Wenn wir wieder leben

von Charlotte Roth 
4,0 Sterne bei87 Bewertungen
Wenn wir wieder leben
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Positiv (65):
Monika58097s avatar

Eine fesselnde und zutiefst bewegende Geschichte!

Kritisch (9):
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- abgebrochen-

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Inhaltsangabe zu "Wenn wir wieder leben"

Eine tragische Familiengeschichte und die Geschichte einer großen Liebe, die ins Nazideutschland zurückführt
Der neue große historische Roman von der Bestseller-Autorin Charlotte Roth
Das vornehme Ostseebad Zoppot bei Danzig in den 1920er Jahren. Hier herrschen überschäumende Lebenslust und unbeschwerte Sommerfrische.
Die vier Freunde Lore, Gundi, Julius und Erik erfreuen die Kurgäste mit flotten Rhythmen und eingängigen Melodien und träumen vom Durchbruch als Musiker.
Bald ist ihnen tatsächlich Erfolg beschieden, auf dem Luxusschiff Wilhelm Gustloff befahren sie die Meere – und ignorieren, dass sich die Zeiten schon lange geändert haben. Gundi verliebt sich in den Sänger Tadek, aber dann überfällt Hitler Polen, und Tadek schließt sich dem Widerstand gegen die Nazi-Besatzer an: Das Ende einer großen Liebe?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426520307
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:608 Seiten
Verlag:Knaur Taschenbuch
Erscheinungsdatum:02.07.2018

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    Rissas avatar
    Rissavor 18 Tagen
    Wenn wir wieder leben

    Inhalt
    Berlin, 1963: Wanda ist friedlich mit ihrer Mutter, ihrer Tante und ihren zwei Schwestern aufgewachsen. Doch an der Uni lernt sie Andras kennen, einen jüdischen Studenten, der durch den Holocaust viele Familienangehörige verloren hat und unbequeme Fragen stellt. Wanda wird bewusst, dass sie nichts über die Vergangenheit ihrer Eltern weiß und setzt ihre Mutter unter Druck.
    Zoppot bei Danzig, 1927: Gundi ist ein fröhliches Mädchen, das am liebsten mit Musik ihr Geld verdienen würde. Die passende Band hat sie schon gefunden, nur fehlt ihr das eine besondere Lied. Kann sie es schreiben, wenn sie das Gefühl der Liebe empfindet?

