Charlotte Mendelson Meschugge

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Inhaltsangabe zu „Meschugge“ von Charlotte Mendelson

Claudia Rubin ist die unumstrittene Herrscherin ihrer Familie, Rabbinerin, Autorin, beliebt und attraktiv. Sie hat alles im Griff. Die Rubinfamilie ist eine Vorzeigefamilie. Gatte Norman und die vier erwachsenen Kinder verhalten sich angemessen repräsentabel. Jedenfalls bis zu jenem Ereignis, welches eigentlich den gesellschaftlichen Höhepunkt des Jahres markieren sollte: die längst überfällige Hochzeit ihres ältesten Sohnes Leo. Alles ist arrangiert, die Synagoge geschmückt, Presse, Kameras, Braut in Bereitschaft, und alle sind gekommen, dem Ereignis beizuwohnen. Bedauerlicherweise überlegt es sich Leo in allerletzter Minute anders und flieht Hals über Kopf aus der voll besetzten Synagoge - zusammen mit seiner heimlichen Geliebten Helen. Und damit nicht genug: Claudias Tochter Frances langweilt sich fürchterlich in ihrer Ehe, vor allem mit ihrem Baby, und zieht unerhörte Konsequenzen. Sohn Simeon, obwohl längst erwachsen, wohnt immer noch zu Hause, während sich Tochter Emily immer jüngere Liebhaber angelt. Das ist mehr, als Claudia ertragen kann, und so startet sie einen letzten Versuch, Glanz und Gloria ihrer Familie zu bewahren, und lädt zum großen Pessachfest. Generalstabsmäßige Vorbereitungen sollen verhindern, dass irgendetwas schiefgehen könnte, aber da hat Claudia die Rechung ohne ihre Familie gemacht ... Ein urkomischer, satirischer Roman über eine liebenswerte und total chaotische Familie, mit wunderbaren Figuren, die einem ans Herz wachsen. Unterhaltsam und ergreifend.

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  • Eine schrecklich nette Familie...

    Meschugge
    Bibliophil

    Bibliophil

    22. June 2013 um 20:37

    In diesem Roman dürfen wir hinter die Kulissen der Vorzeigefamilie Rubin schauen und merken schon zu Beginn der Geschichte schadenfreudig, dass es in der Familie der Rabbinerin Claudia Rubin alles andere als harmonisch zu und hergeht. Claudia Rubin ist eine typische Karrierefrau, die glaubt alles im Griff haben zu können - selbst ihre Familie, also ihren Mann und ihre vier erwachsene Kinder. Sie ist ein Kontrollfreak, und ihre untergebenen Kinder und ihr Mann leidet jeder auf seine Weise darunter. Doch nun liegt Rebellion in der Luft! Die Geschichte beginnt damit, dass Claudias ältester Sohn Leo seine vorgesehene Braut am Hochzeitstag in der Synagoge vor versammelter Verwandt- und Bekanntschaft stehen lässt und mit seiner heimlichen Geliebten flieht. Und diese Geliebte ist nicht nur um einiges älter als Leo, sondern auch verheiratet - und zwar mit einen Rabbi. Was für ein Skandal! Anfangs hatte ich einige Mühe mit dem Schreibstil der Autorin. Verschachtelte Sätze, willkürliche Gedankensprüche und allzu kreative Umschreibungen erschwerten das Lesen. Doch mit der Zeit habe ich mich an ihren Stil gewöhnt und spätestens ab dem zweiten Drittel des Buches hat es mich richtig gepackt. Es wird richtig spannend und die Geschicht wird mit einem Witz erzählt, der durchaus an Woody Allens Humor erinnert.

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  • Rezension zu "Meschugge" von Charlotte Mendelson

    Meschugge
    JanHartmann

    JanHartmann

    23. October 2008 um 14:40

    Rabbi Claudia Rubin hat alles im Griff. Seit sie vor Jahren als Rabbi die angeblich liberale „New Belsize Liberal“ übernommen hat, gehen die Mitgliederzahlen ständig nach oben. Als Autorin verschiedener Bücher zum Thema Glück und Familie wird sie über die Grenzen ihrer Gemeinde hinaus gefeiert. Ihr Mann ein Biograf ist nicht ganz so erfolgreich wie sie und unterstützt sie, wo er kann. Ihre Kinder sind mehr oder weniger erfolgreich, wohnen großteils aber noch zu Hause und hängen sehr an ihrer Mutter beziehungsweise stehen unter ihrer Fuchtel. Diese große ganze Familienidylle bricht zusammen, als der älteste Sohn mit 34 Jahren endlich heiratet, seine Braut aber am Altar stehen lässt und mit der Frau eines befreundeten Rabbiners nach Schottland durchbrennt. Diese Schande! Ojojoj! Diese Schande! Nie wird man sich wieder in der Gemeinde blicken lassen können! Als man aber nach drei Tagen immer noch kein Lebenszeichen der Durchgebrannten vernommen hat, macht sich langsam Sorge breit. Noch nie hat ein Mitglied der der Familie länger als einen Tag lang nicht zu Hause angerufen. Als der verlorene Sohn nach Hause kommt, scheint alles nichts mehr zu nützen. Simeon, auch über dreißig und von einer Karriere als Autor, Musiker, sonst was träumend, in Wirklichkeit aber nur ein kiffendes Muttersöhnchen, das von der Familie durchgefüttert wird, verliert scheinbar endgültig die Balance und sich in endlosen Drogennebeln. Em, die Jüngste, auch zu Hause wohnend und von einer Schauspielkarriere träumend, kreuzt mit einem DragKing zu Hause auf. Frances, älteste Tochter verheiratet und im Berufsleben als Agentin stehend, zweifelt immer mehr an ihrer Mutterrolle, interessiert sich für Jay, Ems DragKing und dessen Lebenswandel, und flieht von zu Hause. Und selbst ihr Ehemann scheint Claudia zu verraten, in dem er heimlich eine Biographie über einen antisemitischen Schriftsteller und Poeten schreibt, feinsäuberlich jede Spur des neuen Buches austilgend. Dieses Familienkarussell nimmt immer mehr Fahrt auf, die Passagiere verlieren ihren Halt, entfliehen der Familie, kommen zurück, werden erneut ausgestoßen bis sich zum Schluss alles zu einem neuen fragilen Gleichgewicht findet und nichts mehr ist wie zuvor. Am Anfang war ich noch sehr genervt von all den jiddischen Einsprengseln und hebräischen Zitaten, aber nach und nach möchte man diese nicht mehr missen, zumal ein Glossar am Ende alle Begriffe erklärt. Spannend fand ich aus dieser Binnensicht heraus, wie der Krieg und der Holocaust sich noch immer in das Alltagsleben hinein auswirken. Einerseits in einer unterschwelligen Paranoia und der Furcht vor Antisemitismus, andererseits durch tatsächliche Judenfeindlichkeit, die die arbeitenden Kinder tagtäglich in ihren Büros erdulden müssen. Spannend geschrieben, eine witzige Familienchronik, die man schnell als Unterhaltungsroman lesen kann, einen aber auch nachdenklich zurücklässt und wunderbaren Gesprächsstoff liefert über den alltäglichen Antisemitismus auch hierzulande.

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