Charlotte Perkins Gilman

 4.3 Sterne bei 51 Bewertungen
Autor von The Yellow Wallpaper, Herland und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Charlotte Perkins Gilman

Charlotte Perkins Gilman wurde am 3. Juli 1860 in Hartford, Connecticut, als Charlotte Anna Perkins geboren. Mit der Erzählung Die gelbe Tapete (The Yellow Wallpaper), die auf persönlichen Erfahrungen basiert, gelang ihr 1892 der literarische Durchbruch. Spä- ter trat sie vor allem durch gesellschaftskritische Studien in Erschei- nung, u. a. über die finanzielle Abhängigkeit der Frau, und erlangte als mitreißende Rednerin viel Beachtung. Sie starb am 17. August 1935 in Pasadena, Kalifornien.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Die gelbe Tapete

Neu erschienen am 14.10.2019 als Hörbuch bei Dörlemann.

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Cover des Buches Die gelbe Tapete (ISBN:9783992000401)

Die gelbe Tapete

 (9)
Erschienen am 10.01.2011
Cover des Buches Diantha oder der Wert der Hausarbeit (ISBN:9783854765479)

Diantha oder der Wert der Hausarbeit

 (0)
Erschienen am 15.09.2017
Cover des Buches Die gelbe Tapete (ISBN:9783908778714)

Die gelbe Tapete

 (0)
Erschienen am 14.10.2019
Cover des Buches The Yellow Wallpaper (ISBN:B01K3MQJOU)

The Yellow Wallpaper

 (19)
Erschienen am 30.11.2015
Cover des Buches Herland (ISBN:9781447459736)

Herland

 (12)
Erschienen am 01.08.2012
Cover des Buches Die gelbe Tapete (ISBN:9783038200581)

Die gelbe Tapete

 (5)
Erschienen am 22.08.2018
Cover des Buches The Yellow Wall-paper and Other Stories (ISBN:9780199538843)

The Yellow Wall-paper and Other Stories

 (1)
Erschienen am 15.06.2009

Neue Rezensionen zu Charlotte Perkins Gilman

Neu

Rezension zu "The Yellow Wallpaper" von Charlotte Perkins Gilman

Sozialkritisches Schlüsselwerk des Feminismus und Schauergeschichte in einem
chumavor 5 Monaten

Eine junge Mutter leidet nach der Geburt ihres Kindes an Depressionen, ihr Ehemann John (der gleichermaßen auch als ihr Arzt fungiert) verordnet ihr absolute Ruhe und reist zu diesem Zwecke gemeinsam mit ihr und dem Dienstmädchen in eine leerstehende Villa. Kurzerhand verlegt er seine Gattin in eines der Zimmer und lässt sie dann tagsüber ohne jegliche Beschäftigung allein. Der Raum ist karg – ein Bett, das im Boden verankert ist, vergitterte Fenster und eine gelbe Tapete mit Muster, die schon bessere Tage gesehen hat.

"It is the strangest yellow, that wallpaper! It makes me think of all the yellow things I ever saw-not beautiful ones like buttercups but old foul, bad yellow things."

Zum Nichtstun verdammt, allein mit ihren Gedanken und Gefühlen, bleibt der jungen Frau nur das Anstarren der Tapete. Und schließlich beginnt sie, in dem Muster beängstigende Dinge zu sehen ...

"There are things in that paper which nobody knows but me, or ever will. Behind that outside pattern the dim shapes get clearer every day. It is always the same shape, only very numerous. And it is like a woman stooping down and creeping about behind that pattern. I don’t like it a bit. I wonder—I begin to think—I wish John would take me away from here!"

Leseeindruck
Was für eine intensive und schockierende Erzählung! Mit "The Yellow Wallpaper" ("Die gelbe Tapete") gelang Charlotte Perkins Gilman 1892 der Durchbruch als Schriftstellerin. Das Werk gilt als Schlüsseltext des Feminismus und ist einem Befreiungsschlag der Autorin selbst gleichzusetzten, denn ihre intensive und bedrückende Kurzgeschichte weist autobiographische Züge auf.