    Meine Meinung
    Unter ihrem richtigen Namen Charlotte Lyne hat sie Romane geschrieben, die zeitlich etwas länger zurück liegen, als Charlotte Roth beschäftigt sich die Autorin nun mit der jüngeren Geschichte. Wer mich kennt, weiß, dass mich Romane über diese Zeit nicht ganz so sehr ansprechen, doch hier mache ich gerne eine Ausnahme.
    Wer schon Romane von Charlotte Lyne kennt, kann auch hier den besonderen Sprachstil ausfindig machen, der die Werke dieser Autorin von anderen abhebt. Er ist mal poetisch, dann wieder derb, manchmal auch schwülstig, in der Gesamtheit ist er einfach anders, einzigartig, ohne, dass ich dies immer an konkreten Punkten festmachen könnte. Auffällig ist in diesem Roman, dass viele Begriffe, Redewendungen und sprachliche Besonderheiten aus dem Danziger Sprachraum verwendet werden, die für meine hessischen Ohren doch eher ungewohnt klingen, jedoch wunderbar zu einem Buch passen, in dem es zumindest zum Teil auch um Identitätsfindung geht, wenn diese Sprache doch einen Teil von Wanda ausmacht.
    Der Klappentext des Romans lässt einen Liebesroman vermuten. Doch auch wenn Liebe nicht selten ein Thema ist, so sind kaum Elemente eines typischen Liebesromans enthalten. Es geht mehr um das Gefühl der Liebe, die Auswirkungen, die diese auf die Menschen hat, als um die Beschreibung zwischenmenschlicher Beziehungen.
    Der Schwerpunkt der Handlung liegt jedoch auf dem Werdegang von Gundis Band, die sich plötzlich, als die Nazis die Macht übernehmen, nicht mehr Band nennen darf. Es geht um junge Menschen, die prinzipiell unpolitisch sind, die mit der Ideologie der Nationalsozialisten nichts anfangen können, sich aber trotzdem für deren Zwecke einspannen lassen, weil sie darin nichts Schlimmes erkennen können, in diesem Fall eben der Unterhaltungsindustrie.
    Hier steht deutlich Gundi im Zentrum des Geschehens, von ihr konnte ich mir ganz gut ein Bild machen, während andere Mitglieder der Band, insbesondere Lore, deutlich in den Hintergrund treten. Gundi ist eine junge Frau, die von ihrem Großvater verwöhnt wird und kaum Verpflichtungen hat, die in den Tag hinein leben kann, während ihre Freunde es schwer haben und selten richtig satt werden. Mir war sie nicht sonderlich sympathisch, viele ihrer Entscheidungen haben mir gar nicht gefallen, dennoch waren diese weitestgehend nachvollziehbar, so dass ich Gundi zwar als etwas überzeichneten, aber dennoch glaubwürdigen Charakter wahrnehme.
    Es gibt größere Zeitsprünge, hier ein paar Monate, dort etliche Jahre, jedoch erscheint die Handlung aus einem Guss. Ist in der Zwischenzeit etwas geschehen, das für die Handlung relevant ist, erfährt man davon früh genug.
    Neben dem Werdegang der Band werden kleinere Einblicke in die Verwaltung der NSDAP gegeben, in die Abläufe, die letzten Endes zum Anschluss Danzigs an das Reich geführt haben. Diese sind sinnvoll, um einen Überblick über die politische Situation über die Jahre hinweg zu erhalten.
    Der Handlungsstrang, der sich mit Wanda beschäftigt, fällt dagegen deutlich kürzer aus und ist zudem ein wenig zerklüftet. Auch wenn hier die zeitlichen Sprünge deutlich kürzer ausfallen, hätte ich mir mehr Informationen über die Zeitspannen dazwischen erhofft. Insbesondere gegen Ende hätte ich mir ausführlichere Beschreibungen erhofft, ich hatte meine Schwierigkeiten damit, mir vorzustellen, wie Wanda an die ganzen Informationen gekommen ist.
    Wer Romane über die NS-Zeit liest, sollte sich bewusst sein, dass auch schon mal drastische Beschreibungen enthalten sein können. So auch hier. Zwar wälzt die Autorin dies nicht breit, aber es kommt zu der einen oder anderen gewaltsamen Szene, es gibt Tote und Verletzte.
    In einem sehr persönlichen Nachwort geht Charlotte Roth auf ihre Beziehung zu Danzig und Zoppot ein und erklärt, warum sie dieses Buch schreiben musste, auch ein paar Hinweise zu den tatsächlichen Ereignissen lassen sich hier finden. Daneben gibt es auch ein Glossar, das insbesondere für Begriffe in Missingsch hilfreich ist, sowie im vorderen Einband eindrucksvolle Fotos von Danzig vor und nach dem Krieg.

    Fazit
    Hier stehen nicht die Täter, Opfer oder Widerständler im Zentrum der Handlung, sondern normale Menschen, die durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten Vorteile erhalten, selbst aber politisch uninteressiert sind. Für mich eine Sichtweise, über die ich noch nicht allzu viel gelesen habe. Die etwas überzogen dargestellten Charaktere haben bei mir für eine gewisse Distanz gesorgt, trotzdem würde ich diesen Roman gerne weiter empfehlen.

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    Eddy85vor einem Monat
    Eine fesselnde und spannende Geschichte Polens

    Meine Meinung : Wieder einmal konnte mich die Autorin mit dem Buch mich überzeugen. Die Geschichte Polens wird uns während des 2 Weltkriegs erzählt. Die 2 Handlungsstränge die Jahre 1960 und 1927 erzählt sie wie immer bildhaft und emotional gut. Mir haben beide Handlungsstränge gefallen - wie Wanda in der Gegenwart nach der Vergangenheit ihre Familie sucht und Gundi in der Vergangenheit den Weltkrieg durchlebt . Die Stadt Danzig und das Ostseebad Zoppot werden sehr schön beschrieben wie immer mit wunderbare Worte der Autorin - das ich jetzt selber gern dahin fahren würde um die Stadt zu besichtigen. Mit den Protagonisten Gundi, Julian, Erik und Lore habe ich mitgefiebert und ihre Geschichte mit großem Interesse verfolgt. Die Wanda war am Anfang naiv und gutgläubig und bis am Ende des Buches hat sich ihr Charakter / Figur gewandelt und verändert - wurde zu Kämpferin. Ihren Großvater Pop hab ich sofort ins Herz geschlossen mit seinen Witz und Charme. Musste im Buch paarmal die Träne verdrücken. Interessant fand ich auch die Geschichte um das Schiff Gustloff- was ich davor nicht viel wusste und nach dem Buch sofort nach googeln musste. Fazit: Ein sehr emotionaler und fesselnde historische Roman über die Geschichte Polens - der mich begeistert hat . Absolute Leseempfehlung

    Kommentare: 1
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    Elonaivor einem Monat
    Großartige Familiengeschichte in den dunklen Stunden Europas

    Mich hat Charlotte Roths Buch "Wenn wir wieder leben" sehr beeindruckt. Sie erzählt die Geschichte von Wanda. Deren Mutter Gundi kommt in Soppot der 1930er Jahre zu Ruhm mit ihrer Band, die aus ihrer Schwester Lotte, ihrem späteren Ehemann Julius sowie Erik besteht. Das Schicksal der vier ist unmittelbar miteinander verbunden. Alle vier müssen sich der Frage stellen, welche Rolle sie in den großen Umwürfen der damaligen Zeit spielen wollen. 

    Der Roman ist toll geschrieben und recherchiert. Man ist ganz verzaubert von der Romantik des Ostseebads Soppots und der Stadt Danzig. Ein Kritikpunkt ist sicherlich der erste Teil des Romans, der sich sehr zieht beim Lesen. Wer aber durchhält wird mit einem grandiosen Ende belohnt.

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    Monika58097s avatar
    Monika58097vor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine fesselnde und zutiefst bewegende Geschichte!
    Eine fesselnde und zutiefst bewegende Geschichte!

    Gundi Friböse, die wegen ihr stets guten Laune von allen nur Gundi Sonnenschein genannt wird, hat gemeinsam mit ihrer Schwester Lore und den Freunden Julius und Erik nur einen großen Wunsch: Endlich berühmt werden mit ihrer Band "Piroggen". Einmal im Grandhotel in Zoppot bei Danzig auftreten, da, wo sich die Reichen und Schönen zur Sommerfrische tummeln, doch die Tür zum Grandhotel bleibt ihnen verschlossen. 

    Die Jahre vergehen, Gundi ist immer noch auf der Suche nach "ihrem" Lied. Sie findet dieses Lied, doch geschrieben hat es eine andere. Mit dem Lied "Morgen am Meer" wird die Gruppe jedoch endlich bekannt. 

    Die Nazis kommen an die Macht. Auch sie lieben das Lied. Die Freunde wollen noch nicht wahrhaben, dass die Welt sich im Umbruch befindet. Endlich sind sie berühmt. Endlich haben sie Erfolg. Sogar auf dem KDF-Schiff, der Wilhelm Gustloff, einem Luxusschiff, fahren sie mit und spielen ihre Musik. Gundi macht es sogar möglich, dass ihr geliebter Großvater Pop sie auf dem Schiff begleiten darf. 

    Julius und Gundi heiraten, damit das gemeinsame Kind nicht unehelich aufwachsen muss, doch lieben tut Gundi einen anderen, den Sänger Tadek. Hitler überfällt Polen. Der Zweite Weltkrieg bricht aus und nun müssen auch die Freunde erkennen, dass nichts mehr so sein wird wie zuvor.

    Viele Jahre später wird Wanda von ihrem Studienfreund Andras gefragt, was ihre Eltern im Krieg gemacht haben. Wo waren sie? Haben sie sich schuldig gemacht? Wanda, die sich bisher keine Gedanken darüber gemacht hat, befragt ihre Mutter Matti und ihre Tante Lore, doch Antworten bekommt sie keine. Eine Wand aus Schweigen breitet sich vor ihr aus. 

    Wanda beschließt nach Polen zu reisen, nach Sopot, doch auch hier, in den Sechziger Jahren, ist kaum jemand bereit, ihr Auskunft zu geben. Wird es Wanda gelingen, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen? Wird sie erfahren, wer ihre Familie wirklich ist und wo ihre eigenen Wurzeln liegen?

    "Wenn wir wieder leben" - ein Roman, der fasziniert, der zutiefst berührt, der aus der Masse heraussticht. Es ist eine fesselnde und zutiefst bewegende Geschichte. Es ist Charlotte Roths persönlichster Roman, was beim Lesen auch immer wieder deutlich wird. 

    Mit erzählerischer Kraft und großem Einfühlungsvermögen bringt uns die Autoren die Geschichte und ihre Protagonisten nahe. Man fiebert, man zittert mit, man lacht und weint gemeinsam und man hält vor Spannung und Entsetzen den Atem an. Vor dem inneren Auge des Lesers läuft ein Film ab. 

    "Wenn wir wieder Leben" - eine fesselnde Geschichte, nachdenklich stimmend, unendlich traurig und voller Leben. Ein absolutes MUSS für jeden Leser!

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    jackdecks avatar
    jackdeckvor einem Monat
    Wenn wir wieder Leben

    Charlotte Roth hat mit diesem Roman eine wundervolle Erinnerung an die schönen und traumatischen Zeiten von Danzig und Zoppot geschaffen. Über Gundi spürt man die Liebe zur Musik, dem Meer und ihrer Heimat. Als Leser*in ist man mittendrin, als Menschen anfingen sich zu verändern. Als man nicht mehr Danziger oder einer aus Zoppot war, sondern Pole oder Deutscher oder noch schlimmer, polnischer Jude. Als Schilder, die Hunde vom Strand fernhalten sollten, um die Wörter “Juden und Polen” erweiterter wurden. Charlotte Roths versetzt sich in ihren Büchern in die Menschen jener Zeit und hilft vielleicht, etwas besser zu verstehen, wir konnte es dazu kommen. Der Schreibstil ist flüssig und locker und das Buch lässt sich leicht lesen. Die handelnden Personen, allen voran die Hauptprotagonisten, und auch die Handlungsorte konnte ich mir gut vorstellen und hatte beim Lesen ein klares Bild vor Augen. Auch in die damalige Zeit konnte ich mich, dank des bildhaften Schreibstils gut hineinversetzen und hatte keine Probleme der Handlung zu folgen. Auch die Erzählung in den zwei Erzählsträngen macht die Handlung spannend und gut nachvollziehbar. Ein wirklich sehr empfehlenswertes Buch, das nicht nur Spaß macht zu lesen, sondern auch nachdenklich stimmt.

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    Marakkarams avatar
    Marakkaramvor einem Monat
    Danzig - eine Zeitreise

    Meine Mutter sagt, man muss sich um den Kehlkopf herum eine Grenzlinie ziehen: Augen und Ohren nehmen alles auf, das Gehirn verarbeitet alles, aber der Hals filtert und in die Brust rutscht nichts. Sie hat das in Frankreich gelernt, in ihrer Zeit im Widerstand.

    60iger Jahre: Als Wanda an der Uni den resoluten Andras kennenlernt, bringt er sie dazu das Leben ihrer Mutter und deren Schwester zu hinterfragen. Auf welcher Seite haben sie während des Krieges gestanden?

    20iger Jahre: Die lebenslustige, quirlige Gundi verbringt schon seit ihrer Kindheit jeden Sommer im Ostseebad Zappot bei Danzig und fühlt sich dort zuhause. Zusammen mit ihren Freunden Julius und Erik und ihrer Schwester Lori verfolgt sie nur einen großen Traum: mit ihrer Musik erfolgreich zu sein und einen großen Hit zu schreiben. Doch der Durchbruch gelingt ihnen erst mit einem "geliehenen" Lied und der Unterstützung der Nazis....

    ~ * ~ * ~ *

    Eine berührende Geschichte, der es leider an starken, sympathischen Charakteren mangelt.

    Der Roman fängt sehr bewegend an, Wanda erinnert sich wie Matti ihr als Kind das Lebensband geschenkt hat, denn beim Spielen hat ihr das Tot-sein unheimliche Angst gemacht. Dieses Band soll sie immer daran erinnern am Leben zu sein.

    Als ich diesen Auszug las, war ich schon hin und weg.

    Leider ging es nicht so weiter, denn die Geschichte um die junge Gundi und ihre Freunde im Danzig der 20iger Jahre, hat mich nicht erreicht. Mir war und blieb Gundi durchweg unsympathisch. Ein sehr schwacher, oberflächlicher Charakter. Selbstbezogen kreist alles immer nur um sie, die Gefühle anderer, incl. ihrer Schwester und ihres Ehemannes sind ihr vollkommen egal. Bis zum Ende hin wächst sie nicht an der Situation und macht keine wirkliche Entwicklung durch. Ich hätte Gundi lieber beim erkennen und wachsen zugeschaut, grade weil ihre Situation zunehmend pikanter wird. Das hätte grosses Potential gehabt.
    Aber auch Julius, Erik und Lore blieben viel zu blass und oberflächlich, so dass ich im Endeffekt zu keiner Person einen Zugang bekam. Sehr schade, denn das Thema an sich war sehr spannend und interessant und trotzdem ich habe mich durch den Mittelteil gequält und daran konnte dann auch der fulminante und wirklich gelungene Schluss nur noch wenig ändern.

    Dabei ist der Schreibstil von Charlotte Roth eigentlich sehr angenehm und mir gefiel vor allem der Danziger Dialekt.

    Die Geschichte wirkt durchaus authentisch und wenn mich jetzt noch die Charaktere berührt hätten, hätte es ein absolutes Highlight sein können. 


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    schafswolkes avatar
    schafswolkevor einem Monat
    Interessantes Thema, aber leider wurde ich mit dem Buch nicht so ganz warm

    Berlin, 1963:
    Wanda möchte mehr über ihre Mutter und ihre Vergangenheit wissen, doch diese weicht den Fragen ihrer Tochter aus und schweigt vehement. Schließlich macht sich Wanda selbst auf die Spurensuche ihrer Familiengeschichte. 

    Zoppot in den 20er Jahren:
    Gundi liebt ihr Leben und die Musik. Sie führt ein unbeschwertes Leben in Zoppot und macht sich keine Gedanken über die Zukunft. Ihre Musik wird im Dritten Reich geliebt und für ihre Musik würde Gundi alles tun, dabei verliert sie den Blick dafür, dass sich das Leben um sie langsam verändert.

    Ich habe mich so auf das Buch gefreut und hatte keine Zweifel, dass mir auch dieses Buch von Charlotte Roth gefallen wird, aber leider hat es mich dann doch nicht so begeistert, wie ich es erwartet habe.
    Was war passiert? Eine gute Frage. Die Themen sind gut gewählt. Waren wirklich alle unwissend, was die Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg anging? Irgendjemand muss doch was gewusst haben.

    Ich hatte ein paar Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen. Gundi und Wanda haben es leider nicht geschafft mich mit in ihr Leben zu nehmen und das hat sich leider während des Buches auch nicht geändert. Gerade Gundi hat mich am Anfang eher genervt und ich fand sie belanglos, ganz selten hatte ich mal das Gefühl ihr näher zu kommen.
    Wanda bekommt in meinen Augen nicht genug Raum und bleibt unnahbar und farblos.
    Zwischendurch empfand ich Gundis Geschichte etwas langatmig. Bei ihr steht die Musik stark im Fokus, diese Passagen waren mir manchmal zu ermüdend.

    Generell ist das Buch gut recherchiert und versucht den damaligen Zeitgeist wiederzugeben. Ich glaube auch, dass es ganz gut gelungen ist, aber es war für mich trotzdem nicht greifbar.
    Es ist aber ein Buch das zum Nachdenken anregt und den Appell hat, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen, sie nicht zu vergessen und zu hinterfragen.

    Ich wollte sehr, dass mir das Buch gefällt, am Ende gibt es leider nur 3 Sterne.

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    seekingzamonias avatar
    seekingzamoniavor einem Monat
    Sehr emotionale Zeitreise

    Zwei Frauen, zwei Schicksale - eine Heimat.


    Wanda, jung, behütet, brav und angepasst mitten in Berlin in den 60er Jahren. Sie lebt und studiert nach Schema F, bis sie Andreas kennenlernt. Der so anders ist als sie. Der Fragen stellt, der wissen will … und damit auch bei ihr den Wunsch weckt, etwas zu erfahren. Über sich selber, ihre Vergangenheit und die ihrer Angehörigen. Denn Berlin ist nicht Heimat ihrer Familie, sondern sie stammen aus Polen - und das was, das warum, das wird totgeschwiegen. Warum spricht niemand über das, was damals war? Der Schatten des vor wenigen Jahren erst zuende gegangenen Krieges liegt immer noch über den Menschen. Und mit ihm die Frage nach Freund, nach Feind, nach Vertrautem und Verdrängtem.


    Gundi, kreativ, ungezwungen, Musikerin. Im Danzig der wilden Zwanziger lebt sie frei und und nach eigener Regie. Zwar wurde sie als Kind von ihrer Mutter verlassen, hat jedoch einen Großvater und vor Allem Freunde, die ihr die Liebe und Geborgenheit geben, die ihr großes Glück ausmachen. Vor allem Erik und Julius sowie ihre Halbschwester Lore bilden den festen Kern ihres Daseins.

    Zusammen leben und erleben sie eine Zeit der Unbeschwertheit, die jedoch durch den nahenden Weltkrieg immer mehr in sich zusammenfällt. 

    Danzig, als zentraler Punkt ist im Visier von Beiden, den Deutschen und den Polen. Naiv verschließt Gundi die Augen vor Recht und Unrecht, um ihren eigenen Traum vom Glück nicht zu zerstören. 


    Charlotte Roth ist bekannt für ihre vielschichtigen und wunderbar erzählten Romane. Auch hier lebt und fühlt man problemlos mit, mit Wanda und Gundi, ihren Sorgen, ihrem Glück und all ihren Facetten. 

    Man wird richtig mitgezogen in die Welle der Kreativität, der Musik und der Freiheit, die Guni ausmachen und man spürt die Unsicherheit und die Angst, als die Zeiten anfangen sich zu ändern, die Menschen kälter werden. 


    Fragen werden aufgeworfen, teils deutlich, teils zwischen den Zeilen. Wie weit darf man gehen, für sich, sein eigenes Glück, für seine eigene Familie? Ab wann hat man die Grenze überschritten, das Glück anderer für sein eigenes geopfert?

    Kann man wieder gut machen, was man - teils bewusst - herbeigeführt hat?


    Es sind spannende Themen, große Fragen, die „Wenn wir wieder leben“ aufwirft, und sie sind wunderbar erzählt. In vielen Facetten und spannend verwoben geht man den Weg mit mit Gundi und Wanda. 

    Ein wirklich sehr empfehlenswertes Buch, das nicht nur Spaß macht zu lesen, sondern auch nachdenklich stimmt. 

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    C
    Charlie08vor einem Monat
    Eine Familiengeschichte, die es in sich hat!

    Wir schreiben das Jahr 1963. Die Studentin Wanda lernt durch einen Studienkollegen Andras kennen. Der hat seine Familie beim Holocaust verloren. Eines Tages fragt er Wanda, ob sie wisse, was für eine Rolle ihre Familie in den Jahren 1933 – 1945 gespielt habe. Wanda lebt mit ihrer Mutter, Tante und Zwillingsschwester zusammen. Daraufhin fragt Wanda bei ihrer Mutter nach. Die Tante bittet Wanda, mit den Fragen aufzuhören und die Mutter in Ruhe zu lassen. Als Wanda eines Tages nachhause kommt, hat sich die Mutter das Leben genommen. Darauf findet Wanda in den Unterlagen, dass sie in Zoppot, das heute zu Polen gehört, auf die Welt gekommen ist. Es beginnt eine Reise in die Vergangenheit, die sehr viele Fragen aufwirft.
    Dieses Buch war für mich sehr emotional. In Wanda konnte ich mich sehr gut hineinfühlen. Der Schreibstil dieser Autorin gefällt mir sehr gut, obwohl das Thema sehr traurig ist. Die Figuren sind sehr lebensnah beschrieben. Die Geschichte wird in zwei Zeitepochen erzählt, was ich sehr spannend fand. Wie die Geschichte von Wandas Familie damals in den 20er bis 40er Jahren gespielt hat. Den Danziger Dialekt fand ich sehr interessant, habe ich als Schweizerin auch gut verstanden. Auf alle Fälle sicher nicht mein letztes Buch dieser Schriftstellerin!

