Mädchen für alles

von Charlotte Roche 
2,4 Sterne bei87 Bewertungen
Mädchen für alles
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (17):
bookworm16s avatar

ich finde das thema des buchs extrem wertvoll. hat mich leider teilweise etwas runter gezogen

Kritisch (47):
Kuempelds avatar

Leider etwas zu fantasievoll...

Alle 87 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Mädchen für alles"

Ihre Ehe? Horror.
Ihr Kind? Egal.
Ihre Zukunft? Rosig.

Denn sie hat jetzt ein Mädchen für alles. Und einen ziemlich guten Plan.

Christines Leben ist perfekt. Perfekt langweilig, perfekt einsam. Es muss sich was ändern, Hilfe muss her. Die Hilfe heißt Marie und ist Christines »Mädchen für alles«: Wäsche, Kochen, Baby. Ein Traum! Marie kann nicht nur alles, sie sieht sogar noch toll aus. Findet auch Christines Mann. Aber bevor der sie kriegt, nimmt Christine sie lieber selber und ist begeistert, wozu Marie offenbar alles bereit ist. Gemeinsam begeben sie sich auf eine unmoralische Reise mit einem gefährlichen Ziel.

»Hier wird nicht gekniffen, ich befinde mich auf einer Mission, und die wird jetzt durchgezogen.«

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492054997
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:05.10.2015
Das aktuelle Hörbuch ist am 05.10.2015 bei OSTERWOLDaudio erschienen.

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    Kuempelds avatar
    Kuempeldvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Leider etwas zu fantasievoll...
    Mädchen für alles Unmoralische

    Von Charlotte Roche erwartet man nach den Romanen "Feuchtgebiete" und "Schoßgebete" keine romantischen Liebesromane mit absehbarer Handlung. Dennoch wird die Erwartungshaltung in Bezug auf "Mädchen für Alles" dahingehend übertroffen, wie krass dann letztlich doch der Inhalt ihres dritten Romans ist.
    Auch wenn man die Ausgangslage der Protagonistin Christine, die von ihrem perfekten Leben gelangweilt ist, noch ansatzweise nachvollziehen kann, so ist der weitere Verlauf der Geschichte doch sehr unvorhersehbar und dies nicht unbedingt im positiven Sinn. Nach 236 Seiten bleibt man als Leser schließlich zurück und fragt sich, ob Charlotte Roche tatsächlich an so etwas wie Liebe, ob nun zu einem Partner, zu Freunden oder innerhalb der eigenen Familie, glaubt.
    Obwohl die Geschichte von Christine den Leser mitnimmt, geschieht dies weniger aus dem Wunsch heraus, zu erfahren, was als nächstes passiert, sondern eher aus einer Neugierde dahingehend, ob nicht endlich jemand der Protagonistin Einhalt gebietet und wie sie letztlich die Katastrophe herbeiführen wird.

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    Holdens avatar
    Holdenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Lebt nur vom Charlie-Faktor.
    Girl for all

    Also Charlottes Buch mal wieder: Christine Schneider ist frustriert und hadert damit, daß ihr Körper nach der Geburt ihrer Tochter aus dem Leim gegangen ist, und daß sie sich mit ihrem Ehemann nur noch ärgert bzw. sich von ihm lösen will. Dieser hängt offenbar noch sehr an seiner "alten" Familie und läßt seinem kleinen Bruder alles durchgehen (ohne daß das noch weiter Kverwendung im Buch fände). Dann werden außerdem noch die Themen "Elternzeit" und "Kuckuckskind" aufgegriffen, "Ey, wehe!" von der ersten Seite klingt wie eine Warnung vor dem Buch, und abgesehen von den Abschnitten zu "koksen" und "Lufthansa", die irgendwie in den Text mit reingeklatscht wurden, kann man sich den Rest getrost sparen. Ich bin jedenfalls von Charlotte-Roche-Romanen kuriert.

    Kommentare: 1
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    ErinaSchnabus avatar
    ErinaSchnabuvor einem Jahr
    Mädchen für alles

    Meine Nummer zwei eines Roche-Romans. Vor ein paar Jahren las ich "Schoßgebete", welches ich gar nicht mal schlecht fand. In der Bibliothek entdeckte ich "Mädchen für alles", von dem ich bisher noch nichts gehört hatte. Aus Neugierde nahm ich es mit und wurde leider ein wenig enttäuscht.

