Charlotte Roth Als wir unsterblich waren

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Inhaltsangabe zu „Als wir unsterblich waren“ von Charlotte Roth

November 1989. »Willkommen in Westberlin«, dröhnt es aus einem Lautsprecher, als die Ostberliner Studentin Alex­andra von der Menschenmenge in die Arme eines jungen Mannes gedrängt wird. Liebe auf den ersten Blick! Berlin vor dem Ersten Weltkrieg. Die junge und mutige Paula setzt sich leidenschaftlich für Frauen- und Arbeiterrechte ein. Ihre Träume von einer neuen, gerechteren Welt teilt sie mit dem charismatischen Studentenführer Clemens, mit dem sie Seite an Seite kämpft. Damals, als sie unsterblich waren, beginnt ihre dramatische Geschichte, die auch die Geschichte unseres Landes ist und die Jahrzehnte später Alexandras Welt für immer verändern wird.

Tiefgehende Biografie einer Frau, die beide Weltkriege miterlebt hat. Leseempfehlung!

— Rapha
Rapha

Ein Roman, den man nie vergessen wird

— angelika51
angelika51

Interessanter Roman über ein Stück deutsch - deutscher Geschichte, vorallem der Teil mit Paula ist sehr aufschlussreich

— makama
makama

Wunderbar einfühlsam

— Julo
Julo

Selten hat mich ein Buch so gepackt! So spannend und einfühlsam geschrieben- ich bin echt beeindruckt!

— anna-liest
anna-liest

Grandioses Lesevergnügen!

— Gute_Miene
Gute_Miene

Nicht umsonst ein Riesenfan dieser Autorin...Auch wenn mein persönliches Highlight ein anderes Buch von ihr ist, ist auch dieses lesenswert!

— Miamou
Miamou

Mal lustig, mal traurig, aber immer sehr gut.

— haberland86
haberland86

Toller Roman auch für nicht Fans von historischen Romanen!

— Leseleni
Leseleni

Es ist super gelungen Zeitgeschichte in einen spannenden Roman zu packen. Bin begeistert.

— PriJudice
PriJudice

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  • Als wir unsterblich waren

    Als wir unsterblich waren
    Tawananna

    Tawananna

    17. March 2017 um 10:30

    Nachdem ich anfangs über – für den dramaturgischen Verlauf nicht notwendige – Schwächen gestolpert bin (jemand aus Karlshorst ist sicherlich nicht zur Bornholmer Str. gefahren wenn vorher ja der Tränenpalast passiert wird) hat mich das Buch doch sehr gepackt.Die Autorin schildert die Entstehung einer deutsch-deutschen Liebe zu Zeiten des Mauerfalls um uns mit einem zweiten Erzählstrang in die Vergangenheit zu entführen, beginnend vor dem Ersten Weltkrieg bis kurz nach der Machtergreifung von 1933.Die Geschichte ihrer Protagonistinnen Alexandra und Paula (die zu diesem Zeitpunkt tatsächlich „unsterblich“, da sehr jung sind) ist fast krimimäßig miteinander verwoben und beschreibt wie wichtig es ist in unseren Familien über die Vergangenheit zu reden. Denn die entstandenen Wunden resultieren eben nicht nur aus der mangelnden Aufarbeitung der NS-Zeit sondern basieren eben auch aus der Zeit davor. Vor allem anhand der Figur der starken, mutigen Paula beschreibt die Autorin wie fragil die Lebensplanung der „einfachen“ Leute, vor allem die der Frauen war, dass Sozialstaat, Bildung etc., heute für uns selbstverständlich; sind eben Errungenschaften die erst ca. 100 Jahre alt sind.Paula, Jüdin, geht trotz ihrer einfachen Herkunft, trotz der auch schon im Kaiserreich schon bestehenden Diskriminierung. Sie ist eine wissbegierige junge Frau die sehr nach Autonomie strebt. Dies gelingt ihr – wenn auch unter Opfern. Ja, sie hat sogar die Stärke die Not anderer Menschen – vor allem die der Frauen – zu erkennen und erträglicher zu machen. Sie gründet die ersten Zufluchtswohnungen. Ihre Liebe zu Clemens, der aus der obersten Gesellschaftsschicht stammt ist problematisch – nicht nur aufgrund der Klassenunterschiede sondern auch weil Clemens egoistisch ist und der Erfüllung seiner politischen Träume eine höhere Priorität einräumt als seine Verantwortung Paula gegenüber. Er ist ein charismatischer Mensch und genießt die Bewunderung von Mitstreitern ebenso wie die von Frauen.Trotz allem hat das Buch natürlich ein „Happy End“. Und weckt hoffentlich bei uns die Lust ein wenig auf Ahnenforschung zu gehen.

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  • Manchmal lohnt es sich zu kämpfen ...