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    allegras avatar
    allegravor einem Monat
    Kurzmeinung: Wunderbares bitter süßes Leseerlebnis
    „Vergessen wollen“ wird in der nächsten Generation zu „nicht wissen wollen“

    In ihrem Roman „Wenn wir wieder leben“ begibt sich die Autorin Charlotte Roth nach Danzig und ins benachbarte Seebad Zopot. Sie nimmt die Leser*in auch ein Stück weit mit in die Vergangenheit ihrer eigenen Familie und bringt die wechselhafte Geschichte der Stadt Danzig, die im Zentrum des Ausbruchs des 2. Weltkriegs stand, auf verständliche Weise näher. Zumindest ich hatte bisher zwar verstanden, dass Danzig besonders wichtig war, aber die Vorgeschichte der Region zwischen Polen und Deutschland wurde mir erst durch diesen Roman bewusst.

    Charlotte Roth erzählt die Geschichte der jungen Studentin Wanda, die sich im Jahr 1963 in Berlin beginnt Fragen zu stellen, was ihre Familie in der Vergangenheit durchlebt hat und wie sie nach Berlin gelangt ist. So führt der andere Erzählstrang ins Jahr 1927 in Danzig und ins Ostseebad Zoppot. Gundi erlebt eine glückliche Kindheit bei ihrem Großvater Pop, wo sie viel Liebe empfängt und viele Freiheiten genießt. Mit ihrer Halbschwester Lore und zwei Jungs, Erik und Julius gründet sie mit 17 Jahren eine Band. Der rote Faden der Geschichte ist der Aufstieg der Band, bzw. der Kapelle und die Suche nach dem ultimativen Lied, das Gundi zu schreiben verspricht.

    Ohne zu viel vom Inhalt vorweg zu nehmen, kann man erwarten, dass der Nationalsozialismus natürlich in Zoppot und Danzig seine Spuren hinterlässt. Gundi, Lore, Erik und Julius führen lange ein relativ sorgloses Leben, wollen die Entwicklungen nicht sehen oder profitieren davon, ohne direkt offensichtlich Böses zu tun.  

    Durch den Wechsel der beiden Zeitstränge, die oft mit einem Cliffhanger enden, wird man als Leser immer wieder motiviert, weiter zu lesen. Die Handlung wird vor allem in der zweiten Hälfte des Romans zunehmend spannender. Das letzte Drittel habe ich fast am Stück gelesen.

    Obwohl mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen hat, bin ich mit den meisten Protagonisten nicht wirklich warm geworden. Die Hauptfigur Gundi weist alle Charaktereigenschaften auf, die ich in meinem Leben verachte. Gundi ist  naiv, narzisstisch, nutzt andere Menschen sowohl emotional als auch in alltäglichen Situationen aus. Sie hat eigentlich nichts gelernt und erwartet eher ein Wunder, als dass sie bereit ist, richtig hart zu arbeiten. Aber vielleicht gerade weil es im wirklichen Leben durchaus solche Menschen gibt, mit deren Marotten man zu kämpfen hat, fand ich das Buch sehr realistisch. Auch die Thematik des Hinterfragens, was die eigene Familie in der Zeit des Nationalsozialismus gemacht hat, finde ich sehr wichtig.

    Von mir erhält es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

     

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    Manuela_Priens avatar
    Manuela_Prienvor 3 Monaten
    Ich fand die LP bei vorablesen schon so schön,dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte.
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    Blackfairy71s avatar
    Blackfairy71vor 3 Monaten
    Das klingt nach einem sehr interessanten Buch und bisher habe ich noch nichts von Charlotte Roth gelesen.
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