    Inhalt
    "Christines Leben ist perfekt. Perfekt langweilig, perfekt einsam. Es muss sich was ändern, Hilfe muss her. Die Hilfe heißt Marie und ist Christines »Mädchen für alles«: Wäsche, Kochen, Baby. Ein Traum! Marie kann nicht nur alles, sie sieht sogar noch toll aus. Findet auch Christines Mann. Aber bevor der sie kriegt, nimmt Christine sie lieber selber und ist begeistert, wozu Marie offenbar alles bereit ist. Gemeinsam begeben sie sich auf eine unmoralische Reise mit einem gefährlichen Ziel." (Piper)

    Meine Meinung
    Charlotte Roche hat mit "Mädchen für alles" einen ganz schön nervigen Roman geschrieben und Schuld daran ist die nervige und unsympathische Ich-Erzählerin, Christine. Christine ist faul, kontrollsüchtig, etwas sadistisch, egoistisch und trägt, wie wahrscheinlich jede Protagonistin von Roche, neurotische Züge. Es war furchtbar anstrengend, all ihren Gedanken folgen zu müssen. Ein Bewusstseinsstrom der Hölle quasi.

    Marie, das "Mädchen für alles", ist ein sehr flacher Charakter. Sie sagt zu allem ja, sieht gut aus und Christine stoß bei ihr nie auf Hindernisse. Das wirkte im Großen und Ganzen sehr unauthentisch und konstruiert. Marie wurde so erschaffen, dass Charlotte Roche all ihre Ideen an ihr ausleben konnte, sodass sie letztendlich nur eine Marionette der Handlung war.

    Die Themen, die aufgeworfen werden, wirken sehr zusammen gewürfelt. Es geht einerseits um Langeweile in der Ehe, um eine anscheinende postnatale Depression, um Sex unter Frauen, um Kontrolle, um Drogen und um ein ewiges, pubertäres alles-den-Eltern-in-die-Schuhe-schieben.

    Christine macht im Roman keine Entwicklung durch und die Handlung steuert nicht auf einen Höhepunkt zu. Da braucht man schon etwas Geduld beim Lesen.

    Der Schreibstil ist authentisch und passt zu Christines dümmlich-schnoddrigen Charakter. Verwendung des Genitiv? Fehlanzeige.


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    Kendalls avatar
    Kendallvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Verstörend.
    Verstörend

    Chrissi ist Mutter und liebende Ehefrau - meistens. Dies scheint sie jedoch alles zu vergessen, sobald die neue Babysitterin Marie vor der Tür steht. Chrissi fühlt sich von Tag zu Tag mehr zu der jungen Frau hingezogen und beginnt Pläne zu schmieden, die sie schon bald in die Tat umzusetzen versucht.


    Ich finde das Cover eigentlich ganz interessant. Ein wenig schlüpfrig, was man bei Charlotte Roche so wohl auch erwarten kann, dennoch relativ einfach und irgendwie auch geschmackvoll gehalten. 

    Was erwartet man von Charlotte Roche? Viele nach Feuchtgebiete wahrscheinlich nur lyrischen Müll. 
    Ich persönlich fand ihr Debüt gar nicht so schlecht, eklig, keine Frage, aber nicht schlecht. Deshalb habe ich mich auch an dieses Buch hier gewagt. 
    Der Klappentext hat sich gar nicht schlecht angehört, also dachte ich, ich gebe dem Buch eine Chance. 
    Es ging sehr unschuldig los, fast schon langweilig. Christine ist ein unspektakulärer Charakter mit vielen Eigenschaften, die mir auf Dauer ziemlich auf den Keks gegangen sind: Sie ist faul, gleichgültig, egoistisch und hat definitiv ein Drogenproblem. 
    Auch Marie hat mir nicht viel gesagt. Sehr unscheinbar, naiv und einfach so zurechtgezimmert, wie es grade in die Geschichte passt. 
    Die anderen Charaktere, die in dem Buch vorkommen sind eher nebensächlich und kaum der Rede wert. 
    Ich war überrascht, dass Roche das Buch so brav gehalten hat. Eklige oder schlüpfrige Szenen kann ich an einer Hand abzählen - das hat mich fast ein wenig enttäuscht. Jedenfalls in der Hinsicht, dass man von ihr einfach etwas ganz anderes erwartet. 
    Generell passiert auch in dem ganzen Buch nicht viel. 
    Es spielt sich alles in Christines Haus ab, mit Ausnahme der letzten paar Seiten. 
    Der Schreibstil ist ok. Nicht überragend, aber jetzt auch nicht so schlecht, dass sich das Buch nicht einfach lesen lässt. 
    Bis hierhin hatte ich wirklich vor dem Buch drei Sterne zu geben, aber der Schluss hat mir wirklich den Rest gegeben. 
    Es war so verstörend und einfach krank, dass ich mir überlegt habe das Buch abzubrechen. 
    Dabei bin ich sicherlich kein empfindlicher Mensch, ich halte schon was aus, aber das war einfach zu viel. 
    Meiner Meinung nach hat das Ende das ganze Buch kaputt gemacht. 