    Als wir unsterblich waren
    engineerwife

    engineerwife

    18. January 2017 um 17:08

    Wie der Klappentext schon ankündigt, spielt dieser Roman auf zwei Zeitebenen. Wer jedoch glaubt, eine Geschichte rund um den Mauerfall zu erleben, wird enttäuscht sein. Das Hauptaugenmerk liegt auf der ferneren Vergangenheit, rund um die Zeit vor, nach und während des ersten Weltkriegs. Mit viel Liebe zum Detail entführt uns die Autorin ins Berlin nach der Jahrhundertwende. Wir dürfen miterleben, wie junge Menschen sich mit Leib und Seele für eine Sache einsetzen, an die sie glauben, ja, für die sie ihr Leben lassen würden. Sie geben alles in einer Zeit, in der das Leben ohnehin schon nicht einfach ist. Die ehrgeizige und mutige Paula, die doch so gerne wie Rosa Luxemburg gewesen wäre, der schöne Clemens, der durch seine leidenschaftlichen Reden beeindruckt, aber auch viele andere, unvergessliche Mitstreiter machen diesen Roman zu einem Stück deutscher Geschichte. Durch einen Zufall kreuzen sich die Pfade der beiden Hauptprotagonisten der zwanziger Jahre 1989 in Form von Alex und Oliver im Berlin von 1989 wieder. Wo laufen die Fäden zusammen, warum ist Alexandras Momi so entsetzt, als ihr Oliver über den Weg läuft? Abgesehen von Alex‘ anfänglicher Zickigkeit, entwickelt der Roman eine Art Sogwirkung, die es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Ich habe viel über die Geschichte der damaligen Zeit gelernt und bin beeindruckt, was mancher damals für seinen Glauben an eine gerechtere Welt aufs Spiel gesetzt hat. Auch meine Oma Erna hat zu dieser Zeit in Berlin gelebt. Sie hat noch als junges Mädchen den Kaiser bejubelt und die Protestmärsche nach dem ersten Weltkrieg miterlebt. Ich bin ein bisschen traurig, dass ich nicht viel mehr mit ihr über diese Zeit geredet habe. Mein erstes Buch der Autorin ist also gleich ein Volltreffer. Ich freue mich auf weitere Bücher dieser begabten und auch sehr vielseitigen Autorin, schreibt sie doch zudem noch unter den Pseudonymen Charlotte Lyne und Carmen Lobato wunderbare historische Romane.  

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  • Umbruch und Wende

    Als wir unsterblich waren
    Daphne1962

    Daphne1962

    24. December 2016 um 13:36

    Charlotte Roth ist Berlinerin. Literaturwissenschaftlerin und hat als Autorin schon einige Bücher erfolgreich veröffentlicht. Die Inspiration für dieses Buch hatte sie von der Großmutter ihrer Spielkameraden aus Kinderzeiten bekommen. Es war aber nicht so leicht für sie, diese Geschichte in einen Roman zu verfassen. Bis zur Fertigstellung vergingen dann wohl doch noch etwa 20 Jahre, wie sie in einem Interview erzählte. Umbruch - Wende sind die Themen in diesem Buch. November 1989, die Studentin Alexandra wird von ihrer Freundin zum Geschehen dieses historisch wichtigen Tages mitgerissen. In der Menschenmenge begegnet sie einem jungen Mann und verliebt sich auf den ersten Blick. Ich weiß selbst noch ganz genau, was ich an diesem 9. November 1989 gemacht habe. Ich saß zufällig zu Hause und hatte den Fernseher laufen und konnte mich gar nicht abwenden, von dieser Unglaublichkeit. Die Mauer war gefallen, die Menschen strömten in Massen zu uns in den Westen. Wie gebannt starrte ich auf den Fernseher. Konnte das wirklich wahr sein, war meine persönliche Frage. Dann wandert Charlotte Roth ins Jahr 1912 zurück in Berlin. Hier beginnt die Geschichte von der noch recht jungen Paula und ihren Freunden und ihrem Bruder Manfred. Paula schwärmt für den Freund ihres Bruders Clemens, der sich zu einem charismatischen Studentenführer gemausert hat. Paula entwickelt in der Zeit der Weimarer Republik, die auch von Umbruch geprägt war, sich zu einer mutigen Frau, die sich für die gebeutelten Frauen einsetzt und kämpft. Die Stadt wird zunehmend von Unruhen und politischen Debatten und Kämpfen geprägt. Was mir auch gut gefallen hat, die Geschichten um Paula waren nicht kitschig oder unglaubwürdig, sondern kamen recht realistisch rüber. Geschickt hat Charlotte Roth das Leben um Alexandra und ihrer Großmutter im Jahr 1989 eingebunden, dass man sehr gespannt war, was am Ende heraus kam. Auch wurde die Zeit um den 1. Weltkrieg und der Geschichte der SPD gut dargestellt. Von der Autorin möchte ich gerne noch mehr lesen.

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  • Ein Roman, den man nie vergessen wird

    Als wir unsterblich waren
    angelika51

    angelika51

    15. November 2016 um 06:50

    "Als wir unsterblich waren" von Charlotte Roth Inhalt: "November 1989. »Willkommen in Westberlin«, dröhnt es aus einem Lautsprecher, als die Ostberliner Studentin Alex­andra von der Menschenmenge in die Arme eines jungen Mannes gedrängt wird. Liebe auf den ersten Blick! Berlin vor dem Ersten Weltkrieg. Die junge und mutige Paula setzt sich leidenschaftlich für Frauen- und Arbeiterrechte ein. Ihre Träume von einer neuen, gerechteren Welt teilt sie mit dem charismatischen Studentenführer Clemens, mit dem sie Seite an Seite kämpft. Damals, als sie unsterblich waren, beginnt ihre dramatische Geschichte, die auch die Geschichte unseres Landes ist und die Jahrzehnte später Alexandras Welt für immer verändern wird." Meine Meinung zum Buch: Eben habe ich die letzten Zeilen dieses sehr berührenden Buches gelesen. Abwechselnd erlebt man die Lebensgeschichte einer alten Frau. Einmal taucht man in ihre Jugend ab und man findet sich in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Dann macht man einen Zeitsprung als die Mauer in Berlin fiel. Egal in welchem Zeitraum man gerade unterwegs ist, man möchte unbedingt wissen, wie es im anderen Jahrzehnt weitergeht. Bedrückend wird einem die Zeit vor Augen geführt, die zum ersten Weltkrieg geführt hat und die Zeit, in der sich der braune Sumpf immer weiter ausgebreitet hat. Der Leser wird durch das Leben von Paula geführt, das kein leichtes war. Alex, die Enkelin von Paula wird in ein für sie unbekanntes Leben katapultiert: Der Fall der Mauer. Sie lebte bis dahin in der DDR und wusste noch nichts von ihrer Vergangenheit. Was sich schlagartig änderte. Charlie Lyne, ich danke dir für dieses großartige Buch, das noch sehr lange in mir nachwirken wird. Es ist erschreckend, wie sich teilweise die Situation aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg mit unserer heutigen gleicht.

