Charlotte Roth

 4.3 Sterne bei 739 Bewertungen
Autorin von Als wir unsterblich waren, Als der Himmel uns gehörte und weiteren Büchern.
Autorenbild von Charlotte Roth (©Christian Saalfeld)

Lebenslauf von Charlotte Roth

Vom Leben inspiriert: Charlotte Roth wurde 1965 in Berlin geboren. Sie studierte Literaturwissenschaft, Latein und Anglistik in Berlin, Neapel und London. Seit mittlerweile über zehn Jahren ist sie freiberufliche Autorin und schreibt nicht nur unter dem Namen Charlotte Roth, sondern auch unter mehreren anderen Pseudonymen. Mit der Veröffentlichung ihres ersten Buches „Als wir unsterblich waren“ im Jahr 2014, welches auf ihrer eigenen Familiengeschichte basiert, erfüllte sie sich einen Lebenstraum. Das Buch erzählt auf verschiedenen Zeitebenen von den Berlinerinnen Alexandra und Paula, die die Stadt während dem Fall der Mauer und zur Zeit des Ersten Weltkrieges erleben. Charlotte Roth selbst lebt inzwischen nicht mehr in ihrer Geburtsstadt, sondern in London. Auch reist sie mit ihrer Familie sehr gerne durch Europa, ihr Herz hängt jedoch noch immer an Berlin.

Neue Bücher

Die Königin von Berlin

 (74)
Neu erschienen am 02.03.2020 als Hardcover bei Droemer.

Alle Bücher von Charlotte Roth

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Als wir unsterblich waren9783426512067

Als wir unsterblich waren

 (231)
Erschienen am 02.05.2014
Cover des Buches Als der Himmel uns gehörte9783426516645

Als der Himmel uns gehörte

 (145)
Erschienen am 01.04.2015
Cover des Buches Wenn wir wieder leben9783426520307

Wenn wir wieder leben

 (107)
Erschienen am 02.07.2018
Cover des Buches Die Königin von Berlin9783426282328

Die Königin von Berlin

 (74)
Erschienen am 02.03.2020
Cover des Buches Weil sie das Leben liebten9783426517291

Weil sie das Leben liebten

 (55)
Erschienen am 01.06.2016
Cover des Buches Wir sehen uns unter den Linden9783426522356

Wir sehen uns unter den Linden

 (50)
Erschienen am 01.04.2019
Cover des Buches Bis wieder ein Tag erwacht9783426518403

Bis wieder ein Tag erwacht

 (28)
Erschienen am 03.07.2017

Neue Rezensionen zu Charlotte Roth

Neu

Rezension zu "Die Königin von Berlin" von Charlotte Roth

"Wir stolpern nur im Leben"
R_Mantheyvor 5 Tagen

Einst war sie eine gefeierte Schauspielerin, heute kennt sie kaum noch jemand. Carola Nehers Karriere begann in München. Sie hatte Feuchtwanger einen Bettelbrief geschrieben. Weil er ihr nicht helfen konnte, schickte er Brecht zu ihr. Und Brecht machte sie zu seiner "Muse". Allerdings war die Geschichte zwischen Brecht und Neher zunächst nichts weiter als ein wohl üblicher Handel: Beischlaf gegen Engagement. Mit der ihr eigenen schwärmerischen Gelassenheit geht die Autorin darüber hinweg.

Bei ihrer spürbaren Begeisterung für Literatur, Schauspielerei und natürlich Berlin verpasst sie allerdings auch an anderen Stellen ihren Einsatz. Bereits eingangs stellt Charlotte Roth klar, dass es sich hier um einen Roman und keineswegs um eine Biografie der Neher handelt. So gesehen hätte sie alle Freiheiten gehabt, ihre Charaktere tiefer zu erklären. An Brecht traut sie sich nicht heran, sondern bleibt beim Wohlbekannten, beim Verehren einer positiv besetzten Figur, der deswegen offenbar alles verziehen wird.

Aber auch bei der Neher selbst macht sie sich, ungeachtet der vielen Worte in diesem Buch, nicht die allergrößte Mühe. Man lernt sie als Karrieristin kennen, die alles hinnimmt, wenn sie damit nur nach oben kommt. Warum sie sich dann mit dem totkranken Klabund einlässt, bleibt irgendwie unerklärt. Neher wirkt kalt und berechnend. Natürlich weiß niemand, wie es in ihr wirklich ausgesehen hat, doch so einfach, wie sich die Autorin die Sache macht, kann es wohl kaum gewesen sein. Roth überdeckt diese Schwächen mit viel Text und einer andauernden wirklichkeitsvergessenen und gelegentlich übertrieben wirkenden Schwärmerei, deren Naivität sich dann besonders deutlich offenbart, wenn sie ins Politische überschwappt und die kommunistische Bewegung einbezieht.

Neher floh mit ihrem zweiten Mann später vor den Nazis in die Sowjetunion. Dort wurde sie vermutlich von Gustav von Wangenheim denunziert und in ein Arbeits- und Umerziehungslager verfrachtet, in dem sie 1942 umkam. Sie erlitt also das Schicksal, vor dem sie eigentlich aus Deutschland geflohen war. Wangenheim, übrigens später Nationalpreisträger der DDR, kommt in diesem Buch am Rande vor. Eine weniger am Rande liegende Rolle spielt hingegen der Sohn der Neher, der ihr in der Sowjetunion weggenommen und in ein Waisenheim gesteckt wurde. Er kam erst in den 1970er Jahren in die Bundesrepublik und sucht im Buch nach Spuren seiner Mutter, was man als Leser jedoch erst einmal nicht versteht, so lange man die Biografie der Neher nicht kennt.