    Fazit:
    Roche Kritiker haben mit diesem Buch sicherlich den Jackpot erwischt, denn es gibt sicherlich genug zu kritisieren. 
    Ich bin eigentlich nur froh, dass es vorbei ist.

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    Argents avatar
    Argentvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Konnte mich mit dem Buch nicht anfreunden und mit der Protagonistin
    Konnte mich nicht mit dem Buch anfreunden

    Feuchtgebiete fand ich richtig klasse, aber mit diesem Roman konnte ich mich gar nicht anfreunden. Es liegt vor allem an der Hauptfigur, der ich nichts sympathisches abgewinnen konnte. Die ganze Negativität hat mich derart erschlagen, dass ich mich nicht weiter damit befassen wollte. Ich habe das Buch abgebrochen.

    Charlotte Roches Schreibstil ist sehr gut. Sie beschreibt sehr lebendig, es enstehen sofort Bilder im Kopf, aber dieses Mal hat es einfach nicht gereicht um mich weiter lesen zu lassen. Möglicherweise ist das Buch in gewissen Punkten einfach zu erschrecken realistisch und man fragt sich automatisch geht es so den Leuten die Kinder haben. Ist die Heirat der Anfang vom Ende usw.

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    LesekatzeForevers avatar
    LesekatzeForevervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Was für zwischendurch
    Ganz nett

    Inhalt:
    Ihre Ehe? Horror. Ihr Kind? Egal. Ihre Zukunft? Rosig. Denn sie hat jetzt ein Mädchen für alles. Und einen ziemlich guten Plan. Christines Leben ist perfekt. Perfekt langweilig, perfekt einsam. Es muss sich was ändern, Hilfe muss her. Die Hilfe heißt Marie und ist Christines »Mädchen für alles«: Wäsche, Kochen, Baby. Ein Traum! Marie kann nicht nur alles, sie sieht sogar noch toll aus. Findet auch Christines Mann. Aber bevor der sie kriegt, nimmt Christine sie lieber selber und ist begeistert, wozu Marie offenbar alles bereit ist. Gemeinsam begeben sie sich auf eine unmoralische Reise mit einem gefährlichen Ziel. »Hier wird nicht gekniffen, ich befinde mich auf einer Mission, und die wird jetzt durchgezogen.«

    Meine Meinung:
    Es war eine ganz nette Geschichte für zwischendurch, wenn auch mit einem nicht so flüssigen Schreibstil. Der Charakter der Protagonistin hat mir überhaupt nicht gefallen, sehr unsympathisch! Die Story an sich macht eigentlich wenig Sinn und habe ich ehrlich gesagt auch nicht wirklich verstanden.
    Ich würde das Buch nicht unbedingt empfehlen.

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    winter-chills avatar
    winter-chillvor 2 Jahren
    Schmutzige Phantasien einer Hausfrau

    Die Bücher von Charlotte Roche sind ja bekanntermaßen recht umstritten. Einige feiern sie, gefühlt noch viel mehr hassen sie. In jedem Fall wird jedes Mal ein ziemlicher Wirbel um die Bücher veranstaltet. Ich mache mir da ja gerne immer ein eigens Bild. Ihren ersten Roman „Feuchtgebiete“ wollte und will ich aber nicht lesen, weil ich gerade bei solchen Themen rund um Exkremente und Körperflüssigkeiten doch recht empfindlich bin. „Schoßgebete“ hat mich aus diversen Gründen auch nie so wirklich angesprochen. Der Klappentext zu ihrem dritten Roman „Mädchen für alles“ klang jetzt aber doch recht interessant. Um es gleich mal vorweg zu sagen: Der Roman ist für mich jetzt keine literarische Offenbarung, aber so schlecht und schlimm, wie viele sagen, fand ich den Roman jetzt auch nicht.