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  • Berliner Geschichte --- ein Stück Vergangeheit

    Als wir unsterblich waren
    makama

    makama

    11. November 2016 um 09:42

    Das Buch "ALS WIR UNSTERBLICH WAREN" hat zwei Erzählstränge. In dem einen geht es um die junge Ostberliner Studentin Alexandra, die am am Tag des Mauerfalls, Oliver, einem jungen Westberliner quasi in die Arme fällt. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch die beiden verbindet viel viel mehr ..... mehr als sie ahnen. Im zweiten Erzählstrang geht es um die junge Paula, eine mutige und leidenschaftliche Frau, die sich in Berlin für Arbeiter und vor allem für Frauenrechte engagiert.... Sie war ihrer Zeit weit voraus. An ihrere Seite der charismatische Stutenführer Clemens.... Doch dann kommt der erste Weltkrieg.... Den Armen geht es noch schlechter, doch Paula kämpft unverdrossen weiter...... Nach dem Krieg wird die neue Republik aufgebaut --- was viele Kämpfe bedeutet - Ehemalige Freunde werden zu Feinden..... Und groß ist Mißtrauen untereinander.... Paula versucht die Balance zu halten...... Bis die Nazis an die Macht kommen und es Zeit wird für sie zu gehen FAZIT: Ein interessanes Buch über eine Zeit die gar nicht so lange zurückliegt -- die Sorgen und der Nöte der Menschen, aber auch die Stimmung der 20er Jahre werden hier gut vermittelt ...... die Düsternis, aber auch die Lebensfreude..... und der Leser ahnt bald was die beiden Frauen Paula und Alexandra verbindet, abr das will ich hier nicht verraten. Von mir gibt es knappe 4 Sterne für dieses Buch.

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  • Unvergessen

    Als wir unsterblich waren
    Julo

    Julo

    24. September 2016 um 20:05

    Ich habe bis jetzt nicht viele historische Romane gelesen, doch diese Geschichte hatte mich vollkommen in ihrem Bann. Wenn auch die Liebesgeschichte hoffnungslos romantisch und etwas übertrieben erscheint, kann man sich wirklich gut in die Charaktere einfühlen. Was mich vor allem fasziniert hat, war die ganz andere Darstellung der 20er. Jetzt verstehe ich auch wirklich, warum man gerade diese Jahre, obwohl sie doch das Leid des Krieges noch unvergessen hinter einem liegt und die deutsche Hauptstadt von so vielen Unruhen durchgeschüttelt wird, als "Golden" bezeichnet. Die Aufbruchsstimmung unter den Menschen muss unbeschreiblich gewesen sein. Man dachte wirklich, alles würde sich zum Besseren wenden und man hätte eine Chance, endlich glücklich zu sein, wo man doch nicht mehr dazu brauchte, als Frieden. Obwohl man es insgeheim aus dem Geschichtsunterricht besser weiß, fiebert man mit, hofft und kommt dann zu dem Schluss, dass kein Mensch je so viel Leid aushalten könnte, geschweige denn es verdient hat.

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  • 1. Weltkrieg - Weimarer Republik - Mauerfall

    Als wir unsterblich waren
    Miamou

    Miamou

    11. July 2016 um 10:14

    Charlotte Roth ist eine Autorin, die mich nach zwei ihrer Bücher, zu einem richtigen Fan von ihr machte. Auch dieses Buch „Als wir unsterblich waren“, das ich nun als drittes (aber sicher nicht letztes) in diese Riege einordnen kann, hat mich nicht enttäuscht. Sie ist eine Autorin, die sich in vielen Dingen treu bleibt und doch immer neu wirkt, was ich wirklich sehr mag. In „Als wir unsterblich waren“ setzt die Handlung im Jahr 1989 an…die Berliner Mauer fällt und die junge Alex aus dem Osten lernt Oliver, einen jungen Mann aus dem Westen, kennen und es ist Liebe auf den ersten Blick. Alex lebt bei ihrer Oma, die sie liebevoll Momi nennt, da ihre Mutter sehr früh verstorben ist und ihre Oma sie aufgezogen hat. Als sie ihrer Momi nun Oliver endlich vorstellen kann, reagiert diese geschockt und bricht vor ihren Augen zusammen. Erst durch den Krankenhausaufenthalt beginnt Momi Paula ihre Geschichte zu erzählen, die kurz vor dem 1. Weltkrieg beginnt, wo auch sie sich unsterblich in Clemens verliebt hat. Beide sind engagierte Sozialdemokraten und gegen das monarchische Kaiserreich und trotzdem können sie den Krieg nicht aufhalten. Nur die Liebe zueinander scheint sie aufrecht zu erhalten. Als der Krieg vorbei ist, scheinen sie nahe an ihrem Ziel zu sein, denn nun wird endlich die Republik ausgerufen, aber die steckt in den Kinderschuhen und kämpft ums Überleben, wird aber schlussendlich von Hitler und seinen Braunhemden zertreten. Neben den vielen politischen Hintergründen setzt Charlotte Roth aber auch wieder auf die persönlichen Schicksale ihrer Protagonisten und schöpft diese auch sehr aus. Auch Paula hat (genau wie Alex) schon sehr früh ihre Mutter verloren und lebt mit ihrem Vater und ihrem Bruder Manfred in einer besonderen Symbiose. An vielen Stellen merkt man, dass für die drei Blut einfach dicker als Wasser ist und sie haben keinen Skrupel davor dem anderen zu sagen, was nicht passt, ohne dass dabei die familiäre Unterstützung ausbleiben würde. Ganz anders bei Clemens, der aus einem reichen Haus kommt, die Mutter verschließt die Augen vor dem Konflikt zwischen Sohn und Vater, der unbedingt will, dass Clemens sich in der Familiengeschäft einklinkt und dem Kaiser treu ergeben ist. Schlussendlich zerbricht Clemens aber genau daran. Seine Mutter, die er trotzdem über alles liebt, stirbt und er verliert den Boden unter den Füßen. Nebenbei zerreibt er sich auch noch in der Mühle der Politik und kann es schlussendlich niemanden, nicht einmal Paula, recht machen. Eigentlich ist er eine sehr tragische Figur, trotzdem wurde ich mit ihm nicht richtig warm. Ich war ihm gegenüber von Anfang an sehr zwiegespalten, schon alleine deswegen, wie er sich Paula gegenüber zu Beginn und auch am Ende verhalten hat und weil er mir an vielen Stellen den großen Macker markierte, der um jeden Preis im Mittelpunkt stehen wollte. Andererseits tat er mir dann auch gleich wieder leid, wenn man seine Familiengeschichte betrachtet und sein Bemühen in der Zeit der jungen Republik, das nicht und nicht fruchten will und auch bei seinen Freunden nur Spott als Folge hatte. Auch Paula war eine Heldin, die nicht immer sympathisch war. Sie nörgelt viel, oft und gern, gleichzeitig zeigt sie aber auch ein Herz aus Gold, als sie während des Kriegs eine „Arche Noah“ für Frauen aus armen Verhältnissen entstehen lässt und sich mit aller Kraft um sie und deren Kinder kümmert. Sehr angetan war ich von Harry und ich war dann echt traurig, wie es mit ihm zu Ende gehen musste. Man kann also zu den Figuren stehen wie man will, eins ist aber auf jeden Fall klar, sie sind weit weg von jeder Schwarz – Weiß – Malerei. Die Handlung selbst war gut aufgezogen, an manchen Stellen vielleicht ein wenig zu viel politisch angehaucht. Obwohl die österreichische Geschichte mit dem Ende des Kaiserreichs und der Ausrufung der Republik ja ähnlich war, konnte ich als Österreicherin mit den vielen Namen und Begebenheiten aber sehr wenig anfangen. Ich musste nebenbei immer ein bisschen recherchieren um mich ins Bild zu setzen. An sich macht mir das auch nicht viel aus, da ich es eigentlich toll finde, wenn ein Buch zur Eigenrecherche einlädt. In diesem Fall war es mir aber um den Tick zu viel. Zwischendurch habe ich deswegen auch eine längere Lesepause bei dem Buch eingelegt, weil es auch den Lesefluss sehr stört, wenn man immer wieder etwas nachschauen muss. Ansonsten gab es aber den „Roten Faden“ und auch die Erzählstränge von 1989 und der Zeit zwischen 1911 und 1933 waren klar voneinander getrennt und verweben sich am Ende gekonnt, sodass wirklich alles aufgelöst und keine Fragen offen blieben. Hier hat mir auch sehr gut gefallen, dass der letzte Satz des einen Strangs der erste Satz des anderen war. Absolut perfekt! Was mir besonders gefallen hat – und das gab es auch schon in „Als der Himmel uns gehörte“ – dass Paula und Clemens sich eine Auszeit nehmen und einfach ein paar Wochen nach Pompeji reisen. Sozusagen als Hochzeitsreise, wo sie nur für einander da sind und die Welt um sie still zu stehen scheint und die auch für den Leser ein sehr idyllisches Bild beschreibt. Bei „Als der Himmel uns gehörte“ reisen die zwei Liebenden auf den Berg Kallimarmaro. Charlotte Roths Schreibstil hat mich vom ersten Moment an fasziniert. Sätze wie „…das Gemüse lag auf dem Küchentresen wie hin gemalt“ lassen einen träumen. Auch sonst beschreibt sie sehr bildhaft und ohne viel Schnick – Schnack, was aber den Lesegenuss keineswegs schmälert. Obwohl „Als wir unsterblich waren“ nicht mein persönliches Lesehighlight von ihr war, freue ich mich jetzt schon sehr auf ihr neuestes Buch, das erst vor Kurzem erschienen ist. Ich werde ihr also eine treue Leserin bleiben und kann ihre Bücher nur wärmstens empfehlen. (Übrigens hat sie auch als Carmen Lobato schon tolle Bücher geschrieben :-))

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    • 4
  • Der LovelyBooks Lesesommer 2016