Das Bild der Frau war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stark von der Bestimmung durch den (Ehe)Mann geprägt. Die Frau sollte in völliger wirtschaftlicher und persönlicher Abhängigkeit von ihm leben, Kinder gebären und in der häuslichen Privatheit bereit und glücklich sein. Eine Depression wurde nicht als Krankheit angesehen, sondern auf die Andersartigkeit der weiblichen Gefühle zurückgeführt und deshalb natürlich auch nicht behandelt. Ruhe und Nichtstun galten als heilsam in einem solchen Fall. Wozu das führen konnte, zeigt uns diese beängstigende Geschichte besonders eindrucksvoll.

Perkins Gilman erzeugt in "The Yellow Wallpaper" eine beklemmende Atmosphäre, ihre Beschreibungen sind eingängig und bildhaft, der Stil besonders. Man fühlt sich bei der Lektüre unwohl, ist dem Gefühl von steter Bedrohung ausgeliefert. Es schmerzt beinahe, der jungen Frau bei ihrem seelischen Verfall hilflos zusehen zu müssen und gleichermaßen ist man fasziniert von dieser düsteren Geschichte. Die Protagonistin selbst schildert recht nüchtern ihr Empfinden, zieht eigene Schlüsse aus ihren Beobachtungen. Weil sie dieser Situation jedoch nicht entfliehen kann, ihr Unterbewusstsein die Gefangenschaft aber unmöglich akzeptieren kann, sucht ihr Geist den einzigen, möglichen Ausweg: den Wahnsinn.

" 'I've got out at last,' said I, 'in spite of you and Jane. And I've pulled off most of the paper, so you can't put me back!' "

Fazit
Für mich steht diese Novelle für ein intensives Leseerlebnis mit einem unterschwellig, bedrohlichen Unterton. Kurz aber schwergewichtig.

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Rezension zu "Die gelbe Tapete" von Charlotte Perkins Gilman