Was von diesem Buch bleiben wird, ist eine Erinnerung an eine vergessene Schauspielerin, deren Fähigkeiten man heute kaum noch einschätzen kann. Ob sie tatsächlich die "Königin von Berlin" gewesen ist, wie damals eine Tageszeitung behauptete, sei einmal dahingestellt. Leute am Theater denken oft, sie wären weiß Gott was Wichtiges, obwohl die Massen sie kaum kennen. Und Journalisten tragen zu dieser Überschätzung gerne bei.

Für Freunde der Literatur und des Theaters ist dieser etwas in die Länge gezogene, aber leider dennoch nicht besonders tief gehende Roman sicher eine angenehme Unterhaltung. Es wäre mutig gewesen, wenn Charlotte Roth ihre Heldin bis zum Tod begleitet hätte. Dann wäre nämlich die ganze Tragik im Leben und im Glauben der Neher deutlich geworden. Dafür bleiben aber im Buch nur ein paar Seiten am Ende übrig.

Kommentare: 1
1
Teilen
M

Rezension zu "Die Königin von Berlin" von Charlotte Roth

Die Königin von Berlin
malo2105vor 12 Tagen

Die Bücher von Charlotte Roth gehören für mich schon seit
vielen Jahren zu den absoluten Lesehighlights und ich freue mich jedes Mal,
wenn ein neues von ihr erscheint. 

Bei diesem Werk konnte sie mich jedoch nicht wirklich
überzeugen.

Aber ich muss zugeben – Carola Neher, Klabund – nie
gehört. Vielleicht lag es darin, dass ich zunächst große Probleme hatte um in
die Geschichte zu finden. Zu viele fremde Namen, zu viele Stücke die mir nichts
sagen, zu denen ich keinen Bezug habe. Und dazu mir unsympathische Personen,
die mir seltsam fremd blieben. Hier allen voran Brecht, der in seiner Arbeit
ein Genie gewesen sein mag, menschlich aber unausstehlich. Selbst zur
Hauptperson Carola Neher konnte ich keinen Zugang finden. Sie nahm sich vom
Leben, was ihr gefiel. Sie wusste was sie wollte, stellte ihre Karriere vor das
persönliche Glück, war ehrgeizig, kraftgeladen, unbarmherzig gegen sich selbst
aber eben auch gegen andere und konnte bei mir so nicht punkten. Selbst ihr
tragisches Ende hat mich kalt gelassen.

Die Ausdrucksweise der Autorin schätze ich sonst wirklich
sehr, aber hier wirkt sie teilweise zäh und zerrig, mehr wie einmal musste ich
mich zum weiterlesen zwingen.

Vielleicht muss man dem Theater eng verbunden sein und
über Hintergrundwissen in der Literatur verfügen, um dieses Buch zu lieben.
Zwar ist auch bei mir im letzten Drittel der Knoten geplatzt, das aber eben
leider viel zu spät.

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Die Königin von Berlin" von Charlotte Roth

Eine vergessene Schauspielerin der Weimarer Republik
mama2009vor 13 Tagen

Meine Meinung und Fazit :

Ein Buch über die Schauspielerin Carola Neher, die Königin von Berlin und Muse von Bertolt Brecht. Ein Buch über 

Klabund und Brecht. Beide kämpfen um ihre Liebe, der eine ist wirklich um sie bemüht, der andere ein Egoist wie er im Buche steht.

Carola Neher, eine Frau, die schon von klein auf wusste, was sie werden möchte. Sie hat ihren ungeliebten Vornamen abgelegt und ist ihren Weg gegangen, sie hat (zunächst) keine Gefühle zugelassen, weil die im Weg stehen und ihren Weg verbauen konnten. Carola war sehr selbstbewusst, selbstsicher und doch allein. Zweifel haben sie gequält, doch mit/bei Klabund hatte sie einen guten Rückhalt. Hier das passende Zitat aus dem 24. Kapitel: "Warum vergisst sie, dass die meisten Menschen, die hässlich zu anderen sind, dafür einen hässlich Grund haben, der allein in ihnen selbst liegt?" 


Ein weiteres Zitat (4. Kapitel) über Carola ist das hier:" Ich bin die, die ich bin, und ich kann mich schließlich nicht umtauschen. So wenig wie du." sehr passend für sie, aber grundsätzlich sollte man sich der Aussage annehmen. 

Das ganze Leben von Carola Neher ist eine Geschichte des Suchens von 1979 gepackt, sehr rührend geschrieben und passend zu Carola Neher.


Charlotte Roth hat mit diesem Buch ein gelungenes Denkmal für Carola Neher geschaffen. Eine Persönlichkeit, die leider in Vergessenheit geraten ist, doch nicht für mich, ich werde mich mit ihr, Klabund und Brecht weiter beschäftigen. Und erneut gelingt es ihr, die damalige Zeit aufleben zu lassen, die Zeit in München mit dem beginnenden Aufstiegs Hitlers greifbar zu machen. Allgemein die Situation/Verunsicherung der Bevölkerung nach dem 1. Weltkrieg, wie jeder seinen Platz finden und sich politisch orientieren musste. Sehr spannend geschrieben und ich freu mich, dass ich mit diesem Buch soviel gelernt habe. 


Das Buch ist von Wortspiel, einer enormen Wortgewandheit gespickt, so dass beim Lesen so ziemlich immer ein Lächeln auf den Lippen hatte. 


Vielen Dank, liebe Charlotte Roth, fur gemütlich, nachdenkliche und erhellende Lesestunden. Eine klare Leseempfehlung. Mein Dank geht an an die Autorin, den Droemer Verlag und das vorablesen-Team fur das bereitgestellte Rezi-Exemplar. 



Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks