Der König der Komödianten

von Charlotte Thomas 
4,0 Sterne bei82 Bewertungen
Der König der Komödianten
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (61):
Eltairs avatar

Man mag schnell erkennen worauf es hinausläuft - dennoch! Unterhaltsam, witzig, und lesenwert.

Kritisch (7):
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lese keine in Ich-Form geschriebene Bücher

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Inhaltsangabe zu "Der König der Komödianten"

Veneto, 1594: Sie sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen - eine hinreißende Hauptdarstellerin, ein waffenstarrender Zwerg, ein schlitzohriger Intendant und dessen bockige Enkelin. Mitten hinein in dieses schillernde Ensemble gerät der völlig unerfahrene, achtzehnjährige Marco. Begeistert von der faszinierenden Welt des Theaters zieht er mit der Truppe nach Venedig, wo es bald um Sein oder Nichtsein geht: Nur ein neues Stück kann das Ensemble noch retten. Langsam entwickelt sich Marco vom einfachen Kulissenschieber zum Autor seines eigenen Stücks - doch bis er dieses auf die Bühne bringen kann, muss er noch viel lernen. Über das Schreiben. Über die Liebe. Und vor allem über das Leben selbst.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404165940
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:699 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:11.11.2011

Rezensionen und Bewertungen

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    walli007s avatar
    walli007vor 2 Jahren
    Schauspielerei

    Der junge Marco ist tief betrübt als sein Ziehvater stirbt. Auf dem Landgut hat er es gut gehabt und er hätte sich hier noch eine glückliche Jugend erträumt. Doch Marco ist noch nicht volljährig und für den Fall des Falles hat Vittore den Prior und einen Advokaten als gemeinsamen Vollmund bestimmt. Und nun wird Marco ins Kloster gebracht, dort gefällt es ihm nicht so gut. Zusammen mit dem alten Vittore wollte er immer in die Stadt, es ist jedoch nicht mehr so weit gekommen. Jetzt steht auch noch zu befürchten, dass sich jemand sein Erbe unter den Nagel reißen will. Marco flieht aus dem Kloster und gerät an eine fahrende Schauspielertruppe, mit der er nach Padua gelangt.


    Welch eine neue Welt, vom Land in die Stadt, vom Kloster ins Theater. So viele Eindrücke stürzen auf Marco ein. Er kann sich garnicht sattsehen oder fühlen. Der alte Intendant ist manchmal nicht mehr ganz Herr seiner Gedanken, aber er reimt begnadet aus dem Stegreif und seine gewitzte Bauernschläue lässt ihn auch aus unangenehmen Situationen herauskommen. Auch wenn es so scheint als müsse man auf den Alten aufpassen, wird er doch eine Art väterlicher Freund für Marco. Seine Enkelin Elena entgeht Marcos Blicken beinahe, sie wirkt noch sehr jung. Catrina dagegen, die rassige Schöne, hat es Marco angetan.


    Ein wenig vermischt sich die Handlung des Romans mit dem Schauspiel auf der Bühne. Das Theaterleben um 1594, das Schicksal des jungen Marco, das manchmal einem Stück zu gleichen scheint. Heiter wirkt dieser Roman durch die wohlgewählten Worte, die ihm diese Stimmung verleihen. Zwar gibt es auch ernste Momente, doch eher wird eine Komödie gegeben denn eine Tragödie. Und das ist ausgesprochen erfreulich, denn möchte man dem Alltag entfliehen und für ein paar Lesestunden ins Padua und Venedig des 16, Jahrhunderts eintauchen und etwas über die Commedia dell` Arte lernen, ist dieser Roman gerade das Richtige. Mit schönen Anspielungen auf den anscheinend damals auch schon über die Grenzen seines Landes hinaus bekannten Shakespeare, so dass man bei vielen Sätzen rätseln kann, auf welches Stück Bezug genommen wird. 