    Erzählt wird der Roman aus der Sicht von Christine, die im Grunde an einer ausgewachsenen Despression leidet. Sie ist verheiratet und hat eine kleine Tochter – kann aber weder zu Mann noch Kind eine Beziehung aufbauen. Eigentlich bekommt sie gar nichts auf die Reihe. Den lieben langen Tag macht sie kaum etwas anderes als schlafen oder befördert sich mithilfe von Alkohol und Drogen in einen komatösen Zustand. Um sie im Haushalt zu unterstützen stellt ihr Mann eine junge Studentin als Babysitterin und Haushaltshilfe ein. Marie kann nicht nur alles, sondern sieht auch noch super aus. Bevor ihr Mann sie kriegt, denkt Christine, nimmt sie sie doch lieber selber. Und schon bald befinden sich Marie und Christine auf einer unmoralischen Reise mit einem gefährlichen Ziel.

    Obwohl Christine doch recht traumwandlerisch durchs Leben geht, sind ihre Gedanken aber keinesfalls einschläfernd. Im Gegenteil: Christines Gedanken sind sogar recht erfrischend und unterhaltsam. Dazwischen hat sie auch immer mal wieder Gewaltphantasien, die aber zum Teil viel zu absurd und übertrieben daher kommen, um sie als wirklich brutal zu bezeichnen. So ähnlich wie bei einem Tarantino-Film eben. Getragen wird die Geschichte auch von ein paar ganz netten, witzigen Ideen: So darf Christine beispielsweise keinen Sport machen, weil ihr Ehmann Leute, die Sport machen, schrecklich findet. Weil sie aber zunimmt, macht Christine heimlich Sport und muss sich dafür, wie bei einem heimlichen Date, aus dem Haus schleichen. Ihre Bauchmuskeln versteckt sie sorgfältig unter ihrem Bauchfett. Ein bisschen versext ist das Buch natürlich auch, aber auch das fand ich im Rahmen und nicht wirklich abstoßend. Es geht halt um das Thema Sex unter Frauen und Kontrollfantasien – alles keine Tabuthemen mehr.

    Über die Sprache lässt sich bestimmt streiten. Der Schreibstil ist schon ein bisschen frei Schnauze und eher minimalistisch. Die Sätze sind kurz und generell bedient sich Charlotte Roche dem etwas dümmlichen Jugendsprech, wie wir ihn von Instagram, Youtube und Co. kennen. Das war für mich anfangs zwar gewöhnungsbedürftig, aber nicht so störend, um das Buch deswegen schlechter zu finden. Und um ehrlich zu sein, ist mir so etwas allemal lieber, als die aufgesetzte, pseudorebellische und pseudointellektuelle Sprache, derer sich andere Autoren ähnlicher Werke oft bedienen (z.B. Helene Hegemann in Axolotl Roadkill). Zu der Figur Christine und ihren Gedanken hat die Sprache meiner Meinung recht gut gepasst und sie sehr authentisch gemacht.

    In der Summe also ein recht guter, wenn auch spezieller Roman, in dem es im Grunde um unglückliches Mutterdasein geht – ein Thema, das momentan auch noch recht aktuell ist - man denke nur an #regrettingmotherhood.

    Kommentare: 2
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    hellopias avatar
    hellopiavor 2 Jahren
    Buch für Nichts

    In dem Buch geht es um Christine, die ihr Leben grundlegend scheiße findet. Ihre Ehe, ihr Kind, ihre Eltern - abgesehen vom Alkohol, der macht sie glücklich. Um etwas mehr Spaß am Leben zu haben, und nicht die unnötigen Aufgaben im Haushalt erledigen zu müssen, beschließt sie sich eine Hilfe ins Haus zu holen. Ein 'Mädchen für Alles', namens Marie. 

    FAZIT:
    Eine richtige Handlung erkenne ich nicht, ich erkenne nur wie schlimm ich Christine finde. Klar, wird alles ein bisschen überspitzt dargestellt, trotzdem kann ich sie nicht leiden.
    Ich habe mich selten so durch ein Buch quälen müssen, dabei fand ich die anderen Charlotte Roche Bücher gar nicht so schlimm.
    Ich habe auf ein spannendes Ende gehofft, darauf das irgendwas passiert. Es passierte nichts, im ganzen Buch passierte nichts, außer Christines Plan die junge Marie zu verführen, um ein bisschen Schwung in ihr Leben zu bringen. Aber selbst das war langweilig.
    Durchgelesen habe ich es trotzdem, auch wenn es verschwendete Zeit war. 
    Ob ich mir noch ein Buch von Charlotte Roche hole, werde ich mir definitiv zweimal überlegen.