    Lesesommer
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    In guter alter Tradition starten wir auch in diesem Jahr wieder in die sommerliche Jahreszeit mit unserem großen LovelyBooks Lesesommer! Ihr dürft euch dieses Mal wieder auf spannende Aufgaben und viele tolle Buchtipps freuen. Jede Woche findet ihr auf unserer Aktionsseite eine neue Verlosung mit großartigen Büchern für die Sommerzeit.Erneut möchten wir mit euch 10 Wochen lang über fesselnde Sommerlektüren diskutieren, Fotos austauschen und neue Bücher entdecken. Wir werden euch im Laufe des Lesesommers verschiedene Aufgaben stellen, die ihr bis zum 7. August in beliebiger Reihenfolge bearbeiten könnt. Für jede Aufgabe könnt ihr Punkte sammeln – bei einigen Aufgaben gibt es auch Extra-Punkte zu ergattern. Auf unserer Übersichtsseite findet ihr außerdem jede Woche neue Buchtipps und könnt sommerliche Buchpakete gewinnen!Wer bis zum Ende des Lesesommers am 7. August die meisten Punkte gesammelt hat, der gewinnt eine literarische Wochenendreise nach Verona (Anreise und 2x Übernachtung inkl. Frühstück)! Dort könnt ihr auf den literarischen Spuren von Romeo und Julia wandeln!Außerdem gibt es für die Plätze 2 - 5 je ein schönes Buchpaket mit neuem Lesestoff. Zusätzlich verlosen wir noch unter allen Teilnehmern 5 weitere Buchpakete unabhängig von der erreichten Punktezahl.Wenn ihr teilnehmen möchtet, dann meldet euch gleich hier im Thema "Ich bin dabei!" an und stellt euch gerne ein bisschen vor. Wer noch überlegt, ob er mitmachen möchte, der kann gern auch später noch einsteigen!Wenn ihr über Twitter, Instagram oder Facebook über den Lesesommer berichtet, darüber plaudert oder Fotos teilt, freuen wir uns, wenn ihr den Hashtag #LBlesesommer verwendet!Wir freuen uns auf viele sommerliche Buchtipps, sonnige Lesestunden – egal ob im Urlaub am Strand oder daheim auf dem Balkon – und natürlich aufs Lesen wundervoller Bücher!P.S.: Alle Blogger unter euch dürfen sehr gern die Grafik, die ihr hier oben im Thema findet, in ihrem Blog verwenden, falls ihr zur Aktion einen Blogbeitrag schreiben möchtet!

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    • 4591
  • Geschichte erleben

    Als wir unsterblich waren
    Drea_lohnt

    Drea_lohnt

    04. May 2016 um 15:28

    1989: Alexandra lernt Oliver kennen, und alles ist gleich so vertraut. Zwischen all den Menschen an der geöffneten Grenze in Berlin ist sie ihm in die Arme gefallen. Ihre geliebte Großmutter soll ihn unbedingt kennen lernen. Aber warum reagiert sie so verängstigt? 1912: Paula ist in diesem Sommer zur Frau geworden, denn sie hat ihre Liebe zu Clemens entdeckt; dem charmanten, talentierten, alle jungen Männer in ihrer Freundesgruppe überstrahlenden Clemens. Aber die junge Liebe erwacht in einer unruhigen Zeit. Es gilt für die Rechte der Arbeiter einzustehen und ein Krieg droht. Wie werden Paula und ihre Freunde seine grausamen Konsequenzen durchstehen? Der große Verdienst dieses Buches ist für mich, dass es einen Geschichte miterleben lässt. Natürlich ist das bitter, da sich die Autorin für die Haupthandlung eine Generation gewählt hat, die sie zwei großen Weltkriege erleben musste. Die Charaktere sind alle sehr lebendig und befriedigend komplex. Ich musste immer wissen, wie es weitergeht und habe zügig zu jeder sich bietenden Gelegenheit gelesen. Für einen Einstig oder eine Auffrischung Deutscher Geschichte sehr zu empfehlen. Für manche ist der Mauerfall ja noch gelebte Erfahrung, aber für die jungen Leute wie mich ist es auch schon "nur" Geschichte, und das Buch bringt einem die Stimmung gut nahe. Eine bisschen ausführlicher habe ich meinen Gedanken in einen Blogbeitrag gefasst, zu dem ich euch gern einlade: http://lohntdaslesen.de/rezension-als-wir-unsterblich-waren

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  • Mal lustig, mal traurig, aber immer sehr gut.

    Als wir unsterblich waren
    haberland86

    haberland86

    11. April 2016 um 20:18

    Schon die ersten drei Kapitel fand ich sehr spannend. Es war aufregend den Tag des Mauerfalls aus Alexandras Sicht zu erleben. Charlotte Roth gelang es wunderbar die Stimmung, die damals geherrscht haben musste, einzufangen und in Worte zu hüllen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Alex und Oliver weiterging und war daher zunächst etwas enttäuscht, als der zweite Handlungsstrang mich in das Jahr 1912 zurückkatapultierte. Doch nach und nach wollte ich auch wissen, wie es hier weiterging. Als Leser weiß man zwar von den zwei Weltkriegen, die den jungen Leuten von damals bevorstehen würden, nach welchen nichts mehr sein würde wie zuvor. Aber selbst wenn man bereits etliche Romane gelesen hat, die zu dieser Zeit spielen, rühren einen die Einzelschicksale dann doch wieder fast zu Tränen. Die vollständige Rezension findet sich auf meinem Blog.