    3,5 Sterne

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    Lesemaus85s avatar
    Lesemaus85vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Nette historische Geschichte, die schön zu lesen ist, aber mehr verspricht als sie hält.
    Abenteuer in Venedig

    Als Marcos Onkel verstirbt, steht plötzlich seine ganze Welt Kopf. Er soll die nächsten Jahre in einem Kloster verbringen. Marco flieht nach Venedig und schließt sich einer Theatergruppe an. Er taucht ein in eine schillernde, bunte Welt...

    *************************************************************************

    Die Geschichte über das bunte und schillernde Leben einer Schauspielgruppe wird wunderbar erzählt.

    Kurzweilig folgt man Marco durch die Straßen und über die Kanäle Venedigs. Gespannt verfolgt man seine Geschichte um seine Herkunft und seine Liebe zu Elena.

    Lustige Verwicklungen lassen den Leser grübeln, was denn nun los ist. Erst ganz zum Schluss erfährt man was tatsächlich los ist, wer welche Rolle spielt und wie alles zusammen hängt.

    Gerne taucht man in das historische Venedig und begleitet die Charaktere auf ihrem Weg. Meiner Meinung nach läuft am Ende wieder alles ziemlich glatt, obwohl die Spannung bis zum Ende anhält.

    Es ist ein empfehlenswerter Roman, der interessant und spannend ist, aber mich dennoch nicht fesseln und "vom Hocker reißen" konnte.

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    MissJaneMarples avatar
    MissJaneMarplevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Auf nach Venedig!
    Nur eine Geschichte!?!

    Inhalt:
    Veneto, 1594:
    Nach dem Tod seine Onkels, soll Marco in die Obhut eines Klosters die Zeit bis zu seiner Großjährigkeit verbringen. Doch dort hält er es nicht lange aus.
    Seine Flucht führt in nach Padua, dort schließt er sich einer Gruppe von Schauspielern an.
    Zuerst ist Marco nur der Kulissenschieber und Junge für alles, doch als sich Rodolfo, der Zwerg ihnen anschließt, versucht sich Marco als Autor eines Theaterstücks - Grundlage eine Legende aus Venedig, die ihm Rodolfo erzählt.
    Als die Gruppe von Padua nach Venedig übersiedelt, um dort zu spielen, merkt Marco bald, dass an dieser Legende etwas wahres dran ist und dass es mehr mit ihm zu tun hat, als er geglaubt hat.


    Meinung:
    Charlotte Thomas hat mich wieder einmal mitten in die Geschichte hineingezogen und erst nach der letzten Seite wieder frei gelassen.

    Ihr Schreibstil ist einfach wunderbar und super spannend, so dass ich mich wieder total in der Handlung verlieren konnte.

    Mit jedem der Charaktere habe ich gehofft, gebangt, geliebt, gestritten und vieles mehr, bis zum Schluss wäre ich gerne Teil dieser Truppe gewesen.

    Ich konnte mich in den Gassen Venedigs verlieren und habe förmlich den Geruch der Kanäle in der Nase gehabt.


    Fazit:
    Absolute Leseempfehlung von mir!!!

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    Q
    quadrupesvor 4 Jahren
    Bunter historischer Roman


    Norditalien im Jahr 1594: Der junge Marco Ziani ist auf der Flucht. Das Erbe seines verstorbenen Onkels weckt allerlei Begehrlichkeiten. Ein gefahrloses Leben ist ihm nicht mehr möglich. Eher zufällig schließt er sich einer Schauspielertruppe an und zieht mit ihr nach Venedig. Je mehr Zeit er mit den Schauspielern verbringt, um so mehr wächst seine Liebe zum Theater und er beginnt, sein eigenes Stück zu schreiben. Fast zu spät bemerkt er, dass sich die fiktive Handlung seines Theaterstückes und die Entwicklung seines wirklichen Lebens immer weiter annähern und zu vermischen drohen.
    Mit „Der König der Komödianten“ ist Charlotte Thomas ein gut unterhaltender historischer Roman gelungen, der dem Leser nebenbei die Grundzüge der „Commedia dell‘arte“ näher bringt. Dies geschieht stets in einer leichten Sprache, die für einen angenehmen Lesefluss sorgt, ohne zu überfordern.

