Mut immer durch die Zeilen erkennen können.

Der Weg vom Nord- zum Südpol ist die Rahmenhandlung des Romans. Während wir in der Gegenwart auf engem Raum an Bord der "Saghani" sind, erfahren wir in Rückblenden nach und nach Einzelheiten aus Frannys Leben. Sie ist jedoch eine unzuverlässige Erzählerin und führt den Leser manchmal in die Irre.
In diesen Abschnitten erfahren wir mehr über Frannys Kindheit, den Beginn einer außergewöhnlichen Liebe und einem Geheimnis, welches sie mit sich trägt.
Neben Franny sind auch die weiteren Figuren, wie Niall, Ennis und der Rest der Crew, so lebendig dargestellt, dass man das Gefühl hat, dabeizusein. Ganz besonders mochte ich den kurzen Aufenthalt am Leuchtturm in Neufundland, wo die Familie von Crew Mitglied Samuel, wohnt.

Charlotte McConaghy hat mit ihrem Debüt einen Roman erschaffen, der unter die Haut geht und nachdenklich macht. Man spürt immer wieder Frannys Kampf gegen die Zerstörung der Umwelt und auch ihren eigenen, der sie schier zerreißen möchte. Man erlebt ihrem Schmerz und ihre selbstzerstörerischen Kräfte "hautnah" mit. Die Naturbeschreibungen, das Leben auf dem Schiff und die Kälte in den Eismeeren sind sehr bildhaft dargestellt. Das Artensterben ist allgegenwärtig und macht beim Lesen sehr nachdenklich. Es bleibt ein tragisches und schmerzhaftes Gefühl beim Lesen, welches mit einem kleinen Hoffnungsschimmer am Ende dann doch noch versöhnlich ist.

Fazit:
Eine bewegende und intensive Geschichte, die beim Lesen sehr starke Gefühle hervorruft. Für Natur- und Meerliebhaber ein solutes MUSS! 

Cover des Buches Zugvögel (ISBN: 9783596523221)
Anna_Bubes avatar

Rezension zu "Zugvögel" von Charlotte McConaghy

Wanderlust
Anna_Bubevor 5 Monaten

Franny war schon als Kind erfüllt von der Wanderlust. Es zog sie raus in die Welt. Sie wollte unterwegs sein, etwas erleben. Auch als Erwachsene kann sie nicht lange an einem Ort bleiben, sehr zum Leidwesen ihres Ehemannes. Sie hatte schon immer eine besondere Verbindung zu Vögeln, wodurch sie auch ihren Mann Niall kennenlernte. Eines Tages entschließt sie sich, die vermeintlich letzten Küstenseeschwalben auf Ihrer Reise in den Süden zu begleiten. 

Auf dieser abenteuerlichen Reise begleitet man als Leser Franny und erfährt dabei auch viel über ihre Vergangenheit, die von Schicksalsschlägen geprägt ist. 

Es ist ein berührender Roman voller Schmerz und Trauer, aber auch Hoffnung. Ein Weg zurück ins Leben. Mir hat das Buch letztendlich sogar noch besser gefallen als ich vorab vermutet hätte. Sehr lesenswert. 

Cover des Buches Wo die Wölfe sind (ISBN: 9783596523429)
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Rezension zu "Wo die Wölfe sind" von Charlotte McConaghy

Ich habe mich zwei Mal verliebt
LeseBlickvor 5 Monaten

Ich habe dieses Buch am 20. Januar beendet und beim Zuklappen wusste ich, dass ich mein erstes Buchhighlight in diesem Jahr gerade beendet hatte.

Ich habe mich nicht nur in das Thema Wölfe verliebt, sondern auch in Schottland und das Projekt, welches im Buch beschrieben wird.


"Die ersten sechzehn Jahre unseres Lebens verbrachten Aggie und ich jedes Jahr zwei Monate bei unserem Vater im Wald. Unserer wahren Heimat, dem Ort, wo wir hingehörten." 

(S. 32)


Nach diesen Worten wusste ich bereits, dass ich gerade genau da angekommen bin, wo ich mich im Geiste gerade richtig fühle. Durch die Protagonistin Inti, aber auch in den Szenen mit dem Vater, spürt man diese tiefe Verbundenheit zur Natur, die uns Menschen in der heutigen Zeit im Alltag immer mehr verloren geht. Auch mir.


"Im Wald schlägt ein Herz, das wir nicht sehen können." 

(S. 33)


Und dann beschreibt die Autorin das große Vorhaben der Wolfsbiologin.