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  • Zeiten des Umbruchs

    Als wir unsterblich waren
    winter-chill

    winter-chill

    25. March 2016 um 13:12

    Eine Stadt, zwei Frauen, zwei mal Zeiten des Umbruchs: Charlotte Roths Roman „Als wir unsterblich waren“ beginnt am 9. November 1989 in Ostberlin. Die Mauer zwischen Ost- und Westberlin fällt. Studentin Alexandra wird von den feiernden Menschen mitgerissen und stolpert direkt in die Arme des Westberliners Oliver. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch als Alexandra Oliver ihrer Großmutter vorstellt, reagiert diese nahezu hysterisch. Ein Sprung ins Jahr 1912: Paula ist 16 Jahre alt und verbringt unbeschwerte Sommertage mit ihrer Clique am Berliner Wannsee. Sie himmelt den charismatischen Clemens an, der zwar aus gutem Hause kommt, sich aber unerbittlich für die Arbeiterbewegung einsetzt. Auch Paula wird schon bald politisch aktiv und tritt den Sozialdemokraten bei. Doch düstere Zeiten stehen bevor, denn Deutschland schreitet auf den 1. Weltkrieg zu. Auf den ersten Blick ist „Als wir unsterblich waren“ ein sehr gut recherchierter historischer Roman, in dem vor allem die Ereignisse in Deutschland zwischen den Jahren 1912 und 1933 beleuchtet werden. Dabei konzentriert sich Roth vor allem auf die Geschichte der Arbeiterbewegung und der Sozialdemokraten zum Ende des Kaiserreichs und in der Weimarer Republik. Detailliert und präzise erzählt Roth vom Elend der Arbeiter in Berlin, von den Klassenkämpfen und Protestbewegungen. Sie zeigt auf, wie sich die Ereignisse nach dem verheerenden 1. Weltkrieg zuspitzen und es schließlich zu der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten kommen konnte. Auch erzählerisch fand ich den Roman in gewisser Weise gelungen: Roth erzählt leicht, intensiv und sehr anschaulich. Dennoch konnte mich der Roman nicht richtig mitreißen und überzeugen. Das hat sowohl sprachliche als auch inhaltliche Gründe. So fand ich gerade die Dialoge der Figuren zum Teil sehr affektiert und gedrechselt. Regelrecht genervt haben mich auch die vielen Kosenamen, mit denen einige der Protagonisten ständig betitelt wurden. Eine kleine Auswahl: Funkelstern, Paula Klein, Schwämmchen, Süppchen, Zwerg... Auch das wirkte einfach nur aufgesetzt. Zu den inhaltlichen Kritikpunkten: Während die Geschichte von Paula zwischen den Jahren 1912 und 1933 recht interessant und gut ausgearbeitet ist, hätte man sich die Rahmenhandlung rund um Alexandra echt sparen können. Alexandra bleibt die ganze Zeit ein sehr unscheinbarer Charakter. Generell ist der komplette Erzählstrang extrem konstruiert und unrealistisch: Klar, Liebe auf den ersten Blick und dann gibt es auch gleich noch eine Verbindung zwischen den beiden Familien. Der Mauerfall und die Wende bleiben auch nur eine blasse Randnotiz. Umso ärgerlicher, dass der Klappentext hierbei eine ganz andere Erwartungshaltung aufbaut: Man erwartet tatsächlich einen Roman über das Leben zweier Frauen in unterschiedlichen historischen Zeiten. Wer sich allerdings eine Geschichte über die Wende erhofft, wird bitterlich enttäuscht. Der Versuch zwei Generationen in einem Buch miteinander zu verbinden ist Roth meiner Meinung nach misslungen. Generell hätte dem Roman auch etwas mehr Spannung gut getan.

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  • Eine berührende Geschichte ohne viel Schnörkel

    Als wir unsterblich waren
    Lanie

    Lanie

    13. February 2016 um 22:36

    Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Vor allem der Erzählstrang der Grossmutter Paula um die Jahre 1910 - 1930 herum. Es ist ein sehr politisches Buch um eine Gruppe Freunde, die diese schreckliche Zeit erleben und viel um Berlin und die Menschen die dort leben kämpfen. Die Autorin schafft es den Leser mitten in diese Zeit zu befördern und an dem Leben der jungen Menschen teilzuhaben, ebenso auch an dem 1. Weltkrieg und die weiteren Jahre bis 1935 herum. Charlotte Roth ist selbst in Berlin aufgewachsen und das merkt man sehr, sie hat sehr viel Ahnung von dem was sie schreibt. Gerade deswegen ist dieses Buch vor allem für Menschen aus dieser Gegend (wie auch in meinem Fall) ein absolutes Muss. Selten wird Geschichte so gut recherchiert und spannend erzählt, ohne jemals theatralisch, kitschig oder verurteilend zu wirken. Es ist einfach mitten aus dem Leben. Grosse Empfehlung.

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  • Eine schmerzlich-schöne Geschichte, voller Lebensrealität der Weimarer Republik