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    Sonnenwinds avatar
    Sonnenwindvor 4 Jahren
    Nach der Hälfte des Textes war der Schwung draußen

    Marco ist Waise und wächst bei seinem Onkel auf dessen Landgut im Veneto
    auf. Kurz vor seinem 18. Geburtstag stirbt der Onkel in einer pikanten
    Situation. Danach soll Marco laut Testament ins Kloster, zumindest bis
    zu seiner Volljährigkeit, doch dort hält er es nicht aus und flieht. Auf
    dem Weg trifft er auf eine Schauspieltruppe, mit der er fortan durchs
    Land tingelt. Aufgrund seiner besseren Bildung wird er damit beauftragt,
    neue Stücke zu schreiben.

    Von da an ist das Buch ein Tanz: Zwei
    Schritte vor, zwei zurück, einmal im Kreis. Es ist nicht so, daß nichts
    geschieht, aber die Handlung strebt keinem Ziel zu. Mir war das zu
    wenig: Keine Aussage, keine tieferen Motive, keine Moral aus der
    Geschicht. Dazu kommt die Sprache, wie man es leider häufig findet: Man
    nehme die Sprache der gehobenen Schicht des 19. Jahrhunderts, vermische
    sie gründlich mit Fäkalien (allein die Menge der Eier (keine
    Geflügeleier!) ist beeindruckend, man findet sie gefühlt auf jeder
    zweiten Seite) - und heraus kommt die Sprache jedes denkbaren
    Jahrhunderts.

    Man kann es lesen, aber ein Muß ist es nicht. Bis
    zur Mitte habe ich gut durchgehalten, danach hatte ich Schwierigkeiten,
    meine Gedanken bei der Stange zu halten. Was für Fans der seichten
    Literatur.

    Kommentare: 2
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    Ajanas avatar
    Ajanavor 4 Jahren
    Kurzmeinung: 100 Seiten weniger hätten dem Buch vielleicht gut getan
    An sich eine gute Geschichte, aber 100 Seiten weniger hätten es auch getan

    *Inhalt*

    Veneto, 1594: Sie sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen - eine hinreißende Hauptdarstellerin, ein waffenstarrender Zwerg, ein schlitzohriger Intendant und dessen bockige Enkelin. Mitten hinein in dieses schillernde Ensemble gerät der völlig unerfahrene, achtzehnjährige Marco. Begeistert von der faszinierenden Welt des Theaters zieht er mit der Truppe nach Venedig, wo es bald um Sein oder Nichtsein geht: Nur ein neues Stück kann das Ensemble noch retten. Langsam entwickelt sich Marco vom einfachen Kulissenschieber zum Autor seines eigenen Stücks - doch bis er dieses auf die Bühne bringen kann, muss er noch viel lernen. Über das Schreiben. Über die Liebe. Und vor allem über das Leben selbst.

    *Meine Meinung*


    Marco ist ein Waisenkind und wird von seinem Onkel auf einem abgelegenen Landgut großgezogen. Er kennt nichts außer die nähere Umgebung und freut sich darauf an seinem 18. Geburtstag nach Venedig mit seinem Onkel zu reisen. Doch sein Onkel verstirbt und plötzlich findet sich Marco in einem Kloster wieder. Dort soll er leben bis er alt genug ist über sein Erbe zu bestimmen. Doch als er hört wie sich der Notar seines Onkels und der Prior des Klosters unterhalten, keimt die Angst in ihm auf. Sie haben es auf sein Erbe abgesehen! So verlässt er in einer Nebel und Nachtaktion das Kloster und schlägt sich bis nach Pandua durch. Dort lernt er eine Theatergruppe an und das Chaos in seinem Leben hält Einzug.

    Das Buch lag nun schon seit über 2 Jahren in meine Regal und eigentlich zog mich das Cover auch immer wieder an. Doch habe ich es mindestens 3 Mal wieder ungelesen aus der Hand gelegt, weil andere Bücher doch attraktiver waren.

    Die Geschichte ist eigentlich gut strukturiert. Der Schreibstil der Autorin hat mich angesprochen und sie hat darauf geachtet, dass auch die Sprache an die Zeit, in der das Buch spielt, passt.

    An sich hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen. Marco muss viel durchmachen nachdem sein Onkel gestorben ist und er lebt in ständiger Gefahr, getötet zu werden. Doch in der Theatergruppe findet er neue Freunde. Doch kann er ihnen wirklich vertrauen? Nach und nach erkennt er sein Talent für das Schreiben und macht sich daran, ein neues Stück für die Truppe zu schreiben. Doch wird es einem Anfänger gelingen, etwas Vernünftiges hinzubekommen?

    In diesem Buch geht es wirklich viel um das Theaterstück. Leider für meinen Geschmack zu viel. Die Autorin hat oft Sonette und Gedichte eingebaut und manchmal geht es bis zu 4 Seiten nur über den Inhalt des Theaterstückes, was leider die Geschichte von Marco manchmal doch sehr in den Hintergrund gedrängt hat.

    Die Details über die einzelnen Charaktere haben mir auch gefallen. Die meisten werden sehr detalliert beschrieben und man findet wirklich jeden Charaktertyp in diesem Buch. Ob wunderschön, ein Trunkenbold, eine 17-Jährige, die nicht mehr wie ein Kind behalten werden will, ein alter Mann, der der Truppe einigen Ärger einhandelt sind nur ein paar davon. Manche Charaktere ließen mich zwischendurch auch ein wenig Schmunzeln.

    *Mein Fazit*

    An sich eine sehr gute Geschichte, aber 100-200 Seiten weniger hätten der Geschichte glaube ich besser getan ohne die zusätzlichen Details über das Theater usw. An manchen Stellen war ich doch ein wenig gelangweilt und habe einige Seiten überblättert bis es endlich mit Marcos Leben weiterging.

    Kommentare: 1
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    fraeuleinbuecherwalds avatar
    fraeuleinbuecherwaldvor 5 Jahren
    Brillianter historischer Roman!

    Historische Romane sind ja sowieso schon toll und spannend. Allerdings bin ich immer recht anspruchsvoll, was die Plausibilität des Geschehens betrifft. Nichts finde ich schlimmer als Autoren, die zu Gunsten ihrer Geschichte Jahre kürzen oder strecken, damit ihre Geschichte irgendwie ins Zeitgeschehen passt. Mal ganz ehrlich – dann brauche ich auch keinen historischen Roman schreiben, dann schreibe ich doch lieber Fantasy!

    Aufgrund der super guten Rezensionen zu genau diesem Thema, nämlich der geschichtlichen Korrektheit, habe ich mir „Der König der Komödianten“ von Charlotte Thomas gekauft und muss sagen – dieses Buch hat mich nicht enttäuscht!

    Der junge Marco Ziani zieht aus, um die Welt zu entdecken – allerdings nicht ganz freiwillig, sondern unter einer ernsthaften Bedrohung von Leib und Leben!

    Nach dem Tod seines Onkels, bei dem er aufgewachsen ist, sind auf einmal ganz verschiedene seltsame Leute hinter seinem angeblichen Erbe her, von dem er bisher aber noch gar nichts wusste. Auf seiner Flucht vor den Unbekannten gerät Marco in eine Schauspielertruppe, die ihn bei sich aufnimmt. Unter den illustren Gestalten fühlt sich Marco schnell geborgen und entdeckt seine wahre Berufung im Leben, nämlich das Schreiben. Und das im Venedig des 16. Jahrhunderts, mit seinem wahrhaft dunklen Geschehen von der schillernden Kulisse der Reichen und Schönen.