Feinsinniger Thrill
aus-erlesenvor einem Jahr

Wie man es dreht und wendet: Sie hat den Blues. Den Baby-Blues. Kurz nach der Entbindung geht es einer jungen Frau nicht so wie man es allgemein erwartet. Sie fühlt sich schlapp. Selbst geringe Aufgaben zehren an ihren Kräften. Ihr Mann John ist Arzt und verordnet ihr, sich selbst und dem kleinen Wurm einen ausgedehnten Erholungsurlaub. Ein kleines Häuschen weit weg von allem, was an Alltag erinnern könnte, ist schnell gefunden. 
Ein hübsches kleines Idyll in nicht minder idyllischer Umgebung. Doch es will sich keine Erholung einstellen. An Besucher ist gar nicht zu denken. Als dann doch eine Party steigt – irgendwann muss das Einsamkeitsidyll ja auch mal ein Ende haben – darf sich die junge Frau an keinerlei Vorbereitung beteiligen. 
Denn das Idyll hat Risse. Und damit sind keineswegs selbige in der Wandverkleidung gemeint. Schön wär’s, wenn es doch so wäre. Die Tapete, die gelbe Tapete, macht der Rekonvaleszenten gehörig zu schaffen. Die Farbe allein reicht schon, um sich aufzuregen. Durch die Sonne teils verblasst. Angesiedelt irgendwo zwischen Durchfall und Auswurf. Das alles ist mit ein bisschen gutem Willen verschmerzbar. Doch das Muster! Oh je! Ein Muster zum Verrücktwerden. Immer mehr steigert sich die junge Mutter in wilde Geschichten, was das Muster ihr erzählen kann, erzählen will, hinein. Erholung ade! Drehbuchschreiber könnten aus ihren Psychosen mörderische Geschichten erfinden. Von Monstern, die des Nachts aus ihrer Zweidimensionalität kriechen und dreidimensional für Schrecken und Horror sorgen. John bemerkt die Veränderungen an seiner Frau nicht. Vielmehr sorgt er sich, dass seine Behandlungsmethoden nicht anschlagen. Erst kurz vor dem Ende des Erholungsurlaubes, der diese Bezeichnung noch nie verdient hatte, sind die Anzeichen für Schlimmeres nicht mehr von der Hand zu weisen…
Charlotte Perkins Gilman – drei Jahr vor ihrem Tod wurde ein anderer, durch seine Rolle in einem Psycho-Streifen weltbekannter Schauspieler geboren: Anthony Perkins, der Norman Bates aus Hitchcocks „Psycho“ – macht die Beklemmung einer jungen Frau greifbar, die gefangen ist zwischen Pflicht- und Traumerfüllung. Sie will eine gute Mutter sein, kann es aber nicht, weil ihr die Kraft fehlt. Ebenso wie das Eingeständnis, dass sie sehr wohl das Recht hat ihrem Mann alles zu gestehen. Der wird unfreiwillig zum Handlanger des Bösen. Er sieht nicht, vielleicht will er aus falsch verstandenem Standesbewusstsein es auch nicht sehen, wie sehr seine Frau sich ängstigt in dem Zimmer mit der gelben Tapete. 
Ein kleines Buch, das man gleich zweimal, oder sogar doppelt lesen kann. Denn zum Einen ist der englische Originaltext abgedruckt, zum Anderen die Neuübersetzung von Christian Detoux. Und zwar wortwörtlich Seite für Seite. Die Spannung des Originaltextes, der in seiner Intensität an Edgar Allan Poe erinnert, der Charlotte Perkins Gilman rund ein halbes Jahrhundert voraus war, verliert mit keiner Silbe durch die Übertragung ins Deutsche. Ideal für Parkspaziergänge, Erkundungen in unheimlichen Burgruinen oder als tiefgreifende Bettlektüre.

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Rezension zu "Herland" von Charlotte Perkins Gilman

Herland
GothicQueenvor einem Jahr

„Herland“ von Charlotte Perkins Gilman ist eine Utopie des 20. Jahrhunderts (1915) in englischer Sprache. Drei junge Amerikaner finden Herland, ein Land, in welchem weder Sklaven, noch Männer leben und in welchem es keinen Krieg gibt. Die ideale Gesellschaft quasi. Die drei Männer drücken Unglauben darüber aus, wie die reine Frauengesellschaft überhaupt bestehen kann. Allein schon aus biologischen Gründen der Fortpflanzung. Auch können sie es kaum fassen, dass die Frauen so kultiviert zu sein scheinen. Dieser Roman ist nicht männerfeindlich zu verstehen, auch wenn Charlotte Perkins als Feministin galt. In vielerlei Hinsicht kommt raus, dass die Frauen einfach auf ihre Charakterbildung und Erziehung setzen. Sie kennen es einfach nicht anders. Sie sind von ihrer Urmutter quasi geprägt worden und geben ihr Geschlecht immer weiter. Die Eigenschaft der Mütterlichkeit wird einfach von Generation zu Generation weitergegeben. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich Ellador mit dem Ich-Erzähler des Buches verheiratet und später durch Amerika reist (dieser Teil kommt erst in der Fortsetzung des Buches). Im Laufe des Buches gibt es viele Dialoge zwischen den drei Männern und den Frauen, in welchen sie sich voneinander und wie ihr Leben funktioniert erzählen. Das Buch ist interessant und die Idee ist gut umgesetzt. Wer Utopien gern liest, sollte dieses Buch auch zur Hand nehmen. Es ist definitiv für Frauen sowohl als auch für Männer geeignet. Allerdings würde ich es nicht nochmal lesen, da es nur spannend ist, wenn man vorher nicht weiß wie die Geschichte ausgeht.

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