    Als wir unsterblich waren
    Code-between-lines

    Code-between-lines

    Zum Inhalt: Die Handlung des Buches spielt auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen – beides Zeiten des Umbruchs und des Aufruhrs in Berlin: Die Rahmenhandlung spielt im November/Dezember des Jahres 1989. Es ist die Zeit des Mauerfalls. Der Strudel der Ereignisse, die wilde, wogende Lebenswelle, die plötzlich durch Berlin schwappt, treibt die junge Alex über die plötzlich offene Grenze in das fremde West-Berlin - und dort direkt in die Arme von Oliver. Oliver, in den sie sich sofort verliebt und der die sonst eher ängstliche und zurückhaltende Alex aus ihrem behüteten und zurückgezogenen Leben, das sie an der Seite ihrer Großmutter führt, nicht nur in seine Arme, sondern gleichzeitig in etwas Aufregendes und Neues hineinzieht. Alles scheint plötzlich möglich, in dieser aufregenden und fremden Zukunft. Doch bevor Alex und Oliver an ihrer Zukunft stricken können, gilt es, der Vergangenheit ein Geheimnis zu entlocken. Warum reagiert Alex Großmutter, die ihr Mutter und Omi zugleich ist und von ihr liebevoll Momi genannt wird, so heftig auf Oliver, dass es sie sogar ins Krankenhaus bringt? Mehr und mehr Fragen beschäftigen Alex, der plötzlich klar wird, dass sie nichts über die Vergangenheit ihrer Großmutter, die ja auch ihre eigene Geschichte ist, weiß…Welches Last trägt Momi auf dem Herzen? Warum verkriecht sie sich so und lässt weder das Leben noch andere Menschen an sich heran? Auf der zweiten Zeitebene, welche die hauptsächliche Handlung des Buches ausmacht, begegnen wir der jungen Paula Thomas im Jahr 1912. Die politische Ordnung in Europa erscheint zunächst noch stabil. Allein die sich zuspitzende Wirtschaftslage wird Paula plötzlich schmerzlich bewusst, als ihr Vater seinen Job verliert. Doch gleichzeitig ist das Leben für die fast sechzehnjährige Paula voller Verheißungen und Möglichkeiten. Sie verbringt den Sommer 1912 an der Seite ihres Bruders Manfred und dessen Freunden im Strandbad am Wannsee, und schon bald ist ihr Herz für den schönen, redegewandten und charmanten Clemens Kamphausen entbrannt. Wie Manfred ist Clemens ein glühender Anhänger der SPD und kann schon in jungen Jahren andere Menschen von seinen Ansichten überzeugen und für seine Vorhaben gewinnen. Doch die Geschichte nimmt ihren Lauf und schon bald zeichnet sich der Erste Weltkrieg als dunkles Gespenst am Horizont ab. An der Seite Paulas, Clemens, Manfred und den übrigen Freunden, die in den folgenden zwei Jahrzehnten verzweifelt versuchen, das Lebenswerte und Menschliche zu bewahren,  erlebt der Leser den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik und ihre gesellschaftlichen Umwälzungen und schließlich das Erstarken der Nationalsozialisten bis hin zur Machtergreifung Hitlers. Wird die Liebe zwischen Paula und Clemens die schwere Zeit überdauern? Wohin führt die Parteiliebe Paulas Bruder Manfred? Welches Schicksal droht Manfreds Freund Harry und dessen Bruder Joachim, die beide Juden sind? Eigene Meinung: Dieses Buch hat mir wie bisher kein anderes die Zeit und die gesellschaftliche Realität vor und während dem ersten Weltkrieg, sowie die der Weimarer Republik näher gebracht. Zudem war es ein wirklich großes Lesevergnügen, voller Emotionen, voller Informationen, voller Leben und Lebensrealität. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, den Indizien im Buch zu folgen, Hinweise zu verknüpfen und immer neue Theorien aufzustellen, um die Verbindung zwischen Alex, Momi, Paula und den vielen anderen Charakteren aufzulösen und die Geschichte als Ganzes zu verstehen! Hier ist der Autorin in meinen Augen ein konzeptionelles Meisterstück gelungen. Wunderbar getragen wird die niemals langatmige Handlung außerdem durch die wunderbare Auswahl an Charakteren. Ich denke, jeder Leser wird hier seinen persönlichen Liebling finden. Die Vielzahl an Figuren haben bei mir während des Lesens eine breite Palette von Emotionen hervorgerufen -  Bewunderung, Mitgefühl, Abscheu, Erschrecken, (Mit-)Freude, Angst, Entsetzen, Ohnmacht, Verständnis und Unglauben. Doch der Hauptverdienst der Autorin ist es in meinen Augen, dass es ihr nicht nur gelungen ist, ein eindringliches und informatives Buch über die Schrecken und Zusammenhänge der Zeit des Ersten Weltkriegs sowie der Weimarer Republik zu schreiben, in dem Geschichte mit großer Leichtigkeit und niemals trocken vermittelt wird. Gleichzeitig erzählt sie jedoch auch ungemein berührend von den Hoffnungen und Träumen der Menschen in dieser Zeit, von Momenten des Glücks, die, da sie wie dem grausamen und beängstigenden Alltag gestohlen wirken, eine ungemein berührende und authentische Wirkung haben. In folgenden schönen Worten wird dies von einem der Hauptcharaktere zusammengefasst: „Sind wir berühmt für unsere schlimmen Zeiten […]? Wir hatten so viele gute Tage. […] Wir waren die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, wir hatten Brecht und die Dietrich, Einstein und das Sechstagerennen, Fritz Langs Filme, den Wintergarten und die Weltbühne, Nacktbadestrände, Kleider ohne Taillen und verrauchte Nächte im romantischen Café." Ein trauriges, ein schönes und ein sehr beeindruckendes Buch mit einer hoffnungsvollen Botschaft! Ich werde es sicherlich noch vielen Leuten empfehlen!

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    16. January 2016 um 23:48
  • Lese-Endspurt mit LovelyBooks vom 27. - 30. Dezember 2015