    Allerdings werden noch Monate vergehen, bis er sein erstes Theaterstück endlich fertig hat, denn verschiedenste Menschen und Gegebenheiten machen ihm das Leben schwer: Eine unglaublich schöne Frau, eine unglaublich begehrenswerte Frau, ein totgeglaubter Zwillingsbruder, ein seltsamer Mäzen, ein undurchschaubarer Mönch, ein geheimnisvoller Patrizier… es gibt kaum eine Figur, die man sich in der mittelalterlichen Szenerie ausdenken könnte, die nicht in dieser Geschichte vorkommt. Aber alle wirken so menschlich und so real, dass man mit ihnen mitleidet und sich mitfreut und dass man kaum warten kann, bis man das nächste Mal in dem Buch weiterlesen kann.

    Man muss allerdings anmerken, dass die Handlungsstränge hoch komplex sind. Erst am Ende laufen sie alle zusammen und so sollte man sich gleich hinter die Ohren schreiben: wenn ich dieses Buch lese, muss ich auch alles lesen, auch wenn mir manche Szenen oder Handlungsverläufe unwichtig erscheinen! Fast nichts ist unwichtig und „Der König der Komödianten“ ist deshalb auch kein Buch, was man mal eben schnell im Bus aufschlagen kann, um zehn Seiten zu lesen, sondern man muss sich etwas Zeit nehmen und möglichst lange Stücke lesen, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Da dass bei knapp 700 Seiten im Taschenbuchverlag nicht ganz einfach ist, habe ich auch etwas länger gebraucht, um das Buch zu lesen, aber das hat dem Ganzen auch keinen Abbruch getan.

    Was man auf jeden Fall sagen kann, ist, dass sich die Autorin unglaublich viel Mühe in der Planung ihrer Geschichte gegeben hat. Ich konnte nichts Unlogisches entdecken und es gibt auch keine Handlungsverläufe, die nicht aufgeklärt oder zu Ende gebracht werden.

    In der Mitte hat das Buch einige Längen und man versteht erst am Ende, dass das alles doch wichtig war und ärgert sich dann darüber, dass man sich in der Mitte über die Längen geärgert hat.

    Marcos Bühnenstück und sein Leben passen wie perfekte Zahnräder ineinander und beleben gegenseitig die Handlungsstränge – kurz gesagt: handwerklich ist das einer der besten historischen Romane, die ich je gelesen habe!

    Und eine Liebesgeschichte um Marco und Elena ist auch so anrührend und so niedlich und so aus dem Leben gegriffen. Hach. Schade, dass das Buch schon vorbei ist. Von mir aus hätte es auch noch 100 Seiten länger sein können.

    Und Charlotte Thomas landet nun mit all ihrer Bücher auf meiner Wunschliste – GRANDIOS!

    Kommentare: 1
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    lemonteas avatar
    lemonteavor 5 Jahren
    Amüsant und spannend!

    Das Buch handelt von Marco, der nach dem Tod seines Onkels und Vormundes, in ein Kloster gebracht wird, dem die Vormundschaft von Marco bis zu dessen Volljährigkeit übertragen wird. Marco erfährt früh, dass sein Onkel ihm eine Menge Geld vererbt hat. Daraufhin überschlagen sich die Ereignisse, denn durch einen Zufall bekommt er in einem Gespräch mit, in dem über den Mord an Marco gesprochen wird. Er erkennt, dass er an diesem Ort nicht sicher ist und flieht aus dem Kloster. Wenig später trifft er auf eine Schauspielergruppe, der er sich anschließt und in der er sich zunächst auch in Sicherheit wiegt. Doch dem jungen Marco wird schon bald klar, dass er seine Verfolger nicht so einfach loswird...

    Dieser Roman ist nach langer Zeit endlich mal wieder ein historischer, den ich gelesen habe. (Und zum Glück auch keinesfalls ein trockener, durch den man sich wirklich durchkämpfen muss.)

    Mir gefällt zunächst einmal die äußerliche Gestaltung: Nicht nur das Cover ist wunderschön, auch die Zeichnungen innerhalb des Buches, die quasi die einzelnen Teile „abgrenzen“, sind liebevoll gestaltet. Aber das sind natürlich nicht unbedingt Gründe, die für dafür sprechen, dieses Buch zu lesen.