Es geht um ein Auswilderungsprojekt von Wölfen in den Cairngorms, einer Bergkette in Schottland. Es fallen Wörter, wie Renaturierung, die mir anfänglich nicht zu hundert Prozent etwas sagten. Aber was ich seit diesem Buch an Artikeln gelesen habe, dass hatte ich schon lang nicht mehr. Leider ist diese Geschichte im Buch nur eine Geschichte, Schottland hat weiterhin große Angst, Wölfe wieder anzusiedeln.

Dennoch habe ich mir beim Lesen immer wieder gewünscht, dieses Projekt wäre dort wirklich erprobt wurden. 


Der große Sinn hinter dem Projekt, war, das Raubtiere die Überpopulation an Rotwild in den Zügen der Bergkette minimieren. Denn das Rotwild hat keinen natürlichen Gegner, wird nicht gejagt und verweilt meist zu lang an einem Ort. Dort werden die landschaftlichen Flächen und zu gleich der Lebensraum kleinerer Tiere zerstört.

Es ist eigentlich logisch und dennoch bringt das Thema Wölfe in der Natur immer wieder Streit und Diskussionen auf.

Auch hier in Sachsen- Anhalt sind die Wolfssichtungen in den letzten Jahr mehr geworden. Direkte Angst habe ich keine, ich bezeichne es als Respekt, muss ein Aufeinandertreffen auch nicht unbedingt heraufbeschwören, aber ich möchte ihnen diesen Lebensraum bieten und lassen. 


"Wölfe sind scheu. Sie schützen sich, indem sie sich versteckt halten, und sind wahrscheinlich die größten Überlebenskünstler, die es gibt." (S. 290)


Und nun muss ich aufpassen, dass es keine Ode an die Wölfe wird, sondern eine Rezension zu diesem wunderschönen Buch. In jeder Seite spürt man Inti's Liebe zu diesem Projekt und wie bereits oben angesprochen, gibt es immer Gegner solcher Projekte. Im Buch sind es vor allem Farmbesitzer, die um ihre Tiere bangen. Verständlich. So stößt auch die Wissenschaftsgruppe um Inti auf Widerstand in den naheliegenden Ortschaften.

Und sofort kann man sich die Frage stellen, ist der Wolf gefährlicher für den Menschen oder der Mensch gefährlicher für den Wolf. Wie die Autorin diese Frage im Buch beantwortet, hat mein Herz mehrmals gebrochen.

Durch ihre Beschreibungen trifft sie jeden Menschenherz, was nur irgendwas für Tiere empfindet und sie beschreibt auch wie die Wölfe empfinden und das hat es für mich nur noch emotionaler und tragischer gemacht.

Sollte ich jemals einen Wolf heulen hören, wird mein Herz wohl ein erneutes Mal brechen.


"Je länger ich ihnen zuschaue, desto klarer wird mir, dass ich wohl nie begreifen werde, was im Kopf eines Wolfes vor sich geht, nicht einmal annähernd." (S. 282)


Aber nicht nur mit der Tierwelt hat Inti zu kämpfen. 

Die Autorin flechtet auch viele menschliche Konflikte in ihren Roman ein und diese sind tatsächlich auch die, die zusätzlich Spannung in die Geschichte bringen. 

Zum einen geht es um das Verschwinden eines Farmers. Schnell werden die Wölfe verdächtigt, aber die Ermittlungen sind nicht so einfach, wie gedacht. Und dann ist da noch eine ganz persönliche Geschichte in Inti's Leben, welche sie verfolgt.

Hier möchte ich gar nicht so viel verraten, denn dieser Erzählstrang wird von der Autorin bewusst bis zum Ende hin ziemlich geheimnisvoll gehalten.


Das Ende selbst war für mich zum einen tragisch, zum anderen eine große Befreiung.

Es kommt, wie es kommen muss.


Fazit

Ich glaube ich könnte Tage und Nächte über dieses Buch und dieses Thema schreiben. 

Ich bin wirklich maßlos verliebt und habe nicht nur ein erstes Highlight entdeckt, sondern auch eine neue Autorin für mich entdeckt. Ich liebe ihren Stil, aber vor allem liebe ich ihre Leidenschaft zu den Themen Tiere und Länder. So blieb mir auch nichts anderes übrig, als nach diesem Buch sofort ihr Debüt "Zugvögel" zu lesen.

Eine ganz große Leseempfehlung ❤


"Wenn wir von Naturschutz reden und davon, unsere Erde zu retten, dann müssen wir bei den Raubtieren anfangen. Wenn wir die nicht schützen, haben wir nämlich auch keine Chance, sonst etwas zu erhalten." (S. 293)

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