    LovelyBooks Spezial
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    Mit LovelyBooks gemütlich das Jahr ausklingen lassen! Schon bald liegt der Weihnachtsstress hinter uns, das neue Jahr steht in den Startlöchern und da dachten wir uns, dass wir diese Tage zwischen den Jahren gerne zusammen mit euch verbringen möchten! Beim Lese-Endspurt mit LovelyBooks können wir uns endlich all den vielen schönen Büchern widmen, die bisher sträflich vernachlässigt wurden. Wir freuen uns schon sehr - seid ihr mit dabei?  Der Lese-Endspurt Gemeinsam mit euch möchten wir vom 27. bis zum 30. Dezember die Zeit für die schönste Sache der Welt nutzen - Lesen! Der Lese-Endspurt soll dabei die perfekte Gelegenheit bieten, das Jahr in gemütlicher Runde ausklingen zu lassen, begonnene Bücher zu beenden und neue Schätze zu entdecken. Natürlich müsst ihr nicht die gesamten 4 Tage durchlesen, sondern es ist so gedacht, dass jeder mitmachen kann, wann und wie er möchte. Hier in dieser Runde haben wir einen gemeinsamen Platz, an dem wir uns über unsere Lesefortschritte und die gelesenen Bücher austauschen können. Wie könnt ihr mitmachen? Ihr seid herzlich eingeladen, bei unserem Lese-Endspurt jederzeit einzusteigen. Wir freuen uns über jeden, der sich in den nächsten Tagen zu uns gesellt!  Als kleine Abwechslung zwischendurch werden wir vom 27. bis 30. Dezember immer mal wieder kleine Fragen oder Aufgaben stellen, die ihr gerne beantworten könnt. Das ist aber natürlich kein Muss, das gemeinsame Lesevergnügen soll beim Lese-Endspurt im Mittelpunkt stehen!  Wenn ihr möchtet, könnt ihr eure Leseeindrücke beim Lese-Endspurt auch über euren Blog und direkt über die verschiedenen SocialMedia-Kanäle teilen! Dabei gilt: Hashtag #leseendspurt nicht vergessen! So können wir alle Beiträge leicht finden.  Als kleines Dankeschön an euch verlosen wir unter allen fleißigen Teilnehmern beim Lese-Endspurt drei LovelyBooks-Taschen, mit denen man ganz wunderbar neuen Lesestoff transportieren kann.  Jetzt heißt es noch ein paar Tage warten und schon kann es mit dem Lese-Endspurt losgehen. Wir freuen uns schon sehr auf viele spannende, herzzerreißende, aufregende, lustige Lesestunden gemeinsam mit euch!

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  • Als wir unsterblich waren - erster Weltkrieg- ein aktuelles Thema

    Als wir unsterblich waren
    Lese_gerne

    Lese_gerne

    Das Buch "Als wir unsterblich waren" ist gerade so passend. Besonders da sich das Kriegsende des ersten Weltkrieges zum 100. Mal jährt. Schon im Buchumschlag kann man vorne Berlin im Jahr 1915 und ganz hinten Berlin im Jahre 1989 sehen. ************************************************* Das Buch handelt in zwei Zeitebenen, bei der die erste Zeitebene von 1912 bis 1933 den größten Teil des Buches einnimmt. November 1989. Besser gesagt, der besagte 9. November 1989 an dem der eiserne Vorhang fällt. Hier ein Auszug vom Buch: Es war der 9. November 1989, einer jener Tage, von denen es später hieß, sie seien in die Geschichte eingegangen. Für die ganze Welt wurde es der Tag, an dem die Berliner Mauer fiel, und danach war nichts mehr wie vorher. Für Alex blieb es der Tag, an dem sie Oliver traf, doch auch für sie war nichts mehr wie vorher, kein Stein auf dem anderen und keine Wand mehr intakt. Als Alex Großmutter Oliver kennenlernt ist wirklich nichts mehr wie vorher. Sie erstarrt vor Schreck, gleich so arg, dass sie ins Krankenhaus muss und es ihr sehr schlecht geht. Was ist nur mit Alex Großmutter los und was hat Oliver damit zu tun? ********************************************** Berlin vor dem ersten Weltkrieg: Paula, Paulas Bruder Manfred, Clemens und die restlichen Freunde verbringen schöne Sommer am Wannsee. Doch dann bricht der Krieg aus und die Freunde müssen teilweise um ihr Überleben kämpfen. Paula setzt sich für die Frauen- und Arbeitsrechte ein. Sie träumt von einer gerechten Welt zusammen mit Clemens. Doch alles kommt anders. *********************************************** Da das Buch in zwei Zeitebenen handelt habe ich es sehr gerne gelesen. Dadurch, dass die Zeitspanne unterbrochen wurde und erst später wieder weiterging wurde die Spannung gehalten. Besonders hervorheben möchte ich, dass eine Zeitspanne mit einem Satz endet und die nächste Zeitspanne mit dem gleichen Satz weitergeht. Das ist auffällig, toll gelöst und lässt sich so schön lesen, da die Zeitebenen so miteinander verschmelzen. Einige Seiten handeln auch von der Westfront im ersten Weltkrieg. Hier erfährt man auch, wie das Leben in den Gräben zuging. Wie vom Frontgraben in den Unterstützungsgraben zum Reservegraben gewechselt wurde um dann wieder in den Frontgraben zu gelangen. Gerade für uns junge Leute, die von diesen Schreckenstaten so weit weg sind, ist es wichtig mehr davon zu erfahren wie es an der Front wirklich zu ging. Wie diese jungen Burschen und auch die Frauen zuhause einige Jahre des Lebens dem Krieg opfern mussten. Da einige Personen Juden sind wird auch diese Problematik, die sie hier im Land hatten, kurz angeschnitten. Das ist sehr traurig wie sie damals behandelt wurden und absolut nicht nachvollziehbar. Das Thema erster Weltkrieg und die Zeit danach wird dieses Jahr großen Einfluss auf uns haben. Wer mehr über diese Zeit und die Parteien von damals erfahren möchte wird mit diesem Buch viel Freude haben ********************************************* Charlotte Roth (Pseudonym) hat unter ihrem richtigen Namen schon einige historische Roman verfasst und unter einem anderen Pseudonym Bücher geschrieben, die in fremden und exotischen Ländern handeln. Sie ist 1965 geboren, hat selber schon in Berlin gelebt und lebt jetzt gerade in London.

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