    Das schafft die Autorin gekonnt durch ihren lockeren, amüsanten Schreibstil, der ein sehr realistisch Bild der ganzen Szenerie schafft: Ich als Leserin fühlte mich oft als Teil des Geschehens, ich sah die Gondeln in Venedig vor mir, spürte den warmen, italienischen Sommer und erwischte mich öfters auch dabei, mir die Stimmen der Figuren vorzustellen.

    Besonders gefallen hat mir, neben dem Schreibstil, auch die Geschichte. Ich war vorsichtig, da ich eine ähnliche bereits vor Jahren gelesen hatte. Zumindest dachte ich das, als ich von Mönchen und Verschwörungen hörte. Dem war aber glücklicherweise nicht so. Ich kann allerdings nicht beurteilen, ob solche Geschichten schon häufig erzählt wurden. Das ist aber auch unwichtig, da für mich persönlich gerade die Figuren diese Geschichte ausmachen und tragen. Sie sind alle auf ihre Art besonders und auch im Zusammenspiel unglaublich komisch. Mir haben besonders der greise Baldassare, der so gut wie alles in Versen ausdrücken kann, (und das auch oft tut) und der Zwerg Rodolfo, welcher als „Beschützer“ der Truppe trotz seiner Größe nicht zu unterschätzen ist, gefallen. Aber auch die anderen Figuren haben dem Buch keinen Abbruch getan.

    Die Geschichte an sich ist sowohl äußerst spannend als auch humorvoll. Neben der Verschwörung gegen Marco geht es vor allem um das Leben der Schauspieltruppe, deren Auftritte und Zeit in Venedig. Man sollte hier damit rechnen, dass das Theater einen großen Teil des Buches ausmacht. Sollte man sich dafür nicht unbedingt interessieren oder dafür offen sein, könnte es einen schnell ermüden, da Marco, aus dessen Sicht dieses Buch geschrieben ist, als Stückeschreiber schon sehr häufig von seinen Ideen berichtet. Für mich war das allerdings kein Hindernis, da ich es doch als ganz schön und dementsprechend auch als passend für dieses Buch empfand.

    Auch die geschichtlichen Fakten kommen hier nicht zu kurz. Obwohl ich mich hier nicht soweit aus dem Fenster lehnen möchte. Besser: Für mich waren die geschichtlichen Fakten passend.

    Alles in allem würde ich diesen Roman denjenigen empfehlen, die sich für Venedig oder auch für Theater in dieser Zeit interessieren. Auch für diejenigen, die nicht häufig historische Romane lesen, ist dieses Buch empfehlenswert, da es wirklich unterhaltsam ist und einem Freude beim Lesen bereitet.



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    maxibienes avatar
    maxibienevor 5 Jahren
    Mitreißend und amüsant vor historischem Hintergrund