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    awogflis avatar
    awogflivor 3 Jahren
    Szenen einer postnatalen Depression in Jugendsprech

    Ich lese sogenannte Skandalbücher gerne erst, wenn sich der Hype und die sich aufschaukelnden positiven wie auch negativen Kommentare etwas gelegt haben, um unaufgeregt und etwas neutraler an die Chose heranzugehen. Deshalb habe ich mir erst jetzt den Aufreger des letzten Jahres von Charlotte Roche vorgenommen und muss feststellen, dass er bei weitem nicht so skandalös, so uninspiriert, so grottenschlecht dumm aber auch nicht so sensationell für mich war, wie von den einzelnen verfeindeten Lagern kolportiert wurde. Doch gleich zu den Details:

    Eins vorweg, ich finde das Werk ist tatsächlich ein Frauenbuch und nicht mal eines der allerübelsten Sorte. Die um sich selbst kreisende, unsymphatische Chrissie leidet an einer ausgewachsenen postnatalen Depression und bekommt den Arsch (sorry ich passe mich grad ein bisschen an die Materie an) nicht mehr hoch, gammelt den ganzen Tag herum, schläft viel und komamäßig, um nicht ihre Rolle als Mutter ausfüllen zu müssen. Also der ganz normale Babyblues.

    Innovative, witzige und einzigartige Ideen hat sie wirklich, die Frau Roche, das muss ich ihr anerkennend auf die Rechnung schreiben. Da wäre beispielsweise das Handtaschen-Innenlicht, um im Chaos des weiblichen Kulturbeutels endlich mal was zu finden, das die Hauptfigur im Internet geshoppt hat (Mammamia das #willichhaben!!!), die Oma, die ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt abgekratzt ist, als Google Earth vorbeikam und deren Leiche jetzt wahrscheinlich ewig im Internet zu sehen ist, bis wieder ein Satellit in dieser gottverlassenen Gegend vorbeikommt, oder auch die finale Erkenntnis, dass die von einigen Frauen irrige typische Aussage „Ich halte den Stress in der Arbeit nicht mehr aus, ich krieg lieber ein Kind“ einen massiven Denkfehler beinhaltet.“ So geht es munter weiter, und das finde ich jetzt nicht gar so dümmlich.

    Auch die zum Skandal hochgepushten Gewaltfantasien sind so dramatisch gar nicht. Ich war sehr verwundert, als bis zur Hälfte des Buches diesbezüglich nichts kam. Gewalt wird in diesem Roman nicht exzessiv zelebriert, sondern im Gegenteil nicht sehr häufig, wohldosiert und dramaturgisch pointiert eingesetzt. Wenn wir ehrlich sind, hatte jeder schon mal den kurzen Gedanken, einer Person, die einfach alles besser kann als man selbst, kurz mal einen Rempler über das Stiegengeländer zu geben, genauso wie Chrissie bei ihrem Kinder-und-sonst-noch-Mädchen-für-alles kurz über diese Möglichkeit nachdenkt. Dann gibt es außerdem die eine doch intensivere Gewaltfantasie mit ihren Eltern, die es meiner Meinung nach tatsächlich verdient haben. Die etwas zu drakonische sexuelle und anschließend letale Bestrafung spiegelt exakt das Vergehen, den Sündenfall von Mami und Papi wider, was ich erneut als eine sehr innovative Idee der Autorin erachte.

    Die Sexszenen und körperlichen Widerlichkeiten sind bei weitem nicht so grauslich und effektheischeind sinnlos wie in Roches Erstlingsroman “Feuchtgebiete”, sondern nur ein bisschen lesbisch angehaucht und beinahe gar nicht von der Fremdschämfraktion.

    Ist das nun von mir eine Lobeshymne auf den Roman? Auf keinen Fall! Das dicke Ende kommt noch! Das skandalöseste an „Mädchen für alles“ ist für mich dessen armselige, dümmliche Sprache und hier kann ich jedem literarischen Verriss nur inbrünstig zustimmen. Im Stile der verbal komplett abgehalfterten Jugendsprech-Generation, die mich schon seit Jahren mit Aussagen wie „kann ich ein Eis“ nervt, wird massiv an Hilfszeitwörtern, Präpositionen, Adverbien, Gliedsätzen und allen anspruchsvolleren Satzkonstruktionen gespart, dass sich dem Freund bzw. der Freundin des gepflegten Deutschs die Zehennägel schmerzhaft aufrollen. Was wollen die Autorin und der Verlag mit dieser Aktion? Ist so eine Spracharmut nun auch Zeitgeist? Zugegeben, ich bin mittlerweile schon so alt, dass ich anscheinend völlig vergessen habe, dass diese minimalistischen jungen Sprachakrobaten bereits zu Fortpflanzung und Mutterschaft fähig sind. Insofern könnte der Roman auch dahingehend funktionieren, dass man die junge Generation zum Lesen bringen will. Für mich ist dieses Gebrabbel aber nur ein Graus!

    Auch das Ende hat mir nicht gefallen sehr uninspiriert und abrupt. Fast könnte man meinen, die Autorin hat die Geschichte, die Beziehungen der beteiligten Hauptprotagonisten und die psychologischen Implikationen überhaupt nicht zu Ende gedacht, einfach aus Faulheit den Stift fallen lassen, um mit so ala „juhu es war nur alles nur eine Fantasie“ wenigstens irgendwie so was ähnliches wie eine Pointe zum Abschluss zusammenzuschustern.

    Fazit: Ein mittelmäßiges Werk – nicht so schlecht – wenn man über die Sprache hinwegkommen würde, könnte man es fast als gegen besser tendierend bezeichnen. Da es keine halben Sterne hier gibt muss ich exakt bei 2,5 zähneknirschend eine 3 vergeben - fair ist fair :-)

    Kommentare: 6
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    nicigirl85s avatar
    nicigirl85vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Konnte meine Erwartungen leider so gar nicht erfüllen...
    Und sie hat es schon wieder getan...

    Hach nein Charlotte Roche macht es einen aber auch nicht leicht ihre Bücher zu lesen. Während mir "Feuchtgebiete" nicht wirklich gefiel, konnte sie mich mit "Schoßgebete" begeistern und so freute ich mich auf ihr neustes Werk.

    Doch hier startete das Lesen holprig. Gleich nach Erscheinen hatte ich mir das Buch zugelegt, sollte dazu aber einfach keinen Zugang finden. Also gut ein halbes Jahr gewartet und einen neuen Versuch gestartet.

    In der Geschichte geht es um Christine, die mit allem unzufrieden ist. Ihre Ehe läuft nicht richtig und für ihre Tochter interessiert sie sich auch nicht wirklich. Doch dann schafft sie sich eine Haushaltshilfe und Kindermädchen an, die ihr Leben verändert. Wirklich?

    Tja was soll ich sagen? Ich glaube Christine ist so ziemlich die nervigste Protagonistin, die mir je untergekommen ist. Ich mag sie einfach nicht, was in erster Linie daran liegt, weil sie nur an sich selbst interessiert ist. Ihr massiver Alkoholkonsum ist krankhaft und ein ums andere Mal hätte ich sie nur zu gern geschüttelt. Sie tut ihren Mitmenschen und dem Leser einfach nicht gut.

    Eine richtige Handlung gibt es eigentlich nicht, vielmehr erleben wir Christines Gedankenwelt mit, die mir persönlich zu abgedreht war.

    Die wenigen erotischen Szenen sind abstoßend und wenig anregend. So etwas muss ich nicht lesen.

    Mit diesem Buch hat es Frau Roche geschafft mir endgültig den Spaß an ihren Büchern zu verderben und ich frage mich, warum ich überhaupt einen zweiten Anlauf gestartet habe. Wahrscheinlich war die Hoffnung, dass noch etwas Besonderes kommt größer als die Realität.

    Fazit: Für mich verschwendete Lesezeit, ich kann leider keine Leseempfehlung aussprechen. Wer unbedingt seine Neugierde befriedigen möchte, der leihe sich das Buch anstatt es zu kaufen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Bauarbeiterdachss avatar
    Gerade habe ich in einer Rezension der FAZ gelesen, dass Roches neuestes Buch ein kalkulierter Schocker sein soll - eigentlich dachte ich, das würde eher auf "Feuchtgebiete" zutreffen.

    Schockt man denn nach Ekelkram (Feuchtgebiete) und Unfalltod-Trauma (Schoßgebiete) jetzt mit Hausfrauenleid? Oder kann Charlotte Roche gar nicht mehr schockieren? 
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