    Nach dem Tod seines geliebten Onkels Vittore Ziani muss der 18jährige Marco, laut seines Onkels Testament, bis zu seiner Großjährigkeit ins Kloster. Auf dem Weg dorthin begegnet Marco einer Gaukler- und Theatertruppe und verliebt sich in die wunderschöne Catherina. Während seiner Zeit im Kloster wird Marco Zeuge, wie gegen ihn ein Mordkomplott geschmiedet wird. Völlig verängstigt flieht er mithilfe seines Zimmergenossen Iseppo noch in der Nacht Richtung Padua. Dort begegnet Marco unverhofft der Theatertruppe wieder und schließt sich ihnen an.
    Charlotte Thomas hat mit ihrem Roman „Der König der Komödianten“ ein spannendes und mitreißendes Werk präsentiert. Schon die ersten Seiten haben mich völlig in ihren Bann gezogen. Die Autorin erzählt auf eine ganz besondere fesselnde und humorvolle Art und Weise über das Leben von Marco, der in seinen jungen Jahren schon manches erleben musste und nach seiner Flucht aus dem Kloster immer wieder dem Tod von der Schippe springen konnte. In der Theatergruppe „Incomparabilis“, die bunt gemischt ist, was ihre Darsteller betrifft, blüht Marco so richtig auf und lebt nicht nur sein Talent der Dichtkunst aus. Nachdem die Theatergruppe fast mittellos, bedingt durch die beinahe hinterlistige Geschäftemacherei des Intendanten Baldassare, wurde, flüchten sie kurz entschlossen auf dem Wasserweg nach Venedig. In Venedig muss Marco feststellen, dass er immer wieder „Opfer“ einer Verwechslung wird, bis er schließlich hinter ein gut behütetes Geheimnis gelangt. Die ständigen Attentate auf sein Leben haben nur einen Zweck, sich sein Vermögen aus dem Erbe des Onkels anzueignen, von dem Marco keine Ahnung hat, um welchen Umfang es sich handelt. Obwohl manche Erzählungen der Autorin etwas langatmig erscheinen, gerade wenn es um die Geschäftemacherei des Großvaters geht, die teilweise auch etwas ermüdend wirken, weil sie sich in ihrer Art oftmals gleichen und wiederholen, kann man das Buch nicht aus der Hand legen. Ihre Protagonisten hat Charlotte Thomas überzeugend beschrieben. Sie wirken authentisch und liebenswert. Die vielen Schauplätze, mit denen die Autorin arbeitet, sind so dargestellt, als wäre man mittendrin. Die Handlung ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Marco erzählt und wirkt durch seine geistigen Kommentare erst so richtig erheiternd. Jedenfalls habe ich mich so manches Mal köstlich amüsieren können und bin vom Erzählstil der Autorin total begeistert.

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    Chimikos avatar
    Chimikovor 5 Jahren
    Der König der Komödianten

    Was für eine tolle Idee und was für eine - zumindest für mich - langweilige Umsetzung. Als ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, musste ich sofort zugreifen: Veneto, Venedig, Schauspieler, Autor... spannend! Doch leider hat mich das Buch nicht überzeugt. Vieles war schon lange vorhersehbar, u.a. auch durch eine Geschichte, die Marco erzählt bekommt, aber spannender hat es das nicht gemacht, obwohl man das durch diesen Kniff sicherlich hätte erreichen können.
    Sobald Marco auf die Gaukler traf, war klar, in wen er sich verlieben und mit wem er eine Beziehung eingehen würde. Auch anderes war leider alles andere als ein Geheimnis und das nimmt einem dann doch den Lesespaß weg. Das Ende hat mich nicht sonderlich überrascht.

    Auf den ersten Blick fand ich die Protagonisten sympathisch, doch je mehr das Buch fortschritt, umso mehr verlor sich das: Beispielsweise Baldassare, ein wirklich komischer, niedlicher, kauziger alter Mann. Am Anfang. Und so konnten auch die Protagonisten die vorhersehbaren Wendungen wieder gut machen. Schade, denn ich finde immer noch, dass die Gaukler da hätten viel retten können, aber das Benehmen, das ihnen auf den Leib geschrieben wurde, verdirbt das. Oft überreagieren die Charaktere, sind so überzogen und das nicht mehr auf eine liebenswerte Art und Weise.

    Der Schreibstil ist angenehm, aber auch nicht dazu geeignet, hier noch Spannung zu erzeugen. In seiner Sprache ist er der Zeit hervorragend angepasst, die Protagonisten versetzen einen zumindest vom Sprachgefühl in ihre Zeit hinein. Ganz besonders schön fand ich die Gedichte, die sich in den Theaterstücken oder auch stellenweise in Gesprächen befinden.

    Fazit

    Was soll ich noch groß schreiben? Der Roman hat mich wirklich gelangweilt, schade bei der tollen Idee. Die Charaktere waren unsympathisch; einzig und allein die Sprache und die Gedichte darin haben mir wirklich gut gefallen.

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